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Full text of "Entomologische Zeitung"

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RXTOMOLOfilSCnE 
ZKITING. 


-OO- 


HERAÜSGEOEBEN 


E\TO)I()LOGIS(  UFA  VEREINE 


zu 


STETTIN 


NEl NZEHNTER  JAHRGANG 


STETTIN.  IH.iH. 

DIL'CX    VON    F     HKSSg!«L\.Hb 


i:iitoiiiolo;;^i<>«c*lie  Keitiiiij 

herausgegeben 

von  dem 

enlomoloaisclKMi  ViTciiic  zu  Slciiin. 


Redaction  ^"  (■omini'ni')n  bei  d..-n  ßnohhandl. 

▼.  E.  8.  Mittler  in  B<Tlin,  u.  Fr.  Flei»eher 
C.  A.   Dohrn.     verein» -Präaident.  in  Leipzig. 

^••'-•'^«  19.  Jahrgang.      Jan.- )l;lrz.   IS5S. 


Neujahrsnovelle 

pro  1858 
nebflt    PreiNfmKen. 

1. 

lu    einer    lauen    Spätsommernacht,    kalcnderpemiiss    mond- 

scheinig", 

Hat   Ht-rr    Violaz    .sich    aut^emacht    aus   IVmmern    höchst 

.st'C'lmheinig. 

Kr  fluchte:  .Das  halte  der  Teufel  aus  im  philiatrögen  Ger- 
manien — 

Mich  drän^  die  Sehnsucht  hinwe;:,  hinaus,  nach  Frankreich 

oder  na<h  Spanien. 

Hier    haben    die    Schönen    vor    lauter   Fett   Ei.sbcine    statt 

zierlicher  Schienen, 

En  France   ist  alles   so   sauber   und    nett,    da  giebt«  Jltnte- 

Carabinen  ! 

0  Carabine,  mein  Traum-Ideal,  ahnst  Du,  das«  ein  lieben 

der  I'uninier 
Kach  Dir  verpeht  in  j^creimter  Qual  ?  noch  dazu  im  hearigeu 

S<tniriier  I " 
So  und  nicht  schlechter  phra.«iirto  der  Wicht,    was  ihm 

die  Tracheen  bedruckte. 
Bis  er  bei  des  Mondes  mattstrahlcndcm  Licht  Telegraphen 

dräthc  erblickte. 


2. 

Flugs  kroch  er  die  erste  Stange  hinauf  und  spazierte  keck 

auf  die  Leitung, 

Just  waren  Depeschen  im  eiligen  Lauf  für  eine  Pariser  Hof- 
zeitung, 

Und  eh  Violaz  bis  drei  gezählt,  war  er  weit,  weit  weg  schon 

gerissen 

Bis  jenseit  des  Rheins  —  da  hat  er's  verfehlt,    da  ward  er 

vom  Drathe  geschmissen. 

Auf  dem  Rücken  lag  er  und  schrie:  „corbleu!  Das  war  eine 

Teufels  -  Affaire  !  '' 

Da  hört  er  ein  Stimmcheu  so  zart:  „mon  dieu,  quel  beau  Ca- 

j-abin  temeraii'f  !"■ 

Er  rasch  wie  der  Blitz  auf  die  Beine,  und  ha!  im  hochzeit- 
lichsten Staate 

Steht  Carabinens  Urbild  da,  und  sagt:  „je  mappelleCrenate.'' 
Was  weiter  sich  noch  die  Beiden  erzählt,  das  lässt  sich 

allenfalls  ahnen. 
Und  wer  sich  darum  besonders  quält,  schlag's  nach  in 

11,000  Romanen. 


[Von  diesem  Capitel  sind  die  Verse  in  einem  wirklichen 
Geheimen  Ausbruche  des  Vesuv  zu  Grunde  gegangen 
und  nur  folgendes  prosaische  Summarium  wurde  ge- 
rettet :  ] 

Einführung  des  Violaz  in  die  Crenatenfamilie.  Die 
Männer  finden  seinen  decatirten  Rock  abscheulich,  die  Da- 
men elegant.  Das  Beibringen  eines  Heimathscheins  winl 
ihm  erlassen  aus  Gründen  französischer  Geographie:  la  Po- 
meranie  touche  de  tres  prei^  b  la  rcgion  polah-e,  WO  die  Tinte 
einfriert.  Wegen  gewisser  Gerüchte,  als  ob  Violaz  schon  ver- 
heirathet  und  geschieden  gewesen,  wird  eine  Partie  Schach 
gespielt.  Berlin,  Weiss,  versucht  die  Partie  hinzuziehen; 
Gotha,  Schwarz,  macht  kurzen  Prozess  und  gewinnt.  Die 
Mandarinen  des  Muckerthums  und  der  Gross  -  Mogolei  ver- 
fallen in  wütheuden  Grimm,  was  man  erwartete,  und  schlitzen 
sich  den  Bauch  nicht  auf,  was  man  ebenfalls  erwartete. 
Violaz  und  Crenate  werden  dreimal  von  Cicada  Tibicen  pro- 
clamirt  und  dann  von  Atenchus  sacer  unter  Assistenz  von  Oi^rno- 
derrna  Eremita  rite  copulirt.  Crenate  weint  während  der  Trau- 
rede so  heftig,  dass  sie  (um  sich  einigermassen  zu  beruhigen} 
sofort  nach  der  Ceremouie  sich  in  Ameisen-Eierpunsch  betrinkt. 
Nach  3  Wochen  hat  Violaz  seine  Muttersprache  schon  vergessen 


nnd  schreibt  an  seinen  Herrn  Vater  nur  noch  in  /.weifelhaf- 
teni  Französisch.  Crenate  hält  ihr  erstes  Wochenbett  aaf 
dem  Ardenner  Walde,  das  zweite  in  der  Champa^e,  das 
dritte  in  den  Vopresen.  Die  Kinder  sehen  bald  dem  Vater, 
bald  der  Mntt  r.  bald  keinem  von  beiden  ähnlich;  ein» 
sofrar,  ein  sit^'enaiintes  lebcrpinps-Exeranlar,  flicht  sich  sel- 
ber Flieht  im  (ierin^'sten  ähnlieh.  Deutsche  Oelehrte  nehmen 
hieraus  Anlass.  die  Sache  ^'rllndlich  /.u  beleuchten.  Einipo 
beweisen,  dass  jedes  Kind  eine  besondere  Species  sei,  dass 
sopar  eines  wcpen  Sommersprossen,  die  nicht  pleichmässig 
vertheilt  sind,  w<»hl  einen  Doppelnamen  nüthip  mache  für 
rechte  und  linke  Hälfte.  Andere  (belehrte  bestreiten  dies, 
ohne  eine  eigene  .Meinung  autzustellen.  Noch  andre  ziehen 
die  .Sehöprunpspeschichte,  die  Arche  Xoäli,  die  Hacen-rntcr- 
schiode,  die  Zulässipkeit  der  Sclavcrei  als  nothwendipe 
Momente  mit  in  den  Bereich  der  vorliegenden  Frape.  Andre 
Gelehrte  be8tr>'iten  dies,  ohne  eine  eipnc  Meinung  aufzu- 
fetellen.  Noch  andre,  die  im  Hewusstsein  ihrer  anircbornen, 
folglich  durch  nichts  zu  ruinircnden  Hescheidenlieit  stolzes 
Oberwasser  haben,  c(m<truiren  o'm  solches  Lafiyrinth  aus 
Punkten.  Streifen.  Ketten  und  Kijipen.  durchkreuzt  von 
unregelmässig  punetirten  Streifen  und  regelmässig  gebroche- 
nen Kippenketten .  dass  die  lichtvollste  Ueberfiihrung  und 
die  Anführung  abschreckend  schlagender  und  breitgeschlag- 
ner Beisjiiel.-  ni.'manden  liberfilhrt  oder  anflihrt.  als  die  vor- 
hinein .Hchnn  überzeugten  Kappenbrlider.  Andre  Gelehrte 
bestreiten  dies.  oUnc  eine  eigene  Meinung  aufzustellen. 

l'nter  diesen  Umständen,  oder  wie  jener  Hegistrator 
ad  marginem  der  an  das  nbnrg<richt  eingeschickten  Acten 
bemerkte:  »Da  vorlieg«>nde  Sache  nunmehr  so  weit  gedie- 
hen, d:iss  kein  vernlinftiger  Mensch  mehr  daraus  klui,'  wer- 
den kann"  war  stark  di»'  Hi'i\o  davon,  die  .Sache  wegen 
ihrer  weltgeschichtlichen  Medeutung  vor  den  Bundestag  zu 
bringen  Jedoch  um  eine  so  wichtige  Kut.sch'^idung  bei  die- 
nen kurzen  Tsigen  und  der  langen  mereantilischen  Krisid 
nicht  der  (Gefahr  der  lehcr^tlir/iing  ansznsetzen,  wurde  die 
.^tcllnng  von   l'reisfragen   beliebt. 

\. 

\N  ar  die  Khe  /\>  [.»«eden  \  loi;i7.  uml  t  reii;»l;t  eine  ver- 
plinte  oder  nicht'.' 

An  matrimoniuni  ipiacstioniH  incestiioHuni  t'ucrit  aiit 
potias  sodoiniticiim  ." 

B 
(»e.Helzt,  (Ur  hinterpomnurs«  ii«*  A'ii<  »f.  Iiatie  in  seinem 
schaurig   orthodoxen  \  nterlande   ausser   einer   geschiedenen 


6 

Kreusa  noch  V2  Dutzend  alimentenberechtigter  Didonen  sitzen 
lassen,  würde  er  seine  Lavinia-Crenata  in  eine  pr.  Wittwen- 
Casse  haben  einkaufen  können? 

C. 

Wie  stellt  sich  das  hypothecarische  Recht  der  Kinder 
aus  dieser  Ehe  bei  künftigen  Ausgaben  des  seit  der  classi- 
schen  vierten  Edition  durch  auffallende  Nachlässigkeiten 
romantisch  gewordnen  Catalogus  coleopt.  Europae?  Werden 
sie  als  rechtlose  S  p  u  r  i  i  spurlos  übergangen,  oder  wird  ihnen 
als  Localratzen  eine  schwache  Existenz  „in  schiefer  Schrift" 
zugebilligt?  Oder  werden  sie  in  den  Limbus  der  Infanten  mit 
ungewissen  Sedes  verwiesen?  Bei  der  letztern  Frage  sind 
natürhch  die  pharmaceutischen  Mitglieder  wegen  persönlicher 
Debit- Interessen  frischen  Löwenzahns  und  alten  Fliegen- 
papiers ausgeschlossen. 

Die  endgültige  Entscheidung  dieser  Tusculanen  ist 

offenbar  nur  von  den  Propheten   der  Elntomo  -  Mormonen  am 

-salzigen  Plötzen -See  zu  erwarten.     Einstweilen  verbleibt  es 

trotz  aller  schäkerhafter  „Eingesandt's^'   bei  jener  heillosen, 

unlogischen  Verwirrung,  von  welcher  Göthe  im  Divan  sagt: 

Wo  man  nicht  zu  sondern  wusste 
Mäusedreck  von  Coriandern. 

Sollte  aber  —  wir  wagen  es  zu  hoffen  —  unsern  Ta- 
gen das  unverdiente  Glück  beschieden  sein,  dass  ein  genialer 
Jüngling,  mit  dem  höheren  M.  &  Coriander-Sonderungsblick 
begabt,  die  Sache  vor  sein  geheimes  Obertribunal  und  Fo- 
rum papale  zieht  und  in  seinem  Moniteur  Imperial  (einer 
Zeitschrift,  welche  eben  keine  Zeitschrift,  sondern  eine 
Ewigkeit  Schrift  ist),  einen  Strahl  seines  Hydro -Oxygen- 
Leuchtgases  auf  diese  obscuren  Fragen  blitzen  zu  lassen 
geruhet,  —  dann,  ja  dann  wird  es  den  bisherigen  blinden 
Hessen  wie  Schuppen  von  den  Augen  fallen  und  sie  werden 
im  Chorus  einstimmig  jubeln: 

Köstlich  ist's ;  wenn  Scheidler,  Prey ssler,  Purpurascens 

und  Crenatus 
Sämmtlich    in    die   Luft  verstieben    als    locale    Ratzen- 

Flatus : 
Kann  Er  vollends  wegpurgiren  den  vertrackten 

Mollii,??? 
Schalle   unserm  Abführdoctor   dreifach   Hopp,    Hopp, 

Hoppiiü! 

G.  A.  D. 


Vorzeichniss 

Häiiiiiitlic'lif^r  .TIit;;li(Mli'r  den    Vereins. 


Protector  des  Vereins. 

Der  Oherprasidtul  iler  i'rovinz  rummcrn,  Herr  Freih.  Sen ff t 
von  PiUach. 

Ehren-Mitglieder. 
Sc.  Kön.  Höh.  (lor  rotierende  (irossherzop  von  Oldenhnrp. 
Se.  Diirehl.  Richard  Fürst  zn  Khevenhliller-Mctsch,  Präsident 

des  zool.-botan.  Vereins  zu  Wien. 
Herr  Dr.  Anb6  in  Paris. 

-     V.  Bär.  Exe.  Staatsrath  n.  Akademiker  in  Petersburg. 

Hohe  man.  Intendant  d.  entom.  Museums  in  Stockholm. 

V.  Brandt,  Staatsrath  und  Akademiker,  Director  det 

Kaiserl.  zool.  Museums  in  Petersburg. 

Bur  nie  ister,  Professor  in  Halle. 

Chevrolat  in  Paris. 

Dr.  Frankliu-Bache,    Präsident   der   philos.  Gesell- 

schat^  in  Philadelphia. 

Dr.  rWay.  Director  des  zool.  Departements  im  British 

.Museum,  London. 

Dr.  Httrsficid,   Director  des  zool.    Departements  im 

ostindischen  Hause  in  London. 

Freiherr  Alexander  v.  Humboldt.  Excell. 

Lacordaire.  Professor  der  Zoologie  in  Li6gc, 

E.  Mulsant.  Bibliothekar  in  Lyon. 

\V.  8  n  e  n  c  e  in  London. 
Frau  Isabel  Stainton.  treb.  Dünn,  aof  Monntsfield  (Lewi»- 

ham)  bei  London. 
Herr  Dr.  r.  Steven,  Staatsrath  in  Sympheropol.  Eicellenz. 

Uhden,  Geh.  Staatsminister.  Exe.  in  Berlin. 

B.  W.  Westermann.  Kaufmann  in  Kjöbnham. 

J.  0.  Westwood  in  London. 

Vorstand  des  Vereins. 
Herr  Dr.  Bebra.  .Medicinalrath  in  Stettin. 

Dassel.  .\ppollations-Gcrichtsrath  in  Stettin.    Rendant. 

Do  hm.   Director  in  Stettin.      Pnisident. 

(tillet  de  Monniore.  K  i  in  Stettin. 

Hering.  Pn-fessor  in   ^ 

Hess.   Rector  in  Stettin. 

Lincke,   Lehrer  an  der  BürgerteboJe  in  Stettin. 


8 

Herr  Dr.  Loew,  Director  in  Meseritz. 

-  Pitsch,  Gymnasiallehrer  in  Stettin. 

-  Dr.  Ratzeburg,  Professor  in  N./Eberswalde. 

-  Schaum.  Dr.  philos.  et  med.,  Prof.  in  Berlin. 

-  Schmidt,  Geheimer  und  Ober  -  Pegierungsrath  in 
Stettin. 

Dr.  V.  Siebold,  Professor  in  München. 

-  Dr.  Suffrian,  Schulrath  in  Münster. 

-  Prof.  Zeller,  Oberlehrer  in  Glogau. 

Ordentliche   Mitglieder. 

Abdul  Eflfendi  in  Damaseus. 

Herr  Arthur  Adams,   Wundarzt   bei  der  Flotte  in  London. 

-  Ahrbeck,  Kanzellist  in  Hannover. 

-  Albers,  Stadtgerichts-Auditeur  in  Hannover. 

-  V.  Alerg,  Oberförster  in  Duninowo  in  Polen. 

-  Andersch,  Kaufmann  in  Königsberg. 

-  Andritzschky,  Apotheker  in  Zwickau. 

-  G.  d'Angiolo  in  Pisa. 

-  Assmuss,  Stud.  nat.  in  Podolsk  (Moskwa),  derzeit  in 
Leipzig. 

-  Bach,  Lehrer  an  der  höheren  Stadtschule  in  Boppart. 

-  Bachmann,  Lehrer  in  Insterburg. 

-  Baly,  Dr.  med.  in  Kentish  Town  bei  London. 

-  Dr.  Barth,   pract.  Arzt  zu  Königsberg  in  Preussen. 

-  Dr.  phil.  V.  Babo  in  Weinsheim  bei  Heidelberg. 

-  Dr.  Bauer,  Kreisphysikus  in  Nentershausen. 

-  Dr.  Beck  in  Napoli. 

-  Alb.  Becker  in  Sarepta. 

-  Bellard i,  Prof.  an  der  Univers.  Turin. 

-  Belli  er  de  la  C  ha  vi  gnerie,  Justizbeamter  in  Paris. 

-  Bernheim,  Professor  in  Chur. 

-  V.  Bernuth,  Oberförster  in  Jägerndorf. 

.--    Dr.  Stefano  Bertolini,  K.  K.  Beamter  in  Trient. 

-  Bertoloni  jun.,   Prof.  an  der  Univ.  Bologna. 

-  Bianconi  Prof.,  Director  des  zool.  Museums  d.  Univ. 
Bologna. 

-  Dr.  Bibow  in  Garz  a.  0. 

-  E.  A.  Bielz,  K.  K.  Finanz beamter  in  Herrmannstadt. 

-  Bigot  in  Paris.  ^ 

-  Billig,  Studiosus  der  Forstwissens chaften  in  Stralsund. 

-  Bilimek  (Dominik  f  Hochw.,  Kapitular  am  Keukloster 
zu  Wiener  Neustadt,  und  Prof.  der  Naturgesch.  am 
Gymnasium. 

-  Blanchard,  Conservator  des  entom.  Museums,  Jardin 
des  plantes  in  Paris. 


Herr  Rlauel,  Kector  in  Osterode. 
Bog  eng,  Apotheker  in  Putzig. 
V.  IJodenicver  in  Zosselwitz. 
Ernst  Hallion,  an  der  Iniversität  in  Kasan. 
Br)ttchtr   in  Ntn^tadt-Eln-rswalde. 
Boic,  Justizratli  iu  Kiel. 
Dr.  Böse  in  Ortonherg. 
Bowring  in  Hongkong. 

Brandt.  For.'^t-Candidat  in  Xeustad^Eherswalde. 
B  r  asf  Im  a  II  n.  Lehrer  in  Düsseldorf. 
Fr.   Brauer  in  Wien. 
Bremer.  Areliiteet  in  Petersburg. 
Brehm.  in  ."^ondersleben. 

W.  Briek,  Lieut.  im  Feldjägereorps  in  Koselehen. 
Brisehkt  .  Lehrer  in  Danzig. 

Britt ingcr,    .Vpotheker  zu  Steyr  in  Ober-OeBterreich. 
Em.  V.  Brück.  Kaufmann  in  Crefeld. 
Bllttner.   Lehrer  in  r;rab(t\v  bei  Stettin. 
Burchard,    Professor    und  Director  des  GymnauiuiDS 
zu  HUekeburg. 

A.  Butleroff.    Privat-Docent    an    der    l'niversitüt    in 
Kasan. 

Dr.  Caesar.  Arzt  in  Bremen. 
Dr.  Calw  er  in  Stuttgart 
Dr.  Cand^ze  in  IJege. 

Chabrillac.  Naturf.  in  Paris  (derzeit  in  Brasilien. 
Baron  von  Chaudoir  in  Kuzmin  bei  Sbitomir. 
Hugo  Christoph    in  Xisky. 

F.  W.  ('lasen.  Lehrer  am  Cymnasium  in  Rostork. 
Cornelius.  Lehrer  an  der  Realschule   in  Elberfeld 
.\chille  Costa.  I>r.  in   Naf)oli. 
Cramer,  Stadtrichtcr  a.  D.  in  St«  penit/.. 
Crelinger.  Oberforstmeister  in  Stettin. 
Cand.  phil.  Czech  in  Breslau. 

Dr.   Dahlbom,  Intendant  d.  entom.  Museumi  >n  Land. 
Damkc.  Orundsteiierrcvisor  in   Hannover 
Damm,  .Ju'<tiz('<»mmissarius  in  .Magdeburg. 
Daniel.      Advokat.     Bürgermeister    zu     Srhwaan     im 
(»rosijh.  .Mecklenburg. 

Franz  Degenhardt,  Bergrevisor  in  ("lau.sthal. 
Desmarets.     .Secretair    der    entom.    fJegellgehatt    zu 
Paris. 

Dietrich.   Lehrer  im   Kanton  Zllrioh. 
Dr.   Dfibner,   l'rofessor  in  .VschafTcnburg. 
Heinr.   Dohrn.   Stnd.  peolop.  (derzeit  in   Bonn  • 
V.  Dommer     KjMifniann  in  Daozig. 


10 

Herr  Dr.  Dorn  heim,  Oberlehrer  in  Minden. 

-  J.  W.  Douglas  in  London. 
A.  Doue  in  Paris. 

C.  Drewsen  in  Strandmiihle  bei  Kjöbenhavn. 

-  Drude,  Rector  in  Hettstädt. 

-  Aug.  Dutreux,  General-Einnehmer  in  Luxemburg. 

-  Jacquelin  Duval  in  Paris. 

-  Dr.  Edgren  in  Sköfde  (Schweden.) 

-  Dr.  Egg  er  in  Wien. 

-  Ehlers,  Cand.  phil.  in  Lüneburg. 

-  W.  Eichhoff,  Forst-Candidat  in  Schleusingen. 

-  Eigenbrodt,  Regierungsbeamter  in  Ehrenbreitenstein. 

-  Elditt,  Lehrer  an  der  höhern  Bürgerschule  in  Königs- 
berg in  Preussen. 

-  Endrulat,  B.,  Literat  in  Hamburg. 

-  V.  Er  lach,  Director  in  Hall  (Tyrol.) 

-  Dr.  Eversmann,   Staatsrath  und  Professor  in  Kasan 
Exe. 

-  Ewald,  Maler  in  Berlin. 

-  V.  Fahraeus,  Minister  in  Göteborg,  Exe. 

-  Leon  Fairmai re,  Vice-Präsident  der  soc.  ent.  Paris. 

-  Fehr,  Lehrer  in  Gunzenhausen  in  Baiern. 

-  Eugen  Felix,  Kaufmann  in  Leipzig. 

-  Graf  Ferrari  in  Wien. 

-  Marquis  de  la  Ferte  Senectere  in  Paris. 

-  Dr.   phil.    Fieber,     Appellations  -  Kanzlei  -  Director   in 
Hohenmauth  in  Böhmen. 

-  Dr  Filippo  de  Filippi,  Prof.  der  Zool.  in  Turin. 

-  Fischer,  Edler  von  Rösslerstamm  in  Wien. 

-  Dr.  Fischer,  Privat-Docent  in  Freiburg  im  Breisgau. 

-  C.  Fischer,  Lithograph  in  Berlin. 

-  Förster,  Prof  an  der  Realschule  in  Aachen. 

-  R.  Forst,  Kaufmann  in  Hamburg. 

-  Frank,  Subrector  in  Annweiler. 

-  Dr.  A.  von  Frantzius,  Prof.  in  Breslau. 

-  Felix  Fraude,  Kaufmann  in  ZüUchow  bei  Stettin. 

-  G.  Frauen  feld,  Gustos  des  K.  K.  Natural.  -  Gab.  in 
Wien. 

-  Heinr.  Frey,  Prof.  an  der  Univ.  Zürich. 

-  Frey  er,  Stiftungs-Cassirer  in  Augsburg. 

-  Frings,  Fabrikant  in  Uerdingen. 

-  Frische,  Kaufmann  in  Naumburg. 

-  Dr.  Frivaldszky,  Gustos  in  Pesth. 

-  Alex.  Fry,  Kaufmann  in  London. 

-  Füldner,  Gymnasiallehrer  in  Neustrelitz. 

-  Funke,  Cantor  in  Rochlitz. 


tl 

Herr  Carl  Fuss,  Professor  io  Herrmannstadt. 

Gas  pari,    C'andidat    der   Mineral(»gie    in    Poppeisdorf 

bei  Bonn 

Gassner.  Commissarins  in  Prag. 

(ich  in.  Apothekrr  in  Metz. 

Dr.  .Max  (Jeni  minder  in  München. 

Georp,  Kiinipl.  Förster  in  Bcvensen  bei  Lünebarg. 

Edaard  Gerden  in  Bielefeld. 

Görard,    Secretair   der    Linneischen    Gesellschaft    in 

Lyon. 

Gerhard  in  Hambarg. 

Dr.  Gerstäcker,    Casios  des  Kgl.  zool.  Mnseams  za 

Berlin. 

(ihiliani,  Cunscnator  am  zool.  .Mnseam  zn  Tarin. 

Dr.  C.  Glaser   in  Friedeberg  (Hessen.) 

von  Glöden.  Freiherr  anfBlitzow  in  Meckl.-Schwerin. 

Glitz.  Revisor  in  Hannover. 

Gaabil.  Capitain  a.   D.  in  t^uillan  (Pyren.^ 

V.  Gödel,  C(»ngiil  in  Trapezunt. 

Grebe,  acad.  Lehrer  in  FLldena. 

R.  Grentzenberg,  Kaufmann  in  Danzig. 

Gressner  in  Rochlitz. 

W.  Grey.  K.  Hofgärtner  a.  D.  in  Petersburg. 

Grimm,  Hofstaatssecretair  in  Berlin. 

Grube.  Geh.  Keg.-Kath  und  Professor  in  Breslau. 

.\.  von  Gruber,    K.  K.  Forstmeister,   jetzt    in   Ttlrk. 

Diensten  in  Konstantinopel. 

Grüner,  Kaufmann  in  Leipzig. 

Gutsch,  Cabinets-C'-urier  in  London. 

A.  Haag.  Dr.  juris  in  Frankfurt. 

H  ah  (1  mann.  Kuptcrstrchtr  in  Berlin. 

Dr.  Hagen,  pract.  .\ntt  in  K«»nigsborg. 

Freiherr  Halbhnber   von  Festewill.  Landes-Präsidcnt 

des  Herzogthums  Schlesien  in  Troppau. 

Dr.  Clemens  Hampe.  fürstlicher  Leibarzt  in  Wien. 

Hanak,  Professor  am  Gymnasium  zu  Ofeo. 

A.  H.   Haliday  in   Dublin. 

Harer  in  Frankfurt  a.  M. 

Lieut.  V.   Harold  in  .München. 

r>r.  Hart  ig,  Forstrath  und   I'rof.  zn  Brannscbwcig. 

Otto  Hassel.  Auditor  in  Wolfenbültcl. 

Baron  Hausmann  in  B«itzen. 

Dr.  Hecht.  .  "^      ■ 

Hederirh.  1  ubQrgen. 

Heeger  in  Mocdling  oei   Wien. 

Dr.  Heer,  Professor  in  Ztlrich. 


12 

Herr  v.  Heinemaon,  Zollsccretair  in  Braunschweig. 

-  He  11  mann,  Apotheker  in  Kasan. 

-  Hensche,  Apotheker  und  Stadtrath  in  Königsberg  in 
Preussen. 

-  Hering  in  Brttnn. 

-  Dr.  Herrich- Sc häffer,   Kreis-   und    Gerichtsrath    in 
Regensburg. 

-  V.  Hey  den,  Senator  in  Frankfurt  a.  M. 

-  Heyer,  Stadtschreiber  in  Lüneburg. 

-  Hildebrandt,  Prof.  an  d.  Maler-Acad.  in  Düsseldorf. 

-  Dr.  Hille,  Apotheker  in  Hanau. 

-  Hochhuth,  Director  des  botanischen  Gartens  in  Kiew. 
Ho  ff  mann,  Professor  in  Bamberg. 
Hoffmeister,  Pfarrer  in  Nordshausen  bei  Cassel 

-  V.  Holle,  Stud.  in  Göttingen. 

-  Holmgreu,  Cand.  in  Stockholm. 
Holtz,  Rentier  in  Barth. 

Homeyer,  auf  Darsin  bei  Poganitz  in  Pommern. 

-  Hopffer,   Custos  am  K.  entom    Museum  in  Berlin. 

•  Max  V.  Hopffgarten,  Gutsbesitzer  in  Mülverstedt  br-i 
Langensalza. 

-  Hornung,  Apotheker  in  Aschersleben. 

-  V.  Hornig,  K.  K.  Ministerial-Beamter  in  Wien. 

-  E.  W.  Janson  in  London. 

-  Javet  in  Paris. 

-  Jekel  in  Paris. 

-  Dr.  Imhoff,  prakt.  Arzt  in  Basel. 

-  J.  F.  Jude  ich,  Forst- Conducteur  in  Dresden. 

-  Junker,  Oberfinanz kammer-Registrator  in  Cassel. 

-  Kaden,  Director  in  Dresden. 

-  Kaltenbach,  Lehrer  in  Aachen. 

-  V.  Kämpff,  auf  Kiederiaulbrück  bei  Schweidnitz. 

-  Karelin,  Collegienrath  in  Moskau. 

-  Karow,  Pastor  in  Roggow  bei  Daher  in  Pommern. 

-  A.  Kar  seh,  Professor  in  Münster. 

-  Dr.  Kaup.  Custos  in  Darmstadt. 

-  Kawall,  Pastor  in  Russen  bei  Windau. 

-  Dr.  Kay  8 er  in  Halle. 

-  Keferstein,  Gerichtsrath  in  Erfurt. 

-  Kelch,  Oberlehrer  in  Ratibor. 

-  Adolph  Keller  in  Reutlingen. 

-  Kellner,  Oberförster  in  Georgenthal  in  Thüringen. 

-  V.  Kiesen  Wetter,  Regierungsrath  in  Bautzen. 

-  Dr.  Kirchner  in  Kaplitz  in  Böhmen. 

-  Kirsch,  Apotheker  iu  Chemnitz. 

-  Prof.  Kirschbaum  in  Wiesbaden. 


18 

Hfrr  Kli  ngel  hoffe r,   ilaaptiuaiin   in   Darmstadt. 
Eugen  Klug,  in  Olmlltz. 

Jos.  Klu^.  «iyinnasiallehrer  iu  Mährisch  Trübau. 
Klupsz,  Professur  in  Hastenburg. 
J.  Kuörleiii,    K.   K    DirectioDS-Iugenieur    in    Linz    lu 
Oberöfrterreiih. 

(Jabr.  Koch    in  Frankfurt  a.  M. 
Koch,  Geh.  Amtsralh  ia^SUlz  m  .Mecklenburg. 
C.  Köder  mann,   Custos   des  N'atnralieD-CabiLets    im 
Stift  St.  Lambr<'eht  (Obersteyennark». 
Kokeil,  Taxamtdoftieial  in  Klag*  ofurt 
Kollar.     Directur    am    K.    K.   N'aturalieo  -  Cabinet  io 
Wien. 

Kuppen,  Kautmann  in  Stendal. 
Kraat/,  Dr.  phil.  in  Berlin. 

Dr.  K  ratter,  Kreisphysikuä  in  Zloczow  (Gallüieü). 
J.  f.  Kraus.  Lehrer  in  Trier. 
Knist   Kreussler,  Dr.  med.  in  Arolsen. 
Dr.  Kriechbaumer  in  .München. 
Kr«) 8 mann,  Lehrer  in  Hannover. 
K,  Krupp.  Prof.  an  der  ForstUhranstait  in  Weisawasscr 
(B^)hmen'. 

Krllper.  Dr.  phil.  in  Herim. 
Kud.  K  rzi  z,  in  iJrünn. 

Grat  KUenburg,  K.   K.  Herg-  und  Saliuen-Directions 
Assessor  in  Bransdorf  v  österr.  Scblettien;. 
C.  Komm,  Kaufmann  in  Danzig. 
KUf«ell,  Gut.sbositzor  bei  vStettin. 
[>r.  Küster,  Tilegraph.- Beamter  in  Anspacb. 
l'rof.  Dr.  Lanza  in  >palato. 
W  .  V.  Lan?sdorf  in  Lahr  im  Breisgaa. 
Leder»'r  in   Wien. 
Prof.  Lenz  in  Königsberg. 
Leanifi.  Profess^^ir  in  Hildf.sheim. 
G.  dl'  L«'vrat  in  Lyon. 
I..ogan  in  Kdinbon*. 
Dr.  Lowe  in  Edinborö. 

Lui>a<<.    Ansistent    im  Mu'^eum  des  Jardiu  de«  plante« 
in  V&Ti». 

l)T.  Lachs.  Badearzt  iu  Wanubrunu. 
Lnben.  Pastor  in  Mersebor;:. 
E.  Ltiders,  Kentur  in  l^uterbiTg  am  Harz. 
Ly  noker.  Sekretair  in  Kan.sel. 
I'.  .Massen  iu  ('r»>feid. 
Mae  hier,  Dr.  med.  in  Heidelberg. 
Mäbaert,  Candidat  in  Svida  bei  Asobertlebea. 


14 

Herr  Fr.  Märkel,  Cantor  in  St.  Wehlen  bei  Pirna. 

-  G.  Märkel,  Cantor  in  Leuben  bei  Lommatsch. 

-  Mäklin,  Dr.  phil.  in  Helsingfors. 

-  R.  Maitland,    Conservator  des   entom.   Museums  der 
Gesellschaft  Natura  Artis  Magistra  in  Amsterdam. 

-  Malirz,  Rechnungsbeamter  in  Ofen. 

,  V.  Manderstjerna,  Hauptmann  in  Petersburg. 

-  Mangold,  Königl.  Forst-Inspector  in  Stettin. 

-  Alfred  de  Manuel  in  Chambery. 

-  de  Marseul,  Abbe  in  Paris. 

-  Fr.  Martens,  Seminarlehrer  in  Segeberg. 

-  Job.  Martens,  Conrector  in  Rendsburg. 

-  Martini,  Hofrath  in  Weimar. 

-  Joseph  Mayer,    K.  K.  Ministerial-Revident  in  Wien. 

-  L.  Mayer,  Hofgärtner  in  Monbijou,  Berlin. 

-  Mann,  Maler  in  Wien. 

-  G.  Mayr,  Dr.  phil.  in  Pesth. 

-  Melly,  Kaufmann  in  Liverpool. 

-  Menetries,  Director  des  entom.  Museums  in  Petersburg. 

-  Prof.  Dr.  Menzel  in  Zürich. 

-  Dr.  Mess,    Dirigent  der  Strafanstalt  Plassenburg  bei 
Culmbach. 

-  Messow,  Rentmeister  in  Wernigerode. 

-  Messing,  Hof-  und  Schloss-Cantor  in  Neustrelitz. 

-  Metzner,  Hauptsteueramts -Rendant  in  Frankfurt  a.  0. 

-  Meyer,  Cand.  phil.  in  Hamburg. 

-  Meyer-Dür,  Hauptmann  in  Burgdorf  (Schweiz). 

-  Micklitz,   K.  K.  Förster  in  Tolmein  bei  Görz. 

-  Mickisch,  Bergwerks-Inspector  in  Pilsen. 

-  Mielke,  Apotheker  in  Posen. 

-  C.  J.  Milde  in  Lübeck. 

-  L.  Miller  in  Wien. 

-  Miller,  Kaufmann  in  Stettin. 

-  Milliere  in  Lyon. 

-  Mink,  Oberlehrer  in  Crefeld. 

-  Dr.  M  0  e  b  i  u  s ,  Lehrer  am  Johanneum  in  Hamburg. 

-  H.  R.  Möschler  in  Herrnhut. 

-  G.  Molinari  in  Pisa. 

-  Dr.  Monti  in  Pisa 

-  M  oore,  Beamter  am  zoolog.  Museum  des  ostind.  Hauses 
in  London. 

-  V.  Motschulsky,  Hauptmann  in  Petersburg. 

-  Moe,  Universitätsgärtner  in  Christiania. 

-  Dr.  Morsbach,  pract.  Arzt  in  Dortmund. 

-  Dr.  Mühle npfordt,  Professor  in  Hannover. 

-  Mü  hl  ig  in  Frankfurt  a.  M. 


15 

Herr  Dr.  MUllcr,  Lehrer  in  Schwerin. 

-  ('.  Müller  in  Horlin. 

-  MUllcr,  Stacltwundar/t  in  Neiistadt-Ehcrswalde. 

-  Jiil.  .MUlU-r,   Fabrik  P.nclihaitcr  in  Hrlinu. 
Ci.  Muller.  Mcchanicus  in  Dresden. 

-  Mutzen,  Maler  in  lierlin. 
Murdfield,  Apotlu-kcr  in  Rheine. 

-  Andr.  Murray  in  Kdinhnn». 

-  Dr.  Nebel,  Uht-rarzt  in   Darnistadt. 

-  Neu8tä«lt  in   Urtslau. 
E<lwaril   Niunian  in  London. 

Graf  Nieelli,  Lieutenant  im  Kaiser  Alex. -Keg. 
Xickerl.  pract.  Arzt  in  Prag. 
Dr.  Nicolai  in  Arnstadt. 
G.  Nicpold,  Lieutenant  in  f'olberg. 
•     Nie  tu  er,  Plantagen- I)irL'ktor  in  Colouibo  (Ceylon). 
Oberst  v.  Noleken    Ingenieur  in  Riga. 

-  Nördliuger,  l'rotessor  in  Hohcubeini  bei  Stuttgart. 

-  Dr.  N  y  1  a  n  d  e  r  in  Helaingfors. 
Ubert.  Lehrer  in  Petersburg. 

A.  V.  Uertzen  in  Mecklenb. -Friedland. 

Baron  Franz  v.  Oezkay .  K.  K.  Kämmerer  in  Oedenborg. 

-  Orsiui,  Professor  in  Aseuli. 

Baron  Osten -Sacken,  Kais.  niss.  Legations-Secretair 
in  Washington. 

-  V.  d.  Osten,  Kittergutsbesitzer  zu  Warnitz  bei  Soldin. 
Fächer,  Pfarrer  in  Tröpolaeh  (Kärnthen). 

-  Dr.  Palliardi,  Medieinalrath  in  Kranzonsbad. 

-  Pape,   akadcmi.scher  Kupfernteeher  in  Petersburg. 

-  Perroud    in  I.,yon. 

-  Dr.  Peters,  Medieinalrath  in  Neu-Strelitz. 

-  Pfeil,  Staatsanwalt  in  Kr.ni^'sberg. 

-  Dr.  l'fund,  Assistent  am   Naturalien -Cahinet  in   Prag. 

-  Piccioli  in  Florenz. 

O.  Pirazzoli,  Civil -Ingenieur  in   Imola. 

-  G.  Pirngruber.  Benetieiat  in  TirUnwald   bei  .Mlinrheii 

-  T.  d.  l'lanitz  auf  NeidsrhUtz  bei   Naumburg. 

-  Carl  Plötz  in  Greifswald. 
Poggc,  Kaufmann  in  Greifswald. 
Pop  off,  (ollegien-Assessor  io  Kjarhta. 

-  V.   Prittwitz,   Notar  in   P.rieg. 

Putzeys,    Directur    im   .lustizminist^iriuni    in    Brtlssel. 

-  Rahtz,  Forster  in  Neumark. 
Keer.  Kaufmann  in  Hamixirg. 
Heidemeister,  Candidat  in  Cummerow. 

-  Dr.  Reinhard,  .Medizinalrath  in  BaoUen. 


16 

Herr  Dr.  v.  Renard,    Sekretair  der  Kaiserl.  naturf.  Gesell- 
schaft in  Moskwa. 

-  Prof.  Dr.  Redte nb acher,  Custos  am  K.  K.  Naturalien- 
Cabinet  in  Wien. 

-  Re issig,  Ober-Forstsecretair  in  Darmstadt. 

-  K.  Reutti  in  Freiburg  im  Rreisgau. 

-  Richter,  Kammer -Musikus  in  Berlin. 

-  Richter,  Hofgärtner  im  Luisium  bei  Dessau. 

-  Richter,  Oberförster  in  Klütz  bei  Stettin. 

-  Richter,  Pastor  in  Punschrau  bei  Naumburg. 

-  Richter,  Oberförster  in  Stepenitz. 

-  Riehl,    Ober -Zahlmeister    der   Haupt-Staats-Casse    in 
Cassel. 

-  Jul.  Rietz,  Musik-Direktor  in  Leipzig. 

-  Dr.  Ritter,    Hauptlehrer  am  Gymnasium  in  Marburg. 

-  Dr.  Roger,  Leibarzt  Sr.  Durchlaucht  des  Herzogs  von 
Ratibor  in  Räuden. 

Rohde,  Lehrer  in  Berlin. 

-  Cam.  Rondani,  Professor  in  Parma. 

-  Roth  lieb  in  Hamburg. 

-  Rosenberge r,  Pastor  in  Groesen  (Kurland). 

-  Dr.  Rosenhauer,  Privatdocent  in  Erlangen. 

-  V.  Roser,  Geheimer  Legationsrath  in  Stuttgart. 

-  Professor  Dr.  Roth,    Mitglied    der    K.    Akademie    in 
München. 

-  Russ,  Lehrer  in  Hanau 

-  Ruthe,  Oberlehrer  in  Berlin. 

-  R.  V.  Sacher-Masoch,  K.  K.  Hofrath  in  Prag. 

-  R.  V.  Sacher-Masoch,  K.  K.  Hofrathin  Pestb. 

-  Dr.  Sachse,  prakt.  Arzt  in  Leipzig. 

-  Dr.  Sahlberg,  Professor  in  Helsingfors. 

-  Sand,  Candidat  in  Königsberg. 
'  W.  W.  Saunders  in  London. 

-  H.  de  Saussure  in  Geneve. 

-  Dr.  Saute r  in  Königsberg. 

-  Schaschl,  K.  K.  Hüttenbeamter  in  Forlach  (Kärnthen.) 

-  Seh  auffelberger,  Architect  in  Petersburg. 

-  Christ.  Sc  he  dl  in  Wien. 

-  Scheibe,  Lehrer  in  Kemberg. 

-  Scheibge,  Lehrer  in  Garz  a.  d.  Oder. 

-  Seb.   Alex.  Scheidel,    Bankbeamter   und   Custos    der 
entom.  Sektion  im  Senkenbergschen  Museum  in  Frankfurt. 

-  S  c  h  e  n  c  k ,  Professor  zu  Weilburg. 

-  Dr.  Schiefferdecker,  pract.  Arzt  in  Königsberg. 

-  Schindler,  K.  K.  Pfannhausverwalter  in  Hall. 

-  Schindowsky,  Förster  in  Proebbernau  bei  Elbing. 


\1 

Herr  Dr.  IL  Schinor.  S(  entair  des  zool -Ixjot.  Vor.  in  Wien. 

-  Schiüütc,  Insj).  am  K.  zool.  Mus<'nm  in  Kjühcnliavu. 
Sc  lili  iliti  np-,  Su|)frintrnil«'nt  in  Isin^'cr  hei  Pyritz. 

-  Scliliiii^er,  Diai'oniis  in  Jona. 

-  A.  Selnnid   in   Kranklurt  a.  ^f. 
Fcrd.  Jos.  Sthniidt  in  Laihaeli. 
Dr.  Selnnid t.  Direetor  in  KHiin;;. 

-  Schmidt.  Kr<is\viin<larzt  in  Winmar. 

Dr.  Schmidt  (ioebel,  l'rofVssor  in  Lcmberg. 

-  Schmitt.  rJciMTal-Superiiittnilt  nt  in  Mainz. 

-  Dr.   phil.  .Sclmr  ide  r  in   iJrcshui. 

-  M.  Sc  hr.nl) ach,  Oberförster  in  Keinwiese  bei  Hemia- 
kret.schcn. 

Schreck,  Lehrer  in  Zeulenroda. 

-  Sc  hrce  ken  baeh,  Diaeonus  in  Chemnitz. 

-  Schreiber,  C()ilal>nrator  in  WollVnbllttcl. 

-  K.  Schreiber.  Cand.  niath.  in  llossla. 
•     Schreiner.  Kepistrator  in  Weimar. 

Dr.  V.  Schumann,  Arzt  in  Kcichcnbach  CSchlesicn). 
Schultz,  Uberlehrer  in  Berlin. 

-  Schulze,  Cand.  theol.  in  l'ölitz. 

Dr.  Schwabe,   practischcr  Arzt   in    Stadt    Rcmda   bei 
Hndolstadt. 

-  Scriba,  Pastor  in  Selijrenstadt. 

-  Scccer,  Dr.  med.  in  Hall  (Tyrol.) 
Cavalierc  Handi  di  Sehe  in  Turin. 

Harun  de  Sei ys-Lonpch  amps  Senator  in  Lllttich. 
Dr.  M.  Seubert,  Prof.  in  Karlsrnlic 

-  Dr.  0.  Seyffer   in  Stutt^'art. 

-  William  Sharswood  in  Cavendisliam  t  Vorein.  Staaten.) 

-  Sheppard.  VA.,  Zojlbeamttr  in  London. 

-  Sievers.    Kaufmann  in  Petersburg. 
Smith,  Assistent  am  Hrit.  Museum  in  London. 

Sn eilen  van  Vollonhovon.  r'n«;»o<ä  do«  ontom.  Musoumi 

der  rnivorsitiit    Leydon. 

Dr.  Sodoffsky  in  Hitra. 

M.  C.  Sommer,  Kaufmann  in  .Mtona. 

Dr.  Souvorbie  in  H<trdoanx. 

Dr.  Fr.  Sperk  in  Novo  Tscherkask. 

Dr.  med.  Adolf  Speyer  in  Rhoden. 

Sponholz.   IVdicer  zu  Rlllow  in  Mecklenburg. 

St ä per,  .lustizrath  in  KJöbuhavu. 

Dr.  med.  Stac  he  Ih  a  u  sen  in  Barmen. 

H.  T.  .^^tainton.  in  I>owi>;hani  bei  London. 

Standfuss,  Pastor  in  Sehroiborhau  hei  Hirschberg. 

Stäl,  Candidat  in  Stockbolm. 

a 


i8 

Herr   J.  Stark,  Bezirks-Geometer  in  Immenstadt. 

'  Hr.  Staudinger  in  Berlin  (derzeit  in  Spanien.) 

-  Dr.  Steffahny,  pract  Arzt  in  Putzig. 

-  Stein,  Rentier  in  Berlin. 

-  Dr.  F.  Stein,  Professor  in  Tharand. 

-  Stein  ecke,  Cantor  in  Swinemünde. 

-  Dr.  med.  Stiebel  in  Frankfurt  a.  M. 

-  Dr.  Sti^rlin  in  Schaflfhausen. 

-  Stollwerk,  Lehrer  in  Uerdingen. 

-  Dr.  Stricker,   Kreisphysikus  in  Greifenhagen. 

-  Strübiug,  Seminarlehrer  in  Berlin. 

-  Dr.  Struve  in  Dresden. 

-  Dr.  F.  Sturm,  Kupferstecher  in  Nürnberg. 

-  J.  W.  Sturm,  Kupferstecher  in  Nürnberg. 

-  Stülpnagel.  Rendant  in  Prenzlau. 

-  Dr.  Sunde  wall,    Professor  und  Intendant  der  Museen 
in  Stockholm. 

-  X.  Tarnier  in  Dijon  (rue  Vauban). 

-  Dr.  Taschenberg  in  Seesen  am  Harz. 

-  Tetschke,  Oberlehrer  in  Stralsund. 

-  Thorey  in  Hamburg. 

-  V.  Tiedemannn,    Ritter-Gutsbes.    auf  Russoczin    bei 
Danzig. 

-  T  i  e  f  f  e  n  b  a  c  h ,  Maler  in  Berlin. 

-  C.  D.  Tiemann  in  Magdeburg. 

-  Tischbein,  Oberförster  in  Herrstein  bei  Kirn. 

-  Tollin,  Apotheker  in  Berlin. 

-  Truqui,  K.  sard.  Generalconsul  in  Rio. 

-  Türk,  K.  K.  Beamter  in  Wien. 

-  Ulrich,  K.  K.  Official  in  Wien. 

-  V.  Vareudorf,  Regierungs-Secretair  in  Arnsberg. 

-  Frangois  Yenetz,  Ingenieur  in  Sitten  (Wallis). 

-  Dr.  Verloren  in  Utrecht. 

-  Vigelius,  Steuerrath  in  Wiesbaden. 

-  E.  Vogel  in  Dresden. 

-  Voigt,  Maler  in  Gross-Schönau  in  der  Lausitz. 

-  Dr.  Völker,  Gymnasiallehrer  in  Elberfeld. 

-  Waga,  Professor  in  Warschau. 

-  Wagen  Schieber,  Kupferstecher  in  Berlin. 
Wagner,  Lehrer  in  Aschersleben. 
Wagner,  Oberlörster  in  Wildenbruch. 

-  Wahlberg,  Professor  in  Stockholm. 

-  G.  Wailes  in  Newcastle. 

-  Dr.  Waltl,  Lehrer  in  Passau. 

-  Wartenberg,  Oberforstmeister  in  Marieuwerder. 

-  Wasle,  Apotheker  in  Schlitz. 


H'Tr  Julius  Weeren.  Stndionas  in  Berlin. 
E.  Wehncke,  Kauiniann  in  Harn  hu  r^. 
Weidehas»'.  Stml.   rnrd.  in  Hcrliu. 
Dr.  V.  W»'i(l  tu  hath.  pract.  Arzt  in  Aug^barp. 
V.  \N' ei  8  se  ü  bor  II .  (icht.'i'  '/.rath  in  llalberstAdt. 

-  V.  Wels  er,  Freiherr  in  N 
Werneburp.  K<ini;:l.  Forstmeister  iu  Krtnrt. 

-  W  e  8  ni  a  e  1 ,  FrolV-ssor  in  BrUsuel. 
Westerman,    Uireetor  des    z«>ol.  Gartena  der  Gesell 
»ch&fX  Natura  Artis  Mapistra  iu  Amsterdam 

Dr.   Wetz el.  I)irector  in   Biinnon. 
Westrinp.  D<'nanen-In."*peot<ir  in  Göteborg. 

-  G.  Weymer.   Kantinann  in  Klberfeld. 

-  A.  White.  Assistent  am  Hrit.   Museum  in  London. 

W  i  e  p  k  e  n ,  Custos  am  prossherz.  Museum  zu  <  lldenbarjf. 
Wie  schutter,  (iärtncr  bei  (ilopaa. 
Dr.  Wilkens.  prart.  .\rzt  in  Bremen. 

-  Wilms.  (iynmasial-Director  in  Minden. 
J.  Wilson.  Ks«i.  in  Kdinburjrli. 

Joh.  Winnertz  in  Creteld. 

Ph.  Wirtpen.  Vorsteher  des  naturhifitorisehen  Verein« 

in  Coblenz, 

-  Wi 8 8 mann.  Obertor!»ter  in  Hanmiv. -Münden 

-  Dr.  med    Wocke  in  Breslau. 

Gabr.  Wolfi',  Apotheker  in  Klausenbare. 

Vemon  Wollaston  iu   London. 

Dr.  Zaddach,  l*rivat- Doccnt  in  Könipsberp. 

-  Z e  be,  Ben..  iJbertVirster  in  Vol|>crsdorf.  •  irafschal^  Glati. 
G.  Zehe.  jun..  in  Neumark  bei  St.  rtin. 

•  Graf  V.  Zepelin   bei  ('onstanz. 

-  Zetterstedt,  Professor  in  I.nnd. 

-  V.  Z  i  e  p  1  e  r  u.  K I  i  p  p  h  .1  n  «  e  n . «  H.erf«'»rster  in  SchmletU» 
berp  bei  Schleusinp»'n. 

•  Dr.  Zimmermann   in  (;eorptown  (Slldi-.iroiina). 

•  Z 80 hörn.  (»b««rlohrer  in  Halle  a    S. 
Ernst  Zur  hold  in  [.»^ipzic 

Ehren -^'  —  20 

Vorstani  -  ;<»«!. t  1') 

Ordentliche  Mitglieder  4fi6 

621 


20 

Rede  zur  Stiftungsfeier  des  eiitomologischen 

Vereins 

am  8.  November  1857. 

Meine  Herren! 

Seit  ich  vor  einem  Jahre  die  Ehre  hatte,  Ihnen  meinen 
Bericht  über  den  Zustand  des  meiner  Leitung  anvertrauten 
Vereins  vorzulegen,  hat  sich  in  seinen  innern  und  äussern 
Verhältnissen  wesentlich  nichts  geändert  Das  frühere  mo- 
natliche Ausgeben  der  entomologischen  Zeitung  ist  zu  fast 
allseitiger  Zufriedenheit  in  ein  dreimonatliches  verwandelt 
worden  und  soll  demnach  beibehalten  werden.  Abgesehen 
von  einer  Erleichterung  für  die  Redaction  und  Correctur 
( — weil  bei  der  jetzigen  Einrichtung  die  verschiedenen  Ord- 
nungen gleichmässiger  berücksichtigt  werden  können,  und 
weil  sich  die  mühselige,  eben  so  langweilige  als  augenver- 
derbende Arbeit  der  Correctur  wenigstens  auf  einen  kleinern 
Zeitraum  concentriren  lässt,  als  früher  — )  achte  ich  es  für 
einen  wesentlichen  Gewinn,  dass  die  meisten  Arbeiten  jetzt 
unabgebrochen  gegeben  werden  können,  was  gleichzeitig 
dem  wesentlichen  Interesse  der  Autoren  und  der  Leser  för- 
derlich ist.  Auch  sind  wir  seit  der  neuen  Einrichtung  we- 
niger mit  Gesuchen  um  Ersatz  verlorner  Nummern  behelligt 
worden,  da  die  Post,  wie  es  scheint,  so  starke  Hefte  weni- 
ger verzettelt,  als  dies  vordem  öfters  geschah;  vielleicht 
auch,  weil  sich  seit  Jahren  immer  mehr  Leser  entschlossen 
haben,  dem  langsameren  und  unerheblich  mehr  kostenden 
aber  auch  viel  zuverlässigeren  und  reinlicheren  Wege  des 
Buchhandels  den  Vorzug  zu  geben. 

Von  der  Linnaea  entomologica  befindet  sich  der 
zwölfte  Band  mit  Arbeiten  von  Hagen,  Suffrian,  Gerstäcker 
und  Speyer  unter  der  Presse.  Die  sechste  Auflage  des 
Catalogus  coleopterorum  Europae  findet  more  soUto  ihren 
Absatz.  Leider  kann  ich  nicht  das  Gleiche  von  dem  sechsten 
Bande  des  Illigerschen  Magazins  rühmen,  dessen  Wieder- 
abdruck uns  von  verschiedenen  achtbaren  Seiten  sehr  drin- 
gend und  als  einem  allgemeinen  Wunsche  begegnend  ange- 
rathen  wurde:  der  bisherige  Absatz  hat  dieser  Empfehlung 
nur  ungenügend  entsprochen,  offenbar,  weil  der  directe  Bezug 
von  hier  und  die  Einsendung  des  Betrages  hierher  manchen 
Kauflustigen  abgehalten  haben,  und  ich  behalte  mir  über 
dies  Object  meinen  Vorschlag*  vor. 


31 

Im  rohri^'on  befinden  sich  flie  Finanzen  des  Vereine 
in  befrirdipender  Lap»-,  wozu  nicht  nur  die  noch  auf  1  Jahr 
pHltijre  Subvention  Sr.  Majestät,  sondern  auch  der  Tnistand 
wesentlich  bciträ^-t,  dass  es  die  Verhältnisse  gestattet  haben, 
den  Zinsfuss  dos  Vereins  Kapitals  ohne  Gefährdunp  der 
Sicherheit  zu  erhrdicn. 

Pas  unerl'ittlicli«  Fntuin  hat  un*i  natllrlich  auch  in  dem 
abgelaufenen  .Fahre  maiiclu'n  wtrthcn  Tienossen  aus  unserer 
Phalanx  abgertiOn.  Wenn  der  Xame  des  in  \eustadt  Ebers- 
walde verstorbenen  lA'hrers  Hraasehe  auch  der  cntomolo- 
pisch«'!!  I'ubjirität  f'-ni  geblieben  ist,  so  wusstcn  floch  die 
mit  ihm  \('rkt'hrtMi(Kn  r'^Irojitcrophilcn.  dass  er  ein  flcissiger, 
im  Dt'tcrmiuircn  mancher  sehwicrijren  Familien  pellbtcr  und 
im  Auftinden  seltener  Arten  pllieklicher  Forscher  seiner 
reichen  Localität  war.  Ich  konnte  desshalb  mit  putem  Ge- 
wissen die  von  ihm  hinterlassene  Sammlunfr  dem  brittischen 
Museum  in  London  zum  Ankaufe  emj)fehleii.  da  es  dieser  in 
vieler  H<zi(  hunp  reichen  und  prächti^'cn  Sammlung  gerade 
an  sdlchcn  khinen  und  meist  genau  determinirten  Arten 
fehlte,  als  sie  hier  vuriianden  und  Hlr  einen  äusserst  mäs- 
eigen  Preis  angeboten  waren. 

Der  in  Fircnzc  verstorbene  Dircctor  des  dortigen  gross- 
herzoglichen  zoologischen  Museums,  Passerini,  hat  sich, 
namentlich  in  frlllHTcn  Jahren,  rlurch  Zusammenbringen  einer 
(l\T  italieni'^chc  \'erhältiiissr  nicht  nnbedentcndi'n  Sammlung 
von  f'oleoptereii  und  durch  einige  kleinere  Publicationen 
tlher  Hymenojitera  und  lll»er  »ilbaumverwUstendc  Insectcn 
bekannt  gemacht  Sein  liohes  .Mter  und  das  seit  einer  Heihe 
von  Jahren  auf  ihm  lastende  Verhängniss  einer  geisteskran- 
ken Frau  hinderten  ihn  in  fier  letzten  Zeit  v.illig  an  der  F\»rt- 
Setzung  seiner  frühen  n  Lieblingsbeschäftigung. 

Schweren  nixl  in  mehrfacher  Hczichung  unersctrlichcn 
Verlust  hat  die  Kiitonnil<>^'i<'  und  unser  \'ercin  durch  den 
Tod  Hrenii-Wf»lfs  in  Ztlrich  erlitten.  Fr  war  ein  Auto- 
didart  im  besten  Sinne  des  Wortes;  der  gänzliche  Vcrinft 
des  Gehrtrs  in  seinen  /wanziger  Jahren  hatte  den  geistig 
lebendigen  und  fllr  licsehäftigung  mit  der  Natur  in  den 
Mu'-'-i  stunden  mines  Handwerks  schwärmejiden  jungen 
Dr»!  lisj.r  vorzugsweise  auf  Knt<>n.M|n;xic  hingeleitct,  und  man 
kann  nicht  ohne  Erstaunen  und  f{llhrung  sehen,  wie  liebe- 
voll ihm  Mutter  Isis  seine  harte  unfreiwillige  Isolirung  vom 
gewrdinlichen  menschliehen  Verkehr  durch  sein  sinniges  nnd 
verständiges  Eindringen  in  ihre  reichen  Mysterien  gemildert, 
ja  sogar  mit  Resultaten  gelohnt  hat.  welche  vielleicht  gerade 
deswegen  ihm  zu  Theil  wurden,  weil  er  mit  uncrmlldlichem 
FIcisse  und  eiserner  (  onucqucüi  sciüc  reinste  Freude  darin 


22 

fand,  die  Zeicliennprache  der  Natnr  zu  stndiren,  da  ihm  die 
Muttersprache  verkümmert  war.  Wir  dürfen  einem  ausfähr* 
liehen  Nekrologe  das  Verewigten  von  befreundeter  Hand 
entgegensehen. 

Wenn  es  mir  im  Jahre  1856  durch  meine  Reise  in 
Italien  gelungen  war,  dort  ausser  der  Befestigung  bereits 
brieflich  angebahnter  Verbindungen  noch  einige  neue  zu 
begründen,  von  denen  zu  hoffen  steht,  dass  sie  immer  mehr 
dazu  beitragen  werden,  die  natürliche  Verbrüderung  aller  mit 
uns  Gleichstrebenden  in  factisches  Licht  zu  stellen,  so  hat 
meine  Reise  im  Früblinge  dieses  Jahres  dem  Vereine  mehrere 
werthvolle  Anknüpfungspunkte  zu  wissenschaftlichen  Relatio- 
nen mit  Holland  geboten.  Auch  wurden  in  Belgien,  Paris 
und  London  die  alten  Verbindungen  erneuert  und  neue  ge- 
wonnen. Mein  verehrter  Freund,  der  Professor  und  Akade- 
miker Wesraael  in  Brüssel,  war  so  gütig,  dem  Vereine 
eine  ansehnliche  Zahl  Separata  einer  Reihe  hymenopterischer 
Abhandlungen  zur  Vertheilung  zu  überweisen  und  es  hat 
mich  aufrichtig  gefreut,  dass  sich  dazu  eine  so  grosse  Zahl 
von  Petenten  meldete  —  nicht  als  ob  ich  nicht  wüsste,  dass 
Wesmaels  Arbeiten  classisch  sind  und  jeder  entomologischen 
Bibliothek  zum  Nutzen  wie  zur  Zierde  gereichen,  aber  weil 
es  mir  die  angenehme  Ueberzeugung  gab,  dass  die  reiche 
Ordnung  der  Hymenoptera  allmälig  ein  immer  grösseres 
Publikum  gewinnt.  Ich  kann  es  nicht  oft  genug  empfeh- 
len, dass  diejenigen,  welche  auf  angehende  Entomologen 
einen  Einfluss  üben,  diesen  wenn  irgend  möglich  dahin  gel- 
tend machen  mögen,  den  vernachlässigten  Ordnungen  — 
d.  h.  allen,  welche  es  nicht  mit  Käfern  noch  mit  Schmetter- 
lingen zu  thun  haben  —  neue  Jünger  zuzuführen.  Solche 
Männer  gerade  wie  der  wackere  Bremi  beweisen,  dass 
auch  ungelahrter  Dienst  der  Mutter  Isis  und  ihrem 
Caltus  gedeihlich  und  wohlgefällig  ist. 

Kaum  habe  ich  nöthig,  Ihnen,  geehrte  Herren,  meine 
schon  öfters  direct  und  indireet  ausgesprochene  Ansicht  zu 
wiederholen,  dass  ein  Naturstudiura  wie  das  unsrige  seinem 
innersten  Wesen  nach  alles  Exclusive  und  was  irgend  an 
Kaste  erinnern  kann,  ausschliesst.  Araicus  Plato,  sed 
magis  amica  natura,  so  heisst  unser  Wahlspruch,  und 
es  ist  dafür  gesorgt,  dass  die  Natur  noch  Räthsel  genug  in 
Vorrath  hält,  auch  wenn  ein  ganzes  Concil  von  Piatonen, 
Linnö's  und  Latreille's  hundert  Jahre  hintereinander  sich 
mit  deren  Lösung  unablässig  beschäftigt  hätte.  Es  giebt 
keinen  noch  so  hochgebildeten  menschlichen  Scharfsinn,  der 
sich  zu  schämen  brauchte,  seine  Beobachtungen  und  seine 
Combinationen  auf  unsre  Mikrokosmen  angewendet  zu  haben. 


23 

wie    es   eben    aoch    kein   Individuum   pieht,    dem   die  freie 

Wigsenschaft  und  ihr  iinoiuIlichcK  [Joinininm  als  Lclin  zu 
monoiMtlistisclu'iii  Scli:ilt»n  illu-riii-k'rt  worden.  Je  weni^rcr 
wir  (leni  bescheideiistin  Laien  das  ihm  anfr»lMirne  lioehl 
verschränken,  sein  Lieht  auf  ilen  Seheffel  /.u  strlhn,  drsto 
freier  und  naehhaltipr  int  «lie  Verehruujf,  die  wir  für  au» 
gezeichnete  uud  herufene  \  orkäinpfer  uns«rs  \atur>tu«iiuni» 
hegen. 

Diese  rrincipitn  >ind  \t.r  Allem  nia.'is;,'cl)end  p'W(  •«  n. 
al«  der  verewigte  Dr.  >chmi(lt  in  \  erliindunj;  mit  wenitren 
wackeren  Freunden  unsern  \'erein  ^tift«  te.  Frankreich  und 
Kn;:Iand  waren  mit  ^'utem  licihpiele  vuran;,'eKaupeu,  und  •** 
mus8  der  Wahrheit  zur  Steuer  zu^'egeljou  wenlen,  da^H  die 
deutsche  Kntdnndo'rie  hinter  der  l'ran/.ösischen  und  en^dischen 
zurUckldiel),  nicht  weil  et»  den  DentM-lien  an  tllelitiL'en  Fn- 
tonndopen.  widd  aher,  weil  es  ihn«'n  an  einem  Mittelpunkte 
gehrach.  Hatten  jene  Lander  in  ihrtr  |i<>iiti.seh«  n  (lotalt 
natdrliciicn  Anlass,  das  <  iitumnln^nM-he  (eutruni  in  ihre 
Liaunt.städtc  lü  verlegen,  und  damit  ihren  Vereinen  alle  die 
Vortneile  7.0  versehaffen,  welche  nnthw endig  daran»«  hervor- 
gehen, so  wäre  es  in  Deutschland,  wenn  auch  nicht  v(»ll- 
konimeu  entspreehend ,  so  doch  annäht  rnd  gleichhedeutend 
gewesen,  wenn  Wien  oder  lUrlin  sieh  an  die  .Spit/e  eine» 
ent^»ino|«igischen  \  ereins  gestellt  hätten.  Das  alier  ^'eschah 
nicht,  aus  (Irlinden.  wtd<he  /u  enirtern  lii«'r  nicht  die  Stelle 
ist.  Es  uiusste  also  eine  andere  Stadt  den  ersten  Sehritt 
thun,  und  Stettin  that  ihn.  An  weisen  uud  zum  Tlieil 
hochstehinden  und  einflus>reiehen  Männenj  hat  es  idcht 
gefehlt,  welche  dem  rnt«rn«hmen  geringen  odi  r  trar  keinen 
Krfolg  lind  jedentalls  kurzen  llesland  vorhersagten.  Di«>e  wei- 
sen Männer  hallt  n  sieh,  wenigstens  Itis  jt'tzt  g«täuscl»t.  Zuerst 
sollte  d«r  Verein  wesentlich  nur  an  Dr.  ."Schmidts  I'er- 
s^tnlichkeit  gebunden  sein,  an  sein  rasch  entwickeltes  Ta« 
lent  fllr  de8cri|)tive  ('<de<»pt4  ndogic.  Schmidt  starb,  als  der 
Verein  erst  im  se<hst«n  Jahre  bestand  —  er  iMsteht  heate 
im  zwanzigst«*n  Fs  hat  also  nicht  an  .S'hmidtn  i'ersön. 
Ii<hkeit  gelegen,  eljen  so  wenig  wie  das  seither  1 

und  \S  achsen    an   «ler    mein  igen.      Mir   steht  v   s 

nicht  an,  mit  |tseudoehristlicher  Demuth  /u  prunken,  und 
ich  habe  in  und  ausser  Deut.schland  der  ehrenden  Anerkea- 
nungen  genug  aufzuweisen,  um  mit  gutem  (»ewis.ten  und 
ohne  \crdacht  falscher  Fie.Hchcidenheit  sagen  zu  • 
Der  Stettiner  Verein  hat  die  Hllrgschatl  seine»*  Ar.: 
und  seiner  wirksamen  Fortdauer  nicht  in  dieser  od.  r  |.  i«  r 
Persönlichkeit  zu  suchen,  sond«  ni  einlach  uud  alleiu  in  d«  m 
Symbol:   Viriboi  Loiti». 


24 

Das  ist  freilich  theoretisch  leichter  ausgesprochen,  als 
empirisch  zu  handhaben.  Denn  jedes  Ego  hat  und  postn- 
lirt  seinen  gesetzlich  erlaubten,  ja  nothwendigen  Egoismus; 
und  je  weiter  sich  der  Verein  ausdehnte,  je  hervorragender 
zum  Theil  die  Männer  waren,  die  ihm  beitraten  und  deren 
ausgezeichnete  Beiträge  in  den  Vereinsschriften  niederge- 
legt sind,  desto  schwieriger  wurde  es,  Jedem  nach  seiner 
Ansicht  gerecht  zu  werden.  Die  im  Vereins -Archive  vor 
mir  liegenden  ansehnlichen  Stösse  von  Correspondenz,  wel- 
che ich  seit  14  Jahren  geführt  habe,  können  dazu  Beläge 
genug  liefern.  Ich  habe  mir,  soweit  ich  mich  zu  erinnern 
weiss,  pflichtschuldige  Mühe  gegeben,  gegen  Jedermann 
zuvorkommend  zu  sein  —  er  raüsste  sich  denn  durch  no- 
torische Unehrenhaftigkeit  oder  ungeschliffne  Provocation 
dieser  allgemeinen  Rücksicht  unwerth  documentirt  haben 
—  ich  habe  nach  Möglichkeit  mein  Ego  verleugnet,  wenn 
es  mit  einem  fr  e  m  d  e  n  unbequem  eitlen  oder  kränklich 
reizbaren  Ego  in  Reibungen  gerieth,  falls  ich  Ursachen  zu 
haben  glaubte,  meine  Individualität  ausser  Acht  zu  lassen, 
weil  es  Rücksicht  auf  das  Beste  des  Vereins  und  jenes 
Princip  der  Socialität  galt.  Aber  ich  bin  nur  ein  Mensch 
und  folglich  der  Selbstverleugnung  höchstens  bis  zu  einer 
gewissen  Gränze  fähig.  Wurde  ich  über  diese  hinausge- 
drängt, so  blieb  mir  keine  andre  Wahl,  als  mich  recht- 
schaffen meiner  Haut  zu  wehren  und  mich,  falls  dies  zum 
momentanen  Nachtheile  des  meiner  Leitung  anvertrauten 
Vereines  gereichte,  damit  zu  trösten,  dass  der  Bestand 
des  Vereines  eben  nicht  von  der  Gnade  oder  Un- 
gnade einer  einzelnen  Persönlichkeit  bedingt 
.st,  sei  sie  entomologisch  auch  noch  so  eminent. 
^Dies  vorausgeschickt  und  zugleich  zugegeben,  dass  unsre 
Societas  eine  zwangfreie  ist,  die  jedem  Mitgliede  die  voll- 
kommenste Freiheit  lässt,  ihr  anzugehören,  so  lange  sie 
seinen  Ansprüchen  genügt  und  sich  von  ihr  loszusagen, 
sobald  dies  nicht  mehr  der  Fall  ist,  wird  sich  Niemand,  der 
menschliche  Einrichtungen  kennt,  darüber  wundern,  dass 
gerade  der  blühende  Zustand  unsers  Vereins  den  Gedanken 
hervorgerufen  haben  mag,  auf  analoge  Principien  einen 
analogen  Bund  zu  basiren.  Zunächst  hat  dies  schon  vor 
Jahren  in  Breslau  stattgefunden.  Es  ist  aber  der  dortige 
entomologischc  Verein  ein  fast  ausschliesslich  localer,  oder 
doch  auf  die  Provinz  Schlesien  beschränkter  und  sein  Jour- 
nal auf  einen  verhältnissmässig  geringen  Leserkreis  ange- 
wiesen geblieben. 

In  neuester  Zeit  haben  Vorkommnisse  bei  Vorstands- 
wahlen,  deren  Specialisirung  nicht  hieher  gehört,   mehrere 


26 

EDtoinologen  in  Wien  veranlafJBt,  au»  dem  dortiKon  zoolo- 
gisch botanischen  Verein  anszntreten  und  einen  hcHonderen 
entoiiiolopiticlien  /.u  ^'rllnden,  der  unter  der  Hedaetion  der 
Hernn  Lederer  und  Miller  hcHondre  „entomolopißche  Mo- 
natshefte"  herauspieht. 

Ferner  hat  sieh  in  H«'rlin  ein  entomolo^ischer  Verein 
untt  r  d«  m  Vorsitz  des  Herrn  Dr.  Kraat/.  eonstituirt .  der 
pleiehfalls  entnuKtiopisehe   Tuldieationen  anp«'kllndii:t   hat. 

Jedenfalls  \vir<l  die  entdnudnpigche  Wisnensehaft  im 
Allgemeinen  von  diiscn  neuiii  l  nternehniungen  zunächst 
den  unhtstriitharen  \ Ortheil  ziehen,  dass  dieselben  nach 
MiSplichkeit  hestreht  sein  mtlssen.  sich  filr  ihr«'  l'uhlicati(»nen 
durch  niitpliehst  gedivirt  lu-  Artikel  einen  au>riiehendeii  Le- 
Berkreis  zu  schaffen.  Ott  die  deutsehe  Kntdnuddpic  bei 
dieser  vermehrten  Deecntralisation  auf  die  Lanpe  etwa« 
gewinnt,  ol»  der  Stetfiner  ^'er«'in  dadurch  in  seiner  bishe 
rigen  \S  irksamkeit  ir;:end  wesentlich  gehemmt  oder  beein 
trächtig!  werden  wird,  ist  vorläufig  eine  mlisüige  Frage,  da 
sie  nur  durch  die  Krfahrunj:  mehrerer  Jahre  entscheiilend 
beantwort(  t   werden   k:inn   und   wird. 

Von  mehnnn  Seiten  ist  mir.  namentlieli  auch  bei 
Gelegenheit  meiner  letzten  Heise  im  Auslande,  zu  erkennen 
gegeben  worden,  das.s  die  seit  Jahren  mitpetheilte  Kegistra- 
tar  der  letzten  laufenden  Correspondcnz  d(  n  auswärtigen 
Lesern  ein  lebendiges  Hild  der  Vereins\\  irksamkeit  vor 
Augen  stellt.  Ich  gehe  deshalb  zu  den  in  letzter  Zeil 
eingegangenen  Briefen  ttber. 

\.  Herr  Snellen  van  Vollenhovcn  I>eyden.  'M) 
Angnst  und  ^1  September  dankt  fllr  seine  Aufnahme  in  den 
Verein,  so  wie  fllr  die  erhaltne  Sendung  von  HUchern  und 
Insccten.  Kr  hat  tlbcrschen,  zu  notiren,  welche  Nummern 
seiner  Fortsetzung  des  Werkes  von  Sepp  er  dem  Vereine 
geschickt  hat  und  bitt*t.  ihm  dies  gelegentlich  mitzuthcilcn. 

1^.  Herr  l>r.  Moebius  Lehrer  am  .b'hamieum  in 
Hamburg,  .'{.,  ö.,  September  und  <».  (Utober  sjirieht  über  das 
Verhaltniss  seiner  Arbeit  „Ub«-r  den  Hau  der  Wespennester" 
tQ  der  von  H.  de  Saussure  darül>er  anl'gcstelltrn  Th.^orie 
ond  glaubt,  die  letztere,  deren  bahnbrechende  Venlicnste  er 
aufrichtig  anerkennt,  in  mehreren  nieht  unwetJcnHiehen 
Punkten  dureh  Inti  rsuehung  des  ibin  zu  «Mlnite  hti  h<  nden 
Materials  beri«htigt  und  vervol|j»tän<ligt  zu  haben.  FUr 
seine  Aufnahmi-  in  den   Verein  spricht  er   seinen   Dank  au«?. 

3.  Herr  B.  Wm.  West  er  mann  in  faLiobenhavn  13.. 
20.,  30.  AugOBt,  13.,  20.  October.  2.  Novbr.  giebt  mir  auf 
mehrere  .\nfraL'en  dctaillirte  .Vnsknnft  fragt,  wo  die  (rattung 
Folyupülui«    auigestcllt   mi ,   ordnet  »eine  L'assiden  nach  Bo 


26 

heman'g  Monographie  nm,  freut  sich  über  die  ihm  tnitge- 
theilten  Insecten  aus  Old  Calabar  und  Madagascar,  fragt 
nach  einer  Spedition  Insecten  für  Stockholm ,  möchte  bei 
der  vorrückenden  Jahreszeit  nicht  gerne  die  ihm  behufs 
einer  Monographie  abverlangten  Doryphora  für  den  ganzen 
Winter  missen,  hat  die  Freude  gehabt,  Mr.  Cuming  auf  Be- 
such bei  sich  zu  sehen,  äussert  sich  beifallig  über  die  ihm 
und  Hrn.  Drewsen  gemeinschaftlich  zur  Theilung  proponirte 
Sendung  piemontesischer  und  mexicanischer  Insecten,  ersucht 
mich  um  die  Determination  seiner  unbenannten  Doryphora 
nach  Massgabe  meines  inzwischen  mit  Namen  versehenen 
Materials  und  giebt  mir  die  Erlaubniss,  die  von  ihm  gelie- 
hene Buprestiden- Monographie  von  Castelnau  und  Gory  so 
lange  zu  behaltciu,  als  ich  sie  zur  Umordnung  meiner  Samm- 
lung gebrauchen  vv^ürde. 

4.  Herr  Chr.  Drewsen  in  Strandmöllen  bei  Kiöben- 
havn  7.  October  wünscht  in  der  eben  berührten  Angelegen- 
heit der  ihm  angetragnen  piemontesischen  und  mexicanischen 
Insecten  wo  möglich  ein  Verzeichniss  zu  sehen,  ehe  er  sich 
darüber  erklärt. 

5.  Herr  A.  White  Assistent  an  der  entomologischen 
Abtheilung  des  British  Museum  in  London  schreibt  mir  im 
Auftrage  des  Dr.  Gray  unter  dem  12.  August,  dass  dieser 
die  ihm  zum  Verkaufe  angetragne,  vom  Lehrer  Braasche  in 
Neustadt  hinterlassne  Sammlung  europäischer  Käfer  auf 
meine  Empfehlung  zu  dem  geforderten  Preise  erwerben  will 
und  mir  dankbar  verpflichtet  sein  würde,  falls  ich  sie  auf 
dem  vorgeschlagnen  Seewege  direct  nach  London  expediren 
wolle. 

6.  Herr  ß.  Endrulat  Hamburg  14.  und  20.  Septem- 
ber schickt  surinamesische  Insecten  aller  Ordnungen,  dankt 
fnr  die  dafür  überwiesenen  Aequivalente,  bezweifelt  dass 
die  Conchylienfauna  in  Surinam  eine  erhebliche  Ausbeute 
gewähre. 

7.  Herr  Hauptm.  Meyer- Dtir  Burgdorf  (Bern;  16. 
August  bittet  um  6  Käferkataloge,  ist  von  seiner  Reise 
nach  Corsica  ziemlich  angegriifen  heimgekehrt,  hofft  dass 
Prof.  Heer  einen  Nekrolog  Bremi's  liefern  werde  und  bittet 
um  die  genauere  Adresse  von  Achille  Costa  in  Napoli. 

8.  Herr  Senator  C.  von  H  e  y  d  e  n  Frankfurt  a.  M. 
18.  August  stellt  einen  ihm  durch  irrige  Bestellung  in  duplo 
zugegangnen  Band  von  Lacordaire's  Genera  zur  Verfügung 
und  erwähnt  bei  dieser  Gelegenheit,  dass  der  durchreisende 
Rev.  Hope  die  Nachricht  mitgetheilt  habe,  Lacordaire  sei 
gestorben.  Seine  Hoffnung,  dass  dies  auf  einen  Irrthum 
beruhen  werde,  ist  begründet,  wie  eine  später  zu  erwähnende 


autopraphische  rorresp.  «Ift*  berühmten  F^ntomol*)pen  df»co- 
mentircn  wird. 

9.  Herr  Dr.  Kirchner  zu  Kapht/.  in  |{<ihnicn  '^l. 
Ang.  nnd  7.  Sept.  arbeitet  an  einem  Katalo^'C  der  europ. 
Hymen(tptera  und  uilnschi  /n  dieKcm  Behüte  die  Henutzunjf 
verseliiedener  Hiiebtr  aus  der  Nereiii'^biMidtliek.  sclicnkt  t  i- 
nen  Separatdruck  Hiin»  r  .Vrbeit  .die  Ichneumonen  um  Kap- 
litz"  und  vtrlan^'t  den  Catal.  c«il.  Kur.  un<l  The  Knl<«molo- 
giBt'g  Annual. 

!<•.  Herr  .\ndr.  .Murray  Kdinboro  17.  Aup.  2.,  24. 
Uct.  hat  sieh  über  die  erhaltene  Sendnnt:  ^'efreut,  weniger 
über  die  ZersplifteriMiL'  d<r  deutsclien  Kiit(>m<>h>^'ie  in  ver- 
gchiedene  Zeitschriften,  erhielt  durch  Herrn  Chevrolat  die 
Dejeansehen  Nitidularien.  wird  bei  erster  (iehpenheit  seine 
anstralisehen  Cryptoeeiihalen  zur  BetV»rderung  an  Freund 
Snffrian  schicken  und  bewirbt  sieh  um  eine  Professur  der 
Natur^'esehichte,  wobei  er  Testimonia  fllr  zweckdienlich  hält. 

11.  Herr  ( U)erf«ir>ter  von  Hernuth  Jä^cerhof  L'o.  (Jet 
bittet  um  verschiedene  liileher  ans  der  V. -Bibliothek  und  um 
.Auskunft   über  \'eit   Kahr. 

12.  Herr  i'nd.  Z  ad  dach  Krmitrsber^'  2'i.  Sejit.  zeitrt 
an,  das8  dem  „Vereine  fllr  die  Fauna  der  l'rov.  Preussen*' 
die  Portofreiheit  fllr  I'riete  und  l'aketc  entzogen  worden. 
Da  dies  Schicksal  nach  und  nach  sämmtliche  naturwissen- 
echat'tliehe  Anstalten,  die  Küiiifrlichen  iiatllrlich  ausgenom- 
men, ereilt  hat.  zuletzt  auch  als  entscheidendes  .Motiv  rehj-r- 
bUrdung  der  l'ost  ange^'cben  worden,  liir  W(  lebe  durch  die 
eingetretene  l'ortominderung  keine  Beschönigung  mehr  vor- 
liege, 80  ist  e»  immerhin  tnistlieh,  zu  erfahren,  dass  neuer- 
lich die  P(trt(»freiheit  der  Missifmsvereine  auch  auf  deren 
Provinzialfiliale  ausgedehnt  worden.  —  Nfonsieur  le  Pr«J^si- 
dent  ne  veut  |)aK  (|u'on  le  jou»*.     Proeumbit  liumi   bos. 

13.  Herr  Canclidat  Stäl  Stockholm  2s.  Sept.  nendet 
mir  die  ihm  behufs  seiner  mono^rraphisehen  .\rbeit  über 
Doryphora  anvertrauten  Speeies  meiner  Samnduni:  /urliek, 
bittet  /ugleich  um  Beförderung  des  vom  B«  rlincr  Museum 
entliehenen  Materials  und  ftlL-t  tllr  Herrn  SuflTrian  die  Au- 
stralier des  Stoekholnii  r   Museums  bei. 

lt.  Herr  ( M>er/.jildmeister  Biehl  in  ("as^el  2.'».  Sept 
and  IM.  Oet.  wäre  ^:ern  mit  Freund  .Mark«  1  der  Dritte  im 
Bande  gewesen,  besehenkt  mich  mit  ausgewählten  Mcxira- 
nem,  dankt  fllr  die  Aeqnivalente  nn<l  iVapt  nach  der  Ctat- 
tÄng  Tipnus.  Da  diese  Ptinidcn  (Jattung  ( Sp.  gibboidee » 
eine  von  (Jenö  errichtete,  aber  unbeschriel>eDC  gi'blieben  '\»t, 
so  dient  es  auch  andern  Coleupt«  rophilen  wfdd  zur  \a(  bricht, 
daii8  Buieldieu   sie  in    Heiner    neut^teu    MoDu^Taphie  der  l'ü* 


28 

niden  (aut  si  mavis  Ptiniores,  damit  es  doch  den  abge- 
schmackten Cncußpes  nicht  an  einem  Pendant  gebreche) 
unter  die  ältere  von  Solier  errichtete  Gattung  Trigono- 
o-enius  als  synonym  bringt.  Annales  de  la  Soc.  ent.  de 
i^rance  1856  pag.  667. 

15.  Herr  H.  de  S  a  u  s  s  n  r  e  Geneve  20.  Aug.  8.  Sept. 
10.  Oct.  ist  kurze  Zeit,  nachdem  ich  in  diesem  Frühjahr 
Paris  verlassen,  dort  gewesen,  wünscht  zu  wissen,  in  wel- 
cher Weise  er  mir  am  bequemsten  eine  kleine  Summe  für 
in  seinem  Auftrage  gekaufte  lusecten  zugehen  lassen  kann, 
hat  die  Hymenopternsammlung  des  Herrn  de  Romand  ge- 
kauft; stellt  mexicanische  Dupla  in  Aussicht  und  giebt  mir 
einen  Auftrag  für  Hamburg.  Die  Mossambik-Insecten,  wel- 
che ihm  auf  meine  Veranlassung  Prof  Bertoloni  geschickt 
hat,  beschränkten  sich  auf  48  nicht  eben  ausgezeichnete  Ar- 
ten. Er  ist  der  Meinung,  dass  es  den  deutschen  Hymeno- 
pterologen  nicht  leicht  sein  werde,  in  dem  Werke  von  Dr. 
Moebius  genau  zu  sondern,  was  darin  dem  ersten  Aufstel- 
ler der  Wespenbautheorie  gebühre,  und  was  dem  spätem 
Autor. 

16.  Herr  Rudolph  Krziz  K.  K.  Rechnungsbeamter  in 
Brunn  sendet  im  October  einen  lepidopt.  Artikel  für  die 
Zeitung. 

17.  Herr  Dr.  Staudinger  Granada  den  10.  October 
theilt  mir  mit,  dass  er  am  15.  Febr.  mit  seiner  jungen  Frau 
in  Malaga  angekommen  und  dort  einen  Monat  geblieben  ist. 
Die  grosse  Schwierigkeit,  am  Südabhange  der  Sierra  Nevada 
einen  Wohnsitz  zu  finden,  zwang  ihn,  nach  Grauada  selber 
zu  ziehen,  wo  er  auf  Alhambra  wohnt.  Mit  seiner  Ausbeute 
an  Insecteu  ist  er  zufrieden  und  hat  dieselbe  an  seinen 
Schwiegervater  Herrn  L.  Grabow  Linienstr.  23  in  Berlin 
abgeschickt,  welcher  erbötig  ist,  Liebhabern  davon  zu  ver- 
kaufen. Es  sind  beiläufig  8000  Lepidoptera,  8000  Coleoptera, 
1000  Hemiptera,  600  Hymenoptera,  600  Diptera,  100  Neurop- 
tera,  50  Orthoptera.  Unter  den  Schmetterlingen  hat  er  mehr  als 
3  Mal  so  viel  Arten  aufgefimden,  als  Dr.  Rosenhauer  in  sei- 
nem Werke  über  Andalusien  aufgeführt;  in  den  Käfern  hat 
er  nicht  die  gleiche  Anzahl  von  Arten,  doch  glaubt  er,  man- 
che Species  aufgefunden  zu  haben,  welche  in  Rosenhauer's 
Werke  fehlt.  Besonderes  Vergnügen  hat  ihm  die  Jagd  auf 
Paussus  Favieri,  Asida  Rarabiiri  und  eine  Species  Rhizotro- 
gus  gemacht,  welche  9000'  über  der  Meeresfläche  Morgens 
bei  Sonnenaufgang  flog.  Er  ersuclst  mich,  ihm  bei  dem  Ab- 
sätze der  Dupla  hülfreiche  lland  zu  leisten. 

18.  Herr  Stefano  de  Bertolini  Trento  13.  August 
zeigt  mir  an.  dass  dort  im   Laufe  des  Jahres  das  neue  na- 


tarliist.  Musenm  eröffnet  werde  and  glaul>t,  dass  durch  Zu- 
seutliin:;  von  txotisilun  Praclit-lnntHttn  zur  AussU'lluiif;  im 
Museum  uiani-lie  Zusrüaui-r  vor  der  Entouiolo^ii-  mehr  Ke- 
spcct  bt.koniiU(-n  wUrdeu.  Uli  habe  die«  (Jesuch  hüHich  ab- 
gelehnt mit  dem  lienicrken ,  da!?s  ich  künftig  wie  bisher 
gern  i'rbüti^  sein  werde,  wissen.srhalilii  lien  Leuten,  welclie 
mein  \  ertrauen  b<  sit/eii.  ^nOsere  iHJer  kleinere  1  lieih-  mei- 
ner .Sammluii;;  zu  wissfiisehatilieiicr  lienut/.iing  zur  Verfü- 
gung zu  stellen,  obwohl  bei  dem  'l'ransporte  «iie  meist  zer- 
breehliehen  Tliiere  nur  verlieren  können  und  der  scheinbar 
gewoiMhiie  typische  Mehrwcrth  unter  l  nistandeu  auch  nur 
j)rol»leiiiatiseli  ist  —  dass  ieli  aber  zu  dem  angedeuteten 
Zwecke  um  80  weniger  dis|M»nirt  bin.  die  gewünschten 
, Pracht  Inseeten*"  auflieisen  zu  sehicken,  als  mir  die  davon 
gehotlte  vortheiihalte  Hin  Wirkung  auf  profane  neschauer  in 
hohem  (irade  unwahrscheinlich  dUnkt.  Auf  Herrn  de  Ber- 
tolini's  Wunsch,  ihm  ein  systematisches  Vcrz«'ichniss  von 
Conchylicii  zu  nennen,  eniplahl  ich  das  bekannte  llaiiill)iieh 
von  IMiilippi. 

r.».  Herr  l'r«»f.  Wesmael  liruxellcs  L'<).  An-.  tVagt 
an,  ob  mir  das  l'aket,  in  welchem  er  Separata  seiner  hy- 
racnopt.  Ai)han(ilungen  an  den  Vorein  zur  unentgeltlichen 
Vertheilung  al)gisan(lt  hat.  auch  zugekommen.  Mein  lirief, 
in  welchem  ich  ich  ihm  liber  die  richtige  Ankunft  und  den 
her/liehen  Dank  der  mit  seinen  ausgezeichneten  Schriften 
bedachten  Interessenten  berichtete,  muss  sich  mit  dem  vor- 
liegenden gekreuzt  haben. 

20.  Herr  Dr.  Speyer  in  Rhoden  7.  Sept.,  «.,  14.  OcL 
sendet  Mscr.  fllr  die  Vercinsschriften ,  r'^nittirt  die  ihm  ge- 
liehenen VercinsbUchcr  und  stellt  mir  eine  hllbsche  Zahl 
bymenopt.  und  und  dipterischer  aus  Haupen  und  l'uppen  ge- 
zogener, durcli  die  meist  specielle  Angabc  der  Wirthc  und 
der  Entwicklungszeit  wissenscliaftlich  dnpi)elt  werthvoller 
Parafsiten  zur  Verfll^rung.  Ich  habe  dieselben  Herrn  Chr. 
Drewsen  in  Strandnudlen  llbersendet,  von  dem  mir  bekannt 
ist,  dass  er  seit  Jahren  sich  eifrig  und  grllmllich  mit  den 
Irtlhcren  Stünden  und  d<r  Fütu  i-k-lun::  .'.r  n\  iiun.ij.ti'rÄ 
beschäftigt. 

21.  Herr  Prof.  .Menzel  Zürich  ."»..Aug.  «ehreibt  einen 
sehr  reichhaltigen  au>tiihrlichen  Brief  Über  den  am  27.  Fe« 
bra«r  d.  J.  erfolgten  liintritt  uiiHcres  waekcrn  Hremi,  und 
dessen  naturwissenschaftliche  Hinterlassenscha^.  .Vuf  sei- 
nen Wunsch,  das  von  Hremi  dmi  \'erein«*rchive  überwie- 
sene Material  von  Ptianzendcfnmiatiouen  und  bandschriftli- 
eben    Notueu    dazu    durebHcbeu  zu    dUrlen,    ut  der  \  erein»- 


vorstand  natürlich  bereitwilligst  eingegangen.  Herr  Prof.  M. 
verspricht  uns  für  die  Zeitung  Bremi's  Nekrolog. 

22.  Herr  E.  Menetries  Custos  des  entomol.  Mus. 
der  Akademie  in  Petersburg  schickt  mir  Anfangs  Septem- 
bers Geld  für  gesandte  Vereinsschriften,  sibirische  Käfer, 
gegen  welche  er  Mossambikinsecten  wünscht,  beschäftigt 
sich  derzeit  mit  Insecten  vom  Amur  und  bestätigt,  dass  die 
von  ihm  unter  seinen  Balkankäfeni  als  Euchlora  viridis  auf- 
geführte Art  Rhombonyx  aurata  heissen  sollte. 

23.  Herr  G.  Koch  Frankfurt  a.  M.  October  dankt 
für  eine  Spedition  nach  Moskau  und  bittet  um  Aufnahme 
eines  Zeitungsinserendum. 

24.  Herr  Lehrer  Mink  Crefeld    IH.  August  u.  2.  Oc 
tober  dankt  für  die  ihm   zur  Benutzung  geliehenen  Vereins- 
bücher, die  ihm  namentlich   zur  Determination  der  von  ihm 
auf  einer  Reise   in    die  Pyrenäen    gefangnen  Insecten  von 
grossem  Nutzen  gewesen. 

25.  Herr  Emil  vom  Brück  Crefeld  20.  August  u. 
19.  September  ist  von  seiner  mit  Herrn  Mink  gemeinschaft- 
lich im  südlichen  Frankreich  gemachten  Reise  heimgekehrt 
und  verspricht  einen  entomol.  Bericht  davon  für  die  Zei- 
tung.    Mit  seiner  Ausbeute  ist  er  sehr  zufrieden. 

26.  Herr  Dr.  Renard,  erster  Secretair  der  Kais.  Ges. 
d.  Naturforscher  in  Moskau,  14.  August  und  5.  Octbr.,  hat 
die  von  mir  für  die  K.  Ges.  gesandten  Mossambik- Insecten 
in  bestem  Zustande  erhalten.  Herr  v.  Karelin  soll  sich  in 
Gurieff  aufhalten ,  doch  weiss  man  nichts  Bestimmtes  dar- 
über. Anfrage  über  den  zweckmässigsten  Modus,  die  Bulle- 
tins de  Moscou  nach  Stettin  zu  befördern.  Die  nächste  No. 
wird  eine  Arbeit  von  Kolenati  über  russische  Cicaden 
bringen. 

27.  Herr  Vittore  Ghiliani,  Custos  der  entomol. 
Sammlung  der  Universität  Turin,  16.  August  und  27.  Sept., 
hat  eine  Sendung  abgeschickt,  deren  Weiterbeförderung  er 
mir  anheimgiebt.  Er  theilt  mir  die  Beschreibung  eines 
scheinbaren  Hermaphroditen  von  Anthocharis  cardamines  L. 
mit,  welche  ich  der  Zeitung  einverleiben  w^erde.  Von  Herrn 
Truqui  in  Rio  sind  nur  unzureichende  Nachrichten  da. 
Herr  Prof.  Bellardi  hat  seine  Sammlung  um  ein  allerliebstes 
$  vermehrt,  aber  nicht  aus  der  sechsfüssigen  Ordnung,  son- 
dern aus  der  zweifüssigen. 

28.  Herr  Schulrath  Dr.  Suffrian,  Münster,  17., 
Rheua,  31.  August,  Münster,  21.  Septbr.,  15.  Octbr.,  schickt 
seinen  Artikel  für  Bd.  XII  der  Linnaea  Entom.,  diverse 
Determinata  und  Determinanda,  begehrt  und  remittirt  Vereins- 
bücher, will  zunächst  die  australischen  Cryptocephalen  bear- 


Sl 

beiton,  <1.  Ii.  di»»  polyn«*»irtcli<Mi  mit  inbcpriffcn,  nimmt  dabei 
meine  V.Twendnnp  für  das  Ausland  in  Anspruch  und  wllnHcht 
von  den  Duplis  der  VcrfinH-liibliothok  einiges  einzutauschen. 
Eine  Arbeit  von  Ko;,'ers  Über  die  Cbrysonicb^n  der  Verein. 
Staaten  in  den  /'hiUniflphta  procffd\n<ji  wäre  er  peneit^t  fUr 
die  Zeitunj;  /.u  aualysiren.  Kr  schickt  eine  Auseinander 
setzunf^  «les  verwirrt,  n  \  i  rhältniHscs  von  Atoj)a  cerviiia  zu 
cinerea,  spricht  über  den  Tod  Lichtcosteins  und  die  daraus 
mijjfliilierweise  abzuleitenden  Kvcntualitüten,  (ragt,  wo  Bo 
beniaii  die  Kntoniolofrica  zur  Weltuinsof^lun-;  der  Fregatte 
Kupenic  publicirt .'  i —  sie  sind  geschri»'bcn,  aber  noch  nicht 
erschienen  —  i  niaeht  schalkhaOe  (ilossen  libi;r  zoologisches 
('oryphiienthum  und  wünscht  meinen  liath  über  eine  ihm 
ar)getrap'nc.  umfassende  entomologische  Arbeit. 

'2\).  Herr  Li^"n  Fairmaire,  Paris,  1.  und  3n.  Sept., 
bescheidet  mich  über  einige  persönliche  Fragen,  äussert 
sich  über  mancherlei  l>is8(»nanzen  und  sehismatiseh«?  Conate 
ic  Paris  und  lindet  seine  angenehmste  Krliolung  in  Kxcur- 
sinnen  in  dem  schönen  Gehr»l/.  von  Ftmtaincblcau,  das  ihn 
an  den  herrlichen  Hnchwald  bei  Stettin  erinnert.  Kr  wird 
sich  Mülie  geben,  möglichst  viel  australisches  r'ryj)tocephalen- 
gcthier  /.nsammen  /.n  bringen.  Herr  .lavct  hat  eine  Heise 
nach  Deutschland  angetreten,  auf  der  er  vielleicht  auch 
HcHin  und  Stettin  berühren  wird.  Herr  Chabrillac  gedenkt 
Mitte  (»ctnbers  seine  transatlantische  Meise  anzutreten. 

3U.  Herr  C.  D.  Mclly,  Kivcrsley  bei  Liverpool,  25. 
August,  dankt  für  eine  Sendung,  bei  welcher  ihm  namcnt 
lieh  die  l'aussiden  besondere  Freude  gemacht  haben.  Kr 
ist  im  Hegriffe,  mit  seiner  Familie  eine  Krholunpsreiie  nach 
der  Schweiz  anzutreten. 

31.  Herr  Tantor  Maerkel  Wehlen  1*.^.  Aug..  1  Sept 
18.  Oct.  bedankt  sich  \\\r  die  ihm  behufs  Wr^'leichuni:  ei- 
ner Stelle  aus  den  dänisch  pcschricbenen  l>anmarkfl  Kleu- 
tberata  Schiödtes  von  mir  gelieferte  l'eberset/.nng.  in  Folgr 
deren  es  sich  heraustfcstellt  hat,  dass  der  auch  ir  Sachwn 
vorkfimmcnd«-  .\pabu«»  K>^t*chyi  Letiner  synonym  mit  Schi- 
ödtes  Ajrab.  fri^'idus  ist.  Der  Intall.  der  seiner  letzten  Sen- 
dung <lurih  etwas  eilipe  \  erpackun^'  auf  dem  Transporte 
begegnet  ist.  '»<»ll  gejetrcntlich  wieder  aasgcjriichen  werden. 
Ein  Transport  nordamcric  Insccten  bat  durch  einige  I)er- 
mesten -Piraten  gelitten .  namentlich  die  grossem  Sachen. 
Maerkel  hat  die  Freude  gehabt,  die  Herrn  Oberförster  Kell 
ner  und  Capt.  von  .Mauderstjerna  bei  sich  lu  sehen,  lept 
einen   Artikel   für  die    Zeitung'   bei   und   bctt«Ut  einen   llli^er 


S2 

32.  Herr  Baron  Chaudoir  Kuzmin  22.  Aug.  und  14. 
Sept.  hat  die  Beantwortung  meines  letzten  Briefes  bis  zu 
meiner  wahrscheinlichen  Rückkehr  von  der  projectirten  Früh- 
jahrsreise verschoben.  Director  Putzeys  hat  die  von  ihm 
gewünschten  Arbeiten  Chaudoir's  erhalten.  Die  von  Thom- 
son in  seiner  neuen  Monographie  der  Cicindeliden  gelieferte 
Abbildung  der  Platychile  pallida  (iudet  er  wesentlich  unge- 
nügender, als  die  ältere  in  Klug's  .rahrbüchern.  Die  ihm  von 
mir  als  Anthia  ßanzanii  Bertoloni  gesandte  findet  er  von  A. 
alveolata  Bremi  durch  die  Zahl  der  Deckenfurchen  unter- 
schieden, 6  bei  Ranzauii,  5  bei  Alveolata.  Eine  Zusendung 
von  Mexicaneru  durch  Salle  giebt  ihm  Anlass,  mir  eine 
Reihe  von  Duplis  als  Aequivalente  vorzuschlagen-  Er  hat 
12  Separata  seines  Artikels  in  der  entomol.  Zeitung  erhal- 
ten, desgleichen  einen  Probedruck  der  vom  Prof.  Schaum 
dagegen  geschriebenen  Erwiederung.  Tauschvorschläge  we- 
gen Agrius  fallaciosus. 

33.  Herr  Maler  Mann  Wien  5.  Oct.  bittet,  eine  In* 
sectensendung  nach  England  gelegentlich  befördern  zu  wol- 
len, und  ein  Verzeichniss  an  Herrn  Prof.  Hering  zu  behän- 
digen. 

34.  Herr  Dr.  Böse  in  Ortenberg  12.  Oct.  dankt  für 
seine  Aufnahme  in  den  Verein,  sendet  die  Beschreibung  ei- 
nes neuen  Rhinosimus  für  die  Zeitung  und  fügt  eine  Tausch- 
sendung bei. 

35.  Herr  Dr.  Hagen  Königsberg  17.  Aug.,  5.,  22., 
23.  Sept.,  14.,  20.,  25.  Oct.  hat  das  Mscr.  für  Linnaea  XII 
an  Mittler  abgesandt,  wünscht  zu  wissen,  wie  es  sich  mit 
der  Situation  der  eisensinternden  Sand  schiebt  am  pommer- 
schen  Strande  verhalte,  in  welcher  nach  der  ihm  von  mei- 
nem Sohne  Heinrich  gemachten  Mittheilung  fossile  Conchy- 
lien  sich  finden.  Das  bei  seiner  Termiten -Monographie  im 
Gebrauch  gewesene  fremde  Material  soll  nunmehr  wieder 
den  gefälligen  Darleihern  restituirt  werden.  Die  an  Stain- 
ton  versprochne  Arbeit  ist  gemacht,  die  für  Wollaston  be- 
gonnen. Die  von  mir  eingesandten  Ceyloneser  Neuroptera 
waren  meist  brauchbar,  eine  Art  neu.  Auf  Baron  Osten- 
Sacken's  Veranlassung  wird  wahrscheinlich  ein  schönes  Ma- 
terial nordamer.  Neuroptera  zur  Bearbeitung  eingehen.  Ex- 
pediendum,  welches  ich  an  Boheman  befördern  soll.  Problem 
über  Bastard-Zeugung.  Das  von  Bordeaux  verschriebene 
Buch  enthielt  die  darin  angeblich  niedergelegte  Abhand- 
lung von  Boffinet  über  Termiten  nicht.  Haliday  hat  sich 
als  ein  gewiegter  Kenner  von  Neuropteren  documentirt.  Ein 
pseudocholerischsr  Anfall  ist  tapfer  abgeschlagen.  Nietner 
hat  ceyloueser  Neuroptera  angeboten.     Die  in  Gemeinschaft 


SB 

mit  Sölys- Limpihaujps  horansknniim'iKli-  .Mtnioi^rapliii'  der 
Goinpliiden  ist  bis  Hoiren  'M*  •roilrurkt.  Was  ich  v<»in  Bri- 
tish Muscnin  /nr  l>it('rminati(»ii  npedirt  haho,  ist  wohlhohal- 
ten  t'injri'trolVfii.  Die  von  mir  l»ri;,'i'sti*(kt«-n  Surinam  Tct- 
mitrii  sind  Arhoiter  von  T.  Kippcrti.  Dii'  Arln'it  für  Wol- 
laston  ist  hfcndct.  Kiii  Artiktd  tllr  die  '/a'iUiuk  l'hcr  rus- 
sische Xcnroptera;  es  wird  gehcten,  mit  d«Mi  l'hry;,'aniden 
anzufangen 

.H»;.  Herr  Prof.  Zeller,  (Jlonrau  7.,  27.  Auijust,  18., 
L'(">.  September,  -*•.  Octniier  l)'sj)richt  die  neue  entomol. 
Zeitschrift  vtm  Miller  und  L«Mlerer.  lindet  den  Aufsatz  von 
Standin;:er  lllur  Islands  Kanna  ^'anz  inten-ssant ,  nur  dass 
er  mit  der  Form  der  Diairnosen  weni;:er  ein\  erstanden  ist. 
Kr  wird  den  hcp-hrten  Hühner  an  Dr.  Speyer  schicken, 
lehnt  die  Zusendung:  der  holliinilischen  Zeitschrift  we^cn 
S|iraehunkunde  ah,  liat  manche  lU-denken  pegen  An;;licismen 
in  der  fran/r.sisehtn  l'artie  der  tetia;;lottcn  Tincina.  hcspricht 
Hurmcister's  systiMn.  leliersicht  der  SidiiuL'idcn  Brasiliens, 
hat  «lie  rmordiinnf:  einer  Kirfhinliil»li<'tln'k  lihiTnommen 
und  in  «len  .Mi(  haelisferien  Herrn  .Metzner  hesncht.  Der 
aus  Curland  p'san<lte  Wickler,  den  er  früher  fllr  neu  gc- 
halten,  ist  wahrscheinlich  (  wcnif^stcns  die  weissrandij^e 
Varietät)  von  'I'hunluTp:  (  Dissert.  07.  tah.  V.  fip.  H. )  all« 
Tnrtr.  timhriana  heschrichen  und  j^idiürt  zur  (iattuni:  Teras. 

.■?7.  Herr  ('Hstos  Dr.  (J  e  rst  äc  k  e  r.  lierlin  1<».  Au^'ust. 
'J'2.  Se])teniher  ]'>.  u.  'SA.  Oetoher  hat  eine  Nietnersche 
Sendnnj,'  aus  Ceylon  frekaut^  und  ist  erhötig,  die  Dupla 
davon  zu  eedircn,  sendet  eine  von  Westwood  fcekommne 
Schachtel  mit  determinirten  Sandalidt  n  fllr  mi<di,  hat  die 
Klatcridcn  der  K.  Saminlnn.i:  ircordnct,  soweit  der  erste 
Hanil  der  M<>nn;:rapliie  von  ('an<leze  reicht,  mit  der  er  sich 
sehr  zufrieden  erklärt,  erhielt  die  von  Stockholm  tlher 
Stettin  spedirten  Doryphora  in  putem  Zustande,  hat  ein 
Kxpediondum  fllr  Westermann,  das  er  meiner  S«)rpfalt  cni- 
ptiehlt  und  ersucht  mich,  in  .\  ihm  nicht  zur  Hand  hetind- 
lichen  Münden  der  Moskauer  Mulletins  nachzusehen,  ob 
darin   llher   Knmorphidi-n  pdian<lelt   wird. 

;W.  Herr  Forstmeister  Werne  hur?.  Krfurt  l.{.  (»cto- 
bcr.  sendet  eine  .Arbeit  fllr  die  Zeitung'. 

3i».  Herr  Tastor  Kf»8en  berper,  Nerfl  I.}.  Aupust 
hat  cinipe  brauchbare  Looalarten  von  Kiifem  nnd  eine 
Ueihe  des  in  N'o.  :jii.  erwähnten  Wicklers  zusanunenpchraeht 
und  wünscht  sich  dafllr  exotische  Inseeten.  Da»  Frllhjahr 
Kü  ist  sehr  aru)  an  Inseeten  gewesen.  Von  der  entom«d. 
ZeiHtnp  hat  er  die   N'o.  4— «'>   erhalten. 

4'».     Herr  l'r.»f.   I,  acor«l  aire.    Lie^  2«i.   Oetoher   int 

3 


34 

seit  5  Wochen  von  seiner  Ferienreise  nach  Burgund  und 
Paris  heimgekehrt,  ist  in  diesem  Jahre  Rector  der  Univer- 
sität und  hat  deshalb  mit  Solemnitäten  und  Ritualien  mancher- 
lei zu  schaffen.  Er  spricht  über  die  ihm  mitg-etheilten 
Sagra- Arten  aus  Ceylon  und  bestätigt  meine  Ansicht,  dass 
ein  ihm  ebendaher  mitgetheilter  Käfer  ein  achtes  Chelona- 
rium  sei,  eine  (Gattung,  die  bisher  in  der  alten  Welt  noch 
nicht  gefunden  war.  Er  freut  sich ,  dass  die  von  ihm  in 
seinen  Genera  tom.  IV.  p.  307.  aufgestellte  Vermuthung, 
eine  Larve  aus  Ceylon  sei  die  einer  Luciola,  durch  meine 
Zusendung  bestätigt  wird,  obwohl  Larve  und  Käfer  einer 
kleinern  Art  angehören.  Dr.  Candeze  wird  in  3  Wochen 
einen  grossen  Theil  der  behufs  seiner  Monographie  verei- 
nigten Elateren  zurückschicken.  Er  hat  ihm  von  der  Na- 
turforscherversammlung in  Bonn  und  von  dem  neuen  Vereine 
in  Berlin  erzählt.  Auf  den  XL  Band  der  Memoires  de  la 
Soc.  de  Liege,  welcher  Selys-Longchamps  und  Hagen's 
Gomphiden  enthält,  wird  der  2te  Band  der  Monographie  von 
Candeze  folgen. 

4L  Herr  Prof.  Boheman,  Intendant  des  entomol. 
Museums  in  Stockholm  26  October  war  einige  Zeit  kränklich 
und  hat  ausserdem  mit  dringenden  Arbeiten  viel  zu  thun 
gehabt.  Er  hat  sich  über  die  ihm  von  mir  verschafften 
nachträglichen  Beiträge  zu  seiner  Monographie  der  Cassidi- 
den  sehr  gefreut,  und  hat  die  Absicht,  mir  den  nöthig  ge- 
worduen  4ten  Band  zu  widmen.  Der  2te  Band  der  Insecta 
Cafft-ariae  (gegen  400  Lamellicornen  enthaltend)  ist  beendet. 
Herr  Staatsrath  Fohiaeus  bittet  um  Determination  einiger 
bei  Ems  gesammelter  Käfer;  einige  Separata  von  einer 
Abhandlung  Holmgrcn's  liegen  zur  Beförderung  bei. 

42.  Herr  Stainton,  Mountsfield  bei  London  2(). 
September,  15.,  27.  October  war  einige  Zeit  unwohl,  hat 
sich  aber  vollständig  erholt;  von  seinen  und  meinen  Be- 
kannten war  keiner  bei  dem  in  seiner  nächsten  Nähe  vor- 
gekommenen Unglücke  auf  der  Eisenbahn  betheiligt.  Die 
für  das  British  Museum  gekaufte  Käfersammlung  Braasch 
ist  gut  dort  angekommen.  Sendung  von  Insecten  und 
Büchern  tür  verschiedene  Interessenten. 

43.  Herr  E.  S.  Mittler,  Berlin  29.  October  erklärt 
sich  mit  meinen  Vorschlägen  über  die  in  Linnaea  XII. 
aufzunehmenden  Artikel  einverstanden. 

44.  Herr  W.  Sharswood,  Cavendisham  (Verein. 
Staaten)  13.  October  wünscht,  in  den  Verein  aufgenommen 
zu  werden,  und  beabsichtigt,  zunächst  die  leuchtenden 
Coleoptera  zu   bearbeiten. 

45.  Herr  Studiosus   H.   Dohrn,   Bonn   4.   November 


3:') 

Ijat  auf  seiuer  Heise  die  Sjunuilunfreu  dir  llcrriu  iti.lil 
und  K.  voui  iirmk  ^'cm  lu  n  und  von  trstireni  line  Zahl 
von  ('uhauischeu  FurliLulidi-n  und  Hlattidtn  zur  Ik-m^lireibuug 
erhalten,  l'eber  ^'ewisse  l)in^e  bei  Anordnnn;;  der  X.  F. 
\  iTHainiulting  in  li.  war  man  all^'cnirin  erbittert. 

40.  Herr  K.  A.  Hiel/,.  lltrniannstadt  In.  (Jctober  hat 
durrb  seine  vielen  Hcrnfs^'i-Mt  liiilU-  und  sein  /wiseben  ( "oneby- 
lien  un«i  ('(deoptcriii  ^'etbeiltes  Interesse  /u  s.  Hiilauern 
seit  liiui^erer  Zeit  ni«  lits  von  sieb  lniren  lassen,  benutzt  aber 
jfcrne  diese  Ciele^^eniieit.  den  ('i>nebylien  Air  H,  l)idirn  aueh 
^wllnsebte  Coleuptera  dortij^er  Fauna  beizutlieen,  wogegen 
er  sieh  vor/.u;rsweise  Kxotiea  ausbittet,  utn  iladureh  dilet- 
tuutisehe  Antanixer  zum  Sainnieln  anre^'en  zu   k«'»nnen. 

47.  Herr  Kanieralliirster  .Mieklitz.  Ttiinn  in  Istrien 
IH,  Septendnr  sendet  einif::e  Kater  und  t'll^'t  eine  Keihe 
Det«  rniinanda  aus  mehreren  Ordnungen  bei.  Kr  bittet  um 
einige  Kät'erkatahige. 

48.  Herr  (J.  d'Angiolo,  Pisa  i).  September  bntTt, 
dass  ieh  inzwiseben  die  auf  dem  Seewege  per  Livurnu 
und  liambtir;:  ab;resebiekte  Sendung  von  toseaner  Insecten 
orhalten  haben  wi  rde  (  —  sie  kam  sehr  spät  und  in  ziendieh 
desolaten  Inisianden  au,  da  vermutidieh  das  SehitV  dureh 
eindringendes  Seewasser  gelitten  hatte  — )  und  cxpedirt 
eine  Landsendnng.  Derselben  sind  ausser  den  von  mir  als 
wllnsehenswertb  für  nurdeuropiiische  Sammlungen  bezeich- 
neten Arten  eine  grosse  Zahl  I)et(  nninanda  beigesellt,  um 
deren  gelegentliehe   Kriedigung  er  mich  »  rsueht. 

4'.».  Herr  Dr.  .Monti,  Pisa  2«'.  August  hat  seine 
Käfersammlung  d.  h.  den  europäisehen  I'heil  derselben  noch 
nicht  nach  dem  Stettiner  Kataloge  ordnen  können  uu«l 
bittet  sieh  daher  als  Ac(|nivalent  lieber  Kxoten  aus.  .\ueh 
er  fügt    eine  Zahl   Deterniinanda  bei. 

;')<».  Herr  ().  .Molinari,  Pisa  1>.  Au^'ust  HchlieHst 
sieh  den  beiden  v<»rher;;enannten  Freumlen  an.  bittet  um 
üntersuehung  einer  mögliehenveise  neuen  Art  von  (»nitis 
( —  dieselbe  wurde  bei  dem  Vergleiehe  mit  den  Unitis  des 
Ikrlioer  Museums  von  Herrn  Dr.  Oerstiieker  tllr  das  9  von 
()n.  fureifer  erklart  — ;  und  bittet  um  Auskunft  über  Fa 
milienverhiiltnisHc  der  naeh  Deutsehland  lilK-rgcsiodelten 
.Namensvettern. 

Ol,  Herr  Haron  von  Harold,  MUnrhen,  21.  8ep 
tcmber  hat  in  HetrelT  der  gegen  seinen  Plan,  in  (»emeiu- 
sehat^  mit  Herrn  Dr.  (Jemniinger  einen  allgemeinen  Käfer- 
kataU»g  herauszugclKMi,  auf^'estellten  liedenken  ;;enaue 
Int'ormation  eingezogen,  uml  ersucht,  nunmehr  die  gewünschte 
.Vnkündiuung    in    die  eniunnd.  Zeitung  einrücken  zu  lassen. 


36 

52.  Herr  Od.  Pirazzoli,  Imola  (Kirchenstaat)  2.  Au- 
gust und  26.  September  beklagt  sich  über  die  geringe 
Ausbeute  der  diesjährigen  Excursionen,  bittet  um  specielle 
Bezeichnung  von  Desideraten,  hat  sich  neuerdings  mit  seiner 
Arbeit  über  die  in  Mittelitalien  gefundenen  Coleoptera 
beschäftigt,  und  macht  eine  Sendung,  welche  ausser  manchen 
werthvollen  Arten,  z.  B.  der  noch  äusserst  seltenen  Lepto- 
mastax  hypogaea  eine  Reihe  zweifelhafter  Minutien  enthält, 
um  deren  Begutachtung   er  bittet. 

53.  Herr  Leibmedicus  Nicolai  in  Arnstadt  5.  No- 
vember sendet  die  Zeichnung  einer  Blattwespe  mit  mon- 
ströser Antenne  ein,  welche  gelegentlich  durch  die  Zeitung 
mitgetheilt  werden  soll,  und  schlägt  ein  neues  Mitglied  vor. 

54.  Herr  Bibliothekar  Dr.  Pfund,  Berlin  7.  November 
bezeugt  das  richtige  Eingehen  des  Pflichtexemplars  der 
Zeitung  pro.    1857. 

55.  Herr  Jul,  Le derer,  Wien  4.  Norember  sendet 
eine  Partie  Kindermannscher  Insecten  mehrerer  Ordnungen 
aus  Kleinasien  zur  Auswahl  und  ersucht  um  Begutachtung 
der  unbenannten  Arten.  Neben  manchen  bekannten  und 
verbreiteten  Arten  finden  sich  darunter  sehr  hübsche  und 
zum  Theil  neue,  und  ich  ergreife  gerne  diese  Gelegenheit, 
die  Sammler  auf  die  gut  gehaltenen  und  im  Verhältniss 
entschieden  billigen  Kinderraannschen  Sachen  aufmerksam 
zu  machen,  mit  deren  Distribution  Herr  J.  Lederer  (Wien, 
Stadt  No.  393.)  sich  aus  anerkennenswerther  Theilnahme 
für  den  eifrigen  aber  bedauernswerth  situirten  Sammler 
befasst.  Mancherlei  dringende  Geschäfte  und  die  verzögerte 
Ankunft  der  letzten  Kindermanuschen  Sendung  haben  ihn 
abgehalten,  diese  Expedition  früher  an  mich  zu  adressiren. 

56.  Herr  J.  C.  Sievers,  Petersburg  27.  October  Ex- 
pediendum  für  Prof.  Zeller,  und  Personalnachrichten  über 
die  Petersburger  Collegcn  im  entomol.  Weinberge. 

57.  Herr  V.  Kollar,  Director  der  entomol.  Section 
des  K.  K.  Naturalienkabinets  Wien  6.  November  bittet 
um  Beförderung  einer  Insectensendung  an  Boheman  in 
Stockholm. 

Ich  glaube,  meine  Herren,  dass  diese  Keeapitulation 
und  Registratur,  ( von  der  ich  manches  ausgeschlossen  habe, 
was  für  unsere  auswärtigen  Mitglieder  von  untergeordnetem 
Interesse  ist  oder  was  sich  auf  reine  Persönlichkeiten  bezieht, 
welche  nichts  mit  dem  Fortschritt  der  Wissenschaft  zu  thun 
haben,)  dazu  angethan  sind,  einem  unbefangnen  Leser  die 
Ueberzeugung  zu  verschaffen,  dass  die  bereits  oben  von 
mir  angedeutete  Idee   des   VereinsgrUnders,  hier  in  Stettin 


37 

nirlit  «iiH-ii  IjIos  locahn.  stuidern  ciiu-n  riitoiiiol.  Wrciii  für 
Dciitsrlilaiid  /u  scIiaflVn.  eine  Tliatsaclir  frtwitrdrn  ist, 
welche  weder  durch  einzelne  unvi  rnieidliehe  Mängel  noch 
durch  die  laue  Thcilnahnie.  IndifTcrcnz  oder  den  hall)  (»ffen- 
kiindi^'cn.  hallt  niinircndcn  Widerstand  einzelner,  mehr  (»der 
minder  eiitnmitl.  iMlahi^'trr  IN'r«ir»idi«-likciten  wesentlich  in 
Frap'  ^'cstcllt  werden  kann.  Wir  werden  also  nichts  Vcr- 
»tUndi;;eres  thnn  können,  als  auf  dem  hisherijren  Wc^'e  pe- 
nicsscn  fori/.usehreiti'n,  hesonnen  festhaltend,  was  wir  als 
zweekniässi;r  Zeit  und  (Jelef,'enheit  hatten  zn  erproben  und 
jederzeit  hereit,  vorpeschlapic  Neuerungen  ohne  ein^^erostete 
Vornrtheile  zu  prillen. 

Die  bereits  im  Kingan.:;e  dieser  Ketje  berührte  ;:lln8tige 
Finanzla^'e  der  Vereinskasse  danken  wir  prossentheil«  der 
klaren  und  umsichtijren  Administration  des  \'ereinsrendanten 
Herrn  Appellations^rerichtsrath  Das  sei,  und  ^'ereicht  es 
mir  zur  Freudt-.  ihm  für  seine  erfolLTeiehen  r.emllhun^'en 
den  wohlvenlicnten  Dank  dafür  hier  (ifVeutlieh  aussprechen 
zu   kCtnnen. 

Für  die  Kxeerptc  *\{.'^  Inhalts  der  im  Tau.schc  und  .als 
ilankenswcrthe    (Jeschcnke   fUr    die  Vercinsbibliofhck    einpe 
ganpnon  Schriften  bin  ich  Herrn  Titsch  verpflichtet,  eben- 
so fllr  Hesorpnni:   der   Zeitungs    Corrcctur   während    meiner 
Abwesenheit    im  Frühjahr. 

Mein  Sohn  Wilhelm  verdient  eine  lobende  Anerkennung 
für  die  bei  C)rdnung  und  Verwaltung  der  Vereins  Bibliothek. 
Abfassung  eines  neuen  Hiiiherverzeichnisses  und  Kxjiedition 
der  BUcber»endungen  nach  auswärts  bewiesene  tieissigc 
BcibUlfe. 

Die  Kxpedition  d«r  Zeitung  für  die  Tost  und  fllr  den 
l'.uchhandel  hat  Herr  «Jillet  mit  gewidniter  Fünktlichkeit 
be!ȟrgt. 

In  HetrefT  dt  r  noch  vorräthigen  Kxemplare  des  r.ten 
liandeg  von  IIliger'H  Magazin  möchte  ich  vorsehlagen,  mirh 
im  Interesse  der  \'«'reinskasse  zu  einem  Verkaufe  m  hhr 
an  einen  lUiehhündler  o«Ur  Antiriuar  zu  l>evollmiichtigen, 
falls  sieh  mir  eine  (ielegenheit  dazu  liietet.  Ich  wllrdc 
nattlrlirh  im  gpeciellen  Falle  die  (fenehmi;:ung  des  Vor 
Standes  vor  Abschluss  dts   Verkaufs  einholen. 

Dieser  Vorsehla;^  wurde  von  den  .\nwesenden  geneh- 
migt, die  ausscheidenden  Mitglieder  des  Vereinsvorstandes 
cinrtimmig  wiedergewählt  on<l  folgende  neue  Mitglieder  in 
den    Verein    atifgenonimen 

Herr  Ffirster  Axmann  in  Amtgehren  bei   Arnstadt. 
Herr  W.  Sharswood  in  (avendishaan  (.Ver.  Staaten 


38 


Herr  R.  Krziz  in  Briiun. 
Herr  C.  Klotz  in  Pirna. 
Hierauf  wurde  die  Sitzung  geschlossen. 

C.    A.    Dohrn. 


Für  die  Bibliothek  sind  eingegangen : 
Ohio  agricultural   report  1850 — 55. 

Transaction  of  the  Michigan  State  agricultural  Society  1855. 
Eeport  of  the   Superintendent  of  the   U.   S.   coast  —  survev 

for    1855.     Washington    1856. 
Smithsonian  contributions   to   knowledge  Vol.  IX.  Washing- 
ton 1857. 
Act  of  incorporation  and    by-laws   of  the  academy   of  na- 
tural Sciences   of  Philadelphia.      1857. 
Proceedings  of  the  academy  of  the  nat.  sc.  of  Philadelphia 

Sept.  1856— March    1857. 
Transactions   of  the   academy   of  science   of  St,   Louis  St. 

Louis  1857. 
An  accouut  of  the  Smithsonian  Institution,  its  founder,  buil- 

ding  etc.  By  William  J.  Ehees.    Washington  1857. 
The  natural  history  of  the  Tineina.     Vol.  IL  cont.  Lithocol- 
letis   P.   I.  By   H.  T.  Stainton,  assisted  by  Prof.  Zeller 
and  ,J.  VV^  Douglas    London  1857. 
The  transactions  of  the  entom.  society  of  London.     Vol.  IV. 
P.  4.  5.     London  1857. 
Darin:  Revision  of  the  British  Atomariae  by  V.  Wollaston 
On  the  reccut  progrcss  of  Micro- Lepidopterology  on 

the  continent.     By  H.  T.  Stainton. 
Observations   on   genera.     By   H.   T.   Stainton. 
Observations   on  the  difficulties  attending  the  Discri- 
mination  of  the    genus  Stylops.     By   Fr.  Smith. 
The   natural   history   review.     N.    III. ,   IV.    July,   October. 
London  1857. 
Darin :  List  of  the  genera  and  species  of  British  Diptera    the 
earlier   stages   of  vvhich   are   more   or   less  perfectly 
known,    with    references  to  the  principal  authorities. 
By  A.  H.  Haliday. 
Ichneumologica  otia  auctore  C.  Wesmael,  prof.   Bruxellense 

1857. 
Adnotationes   ad   descriptiones  ichneumonum   Belgii  auctore 

C.  Wesmael.     Brux.    1848. 
Annuaire   de    TAcademie   royale  des  sciences  de   Belgique. 
1856,    1857.     Bruxelles. 


39 

()l)8er\ati(>iiH   det»    iihcnoinrncs  |i(Tio(li(|iu-H.    KxtrHil  dcts  mo 

iiiniris  tie  lacad.   loy.  <lr   Meliriqiu-. 
Kapport  Mir  It-tat  i(  les  travaux  de  iohHonatoirc  royal  jtar 

A.  l^Uftoht.      MniXflU's   1  *>;")<;. 
Mriiioiros  (rKntuiijolo^qc,  pjildits    par  la   sociite    ciituni.  dis 

rays-iias.  Ire  LivraiKOii.     La  Haye   Isf)?. 
I  H'scriptiiHiH   de    i|ii«l(|n(*<    criKtacrs   nnuvcaux.      l'ar    M.    H 

«k'  Saiissiir«'. 

Notes  pour  stTvir  a   1  liistoirc   ik'ü   inscetcH  nuisihlcs  a   I  a^'ri- 

tulturc  daiis  I.-  «It'parttiiuMit    de    la     .Mcsill»-    p;ir    .1.  ]{. 

(Mdiiu.    N.  2.  Iiisectos.  i(iii  atlai|iitiit  Ic8  b'cs.    Metz  18ö7. 

Mniiat  a  Kiitoinolo^iea.    Zt'itsclirilt  licraiiti^cfrohcn  V(»ni  Entoni. 

Vereine  in  .Stettin.     12ter  lian«l  mit  4  Tafeln. 

I'aitliiilt:   Spoeii'lle  M<m<»;:ra|»Iiic  der  'l\  rniitt-n  von  H.  Ila^'iii. 

Herielitiptes  \'erzeirliirss  der  nordainerik    (i  n  ptocepli. 

N(»n   SiilVriaii. 
Heiiurkim^'tii   iilnr    dl«'   walnxlu  inlielie  Zahl  der  aul 
der  Krde  existirendeii  S«-Iinuttrrlin^'sarten  und  iilier 
das  nuuieriselic  N'crliältni.ss  der  Ta^'l'alter  zur  Ord- 
nung: im  (ianzen  von  A.  Speyer. 
l>ic    Chilcniselun     Arten    der    (lattuii;:    Caralms    von 
A.  (ierstäeker 
Fauna  Anstriaea.    Du-  KiitVr  \on   J^.  Uedtenbaelier:  L'tr    Auf 

la-e.      Wien    \^iü.       Heft    1  -«'.. 
liiM'eta  CatVrariae  deseripsit  ('.   II.   r.nJM man  I'.  II    •.  tai»    I 

Coleoptera  ( Scarabat.'ides.  i 
Nalurpei*eliiehte    der    Insectcn    I)ents«ldands    be^'nnnen    von 
Krielison.  f<>rt;resetzt   \»>u  Schaum.  Kiaatz  und  v.  Kiestii- 
Wetter,     (oleoptera.     i'ter  Hand    snn    Kraatz  .")te  n.  t»tc 
Liefirnnc:    Merlin    1n')X. 
Inrieht   Über  die  wissen.scbaftlielien   Lciftun^'en   im   (Jebieto 
der    Kntonndo^ie     während     des    .labres     iWifi    von    A. 
Gerstäcker      Herlin    \<u. 
berliner    Kntum.     /.»  itsrbrifi.      ITrauiüircfrebcn    vom    Kutom 

\t  reine  in   Herlin       It  -r  JalirLrau:,'   1>^.')7. 
Miiti.   liii-.n  d.  n.iturf.iicMelU.  in  /ilrieb.  IKft  X.  Zürich  1><5<'. 
\  er  iandlnn_en    de«»    Vereins    i\\r    .Naturkunde    in    rrenburp 

Ihr  Jaiir;:aiij;   i^vx».    l'tcr  .lalir;:.    l<>7    Ites  Hcl^. 
l.iKoi«.,    ZeitMcbrift    tlir    NaUirwisticuKcliaften    bcraiinp-^cbcn 
^  "Ui  nalurbisCori.scbcn  Vereine  l.oi-     •-   \''m-     tti-r.  .'»t-T, 
"hr  Jalir^'.   I'rapr    l^^>4-  r>r». 
11»  liebte     Ul>cr    «lie    \  crban<llnnpen   der    uulurl.   licueilNebaO 
zu   Kreiburu  i.  H.    Il.it   III.  Freiburf:   IrtT»?. 
liiandluniTon     des    imturbist.     Vereinen    der    prensKisebeii 
libciol&nde    int'l    W  ■  hHiIiiI.  ns       I  Iti-r    .labrc    l.*tes    Heft 
l'.onn   is.'.T. 


40 

Archiv   des  naturbist.  Vereins  in  Mecklenburg.     2ter  Jahrg. 
Neubrandenburg    1857. 

Verhandlungen   des   siebenbürgiscben  Vereins  für  Naturwis- 
senschaften.    5ter  Jahrg.  Herraannstadt  1854  und   7ter 
Jahrg.  N.  7 — ^12.     Herinannstadt   1856. 
Darin:  Hampe  über  die  neue  Käfergattung  Pleganophorus. 

Berichte    des   naturwissensch.   Vereins    des   Harzes  für    die 
Jahre  1855  und  1856.     Wernigerode  1857. 

Correspondenz- Blatt  des  zoologisch-mineralogischen  Vereins 
in  Regensburg.     10  Jahrg.  Eegensburg  1856. 

lOter  Bericht  des  naturhist.  Vereins  in  Augsburg  1857. 
Darin:  Euprepia  Flavia  beschrieben  von  Bischoif. 

6ter  Bericht   der  Oberschlesischen   Gesellschaft    für  Natur- 
und  Heilkunde.     Giessen  18.57. 
Darin:  zur  Na  Urgeschichte  von  Deilephila  Euphorbiae  von 
Laubcnheimer. 

34ter  Jahresbericht  der  schlesischeu  Gesellschaft  für  vater- 
ländische Kultur,  Breslau  1856. 

Bericht   über   die  Thätigkeit  der  entomol.  Section  im  Jahre 
185G  von  Gravenhorst. 

Chronologischer  Eaupenkalender  von   Chr.    Fr.  Vogel.     Ber- 
lin is37. 

Die  Ichneumonen  der  Umgegend  von  Kaplitz  von  Dr.  Leopold 
Kirchner.     Prag  1856. 

Uugarn's  Ameisen  von  Prof.  Dr.  G.   L.  Mayr. 

Beitrag  zur  Fauna  Dalmatiens  von  G.  Frauenfeld. 

Die  Linsengallen   der  östreichischen  Eichen   von  demselben 
Moskau   1856. 

Beiträge  zur  Naturg.  der  Trypeten  nebst  Beschreibung  eini- 
ger neuer  Arten  von  demselben.     Wien   1857. 

lieber  Kaymondia  Fr.,  Strebla  Wd.  und  Brachytarsina  Mcq. 
von  demselben.     Wien  1857. 

lieber  die  Paludinen   aus  der  Gruppe   der  Paludina  viridis 
Poir.  von  demselben.    Wien  1857. 

Verzeichniss  der  bisher  in  Oberschlesien  aufgefundenen  Kä- 
ferarten von  J.  Roger.     Breslau   1857. 

Die    Käfer   Siebenbürgens   beschrieben    von  K.    Fuss,    Pro- 
gramm des  Gymnasium  zu  Hermannstadt.     1857. 

Zwei   entomologische    Oden.      Hierzu    ein    Commentar    von 
Fried.  Märkel,  Cautor  zu  Stadt  Wehlen. 

Separatabdruck   naturwissenschaftlicher  Abhandlungen    aus 
den   Schriften    des    zoologisch -botanischen  Vereins    in 
AVien.     1 856. 
Darin :  Neue  Dipteren-Gattungen  von  J.  Egger. 

Vergleichende  Beschreibung  der  Sialis  fuliginosa  Pict. 
und  lutaria  L.  von  Fr.  Brauer. 


41 

Revision    der   vov  IWniiiihHrhfn  KutuMdBKin   aaff^p 

tlthrtfn   I)ipt«r«'n  von  J.   K.  Schincr. 
Hoitrap  zur  Fauna  Dalniatiens  von  Frauenfeld. 
Die  Kttter  Kuropa's.     Nach   drr   N'atar   beiwhrieben    von   H. 
C.  Kll8ter  J'JtiH  nud  'JMvh  Urft    N'limberjr  iHnl   a.  n2. 
Flora    der    |»r»^a8f»it«clien    Kiirinprovinz    von    l'h.    Wirtgen 

Bonn    1x57. 
SeparatH  auH  den  l'nhiicationen  der  Stockholmer  Akademie: 

a.  Stäl,    Hcniiptcra  samla^lc    af    Victorin    i    Caplandet 
«Hemi|)t»ra  ans  dtm  ra|>-Lande.  i 

b.  Holm^ren,    Ophionidslä^^tet  Anomalon  (das  Ophio- 
nidenire«»rhlecht  Anomalon.  i 

Gerstacker  Dr.  Versuch  einer  Hystematigehen  Aoseinan 
dersetznnp  dt-r  (iattunccn  Knroorphas  Weber  nnd 
F  n  d  o  m  y  c  h  u  s  Pay  k. 

(  üeparatdrnck  an«  dem  Wiepmannsehen  Archiv. ) 
H.   de   Sanssare    Nooveanx    Vespides   da    Meiiqac    et   de 
lAmerique  septentrionale. 
Derselhe:     Deseription    de    f|u»'K|n«'s   Crnstac^«    noaveaax 
de  la  cöte  f>ooidcntale  dn   .Me.viqne. 
Separatabdrücke  an»  (iaerin'«  Kevne  et  macazin  dcZoologi?. 


Bastardzeugung   bei    Insecten. 

Vno    Dr.    H.    Hitir«>n- 

Die  Fra^e.  „ob  es  unter  den  Insecten  Bastarde  picbt^', 
hatte  mich  eine  Zeit  hindurch  lebhaft  beschäftipt.  und  ich 
war  bemüht,  mir  die  betroff«  nde  F^iteratur  über  diesen  Ge- 
penstand  zu  eiL'tn  zu  niach«n,  aU  nur  durch  die  pOtipe 
Mittheilunp  des  Herrn  Stainton  folgende  intercs<»ante  Notii 
zopinp:  In  ..the  Kntomolopigts  weekly  Intelli;:encer*  T.  II. 
lKr)7  No.  ,V>,  p.  IHM,  n.  No.  51.  p.  VJl',  berichtet  Herrn  Tho- 
roa«  Hapue  wie  folpt:  ^Es  ist  mir  p'penwjirtip  pelnn^en, 
■'.istarde    aus  Smerinthut»  '    *  nnd   l'opuli  zu  "     k 

.'   i<«t  erst  1»  Wochen   h«^r  h  Hi»»   K.i»T  rn  »  i 

bepanuen.  und   lctzt«n   1  '- 

terlinpe  in  meinem  Bn;  _     :; 

Sie  »ind  »ehr  scli^n  nnd  i  -ic  alle  Zeichnnr. 

ftn  nnd  Farben  beider  Aii<ii  ».iiwn  Kinipe  haben  die 
Zeichnunp  von  S.  ooellatn»*  auf  emem  FlUpel ,  die  von  8. 
l'opuli  anf  dem  andern:  ejnitre  haben  Leiber  von  S.  Populi 
andere  von  i>.  oceUatus   and  die  Flügel  vic<  versa. "^ 


42 

ünzweifelbart  ist  eine  nähere  und  genaue  Beschreibung 
jener  Thiere  durchaus  wünschenswerth  und  wichtig,  da 
eine  derartige  Vertheilung  der  Zeichnung  und  Farben  den 
bis  jetzt  für  Bastarde  bekannten  Thatsachen  widerspricht. 
Jedenfalls  ist  die  Thatsache  von  Werth,  dass  es  gelungen 
ist,  künstliche  Bastarde  zweier  so  sicher  ditferenten  Arten 
zu  erzielen ,  und  dürfte  selbe  zu  ähnlichen  Versuchen  bei 
anderen  namentlich  Nachtschmetterlingen  auffordern.  Ferner 
berichtet  in  derselben  Zeitschrift  No.  60,  p.  03  Herr  Weir 
wie  folgt:  Auf  einem  Felde  bei  Keyuicr  beobachtete  ich 
Anthrocera  Trifolii  und  Filipendulae  beisammenfliegend, 
und  entdeckte  einige  Männchen  von  Trifolii  in  Paarung  mit 
Weibchen  von  Filipendulae.  Da  die  Vermuthung  nahe  lag, 
dass  derartige  regelwidrige  Paarungen  auch  schon  früher 
öfter  stattgefunden  haben  möchten,  suchte  ich  an)  selben  Platze 
sorgfältig  nach  Bastarden  und  entdeckte  auch  bald  einige 
( Ende  Juni )  obschon  abgetlogene  Stücke.  Meist  standen 
sie  Trifolii  näher  als  Filipendulae. 

In  einigen  Fällen  hatten  die  Uuterflügel  den  schmalen 
Rand  von  Filipendulae  mit  nur  fünf  Flecken;  andere  ähnel- 
ten durchaus  Trifolii,  hatten  aber  die  sechs  Flecke  von 
P^ilipendulae. 

Ausser  dies^en  beiden  Mittheilungen  liegt  über  Bastarde 
verschiedener  Insectcn -Arten  nichts  vor. 

Von  Bastarden  von  Insecten-Racen  finde  ich  gleich- 
falls nur  eine  Nachricht,  nämlich  von  Apis  mellifica  und 
der  italienischen  Biene  in  v.  Siebolds  Parthenogenesis  p. 
V3  und  98.  liier  richten  sich  die  Männchen  ausuahmelos 
nach  der  Mutter,  und  auch  bei  den  Weibchen  sind  die 
Mischlinge  in  der  stärksten  Minorität,  denn  bei  manchen 
Stöcken  sieht  man  nur  selten  einen,  bei  manchen  gar  kei- 
nen Mischling,  die  Hauptmasse  schlägt  immer  in  die  deutsche 
oder  in  die  italienische  Kace  ein 

Da  es  mir  nicht  gelingen  wollte,  über  die  Bastarde 
der  Insecten  genauere  Angaben  zu  ermitteln,  hoffte  ich  in 
den  Nachrichten  über  Bastarde  anderer  Thierklassen  Anhalts- 
punkte zur  Lösung  der  Frage  zu  finden.  Aber  auch  hier 
ist  die  Litteratur  —  soweit  sie  mir  wenigstens  nach  man- 
nigfacher Bemühung  vorliegt  —  auffällig  dürftig,  mit  Aus- 
nahme der  wenigen  weltbekannten  Thatsachen  bei  Säuge- 
thieren  und  Vögeln. 

Wie  immer  in  solchen  Fällen,  wo  für  wichtige  Fragen 
wenig  vorliegt,  hat  meist  jeder  spätere  ohne  weitere  Prüfung 
seinen  Vorgänger  wörtlich  abgeschrieben.  Es  hat  mir  Ver- 
gnügen gewährt,  vermöge  eines  Druckfehlers  (Pap.  Junira 
statt  Janira)   den  rothen  Faden  dieser  Kopien  bis  zu  seiner 


43 

C^iH'IK'  zn  \rrft'l^'»  II,  wiiImi  ikmIi  ^';in/.lnli  Ul)ersc'lieii  wurden 
ist,  (lass  jrii»'  ScliiiK  ttiiliii^'i'  ^.ir  uicht  lier^cliörLii;  sii- 
(  Tap.  Jmtiiia  urnl  .lanira  i  l»iUlt'n  nur  die  viTscIiicdcueii 
(ies«  lilt"?litt'r  einer  Art,  wie  C.  F.  Mueller  llydraehnae  pap. 
XIX.,  widier  die  Xotiz  entnommen  ist.  selion  sehr  riehtig 
bemerkt.  Allerdinf;s  hat  »ich  Niemand  die  Mühe  genommen. 
H'nes  Werk  seihst  /.ii  \er^deiehen.  sundeni  ruhig  seinen 
.Imiira  NOrmami  knpirt.  I)ie  tiii/.igi  ii  ^^'erke,  in  wehhen 
ieh  ein  .sen»stjuidi;r»s  Kiiii:ehen  in  «lie  Frage  der  J'astard 
Zeugung  antrert'e.  sind  'J'rt\iranus  Diolugie,  lUirdachs  l'hy 
siohtgie  und  » ii"  Werk,  in  \>iU'hem  wenigstens  Kntomoh)geu 
nieht  leieht  etwa»  vermuthen  wurden,  Ilnfaeker,  l'eber  die 
Kigensrhaften,  wileho  sich  hei  Mensehen  >ind  Thier-ni  von 
den  Kitern  auf  die  Xaehk<»inmen  vererhen  mit  hesouderer 
KU<'ksieht  auC  die  rtenh-zueht  'I'uehingen  L^L'^.  >to.  Ohne 
der  für  Säugethiere,  \'(igel  und  Fisehen  gedachten  Bastarde 
näher  zu  erwähnen,  tindet  sieh  hier  die  l'aarung  verschie- 
dener Inseetenarten  erwähnt,  wobei  der  gebrauchte  Ausdruck 
„dass  diese  Inseeten  mit  einander  zeugen"  Jcdenl'alls  uu 
riehtig  gewählt  isi,  da  nirgends  eine  Nachkommenschaft 
heobaehtet  ist.     Die   heohaehtcten  l'aarungen  sind  folgende: 

1.  Chrysomela  aenea  und  Chrysoniela  (  (ialieruca) 
ahii  nacli  eigener  Henbaehtunir  von  (\  F.  Mueller  Ilydrach 
nae  p.  XIX.  Mueller  corrigirt  dabei  die  von  Linne  nach 
feinem  Üriele  gemachte  irrige  Angaltc  Syst.  Nat.  XII.  p. 
f)S7  von  Chr.  aenea  und  graminis.  Linne  giebt  an  dem 
citirten  Orte  an,  dass  er  selbst  Chr.  aenea  und  alni  in 
Paarung  getroffen  habe,  und  Mueller  verwahrte  (1.  c.  p. 
XIX.)  da.s  im  Jahre  17(14  getangene  l'äreheu  Chr.  aenea 
und  alni  noch  ITsl  auf  einen  Zettel  p«'steckt  mit  der  Note 
mas  et  femina.  Suft'rian  vermuthet  Linnaea  V.  p.  UM,  dass 
die  Heobaehtung  vielleicht  nur  auf  einer  Nerweehselung  mit 
der    blauen   .\bart  der  Chr.   ai-ma  beruht   hal>e. 

'J.  Caiitharis  nielaniira  und  Klater  iiiirer,  der  l»ekannte 
von  Kossi  .Meiiiorie  della  Societa  llaliana  V.  Vlll.  p.  ili* 
beschriebene  Fall.  K<»h8i  fand  ihn  so  wichtig,  dass  er 
ein  von  sieben  Professoren  beglaubigtes  und  unterzeichnetes 
rrotokolj  darüber  abdrucken  liess.  da«  (u-rmar  im  .Mapazin 
der  Kiit«>mMl<»pie.  T.  IV.,  p.  4<^4  mittheilt.  Der  Klaler  war 
das  Weibehen.  Wichtig  filr  diesen  Fall  ist  die  v«.ii  (iermar 
naidi  lleyers  lieobachtung  pegebeiie  Notiz,  «lass  ein  Weibchen 
von  Cantharis  rui'a  mit  zwei  Männehen  zugleich  in  lU'pat- 
tung  getrofTon  wurde,  insotem  dadurch  der  UbermiUsige 
(ieschlechtstrieh   dieser  flatlung   darpethan  wird. 

3.  Chrysomela  polita  nias  und  Chr.  praminis  femina 
(Dach  buffriau  I.  c.  p.  'J2  wuhl  C  hr.  Meotha^itnj  wurden  vom 


44 

Pfarrer  Mucller  in  Odenbach  Gerniar  Mag.  T.  IV.,  p.  407 
in  Begattung  getroffen  und  die  Vereinigung  der  Gesclilechts- 
theile  unter  der  Lonpe  sicher  gestellt. 

4.  Donacia  simplex  mas  und  Attelabns  Coryli  temina 
begatteten  sich  nach  Angabe  desselben  Beobachters  Germar 
I.  e.  p.  408  in  einer  Flasche.  Mit  Gewalt  getrennt  begat- 
teten sie  sich  nochmals  und  trennten  sich  erst  nach  zwei- 
mal 24  Stunden. 

5.  Melolontha  agrieola  mas  und  Cetonia  hirta  femina 
beobachtete  in  Begattung  Wolf  cf.  Voigts  Magazin  T.  IX., 
p.  232  (nach  Treviranus  vermischte  Sehr.  T.  I,  p.  22). 

6.  Hofacker  1.  c.  p.  82  führt  noch  Scarabaeus  vacca, 
ovatus  und  nuchicornis  und  ausserdem  mehrere  Fliegen 
Muscae  an.  Woher  er  die  Notiz  entnommen  weiss  ich  nicht, 
vielleicht  aus  dem  mir  nicht  zugänglichen  Artikel  Metis  im 
Diction.  d'hist.  nat. 

7.  Pastor  Hansemann  sagt  in  Wiedemanus  Zoolog. 
Mag.  T.  II,  p.  154,  bei  Agrion  Puella  ( Agr.  pulchellum); 
„ihre  Verschiedenheit  von  Agr.  Pupa  (Agr.  Puella)  ist,  da 
jedoch  höchst  einzelne  Uebergänge  und  regelwidrige  Paa- 
rungen vorkommen,  nicht  völlig  in  Klarem."  Da  Hanse- 
mann jene  beiden  Arten  sonst  gut  aus  einander  hält,  ist 
seine  Angabe  glaubwürdig,  jedenfalls  mehr  als  die  von 
Fabricius,  der  alle  von  Hansemann  richtig  getrennten  Arten 
in  seine  Agr.  Puella  vereint  „weil  sie  sich  untereinander 
begatten". 

Ausser  der  schon  erwähnten  Beobachtung  C.  F.  Muel- 
lers  über  Begattung  von  Pap.  Jurtina  und  Janira,  die  ob- 
wohl oft  wiederholt  nicht  hergehört,  weil  sie  wirklich  nur 
die  beiden  Geschlechter  einer  Art  sind,  finde  ich  gegen- 
wärtig weitere  Fälle  nicht  angemerkt,  ohne  jedoch  behaup- 
ten zu  wollen,  dass  damit  die  betreffende  Litteratur  erschöpft 
sei. 

Aus  eigener  Erfahrung  kann  ich  nur  folgende  drei 
Fälle  anführen,  und  besitze  die  betreffenden  Pärchen  selbst. 

8.  Libellula  depressiuscula  mas  mit  Lib.  striolata  femina 
von  Fr.  Brauer  bei  Wien  in  Begattung  gefangen. 

9.  Libell.  pectoralis  mas  mit  Lib.  caudalis  femina  bei 
Neu  Strelitz  von  Fueldner   in  Begattung  gefangen. 

10.  Lestes  sponsa  mas  mit  Agrion  najas  femina  von 
mir  selbst  bei  Königsberg   in  Begattung  gefangen. 

11.  Nach  brieflicher  Mittheilung  hat  Herr  Dr.  Ger- 
stäcker die  Begattung  verschiedener  Arten  von  Zygaena 
mehrfach  beobachtet. 

Wie  schon  erwähnt,  ist  für  keinen  Fall  nachgewiesen, 
dass  die  Begattung  eine  fruchtbare  gewesen  sei.   Jedenfalls 


46 

läsfit  sich  aber  iim'-i    iliii  uiuilo^en  \'orpäii^'on    bei    hiihereu 
Thitrcii    und    der  von    Tb.   Iia|:iie    er/ielteii   Mrut  der  beiden 
Snurintlius  Arten  an  eim-  .Möf^iicbkeit  tierselbrn  ni»lit  zweifebi. 
und  es  seheint  desshalb  eine  nliherc  Beleuehtung  der  etwa! 
jren  Folgen   {;erechttVrti'rt. 

So  weit    mir    bekannt,  hat  (Jravenhorst  allein    bei  Sta- 
jihylinen    und   lehneuinonen    bestimmte  Art«'n    prrade   zu  hIk 
Hastarde    amlerer  anL^MiMniincn .    ohn«'  sein»'  Angaben  dureh 
ciuHchhigige  Heobaehtungm    erhiirten    zu  können.     Mir  sind 
diese  NN'erke  nieht  zur  Hand,  doch    seheimn  jtnc  Angaben, 
wenigstens  für  Sta|)hylinen,  durch  Kriehson  als  irrig  erwie- 
sen zu  sein.     Sonst  ist  die  Annahnu*    von  Hastardarten  von 
allen  Kntonjologen  stets  zurückgewiesen .  und  durch  sie  der 
Instand  dis  Systems  im  liüehsten  (iraile  gctahniet  erachtet 
worden.     .Mieh  dlinkt  mit  l  nreeht,  wenn  man  folgende  Tunkte 
iu   lietracht   zieht,   die    von   deii    Hastarden    höherer   Thierc 
entlehnt,  auch    auf  die  Inseeten  Anwendung  finden  nillssen. 
1 .  Jl  e  i  höheren  T  h  i  e  r  e  n  w  e  r  d  e  n  H  a  s  t  a  r  d  e  u  i  e  h  t 
n  ur  k  ünstlic  h  von  H  a  u  sth  i  ere  n,  sond  e  r  n  au  eh 
i  ni  frei  e  n    wild  e  n  Z  u  s  t  a  n  d  e  e  r  z  e  u  g  t. 
lud   7.\\:\r  sind  «lerartii'e   Hastarde  In-kannt: 
bei    Fischen:  von  (  yprinus  carrassi«»  und  gibclio,  Cypriuns 
carrassio  und  ('.  earpio,  (yjir.  latus  und    brania.  ('.  ery 
throphthalnius  und  brama.     lIolack»-r  I.  e.  p.  H2. 
bei  Vögeln:  Tetrao  intermedius  od.  hybridus  vom  IJirkhahn 
und  Auerhenne.  Tetrao  lagopides  vom  Hirkiiaiin  und  Schnee 
huhn.     Iiber  beide  giebt  Naumann.    Naturgesehichte  der 
Vögel  Deiitsehlamls,    T.    VI.    sehr   vidlstandi^'e    Nachricht. 
Ert   ist   zu    beachten,    dass  von  beiden    die  Bastarde  stets 
fi^enau   in    Form    und    Färbung    gleich    gebildet    sind ,   so 
dass  sie  vielfach    als  eigene  Arten   ange8prt>chen  wurden 
Conus  corone    und    cornix;   iiiirdach  I.  c.  p. 
bei  Säugetbitren:    nach    Tschudi    nou   Fuchs  und   Hund. 
Wolf   und    Hund.    Steinbock    und    Zi.'g»' :     na«h    Ihdacker 
von  <»enise    und  Zieg»*. 

Ich  habe  mit  Absieht  eine  Anzahl  weniger  sicher  ver- 
bürgter Fälle  bei  Seite  gelassen. 

J.  Bastarde  von  verschiedenen  Arten  zeif^en 
im  .\llge  meinen  bestimmte,  re  gel  massige 
gleiche  .Merkmale,  zum  Theil  vom  Vater, 
r.nm  Theil  von  der  .Mutter,  und  sind  fast 
immer  u  n  fr  u  c  h  t  b  a  r. 

Bastarde  von  vc  rseli  ieden  eu  Kaccn,  zei 
gen   entweder   die    Kennzeichen  der   Kitern 
vermischt,    oder    ach  nein   einem    derselben 
ausschliesslich,  nnd  nind  fruchtbar. 


46 

Es  stützen  sieh  obige  Sätze  auf  die  Untersuchungen  von 
Geoffroy  St.  Hilaire  über  die  Hastarde  der  Mammiferen  1826 
und  auf  die  instructiven  Berichte  von  Seiys  -  Longchamps 
über  die  Bastarde  in  der  Familie  der  Anatideeu  in  Bull. 
Acad.  Brux.  Tom.  Xll  und  Tom.  XXIIL  Sam.  Mortons 
wichtige  Schrift :  Hybridity  in  Animals  in  Silliman  Journ. 
Mars  1847,  ist  mir  leider  nicht  zugänglich  gewesen.  Der 
Bericht  von  S^lys  ist  von  um  so  höherem  Interesse,  als  der 
Verfasser  Jahre  lang  mit  grosser  Sorgfalt  einzelne  Fälle 
verfolgt  hat  und  40  Bastarde,  darunter  30  durchaus  sichere, 
selbst  beobachtete  anführt.  Von  AVichtigkeit  sind  folgende 
daraus  abgeleitete  allgemeine  Folgerungen.  Die  bis  jetzt 
unter  den  Vögeln  beobachteten  Bastarde  gehören  alle  zu 
den  in  Polygamie  lebenden  Vögeln  (Hühnern^  Gänsen)  oder 
zu  jenen,  deren  Geschlechtstrieb  sehr  entwickelt  ist,  und 
die  mehrfach  im  Jahre  brüten  (Sperlinge,  Tauben,  Enten). 
Im  freien  Zustande  sind  Bastarde  bei  Vögeln  äusserst  selten, 
und  werden  nur  bei  Tetrao  und  Phasianus  angetroffen,  bei 
denen  die  Heftigkeit  der  Brunst  das  Unterscheidungsver- 
mögen theilweise  zu  trüben  scheint.  (Einige  Bastarde  an- 
derer Vögel  werden  von  Selys  und  Naumann  vermuthungs- 
weise  angeführt,  ohne  sicher  bewiesen  zu  sein.)  Die  Bastarde 
sind  im  Allgemeinen  unfruchtbar,  obwohl  sehr  geil.  In  den 
sehr  seltenen  Fällen,  in  welchen  sie  Nachkommen  erzeugen, 
sind  sie  weniger  fruchtbar  als  die  Stammarten,  und  ihre 
Race  scheint  zu  erlöschen.  In  den  bekannten  fruchtbaren 
Fällen  haben  die  Bastarde  nicht  unter  sich  sondern  mit  den 
Stammeltern  gezeugt.  Sehr  merkwürdig  ist  der  im  zoologi- 
schen Garten  in  London  beobachtete  Fall,  wo  ein  Bastard 
von  Anas  boschas  und  Strepera  mit  Anas  penelope  einen 
Bastard  zeugte,  um  so  mehr  als  neuere  Zersplitteruugssucht 
aus  jenen  drei  Arten  drei  verschiedene  Gattungen  schaffen 
will.  Von  den  40  beobachteten  Bastarden  hatten  nur  5 
Nachkommen. 

Ein  wichtiger  und  durch  neue  fortgesetzte  Beobachtun- 
gen sicher  zu  stellender  Umstand  ist  der,  dass  nach  Selys 
Bemerkung  die  Regelmässigkeit  der  Merkmale  bei  Bastarden 
von  verschiedenen  Thierarten  gewisse  Einschränkungen  er- 
leidet. So  sind  in  einer  und  derselben  Brut  die  Bastarde 
selten  durchaus  gleichgebildet.  Sie  schlagen  theils  dem 
Vater  theils  der  Mutter  nach,  und  zwar  in  der  Farbe  des 
Gefieders  dem  einen,  in  Form  von  Schnabel  und  Füssen 
dem  andern,  in  der  Grösse  gewöhnlich  dem  grössten  ihrer 
Eltern.  Allerdings  sind  diese  Angaben  von  Selys  nur  Ba- 
starden, die  künstlich  von  Hausthieren  erzielt  wurden,  ent- 
nommen, während  die  im  wilden  Zustande  erzeugten  Tetrao 


47 

hyltridus  und  lat^opidrs  >«UtH  ^eiiau  in  Knnii  iiiul  FärhiiiiK 
jflt'irb  iri'hildet  »iiid.  Nicbts  dfhtowniifrrr  l)ild«t  «lirs'*r  l'imkt 
llir  die  Kiifoinuldjrii'  » i^'cntluli  dio  lljiii|itaiij,'i'l  dir  Fruf;i:, 
insofern  entschieden  werdt-n  hoII.  üI)  wir  unter  den  Insccteii 
IJastardi*  liahen.  die  /idlilli^'-  er/eii^t  huld  Vater  bald  Mutter 
iia<-lis(lda;ren  (also  nielit  konstante  l'astani  Arten  liilden) 
<idtr  nh  die  Insirtm  liastarde  \(in  denscllicn  lliu-ren  stets 
mit  dt  nselhen  Form-  und  Farlutmierkmalen  lieslimmte  Arten- 
reilien  Uilden.  NatUrlicIi  wird  dies  nur  dnreli  (dtere  sorgsame 
/uclit  von  Bastarden  aus  verschiedenen  Arten  /u  ermittehi  sein, 
/ahln  ieh  und  /um  Theil  weltbekannt  sind  die  in 
«ii'tanirensehatl  »r/euirten  Bastanh*  vom  Kanarien\opeI  mit 
\ielen  s|ierlin^'sart'^^en  \r>ireln.  von  den  Finliiitern  iM'erd, 
Fsi  I.  Zelira.  tjiiairira,  \(im  Kaimel  und  Dromedar,  von  W  ie 
derkauern.  von  Kat/.en,  vom   Löwen  und    Tipr. 

li.  Nor   sehr  nahe  verwandte  'I'liitrre  er/,  eueren 
Bastarde. 

Dies  (Jeset/.  lindet  in  dui  (d»i;ren  Ansahen  reiehliehe 
Bestiitiirunjr.  und  kann  \oiliiiili;r  durch  die  ent;:e^'en  stehen 
den  siimmtlieh  uinerhitrfrten  An^al»en  nicht  ers  liiittert  wer- 
den. Dahin  y-ehören  Sonniiiis  Bastarde  Non  Hahn  und 
Knte.  uinl  die  ^ielen  Fabeln  von  Bastarden  zwischen  Ksd 
und  Kindvieh  (Jomards'.  Hirsch  und  Kindvieh,  Fischutttcr 
und  Schaf,  Katze  und  .Marder.  Künstliche  Bid'ruchtun;;  von 
Katz.en  mit  Samen  vom  Hunde  \ ersuchte  Spallanzani  ver 
jjebens. 

4.  Die    Bastarde    sind    höchst    >elten    und  dann 
wenip  frue  htbar,  u  nd  zwa  r  nicht   u  nt  e  r  sich, 
sondern  mit  d  t;  n  Staminraeen.     l)ie   .Inneren 
schlafen  in  den  Stamm  bald  zurück. 
Auch  dies  (Jesetz  tindet  in  d«*n  t'rllhercn  .Angaben  hin 
reichende    Bestilticunir.       reb»  nlies     bcsehriinken     sich    die 
Iteobachteten   Falle   \oii  NaeJikommen  der  Bastarde   bis  jetzt 
auf  in  <ler  (letan^mseliari  ;:ej»aarle  Ibiere   untl   meist  Haus 
ihiere.     Die  im  freien   jährlich   erzeupten    Bastarde    \on  Te- 
trao    hybridus    haben    keine    eigenen    Bal/plat/e    und    keine 
.Nachkommen.      .Mlerdin^'s    beruht    ihre    stets    neue    Hildunf? 
aus  den  Stammeltern  nach  Nilsons  plaubhatler    An^'abe  auf 
den  eigeuthlindit  hen  .lapht  rhältnis.sen  jeui  r  (tcfreuden.     Der 
wenif;er  seh«ue  .\uerhahn  wird  näudich  im  L'cbermaxss  fort- 
p'schosscn   und    zwingt    die   .\iurhemien  die   Balz|)Ut/.e  dcf 
scheueren   Birkhahns  aut/.usurhen. 

Halten  wir  die  erwähnten  l'unkti-  zusammen .  so  ver- 
liert die  l<lee  von  Bastt»r<bn  imt.r  den  Ins«Tten.  wie  mich 
dUnkt,  jede  (Jefahr  für  das  Bi  stehen  «br  Arten,  und  reizt 
oder  gebietet  sogar  zur  sorglaltigcn  Krtursi-hung  und  .Sieher- 


48 

Stellung  der  Hybriden -Arten,  Meiner  Ansicht  nacli  lassen 
sich  für  Insecten  diese  Verniuthungen  in  ioli^ender  Art  zu- 
sammenfassen : 

Es  existiren  wahrscheinlich  auch  unter  den  Insecten 
Bastardarten;  ihre  Zahl  wird  sicher  eine  vergleichsweise 
sehr  geringe  sein;  sie  werden  unfruchtbar  sein,  oder  in 
die  Hauptarten  zurückschlagen,  und  stets  von  Neuem  er- 
zeugt werden;  eine  weitere  Bildung  neuer  Formen  durch 
Vermischung  von  Bastarden  mit  andern  Arten  ist  wenig 
glaublich;  die  Bastardarten  haben  wahrscheinlich  stets  die- 
selben Form-  und  Farben-Kennzeichen,  können  also  bis  auf 
sicheren  Nachweis  fälschlich  für  eigene  Arten  gehalten 
werden. 

Natürlich  wird  die  Ermittelung  der  Bastardarten  Auf- 
gabe der  sorgsamsten  Forschung  und  nicht  der  Hypothese 
werden  müssen,  und  zwar  werden  bei  derartigen  Bemühun- 
gen vorzugsweise  die  am  Besten  und  Sichersten  bekannten 
Gattungen  zu  berücksichtigen  sein.  Auch  hier  giebt  uns 
die  Analogie  der  höheren  Thiere  einen  sehr  deutlichen 
Fingerzeig.  Wir  müssen  zuerst  und  vorzugsweise  unter 
den  Gattungen  suchen,  deren  Geilheit  notorisch  ist.  Also 
bei  Chrysomela,  Cantharis,  Zygaena,  Bombyx,  Libellula  und 
ähnlichen  Gattungen. 

Die  Ermittlung  von  Bastarden  bei  Insecten  kann  aber 
möglicher  Weise  noch  in  anderer  Hinsicht  von  Wichtigkeit 
sem.  Ich  meine,  wenn  zwischen  nahe  stehenden  aber  sonst 
gut  zu  trennenden  Arten  Uebergänge  vorkommen,  so  würde 
ein  Nachweis  derselben  durch  Zucht  als  Bastarde  vor  Miss- 
griffen schützen ,  und  dazu  dienen,  obwaltende  Streitpunkte 
zu  schlichten.  Ein  Sanguiniker  könnte  sogar  der  Industrie 
goldene  Berge  durch  Insecten-Bastarde  und  Erzielung  neuer 
und  schönerer  Seide,  durch  mannigfache  Kreuzungen  und 
Mischlingsarten  vorschwindeln. 


Nachschrift  der  Redaction:  Während  vorstehen- 
der Aufsatz  unter  der  Presse  war,  fand  sich  in  dem  Journal: 
das  Auslavd  (October  1857  p.  948.)  folgende  hieher  einschla 
gende   Stelle: 

Aus   K.   Schlagintweit's   Bericht    über   einige  Thie- 
gattuugen  Tübet's. 

Die  Bastardart  des  Yak  ( tübetauischen   Rindes  ) 

und   der  indischen  Kuh    heisst  Tschubn   und  ist  durch  ihre 
Fruchtbarkeit  besonders  ausgezeichnet. 


49 

Wir  hatten  Gelcgeubcit,  die  Abkümmlinge  von 

Tschubu's  bis  zur  siebenten  Generation  zu  geben  und  zu 
prüfen,  und  fanden  in  allen  Füllen  die  letzten  Generatio- 
nen weder  viel  verändert  nocb  entartet ,  vielmehr  belehrte 
man  uns,  dass  man  in  dieser  Beziehung  noch  keine  Gränz- 
liuic  wahrgenumuK'u  habe. 


üeber  einige  Schmetterlinge  älterer  entomologischer 
Schriftsteller. 

Vom  Köui^l.   Fur>lmri»ti'i    %%  eriieburn  in   Krfurt 

A.  ÜDDelsche  Species. 

1.  Xoitua  tri|tti'r:i  L.  Syst.  nat.  ed.  XII,  pag.  848, 
No.  14f).  Ph.  spirilin^uis  cristata ,  alis  maculis  tribus 
longitudinalibus  rutundatis  atomisque  sulphureis  ad- 
spersis.     Habitat    in   Lusitania. 

De  Script.  Corpus  magnitudine  fcre  Phal.  cajae, 
seu  inter  paganos  majus,  cinercum.  Antennao  crassiores, 
quam  in  ulla  mihi  nnta  uoctua.  Alae  superiores  cinereae, 
liluris  minimi.s  nigris  et  passim  atomis  .sulphureis 
adspersac.  Maculae  3  longitudiualiter  juxta  margiuem 
crassiorcm  exteriurem  digestac,  maju.sculac,  j)allidae. 
Uiiea  nigra  marginatae,  quarum  prima  ad  basin,  uvalis, 
secunda  orbiculata.  minor,  tertia  subcordata,  quac  cum 
media  constituit  Stigmata  ordinaria.  Postice  sunt  alae 
pallidiores.  Inferiores  alae  suhtus  albidae  absque  lu- 
nula  et  puncto. 

Wenn  ich  mit  dieser  Beschreibung  die  nnctun  ruticinct* 
H  /usaiiimenhalto,  so  scheint  es  mir  unbedenklich,  in  ihr 
Linnö's  Noctua  trij)tera  wieder  zu  erkennen.  Sobald  man 
die  hellen  Stellen ,  die  Noctua  rulicincta  längs  des  Vorder- 
randes hat,  niiliiT  ins  Auge  fasst,  muss  man  gestehen,  das« 
Linn«i  sie  vortrefllich  characterisirt  un<l  sehr  glfhklich  als 
Erkennnnsgzeichen  dieser  Species  aufgefasst  hat.  Dabei  ist 
es  ohne  Gewicht,  dass  Linn»'*  sagt,  die  HinterflUgel  seien 
auf  der  rntcrseitc  ohne  Mondlleek  und  Punkt,  während  ru- 
ticincta  in  der  Kegel  davon  nieht  fnMU'esprorhen  werden 
kann.  Denn  Linne  macht  auch  bei  andern  Noctuen  unter 
gleichen  Verhältnissen  dieselbe  Bemerkung  und  man  hat 
daran  bei  Anerkennung  der  Art  keinen  Anstoss  genommen. 

4 


50 

2.  Geometra  testata  L-  Faun.  äuec.  ed.  IL  pag. 
331,  No.  1262.  Phal.  seticornis,  alis  superioribus  ful- 
vescentibus :  maciila  pallida,  lineolaque  apicis  alba. 

De  Script,    majuscula,    alae  superiores   colore  cinna- 
momeo:  in  anteriore  ala  macula  ciirva  marginem  exte- 
riorem   tangeus,    in  posteriore  striga    albida,    exterius 
recta,  interius   curva,    lineola   ut  in   chenopodiata    ad 
apicem  alae,   sed  alba,  cui  postice  adjacet  macula  sa 
turior.     Subtus   alae   pallidae   puncto   centrali  nigro  et 
arcu  fuscescente,  sed  ex  duabus  strigis  constante. 
Diese  Geometra  testata  finde  ich  nirgends  citirt,  darf 
also   wohl  annehmen,  dass  sie  bis  jetzt  noch  nicht   erklärt 
ist.    Linne  beschreibt  ohne  Zweifel  und  ganz  treffend  Geom. 
achatinata  H. 

3.  Geometra  citrata  L.  Faun.  suec.  ed.  II.  pag.  332, 
No.  1265.  Phal.  geom.  seticornis,  alis  griseis,  macula 
subterminali  albo-fulva  strigaque  alba,  apicis  lineola  fusca. 

Descript.  magnitudo  phal.  piniariae.    Alae  superiores 
supra  griseae,  juxta  marginis  crassioris  postica  macula 
magna   albida,  postice  ferruginea,  quam  excipit   striga 
alba  tenuissima  undulata;  in   apice   alae  litura  linearis 
nigra,  ut  duabus  praeeedentibus  (chenopodiata  und  co- 
mitata)  subtus  cinereae,  postice  pallidius 
Hier  beschreibt  Linne  die  Geom.  russata  H.  —  trun- 
eata  Hufn.    Auf  den  ersten  Anblick  und  wenn  man  Treitsch- 
ke's  Beschreibung  der  russata  liest,  mag  meine  Behauptung 
verwerflich  erscheinen.    Dies  dürfte  sich  aber  anders  gestal- 
ten, wenn  man  die  Linne'sche  Beschreibung  näher  ins  Auge 
fasst.     Truncata  Hufn.  ist  einer  von  den  Spannern,  die  sehr 
variiren  und  deshalb,    so  wie  ihrer  ganzen  Zeichnung  nach 
schwer  mit  Worten  zu  beschreiben  sind.    Linne  musste  daher 
nach   etwas   besonders  Characteristischem  suchen,   um  mit 
wenig  Worten  die  Art  sicher  zu  bezeichnen.     Dies  ist  ihm 
meines   Erachtens    sehr    gelungen    durch    Auffassung    der 
weissen,  nach  hinten   rothgelben   Makel   des  Vorderrandes, 
die  von  einer  feinen  gewellten,  weissen  Linie   umschlossen 
ist.     Man  kann   kaum  deutlicher  beschreiben,  als  hier   von 
Linne  geschehen  ist,  und  wenn  man  seiner  Auffassung  folgt, 
so  findet  man  auf  jeder  Geom.  truncata  die  gedachte  Makel. 
Ueberdies  ist  dieser  Spanner    ein  im  Norden    nicht 
seltener  Schmetterling,    der  Linne's   Aufmerksamkeit  nicht 
leicht  entgehen  konnte.    Auch  stimmt  das,  was  Linne  über 
die  Raupe    sagt,    die  er  als  viridi-pallescens  bezeichnet,  mit 
dem,  was  Treitschke  Band  6,  Seite  189   nach  Freyer  über 
dieselbe  anführt. 


51 

4.  Geometra  li  vi  data  L.    Faau.  succ.  ed.  11.  pag.  337 
No.   128.').     Thal,  gcoin.    seticomis,    aus    autice  pallidis, 
ßtriga  fusita,  ptistice  fuscis,  striga  pallida. 

De  Script  facics  et  statura  omniuo  sequeutis  (geom. 
aversata)   alao   (»iniKs  puncto   contrali   utrinqiic ;   antice 
pallidae  vel   pallidc  sululmreae  striga  corva  iusca ;  pos- 
tice  ul)S(»lctc  l'u.scac  stnga  pallida  et  poue  strigani  fus- 
eus  colur  iiiiuus  saturius.    Subtiit>  umnes  pallidae,  striga 
fusca  puue  punctum;  t'ascia  dein  uhsoleta  inter  punctum 
et  strigam. 
Dieser  Falter  scheint  mir  uuzwcifelhaA  die  Geometra 
bisctata  Ilufii.  zu  sein ,   auf  welche,  namentlich    auf  Exem 
plare,    wo  das  scliwär/.liche  Colorit   längs    des  llintcrraudes 
stark    ausgeprägt    ist,    Linnc's    Beschreibung    genau    passt. 
Schon  Laspeyres    hat   die  lividata  L.   l"Ur  bisetata  Hufn.  er 
klarL     Er  hat  sie  aber  für  eins  mit  Geom.  scutulata  gehal 
tcn,  eine  Verwechselung,  die  in  früheren  Zeiten   öfters  vor- 
gekommen und  wohl  darin  ihren  Grund  hat,  dass  die  ächte 
bisetata,   oligleich  in  manchen  Gegenden  keineswegs  selten, 
früher  nicht   ;,'enau    bekannt   gewesen    ist.      In   Wirklichkeit 
ist    bisetata    wesentlich    verschieden    von    scutulata.      Was 
Treitschke  im  2.  Thoile  des  ♦;.  Bandes  pag.  2^1    seines  be- 
kannten Werkes  anlührt,   um  zu  begründen,   dass   die  livi- 
data   L.   nicht  die    bisetata   Hufn.    gei.   halte   ich    nicht   für 
geeignet,   meine   obige   Ansicht   zu    entkräften.      Linne  ver- 
gleicht seine  lividata  mit  aversata,  und  der  steht  sie  in  der 
That  naiie.     TreiLschke  sagt,    die  Beschreibung  der  üintcr- 
flügel    sei  ganz  unpassend;   ich    finde    aber  gar  nicht,   dass 
Linn»^  die  Hintertiügel  beschrieben  hat.    Es  scheint  also  hier 
ein  Missverständniss  obzuwalten,  ebenso  wie  bei  Treitschke's 
Angabe ,  dass    Linne   die   lividata   mit   bilincata   verglichen 
habe.     Was  Illiger's  Angaben  pag.  171^  Band  II.  seines  Ma- 
gazins betrifft,   so   lege  ich  auf  diese  keinen  Werth,  da  es 
mehr  als  wahr.scheinlich  ist,  dass  er  die  ächte  bisetata  gar 
nicht  in  der  Natur  gekannt  hat. 

5.  Geometra  incanata  L.  Syst,  nat.  ed.  XII.  p.  871. 
No.  263  Thal.  geom.  seticomis,  alis  omnibus  canis,  pos- 
tice  striga  alba  repanda,  disco  puncto  margineque  mgro 
punctato:  habitat  in  silvis. 

DeScript,  minor:  alae  oninrn  supra  canac:  striga 
undulata  nigricans  versus  ba.<iin;  punctum  nigrum  in 
mcdio;  striga  postica  nigricans  repanda;  mox  striga 
alba  repanda,  margine  postiro  nigro  puuctato.  Subtus 
omnes  albido  ciDcreac,  puncto  centrali  nigro;  striga 
postica  repanda,  margineiiuc  nigro  punctato:  alae  pog- 
ticae  fcre  angulatac. 

4» 


52 

Gewöhnlich  wird  diese  incanata  L.  für  gleichbedeu- 
tend mit  incanata  H.  und  W.  V.  genommen;  ich  kann  dies 
aber  nicht  für  richtig  halten  und  zwar  aus  folgenden  Grün- 
den: 1.  hätte  Linne  die  incanata  W.  V.  vor  sich  gehabt,  so 
würde  er  deren  Grösse  wohl  eher  durch  „parva''  als  durch 
„minor"  bezeichnet  haben;  denn  incanata  W.  V.  gehört  zu 
den  kleinsten  Spannern.  2.  soll  incanata  L.  in  Wäldern 
leben,  während  incanata  W.  V.,  ein  sehr  gewöhnlicher 
Spanner,  meines  Wissens  immer  in  oder  an  Gebäuden,  nie 
aber  in  Wäldern  gefunden  wird.  3.  passt  Linne's  Bemer- 
kung: „alae  posticae  fere  angulatae*'  nicht  auf  incanata  W. 
V.,  die  ganz  gerundete  Hinterflügel  hat.  4.  ist  incanata 
W.  V.  nicht  vor  den  Franzen  schwarz  punctirt,  sondern 
gestrichelt,  so  dass  fast  eine  schwarze  Linie  vorhanden  ist. 

Dagegen  passen  alle  Angaben  Linne's  ganz  vortreff- 
lich auf  Geom.  mutata  H.  5.  fig.  98 — 100  und  es  scheint 
mir  unzweifelhaft,  dass  Linne  diesen  Spanner  vor  sich  ge- 
habt habe. 

Geom.  immutata  L.  ist  Geom.  sylvestrata  Borkh. 

6.  Tortrix  avellana  L.  Faun.  suec.  ed.  IL  pag.  344, 
No.  1316.  Phal.  tortr.  alis  superioribus  testaceis;  fasciis 
ferrugineis  sesquitertiis. 

Descript.    Phal.  seticornis  spirilinguis,  alis  incum- 
bentibus  flavis:  fasciis  duabus  griseis  obliquis,  pos- 
tica  interrupta.     Faun.  882.    Habitat  in  corylo.  —  Phal. 
magnitudine  muscae  carnivorae :  alae  deflexo-incum- 
bentes,  breves,  latae;  superiores  pallideflavesceutes: 
fasciis  duabus  retrorsum  spectautibus  fuscogriseis,  qua- 
rum  postica  in  medio  interrupta.    Pedes  spinosi. 
Ich  glaube  nicht  zu  irren,  wenn  ich  diesen  Wickler 
Linn'es  für  Bombyx  testudo   erkläre.     Auf  das  ockergelbe 
Weib  dieses  Falters  passt  die  Beschreibung   in   der  Faun, 
suec.  ohne  allen  Zwang  recht  gut.     Namentlich  aber  ist  es 
bedeutsam,  dass  Linne   sich  gerade  bei  der  Beschreibung 
dieser  Species  bewogen  gefunden  hat,  über  die  Flügel  und 
deren  Haltung   in  üer  Ruhe    eine   besondere  und  umständ- 
liche  Bemerkung  zu   machen,    durch   welche   nachgewiesen 
wird,    dass   ihm   die   Tortr.  avellana  eine  beachtenswerthe 
Abweichung  im  Bau  von  den  andern  Wicklern   gezeigt  hat. 
Und  in  der  That  sind  die  Worte :  „alae  deflexo-incumbentes, 
breves,  latae"  ganz  bezeichnend  für  B.  testudo,  dergestalt, 
dass  man  über  die  Worte:   „habitat  in   corylo"  —  da  die 
Hasel  allerdings  meines  Wissens  nicht   eine  Futterpflanze 
des  B.  testudo  ist  —  wohl  hinweg  gehen  kann,  da  in  dieser 
Beziehung  bei  Linn6  manche  Irrthümer  untergelaufen  sind. 

7.  Pyralis  secalis  L.    Syst.    nat.  ed.  XIL  pag,  882. 


5.^ 

No.  33S.     Pyr.  ali»  griseo-faBcis   striatis:    niacnla  reni- 

formi  A  latino  inscripta.     Roland    act  Stockh.  p.  62. 
Habitat  intra  sccali.s  culniug,   cok   intra   vapinam   ex 

edens,  ex  iino  in  altcruni  niiprans,   undc  spicae  albae. 
Durch  dicst:   r>otlircil»iinf:  ist  Pyr.  stranientalis  H.  — 
—  clntalis  H.  (iL*.       deutlicli  bczoiilinot  und  die  Vcrglcichunp 
der  Makel  auf  den  CHteriliipcln  mit    einem    lateinischen   A  ist 
eiae  sehr  glllckliehe  /u  nennen,  da  in  der  That  jene  Makel, 
vom  llinterrande   des   FlUpels    aus   betrachtet,  dem  erwähn- 
ten Buchstaben    sehr    ähnlich    ist.     Ich   habe  Pyr.    strameo 
taliß  stets  in  Getreidefeldern  *)   {refangen    und  es   ist  daher 
auch    die    Angabe    Linne's    über   den    Aufenthalt   der  Raupe 
obiger  Bcstinmiung  nicht    \vidersj)rcchcnd. 
8.  Tortrix    Icdiana   L.     Syst   nat.    ed.   XII.    pag.    ^70, 

No.  81 '1     Tortr.  ali.s  fuseis,   fasciis   2  rubro- argenteis: 

ftosteriore  puncto  intniso.   Clerk,  phal.  Taf.  10,  Fig.  12. 
labitat  in  ledo. 

De  Script,  alae  nigricantes,  maculis  cinereis  et  nna 
altcrave  rufa.  etiam  ad  auuni,  iuterlui'cntibus  passim 
squamis  argenteis,  s(|nama  major  basi  alae  incumbens, 
apice  rufeseens.     Similitudo   quaedam  pomctnellae. 

Fann.  suec.  ed.  II.  Xo.  1.S30,  Tortr.  alis  fuseis;  fasciis 
2  rubro-argenteis:  posteriore  puncto  intruso.  Clerk. 
Tab.   10.  Fig.    12.  lediana.     Habitat   in  ledo  palustri. 

De  Script,  alae  sujieri(»res  fuscae,  fasciae  J  argen 
teae ,  rubm  colore  superinductae;  harum  posterior  in 
mcdio  puncto  magn(»  intruso.  -\ntenuac  nigrac,  corpore 
breviorcs.     Magnitudo  culicis. 

Es  sind  schon  vielfach  Knirterungcn  darüber  ange- 
stellt worden,  welchen  Schmetterling  Linne  unter  seiner  Tortr. 
lediana  verstanden  habe,  ohne  dass  bis  jetzt  eine  Hntschei- 
dnng  erzielt  wurden  ist.  Auch  die  Clerk'sche  Figur,  die 
ich  leider  nicht  vergleichen  kann .  hat  keinen  Anfschluss 
gewährt.  Dazu  k(mmit,  dass  beim  Vergleiche  der  Beschrei- 
bung im  Syst.  nat.  mit  der  in  der  Faun.  suec.  ein  Zweifel 
anftaacht,  ob  Linne.  bei  beiden  Beschreibungen  dieselbe 
Species  vor  sich  gehabt  habe.  Indem  ich  es  dahin  gestellt 
sein  lasse,  ob  letzterer  Zweifel  bcgrlhulct  ist,  halte  ich 
dafllr,  dass  mit  der  Tortr.  lediana  L.  in  der  Faun.  suec. 
die  tortr.  amocna  II.  gleichbedeutend  ist.  Dieser  Schmettcr 
ling  zeigt  alle  Merkmale,  welche  die  Diagnosen  Linne's  und 
dessen  Beschreibung  in  der  Faun.    sncc.    angeben;  nament 


•)   Noch    im   Sommrr    l^Sl    h%hf    |.-h    di«fen  Zäniirr  aal  trorko^n 
Hohtn  b«i  Em«  so  Ack«rf«]d«rB  io  mcbrcrtn  Extsplarcn  gefangco. 


54 

lieh  wenn  man  die  Varietät  incarnatana  H.  191  in  Betracht 
zieht.    Der   schwarze   Fleck    am   unteren   Theile   der    2ten 
Querbinde  entspricht  recht  wohl  dem  puncto  intruso  Linnö's. 
Erwägt  man  dabei,  dass  Tortr.   amoenana  vielfach  variirt, 
so  ergiebt  sich  auch  die  Möglichkeit,   dass   Linn6   bei  der 
Beschreibung    im  Syst.    nat.    denselben    Schmetterling    vor 
sich  gehabt  habe.    lieber  die  Lebensweise  der  Tortr.  amoe- 
nana ist  mir  nichts  Näheres  bekannt,  ich   weiss  also  nicht, 
ob  Ledum  palustre  ihre   Futterpflanze  ist. 
9.  Tinea    cembrellaL.     Syst.  nat.  ed.  XII.  pag.  892, 
No.  405.     Tin.  alis  fuscis,  atomis  albis  irroratis.    Habi- 
tat  in  pinu  sylvestri  intra  folliculum   scabrum. 

Faun.  suec.  ed.  II.  No.  1422.  Tin.  alis  fuscis  atomis 
albidis  irroratis.  Habitat  in  pinu  sylvestri;  larva  intra 
folliculum  scabrum,  more  Ph.   pellionellae. 

De  Script,  minor  musca  domestica.  Alae  obtusae, 
fasciae  punctis  albidis  conspersae,  unde  cinereae  ad- 
parent. 
Schon  Dr.  Zinken  spricht  in  dem  bekannten  Werke: 
„die  Zünsler,  Wickler,  Schaben  und  Geistchen  etc."  von 
Charpentier,  Anmerkung  160,  Seite  120,  die  Vermuthung 
aus,  dass  Tinea  cembrella  L.  eins  sei  mit  Tortr.  duplana 
H.  Er  sagt,  dass  die  Worte  Linne's:  „alae  obtusae,  fasciae 
punctis  albidis  conspersae,  unde  cinereae"  seiner  Vermuthung 
günstig  seien,  dass  volle  Gewissheit  in  der  Sache  aber  erst 
durch  die  Entdeckung  der  Raupe  zu  erlangen  sei.  Treitschke 
widerspricht  Zinkens  Ansicht,  Band  8.  pag.  139,  indem  er 
meint,  dass  Linne,  wenn  er  eine  duplana  vor  sich  gehabt 
habe,  gewiss  das  breite,  goldbraune  Feld  der  Vorderflügel 
hervorgehoben  haben  würde.  Nun  hat  allerdings  duplana 
in  vielen  Exemplaren  eine  merkliche  braune  Färbung  auf 
den  Vorderflügeln;  allein  bei  vielen  andern  Exemplaren  ist 
dieses  Braun  in  so  untergeordnetem  Grade  vorhanden,  dass 
es  kaum  besondere  Erwähnung  verdient  und  es  gar  nicht 
auffallen  kann,  wenn  Linn6,  nach  einem  matt  gefärbten 
Exemplare  beschreibend,  jenes  Braun  nicht  als  characteri- 
stisch  hervorhob.  Man  betrachte  Hüb.  flg.  230.  Ich  glaube 
daher,  dass  die  Ansicht  des  sehr  sachkundigen  Zinken,  der 
die  duplana  in  der  Natur  beobachtete,  durch  Treitschke's 
Widerspruch  nicht  entkräftet  wird.  Erwägt  man  dazu  noch, 
dass  von  Linn^  und  seinen  Zeitgenossen  gerade  die  an  dem 
Nadelholze  lebenden  Schmetterlinge  besonders  sorgfältig 
beobachtet  worden  zu  sein  scheinen,  und  dass,  wie  ich  im 
Jahresbericht  des  Weimarischen  Tauschvereines  für  1853, 
S.  83,  nachgewiesen  habe,  die  Raupe  der  Tortr.  duplana  H. 
wenigstens  die  Fähigkeit  besitzt,  einen  Sack,  ähnlich  wie 


f>f) 

Tinea  pellionolla,  in  fertitriMi.  ko  stei^'crt  Hieb  ZinkcnK  Vcr- 
mnthtinpr  /nr  (Jowisshcit.  Ich  liabo  zwar  danialK  die  Kiffen 
fliliniliflikt'it  «Irr  llaiiju.'  dcrTortr.  duj)lan:i,  einen  Sack  zu 
verfortipMi,  nur  in  Ho/.Ui:  auf  die  Verpnppunp  crwalint,  weil 
meine  Krfalirnn^'  nicht  weiter  gehet;  ck  ist  aber  kcinc8wep> 
iinwahrHeheinlich .  da88  die  pcdaehte  IJaupc  auch  vor  der 
\'trjinpj»uii^',  wenn  auch  vielleicht  mir  nntcr  gewissen  Ver 
hältiiisKcn  in   einem  Sacke  lebt.    *i 

B.  Species  aas  Rossi's  Fanna  Etrosca. 

1.  l'bal.  h  am  ata.  pag.  37  der  Mantis8e.  No.  44H 
Tab.  IV.  li.ir-  0.  Phaj.  sctieorni.';,  ali«  anticis  virescen- 
tibus,  basi  t'aseiatiue  postiee  nnidenfata,  niv«'it>. 

Vi\  major  T.  Ii-mnata  (was  sieh  atit"  den  Mann  bezieht, 
der  t^ub  Xn.  1 1.")  l»e.sehrieben  istj  Capnt  thurax(iue  alba. 
.Mae   antice    viresecnteK   ad    lia.sin    niveae   spatio   viridi 
intrus(t;  in  medio   faseia  nivea  juistiec    nncnni  sen  den 
teni  reeurvuni  niajusenlnm  exserente,  et  at  cftstani  macula 
pariter    ni\ea:    siibtus    t'useescentes.       I^•sticac    fusco 
einercai'    mar^ino    albido:    subtus   albidae.      Ilabitaf    in 
Silvia  in.  Jun. 
Hier    ist   NOctua    clichrysi    Kamb.**)   8(t  deutlich 
beschriebeu,  dass  es  keines  weiteren  Beweises  bedarf,  Koggi 
ba1)e  diese  Species  vor  sieb  gehabt.     Da  nun  die  Hossische 
Benennung  älter  ist,    al.s  die  von  IJandiur,    so  wird  ihr  das 
lu  cht  der  I'rioritiit  zu  Theil  werden  müssen. 
'J.  rii.     oehrearia.     pag.  83     der    Mantisse     No.     42t*, 
Tab.  VII.  lig.  N.  und  n.     Thal.  |iectinicornis,  alis  anti- 
cis «quanimoRo-Iutescentibus,    posticis   albidis:    subtiis 
omnibus,  atomis,  puncto,  strigafpie  repanda  subniarginali 
fuscis. 

Mafrnitudo  praeeedentis  (tasciataria).  Antennarum 
eogta  alba,  radii  fusci.  Alae  ad  costani  atomis  cnnfcr 
tius  aspersae,  praesertini  inlerius.  Habitat  in  silvis 
freqncDS. 

.  Möglkh,  d«M  dl«  Rttup*    nur   dann  sich   Mr  »rptippan^;  rintn 
>iM-K   «pinoi,  wnan  »\r  »«•  dem  IVi^t«»,  wnria  «i«  in  d<>r  Hfgrl  sn   wnh 

OCn  pftflH,  diifh  irgrod  rin  Krrignit«  %crlrirh«ii  i«i.  I)*t(  »tc  abrr 
einen  (olrhon  .*^ark  (pinnro  kann  und  tplnnl,  mu*«  ich  *l» 
iinn  m  •  tA  ml  i  rh  <>  Thai'fh«  b«»ielrhn«n. 

■•*)    Nach    inr<4ll«r      Aiiff»'-«i:i.|'      il--«      llrt-rilTr«     »nn     .inor     -  Sti*ciei** 

kmttn  ich  N.   «iMhrjtn    nicL  '•  H. 

halirn.     Beide  lind  in  der  /  rnend. 

da.««  jede  F.in/elnhelt  dcr»e!b<-n  bri  der  rlirlirvti  wir  bri  dpf  nininia  in 
ftnd^n  Ut.  Leiilere  hat  nur  itn  Allcmoinrn  di»  f«>«ahnte  Mittelhindr 
brr  "er,  alt  rlirhrroi  nnd  eine  mehr  criin;;f!»ue,  »Ui«  branngriMe  ftrtind 
Urbe.      Ich  ««racf  hict  »l«o  nur  eiae  Rac'^D-Vcrichitdtnltcit  ui  erkennet.. 


56 

Diese  ochraria  ist  nichts  anders  als  Geom.  citraria  H, 
Die  Beschreibung  passt  ohne  allen  Zwang  auf  jene  Exemplare 
dieses  Spanners,  bei  denen  die  Querbinden  verloschen  sind. 
Völlige  Gewissheit  giebt  aber  die  Abbildung  der  Unterseite 
des  Schmetterlings  unter  n.  auf  Tafel  VII.,  obgleich  sie  im 
Ganzen,  wie  alle  Abbildungen  in  dem  Rossi'schen  Werke 
sehr  mangelhaft  ist. 

Wäre  die  Rossi'sche  Benennung  älter  als  die  Hüb- 
ner'sche,  worüber  ich  nicht  in  Gewissheit  bin,  so  würde  sie 
einzutreten  haben. 

3.  Ph.  fasciataria.  pag.  33  der  Mantisse  II.  No.  428, 
Tab.  VII.  fig.  H. 

Phal.  pectinicornis,  alis  angulatis,  fusco-griseis, 
in  medio  obscurioribus ,  subfasciatis ,  strigosis,  puncto 
nigro  centrali.  Magnitudo  Ph.  piniariae.  Alae  supe- 
riores  in  parte  antica  et  postica  griseae,  margine  exte- 
riori  striga  abbreviata  punctoque  nigris.  In  medio  fascia 
obscurior,  ad  apicem  nigra,  anticeque  striga  nigra  ter- 
minata,  postice  sinuosa.  Inferiores  angulatae  fere  simi- 
liter  pictae,  omnesque  subtus  pallidiores,  atomis,  striga, 
punctoque  medio  nigris.  Affinis  Ph.  liguariae. 
Habitat  in  silvis  sat  frequens. 

Beschreibung  und  Abbildung,  obgleich  diese  sehr  man- 
gelhaft ist,  passen  gleich  gut  auf  Geometra  petrificata  H. 
Der  Umstand,  dass  Rossi  die  Hinterflügel  „angulatae"  nennt, 
während  petrificata  dieselben  nur  etwas  busig  nach  Aussen 
erweitert  hat,  ist  um  so  weniger  von  Gewicht,  als  in  der 
Abbildung  von  einer  Ecke  am  Hinterflügel  durchaus  nichts 
zu  sehen  ist,  vielmehr  derselbe  hier  ganz  der  Wirklichkeit 
entspricht. 

4.  Phal.  dimeralis  pag.  38  der  Mantisse  Nr.  451.  Tab. 
VII.  Fig.  R.  Phal.  palpis  porrectis,  thorace  longioribus, 
alis  ad  basin  fusco-viridibus,  ad  apicem  griseis,  lineola 
alba  aequaliter  in  triangulum  bipartitis. 

Statura  ac  magnitudo  P.  verticalis.  Corpus  griseum. 
Antennae  setaceae  ad  basin  superius  albae,  et  in 
masculo  pubescentes.  Palpi  porrecti,  approximati  api- 
ceque  superius  retorti,  thorace  longiores.  Alae  omnes 
supra  et  subtus  griseae  nitidulae,  at  anticae  ad  basin 
fusco-virides,  ad  apicem  griseae,  Stria  alba  aequaliter 
in  triangulum  bipartitae,  punctoque  minutissimo  nigro 
prope  marginem  exteriorem  ante  medium  notatae. 
Frons  pilosa.  Color  fusco-viridis ,  in  aetate  provectis 
plumbeus  evadit  et  saepe  omnino  evanescit. 

Primnm  bis  lecta  insidens  muro  externo  domestico  m. 


Majo;  mox  vero  incnnti  Septcmbri    in   loro  hcrbido  in 
rulto  horti  Acad.  Pi«;ani  plnrcs  adinvcntar. 
Diese  BeBchreibnnp  lässt  auf  Pyr.  lividaliß  U.  Pchlies 
nen  and  die  Ahbildnnp  erhebt  diesen  Sehlnss  zu  voller  Oe- 
winebeit   und    wir   haben  so  die  ersten    authentischen  Xach- 
richten  durch  Rossi  Itbcr  diesen  Srhmctterlinp.     Die  an  der 
Mauer  gefundenen  beiden  Kxemplarc  lassen  darauf  sehlieB- 
8eD,  dass  der  F'alter  überwintert. 

f).  Tin.  Prunnerclla,  pap.  4«)  der  Mantisse  \r.  484. 
Tin.    alig  nubaureis  cinercoquc   fnscis  albo-bifasciatis 
punctis  arpentcis  sparsis,  diseo,  apiceque  maenlis  atri« 
arpenteo  punctatis. 

Minuta,  alac  primnrcs  cinereo-fuscae,  quasi  nstnlatae, 
fasciis  duabus  snbnitidis  aibidis ,  quarum  prima  latior. 
In  diseo  apiceque  puncta,  sen  maculae  tres  atrae  ar- 
geutc  -  punctatae  ,  sedenti ,  in  cireulum  eoramunem  ad 
fasciam  postirani  distributae.  InferioreR  fusrae  striga 
albida.  Corpus  cinereuni.  Pcdes  cincrei  nigro  annulati. 
Antennac  corpore  brcviorcs,  annulatae  pilosae. 

Habilat  imago  frequens  in  foliis  Inulac  Helenii,  ibique 
snb  vespemm  ineuntc  Augusto  choreas  agen.«;,    relebrat 
nuptias.     In  honorem    illustris  Viri  mihique    amicissimi 
Leonardi  de  Prunner,  qui  naturalem  historiam  Entorao 
logiamque    Pedeniont.     Glossatorum  Kaiendario    erudite 
loenpletavit. 
Ist   Pyralis   vibralis    Tr.  Beschreibung,    Flugzeit   und 
Fntteri)flanze  bestätigen   dies  gleiehmässig.      Es  wäre  wtln- 
»*ehenswerth.    wenn  die  Prioritäts- Verhältnisse  es  grstatten, 
dass  (Irr  vnn  Hossi  diesem  Schmetterlinge  beigelegte  Name*) 
beibehalten  würde  ,    da    er  <len  Zweck  hat  ,    einem  um  dift 
Naturwissensrhaften    verdienten    Namen   ein  Gedächtnis«  zu 
stiften. 

Erfurt,  den  9.  Oetobcr  lftf)7.  Werne  borg. 


*)  Und  tw«r  nnTcrmndcrt,  nachdem  di«  K^fläadtr  bereift  teil  län- 
KtT'T  7.*it  den  Rndtilbeniwanfi  m't  Recht  brieitifl  hshen.  Man  lollt* 
unhrdingt  die  r«>chtigülti((f n  Namrn  |f&nt  iin*erÄnd<>rt  b^ihelititcn,  *elbi' 
ohne  di^  Fndtiihfn  ntch  dem  fietm«  lu  Sengen.  Denn  »och  d&t  führt  in 
fortwährenden  AendemnRen,  je  narhderD  der  betreffende  Filter  in  die 
•ia«  oder  andere   Gattung    tertetil   wird. 


68 


Synonymische  Miscellaneen. 

Vom  Scbulrath  Dr.  Suffrian  in  Münster. 

XV. 

inn  MB 

Ueber  das  Verhältniss  der  Atopa  cinerea  und  cer- 
vina  zu  einander  haben  bis  in  die  neueste  Zeit  sehr  ab- 
weichende Ansichten  Geltung  gefunden,  ohne  dass  dasselbe 
jedoch  schon  vollständig  aufgeklärt  scheint.  Vielleicht  kön- 
nen die  nachfolgenden  Bemerkungen  etwas  zu  genauerer 
Feststellung  jener  Beziehung  beitragen. 

Linne  kannte  von  dem  genannten  Käfer  nur  eine 
Form,  und  hat  diese  zuerst  in  der  zweiten  Ausgabe  der 
F.  suec.  n.  575  unter  dem  Namen  Chrysomela  cervina  (durch 
einen  Druckfehler  corvina)  beschrieben.  Welche?  darüber 
sind  die  Autoren  nicht  einig.  Fabricius  bezieht  diese 
Beschreibung  auf  den  (seltenern)  Käfer  mit  fuchsröthlichen 
Deckschilden,  den  er  auch  selbst  als  Atopa  cervina  auf- 
führt, Gyllenhal  dagegen  auf  den  (gewöhnlicher  vorkom- 
menden) Käfer  mit  pechbraun  gefärbten,  einfarbig  greisbe- 
haarter Oberseite,  welchen  Fabricius  als  A.  cinerea  be- 
schrieben hat.  Vermuthlich  ist  Gyllenhal  dadurch  geleitet 
worden,  dass  Linne  in  der  Descr.  u.  a.  0.  den  Käfer  als 
„supra  fuscum"  bezeichnet;  erwägt  man  jedoch,  dass  in 
der  Diagnose,  selbst  die  Farbe  als  „lividus"  angegeben,  und 
jenes  „fuscus^*^  durch  den  im  syst.  nat.  (II.  602  u.  115)  ge- 
machten Zusatz:  „Color  dorsi  constat  e  pilis  vix  conspi- 
cuis  glauco-fuscis"  näher  bestimmt  wird,  so  möchte  sich 
kaum  bezweifeln  lassen,  dass  Fabricius  hier  das  Richtigere 
getroffen  habe.  Indess  gehört  die  Beantwortung  dieser  Frage 
nicht  unmittelbar  zur  Sache. 

Die  erste  jener  oben  berührten  Ansichten  geht  nun 
dahin,  dass  die  jetzt  allgemein  unter  dem  Namen  A.  cervina 
L.  und  cinerea  Pub.  bekannten  Käfer  zwei  verschiedene  Ar- 
ten bilden.  Hierher  gehört  vor  Allem  Fabricius,  welcher 
jedoch  bei  der  ersten  Erwähnung  der  A.  cinerea  (Ent.  Syst. 
IL  42.  n.  2)  sogleich  hinzusetzt :  „Mera  praecedentis  [cervi- 
nae]  varietas,  observante  Hellwigio",  und  statt  dessen  in 
dem  Syst.  Eleuth.  IL  16.  n.  2.  bemerkt:  „Vix  a  praece- 
dente  [cervina]  satis  distincta",  und  damit  auch  seinen  eige- 
nen Zweifel  andeutet.  Gegenwärtig  scheint  diese  Ansicht 
so  ziemlich  aufgegeben  zu  sein:  am  längsten  finde  ich  sie 
festgehalten   in  dem    Sturm 'sehen  Catalog,  der  auch  noch 


09 

in  den  letztin  Aus-rahen  flH4;j)  p.  73  beide  Küfer  als  pe- 
trenntc  Arten  autllllirt;  und  nach  Dr.  Sehaiim's  Ar.f^ahc  (im 
Jahrcsb.  1841».  S.  IH!^)  ist  ein  Cleiehes  aueli  in  CJnc^rin'e 
mir  nielit  zu  Oesiehte  ;;i'kniuiinMH'r  M(»nnf:ra|)liie  der  (iat- 
tnnf:  Daseillns  Latr.  (~  Atn|ia  Tk.'  L't'schclieii. 

Eine  zweit»'  Ansieht  erklärt  heidr  K:if«'r  fllr  Varietäten 
Einer  Art.  Wie  Fahrieins  a.  a.  O.  anhiebt,  rUlirt  nie  von 
Hellwijx  her.  und  dem  entspreehcnd  findet  sie  sieb  bei  llli- 
{^er  (Mair.  III.  bU)  sehr  bestimmt  aus^'esproehen,  wenn 
pleieli  ilire  nähere  lieprrMndunf^  vermisst  wird.  Aneh  die 
»ehwediscben  Autoren  von  l'aykull  at»  sind  ilir  zu^a-than ; 
doch  sind  dem  sorirf^iltifrcn  (Jyllenhal  die  ausser  der 
Favbrnversehit'denheit  vorhandenen  Abwiiehnufren  im  Kr»r- 
perban.  namentlieh  der  breitere  KTirper  der  Form  mit  röth- 
lichen  Deekschildin.  nieht  entpran^'en,  weshal!)  er  der  f'ha- 
raktcristik  dieser  seiner  var.  b.  (Ins.  snee.  I.  ^574)  die  Worte 
hinzusetzt:  ,, forte  femina'*. 

Diese  letztere,  von  Oyllenhal  eipentlieh  nur  pole 
pentlieh  und  ohne  weiteren  Naehweis  hingeworfene  Ver- 
mnthunpr  ist,  wie  es  seheint,  in  der  neuesten  Zeit  zu  ziem- 
lieh alljremeiner  Annahme  gelan^'t.  leb  habe  sie  in  den 
meisten  von  mir  ver^lielienen  Samndnn^en  ;.refunden,  aueh 
Dr.  Sehaum  (a.  a.  (>.)  bat  sich  dafür  ausires|>ro('h»'n,  und 
eben  so  hat  der  Stettiner  Catalufr.  weh-her  noch  in  der  Kd. 
III.  nur  der  A.  cervina  L.  p'denkt,  \<m  Kd.  IV.  ab  die  .\. 
cinerea  Fab.  als  deren  (f  bezeichnet. 

Soweit  bis  jetzt  meine  eignen  Erfahrnnfren  reichen, 
vermag'  ich  keiner  dieser  drei  Anscbauunj^en  beizutreten. 
Die  dritte,  nach  welcher  .V.  cinerea  Fab.  das  d*  und  A. 
cervina  Fab.  (Und  nach  Fabricius  .Annahme  auch  L.)  das 
*?  einer  und  derselben  .\rt  sein  soll.  widerle;^'t  sich  dadurch, 
dass  von  A.  einen-a  Fab.  mir  beide  (Jeschlechter  bekannt 
j»ind.  Der  ersten  widerspricht  der  Man^'el  scharf  trennender 
.Artnnt<*rsehie<1e,  und  der  zweiten  der  l'mstand,  dass  alle 
mir  bis  jetzt  vorgekommenen  StIIcke  der  A.  cervina  in  l'e- 
bereinstimmuni:  mit  (;\llenh:ils  neobacbluupi-n  den  breitern. 
pedrJin^'cnern  Körperbau  zelfren,  in  welchem  (Jyllenhal.  und 
pcwi«H  nicht  mit  rnrccht.  ein  charakteristisches  Merkmal 
des  9  zu  erkennen  >:laubtc.  Sollte  deghalb,  was  keincswe^'s 
nnni<"»plieh.  auch  noch  das  (^  des  Käfers  mit  n'ithlichen 
Decksehildern  autl'cfundon  werden,  sm  würde  ich  der  .\n 
sieht  beitreten,  dass  beide  Formen  nur  Varietäten  einer  und 
derselben  .\rt  seien:  bis  dahin  »her  iH-traclite  ich  die  in 
beiden  (Jcschicehtcrn  \nrhandcncn  .\  cinerea  Fab.  als  die 
normale  Form  des  Käfer»«,  ni  welcher  die  A.  cervitm  Mnn. 
Fab.    eine    dnreh    die    fnchsn'U bliche    Färbnnir   der    FlO^- 


60 

decken  und  auggedehntern  röthlichen  Färbung  des  Hinter- 
leibes abweichende  Nebenform  des  9  bildet.  Welche 
Benennung  nun  für  die  Art  zur  Anwendung  zu  bringen  sei, 
mögen  gewichtigere  Auctoritäten  entscheiden. 

Der  Unterschied  beider  Geschlechter  zeigt  sich  zu- 
nächst in  deren  Körpergrösse,  indem  das  cT  ^^  der  Regel 
um  den  4.  Theil  länger  ist,  als  das  9  (die  Deckschilde  des 
erstem  so  lang  als  der  ganze  Körper  des  letztern);  dabei 
ist  das  c?  noch  etwas  schmaler  und  dadurch  dem  ganzen 
Habitus  nach  schlanker,  mehr  Elateren- förmig,  mehr  gleich- 
breit, und  vom  letzten  Drittel  der  Länge  ab  allmälig  im 
gestreckten  Bogen  sich  verschmälernd,  während  das  bei 
kürzerem  Körper  breitere,  hinterwärts  etwas  bauchig  erwei- 
terte 9  sich  erst  vom  letzten  Viertel  ab  kurz  und  breit  zu- 
rundet. Im  Einzelnen  sind  die  Taster  und  Fühler  des  Ic/ 
kräftiger  als  bei  dem  9,  was  namentlich  bei  dem  (vorn 
leicht  verbreiterten)  Endgliede  der  ersteren  und  dem  Wur- 
zelgliede  der  letzteren  bemerkbar  wird;  das  dritte,  bei  dem 
9  nur  leicht  nach  oben  gekrümmte  Ftihlerglied  ist  bei  dem 
cf  am  untern  Drittel  deutlich  auf  der  Hinterseite  einge- 
schnürt und  dadurch  gewissermassen  unter  einem  sehr  stum- 
pfen Winkel  gebrochen;  die  Flügeldecken  des  cf  sind  stär- 
ker gerippt,  weit  über  den  Hinterleib  hinaus  verlängert,  die 
Beine  merklich  länger  und  schlanker,  der  letzte  Bauchring 
zu  beiden  Seiten  stark  ausgeschweift  und  dadurch  die  Mitte 
als  ein  stumpfer  Lappen  vorgezogen,  bei  dem  9  fast  halb- 
kreisförmig, mit  kaum  angedeuteter  Schwingung  zugeruu- 
det;  auch  die  Dornen  an  den  Schienenenden  des  9  kleiner, 
bei  den  Hinterschienen  fast  unscheinbar, 

Uebrigens  scheinen  die  beiden  Formen  des  9  theil- 
weise  lokal  zu  sein.  So  habe  ich  sie  im  Harze  unterein- 
ander und  in  ziemlich  gleicher  Anzahl  angetroffen,  während 
mir  hier  in  Westphalen  bisher  nur  die  röthliche  Form  des 
9  (=  A.  cervina  Fab.)  vorgekommen  ist.  Eben  so  schei- 
nen die  cf  im  Allgemeinen  seltener  zu  sein  als  die  9. 


Literatur. 

Vom  Professor  H.  Frey  in  Zürich. 

The  natural  history   of  the  Tineina.     Volume  I,   con- 
taining   Nepticula   Part  1.;   Cemiostoma   Part  I.   by   H.  T. 


et 

Staiutun  asbisted  by  Professor  Zellcr  and  J.  W.  Üouglaa. 
Londou,  Paris,  Berlin  1855.  —  Die  Naturgeschichte  der 
Tineen.  Erster  liaiid  enthaltend  Nej)ticula.  Hrster  Theil. 
CemioHtuuia.  Krster  Tluil  von  li.  T.  Stainton  unter  Mit- 
wirkun-:  der  Hcrnn  l'rolVssor  /i-lltT  und  J.  \V.  Douglas. 
London.  Paris,  Hi-rlin  (hier  bri  K.  S.  Mittler  A.  Sohnj. 

—  Volume  II  ,  coiitainiiii:  LithoeoUetis  Part  1.  1857. 
Zweiter  Band  enthaltend  Lithoeolktis  erster    I'heil. 

Uusre  Zeit,  weU-hi-  die  materiellen  (iUtcr  des  Lebens 
mit  so  {,'rosseni.  nachhalti^'cm  Krt'olge  pflejrt.  hat  sich  auf 
der  anderen  Seite  der  Cultur  wissenselialllichen  Besitzes 
mit  dem  j^rüssten,  j,'l:in/enil.stcn  Krfol^'i;  hinj^egeben.  Nicht 
allein  jene  Zweige  der  Naturwissenschaften,  welche  einen 
sogenannten  practischeu  Nutzen  gewähren,  wie  z.  B.  Physik 
und  Chemie,  auch  diejenigen,  welche  dem  industrielleu  Le- 
ben ferne  liegen  und  ihre  Bedeutung  in  sich  tragen,  sind 
in  dem  grüssten  nachhaltigsten  Aufschwünge  begriffen,  so 
dass  zwischen  dem  Wissen  der  Jahre  is:i((  und  IHös  eine 
unendliche  Kluft  liegt,  grösser  als  sonst  ein  Jahrhundert 
sie  brachte. 

Unter  diesen  Zweigen  der  Naturwissenschaften  steht 
die  Entomologie  gewiss  nicht  in  letzter  Linie.  Das  beweisen 
die  Journale,  welche  wir  in  Deutschland,  England  und  Frank 
reich  fllr  die  Insectcnkunde  besitzen,  und  die  zahlreiehen 
monographischen  Arbeit>n  der  Neuzeit. 

Die  .Mikrolepidopteren  und  unter  diesen  namentlich  die 
Tineen  sind  in  den  letzten  Jahren  Lieblingsobjecte  des 
Sammcls  und  Studiums  geworden;  gewiss  mit  Hecht,  da 
hier  Jeder,  welcher  eine  kur/.e  Zeit  aufmerksam  beobachtet, 
zum  Entdecker  und  Kürderer  der  Insektenkunde  werden  muss. 

l'nter  den  .Mikrnle|)i(loptt'r<>l(igen  der  dcgenwart  steht 
wie  bei  uns  Zeller,  m»  in  England  der  Autor,  dessen  Namen 
die  oben  angeflihrten  Schriften  tragen,  voran.  Seine  mannich- 
fachen  trefTlichen  Arbeiten,  wie  (lie  Insccta  britannica,  Le- 
pidoptcra,  Tineina  ,  Lonilon  \>^')\,  das  seit  einigen  Jahren 
erscheinen<le  ,,Annual'  und  der  von  ihm  begrllndete  .,Iutel- 
ligencer",  liefern  dafllr  den  voHgiiltigstcn  Beweis.  Der  Im- 
stand,  dass  diese  .\rbciten  in  englischer  S|)r.iclie  gcst  hrie- 
ben,  mag  manchen  deutschen  Entomologen  verhindert  haben, 
von  diesen  Werken  die  schuldige  Kenntniss  zu  nehmen. 

Das  neue  literarische  rnternchmcn,  welches  wir  hier  be- 
sprechen, ist  bestimmt,  keinem  Entomologen  „ein  versiegeltet 
Buch"  zu  bleiben.  Der  in  vier  Sj)rachen  zugleich  gelieferte  Text 
«engli.sch.  deutsch,  französisch  undlateini  wird  vielmehr  einen 
Jeden  in  den  Stand  setzen,  die  Arbeit  zu  lesen  und  zu 
stadireu.     lu  der  That  steht  dan  Werk  einzig  da,  indem  ei 


62 

nicht  allein  die  Systematik  dieser  kleinen  Insekten,  sondern 
ihre  ganze  Naturgeschichte  behandelt  und  so  dem  staunen- 
den Auge  eine  noch  vor  wenigen  Jahren  unbekannte  Welt 
in  ihrer  zierlichen  interessanten  Schönheit  enthüllt. 

Aber  noch  in  einer  anderen  Weise  ist  Stainton's  Buch 
vor  allen  anderen  ausgezeichnet.  Es  ist  auf  den  Gemein- 
sinn der  Mikrolepidopterologen  Europa's  gegründet  und  be- 
stimmt, unter  der  Mithülfe  von  Zeller  und  Douglas  Beiträge 
aus  allen  Ländern  zu  bringen  und  zu  verarbeiten.  Und  in 
der  That  hat  der  treffliche  Verfasser  vor  Jahren  nicht  um- 
sonst an  diesen  Gemeinsinn  appellirt,  da  schon  jetzt  die 
geachtetsten  Forscher  auf  diesem  Gebiete  ihm  fördernd  zur 
Seite  stehen,  so  dass  manche  Tineenraupe  in  kleiner  Büchse 
die  Reise  über  den  Canal  antreten  musste  und  gewiss  die 
Theilnahme  immer  höher  ausfallen  wird. 

Der  erste  Band,  im  Jahre  1855  erschienen,  behandelt 
neben  einigen  Arten  des  Geschlechts  Cemiostoma  die  Na- 
turgeschichte von  21  Species  des  Genus  Nepticula  und 
liefert  in  meist  vortrefflich  gezeichneten  und  vergiösserten 
Zeichnungen  Falter,  Raupe,  Puppe  und  Mine,  so  dass  ein 
Blick  auf  die  betreffenden  Abbildungen  oft  besser  als  eine 
lange  Beschreibung  die  Art  erkennen  lässt. 

Der  Tod  des  Zeichners,  Herrn  Wiug,  während  der 
Herstellung  des  ersten  Bandes  führte  eine  etwas  längere 
Pause  herbei,  so  dass  der  zweite  Theil,  welcher  im  Jahre 
1856  hätte  kommen  sollen,  erst  im  Herbste  1857  die  Presse 
verlassen  konnte.  Er  beschäftigt  sich  mit  der  Naturge- 
schichte des  reizenden  Genus  Lithocolletis.  Wir  erhalten 
hier  in  noch  viel  schönerer  bildlicher  Darstellung  fnament- 
lich  sind  beinahe  alle  Raupen  ganz  ausgezeichnet)  24  zum 
Theil  sehr  nahe  verwandte  Arten  und  können  uns  in  einem 
sehr  gut  und  gründlich  geschriebenen  Texte  über  sie  ge- 
nügend belehren,  wie  wir  auch  die  Unterschiede  gegenüber 
nahe  verwandten  Species  genügend  hervorgehoben  finden. 
Ein  vortrefflich  geschriebener  allgemeiner  Theil  entwickelt 
Bau,  Lebensweise,  geographische  Verbreitung  des  Genus 
und  führt  die  zur  Stunde  bekannten  zahlreichen  Arten  auf 
Ein  dritter  Band ,  dessen  Erscheinen  binnen  Jahresfrist 
sicher  zu  erwarten  steht,  macht  eine  siegreiche  Entdeckungs- 
reise in  das  Gebiet  der  noch  so  wenig  bekannten,  grasmi- 
nirenden  Elachisten,  ein  vierter  soll  eine  Anzahl  der  Co- 
leophoren  erörtern  und  ein  fünfter  entweder  Depressarien 
bringen  oder  einen  neuen  Schub  der  Nepticulen  und  des 
Genus  Bucculatrix  (was  wir  vorziehen  würden). 

Sind   auf   diesem  Wege   auch   nicht   alle  Arten  eines 
Genus  zu  erwarten,  so  werden  die  sicher  und  genau  vorge- 


63 

tltlirten  für  alle  Zeit  einen  Kern  hiklen,  au  welchen  die 
Ubri^'en  «ich  Iciilit  anlehnen  werden.  I)as8  die  (JptVr, 
wclehe  unser  Virlassor  in  Ite^'eisturter  Thäti{,'kcit  fllr  die 
F.ntnmolo^M'e  hierl)ei  hrinj^t,  solir  bedeutend  sind,  bedarf 
wold  keiner  Erwähnuni:.  Sull  da.s  Werk  nicht  das  fleschiek 
80  manches  andrrn  /.  It.  des  Fischer  von  Hoesh'r>taniiii'sehen 
finden,  s«»  wäre  drinu'end  /u  wlinschen,  dass  in  Deutschhmd 
der  saniinehide  Theil  der  .Mikrnh|»(|(.pterohj^aMi  ähnlich  dem 
wissenschaftlich  arbeitenden  in  recht  au«>^'edehntcr  Weise 
bcthiltifren  niü/;en,  dass  er  (\&n  liuch  nicht  aliein  lese,  son- 
dern auch  kaufe,  um  s<»  dem  Verfasser  die  \  erdiente  Aner- 
kennung: /u  zollt  n  und  ilim  in  seinem  kostbaren  l'ntemeh- 
men  iiilltVeich  unter  die  Arme  zu  f;reifen.  Dann  werden 
wir  nach  •>  —  10  Jahren  flir  die  Tineen  ein  literarisches 
Material  besitzen,  so  schon  und  zweckmässig  {:earbeitct, 
wie  es  kein  anderer  Theil  der  Schmetterlingskunde  aufzu- 
weisen hat.  Dann  ist  der  Verfasser  vielleicht  auch  im 
Stande,  was  so  h»"»chst  wllnschenswerth,  jährlich  mehr  als 
einen  P.and  erscheineu  zu  lassen.  Jeder,  welcher  weiss, 
wie  unendlich  gerini:  der  Al)satz  entomolo^MScher  Kupfer- 
werke ist  und  welche  Erfahrungen  z.  H.  Herrich-Schäffer 
mit  seiner  klassischen  Arbeit  ^'iniacht  hat.  wird  den  Wunsch 
des  Referenten  gewiss  unterstützen.  F'nglischc  Werke  sind 
tUr  unsere  continentalen  Verhältnisse  in  der  Kegel  sehr 
kostbar.  Die  .,Naturgeschi<hte  der  Tineen"  macht  davon 
eine  hr»chst  rühmliche  Ausnahme.  Die  beiden  Hände  kosten 
zusammen  etwas  über  8  Thaler.  kommen  also  billiger  zu 
stehen,  als  sie  ein  deutscher  Buchhändler  liefern  könnte. 
Eine  unbedeutende  jährliche  Ausgabe  wird  so  den  Mikro- 
lepidopterologen  in  den  Stand  setzen,  sieh  allmälig  ein  un 
schätzbares   literarisehes  Material  zu  erwerben. 


Brief  von  Prof.  Dr.  Seh ü um 
an   die  Kedartion    der  Knt<>nio|.  Zeitung. 


Flir  «len  Fall,  dass  der  Ke«!'  r  Fulouiolo^'.  Zei 

tuu^'    daran    gelegen    ist.    da.«-«    li  >.    die  mittelst  der 

Zeitung  vtr breitet  worden  sind,  in  derselben  berichtigt  wer- 
den, Übersende  ich  tolgeude  Notiz  zur  Aufnahme.     ,.i,uii> 


64 

Eingesandt. 

Im  Widerspruche  mit  den  von  H.  W.  Scriba  über 
Carabus  violaceus  und  purpurascens  in  der  Ento- 
molog.  Ztg.  1857  S.  378  publicirten  Beobachtungen  sagt  D  e- 
jean  Spec.  gen.  IL  S.  126  über  das  Vorkommen  des  C. 
purpurascens  „On  le  trouve  dans  les  b  o  i  s,  dans  les 
champs  et  courant  dans  les  chemins  dans  presque  toute  la 
France". 

Ueber  die  Sculpturverschiedenheit  des  C.  violaceus 
und  purpurascens  sagt  Erichson  Jahresber.  s.  1842 
S.  19.  „Am  Harze  bilden  beide  eine  Mittelart,  C.  exaspe- 
ratus  Duftschm.,  von  welcher  icli  in  der  hiesigen  Samm- 
lung vom  Harze  eine  Reihe  vor  mir  habe,  deren  Endglieder 
das  eine  von  violaceus,  das  andere  von  purpurascens  nicht 
zu  unterscheiden  sind.  Es  giebt  noch  einige  andere  For- 
men des  violaceus,  welche  als  eigne  Arten  im  Umlauf  sind ; 
auch  bei  andern  Arten  sind  örtliche  Abänderungen,  haupt- 
sächlich von  Insectenhändlern,  als  Arten  verbreitet  worden, 
welche  Dejean  auch  gegen  seine  Ueberzeugung  als  solche 
zu  beschreiben  die  Bescheidenheit  gehabt  hat". 

Berlin,  den  12.  Nov.  1857.  Schaum. 


Nachschrift  der  Redaction.  Herr  Professor  Dr. 
Schaum  wird  schwerlich  im  Stande  sein,  irgend  einen  po- 
sitiven Fall  anzuführen,  in  welchem  die  Redaction  sich  ge- 
weigert hätte,  in  die  Zeitung  eine  wirkliche  oder  angeb- 
liche Berichtigung  eines  durch  sie  verbreiteten  Irrthums 
aufzunehmen.  Die  conditionale  Fassung  des  Introitus  zum 
vorstehenden  „Eingesandt"  war  folglich  gelinde  gesagt  ziem- 
lich unmotivirt.  Nebenher  enthält  der  darin  gebrauchte 
Ausdruck  „Irrthümer"  ein  ungerechtfertigtes  Dementi  der 
von  Herrn  Pastor  Scriba  nicht  als  allgemeine  Regel  sondern 
als  seine  an  verschiedenen  Localitäten  gemachte  Wahr- 
nehmung mitgetheilten  individuellen  Beobachtung.  Diese  wird 
offenbar  weder  durch  das  Citat  aus  Dejean  noch  durch  die 
Bemerkung  Erichson's  über  Carabus  exasperatus  als  irrig 
nachgewiesen.  Es  wird  dem  Scharfsinn  des  Herrn  Prof. 
Schaum  nicht  entgangen  sein,  dass  gelegentliche  Aeusserun- 
gen  verstorbener  Coryphäen  über  Streitfragen,  welche,  da- 
mals kaum  angeregt,  erst  jetzt  in  das  Stadium  genauer 
Formulirung  getreten  sind,  keine  Vota  decretoria  abge- 


65 

bell,  Suust  wünle  pM;ui«'  l>rjaan  ficgtü  tlit«  in  l>a|re  sto- 
lufiid»  ( 'ontractioo  protüstireo.  der  ('.  violuceiih  und  ('.  pnr- 
purasrciis  in  /wi-i  viTscliicdcuc  SiMtiom-n  stellt,  im  Allff^ 
uieincn  lasst  sii'li  mit  Kiiu  niid  lifclit  vnii  der  Hcs<diL'idcii 
bcit  Jodes  jriiliild«'tcu  Kiii^^uu»lox<'ii  «rvsartfii.  daHs.  wenn  er 
eine  Theorie  al»  uiu  anlMlellt.  wrli-lie  mit  «leii  hislieri^^eo 
Ausit  hteu  viehiiliii:  collidirt.  rr  den  Karli;n'iio8Sün  Zeit 
lÜMt,  die  Xellerilili.'  ilielit  Hut(irt  <i>  rrrba  tuaifiAtri  t'Ur  en'V'ie- 
*ien  zu  aehleu.  sondmi  er«t  nach  reilliehtT  PrUtnii^'  und  Au 
hören  jrleiehstrt  In  uder  iuhI  siimmlM-iechtiiittT  (V)Jlejreu  sieh 
eine  sellisiiindim  Meinung»  Über  die  Streiltrafce  zn  l'il 
deu.  Dass  uueh  iiaidi  niehrlachen  nnd  s(diarri-n  Prütiui«.  n 
irrthUnier  und  Mrinunj^Hilntleriinitn  niilg:lieh  niiid.  wird  iierr 
Prot".  Scliauiu  irewiss  niiht  bentreiten.  wiuiu  anders  Htrr 
Ja<qnelin  iJuval  K«cht  hat.  weleher  iu  deu  Annalcs  de 
Frauee  \HiKt  pajr.  •).").?  die  Hehauptun^  auJstt  llt.  Herr  l'rul". 
Schaum  hahe  liiier  heuddtiiuin  nehuhiHum  nieht  weuig;ei 
aU  droiiiial  seine  Meinnuir  geändert. 


Entomologischc  Notizen  aus  Kurlaud. 

Vuui  Pn-t.))   H.    Mawall. 

K<irtift/uii|{  de»   Artikeln  Jalirg.    1866   \>Aft.  '2W. 

,*,i»  .  I  ,     ,     .    .    .  .  ,       ,  ,    ,1 

30.     Ani  pedii  ft  e  )ibi  )»fi  i  u  ui  Fb. 
wurde  am   .'3  .Mai  i  i.Juuij   l'^JO  von  mir  iu  meiueni  Garten 
uU  >|onHtr«»>il.it   ^etan^reii.       \  oii    dir   \\  urzel    des  «icehstetti 
'  rlitide»  d<  r   r<  ehlcu   Aldi  uih*    ^eht  nach    Innen  eine   Fühler'! 
abzwci^nn^  an«,  die  aiin:  Hfdhs  (Gliedern   besteht,  VdO  denen 
daü   letzte    ;rekrUD)int  7.u;re»|iit:<l    int     und   iiaeh   Inura  einen 
starkuii  Zahn  hat.     Im   1  ehiixen  ist  der  Kiif<  r  rctfelnci«^  _' 
:.-ebil«leL    \ach  ANniUü  i  M«>ii  loriim.    «    < 

luentationeui  |i:itiitd<i;riri>  <  i.  -A    i>r.  li 

Ahuuk.     Adjeetiu'   nnnt  taltuiin-    !<•  iiöio^i     f«;iLM<'   etl)<>i 
l&35i    iab    u«  duintiiMdi   ein   .\l<ii)i>tr(iiu    )iej-    e\eehMim  iil. 
parte.««  Mupernuinerariae  antennaruni,    der    li«i  AthoUH  hirtUh 
<pa^'.  •i't)  anp-tlihrten  MonRtro.sitiit  iihniirh.  (üe  von  lihHAi  iu 
den  Alpen  d«r  L«>mhardei  i.  J.   l^^l  g«  iuuden  ward.. 

M.     (*auipylu8  höre  ah  «t  l'k 
Mcbeiut  iu   DeutHühlaial    nieJil  vorzuköminei  ;en>4  hat 

dm  Zcbe    iu    »eincitt  VerzeichniMt    uidii    .i...i^v .   urL      Mir. 


66 

flog  einer  vor  einigen  Jahren  vor  meinem  Hause  im  April 
geradezu  in  die  Hand  Seitdem  habe  ieh  aber  keinen 
zweiten  gesehen, 

32.     Pachyta  i  nterrogationis  L. 
ist  bei  Petersburg    gefangen    und    einmal    auch  von  mir  in 
Kurland  bei  Pussenanken  eine  Varietät;   seheint  mehr  dem 
Nordosten  von  Europa  anzugehören  und,  wenn  sie  westlich 
vorkommt,  Gebirgsgegenden  zu  lieben. 

3o.     Aphodius  bipunctatus  Fb. 
ist  in  manchen  Jahren  hier  nicht  selten;  ich  habe  ihn  aber 
dann  nur  in  der  Zeit  vom  1.  bis  20.  Mai  (a.  St.)  gefunden. 
Er  dürfte    gleichfalls    mehr   dem  Osten    von  Europa    ange- 
hören und  kommt  südlich  auch  bis  Kiew  vor. 

34.    Oplocephala  haemorrhoidalis  Fb. 
Diesen  Käfer,  nebst  Maden  desselben,  fand  ich  am  5.  [17. | 
September  in  schwarzgewordenem  modrigem  Eichenschwamm 
in  mehreren  Exemplaren,  beiderlei    Geschlechts,    etwa  drei 
Meilen  von  meinem  ^^'ohnol■te  entfernt. 

ob.     Ditylus  laevis  Fb. 
tindet  sich  ab  und  zu  in  Kurland;  ebenso  Lepturavariieornis 
Dalm.  Dendropbagus     ereuatus    Pk.    (unter    der   Rinde  von 
Pinus  abies  L.),  und  (hlaenius  4  sulcatus. 

36.     Dermestes  domcsticus  Gebier   (Insectornm  spe- 

eies  etc.  aut.  «{crmar  Vol.  1.  1824  p.  83 1, 
den  ich  nicht  in  Zebes  ^  erzeichnisse.  auch  nicht  iu  dem 
Europ.  KäferkataK)g  (v.  184*»)  linde,  kommt  gleichwohl  iu 
Kurland  vor.  Ich  erhielt  ihn  aus  dem  Pastorate  Kabilleu, 
wo  er  in  den  Mauerfugen  der  KUche,  woselbst  auch  Bhitta 
germanica  hauset,  sich  autliält  und  entwickelt.  Dei*  Käfer 
ist  i'"  lang.  Die  Larve,  von  gleicher  Länge,  ist  dunkel- 
braun, mit  langen  rothbraiinen  Haaren  besetzt  und  hat  oben 
am  letzten  Abdominalsegnn^nt  zwei  Dornen.  Ihre  Breite 
beträgt  1'".  Der  grosse,  eben  so  breite  Kopf  ist  runzlieh 
punktirt.     Gebier  fand  den  Käfer   bei  Baroaul  iu  Sibirien. 

37.     Ol  er  US  formicarius  L. 
Ihn  sah  ich  oft,  wie  er  im  April  begierig   den  ßostrichiden 
nachstellte  und  sie  verzehrte. 

38.     G  a  1  e  r  u  c  a  v  i  b  u  r  n  i  Pk. 
Der  Käfer,    gegen  Ende    des  August   und  zu  Anfange  Sep- 


67 

teinbers    sich  begattend,    lept    ^epjen  die  Mitte  des  Scptem- 
bern  seine    Kierhftut'cli»*n    an    die  Kndeu    der  jungen  Triebe 
vuu  Vibiiruuni  Opulus  L.  ab,  su  wie  Katzebur^  nach  Harti^ 
(Foratl.    Cunvers.  Lex.    p.  SX)^    beschrieb    iu    Forstinsccteu 
1   B<1.  Xaebtra^  p.  .Y».     Zwini-heu  den  AbsÄt/en  der  Hliitter- 
koospeu  l'and   leb   binwfjbMi  d<-r  Liüiire   naeb   hinter   einander 
je    l.'i   suloher  ein;:extnk!er    und    mit    d«Mi  aiis;,'ena^t«'n   wei 
eben   Hol/      und    MarktheiU-hen    bedeckter    Häut'elieu.    jedes 
aus  5  bin  H  Kiern  bestehend.       lui  Anfange    den    Juni,    wo 
aueb  die  jiuijfen   KalVruiaden  den  Eiern  entsrhIUptteu.  erzog 
ieh   aus   dienen   Ki»'ru   als*  Srhniarotzj'r  d»'rselbcn   einen    klei 
neu     }'tiri>niabi>.        Diener    ist   <«h\viir/lieh ;     Tibien.    Tarsen 
uud   lia»is  des   lliiitf ib*ib«'s   bräunlich   ::clb.    Fllhlcr  ziemlich 
lang  uimI   dick       Das    riiiercheu    ist    '-,    bis   -j'"   lang.       Ich 
ujüchte  es  l'terüinalus  (nittuuus  nennen,    wenn    es  nicht  be- 
reits beschrieben  ist       Ich  fand  es  zuerst    im  J.   1MÖ2.    uud 
gab  eine  kurze    Naehrieiit    darüber    in  dem  ' '»»rrespondenz 
blatte    des    naturlorscheinltn   Xi-reins    /u   Riga     im    7.  Jahr 
gang  (18ö.'ir>4)  pag.  »jü. 

.39.     (inoriniuR  variabilis  I.,. 
fand  ich  in  Begattung  den  'Jl.  Juni  (9  Julij   1^52  um  3  L'hi 
Nachmittags  an  einem   alten  umgestürzten  Eichenstamm. 

40.     TelepboruB  fuscus  L. 
Ich  sah  einen  solchen  am    4.  Juni    einen  andern  seiner  Art 
Iressen. 

41.     <'ry  pt  US  ru  tu  I  us  L. 
Ein   PKreheu   sah  ich   den    11.  (2^^.{  Juli   1HÖ2  in    lA  Secundeu 
langer  Copula.     Lissonota  s.gmentati»r  Fb.   habe  ich  trleicb- 
falls  aut'  pMpulus  niirra  in  Hcgattung  t:c^eheu. 

•t2.     Banchns  falcator  Fb.  T 
log  ich  mehrfach  aus  den   T   Linien  langen  schwarzen   Pup- 
pen  von    .\gnifi«j    segetnm.     <»    Tr..     der»  n    liaupe    sich    zu 
Ende  des  April  vorpuppt. 

43.     Timpla  instigator  cf  Fb. 
,\m  '21.  Juli  ting    i«h    ein   ungew^bnlicji    grosses  Exemplar. 
Es  war   lu"    lang,     während  (Iravenhorst    ftlr    das  </  höch- 
stens 7.  und  fllr  das    5^    h'lchMtens  9'  angiebt 

44.     Exochus  coronatas  «irv. 
tindet    sich    mit   E\.  erythron^»tns  <ir.      der    wohl    nur    eine 
Varietät  desselb.-n    isti    /u  End«-    de«  Jidi  und    /u  Anfange 

6« 


68 

des  Aug'ust  in  Menge  auf  Populus  uig'ra  L.  flatternd,  wo  die 
Madeii  von  Cladins  viminalis  Fall,  an  den  Blättern  fressen, 
höchst  wahrscheinlich   um  diese  anzustechen.        innvil  110/ 

4Ö,  Khyssa  curvipes  9  Grv. 
sticht  die  alten  Eliernstöcke  hantig-  in  der  zweiten  Hälfte 
des  Juni,  dann  auch  im  August  an.  Diese  Schlupfwespe 
variirt.  Ein  Männchen  ting  ich.  das  keine  Areola  hatte.  — 
In  der  Nähe  derselben  hält  sich  auch  Odontonierus  deuti- 
pes  Grv.  gern  auf. 

4li.  A  n  0  ni  a  1  u  n  hi  g  u  1 1 a  t  u  ni  (Tr^'. 
Am  .').  [IT.J  Juni  1S5T  erhielt  ich  aus  einem  Kiefernwaide 
unter  Moos  g-esammelte  Puppen,  etwa  oO,  v<»n  Fidonia  pi- 
niaria,  aus  denen  bald  mehrere  Falter  c/  und  9 ,  hen^or- 
kamen.  Am  24.  Juni  [n.  Juli]  erschien  aus  ihnen  ein 
Cryptus  cT  in  einer  neuen  Species,  wenigstens  ist  er  weder 
in  Gravenhorst's  noch  in  Katzeburg-'s  Werk  zu  linden.  Nach 
sechs  Tagen  erschien  das  wahrscheinlich  zu  demselben  ge- 
hörige $;  endlich  vom  IX.  [3u.]  Juli  bis  27.  Juli  [X.  AugustJ 
kamen  nach  einander  vier  weibliche  Exemplare  von  Auo- 
malou  big'uttatum  hervor.  Wahrscheinlich  ist  es  eine  Irrung, 
dass^  nach  liatzeburg,  diese  .Sehlupfwespe  aus  Borabyx 
pini  gezogen  worden. 

47.  All  an t US  nigcrrimus  Kl. 
Die  Afterraupe  richtet  bisweilen  an  den  Eschenblättern  auch 
hier  grosse  Verheerungen  au.  Die  Wes])e  umschwärmt  in 
der  ersten  Hälfte  des  Mai  die  Bäume,  um  die  Eier  al»zu- 
setzen.  Am  14.  |2G.]  Juni  fand  ich  nur  noch  wenige  dieser 
Afterraupen;  die  Tt^brigen  waren  bereits  zur  Verwandlung 
in  die  Erde  gegangen.  Ich  fand  die  Kaiipe  9"'  laug,  grlju, 
auf  dem  Kiieken  weisslich  durchscheinend  mit  dunkelgrün 
durchschcinendenj  Mittelstiii-li.  Kopf  ziemlich  klein;  matt- 
grüne  Augen.     xMandibeln  au  der  Eudhälfte.  hrAun. 

4S.     Tenthredo  viridis  L.'  _;        ... 

ist  sehr  gefrässig.  selbst  der  eigenen  Gattung  gegenüber. 
Ich  sah  den  1.  *(  12.|  .luni;  J8r)7  wie  ein  solcher  einem  le- 
benden wciblielien  Teuthredo  scc.;laris,  den  er  auf  einem 
Lindeublatte  unter  sich  vorn  getasst  hielt,  die  Brusl  ans- 
frass  und  dann  den  Kopf  verzehrte. 

49.     r e n  th r  ed 0  ruh ec  vil a  :?:  E  v er  s  m.    (Bullet,  de  Mos- 

cou  T.  XX-  1«47.)        •  U'jc 

habe    ich    auch    aus   der  Gegend    des    Schwefelbades  :^j^i 


Kenmiern     in    Ijvland.     an    der    riron/.r    von  Kurland,    er 
halten. 

.)().  ("iiiiIm'.x. 
Hatzohnr^'  iiinmit  in  sciuer  DarsttMlunp  vim  C'imbcx  Hnm 
hnliltii  (Entoni.  /»-it.  Stettin  1X44  p.  14s  tX.  und  Forstinsec 
fen  H  Tli.  p.  l.Vi)  k<iiu-  N'utiz  vn  ("liri>t  ( Natur^vscliichtc. 
("lassiticatinn  und  Xuminrlatur  dor  Insoctrii.  I'iankf.  n.  M. 
ITJU— '.Ml.  Dii.'scr  hex  hrciltt  dir  AfUMraupi*  viui  Tcntlirrdo 
Intoa.  bildet  nie  ah  auf  Tah.4>',  und  «a^rt  dabei :  „Die  Larve 
erreieht  «ine  Lan^'c  vuii  1 '  ^  >^oll  und  hält  sich  vornelimlich 
auf  Erlen  und  öfters  an  eh  auf  Birken  auf.  Auf  dem 
Kitckfu  lauten  zwei  Hrhönc  lnll;:elb»'  Linien  l»is  flureli  den 
\;ulisfhieber.  Au^^ser  den  ;:cuölinli(iien  neun  I.uttlöchern 
an  jeder  Seite  strliet  n"cli  über  denselben  jedesniBl  eine 
Ik'eihc  V(»n  \'J  seliwarzen  J'nnklen."  Die  bezeichneten 
l'nnkte  sind  in  der  .\bbildunf:  etwa  s<»  ;:r«»s.«,  wie  dieStipmen- 
tle«ko.  -  Nun  faiul  ieh  auch  am  .»1.  Juli  |  I  I.  .Vn^ruKt'i  IX-VS 
auf  einem  /aiine  nnt»rhalb  z\\«ier  Kirken  .  von  deren 
niäftern  sie  sieh  .»ifenltar  nährte,  da  sie  aueh  :in  einem  ihr 
:reL'ebenen  l'.latt.  Irass.  »ine  ähi\lielie  .\lferranpe.  die  zu 
einer  Abart  \mii  Cimhex  ^;lrial»ilis  ;ielM»ren  nia;:.  Zu 
Cimhex  Huniliiddtii  kann  sie  niehf  ;;ehören.  weil  sie  nieht 
auf  Krlen  irefiinden  worden  »ind  aueh  auf  solchen  nicht  ge- 
lebt hatte,  da  keine  l.jinme  der  .\rl  in  der  Nähe  waren, 
nml  weil  aueh  die  /iciehnun::  nieht  mit  <ler  liltereinstimmt. 
welehe  l\«»sel  a:iebt.  der  von  IJat/eburür  hier  eitirt  wird. 
^leine  lianpe  war  1"  ><  "  lan;r.  in  der  Form  der  nou  C 
variabilis  ähnlieh,  hatte  nnhts  von  crliner  oder  ^'rllnlieher 
Fürbun;:.  sondern  war  weisslich,  bald  mehr  ins  IMaue.  bald 
mehr  ins  (tcldiehe  überziehend  (vielleicht  weil  sie  dem 
KinHpinnen  nahe  war  .  Di«*  «chwar/.e  Hllckenlinie  Ither 
',"  breit,  und  beiderHi'ils  pelblieh  eiiiirefartst.  Die '.' ."^ti^rmen 
an  jeder  Seite  länjrlieli.  luT/lormip.  schwarz,  klein:  (Iber 
diesen  und  /wischen  dem  llllekcnstrcil  dreizehn  schwarze 
Flecke  jeder^eitH.  die  wohl  «ine  Linie  bn'it  nnd  oben  «o 
ho.h  war«'«  und  jeder  einen  achtl'a<h  ;:r«ii!n<eren  Kaum  ein 
nahmen,  als  einer  der  >ti}rmentlecke  Am  /.wiiten  und 
dritten  Kinire  ichlten  die  .Misrnienflecke  und  der  crHte  der 
proHseren  Flecke  t"*o  wie  der  letzte,  etwa*  kleiner  al»  die 
ithripni  nach  dem  K.ipfi  m.  stand  etwas  hrther  aU  die 
'IbriKen  in  einer  iJeihe  «tehenib-n.  Kopf  weiss,  die  Augen 
-r'iwanr..  Die  Kaupe  kam  bei  mir  leider  nieht  znr  Ent 
wi<  kelnnjT. 

>1.     0;yssus  coro  natu»»   F'h.    'vcnpertilio   «  Fl'. 
Va  bohrten  am  .{.  Ilö.l  Mai  K>4   zwei  Weibchen  an  eio^m 


70 

alteu  trockenen  Kiefern-Zaunpfosten:  eine  mit  zwei  Unter- 
brechungen von  etwa  je  drei  Minuten,  und  einer  dritten 
von  20  Minuten,  —  J-V*  Stunden  lang,  —  die  andere,  mit 
zwei  kurzen  Unterbrechungen,  54  Minuten  lang,  und  fing 
auch  au  einer  dritten  Stelle  wieder  an  zu  bohren ;  ich 
konnte  aber  das  Ende  nicht  mehr  abwarten.  Die  Be- 
wegungen waren  lebhaft  und  rasch,  so  dass  der  Bohrer 
dreimal  in  der  Secunde  niederfuhr.  Die  "Wespen  sassen  in 
dem  senkrechten  Pfosten  mit  den  Köpfen  nach  unten,  beim 
Sonnenschein,  —  es  war  zwischen  2  und  4  Uhr  Nachmit- 
tags. Der  Bohrer,  aus  dem  zweiten  Drittheil  des  Hinter- 
leibes hervortretend,  senkte  sich  nach  hinten  etwas  schräger 
Richtung  ein.  Die  Thierchen  waren  so  emsig  bei  ihrer 
Arbeit,  dass  ich  sie  mit  einer  Lupe  dabei  beobachten 
konnte,  ohne  dass  sie  sich  stören  Hessen.  Das  Ende  des 
Hinterleibes  war  an  den  Pfosten  angestemmt ,  und  die 
Ftthler  ruhten  mit  den  Enden  an  demselben.  —  Bohrer 
rothbraun,  von  derselben  Länge  des  Leibes. 

52.     He  lorus  ater  Ltr. 
wurde  von  mir  während   des  Juli  1852    auf  Vicia  Faba  L. 
gefunden,  worin  Aphis  viciae  Kaltb.  Colonien   waren,  deren 
süssem  Safte  er  wohl  nachging. 

53.     <Torytes  campestris  L. 
sah  ich  Ende  Juli    über  eine  Stubenfliege  herfallen   und  sie 
verzehren. 

54.  Tort  rix. 
In  den  grünen  Schoten  der  Gartenerbsen  an  deren  Früchten 
zehrte  i.  J,  1855  und  machte  fast  die  Hälfte  der  Schoten 
wurmstichig,  eine  Tortrix-Eaupe,  deren  Falter  zu  erziehen 
mir  nicht  gelang.  Vielleicht  weiss  sonst  Jemand  über  sie 
Xachricht  zu  geben. 

Die  Raupe.  4"  lang,  '  Z"  dick,  ist  gelblich  Aveiss.  hat 
8  Fusspaare.  auf  jedem  Ringe  querüber  6  mattbräunliche 
Punkte ,  und  hinter  den  mittleren  derselben  noch  zwei, 
weiter  auseinander  stehende.  Oberseite  des  ersten  Ringen 
blassbrännlich.  aucli  wohl  braun,  mit  hellem  Mittelstrich 
und  Flärchen  an  jedem  der  Punkte,  welche  die  äussersten 
an  der  Seite  jedes  Ringes  sind.  Unten  querüber  B  sehr  kleine 
braune  Punkte  auf  jedem  Ringel.  Der  2te  und  3te  Ring 
haben  jeder  auch  6  Punkte,  aber  die  beiden  hinter  den- 
selben stehen  nicht  hinter  den  mittleren,  sondern  hinter 
den  seitlichsten.  Aftersegment  behaart,  mit  bräunlichem 
Fleck.    Das    erste  Segment  hat   überdies    zwei  Querstrich- 


71 

lein  zu  jeder  Seite  nnlcr  der  Binde.  Kopf  p:clbhrRnn, 
dunkler  pe«.Hnnit.  oder  panz  hrÄiin.  Die  Aupen  bilden 
/.wigehcn  sirli  vorn  ein  pIciehHehcnkli^eg  Dreieck,  dessen 
Bafiip  unten  ist. 

.")ö.     D  re  pa  n  opt  p  ry  X    p  halsen  o  ide  8  L. 
loh  fand  dit^s*  Thierchen  den  -\.  Mai   1>*.'».S  ^epen  Abend  in 
einom    ^<•^   Bhtfläusrn    /iHaninienfrerolltrn   Blatto    de«  Fanl 
baums  I  Prunus  I'adus  \..\  an  den  sliHsen  Kxrretcn  der  Blatt- 
länKC    .'raupend.     Der  Hint«*rleib  ra^te  w\f  ein  vertrocknete* 
2n8ammen^en»Ilt»'>   braune«  Blaltstih  k  horv<»r. 

rWV      V.  ni  p  i  s 
F.ine   Knipic  Speeieg  zehrte  zu  Ende  de*.  Novembers  mit  Wohl 
gefallen  an   rsocus  quadrigutfatus. 

ö7.  Dipteren  Maden. 
Dir  Mittheilung  im  Archiv  flir  Naturpeschichte  von  Wirp- 
raann.  Frichgon  etc.  XIX  p.  2>>l'  tlber  Fliepenlarven,  die  an 
den  Aupen  zweier  Knalien  gefunden  ^\ erden,  erinnert  mich 
an  ein«'n  Fall,  der  vor  eiuicn  .lahren  in  dem  Privatgutr 
n<^'ndan^en  i nördliche  .spii/e  \uu  Kurland'  vorkaut,  wo  bei 
'»incm  \  bis  .'>iährigen  Knaben  ein  I'aar  Maden,  die  eine 
von  drm  linken  ."^chullerblattc  nach  dem  Kopfe  in  unter  der 
Haut  sich  finen  (lang  gemacht  und  hinter  dem  Ohre  (»ber- 
halb  ein  Lager  gebildet,  die  andere  von  der  RllckonReite 
desselben  Kinde«,  auch  den  Hinterkopf  hinan  eben  so  ihren 
\\>g  grn(inmi<n  hatte  Dir  eine  war  von  dem  Vater  det» 
KindcM,  als  er  >ie  bemerkt,  ausgedriiekt  und  beseitigt  wor- 
den, die  /weite,  etwas  .-päter  wahrgenommen,  wurde  zn 
dem  dorfigen  Arzte,  Hrn.  Dr.  Baar  gebracht,  der  aUbald 
auch  prr\önlich  den  Knaben  untersU'hte  und  die  Spuren  der 
•  rünge.  «40  wie  die  letzte  Lagerstellp  erkannte  ans  der  man 
die  Made  L'cnommen.  und  webhe  die  Grösse  derKclben  hatte 
Hr.  Dr.  Baar  •.chiekte  ntir  die  Xjade  in  .Spiritus  zu.  mit  dem 
Wunnehe,  ich  ni^^'e  Hber  dieselbe  nähere  .Xuskunft  geben, 
wo  «8  sich  dann  zwar  leii-ht  herausstellte ,  da»»  die  etwa  ^ 
Linien  lange  und  1  Linie  breite  Made  einem  Zweiflüfler 
angehf^rte ;  doeh  ;;elHng  e»  mir  nicht,  sie  jrenauer  bcfttimraen 
zu  können,  weshalb  ieh  sie  ||rn  Prot.  \.  >ifbold  nach  MUn 
■'h«  n  s'hi'ktc,  in  d«  r  Hoffpunj;.  dur\  h  ihn  das  (  orpu«  delicti 
aaf  *»'ine  Hingehörigkeii  l'estgestellf  nx  sehen  :  ieh  habe  aber 
kein*»  .Antwort  erwartet  und  weiss  nicht .  ob  von  ihm  diet 
Ft'  'um  irpend   wo  zur  Sprache  gebracht  int. 

.S>^.      F'ilarien. 
Zwar  nicht  m  die  Geschichte  der  Invecteo.  aber  doch  m  die 


i72 

der  Fädenwürmer ,  die  hier  mehrfach  besprochen  sind,  ge- 
hörig-, mö^f!  die  Notiz  hier  stehen,  dass  im  November  1853 
mir  eine  trockene  Samenkapsel  des  gewöhnlichen  Mohns  ge- 
bracht wurde,  in  welcher  ein  Jiiliis  vertrocknet  lag,  neben 
welchem,  gleichfalls  bereits  vertrocknet,  zwei  Filarien  sich 
befanden,  die  offenbai'  in  dem  Julus  gelebt,  und ,  diiesen  ye^-- 
lassen  hatten.  /' ^' '     '^      '     '^"^-  '  .J-  '»^'^  ^'•■ 


Nachtrag  zur  Fortpflanziiugs-Geschichte 
der  Blattläuse. 

Ich  habe  es  übersehen,  dass  Ratzeburg  schon  im  5. 
Jahrgang  dieser  Zeitschrift,  l^-  t2,  seine  Reobachtnng  mit- 
-getheilt  hat,  dass  dieselben  Blattläuse,  die  im  October  le- 
bendige Junge  zur  Welt  brachten,  im  November  Eier  leg- 
ten. Meine  gleiche  Beobachtung  (18,  Jahrg.  ]).  83.)  lindot 
"hierin ■  eine  Bestätigung. 

•  C.  von  He V den. 


Chaudoir:  Briefliche  Mittheilung. 

Nachstehender   Brief   des   Herrn   Baron  von  Chaudoir 
wird  auf  sein  Ersuchen  hierdurch  veröffentlicht: 

Kuzinin,  den  15.  September  185'7. 

Hochgeehrtester  Herr  Träsident! 

.Sie  waren  so  gütig,  mir  Dr.  Schaums  Erwiderung 
auf,  meine  in  .der  Entomol.  Zeitung  für  1857  S..  75  —  82 
gedruckten  Beiperkniigen  mitzutheilen.  Eine  Polemik  von 
meiner  Seite  wird  sie  nicht  hervorrufen,  denn  diese  endigen 
gewöhnlich  durch  l'ersönlichkeiten  ;  daher  übergehe  ich  mit 
StillsCiiweigen,  was  etwa  zu  scharf  in  seinen  Ausdrücken. 
oder  sonst  streitig  sein,  mag,  es  dem  Leser  überlassend, 
beider  Gründe  zu  erwägen  und  selbst  ein  rrtheil  zu  fällen. 
—  Das  Gesagte  will, ich  nur,  Schaum's  Wunsche  gemäss, 
.yprvollständigen.  — 


'73 

J.  Wio  CS  Dr.  Sriiauiii  v«.n  dcni  oinen  ihm  von  mir 
mitpftlu'ilfpn  K,xtMH|»l;irv  dir  Ciiindeln  <•  a  m  prs  t  r  is 
Nar.  |Mii)Uca  ri<'litij:  iK-mcrkt.  .h<'  sind  alle  lilMJfrcii  iumIi 
'»••i  mir  \nrliHii<U'iirii  ui'\t  ciin'uj  ^psii^rten  HintcrraiifU- 
«Um*   l*'lti;c«'l(lrck('n   vi  rsolicii. 

tl.  I'u'i  Tracli  ypaoliys  (v«m  mir  T  ra  <|i  y  p  a  cli  u  s 
mir  «li's  \\'olilklaii-«'s  liallirr  ^;rs«-liriohi'ii)  sind  tihiac  .  .  . 
oalcarilms  hinis  l  e  r  m  i  iial  i  Im  s  ,  tcrtio  snpcriorr, 
nie  bei  Mctrius. 

Ik'i    Bracliy  cao  Ins    reiolit-n  die  Kpimcron  der  Mittel 
hnxsX  bis  an  die  Mittelhlirteii  ^'niiz  wi«'  bei  Nebria.     Diese 
liabrii    jranz   der    L;in;rr  narli  ans;r(Tandote   Nonb-rscbicnfn 
wie    CaraluiH:     bei     lU  aeby  c  ae  I  ii  s     ist  dit   Aiisramlun;: 
si'hriijr,  wie   bei    HUthisa,    aiieb  sind  die   Sponu  «••  an^'e- 
br.iebt   wie  bri  diiscr,    inul  (\iH\\   sibc    ieb  keinen   if^ntiffcn 
den  (irunil,  liriicbyeaf  Ins    von   Nebria  zu  entlemen.  mit 
d«ir  er    «mihI    so     vi<|c     Atlinitiit    darbiet4t.    nm    ibn    in  die 
Niilie  von    UletluHH    zu   >l(llen.    mit   der  «r   Inst   nirlit-j  jr^ 
iihin   lial.       hrsballi  trsclicinl   mir  die   von   l>r.  Srbanm  an 
u'enomnuiu'   liintlniiiui^   nirlit   ^an/   natnrermass. 

1.).  Naeb  wiiMltriinJicr  trewiHsenbaltcr  rntirsii»  lump 
linde  ieb  die  Vordertarucii  nuin»s  i  treilicb  einzigen;  Indivi- 
diinnis  de»  <'Äral»n9  Adonis  wie  ieh  sie  besrbriibon 
habi-,  dat*  vierte  «ilicd  ist  unten  pan/  und  pnr 
n»ehi  sebwanimip.  F>  bleibt  also  nur  zn  erörtern,  ob 
Mivin  K\em|dar  dir    Ke;,'il  oder  nur  ein«.-    Ausnahme   bildet 

Mit    an^^e/iiebnetrr   lloclia<-lifiin;: 

y.w .   iti-.   ctf. 


Xaehstbri  lt.  \\  u-  Hi-rr  Dr.  (rcrxtheker  bereit*  in 
(Wm  \'J.  Bande  der  Linn.  Kniom.  p.  1:^4  bmierkt.  haben  er 
lind  irh  bei  einer  p'iueinsehaltliehi'n  I  nt«»rsuchnn;:  vnn 
mebr  al«  oiin'in  Dntiretid  tf  des  ('«r;«l>us  Aflonis  frprnndon. 
d««H  «lir   fra^'lube    Hi  idfidnn-  der  Soble  det»  vierten 

\  ordcrtar-«  nK'li' dcH  .  .:  i/.li<h   Irhit:  wo  nii«   \oihnndcn 

ihI,  ern'irlit    sie    iiiemaU    «in-     \  olUtandickeif.     wojrho    d«« 
aiiÄJo^ce  Olied    eine«    ('.  intriratu»'   n'  /«mi:»      ho«  hstons   zci^r 
ndi    die   Bllrnle  auf  der  BnMalbiiltte. 


74 


Verzeichniss  der  im  Fürstcnthumc  Waldcck 
im    geflügelten    Zustande    überwinternden 
Schmetterlinge. 

Von   Dr.   \,   Üipeyer. 

Herr  Prof.  Zeller  hat  in  eineüi  iVtihem  .Jahrgange  die- 
ser Zeitung  flS5o.  S.  49  fg-g.  u.  S.  ^2  fgg.i  ein  „Verzeich- 
niss der  in  den  mittlem  Odergegenden  im  geflügelten  Zu- 
stande überwinternden  Lepidopteren'^  mitgetheilt  und  den 
Wunsch  ausgesprochen,  sein  Beispiel  möchte  Nachahmung 
finden  und  bald  ähnliche  Verzeichnisse  aus  verschiedenen 
Gegenden  erscheinen.  Soweit  mir  bekannt  ist  dies  bis  jetzt 
aber  von  keiner  Seite  her  geschehen.  Ich  theile  hier  die 
Erfahrungen  mit ,  welche  ich  in  meiner  Heiraath .  in  der 
Umgebung  von  Arolsen.  Khoden  und  Wildungen,  über  das 
Ueberwintern  der  Schmetterlinge  gemacht  habe.  Diese  Ge- 
genden liegen  unter  fast  gleicher  gcogr.  Rreite  mit  Glogau. 
wo  Zeller  beobachtete  (zwischen  .'>!"  ö'  und  .M"  .-»T  n.  B.). 
aber  <i  —  7  Längengrade  weiter  gegen  ^Vestcn  (zwischen 
'JG^'  30'  und  2H"  öO'  ö.  L.  v.  F.)  und  unterscheiden  sich  da- 
bei durch  ihre  geognostische  Beschatt'cnheit,  Oberflächenge- 
stalt und  Meereshöhe  beträchtlich  von  Niederschlesien  und 
der  Mark.  Das  'rerrain  ist  dnrchgehends  hügelig  und  ber- 
gig, grösstentheils  der  Formation  des  bunten  Sandsteins, 
zum  geringen  Theil  der  des  Muschelkalks  und  bei  Wildun- 
gen der  Thonschiefer-  und  Grauwackenformation  angehörig. 
Die  tiefsten  Punkte,  wo  die  Beobachtungen  stattfanden,  lie- 
gen bei  <i(X)',  die  höchsten  bei  12<H>'  Meereshöhe,  alle  somit 
innerhalb  der  Höhengrenzeu  der  Hügelregion.  Ich  habe 
hier  eine  lan;:e  Keihe  von  .laliren  hindurch,  unterstützt  von 
meinen  beiden  l-rüderii  und  einigen  Freunden,  gesammelt 
und  glaube  nicht,  dass  mir  viele  als  Falter  überwinternde 
Arten  unbekannt  geblieben  sind.  Dies  gilt  indess  nur  in 
Betreft'  der  Makrolepidoptcren  bis  einschliesslich  der  Span- 
ner. Von  den  Kleinschmetterlingen  wurden  nur  die  Pyrali- 
den,  Crambiden  und  Ptcrophoriden  aufmerksamer  beobachtet, 
ganz  ungenügend  dagegen  die  Tortricinen  und  Tineacecn. 
Meine  Beobachtungen  stimmen  fast  vollständig  mit  denen 
Zeller's  überein.  Mit  Ausnahme  eines  Wicklers,  mehrerer 
Motten  und  einer  einzigen  Noctua  (Car.  cubicularisi  fand 
ich  alle  Arten  Zeller's  auch  hier  überwinternd  und  kann 
sein  Verzeichniss  nur  durch  7  Arten  (o  Makrolepidop- 
tern  und  2  Tortricinen  i  vervollständigen,  welche  Zeller  ent- 
weder   gar   nicht   auffuhrt   oder   nur   mit  Zweifeln   an  ihrer 


75 

}libernalion.     E«  sind  dien:  Van    atalanta,  C'ei.  glahra,  Xyl. 
pctritirata    und    (»riilata,    TIum     ^'anima,    'IVras    ahiotann  und 
tanllacfana.     Diese  prosso  l  ••hcroinBtiiiiiniinj:  beweist,  «las.« 
die    Stoiperiirif,'    der  Winterkalte    iiu    ^«tli«  lien    Deutschland 
nitht    nierklieh    auf   dir    1  Überwinterung'    influirt  oder  aber 
durch  die  frrossrre  Mc«r«-Hh/thp    der    (Ie>;cnden.    wo    ich  bc- 
-»bHchtcte.  anspc^'-liclicn   wir«l.     Sie   beweist   aber  auch,  dasn 
die    Zahl    der     in     \nrddeut-»chland    llberwint»  rndeii     Kalter 
nicht   "ehr   heträchtliih   ist   und   sehwcrlicli  n<>ch  einen   erheb 
liehen  ZuwH<hfi    durch    tortpset/te    Beobachtungen    ^u    er 
warten    hat,    wenigstens    in    iletreff    der    gröHsern    Fonnen 
\  on  den  Ta;:s<hine|ferlingen    überwintert    im  Aollkoniniencn 
/uf>landc     ausser     der     Mehr/.ahl     der    Vanessen     nur    (ron 
rhaniui ,    es    liberwinieni    ferner    mehrere   Noctuinen,  beson 
ders  HU8    den  <lattur)gen    Xylina   und  Cerastis.  ein   einziger 
Spanner,  ein  einziger  Zünsler,  v«m  den  Wiekhrn  au>sehlies^ 
lieh  die   Arten  der  (Jaftun^^    Teras.    von  den   Motten    beson 
ders  Arten  «1er  (iatiungen   Dcjtressaria  und  l'lutella.  endlieh 
ein   paar  I*tero|)horiden.       Nieht    ein  Schwärmer  od«r  Spin 
ner   cliese  llezeiehnniigcn  im  weitesten  Sinne  l'(  noniimn  >  über 
lebt  als  Schim  tterlin;:  den   Winter    Nitrddcntschlands.      Zcl 
Irr  beobachte    überhaupt    *u     Uberwintcrn<le  Arten,    e»»    sind 
demnach  jetzt  72    mit  Sicherheit    bekannt.      Wahrscheinlich 
ist    die    Zahl    der    überwinternden  Makrolepidoptcren  dur«-h 
unsere   •:emeiuscbaftlichcii    ricobaehlunu'en    tilr  Norddeuts<'h- 
land    nahe/u    erschöpft.     Zeller    liczweifelt    sogar,    das»  di<> 
Zahl   .\il«r  '-'i  Ubcr^tei;:en   werde.      Da    indess   fast   alle   Te 
ras-    und    Depreß^aria  -  Arten    zu    überwintern    seheinen   und 
unter  d-Mi  kleinen    Tineaci'cn    wohl    noch    manche  der  Heob- 
aehtung  entgangen  «ein  worden,    so  nWiehte  diege  .\nnahme 
etwas  niedrig   und   \ielleieht   auf  |iM»    zu   erlnihen    «ein       F> 
würde   dann  der  .'.<Kte     Theil    der    bekannten   Schmetlerlin;:^ 
Deutschlands    idie>e   /n  .H«ki  Art«  n  ^u;:en<»iiiiMcn    im  gcfltt- 
gelten    Zustan<le    einen   Wintcrschlal    halt<n.  wenn  nicht  in 
erwarten  stünde,  dags  «.üd<leutsehe  Keohaehtnngcn  um»  mn'h 
manehe  Art    kennen    lehren    wer<bn.    die    dort,    aber    nicht 
mehr  bei  uns  den  Winter  zu  ertragen  vermag.      Treitschke 
behauptet   die   I  «berwintermig  \*>u   mehreren    Arten,    welche 
in   Norddentshiand    b(  «.tmimt    ni«ht    überwintern,    i.   B.    von 
Hib.   pr"g''mmaria    und    delM|i»ria;     \iellci<ht    j:ilt    die^    ftlr 
die    <io;rcnd    \on    ^^'ien.    aber    Treifschk«- »    Angaben    nind 
nieht  immer  zuverlaHsi;;. 

Ich  führe  nun  die    v(m    mir  hei'bachteten  Artrn  in  ny 
»tematiseher    Folge    auf    und    schalte    aaeh    die    von  Zeller 
und  bis   jetzt    nicht    von    mir  überwintert  pefundmen  Arten 
an  ihrer  Stelle  ein,  aoi  die    l  ebersicht   de»    bisher  Bckaao- 


76 

ten  vollsitändig-  zu  machen.  Die  Namen  der  von  Zeller  al 

lein  beobachteten  Arten  sind  eingeklammert   {..■),  die  von 

mir  allein  beobachteten    mit  einem  Sternchen  *  bezeichnet 


Vanessa. 

1.  C.  alb  um, 

2.  Polychloro  8, 

3.  Urticae. 

4.  Antiopa. 

6.  Jo, 

(>.  *Atalanta   und 

7.  Cardui  kommen  hier  im  Friihlinge  siimmtlich  in 
einem  Zustande  vor,  der  keinen  Zweifel  darüber  trestattet, 
da8!i«  sie  schon  im  Herbst  vorher  lleissig:  nmherg-eflogen  sind. 
Ein  ganz  frisches  Exemplar  habe  ich  vor  der  Mirte  des 
Juni  von  keiner  dieser  Arten  bislier  im  Freien  auflinden 
l<:önnen,  so  dass  mir  eine  l'cberwinterung  der  Puppe  für 
unsere  (Jegendcn  sehr  zweifelhaft  ist.  -lo,  Polychloros  und 
l'rticae  habe  ich  selbst  im  W  inter  angc troffen.  Sie  hatten 
sich  in  unbewohnte  Zimmer  und  auf  Köden  cinquartirt. 
waren  anfangs  bewegungsh)S.  wurden  aber  in  der  Hand 
oder  im  geheizten  Zimmer  l)ald  munter  und  ilatterten  um 
her.  Cardui  und  Atalanta  bemerkte  ich  im  Freien  nicht 
vor  Anfang  Mai  (die  iibrig(-n  sclion  im  März  und  April), 
aber  mit  so  zerfetzten  Flügeln,  dass  sie  fast  noth wendig 
überwintert  sein  musstcj". 

Gonopteryx  CRhodocera;. 

>^.  Rhamni.  Ich  habe  frlther  an  der  Leberwinternng 
dieser  Art  gezweifelt,  weil  ich  im  Herbst  nur  wenige  Exem- 
plare derselben,  auch  bei  ganz  günstigem  Wetter,  bemerken 
konnte,  während  sie  an  schöHen  Märztagen,  im  April  und 
Mai  zahlreich  am  Saume  der  Gehölze  und  auf  Liehtungen 
lierumtlattert.  Auch  waren  iMnzelne  Stücke,  die  ich  probe- 
weise ting,  weder  ,')bgcblichen  noch  erheblich  beschädigt. 
Seitdem  ist  mir  alier  fl(>r  Beweis  der  Ueberwinterurig  in  die 
Flaud  gekommen.  Ich  fand  am  21.  Februar,  bei  einer  den 
\ull])unkt  wenig  übersteigenden  Temiteratur,  in  einem 
Walde  bei  Hhoden  eine  männliche  Khannii  (M-stairt.  aber 
noch  lebend,  am  P)oden  liegen,  deren  Flügel  durch  abge- 
wischte Stellen  und  zerrissenen  Saum  den  längern  Flug 
ausreichend  bekundeten.  (Genauere  Beachtung  der  im  März 
und  April  gefangenen  Exemplare  Hess  denn  auch  bei  der 
grossen    Mehrzahl    derselben    Spuren    der    Feberwinterung 


77 

^(H^raolltlkcu,  uud  himui  (Ück  um'Iu  Ihm  aJIcii  üti  i'ull  war. 
«»u  mag  der  1  uistaud.  «1hü>  dit-  Kln;,'i-Uelui|i|i('ii  Ijoi  dicKcr 
Art  sehr  I'f>t  siUcu  uud.  äij;  iu,  der  UuIjc  die  |-'lUgcl  e^^ 
au  finaiidi'r  srlditsst,  so  iIhms  dit«  Oliersfit«'  ^'csrlilltzt  ist. 
diese  Hrsilu-imiiifr  erkliirru.v^l^  dir  Tliat  /ritrteii  di«-  ^e- 
t'an^'eueii  StlUke  liiiiilifrer  al>_'(ritli«-iu'  Stellen  aiil  dir  l  n- 
ter-  als  auf  der  » »herseit.-  <l.  r  Klli^rl.  Auf  diesm  riitstaiid 
hat  selioii  l'xtrkJiaHscii  aiMin«  rksaiii  ;.'eiiiarlit  \u\i\  daraus  <ias 
l'riselie  Aiiseliii  «ler  lilurwinterten  Kxcinplare  erklilrt.  Der 
Verfasser  d»  r  ( >lMrlnssis«lieii  l.e|»id<'|(tern|o;rii-  erzählt,  ei 
hahe  einmal  in»  .lannar  d^-H  -cntHety.ljeli  *.tn'nir«M»'"  Winters 
voll  17h«»  <>ine  Khanini  in  einem  hohlen  Aiifelhannie  ireftui- 
den.  welehe  in  d<i  warmen  Stiihe  frendiir  anfh-hte.  Kork 
hausen  suli  den  l'altti  im  .lannar  IT'.U  schon  iindierllie^cu 
idessen  Kheinisehe«  .Mairazin.  I7i».*i  S. -i^JI  t.  loh  sellmt  Ik* 
obachtett'  ihn  im  Herlxt  am  spiUenttMi.  und  nur  einnial.  am 
31.  Oetohrr. 

Anm.  I.  .M  aero^H  imsa  stdlatainm  und 
(JaKtr.  lanrntris  halie  ieh  so  wenii'  aU  /eller  llhen^iu 
tert  ^etunden.  Krsfere  liiert  hei  uns  von  Knde  .liini  his  in 
ileu  (»etoher.  letztere  taud  ieh  noeli  nieht  als  Schmettorliiiir 
im  Freien.  Die  hiinh;:  erzoirenen  Kaupen  üherwiuterteu 
aber  stets  aU  Pupiieii,  ans  welcher  sieh  die  Falter  im  war 
aien  /innner  im  Februar  oder  Miirz  eutwiekclleu.  zuweilen 
erat   naeh   zwei   oder  drei  Jahren. 

Caradrioa. 

iibiei^l;^nK  .Xaeh  /ellcr  „iui  Wiulcr  eyi/x'ln 
IU  Kaii<  II  Kauuuern.  hUutifcer  im  Frlddiiig  im  beschädigten 
Zuiitandi  AImimIs  an  l'iuslerir  .  Sie  f1ie;^t  Im-I  nn-  iViseh 
cutuiekcit  im  Juli,  kam  mir  aber  aurlt  Keb<»n  im  Mai  und 
Juni  \«>r.  In  \\il<h<ni  /nslunde  dir  im  Mai  ^retuuileueu 
F^ieinplare  sii  h  bel'auden,  habe  ieh  in  nieim-m  Tairtdjuche 
"i'bf   «n*{c^^tvki 

^cniin;)irryx    <  :»i|m-  i 

In.  I.i  hattet,  /tdl.r  fand  *u'  lih  Wiiiti^r.  it^  selb)«t 
wirderhrdt  im  April  ndl  deutlielnu  Zeiehen  der  leberw-iu 
temti«r.      .Atifadj»'    fhf<»h«»r    kfn'     •■'  'i'^"*'«  7ri«eh    ent- 

wiikelt  vor.  •       j  • 

Jiidld      ll<'|i..niia  ' 

11.  i  .  ix  I    W  i..i..u^<  w    in  iuaQcbeu  Jahrcu 


78 

sehr  häufig  vou  Ende  August  bis  Anfang-  December  und 
einzeln  den  ganzen  Winter  hindurch  bis  zum  April,  im 
trockenen  Laube  der  Eiehenbllsehe  versteckt. 

Cerastis. 

12.  Satellitia.  Frisch  entwickelt  im  Herbst,  mit 
deutlichen  Spuren  der  Ueberwiuterung  im  März  mehrmals 
gefunden. 

13.  Vaccinii.  In  überwinterten  Exemplaren  noch 
häutiger  als  die  vorige,  im  April  in  trockenem  Laube  und 
au  den  BlUthenkätzchen  der  Sahl weiden. 

14.  'Ery throcephala,  var.  Glabra.  Ich  fand  ein- 
mal ein  verflogenes  Stlick  bei  Wildungen  an  einem  blühen- 
den Sahlweidenstrauche  im  April. 

15.  Ruh  ig  in  ea.  Es  kamen  mir  bisher  nur  wenige 
verflogene  Exemplare  im  März  und  April  vor.  Im  Herbst 
fand  ich  sie  noch  nicht  und  hatte  auch  noch  nicht  Gele- 
genheit, sie  aus  der  Raupe  zu  erziehen. 

Xylina. 

1»),  Vctusta  und 

17.  Exoleta  wurden  mit  Zeichen  der  L'eberwinteruug 
mehrmals  im  April  gefunden.  Bei  Wildungen  traf  ich  einst 
in  diesem  Monate  ein  Pärchen  vou  Exoleta  in  Begattung. 
Das  Weibchen  legte  in  der  Gefangenschaft  seine  Eier  ab, 
aus  denen  sich  auch  die  Räupchen  entwickelten, 

18.  Conformis.  Verflogene  Exemplare  einzeln  im 
April  und  Anfang  Mai. 

19.  Rhizolitha.  In  überwinterten  Exemplaren  alljähr- 
lich, gleichzeitig  mit  der  vorigen,  nicht  selten. 

*20.  Petrificata  und  die  viel  seltenere 

*21.  Ocul  ata  fliegen  frisch  im  September,  fanden 
sich  aber  auch  mit  deutlichen  Spuren  der  üeberwinterung 
mehrmals  im  April. 

Anm.  2.  Ast.  cassinia  ist  hier  als  Raupe  sehr  häufig 
und  kam  mir   auch   mehrmals   als  Schmetterling  im  Freien 


79 

v«»r.  abtr  nur  im  (.)•  tober  und  Nuveuibcr,  wi»  uiib  «iu"L 
utetM  die  >*uppeii  eutwiekelten  Dipt.  piiiaütri  faudeu 
wir  uiir  im  Juni   und  Juli 

Plasia 

*'2'J.  (lamma.  l)ie  Iimt  im  .Mai  ein/.«lu  Hievenden 
Kxeinplare  tund  ii-li  immer  in  selileelitem  Zustande  und  da 
mir  alle  Puppen  nueb  vur  dt-m  Winter  auskrueben  eine 
U<»eb  am  Jli.  Uelobers  8u  zw  eitle  ieb  niebl  uu  der  l  eber 
wiuteruiiar  des  Srhuietterlinjrs. 

Hypeui 

L'3.  Kustralis.  In  lll»er\vinterteu  Kxemplareu  vnni 
Miirz  bis   in  den   Mai   biiiein  unirenicin  biiutig. 

Sarothripas 

\'J4.  Ke\ayanuv  land /eller  llborwinlirf  im  Krllbjabr, 
leb  uur  Lude  Juli   und   Aiitanir   Auirust.i 

Larentia. 

2.').  Psitt  acuta.  Idi  babe  sie.  wie  Zeller.  mebrumls 
in  verHopenen   Kxrmplareii   im  April  ^r^troffen. 

Anm.  .■*».     So  weni^  als  Zclier  babe  ifb  je  eine  andere 
•Spaanerart    'wenn    uirbt    Dubitata.  ».  u. '    als  Scbmetterliug 
öberwintert   ^'(Munden.       liilj    aiirantiaria.    det'uliaria   und   ba 
jaria.  Anin    ai-oiaria,  (bim.   brumata  und  bureata  erscbeiuen 
bei    uns    aii'-siblies-iieb    im    (»ittdier    und   Nt»\ember:     Hib. 
leueopbararia    nmi    rupi»apr;iria,     Anis,   aesi  uUiria.  Ampbid. 
birtaria.    pilovaria    und    prodrumaria    ausscblicsslicb   im   Ke 
bruar    und    Mär/.       Da    t'aM   alle  diene   Arten   wiederbolt   und 
iu   betriiebtiieber  ZabI   \«»n  uns  g-efan^en  oder  er7.<»g:eü   wur 
•Ifu.   *«•   ist   ih   nii'bt   wabrsi  beinlieb,   das»  ein   aueb   nur  am- 
nahnisw eines   I  rberwinteiu    derselben    al"    Falter  in  lindem 
•  n-^j-nden   \i>rkiimnit. 

Anm.  4.  I.ar.  dubitata  kommt  vom  rrllblinge  bi» 
in  den  Herbst  taut  in  allen  Monaten  im  \o||k,ommeuen 
Zustande  im  Freien  \or  Wir  landen  «ie  ani  J'rMhesten  7.u 
Knti«-  de»  Mär/,  am  Hpüienlen  /u  Antan^'  de»  .November  aU 
^ibmetterlinf:  .'»Collie  di^-se  .Art  IIb«  r\v  intern  .''  Frzo^on 
baben  wir  sie  nur  einmal  und  bier  eiitwiekelleu  »ieb  aua 
den  im  Mai  und  .Funi  K^et'nudeneii  HaupcD  die  Falter  Dämmt 
lieh   im  Juli 


Stenopteryx  (Botys). 

26.  H  ybri  duli  s.  Im  Spätsommer  und  Her))st  in 
veiueii  Exeuiplareu  häulig,  im  Mai  mir  einzeln  r.nd  vertlo- 
^•eu,  also  g^ewiss  überwinternd. 

Teras. 

Die  meisten  bei  uns  vorkommenden  Arten  diese)'  (^at- 
tiiug  überwintern  als  Sebmetterlin^e.  Mit  Bestimmtbeit  liahe 
ich  dies  beobachtet  bei  folgenden: 

27.  *Abietana.  Einzeln  zu  Anfang  des  April  an 
Fichten. 

28.  *F  a  V  i  1 1  a  c  e  a  u  a ,  im  Herbst  in  Laubwald imgeu 
gemein,  überwintert  häutig. 

29.  Mixtana  und 

30.  Lipsiana  auf  Heideplätzen  vom  Herbst  bis  zum 
April  einzeln. 

31.  Ferrugaua.  lu  allen  Laubgehölzen  zahlreich 
und  nach  der  IJeherwiuterung  bis  in  den  J^ai  hinein  in 
Menge  anzutreffen, 

32.  Treueriaua.  Auch  bei  uns  den  ganzen  Winter 
hindurch  an  Birkenstämraen  zu  tinden. 

33.  Asper^naund 

.34.'  Literaua  vom  Spätsommer  bis  in  den  A])ril  an 
Eichen  nicht  selten. 

Zeller  beobachtete  ausserdem  noch: 
(35.  Hastiuna   L.    [Sparsana  T.],    die    ich    ebeufalis 
einmal  im  Frühling  gefunden  zu  haben  glaube.;^  jii,  -»ni 

Anm.  5.  Chi m a b a c ch e  p h r y g a n e  11  a ,  sehr  häufig 
bei  uns  im  October.  habe  ich  so  w^nig  als  Zeller  jemals 
im  Frühling  bemerkt. 

a^%oti.t'J  Plutella.  ^^a 

36.  Crui;i^^eijaru,m^Zfit4iXyjl<)Stelia  Auet,):  uucl 

37.  Fissella  kamen  mir,   wie  Zeller, im  ersten  Früh- 


91 

lingc  uicht  selten  vor.  zumal  die  letztere.      Zeller    beobach- 
tete ausserdem: 

(3ft.  Bicingulata,  .i'J.  Aspcrclla  und  4ü.  Cul- 
trellii  . 

Anni.  6.  C'ostolla  ist  in  uiisern  Buciienwäldcrn  eben 
nicht  selten  von  ];lui\e  Juli  bis  in  den  September,  ich  traf 
sie  aber  nie  im  FrUhjahr  an. 

Hypsolophns.*) 
i41      Atinellus  Überwintert  nach  Zeller). 

Oecophora. 
\4'2.     La  et  Ol- Ha  ebenso). 

Depressaria. 

Ich  verniuthe.  dass  alle  oder  last  alle  Arten  dieses 
GeDU8  bei  ww^  «len  Winter  im  {»(»tliijrt'lten  Zustande  verle- 
ben. Die  mei?>ten  fanden  wir  sopar  ötler  im  ersten  Früh 
linpe  als  im  llrrbst,  doch  fast  injmer  mit  deutliehen  Spuren 
der  L'eberwintcruii^'.  Nicht  selten  besuchen  sie  die  Hiiuser 
und  flieg:en  dann  Abends  nach  dem  Lichte.  Mehrere  Arten 
klopften  wir  aus  Gartenhecken  und  in  besonders  grosser 
Zahl  trafen  wir  Ul)erwinterte  Depressanen  unter  der  halb 
abgelösten  Kinde  und  in  dm  Hühliini'-in  alter  oder  abire- 
storbenrr  Liehen.  Da  ich  iu  den  letzten  Jahren  keine  Be- 
obachtungen über  diese  (iattun;^  aufgezeichnet  habe  und 
das  früher  Ein{;esammclte  nicht  mehr  in  meinen  Händen 
ist  (es  wird  sich  noch  l)ei  Hrn.  I'rof  Zeller  befinden,  dem 
ich  CS  behufs  seiner  Monographio  zusandte),  so  sehe  ich 
mich  ausser  .Stande,  die  von  mir  im  Frllhlinp^e  bemerkten 
Arten  namentlich  aufzufuhren.  Zeller  giebt  als  Ül)crwiu- 
tcrnd  an: 

43.  Pallorclla.  44.  Chiractcre  I  la.  45.  Alstroe- 
meriaua,  4«».  Vaccine  IIa,  47.  Latcrella,  4'<.  -\p- 
plana,  4*J.  Caprcolclla,  .'/).  Impure  IIa.  5L  Deprcs- 
sana,  52.  AI  bi  punc  to  IIa.  .'>.'$.  Daucdla.  .'>4.  Pim- 
pincllae,  .Vi.  Chaeroph y  I  li .  hi\.  herncleana). 

Geiechia- 
57.    Hnmeralis.     Auch    von    mir   im  FrlibliDg  mehr 


*)  Von  t/'v'o«,  Höhe,    und    >,t(^«<,  »Im>  nicht  Tptolopbas. 

C 


82 

mals  an  jungen  Eichen  in  nicht  mehr  frischen  Exemplaren 
gefunden. 

Röslerstammia. 

(58.  Assectella.    Von  Zeller  im  Winter  beobachtet). 

Gracilaria. 

59.  Elongella.  Die  einzige  Art  dieser  Gattung,  die 
ich  nach  der  Ueberwinterung  im  ersten  Frühling  mehrmals 
gefunden  habe.     Zeller  führt  ausserdem  an: 

60.  Stigmatella,  61.  Falconipennella,  62.  Po- 
puletorum,  63.  Phasianipennella. 

Coriscinm. 

(64.  Substriga  Haw.  [Quercetellum  Z.]). 

Elachista. 

(65.  Eine  nicht  näher  bestimmte  Art  überwintert  nach 
Zeller.) 

Lyonetia. 
(66.  Clerckella.) 

Phyllocnistis. 

67.  Suffusella.  Ich  fand  sie  mehrmals  überwintert 
im  April. 

(68.    Saligna.) 

LithocoUetis. 

(69.  Pastorella,  70.  Populifoliella.) 

Pterophorus. 

71.  Pterodactylus.  Findet  sich  alljährlich  im  April 
nicht  selten,  auch  wohl  schon  früher. 

(72.  Acanthodactylus  kommt  bei  uns  nicht  vor.) 

Älucita. 
73.  Polydactyla.      Ich   fand   sie   den   ganzen   Mai 


83 

liiiHliiri-li  l)ip  Antau^'  .Iiini,  dann  wieder,  und  liiinli^er,  im 
August.  ZcUer  hält  die  FrUhlinfjsexeniplare  mit  Sicherheit 
für  (Ihorwinterto. 

(74.  11  (•  \;idac  t  \  la.     Ini  uns  n«»eh  ni<lit  lieobacbtet.; 


Ueber  Noctua  (Cucullia)  Lictucac  WV. 
und  die  mit  ihr  verwechselten  Arten. 

Von  Dr.    .%.   ^iM*)«T. 

Soviel  ich  weiss,  ist  Nickerl  *)  der  erste  gewesen, 
welcher  darauf  aufmerksauj  inaehto,  dass  in  den  meisten 
Sammlungen  das  Weibehen  von  Tnibratiea  unter  dem  Namen 
Laetueae  steeke  und  dass  die  wahre  Laetucae  von  Hcrrieh- 
Sehiirter  als  Cami)anulae  Fr.  ali^rebildet  sei.  Wenigstens 
waren  es  diese  liemerkungcMi  und  eine  iihnlielie  von  Ass- 
mann **),  welelie  mitli  veranlassten,  meine  Samndung  und 
die  mir  zugiingliehen  wichtigern  Sebrilten  in  llezug  auf  Lae- 
tueae einer  Prüfung  zu  unterwerfen.  Das  Resultat  dieser 
Prüfung  war:  dass  weder  11  Ubn er,  noch  Treitschke, 
noch  llerrieh-Sehiiffer  Laetueae  W  V.  richtig  er- 
kannt haben,  dass  die  beiden  ersten  /u  der  richtigen 
Kaujie  eim  n  falsi  hen  Schnu  tterling  geben,  den  wahren  aber 
gar  nicht  gekannt  zu  halten  scheinen,  während  Herrich  ihu 
zwar  abbildet  und  beschreibt,  aber  mit  der  sehr  verschie- 
denen Campanulaj  Fr.  verwechselt.  Als  natürliche  Folge 
dieser  Irrthüm«  r  der  anerkanntesten  Autnritaten  ist  eine 
grnssartige  Verwirrung  in  den  nach  ihn«  n  bestimmten  Samm- 
lun;.'«  n  tntstandcn  und  dauert,  wie  mich  C'orrespondenzeu 
und  /usenduuL'en  von  verschiedenen  Sciteu  lehren,  bis  aut 
diesen  An-«nbli»'k  fort.  Die  nachfolgenden  Zeilen  sind  be- 
stimmt. di«se  Verwirrung  zu  beben,  soweit  die»  nuin  leider 
sehr  unvoU.stiindigcs  literarisches  Mat«rial  gestAltcU  loh 
bedauere  in  dieser  Heziehuug  bcsondern  Freyer's  Beitriige 
nicht  vergleichen  zu  k«inn«'n,  einmal  wegen  Campanulae,  dann 
weil  i»h(irund  hab«-  zu  \ermulhen,  tlas«  Hr.  Freyer  die  oben 
erwähnten  Irrungen  bei  Treit,Hchke  u.  s.  w.  ebenfalls  erkannt 
uad    also    \ie|I.i.1it    !•.  reitn   «;fl\-iitii(  h    Lerilirt    hat.     Lr>lcre» 


84 

ßchliesse  ich  daraus,  dass  mir  Hr.  Director  Dr.  Schmidt  in 
Elbing  ein  Paar  Lactucae  WV.  zusandte,  welche  er  von 
Freyer  unter  dem  richtigen  Namen  empfangen  hatte,  während 
alle  übrigen  angeblichen  Lactucae,  die  ich  kürzlich  zu  Ge- 
sichte bekam,  entweder  Umbratica  9  oder  Lucifuga  WV. 
waren. 

Die  Arten  Lactucae  und  Lucifuga  wurden  (wie  die 
derselben  Cucullien-Gruppe  angehörigen  Tanaceti  und  Cha~ 
momillae)  zuerst  von  den  Verfassern  des  Wiener  Ver- 
zeichnisses unterschieden  und  benannt.  Wir  müssen  also 
auf  diese  Quelle  zurückgehen,  wenn  es  sich  darum  handelt, 
zu  entscheiden,  welchen  Arten  diese  Namen  von  Rechts- 
wegen zukommen.  Das  „  Systematische  Verzeichniss  der 
Schmetterlinge  der  Wiener  Gegend "  erschien  bekanntlich 
als  Einleitung  und  Inhalts-Verzeichniss  eines  grössern,  mit 
Abbildungen  sämmtlicher  Arten  ausgestatteten  Werks,  wel- 
ches leider  nie  an's  Licht  getreten  ist.  Es  giebt  deshalb 
keine  Artbeschreibungen  (wenige  Ausnahmen  abgerechnet), 
sondern  nur  eine  „  systematische  Nomenclatur,"  und  wir 
würden  hier,  wie  in  so  vielen  andern  Fällen,  in  Ungewiss- 
heit  darüber  bleiben,  was  die  Verfasser  unter  ihrer  N.  lac- 
tucae und  lucifuga  verstunden  hätten,  allenfalls  auch  das 
Recht  in  Anspruch  nehmen  dürfen ,  sie  als  blosse  Katalog- 
Namen  völlig  unberücksichtigt  zu  lassen,  erhielten  wir  nicht 
durch  einige  Bemerkungen  der  Verfasser  über  die  Raupen 
der  genannten  Arten  Aufschluss  über  ihre  Meinung.  Sie 
bringen  nämlich  die  acht  (oder,  mit  der  in  den  Nachträgen 
als  eigene  Art  anerkannten  Lucifuga,  neun)  Arten  ihrer  Fa- 
milie J.,  „kappenhalsige  Eulen"  mit  „Tigerraupen,"  nach 
der  Farbe  dieser  letztern  in  3  Abtheilungen,  wie  folgt: 

*  Weiss  mit  roth  und  grün:   Absinthii  L.,    Abrotani, 

Chamomillae. 
**  Weiss  mit  schwarz  und  gelb :  Verbasci  L.,  Tanaceti, 
Linariae,  Lactucae. 

***  Braun  mit  röthlich  gelb:  Umbratica  L. 

In  der  Anmerkung  (*)  zur  dritten  Gruppe  heisst  es 
dann  (S.  74 — 75)  weiter:  „Es  sind  zweierlei  merklich  ver- 
schiedene Raupen,  die  daher  gehören:  eine  ist  braun  mit 
rainienrothen  Punkten  in  mehreren  Reihen  oder  auch  ohne 
Ordnung  bestreut  (Umbratica),  die  andere  schwarz  auf  jedem 
Ringe  mit  drei  oraniengelben  Flecken  besetzt  (Lucifuga). 
Man  findet  gemeiniglich  und  an  einem  Ort  nur  Raupen  von 
einer,  ein  anderes  Mal  und  anderswo  von  der  anderen  Farbe, 
Die  Schmetterlinge  sind  doch  nicht  wohl  zu  unterscheiden, 
welches  sich  aber  auch  bei  jenen  der  Lattich-  (Lactucae) 
und  Hasenkohl-Raupen  (Umbratica)  ereignet,   ob  sie  schon 


85 

pcwiss  verschiedene  Arten  sind.  Wir  wollen  die  ^'Cf^enwär- 
tipen  nnr  als  Ahänderunpen  ansehen,  bis  uns  mehrere  Er- 
fahrunp:  das  Wid(^rspiel  picher  lehrt," 

In  den  Xaclitrii^'cn  (S.  .'512i  wird  endlieh  die  zweite  Abän- 
dcnin;::  unter  dem  Namen  Schildanipfer-Kule,  N.  Incifnpi,  als 
eipenc  Art  autV'cstcllt  un»l  da/.u  (Anmcrkunf^  **)  bemerkt: 
,\<>n  dieser  Haiipcnart  ist  schon  in  der  Anmerknni,'  der  74 
und  7ö  SS.  Meldung  peschehn.  Wir  sind  jetzt  vornehmlieh 
durch  eine  artip  gezeichnete  Haupc  dieser  Eule  tiberzeupet, 
dass  sie  von  Jener  der  Ilasenkohl-Eulc  (X.  Umbratica)  wirklich 
als  eine  bes<»ndirc  Art  unterschieden  ist.  Es  ist  doch  son- 
derbar, dass  die  meisten  Selimetterlinpe  dieser  Familie  un- 
tereinander so  ungemein  ähnlich  sind,  dass  auch  angestrengte 
scharte  Augen  kaum  einen  rnterschied  bemerken,  obsehon 
ihre  Haupen  an  Zeichnung  und  Earbcn  sehr  beträchtlich  und 
standhält  verschieden  sind  u.  8.  w." 

Aus  diesen  15emerkungan  lernen  wir  also  in  Betreff 
der  Imagines  von  Laetueae  und  Lucilnga  nur  s<»  viel,  dass 
beide  unter  sich  und  mit  l'mbratica  in  nächster  Verwandt- 
schalt stehn,  und  mlissen  uns,  um  sie  zu  erkennen,  also  an 
die  Kaupen  halten.  I>ic  Kaupe  von  Lueifuga  ist  durch  die 
Diagnose,  schwarz,  auf  jedem  Kinge  mit  3  oraniengclben 
Flecken  besetzt,  ausreichend  charakterisirt.  Denn  dass  nicht 
diese,  sondern  die  andere,  in  der  .Anmerkung  zuerst  er- 
wähnte Kaune  zu  Fnibratica  gehurt,  hat  sch(»n  Treitschkc 
bemerkt  und  ich  kann  es  aus  eigener  Erfahning  bestätigen. 
Ullbner  bat  die  IJaupcn  beider  venvechselt  und  dadurch  an- 
fänglich auch  Treitschke  zu  dieser  Irrung  verleitet,  die  dieser 
aber  in  den  Nachträgen  (X.  2.  12«])  selbst  verbes.sert.  Luci- 
t'uga  W  \'.  ist  somit  Jene  Art,  wclclic  aus  einer 
schwarzen  mit  3  L  ä  n  g  s  r  e  i  f  e  n  r  o  t  h  g  e  1  b  e  r  P"  1  e  c  k  e  n 
besetzten  Raupe  entsteht  und  als  Schmetterling  der 
l'mbratica  sehr  ähnlich   sieht. 

Von  der  Kauj)C  von  Laetueae  erhalten  wir  nur  die 
rinippen- Diagnose:  weiss  mit  schwarz  nnd  gelb.  Da  aber 
zugleich  der  8chmellerlinp  dem  von  l'mbratica  nächst  ver- 
wandt sein  muss  und  llber  die  X.  tanaccti  der  Verfasser  nie 
ein  Zweifel  geherrscht  hat,  so  bleiben  in  der  That  nnr  2 
Arten  til)rig.  welche  diesen  Antordcrnngcn  entsprechen, 
nändich  X.  campnnidae  Fr.  nnd  jene  viel  länger  bekannte, 
schon  von  liösel  d.  Taf.  -VJ)  abgebildete,  deren  Kaupe  Illlbner 
(Lar>'.  Torpid.  IV.  Xoct,  II.  Genuin.  V.  b.  c.  Fig.  l.a.)  wirklich 
unter  dem  Xamen  Laetueae  —  und  zwar  sehr  naturgetreu 
—  dargestellt  und  Treitschke  unter  demselben  Xanien  be- 
sehrieben hat.  f  ampanulae  war  schwerlich  den  Verfassern 
des  Wiener  Verzeichnisses  schon  bekannt,  scheint  Überhaupt 


86 

bei  Wien  nicht  vorzukommen  und  hat  zudem  eine  andere 
Xahrungspflanze.  Als  Lactucae  WV.  hat  also  jene, 
als  Schmetterling  der  Umbratica  ähnKche  Art  zu  gelten, 
welche  aus  der  von  Hübner  unter  dem  richtigen 
Namen  1.  c.  abgebildeten  Raupe  entsteht. 

Diese  Raupe  nun  habe  ich  wiederholt  erzogen  und  bin 
dadurch  in  den  Stand  gesetzt  auf  das  Bestimmteste  zu  ver- 
sichern, dass  der  von  Hühner  als  Lactucae  abgebildete  und 
von  Treitschke  unter  demselben  Namen  beschriebene  Schmet- 
terling nicht  zu  derselben  gehört.  Da  unter  Hübner's  Bil- 
dern überhaupt  keins  ist,  welches  ihm  gleicht,  und  eben  so 
wenig  eine  der  Treitschke'schen  Artbeschreibungen  auf  ihn 
bezogen  werden  kann,  so  will  ich  hier  das  Nöthigste  über 
ihn  und  seine  Unterschiede  von  den  nächst  verwandten  Arten 
mittheilen.  Meine  Angaben  stützen  sich  auf  vier  selbsterzo- 
gene Exemplare  (3  9,  Icf),  mit  welchen  drei  aus  andern 
Gegenden  Deutschlands  erhaltene  in  allen  wesentlichen  Punk- 
ten übereinstimmen. 

Der  Schmetterling  hat  die  ungefähre  Grösse  von  Um- 
bratica. Im  Bau  der  Körpertheile,  der  Fühler,  Palpen,  Beine 
u.  s.  w.  bemerke  ich  keine  wesentliche  Verschiedenheit  von 
den  verwandten  Arten.  Was  ihn  aber  von  diesen  und  am 
meisten  gerade  von  Umbratica  auf  den  ersten  Blick  unter- 
scheidet, ist  die  Flügelform.  Er  hat  unter  allen  Verwandten 
die  breitesten  Vorderflügel,  die  stumpfste,  fast 
gerundete  Spitze  und  den  con'vexesten  Hinter- 
rand  derselben.  Auch  der  Vorderwinkel  der  Hinterflügel 
tritt  weniger  und  nicht  so  spitz  vor,  als  bei  Umbratica.  Die 
Farbe  der  Vorderflügel  ist  schiefergrau,  eigentlich  ein  lichtes 
bläuliches  Grau,  welches  durch  ziemlich  groben  schwärzlich- 
braunen Staub  mehr  oder  minder  stark  verdunkelt  wird. 
Die  lichtesten  Stellen  sind  der  Vorderrand  bis  zur  zweiten 
Querlinie  und  die  Gegend  der  Makeln.  Hier  ist  die  Fär- 
bung ein  bläuliches  Weiss  grau,  Sehimmelgrau, 
ohne  all  e  Einmischung  von  Gelb.  Nur  bei  dem  dun- 
kelsten Weibchen  ist  auch  diese  Stelle  durch  dunkle  Be- 
stäubung verfinstert.  Eine  Reihe  verwischter  Längsstriche 
(Strahlen)  vor  dem  Hinterrande  hat  dieselbe  lichte  Färbung. 
Ein  von  der  Fliigelspitze  schräg  inwärts  ziehender  Schatten, 
sowie  die  Querlinien  sind  dunkelgrau-braim.  Die  erste  Quer- 
linie ist  vollständig  sichtbar  und  zieht  wie  gewöhnlich  in  o 
grossen  Zacken  zum  Tnnenrande.  Ihr  Anfang  ist  tieckartig 
erweitert  und  bildet  am  Vorderrande  einen  bis  in  die  Mit- 
telzelle ausgedehnten  schiefen  dunkeln  Streif.  Parallel  mit 
demselben  stehen  2  ähnliche  dunkle  Flecke  am  Vorderrande 
über  der  Querader,   der  eine  vor,  der  andere  hinter  dersel- 


87 

1)011.  Der  vordere  hanfrt  mit  einem  verwischten,  rnndlichon 
(lunki-In  Flock  auf  tkr  (Jucrador  selbst  /usaniiiuii.  Die 
/weite  (.^Miorlinie  ist  nur  in  iliri-r  Innonraudsliäiltc  dtutlicli. 
In  Zolle  IT)  (zwischen  dem  ersten  Ast  der  Modianador  und 
der  N'orsalader)  Idldot  sie  einen  starken  Zacken  mit  dop- 
pelter Spitze,  der  hei  manolien  Kxeinplar»'n  ziondiih  deutlich 
die  FiiTiir  eines  licircnden.  ircL'cn  den  llinterrand  ^a-üflneten, 
M  darstellt.  Ausser  dem  verwischten  dunkelhiaun-irranen 
Fleck  auf  der  (Juerader  und  i-iner  irlcichlarlii^en  hi>ri/.nn- 
talen  I'o^'onlinie  als  Andeutung  i\cs  untern  Kndos  der  .Nie- 
renmakel (die  nicht  einmal  hei  allen  Exemplaren  deutlich 
ist)  tauden  sich  weder  I'unkte  noch  Striche,  noch 
überhaupt  eine  Zeich  nun;;  auf  der  Stelle  der  Ma- 
keln. Aus  der  Wurzel  läuft  der  ^'ewr»hnlichc  tiefschwarze 
Längsstrich  ^'e^in  die  Flllirelmitte.  Kr  bildet  die  ein- 
zig e  entschieden  t  i  e  f  s  c  h  w  a  r  z  e  Zeichnung  des 
FlUpels.  Statt  der  starken  tiet'schwarzen  Zeichnun^'on  im 
Sanmfelde  bei  Lucit'u^'a  und  rampanulae  linden  sich  hier 
nur  schwiirzliehe,  ei^'entlich  dunkel^^rau-braune.  mehr  oder 
minder  dunh  einzelne  tief  schwarze  Schuppen  venlunkelte. 
So  ist  dt-r  kurze,  s(diiefo  ^o^'on  den  Innonrand  woisslieh  be- 
;rränztc  Strich  im  Innenwinkel,  in  Zelle  1  b.,  un<l  eine  woni^ 
sichtbare  (bei  dem  dunkeln  \\'oibehen  ^'anz  tehlendc)  feine 
Länpslinie  in  Zelle  4  dos  Saumfoldes  (über  dem  letzten  Ast 
der  Medianader».  Die  dunkeln  Adern  endigen  als  feine 
schwarze  Linien  vor  den  Franzen  in  weisslichon  Floekehen. 
Zwischen  diesen  Fleckchen  stehen  dlinnc  sihwiirzliehe  Stri- 
ehclchen  auf  der  kaum  merklich  gewollten  Saundinie.  Die 
Franzen  sintI  braun-grau .  durch  eine  unterbrochene  weiss- 
lielie  Mittellinie  ;ritlieilt,  am  iiussorsten  Kndo  wieder  weisslich. 
Die  llintertlUgel  sind  an  der  Ausscnhälftc  schwärzlich  grau- 
braun, in  der  Wur/elhälfte  lichter,  weisslich,  heim  Männchen 
Weniger,  beim  \N'eibclnn  stärker  ranchfarbig  angethtgon.  mit 
dunkeln  Adern  und  Mitteltifck.  Ihre  Franzen  sind  an  der 
Innenhälfte  erst  schmal  gelblich,  dann  graubraun,  auf  den 
Adern  li«dit  unterbrochen,  in  der  i  b«im  Weibchen  schmälern) 
Aussoidiälfle  wiisslich.  K(tpf  und  Hrustschild  haben  die 
Farbe  der  V<irdertlU;:el,  der  llalskragen  die  gewöhnliche 
schwarze  Fiogenlinie  auf  etwas  lichlerm  (irunde.  Der  Hin- 
terleih ist  golblichaschgrau.  gegen  die  NN'urzcl  lichter,  gelldich 
oder  weisslich,  mit  grau-braunen  KilckenbtlHchen.  Das  Männ- 
ehen unterscheidet  sieh  durch  etwas  perinp-re  ( Jnisse,  kaum 
merklich  sehmalere  Flll;:el  und  di«-  wci^^sere  Wurzelhälfte 
der  llintertillgil  vom   Weibchen. 

Lactucae  ist  mit  keiner  der  mir  bekannten  Arten  leicht 
zu  verwechseln,  am  wenigsten  mit  rnibratica.     Die  breiten, 


88 

stumpfen  Vorderfliigel,  ihre  bläulich-graue  Färbung  ohne  alle 
Beimischung  von  Gelb,  zumal  an  der  Stelle  der  Makeln,  wo 
Umbratica  stets  einen  deutlichen  holzfarbigen  Wisch  führt 
und  auch  die  beiden  andern  Arten  (am  merklichsten  Cam- 
panulae)  etwas  gelb  bräunlich  gemischt  sind ;  der  völlige 
Mangel  von  Punkten  oder  schwarzen  Strichen  an  der  Mit- 
telzelle, endlich  der  Mangel  aller  auffallend  tiefschwarzen 
Zeichnungen,  mit  Ausnahme  der  Längsliuie  aus  der  Wurzel 
(Lucifnga  und  Campaiiulae  führen  starke  tiefschwarze  Striche 
in  Zelle  16  und  4  des  Saumfeldes),  lassen  sie  leicht  und 
sicher  erkennen. 

Ihre  Eaupe  ist  von  Hübner  vortrefflich  abgebildet  worden 
(Esper's  und  Rösel's  Figuren  kann  ich  nicht  vergleichen), 
weniger  gut  ist  Treitschke's  Beschreibung.  Sie  hat  keine 
Aehnlichkeit  mit  einer  andern  mir  bekannten  Cucullien- 
Raupe.  Ihre  Grundfarbe  ist  bläulich-weiss ,  aber  schwarze 
und  gelbe  Flecke  nehmen  einen  grössern  Raum  ein,  als  die 
Grundfarbe.  Es  läuft  nämlich  mitten  über  den  Rücken  eine 
Reihe  zusammenhängender ,  unregelmässig  rhombischer 
orangegelber,  daneben  beiderseits  eine  Reihe  grosser  tief- 
schwarzer Flecken,  von  welchen  letztern  abwechselnd  einer 
mitten  auf  dem  Ringe  und  einer  in  dem  Einschnitte  steht. 
In  den  Seiten,  um  jedes  Luftloch,  steht  wieder  ein  blasser 
orangegelber,  verflossener  Fleck.  Der  Bauch  ist  schwarz 
gefleckt,  der  Kopf  schwarz  mit  weissem  Winkelzeichen  auf 
der  Stirn;  die  Beine,  die  Afterklappe  und  die  kurzen  ein- 
zelnen Börstchen  auf  den  Wärzchen  sind  schwarz.  (Ich 
habe  die  Raupe  früher  für  die  der  Lucifuga  gehalten  und 
unter  diesem  Namen  in  der  Isis,  1846,  S.  43,  beschrieben.) 
Wir  linden  die  Raupe  hier  einzeln  von  Mitte  Juli  bis 
Ende  August  auf  Lonchus  oleraccus.  Die  beiden  letzten, 
welche  mir  vorkamen,  sassen  bei  Tage  frei  an  einer  ziemlich 
hochstengeligen  Pflanze  und  verzehrten  deren  Blüthenköpfe 
und  saftigen  Stengel,  welche  sie  auch  in  der  Gefangenschaft 
den  Blättern  vorzogen.  Sitten,  Verwandlnngsart  und  Puppe 
gleichen  denen  der  übrigen  Cucullien.  Die  Puppe  ist  trüb- 
roth-gelb,  ihr  Oberlippenhöcker  ist  schwarz-braun  und  rauh, 
die  Schwanzspitze  und  die  Luftlöcher  ebenfalls  schwarz- 
braun, erstere  so  lang  als  die  beiden  letzten  Ringe  (auf  der 
Rückseite)  zusammen,  an  der  Wurzel  ein  wenig  breiter  als 
am  flachen,  stumpfen  Ende,  der  Hals  dazwischen  wenig  ver- 
schmälert. Der  Afterringeinschnitt  läuft  oben  dicht  um  die 
Wurzel  der  Schwanzspitze  und  ist  deutlich.  Der  erste 
Schmetterling  entwickelte  sich  im  geheizten  Zimmer  am  10. 
April,  die  übrigen,  welche  im  Kalten  stehn  blieben,  Ende 
Juni  und  in  den   ersten  Tagen  des  Juli.     Diese  Art  scheint 


89 

also  durch  die  Stnbcnwärme  zu  einer  schnellem  F.ntwickliing 
gobraclit  zu  werden,  was  ich  keineswegs  bei  allen  Cucullien 
bemerkt  habe. 

Cnc.  lactucae  c:ehr»rl  bei  uns  (ich  fand  sie  bei  Wil- 
dungen, Arojsen  und  Hhoden)  unter  die  seitnern  Arten  and 
scheint  Ubcrhanjit  nicht  hiiulig  zu  sein,  l'cbcr  ihre  geogra- 
phische N'crltrcitung  liisst  sich  wegen  der  rnsiclurhcit  der 
Sytionyniie  winig  Zuvcrlässi;:ss  sagen.  Slld-  und  .Mittel- 
Deutschland  besitzen  si»?  an  vielen  Orten;  ausser  den  oben 
erwähnten  weiss  ich  dies  von  Wien.  IJrünn,  Trag  und  .*^chlc- 
sien  gewiss.  Im  letztem  Lande  seheint  der  Sehnietterling 
nur  im  fJebirge,  bei  Salzbrunn  und  in  der  rirafschaft  filatz 
vor/.uk<Mmneii  (Assmami  a.  a.  (>.).  Ol)  er  in  der  norddeut- 
schen rietebene  getunden  wird,  weiss  ich  nicht.  Eine  Cue. 
lactucae  findet  sich  treilich  in  allen  Localfaunen  verzeich- 
net, aber  in  den  meisten  Füllen  ist  darunter  ohne  Zweifel 
die  Treitschke'sche,  d.  h.  Imbratica  \  zu  verstehn.  In  l'om- 
mcrn  und  Preusseu  wurde  La<'tueae  WV.  wahrscheinlich 
noch  nicht  beobachtet;  die  Lactucae  in  den  Verzeichnissen 
der  Herren  Trof.  Hering  in  Stettin  und  Dr.  Schmidt  in  Llbing 
ist  riiibratica  i,  wie  ich  aus  von  erstcrm  bestimmten  und 
von  let/.term  mir  mitgetheilten  Kxemiilarcn  entnehmen  kann. 
In  Britannien  lehlt  Lactucae  bestimmt.  In  Schonen  soll  sie 
nach  Zetterstedt  (lesecta  Lappon.)  häufig  sein,  vermuthlich 
ist  aber  auch  Zetterstedts  Lactucae  die  Treitschke'sche.  Ob 
Eversmann's  I'ustulata,  wie  Herrich-SchiiflTer  anzunehmen  ge- 
neigt ist.  mit  unserer  .Art  (=  Campanulae  Il.S. )  zusammen- 
fällt, deren  Verbreitungsbezirk  damit  eine  weite  Ausdehnung 
nach  Osten  gewinnen  würde,  weiss  ich  nicht.  — 

Den  ersten  (irund  zur  Verwirrung  über  Lactucae  WV. 
hat  Wohl  lilibner  gelegt  (Ksper  und  Horkhausen  kann  ich 
nicht  ver^'leiehen) ,  indem  er  unter  diesem  Namen  einen 
Schmetterling:  abbildete,  welcher  verschieden  gedeutet  wor- 
den, Laeliicae  WV.  aber  je<lent"alls  nicht  ist.  Trcitsrhkc 
nnd  Ilerrich  ziehen  diese  Figur  (L't»4i  zu  ihrer  Latiiuac 
(=  Inibratica  i  i.  Lederer  und  Xickerl  erkliiren  sie  fllr  Ln 
cifaga.  Die  Vordertlllpel  filhren  einen  braun-gelben  Fleck 
am  Vorderrande,  «ler  jede  MtJgliehkeit,  die  Figur  flir  unsere 
Lactucae  zu  nehmen,  aussehliesst .  welcher  llbrigens  auch 
der  (tr^talf  u.  s.  w.  nicht  entspricht  Da  Ich  HUbners  Ta 
fein  nicht  mehr  zur  Hand  habe,  um  einen  nochmaligen  Vcr 
gleich  vorzunehmen .  so  will  ich  mioh  eines  bestimmten  l'r- 
theil«  darüber,  ob  I  ig.  L'<>4  zu  Lmbratiea  i*  oder  Lucit'uga 
gehrirt,  enthalten.  Nach  meiner  Krinnerung  hatte  sie  mehr 
mit  Erstercr  pemcin:  gewiss  ist  nur,  dass  weder  diese  noch 
eine    der   andern    HUbucr'schcn    Figuren    zu    Lactucae    WV. 


90 

gerechnet  werden  kann.  Es  ist  dies  um  so  auffallender,  da 
Hübner  die  Raupe  kannte  und  oifenbar  nach  dem  Leben 
abbildete. 

Wenn  über  Hübners  Figur  Zweifel  entstehn  können,  so 
ist  es  dagegen  ganz  unzweifelhaft,  dass  Treitschke  als 
Umbratica  und  Lactucae  die  beiden  Geschlechter 
der  ersteren  Art  beschreibt.  Die  Worte:  „der  gelbe 
Fleck  in  der  Flügelmitte  ist  deutlicher  (als  bei  der  vorher- 
gehenden Art,  nämlich  Umbratica  c/),  so  wie  die  darauf  lie- 
genden (schwarzen)  Punkte,"  beweisen  dies  augenblicklich 
—  denn  beide  Kennzeichen  unterscheiden  gerade  Umbra- 
tica von  den  nächstverwandten  Arten.  Sie  sind  übrigens 
bei  dem  Weibchen  keineswegs  constant  deutlicher  als  beim 
Männchen.  Was  sonst  Treitschke  zur  Unterscheidung  seiner 
Lactucae  von  seiner  Umbratica  angiebt,  kennzeichnet  nur  den 
Unterschied  der  Geschlechter  dieser  letzgeuanntenArt.  Als  we- 
sentlichstes Unterscheidungsmerkmal  betrachtet  er  die  Farbe 
der  Hinterflügel  —  und  mit  Recht,  wenn  es  sich  um  die  Ge- 
schlechts-Differenz handelt,  denn  die  dunklere  Vorderflügel- 
Farbe  und  die  grössere  Flügelbreite,  welche  Treitschke  bei 
seiner  Lactucae  ebenfalls  hervorhebt,  kommen  zwar  in  der 
Regel,  aber  nicht  ohne  Ausnahme,  dem  Weibchen  von  Um- 
bratica vor  seinem  Männchen  zu.  Wie  Treitschke  zu  seiner 
Irrung  kam ,  ist  schwer  zu  begreifen ,  da  man  in  Wien  am 
wenigsten  ein  Verkennen  einer  i\.rt  des  Wiener  Verzeich- 
nisses hätte  erwarten  sollen.  Vielleicht  verliess  sich  Treitschke 
hier,  wie  in  manchen  andern  Fälleu,  auf  Hübners  Tafeln, 
deren  Lactucae  unterschriebene  Figur,  wie  erwähnt,  einer 
Umbratica  2  jedenfalls  ziemlich  ähniich  sieht.  Treitschke 
will  zwar  Umbratica  mehrmals  selbst  aus  der  Raupe  er- 
zogen haben  (X.  2.  126),  das  muss  doch  aber  nicht  gerade 
oft  geschehen  sein,  sonst  hätte  er  auch  wohl  Weibchen  er- 
zogen und  sich  überzeugt,  dass  nur  d  a s  M  ä  n n  c  h  e n  w  ei  s s- 
liche  Hinter flügel  besitzt,  während  sie  beim 
Weibchen  dunkelblau-grau,  nur  an  der  Wurzel 
mehr  oder  minder  gelichtet  sind.  Beide  Geschlech- 
ter von  Umbratica  unterscheiden  sich  durch  ihre  schmalen, 
scharf  gespitzten  Vorderflügel,  mit  sehr  schrägem,  fast  ge- 
radlinigem Saume,  die  stets  deutliche  holzgelbe  Färbung 
der  Mittelzelle,  den  Mangel  der  Makeln,  2  bis  4  schwarze 
Punkte  (zuweilen  zu  kurzen  Strichen  ausgedehnt,  selten  ganz 
verschwindend)  an  der  Stelle  der  Ringmakel,  dann  durch 
die  Feinheit  der  schwarzen  Striche  in  Zelle  16  und  4  des 
Saumfeldes  und  des  Bogenstrichs  am  untern  Ende  der  Nie- 
renmakel, die  zuweilen  kaum  sichtbar,  wenn  vorhanden  aber 
immer  tiefschwarz  sind  —  von  den  3  Verwandten,  mit  de- 


91 

neu   das  Miinnchcn  wegen  Beincr  fast  pan?,  weissen  llinter- 
Htlpel  tihcrliaiiiit  nicht  zu  vcrwccliscln  ist. 

nie  Kaiipe  von  Inihratica  habe  ich  früher  ol't  jrefun- 
(len.  meist  zutallip:  und  nicht  auf  ihrer  Nahrunpsiiflaiize 
selbst.  \nr  einmal  traf  ich  eine  tast  erwachsene  Kaiipc 
Ende  Auirust  auf  einer  Wiese  an  Lcontodon  auetiunnalis, 
dessen  l'.lliten  sie  sich  schmecken  Hess.  Nur  dies  Exem- 
plar habe  ich  erzofjen  und  »rhiclt  daraus  einen  miiuniiehen 
Kalter.  Durch  die  Kr/iehuni:  kann  ich  daher  den  Beweis 
nicht  liihren,  dass  Trcitschkes  rmbratica  und  Lactncae  zu- 
sammen crehriren.  Aber  alle  die  zahlreichen  Kxemjjlare  des 
hier,  wie  w(dd  Überall.  i:en)einen  Schmetterlings,  mit  weissen 
llinterllli;:eln,  welche  ich  untersuchte  ').  waren  Männehen, 
alle  nicht  minder  zahlreiche,  mit  dunkeln  llinterflüjrelo, 
NN'eibchcn.  Hin  anderer  eifri},'ir  hiesiger  Samndtr.  Hr.  Dr. 
Haruch,  versichert  ausserdem  ausilrlieklich.  beide  in  Uejrat- 
tunu"  iretiinden  zu  hatten.  Sie  zci.^cen  in  der  That  auch  nur 
solche  Verschiedenheiten,  wie  sie  als  rein  specielle  in  ^mvA 
analofrer  Weise  auch  bei  einer  Menjje  anderer  Xoetuinen 
zu  bemerken  sind.  —  Hilbners  Fifrur  Larv.  Lepid.  IV.  Noct.  II. 
Geruinao  V.  ••.  Fip;.  e.,  tälschlicli  Lucifupra  unterschrieben, 
soll  olfenbar  die  Haupe  von  rml)ratica  darstelb'u.  ist  aber 
kein  sehr  peluncrencs  Bild.  Besser  ist  Treitsehke's  Be- 
schreibung', die  aber  von  >  ier  rothtreiben  Streifen  auf  dem 
letzten  Hinpe  spricht,  wo  ich  nur  drei  bemerkt  habe  (Sehmett. 
V.  Kur.  V.  :\.  117,  bei  Eucit'utra,  und  X.  2.  12«)).  Ich  habe 
mir  Über  ihr  Aussehn  Fol;,'endes  notirt:  Schwärzlich  mit 
dnrchseliimnurdem  <Jell),  den  Spuren  vim  4  ^ erloschenen 
rothL'eUxn  Kiiekenstreifen  und  ;i  starken  rnthfrelben  Liings 
^treitVn  .'Ulf  dem  letzten  Ilin;:e.  Die  Luftbieher  liegen  in 
schwarzen  Fleckchen  un<l  llber  jedem  dersellien  steht  ein 
rothgelber  Fleck.  Kopf  mattschwar/.  Sohlen  (Kr  Bauchlllsse 
weiss,  (Jewebe  und  Puppe  wie  bei  den  verwamiten  Arten. 

Trcitsehkes  Irrthuin  hat.  bei  der  grossen  Verbreitung 
der  ».^Schmetterlinge  von  F'.nropa-  und  der  .\ut<>ritat.  df^ren 
sieh  dies  Werk  —  und  im  .MU'emeineii  ^renoinmen  mit  liecht 
—  erfreut,  ohne  ZwcifVI  die  Vcrwirrunjr  llber  Eactueae 
hanptsiichlieh  vcrsrhuldet.  Inibratica  **  unter  diesem  Namen 
in  die  meisten  Samndungen  eingehllrgert  und  schliesslich 
auch  M  er  rie  b  Sc  h  a  fte  r  verhindert,  «lie  Wahrheit  zu  er 
k»»nnen      Sein»*  I,acturae    it*t    die  Treitschkesehe .    er  citirt 


*/  Icii  habe  »cht.«  l>ei  frührreo  «-clr^fiilFiiro  dkriiuf  aiirincrkvain 
gemafht,  da««  die  Bcirliaffrnhcit  drr  II«ftH«.r»l.-  lU»  »irlirrn  l'nterirhci- 
dong  dor  CnrMerhirr  Vrnntit  wrrd«  n  kai  n.  Hrim  (^^  \ßt  nio  rinfarh 
aber  «tark.  heim  9  *<i*  einem  Böodti  fnnt  r  Bor«tcn  (ti>an>nPBge«rtaU 


92 

ebenfalls  Hübners  Fig.  264  dazu  und  nennt  diese  Figur 
„gut".  Freyer's  Lucifuga,  die  er  auch  anführt,  gehört  aber 
nach  der  Eaupe  („oben  schwärzlich  mit  3  Längsreihen 
scharf  runder  oranger  Flecke")  wirklich  zu  Lucifuga  WV. 
Der  erste,  von  Treitschke  übernommene,  Irrthum  gebar  aber 
bei  Herrich-Schäfifer  einen  zweiten.  Da  er  in  Umbratica  2 
bereits  eine  Lactucae  besass,  so  glaubte  er  nun  in  der 
wahren  Lactucae  WV.,  über  die  er  bei  Hübner  und  Treitschke 
nichts  fand,  eine  spätere  Entdeckung  und  zwar  Campanulae 
Fr.  vor  sich  zu  haben,  beschrieb  sie  als  solche  und  bildete 
sie  (Fig.  188)  unter  diesem  Namen  ab.  Liessen  Beschrei- 
bung (Systemat.  Bearbeitung  u.  s.  w.  H.  316  und  VI.  58) 
und  Figur  darüber  Zweifel,  so  würden  diese  durch  das  in 
den  Nachträgen  Bemerkte  beseitigt  werden.  Es  heisst  hier 
(VL  59):  „Dabei  muss  ich  erwähnen,  dass  ich  1850  ein 
Weib  von  Campanulae  aus  einer  angeblichen  Lactucae-Raupe 
erhielt  und  dass  ich  von  Umbratica  nur  Männer  und  von 
der  angeblichen  Lactucae  nur  Weiber  kenne.  Sollten  da- 
her diese  beiden  Arten  nicht  Eine  sein  und  von  rothflecki- 
gen schwarzen  Raupen  herrühren,  während  meine  Campa- 
nulae und  Pustulata  von  der  als  Lactucae  beschriebenen 
Raupe  herstammen  und  ebenfalls  zusammen  gehören?" 
Man  sieht,  wie  nahe  Herrich-Schäfifer  daran  war,  das  wahre 
Verhältniss  zu  entdecken. 

Uebrigens  ist  man  in  Wien  selbst  allem  Anschein  nach 
bis  auf  die  gegenwärtige  Stunde  über  Lactucae,  Campa- 
nulae u.  s.  w.  nicht  im  Klaren.  Denn  Leder  er  citirt 
(Noctuinen  Europa's.  1857.  S.  165)  zu  Lactucae  W.  V.  Hüb- 
ners Lucifuga  fig.  262,  und  zu  Campanulae  Fr.  (die  mit 
einem  +  vor  dem  Namen  versehen,  also  Herrn  Lederer  in 
natura  nicht  bekannt  war)  Herrich-SchäfFers  Campanulae 
flg.  188.  —  Diese  jedoch  mit  einem  ?.  Nun  mag  man 
Herrich-Schäifer  darin  nicht  beistimmen,  dass  er  Hübners 
Lucifuga  fig,  262  für  eine  gute  Abbildung  dieser  Art  er- 
klärt, dass  sie  aber  auch  nicht  einmal  für  schlechte  Abbildung 
von  Lactucae  W.  V.  gelten  kann,  ist  völlig  unzweifelhaft: 
Die  Vorderflügel  haben  einen  grossen  gelbbräunlichen  Fleck, 
fast  wie  Umbratica,  fig.  263,  von  welchem  sich  bei  Lactucae 
auch  nicht  eine  Spur  findet,  ferner  tiefschwarze  starke  Zeich- 
nungen im  Saumfelde  und  im  Discus,  eine  andere  Gestalt 
u.  s.  w.  Auch  Treitschke  nimmt  Hübners  Lucifuga  fig.  262 
für  die  seinige  und  die  des  Wiener  Verzeichnisses  und,  wie 
mir  scheint,  mit  Grund,  wenn  ich  in  diesem  Falle  die  Ab- 
bildung auch  keineswegs  für  eine  gelungene,  zumal  in  Be- 
ziehung auf  den  braungelbeu  Fleck  der  Vorderflügel,  erklä- 
ren möchte. 


93 

Lncifupa  W.  V.  und  Campanulac  Fr.  hatte  ich  noch 
nicht  Gelogonhcit  aus  clor  Haupc  zu  erziehen,  da  sie  in 
hiesifrer  (Jepeud  nicht  vorkoiniiun.  Von  (.'anipanulae  sab 
ich  überhaupt  erst  zwei  Seliniettcrlinpre,  die  nicht  zusaninien 
stimmten,  und  eine  ausjrehlasene  Raupe.  Letztere  ist  sehr 
verschieden  von  den  drei  andern  melirerwähiiten  Arten,  vom 
Anschn  der  Kaupe  von  Tanaeeti,  \'erhasei  u.  8.  w.,  also 
ans  der  (Irujipe,  auf  ^velehe  der  Name  „Ti^crraupcn**  des 
Wiener  \'erzeiehnisses  am  besten  |)asst.  Eine  Lucifu^a- 
Kaupe  fand  ich  einmal  bei  Salzburg',  sie  pnp  aber  als 
Puppe  zu  Grunde.  Dass  beide  Arten,  Campanulac  so  put 
als  Lucifufra,  pute  Arten  siml,  unterließt  keinem  Zweifel. 
Eine  genaue  und  zuverliissipe  Auseinandersetzung  ihrer  l.'u- 
terschiede  im  N'erpleieh  zu  den  verwandten  Arten  wiire  aber 
der  vorgefallenen  \'erwechselunpen  wepcn  sehr  erwünscht. 
Vielleicht  libernimmt  sie  einer  der  Leser  dieser  Zeilen,  dem 
eigne  Erfahrungen  und  ein  reicheres  Material  zu  (Gebote 
stehen  als  mir.  Noch  verdienstlicher  wäre  eine  Monogra- 
phie oder  wenigstens  eine  kritische  Sichtung  des  gesamm- 
ten  Genus  Ciicullia.  da  ausser  den  grauen  Arten  zumal  die 
zahntlllgeligeu  i Gruppe  der  Verhascij  einer  solchen  dringend 
bedürfen.  — 

Ich  stelle  sehliesslich  die  Synonymie  von  Laetueae 
und  L'mhratiea  bei  Hühner,  Treitschke  und  Herrich  zusam- 
men.    Es  gehören 

ai  zu  l'mhratiea  L. 
IlUbner,  Noct.  Tab.  Ö4.  fig.  2tKi  (d*).    X.  l'mhratiea.  [V  fig. 

2«>4  (ii.  N.  Laetueae).  —  Larv.  Lcpid.  IV.  Noct.  H.  (ie- 

nuin.  \.  b.  fig.   1.  c.  d.  N.  lucifuga. 
Treitschke,  Schmctt.  v.  Eur.  V.  3.  S.  105.     Cuc.  Umhra- 

tica    ( nur    der    Schmetterling).    —    V.  3.  S.  100.     Cuc. 

Laetueae    (nur    der    Schmetterling i.    —    V.    3.    S.   117. 

Cuc.    Lucifuga    'nur    die    Raupe,).     —     X.    2.    S.    126 

(Haupc). 
Herr  ich  Sehäffer.  Europ.  Schractterl.  H.  S.  317.  Nr. 410. 

Cuc.  Inibratiea  [■:{],  Nr.  411.  Cuc.  Laetueae  (?). 

b)  zu  Laetueae  WV. 

Hubner.    Larv.    Lepid.  IV.  Noct.    IL  Genuin.  V.  b.  c.  (ig. 

1.  a.  b.  c.  N.  Laetueae. 
T  r  e  i  t  s  eh  k  e .  Sehmett.   v.  Eur.  V.  3.  S.   111.  Cuc.  Laetueae 

'  nur  die  liaupe  '. 
Ilcrrich-Sehiiffer.    Eur.    Sehmett,    IL    S.    310.    Nr.   407. 

Cuc.  Campanulac.     VI.  S.  nS — 50.  —  Tab.  37.  tig.  ISd. 

Campanulac. 


94 


Bericht  über  die  Erziehung  von  Euprepia 
(Pleretes)  Matronula  in  einem  Jahre. 

Von  R.  ]i.rziz  in  Brunn 

Im  Sommer  1856,  wo  Matromüa-Falter  flogen;  habe  ich 
vom  13.  bis  19.  Juni  mehrere  Exemplare  gefangen. 

Unter  denselben  waren  drei  gepaarte  Weibchen,  von 
denen  ich,  obwohl  sie  schon  in  der  Natur  Eier  legten,  doch 
noch  über  300  Stück  Eier  erhielt,  aus  welchen  vom  21.  bis 
27.  Juni  gegen  280  Käupchen  sich  entwickelten. 

Mir  war  der  Aufsatz  von  H.  Keller  in  Reutlingen, 
„Jahrgang  16,  Nr.  11,  Novbr.  1855,  Seite  337,"  über  die 
Erziehung  der  Matronula-Raupen  bekannt,  dem  zu  Folge 
ich  den  Räupchen  gleich  auch  das  in  diesem  Aufsatze  an- 
gegebene Futter  gab,  von  welchem  ich  sehr  frische  und 
saftige  Triebe  wählte,  täglich  wechselte,  und  jedesmal  die 
Raupen  mittelst  eines  Pinsels  mit  sehr  frischem  Wasser 
stark  anspritzte. 

Sie  frassen  sehr  begierig,  häuteten  sich  überraschend 
schnell  und  erreichten  gegen  Ende  September  eine  solche 
Grösse,  dass  ich  mich  veranlasst  sah,  nachdem  ich  nie 
früher  eine  Erziehung  derselben  zu  beobachten  Gelegenheit 
hatte,  mehrere  Entomologen  auf  diese  überraschend  schnelle 
Entwickelung  aufmerksam  zu  machen. 

Niemand  konnte  mir  hierüber  eine  genügende  Aus- 
kunft geben,  bis  die  Herren  Hering  und  Julius  Müller,  ge- 
stützt auf  die  Abhandlung  Fauna  Böhmens  vom  Professor 
der  Naturgeschichte  Herrn  Dr.  Nickerl,  welchem  seine  eben 
so  schnell  entwickelten,  jedoch  mit  Lactuca  und  anderen 
Plantago- Arten  gefutterten  Matronula-Raupen  nach  der  Ue- 
berwinterung  zu  Grunde  gingen,  den  Ausspruch  thaten,  die 
meinigen  würden  ebenfalls  zu  Grunde  gehen. 

Diese  Ansicht  schien  überdies  der  Umstand  zu  bestä- 
tigen, dass  diese  Herren  gerade  gegen  Ende  September  im 
Freien  durch  Abklopfen  Matronula-Raupen  erhielten,  die 
nicht  einmal  einen  Zoll  gross  waren,  und  auch  in  dieser 
Grösse  zur  Ueberwinterung  sich  anschickten. 

Hierdurch  entmuthigt,  habe  ich  die  Raupen,  obwohl 
sie  im  besten  AVachsthum  waren,  nicht  mehr  mit  der  Vor- 
liebe gepflegt,  als  ich  dies  früher  that.  Allein  dessenunge- 
achtet entwickelten  sie  sich  doch  so,  dass  sie  gegen  Ende 
October  fast  durchgehends  zu  fressen  aufhörten,  und  sich 
zum  Winterschlafe  anschickten. 


95 

Ich  Hess  nun  dieselben  bis  pepen  23.  Deccnihcr  in 
ilironi  Futterkasten  in  einen»  massig  warmen  Zimmer  .stehen, 
und  pah  sie  erst  da,  in  einer  mit  Erde  und  darüber  mit 
Moos  petllllten  Kiste  ins  Freie  hinaus.  Hier  Hess  ieh  sie, 
obwohl  sie  bereits  .Mitte  Mär/,  aus  dem  Wintersehlafe  er- 
waeht  waren,  dueh  noch  bis  H,  Ajiril.  Als  ieh  die  am  Le- 
l)en  pelilieltenen  liaujun  (die  sehwiieheren  Kxemplare  waren 
/u  (iruude  pepanpen»  wieder  in  den  Futterkasten  brachte, 
hatte  ieh  pleieh  nach  t'iliit'  Tapcn  die  Freude,  wahrzuneh- 
men, dass  die  mcistt^u  zur  Verpuppung  zu  spinnen  antin 
pen.  Ich  licBS  sie  nun  ruhip  stehen,  und  nahm  Anfang 
Mai  die  schön  entwickelten  l'ujtjjcn  heraus,  die  ich  in  den 
Gespinnsien  in  eiiieni  panz  duurclen  Verwandlunpskastea 
aufhinp. 

.\m  1»').  Mai  war  ich  anprcnehm  Überrascht,  'das  erste 
F.xemjdar  zu  erhalten,  und  bis  zum  1^7.  .Mai  waren  bereits 
alle  Falter  pes|)annt. 

Zwei  schöne  Kxemplare  habe  ich  der  l'aarunp  ge- 
opfert, und  erhielt  vom  31.  Mai  bis  4.  .luni  1.  J.  die  frische 
lirut.  die  ich  nach  der  im  N'orjalire  pemachtcn  Krfahrung 
j)tie^e  uud  bis  jetzt  habe  ich  das  N'erpnlipen.  die  Kaupen 
vollkumuRMi  ausgebildet  zu  l)esitzen,  und  horte,  im  Früh- 
jahre eine  bedeutende  Anzahl  Falter  zu  erhalten. 

Abgesehen  davon,  dass  es  mir  gelang  und  hotTentlich 
gelingen  wird,  binnen  einem  Jahre  .Matronula-Kaupen  zur 
l'erfection  zu  bringen,  muss  ich  im  Allgemeinen  bemerken, 
dass  in  der  Färbung  und  Zeichnung  der  (Jezogencn  und 
der  im  Freien  Oefangenen  folgender  rntersciiied  staftlindet : 
Nielit  allein  dass  die  Obertlügel  lebhat'tcr  und  dunkler  ge- 
färbt erscheinen,  so  8in<i  besonders  die  schwarzen  Flecke 
an  den  rnterflügeln  so  zu  Binden  verbunden,  dass  diese 
Flügel  gleich  denen  von  Catocala-Faltern  sich  ansehen,  nur 
dass  die  llindiii  unregelmässig  gezeichnet  sind.  Ob  dies 
auch  bei  der  vorliegenden  Zueht  der  Fall  sein  wird,  wird 
die  Folge  darthun. 

Brllnn  im  Octobcr  1857. 

Rudolf  Krziz, 

R«chnonKi-Offi>ial  der  k.  k,  Finani-Land««  DirccUon. 
Brunn,  0)««re   Brünnerg««»'»   Nr.  28.1. 


96 


Bhinosimus  ruficeps  uov.  spec. 

Beschrieben  von  Dr.  Böse  in  Ortenberg. 

Rufo-testaceus,  nitidus,  antennis  apice,  pectore  abdo- 
mineqiie  fuscis,  elytris  viridi-cyaneis,  striato-punctatis. 
Long.  1— IV4'". 

Dem  Rh.  ruficollis  zunächst  stehend,  von  diesem  durch 
breiteren  Rüssel  und  ganz  rothen  Kopf  verschieden.  Kopf, 
Halsschild,  Vorderbrust  und  die  Beine  sind  röthlich  gelb, 
die  Fühler,  die  Brust  und  der  Hinterleib  braun,  erstere  an 
der  Wiirzgl,  letzterer  an  der  Spitze  heller.  Der  Rüssel  ist 
flach,  breit,  deutlich  kürzer  als  das  Halsschild,  und  wie 
der  Kopf  tief,  massig  stark  und  ziemlich  dicht  puuktirt. 
Das  Halsschild  ist  so  breit  als  lang,  an  den  Seiten  vorn 
gerundet  erweitert,  hinten  verengt,  fast  herzförmig.  Es  ist 
oben  flach  gewölbt,  tief,  massig  stark  und  ziemlich  weit- 
läufig punktirt,  und  hat  jederseits  vor  dem  Hinterrand  einen 
seichten,  queren  Eindruck.  Die  Flügeldecken  sind  lang 
eiförmig,  am  Grunde  doppelt  so  breit  als  die  Basis  des 
Halsschildes,  in  der  Mitte  am  breitesten.  Sie  sind  glänzend 
grünlich  blau,  in  Reihen  punktirt,  die  Punkte  der  Reihen 
massig  stark,  die  Zwischenräume  flach,  mit  sehr  vereinzel- 
ten, feineren  Punkten.  — 

Es  wurden  von  demselben  im  Laufe  dieses  Sommers, 
und  zu  verschiedenen  Zeiten  mehrere  ganz  gleiche  Exem- 
plare unter  faulender  Birkenrinde  von  mir  gefunden. 

Ortenberg,  den  12.  October  1857. 


Beitrag  zur  Odonaten-Fauna  des  Eussischen 
Reiches. 

Von  H.  Hagren. 

Im  Jahrgange  1857  p.  363  dieser  Zeitung  habe  ich 
alle  bisher  in  Russland  gefundenen  Arten  zusammengestellt. 
Herr  v.  Motschulsky  hat  mir  neuerdings  eine  Anzahl  Arten 
mitgetheilt,  die  auf  der  Amur -Expedition  des  Herrn  Maak 
am  Flusse  Wilni  gesammelt  sind.      Der  Wilni  fliesst  unter 


97 

iloni  i»4"  linkerseits  in  die  Lena,  es  bildet  also  diese  Oert- 
liciikoit  (mit  Aosnahme  von  Lapphuid)  den  nördlichsten 
Punkt,  von  welchem  überhaupt  eine  Odonaten-Fauna  vor- 
iie;:t,  und  ist  schon  deshalb  von  hohem  Interesse.  Die  Ar 
ti'n   sind : 

I.  Lib.    llavt'ola  L.  mas.    fem.,   die  Flllf^el    der    Weib 
chen  von  der  irt'lb  tinirirten  Itaoe. 

*J.  IJI).  seotiea  Oon    fem.,  von  gcwübniieher  Grösse. 

.'».  Ijb.  rr.hieiinda  I..  nias.  iVm.:  die  apj).  infer.  raaris 
jfc^'en  die  Spitze  hin  bttriiehtlieh  crw.'itert,  die  Stirn  der 
fem.  gegen  den  Mund  hin  dunkler;  Scheitelhücker  ganz 
schwarz.  Da  sonst  alles  Übereinstimmt,  kann  ich  die  Thiere 
nur  für   eine  Al)^rt  von  L.  rubieunda  ansehen. 

4.  Cord,  aene.'i  L.  fem. 

.').  Kjtith.  bimaeulatü  Chj).  fem.,  von  der  europUischeD 
Form. 

6.  Acsehn.  borealis  Zett.  mas. 

7.  Acsehn.  crenata  Ilair.  (1.  e.  p.  369)  mas.  Den  In- 
dividuen aus  Irkut/k  iihnlich.  aber  die  membranula  access. 
wie  bei  Aeschn.  juncea  gefärbt,  die  Spitzen  der  app.  sup. 
etwas  liinger  und  gerade  ausgezogen,  die  Zähne  vorher  et- 
was zahlreicher. 

8.  Lcstes  sponsa  Hans.  mas.  fem.,  mittlerer  Grösse. 

9.  Agrion  nov.  spec.  mas.  fem.,  Ntztere  in  schlechtem 
Znstande,  dem  A.  puella  nahe  stehend. 

Obwohl  die  Zahl  der  .\rten  nicht  bedeutend  ist.  sind 
nie,  wie  schon  envälmt.  durch  ihren  Fundnrt  von  NVcrth. 
nie  früher  1.  c.  p  '.U\i\  tllr  Sil»irien  ang«'gebcnen  Arten 
stammen  meistens  aus  Irkutzk,  «licse  aus  einer  iL*"  nörd- 
licheren Hreite  und  viel  östlicheren  Länge,  etwa  v.  Jakut/k. 
Neu  für  die  Fauna  Sibiriens  ist  Aeschn.  borealis  als  vor- 
trefflirhos  Bindeglied  zu  dem  von  mir  angegebenen  Fund- 
orte Sitka,  und  das  Agrion.  Das  StUek  von  Ep.  bimaculata 
beweist,  dass  ich  mit  Kceht  das  bei  Irkutzk  gefang»nc 
Weibrhcn  scinrr  etwas  abweichenden  Färbung  uncrachtet 
Dar  als  Abart  aufgeführt  habe.    Die  Bildung  des  app.  infcr. 

7» 


98 

bei  L.  rubicunda  mas  ist  auffällig,  und  ich  finde  unter  den 
Stücken,  die  ich  gerade  vergleichen  kann,  keine  Uebergangs- 
form.  Die  Uebereinstimmung  aller  übrigen  Merkmale  ver- 
bietet eine  Abtrennung  als  eigne  Art. 

Von  grosser  Wichtigkeit  war  mir  die  Erlaubniss,  das  von 
Pallas  für  seine  Insecta  Rossica  völlig  druckfertig  ausgearbei- 
tete Manuscript  benutzen  zu  dürfen.  Die  Arten  sind  da- 
nach meistens  sicher  und  leicht  zu  bestimmen.  Pallas  sagt 
dabei,  dass  er  mehr  als  die  angeführten  Arten  gesammelt 
habe,  bei  der  leichten  Zerbrechlichkeit  derselben  sei  aber 
ein  Theil  auf  der  langen  Reise  zerstört.  Uebrigens  zweifle 
er  nicht,  dass  namentlich  die  Gegenden  um  das  Kaspische 
Meer  und  im  Süden  Sibiriens  mehr  Arten  beherbergen.  „In 
istis  regionibus,  quamquam  Libellarum  magna  sit  abundan- 
tia,  tamen  illae  ad  minuendum  Tabanorum,  quos  acriter 
venantur,  numerum  non  sufticiunt,  continui  equorum  pere- 
grinantium  utut  socii.'^ 

Es  heissen  die  Libellen  im  Allgemeinen  bei  den  Russsen 
Strikosa  und  Karamysla,  in  der  Ukraine  Babka,  bei  den 
Kirgisen  Enelik,  bei  den  Tungusen  Luruki. 

Die  beschriebenen  Arten  sind: 

1.  Lib.  grandis  =  Aeschna  grandis.  Ad  Volgam  in 
totius  Rossiae  temperatis  aquosis  et  circa  Barabensium  cam- 
porum  lacus  frequens,  vario  colore. 

2.  Lib.  Caspica  Pall.  =  Anax  formosus  Vander  Lind. 
In  arundinetis  circa  mare  Caspium  rarior,  in  littore  Persico 
frequentior. 

3.  Lib.  cornuta  Pall.  =  Lib.  cancellata  L.  Circa  in- 
feriorem Jaicum  et  mare  Caspium  frequens.  Ich  halte  die 
Bestimmung  für  sicher,  obwohl  die  Angabe,  dass  auch  der 
Thorax  blau  bereift  ist,  nicht  recht  passt. 

4.  Lib.  depressa  =  L.  depressa  L.  In  australioribus 
Rossiae  frequens,  semper  a  nativitate  instar  anticedentis 
glauco  polline  colorata,  quo  detrito,  subtestacea  evadit.  Die 
Angabe,  dass  der  blaue  Reif  gleich  nach  der  Häutung  vor- 
handen sei,  ist  hier,  wie  stets  bei  Libellen,  sicher  ein  Irr- 
thum. 

5.  Lib.  forcipata  =  Gomph.  forcipatus  L.  Ad  Volgam, 
Jaicum,  Tanain,  Borysthenen  vulgaris. 

6.  Lib.  rubicunda.  Die  beiliegende  schlechte  Abbildung 
(colorirtes  Original)   beweist,   dass   hier  nicht  L.  rubicunda 


99 

L.,  8on(lern  L.  Roeselii  Curt.  oder  eine  nahestehende  Art 
penioint  ist.  Die  Heschrcibiiuc  ist  un^'enUfrend:  L.  alis  liy- 
ahnis,  ahdomine  niodio  i,'ra(iicsccnte  niltro  liavovc.  In  nia- 
xime  australihns  Kossiar,  pracscrtim  in  Casjiio  desert(»  fre- 
(jucns.  al)d(aucn  ni«>d(t  tlavum,  niodu  rubcrrimum,  ut  in  se- 
quenti,  modo  suhtestaccum.  Citirt  ist  Linn6  II.  902.  4; 
Kocsel  II.  tal).  h;  Schaff.  Icon  ratisb.  tah.  92.  f.  4.  Aller- 
dings könnte  hier  auch  an  L.  vulgata,  Fonscolumbii,  nieri- 
dionalis  ^'cdacht  werden. 

7.  Lih.  scioptora  l'all.  ==  L.  pcderaontana  F.  Die  Ab- 
bildungen ans  Talias  Icdu.  tab.  k.  f.  19.  a.  b.  mas  et  fem. 
liegen  bei.  in  australioribus  Tatariae  magnac  et  usque  in 
Dauriam  passim  ob.scrvata,  ad  rivos  interniontanos  praesen- 
tim  ad  Tucht<tr.  Das  Citat  aus  Lcpcchin  und  Gmcl.  Linn. 
Syst.  Nat.  sichern  die  Bestimmung. 

8.  Lib.  vulgatissinia  =«  Gomph.  vulgatissimus  L.  In 
aqnosis  Kossiae  ubique  frcquens. 

9.  Lib.  acnea  =  Cord,  aenca  L.  cum  praeccdcntc  pas- 
sim vulgaris. 

10.  Lib.  decemmacnlata  Pail.  =  L.  (juadrimaculata 
Pall.  nach  bcigefllgtem  Citat.  Ad  rivos  Kuschum  et  Useln, 
inque  australibus  Volgae  et  Tanais  non  infrc(iuens. 

11.  Lib.  larvata  Pall.  Ich  halte  diese  Art  fllr  Lib. 
ampullaroa  Schneid.,  die  vielleicht  nur  Lokalvarictiit  xon 
Lib.  Sabina  Dr.  ist.     Die  Beschreibung  heisst: 

]j.  thorace  tlavo,  nigro  striat«»,  alis  posticis  basi  ilavis, 
abdominis  semicingulis  tribus  luteis.  V  Lib.  cancellata  Linn. 
Syst.  Nat.  II.  p.  9<»2.  7.  In  australihns  lecta.  .Magnitudo 
jiaulo  supra  Sciojttcrain.  Facies  lividd-jiallida,  iinpres^^ioni- 
bus  variis,  ut  larvam  scenicam  ex|»riniat;  tubcn-ulo  uiirro 
inti-'r  antcnnas,  «piod  stenunata  circuinstant ;  pnnc  oculos 
crepido  Hava.  Squama  foliucea,  integra  pilis  ciliata,  erecta 
in  coljo  produrtiusculo.  Tln»r3x  livido  flavus  lineis  in  dorso 
et  lateribus  simnl  1 1  parallelis.  Abdomen  junceum,  basi 
ventricosa  flava  nigris  lineis  doliata,  dein  teres.  nigrum. 
ntriiKiue  niaculis  tnbus  lincaribus  nigris.  Pedcs  primi  pa- 
ris  tlavi.  rrliqui  linea  hingitudinali  nigra.  Alae  hyalinae, 
vci.is  fnscis,  puncto  versus  apircm  albo,  sccnndariae  vix  ima 
ba.-«i  tiavac. 

Im  (lanren  stobt  meiner  .\nnahme  kaum  etwas  entge- 
gen, da  L.  ampullacca    in    KlciuasicD  llicgt,    so  ist  es  sehr 


100 

gut  möglich,  dass  sie   eben   so  wie   Gomph.  flexuosus  sich 
auch  in  Südrussland  finde. 

12.  Lib.  lutea  Fall.  Ich  halte  sie  für  L.  brunnea 
Selys.  Eevue)  Die  Beschreibung  lautet:  L.  abdomiue  luteo 
prismatico,  thorace  supra  bifasciato,  alis  posticis  basi  flavis, 
tuberculo  frontis  bipapilari.  Observ.  cum  praecedenti. 
Magnit.  L.  depressae.  Frons  pubescens  cum  ore  ferruginea, 
inter  oculos  didyma  lunaque  flava.  Tuberculum  inter  an- 
tennas  bipapillare,  ferrugineum,  quod  stemmata  circumstant. 
Oculi  Caput  p(^tice  excedentes,  crepido  pone  oculos  flavo 
nigroque  variegata.  Squama  colli  brevis,  cum  fasciis  2  me- 
diis  thoracis  truncato  -  marginatis  flava,  pilis  marginata. 
Latera  tkoracis  et  colli  inter  alas  flava,  interjectae  fasciae 
2  luteo  ferrugineae.  Abdomen  prismaticum,  sensim  attenua- 
tum,  griseo  luteum.  Pedes  fusco  grisei.  Alae  diaphanae, 
lineola  versus  apicem  grisea:  posticae  ima  basi  flavis- 
simae. 

13.  Lib.  nigra  Fall.  =  L.  scotica  Don.  In  Sibiria 
praecipue  ad  Jenissam  fluvium  habitat. 

14.  Lib.  glaucopis  Fall.  =  L.  pectoralis  Chp.  ^. 
Die  Beschreibung  lautet: 

L.  facie  virescente  alba,  labio  flavo,  thorace  alarumque 
basi  punctisque  atris.  ?  Lib.  juncea  Linn.  Fassim  in  au- 
stralibus  lecta. 

Magnit.  circiter  praecedentium.  Facies  vesicularis, 
virescente  alba,  sed  labium  supra  os  flavum.  Tuberculum 
inter  antenuas  obtusum  nigrum,  ut  et  squama  intercalaris 
colli.  Thorax  niger,  pubescens.  Abdomen  junceum,  ferru- 
gineum, pubescens.  Alae  hyalinae  lactescentes,  puncto  ver- 
sus apicem  latiore  nigro;  basis  alarum  posticarum  interius 
aterrima,  vix  priorum.    Fedes  nigri. 

Die  Magnitudo  circiter  praecedentium  bezieht  sich 
nicht  auf  L.  nigra,  die  erst  später  auf  einem  besondern 
Zettel  beigefügt  ist,  sondern  auf  die  vorhergehenden  Arten. 
Die  Farbe  der  Stirn  und  Oberlippe  bezeichnet  ein  Männchen 
aus  der  Gruppe  von  L.  rubicunda;  die  Worte  „abdomen 
junceum,  ferrugineum  schliessen  L.  albifrons  und  caudalis, 
die  ungefleckten  Vorderflügel  L.  dubia  aus.  Es  bleiben 
also  nur  L.  pectoralis  und  rubicunda  über;  da  aber  bei 
letzterer  Art  das  Männchen  ein  rothes  Fterostigma  hat,  ziehe 
ich  L.  glaucopis  zu  L.  pectoralis.  Die  Beschreibung  passt 
durchaus  auf  diese  Art. 


101 

15.  Lib.  carinata  I'all. 

L.  tlioraois  lima  carinata.  rristnlis  ante  alas  dcntion- 
latis,  abdoniinc  jirisniatu-o  au^'ulis  crfnulato,  alis  hyalinis. 
Passini    ohscrvata  rarins. 

Dc'scr.  rrai'ccdcutc  paulo  major.  Facies  livida,  iiiae- 
qualis  ru^'is  transvcrsJR.  nia\ilIiK  et  labio  lutcscentihns,  ha- 
ju8  puncto  impresso  t'usco.  Crepido  pone  oculos  pallido  ni- 
groqiie  varia;  tuhcrenlum  intcr  antcnnas  l<iiia|)iilare  ni^Tum. 
Squama  colli  intcnaiaris.  hrevis.  n  iiilurmis.  Thorax  t'usens, 
piibcsecns.  eristiilis  ant»*  alas  crcnulatis  eoneurrcntibus  ad 
lineam  lonj;itudinalem  subcarinatam.  Al)d(tmen  prismatienm, 
alteuuatum.  frlabrum.  jutescens,  angulis  subtilissinic  crcnu- 
latis, commissuris  nip^ro  lineatis. 

Dil'  siclicr«'  Hestinimitni:  dieser  Art  will  mir  vorläu- 
fig nicht  {Illingen.  Ich  halte  Sie  fllr  L.  vulgata,  oder  flir 
(las  "Weilichen  von  L.  eocrulcseens. 

1<».  Lib.  Hamadrvas  Tall.  =  C'alopt.  splcndcns  fem. 

.\d  magna  Kossiae  lluvia,  praesertim  in  anstrali(»ribu8 
et  intcr  arundineta  Caspica  rarior  j)raeccdente. 

17.  Uli.  IJyblis  I'all.  =  Calojit.  sjjlendens  mas. 

In  liossia  etiam  Ixtrealiore  «-irea  aquas  frcqucntior 
praccedente.  l'allas  bchauiitet  wdhl  irrig,  dass  sie  von  der 
vorigen  Art  sieh  dureh  die  Metamorphose  trenne. 

IB.  Lib.  Salmaeis  Tall.  =  Lestes  barbara. 

In  Chersonesi  Tauricai'  maritimis  rarins  apparct 
aestate,  alis  semipatentibus  sedens. 

1!'.  Lib.  Leucothoc  Pallas  r^r  I'latycncmis  pennipcB 
I'all.  mas. 

In  australioribus  ad  Volgam.  Jaicum  et  mare  Caspiuni 
frcqucns. 

Die  Heschreibung  lügst  keinen  Zweifel,  «iass  dieses  die 
von  ralbis  selbst  in  seiner  Keise  beschriebene  Art  sei, 
obwohl  l'allas  aufTiillig  genug  sie  nicht  hier  erwähnt. 

L'O.  Lib.  Clymenc  Pallas  —  PI.  pennipes  fem. 

C'opiogc  circa  Volgam,  inde  a  primo  vere  apparct  sola, 
postea  pronjiseue  cum  L.  Cyane. 

2L  Lib.  Cyane.  Pall. 

I'bique  in  aquosi»  Kossiae  et  Sibiriae,  scd  non  admfv 
dum  copinsa. 

L.  alis  crectis  puncto  fuRco  notatis.  corpore  »ericco 
cocmleseente  variegato. 

Lin  kleines  nicht  zu  bcstiroiDendcfi  Agrion  ans  der 
Gruppe  von  A.  puclla. 


102 

Vereinsangelegenheiten, 

In  der  Sitzung  am  21.  December  1857  wurde  der 
Versammlung  der  am  8.  November  erfolgte  Tod  unsers 
Mitgliedes,  des  Herrn  Professor  Dr.  Apetz  in  Altenburg  an- 
gezeigt.   Sein  Sohn 

Herr  Dr.  Th.  Apetz  in  Altenburg 
wurde  in  den  Verein  aufgenommen.     Ebenso 

Herr  Dr.  Mess,    Dirigent  der  Strafanstalt  Plassen- 
burg  bei  Culmbach. 
In  der  Sitzung   am    18.  Februar    c.    wurde    die  Rech- 
nung des  abgelaufenen  Jahres    von   dem    Herrn   Rendanten 
vorgelegt  und  ihm  darüber  Decharge  ertheilt.    Als  Mitglied 
wurde  aufgenommen: 

Herr   Joh.  v.    Frivaldsky,   Custos  am  National? 
Museum  in  Pest. 

C.  A.  Dohrn. 


Einnahme  und  Ausgabe 

des 

entomologischen  Vereins  für  das  Jahr  1857. 

I.  Einnahme. 

Kassenbestand  aus  dem  Jahre  1856     48  Thlr.  23  Sgr.  9  Pf. 

Zinsen  von  belegtem  Capital o39      -     11       -     6    - 

Geschenk  Sr.  Majestät  des  Königs     100      -     —      -   —   - 
Für  Zeitungen,  Linneen  und  Käfer- 

Cataloge 619      -     19      -    9    - 

1107  Thlr.  25  Sgr.  — Pf. 

II.  Ausgabe. 

Für  Zeitungen  und  Käfer-Cataloge  274  Thlr.  10  Sgr.  6  Pf. 

Buchbinder-Rechnungen 33      -     19      -     6    - 

Gratification  für  den  Vereins-Biblio- 
thekar    30      -    —      -   —   - 

Miethe  für  das  Vereins-Local 100      -    —      -    —   - 

Remuneration     des     Vereinsboten 

und  Portiers 18       -     —      -    —    - 

Porto  und  andere  Auslagen  80      -     14      -    8    - 

Zinsbar  angelegt 436      -     11      -   —   - 

Cassenbestand    in    die    Rechnung 

pro  1858  tibertragen.  134      -    29      -    4    - 

1107  Thlr.  25  Sgr.  — Pf. 


103 
Ermässigter  Preis  von  Westwoods  Introduction. 

Er  wird  doii  (Itiitsclion  KntoniMlopoii  pclir  cnvUnscIit 
Rcin  zu  litiron,  d.iss  jetzt  Wcstwc^uds  Introduction  2  vnl. 
statt  des  frllhcren  Preis,  s  von  'J  rfund  Sterling  fllr  IH 
Schill,  enirl.  —  4  Tlilr.  lo  Spr.  durch  den  liuelihandel  he 
2ogcn  werden  kann.  Ks  seheint  diese  Hrniässif^nn;^  den 
Bachhlindlern  des  C'ontinents  unhekannt  i:ehliohen  zu  sein. 
Sie  ißt  eine  Folpe  des  in  England  übliehcn  Verfahrens 
nacli  bestimmter  Frist  den  ganzen  Kost  einer  Anflage  un- 
ter den  Hammer  zu  hrinccn. 


Intelligenz 

Herr  Dr.  iihil.  Otto  Standin^'er  hereiset  pcpcnwJirtif» 
in  ontomolupischcn  Zwecken  Slid-Spanien.  In  dem  Zeit- 
räume von  MUrr  bis  Anfanf^s  Sept.  IJ^ÖT  haben  seine  He- 
n.Uhunp^n  reiche  Ausbeute  jreliefert.  Die  Sendung:,  welche 
im  Novbr.  bei  mir  in  Berlin  anlangte,  enthält  Lepidoptera, 
Coleoptcra.  IIymenoj)tera,  Orthoptcra,  Diptera,  Neuroptcra 
und  Ilemiptera  hetero|itera. 

Den  Freunden  der  Entomologie  mache  ich  daher  be- 
kannt, dass  von  diesen  Sachen  Dupla  abzulassen  sind. 
Vorläufig  ist  nur  das  Vcrzeiehniss  der  Lepidontcrn  und 
namentlich  das  der  Macropteni  fertig.  Das  der  Coleoptern 
Hvmenoptern  etc.  wird  demnächst  folgen.  Von  Coleoptern 
wird  die  C'enturie  grosscntheils  determinirter  Arten  flir 
sechs  Thaler,  und  wenn  dabei  ein  reines  Exemplar  des 
I'aussus  Favicri  Fairm.  gewünscht  wird,  fllr  acht  Tlialer 
abgegcbcu.  Man  wende  sieh  in  portofreien  liriefen  an  den 
cntomol.  Verein  in  Stettin  oder  an 

L.  G  r  a  b  o  w , 
Linieoacruit  Nr.  23  in  B«rlia. 


Der  Herr  Superintendent  Dr.  Ilcydenrcich.  Verfasser 
des  svstcmatischen  \'erzoirhnisses  «ler  Eumpäisrhcn  Schmet- 
terlinge, der  auch  anderweit  als  einer  der  ausgczeicbnetern 
Entomologen  Deutschlands  bekannt  ist,  ist  im  vorigen  Jahre 
verstorben.  In  Folge  dieses  Todesfalles  soll  die  von  ihm 
binlerlaasenc  Sammlung  Europäischer  Schmetterlinge,  welche 


f04 

Ton  wenigen  andern  Sammlungen  an  Eeichhaltigkeit,  so- 
wohl der  Mikrolepidoptern,  als  der  grösseren  Arten  erreicht 
oder  Ubertroffen  wird,  verkauft  werden.  Sie  ist  vorzüglich 
erhalten,  und  umfasst  die  neuesten  Entdeckungen,  ein- 
schliesslich der  sibirischen  Arten,  und  hat  nach  der  eigenen 
massigen  Schätzung  des  verstorbenen  Besitzers  mindestens 
einen  Werth  von  oOOO  Thlr.,  wird  aber  nach  vorläufigen 
MittheiluDgen  zu  einem  sehr  erniässigten  Preise  veräussert 
werden.  Zahlreiche  Dubletten  aus  allen  Gattungen,  zusam- 
men mehr  als  3000  Exemplare,  können  zugleich  mit  abge- 
geben werden.  Nähere  Auskunft  ertheilt  gern  die  Redac- 
tion  der  Zeitung,  oder  direct  die  Frau  Superintendent  Hey- 
denreich  in  Weissenfeis. 

Herr  Dr.  Mess,  Dirigent  der  Strafanstalt  Plassenburg 
bei  Culmbach  in  Bayern,  ist  bereit,  gegen  ihm  fehlende 
Schmetterlinge  und  Käfer,  (Europäer  und  Exoten)  eine  Reihe 
gutgehaltener  Nordamerikanischer  Käfer  im  Tausche  abzu- 
geben. Auch  hat  er  (was  vielleicht  Schmetterlingssammler 
interessirt)  einige  tausend  Glaskästchen  für  curop.  Schmet- 
terlinge in  3  Dimensionen  gegen  ihm  brauchbare  Lepidop- 
tera  und  Coleoptera  abzulassen. 

Von  Linnaea  Entomologica  ist  Band  12,  Berlin, 
bei  Mittler  &  Sohn,  erschienen  und  enthält  Arbeiten  von 
Hagen  über  Termiten,  Suffrian  über  Cryptocephalus, 
Speyer  über  die  Zahl  der  cxistirenden  Schmetterlinge  und 
der  Tagfalter  insbesondere,  Gerstäcker  über  die  chileni- 
schen Carabus.  29  Bogen,  4  Tafeln,  Preis  2  Thaler.  Ver- 
eins-Mitglieder, welche  sich  direct  an  den  Verein  wenden, 
erhalten  gegen  portofreie  Einsendung  des  Betrages  diesen 
Band  oder  frühere  Bände  der  Linnaea  Entom.  für  1  Thaler 
15  Sgr. 


Inhalt:  Nenjahrsnovelle.  Mitglieder-Verzeichniss.  Dohrn:  Rede  zur 
Stittungsfeier,  Vereinsangelegenheiten  (Bibliothek),  Hagen:  Ba- 
stard-Erzeugung bei  Insecten.  Werneburg:  Schmetterlinge  älterer 
Autoren.  Suffrian:  Synon.  Miseellaneen.  Frey:  Literatur  (Stainton 
Tineina).  Schaum:  Brief.  Kawall:  Entom.  Notizen.  Hey  den: 
Nachtrag  (Aphiden).  Chaudoir:  Briefl.  Mittheilung.  fcpeyer: 
Ueberwinternde Schmetterlinge.  Speyer:  Noctua  (CueuUia)  Lactucae 
und  damit  verwechselte  Arten.  Krziz:  Erziehung  von  Euprepia 
Matronula.  E'>ose:  Rhinosimus  raticeps.  Hagen:  Russische  Odo- 
naten.    Vereinsangelegenheiten,     Rechnungslegung.     Intelligetiz. 


Diack  Too  F.  Heitenland  m  Stettin. 


|]iitoiiiolo;;iM'lie  Keitiiiig 

hiTausgegehen 

von  dem 

iMUoiiioloirlsclKii  \v\r\\w  zu  Siedln. 

.  In  Conitnioiion  bei  lirn  Buchhandl. 

K  .•  u  »  c  1 1  i. n :  V.  E. 8.  Mitüer  in  Uorlin,  u.Fr.  Fleijcher 

C.   A.    Dohra,     Vproinü-PräüidiMii  in  L'-ipzig. 

No.  I — ß.  19.  Jahrgang.       April     Juni.    IS3S. 


Ueber  die  Naturgeschichte  und  die  Artrechte  von 
Noctua  cerasina  Fr.,  HS.  (N.  castanea  Esp.)  *) 

^'^n   Dr.  A.  Hpe)«*r. 

Vor  etwa  sechs  Jahren  erzoj^'on  wir  zuerst  ein  sdiünes 
Weibehen  die.scr,  wie  es  seheint,  noih  wen.^'  beohaehteten 
Art  aus  einer  mit  anderen  von  Heidekraut  und  Heidelbeeren 
im  Frllhlin^r  pekütseherten  und  nieht  weiter  beaelitcten 
Raupe.  I);i<hireli  aufmerksam  gemacht,  suehten  wir  im 
tolfrciiden  Jahre  eit>i;.'er  nach  und  es  ^'elan^'  un.s,  die  Raupe 
in  Mehrzahl  zu  erhalten.  Seitdem  hal'en  wir  sie  alljiihrlieh, 
/uweihii  nieht  selten,  ^^jAinden.  aber  in  verhältnissmässig 
»ehr  geringer  Zahl  zur  Kntwiekclunff  gebracht.  Ich  weiss 
nicht,  ob  sehon  genauere  Angaben  Über  ihr  Aussehen  and 
ihre  Lebensweise  publieirt  sind  und  theile  dcsshalb  mit, 
was   ich  darüber  nntirt   habe. 

Die  Raupe  tindet  sich  hier  (bei  Amlsen  und  Rhodcn) 
auf  liebten  Waldstellen  und  Hhissen  am  Hiiilekrant  (Cal- 
luna  vuljrarisj.  Wann  sie  das  Fi  verlUsst.  habe  irh  nieht 
beobachtet,  doch  tinden  wir  die  Räupehen  im  jüngsten 
Alter,  wo  sie  kaum  «lie  erste  Häutung  Überstanden  haben 
konnton.  in  dem  ansserordentlieh  miblen  Winter  \xi^2  -53 
•*chon  zu  Kn<le  des  Deeembers,  in  gewrihnlichen  Jahnen 
iwiscbcu    Februar    und    Anfang   April    im    Freien.     Da   im 


•)  Hrrrich- Schiffer  giobi  Eip<>r  aU  Aolor  fSr  den  Ntmen  Cer»- 
•ioa  an,  Ledrrer  (die  NortaJnen  Kuropa't)  ornnl  die  An  Caalaaea  Kip. 
und  (otzt  C«<ra«ina  Kr.  al*  .S\nonTm  ütira.  t^a  ich  wvdtr  Kapcr't  noch 
Frevrr'»  Werke  zur  Hand  habo,  ••'  kann  Irh  nicht  «aUcheiden,  wer  »on 
beiden  Kccbt  und  welcher  Naia«  die  rrioriiät  hat 


106 

Spätherbst,  wenigsteoa  im  October,  auf  den  bekannten 
Plätzen  noch  keine  Raupen  anzutreffen  sind,  so  wird  das  Aus- 
schlüpfen sehr  wahrscheinlich  während  des  Winters,  je  nach 
der  Witterung  zwischen  December  und  März,  vor  sich  gehen. 
Es  scheint  die  gleiche  Temperatur  die  Raupe  von  N.  cera- 
sina  zum  Aussehlüpfen  aus  dem  Ei  zu  treiben,  welche  Hi- 
bernia  rupicapraria  treibt  ihre  Puppenschale  zu  sprengen, 
denn  auch  diesen  Schmetterling  sahen  wir  in  milden  Wintern 
bereits  Ende  December  frisch  entwickelt  im  Freien,  wäh- 
rend er  gewöhnlich  erst  Ende  Februar  und  im  März  er- 
scheint. Erwachsene  Raupen,  die  nach  heftigem  Gewitter- 
regen an  den  Heidekrautbüschen  in  die  Höhe  gekrochen 
waren,  fanden  wir  Ende  Mai.  Um  diese  Zeit  und  bis  gegen 
die  Mitte  des  Juni's  waren  auch  die  jung  eingezwingerten 
Raupen  zur  Verwandlung  reif.  Sie  gehen  zur  Verpuppung 
ein  paar  Zoll  tief  in  die  Erde,  bauen  sich  daselbst  eine 
leicht  geleimte,  zerbrechliche  Höhle  und  liegen  in  derselben 
gegen  vier  Wochen,  ehe  sie  die  Raupenhaut  abstreifen. 
Werden  sie  vor  dieser  Zeit  aus  der  Erde  genommen,  so 
gehen  sie  meist  zu  Grunde,  indem  sie  sich  in  dem  vergeb- 
lichen Bestreben,  ein  neues  Verwandlungslager  zu  bauen, 
erschöpfen.  Bei  unserer  ersten  Zucht  mussten  wir  dies  zu 
unserem  Schaden  erfahren  und  andere  Sammler  werden  die 
gleiche  Erfahrung  an  allen  den  Raupen,  welche  längere 
Zeit  unverwandelt  in  ihrem  Verpuppungslager  zubringen 
(z.  B.  N.  rhomboidea,  exoleta  u.  a.)  zu  machen  Gelegenheit 
gehabt  haben,  üie  ersten  Schmetterlinge  erschienen  am 
3.  August,  die  letzten  in  den  ersten  Tagen  des  Septembers. 
Im  Freien  habe  ich  den  Falter  nie  lebend  gefunden,  einmal 
indess,  Mitte  September,  ein  todtes,  vom  Regen  abgewa- 
schenes Exemplar,  welches  an  einem  Heidekrautbusch  hing. 
Er  scheint  demnach,  gleich  seinen  Verwandten,  am  Tage 
sehr  versteckt  zu  leben. 

i\Ian  sucht  die  Raupe  am  erfolgreichsten  im  Nach- 
winter und  ersten  Frühjahr,  sobald  nur  die  Fundstellen 
frost-  und  schneefrei  sind.  Erwachsenere  Raupen  erhält 
man  nur  selten  durch  den  Kötscher;  ohne  Zweifel  verbergen 
sie  sich  in  diesem  Alter  sorgfältiger  als  in  der  Jugend  und 
kommen  vielleicht  nur  während  des  Nachts  zum  Vorschein. 
Auch  hierin  gleichen  ihre  Sitten  vielen  anderen  ihrer  Gat- 
tungsgenossen, die  ebenfalls  fast  nur  im  frühen  Jugendalter 
bei  Tage  hoch  genug  an  ihren  Futterpflanzen  autkriechen, 
um  mit  dem  Kötscher  abgestreift  werden  zu  können,  wie 
N.  brunnea,  herbida,  tincta  u.  v.  a. 

Im  Freien  trafen  wir  die  Cerasina-Raupen  ausschliess- 
lich auf  Heidekraut  (Calluna  vulg.),   in  der  Gefangenschaft 


fraHHcn  sie  alicr  auch  die  Blätter  und  iukIi  liclit-r  die  uu 
reiten  Friifiite  der  HeiilclUcori-u .  und  das  junpe  Laub  der 
Stjiilii  ll»c»'iin  und  rrauln'nkirsrlKii  (i'runus  ]>.'h1usk  Sie 
gedeihen  dabei  pan/  gut,  hi«  nie  fant  ihre  volle  Grösse  er 
langt  haben  lin  diese  Zeit  ist  uns  aber  stets  die  grosse 
Melirzabl  aller  jinig  gefundenen  Uanpcn  /u  (iruudo  gegan- 
gen, an  jener  bekannten  Krankli^it,  die  «Inreh  an  sieh  zu 
tiatUeiehe  oder  diireh  Kinnteeken  in  \\  anser  /.u  sehr  ver 
wässerte  Nahniiii,'  ln'r\orgeriil"eu  wird.  ^S  ahrselieinlieh 
würde  sie  sieh  \ern>eiden  lassen,  wenn  man  die  Jiaupeo 
mit  täglich  trieb  gegebenem  otler  in  Töple  eingcptianztem 
Heidekraut  ernäiirte.  Das  glUekliehste  Hesultat .  welcheB 
wir  er/ielteii .  war.  dass  wir  von  .'Jn  Kaupen  ♦>  zur  Eiit- 
wiikclung  brachten,  in  den  meisten  Füllen  gingen  aber  9U 
l'rocent  verloren.  I>ie  uaeh  <ler  letzten  Häutung  gtfuode- 
neu  Ilaupen  gediehen  dagegen  ohne  .'^ehwierigkeit.  weiiD 
man  sie  nur  in  ihrem  \'erpuppungslager  nicht  stört.  Von 
.Sehmarotzern  scheint  die  Haujie  wenig  heimgesucht  zd 
werden:  ieh  erinnere  mich  nicht,  auch  nur  eine  einzige  mit 
lehueuninncn  oder  I'aehinen  besetzte  iiaupe  gehabt  zu 
haben. 

Die  erwachsene  Kaupe  ist  von  gewöhnlicher  Gestalt, 
ziemlich  dick,  am  stärksten  auf  dem  11.  iiingc ,  nach  vorn 
hin  sieh  etwas  verjüngend.  Der  Kopf  glänzend  bräunlieh 
gell),  «lunkel  gegittert,  uiit  brauneu  Hogenstriehen.  Die 
Grundfarbe  tU>  Kr>rpers  wechselt  zwischen  Grün  und  röth- 
liehem  (ielb  oder  Ockergelb.  Ganz  grüne  und  rein  roth- 
gelbc  liaupen  sind  seltner  als  s(»lelie,  w<»  die  roth-  oder 
bräunliehgelbc  Gnindt'arl)e  mehr  od»'r  minder  stark  mit 
(Jrün  gemischt  ist.  Sie  i>t  stets  dielit  braun  (bei  der  grünen 
Varietät  sehwärzlichgrau)  gerieselt.  Ein  breiter,  kreideweis- 
ser,  meist  etwas  bräunlich  punktirter  Scitt^-nstreif  zeichnet 
die  llaupe  am  meisten  aus  Hei  der  grünen  Varietät  bleibt 
.  r  am  reinsten  weiss,  bei  den  rölhliehen  ptlegt  er  etwas 
ittirt  zu  sein  und  gränzt  sieh  gegen  den  Hauch  minder 
irf  alt,  als  gi  gen  den  Kücken,  l  ebrigens  hat  die  Kaupe 
keine  scharte  Zeichnungeo.  Die  Küekenlinie  (  Ub(  r  dem 
Kilckengelass )  ist  lein,  kaum  sichtbar .  weisslich.  Obere 
Seitenlinien  (zwischen  KUckcDÜnic  und  Seitenstreif >-ft'bleD. 
Nur   auf  dem    sonst    wenig   ausgezeichneten    Nai '  '  -Ide 

tntcn  sie  nebst  der  Kückenlini«*  als  .'i  weissliehe  1  m 

hcr^■or.     Di»-    gewöhnlichen  W  sind    nur    aU    dunkle 

I'Unktchen  kenntlich,    selten  er    rothgelbcn    Kaupe  ) 

deutlicher  und  etwas  licht  aufgetiiickt.  Sie  tragen  nur  durch 
die  Lupe  hichtbarc  Hörstchcn.  Die  LafUucher  stcbeu  Über 
dem    beiteostrcif   und    sind   gelMichweits,  dunkel    geriogt- 


108 

Die  Beine  grünlich,  und,  wie  der  Bauch,  heller  als  die  Grund- 
farbe. Der  Bauch  ist  unter  dem  Seitenstreife  ebenfalls 
stark  dunkel  gerieselt. 

In  der  ersten  Jugend  ist  die  Raupe  fast  immer  grün 
und  der  Seitenstreif  reinweiss,  beiderseits  scharf  begränzt. 

Diagnose  der  Raupe;  Ziemlich  dick,  nach  vorn 
massig  verjüngt  (nackt),  grün  oder  röthlich,  dunkel  gerie- 
selt, mit  breitem  weissem  Seitenstreif,  feiner  weisslicher^ 
kaum  merklicher  Rückenlinie  (ohne  obere  Seitenlinien)  und 
feineu  braunen  Punktwärzchen. 

Von  der  Puppe  habe  ich  leider  keine  nähere  Beschrei- 
bung genommen  und  erinnere  mich  nur,  dass  sie  den  ge- 
wöhnlichen Habitus  der  Noctuenpuppen  hatte.  Auch  über 
die  Flügelhaltung  des  Schmetterlings  in  der  Ruhe  finde  ich 
nichts  notirt.  Wenn  ich  mich  recht  erinnere,  war  sie  flach 
dachförmig. 

Das  erste  Exemplar,  welches  wir  erzogen,  hatte  ganz 
die  Farbe,  welche  Herrich -Schätfer  von  Cerasina  verlangt 
„zwischen  Leberbraun  und  Rostroth'^  Aber  die  später 
durch  die  Zucht  erhaltenen  Exemplare  (etwa  ein  Dutzend) 
lehrten,  dass  diese  Färbung  keineswegs  constant,  ja  nicht  ein- 
mal die  gewöhnlichste  ist.  Sie  wechselt  vielmehr  in  allen 
Uebergangsstufen  zwischen  lichtem,  fast  grünlichem,  Grau 
mit  kaum  merklicher  röthlichcr  Beimischung,  (am  stärksten 
auf  den  Fransen),  bis  zu  jenem  einfarbigen  von  Hevrich 
sehr  entsprechend  bezeichneten  Roth.  Die  meisten  Exem- 
plare sind  grau  mit  etwas  röthlichem  Staube,  feinem  röth- 
lichgelbem  Saume  lcs  Vorderrandes,  solcher  Einfassung  der 
beiden  (ziemlich  kleinen»  Makeln  und  trübröthlichen Fransen. 
Nur  3  Exemplare  (IcT,  2  $)  sind  ganz  Rostroth  und  2  grau 
mit  so  starker  rother  Beimischung,  dass  min  sie  mit  gleichem 
Rechte  der  einen,  wie  der  andern  Varietät  zuzählen  kann; 
bei  den  übrigen  herrscht  das  Grau  entschieden  vor. 

Cerasina  hat,  soweit  mir  bekannt,  nur  eine  nahe  Ver 
wandte:  Neglecta  H.,  die  ich  bisher  nur  aus  Treitschke's 
und  Herrich-Schäffers  Beschreibungen  kannte.  Beide  Schrift- 
steller geben  die  Farbe  der  Vorderflügel  ihrer  Neglecta  als  grau 
(„dunkelaschgrau^^  nach  Treitschke,  „braungrau''  nach  H.-S.) 
an.  Treitschke  kannte  Cerasina  nicht,  Herrich-Schäifer  unter- 
scheidet sie  von  Neglecta  wesentlich  nur  durch  die  Fär- 
bung. Dieser  Umstand  erregte  mir,  seit  ich  die  Unbestän- 
digkeit dieser  Färbung  kennen  gelernt  hatte,  einigen  Ver- 
dacht gegen  die  specifische  Verschiedenheit  der  beiden 
Arten.  Die  Ansicht  der  Hübner'schen  Abbildung  von  Ne- 
glecta hat  diesen  Verdacht  seitdem  im  hohen  Grade  be- 
stärkt.    Hübner's    Figur   (Noct    160)   weicht    in   folgenden 


109 

Punkten  von  nioinom  ^'raucn  CeraBina-Excmplart-  ab:  die 
Tiestalt  der  VordorflUfrel  igt  nicht  ganz  zuti\fl\  iid ,  sie  sind 
f:e^'i'ii  die  Wur/el,  im  Verliältniss  zu  ilinr  Hreitc  am  Hiii- 
terrandr,  zu  sclunal  (Ilerrieli  nennt  sie,  wohl  des  letztem 
Tm^iandrs  -.e^'i-n  .. /.ii  hnit  "Y  Die  Farhe  drrs^elben  ist 
brauii^Taii.  w»'it  dunkler  al<  an  meinen  Kxcniplaren ,  die 
Zeichnung  ini  All;.enieincii  damit  ilhereinstimmend .  aber 
etwas  zu  stark  au>gedriiekt,  besonders  die  äussere  dunkle 
liegränzung  der  Wellenlinie,  welehc  an  unsern  Exenijtlaren 
keineswegs,  wie  am  Hilde,  eine  seharfe  Linie  bildet.  Die 
innere  liegränzung  der  M'ellenlinie  ist  zu  röthlieh  (was  auch 
Herrieh-Sehiitl'er  tadelt),  und  zu  gl.iehflirmig.  in  der  Xatui 
tleekiger.  Der  sehwar/.e  Fleck  am  Fnde  der  Nierenniakel 
ist  zwar  bei  alU'n  unsern  Stileken  \<irliamlen.  aber  nur  bei 
einem  so  stark  als  in  der  Figur.  Die  llinterllUgel  sind  bei 
letzterer  gegen  die  Wurzel  zu  lieht  un<l  übcrhauiit  zu  braun, 
während  sie  schwärzlich-grau  sein  sollten.  Die  Figur  zeigt 
hier  keine  Verdunkelung  aut'  der  Querader,  welche  bei  der 
Mehrzahl  iiii>erer  Kxemplare  zu  erkennen  ist.  Auch  haben 
ditsi^  sämmtlicli  einen  r"thliclien  .Mterbusch,  welcher  ln'i  Hüh- 
ner nicht  a.is;:edrilckt  ist.  Alle  diese  Versehiedenheitcn 
zwischen  Hühners  Hilde  von  Negleeta  und  meiiu-n  natür- 
lichen Fxeniplareu  können  recht  wohl  theils  individuelle 
sein,  theils  durch  F'ngenauigkeit  der  Figur  erklärt  werden 
und  ich  ;:laube  nicht  zu  irren,  wenn  ich  —  auch  ohne  ein 
typisches  d.  h.  mit  llübuer's  Figur  in  der  Farbe  gleiches, 
Exemplar   von    Neglecta    geschn    zu     haben  Cerasina 

HS.    oder    Castanea    Esp.    für   die   rüth liehe,    Xe 
glecta    Hübn.    für   die   graue    \arietät    einer   und 
derselben  Art  erkläre,   welcher   der  Name    Neglecta  als 
der  ältere  zu   bleüx-n   iiat. 

In  England  scheint  man  diese  Wahrheit  schon  früher 
erkannt  /u  halien,  wenigstens  beschreibt  Stainton  in  seinem 
Manual  «»fbrit.  mnths  und  buttertlies  (Ennd«>n,  l"^öT,  p.  2.37) 
anter  den)  Namen  Neglecta  unverkennbar  unsere  Cerasina 
und  nennt  dabei  deren  VnrdertlUgel  .blassgrau,  mit  einem 
schwachen  «»kerfarbi^en  Anfluge  (tinge),  oder  röthlieh". 
Auch  die  kurze  von  (iucnee  entlehnt»-,  .\ngabc  über  die 
Raupe,  Erscheinungsperiode  und  Fun«lort  >  -on  heaths")  be- 
wei.>»en.  dass  .*>taintun  s  Ne^'lecta  unsere  Cerasina  Ist 

Diese  Art  erinnert  durch  ihre  staubigen,  wenig  ge- 
/eiclioeten  Vonlerflügel,  die  lichte  ziemlich  gerade  herab 
lau.'  nde  Wellenlinie  und  die  Verdunkelung  am  untern  Ende 
der  Nierenmakel  an  die  Orthosien.  denen  Rie  auch  als  Kaupe 
glei' ht.  Die  deutlichen  Dombor-t' n  an  den  Schienen  auch 
der   Vorderbeine)   zeigen   aber,   da«»  Herrich-SchätTcr  Hecht 


110 

getban  hat  sie  an  ihre  jetzige  Stelle  zu  bringen,  und  Gue- 
n6e  und  Lederer.  sie  nicht  von  derselben  zn  entfernen. 


Russlands  Neuropteren. 

Von  Dr.  II.   Hag'en. 

Familie   Phryganiden. 

Von  russischen  Phryganiden  ist  bis  jetzt  nur  wenig 
beschrieben.  Zuerst  findet  sieh  bei  Uddraan  novae  insee- 
torum  Species  dissert.  Aboae  1753  4to  p.  26  eine  Art  aus 
der  Pfarrei  llmola  unfern  Wasa  in  Finnland  als  „Phr.  nigra 
alis  pallidis.  maeulis  plurimis  nigris'^  bezeichnet.  Die  Ab- 
bildung Fig.  in  und  die  Angabe  „tota  exceptis  alis  atra" 
passen  durchaus  auf  P.  phalaenoides  L.  Linn^  beschreibt 
diese  Art  Fn.  Suec.  ed.  2,  1701  p,  37.^  genau  unter  obigem 
Namen  mit  dem  ,, Habit  Finnlandiae,  Aboae  et  alibi."  Ob 
Uddman  damit  auch  die  uahAcrwandte  P.  atrata  verwech- 
selt habe,  wird  durch  seine  Worte  „alae  inferiores  ad  api- 
cem  Serie  macularum  insigniuntur"  wenigstens  zweifelhaft, 
wogegen  Linnes  ,,alae  inferiores  margine  postico  fascia 
nigra"  bestimmt  nur  zu  P.  ])halaenoides  gehören. 

Lepechin  in  seiner  sibirischen  Heise  T.  2.  1772  Tab. 
10  Fig.  9  führt  eine  Art  aus  Sibirien  auf.  Beschreibung 
und  Abbildung  bezeichnen  sicher  die  später  von  Fischer 
P.  altaica  benannte  Art.  Da  Gmelin  Linn.  Syst  Nat.  ed 
13  p.  2634  schon  früher  selbe  als  P.  atrata  aufführt,  ver- 
bleibt ihr  dieser  Name. 

In  Pallas  Reisen  finde  ich  keine  Phryganiden  er- 
wähnt. In  seinem  Handexemplar  von  Linn.  Syst  Xat.  sind 
folgende  Bemerkungen  beigeschrieben.  „P.  phalaenoides 
circa  Tschussovajam  ad  torrentes  montanos  Junio  1770.  — 
P.  grandis  circa  Waldai  et  alibi.  —  P.  longicornis  copiosis- 
sime  ad  Volgam,  Samaram  et  Jaikum  Majo,  Junio.  —  P. 
Waeneri  circa  Nevam  et  Ladogensem  lacum  copiosiss.  prirais 
dieb.  Junii.  —  P.  albifrons  circa  Nevam  Julio  exeunte  fre- 
queus.^'  Mit  Ausnahme  von  P.  Waeneri,  die  ich  nicht  zu 
deuten  vermag,  sind  diese  Arten  sicher. 

Fischer  Naturgeschichte  Lievlands  ed  2,  1791  p.  338  sagt : 
„von  Phryganea  findet  man  bei  uns  verschiedene  Arten,  die 
man  aber  wegen  ihrer  Kleinheit  nicht  leicht  von  einander 
unterscheiden  kann.  Ihre  aus  Sand  gebauten  Puppenge- 
häuse findet  man  im  Frühjahr  an  den  Wassergräben  häufig 


111 

g«io^.'  Er  lllhrt  Ph.  rbombica,  nigra,  striata  an.  Die  erst« 
nni!  zweite  sind  wahrgclicinlich  ricTitig,  die  dritte  wohl  Stcn. 
pair.lierinus  P. 

(.'cderlijelin  Fanuao  Iii;rrieae  prodr.  17i<.^  citirt  11  Ar 
teil.  V.  retieulata,  tiisea,  pilosa.  ^randis.  rhumhiea,  grisea, 
tennica,  nigra,  a/.nrea.  longicurnis.  niinuta.  Die  Diagnosen 
sind  stctK  wiirtlieli  aus  Fahriciu»  entlehnt,  die  liestim- 
uuingen  daher  iinsieher.  Nur  hei  P.  pilosa  liudet  t>ieli  l'ul- 
geinier  eigener /iisat/..  ..Magnitud»»  eorpuris  linearuni  novem; 
auteni:ae,  corpus,  aiae.  prdes,  tota  t'>laeea.  iumiaeulata ;  Ver- 
tex et  thorax  pilis  tehtaeeis  «ii)du«'ta:  ad  a(juas  Junio."  Ich 
\erniag  diese  Art  nieht  zu  dcuteii.  und  tinde  den  einzigen 
Gewinn  auK  Cederhjelnis  Arbeit  darin.  da8ft  wir  auf  min- 
destens 11  \ersehiidene  dort  tliegende  Arteu  aut'nierksara 
gemacht  werden. 

In  Faliricius  Werken  tindet  sieh  au.s  Russland  nur 
1'.  ii  nnica  .Mantissa  p.  24.'i  und  Kntoni.  s}steniat.  11.  p.  78. 
in  der  ich  «ine.  My>tacide  .sicher  /u   erkennt'H  glaube. 

Fischer  von  W'aldhciut  bescbriel»  Entomogr.  I^oss.  T.  1. 
p.  02  l'h  Dauriea  und  Altaiea.  Naeli  ßesclircibuug  und 
Abbildung  ist  iiire  Deutung  als  Pii.  pbalaenoides  und  atrata 
»icher. 

Nun  lluininels  Essais  Entoni.  kann  uli  nur  Heft  6 
\ergleieben.  Es  tindet  sich  darin  p.  1  l'h.  variegata  schon 
tür  den  17.  .Mai  lllr  Petersburg  angeben,  und  p.  17  Ph.  pi- 
losa (alis  apjce  infuscatis).  Letztere  vermag  ieli  nicht  zu 
deuten.  Ph.  variegata  soll  nach  Kohnati  die  Ph.  varia  F. 
«ein.  Von  den  früheren  Heften  citirt  Kolenati  2  p.  2.3  bei 
Ph.  variegata.  .{  p.  .Sl  bei  Ph.  Dauriea.  i  p.  Ki  bei  P.  hirta. 
Die  Übrigen  lletle  habe  ich  \ erglichen,  linde  aber  nicht 
meine  dabei  g«inachten  .\nfzeichnungen.  Ich  glaui)e  mich 
bestimmt  zu  eriinieni,  dass  jene  Hefte  nichts  Wesentliches 
enthalten 

Peroheron     bildete    aus    Pb.    phalaenoides,    die    auch 
liambur  nach  « incm  rus.sischen  ."^tllcke    beschrieb,    die    (tat- 
tuju'  Dlo^toniis,  wchhe  .Mannerheim  s|>rachrielitiger   in   Mo 
lostumi.s  umänderte. 

Wlihrend  die  Angaben  d<r  erwühntcn  Schrit^stcller 
höchsten.s  17  Arttn  umfa.ssen.  fin«len  wir  b<M  Kolenati  (ienera 
et  .^pecies*  Trichopt.  Ihi"*  ein  beträchtlich  reicheres  Mate 
rial.  Leider  nmfa«st  dies  Werk  nur  die  ein«'  HältV  der 
PI..  Nganiden,  nämlich  die  Heterupalpen.  Bei  tVilgcnden  Ar- 
te« linde  ich  Fundorte  ans  dem  russiHchcn  Keichc  ange- 
gc  .en. 

Chactot.  flavicorni«»  f'aacajius;  rhombicus  Pe- 
tersburg,   Juli,    .Vugubt.     Finnland.    Ladogasee,    Caucasus, 


112 

Turcomanien  bei  Samarkand;  signifer  Petersburg  Juni. 
Goniot.  griseus  Petersburg  Juni.  Kasan.  Cau casus,  Cir- 
cassien  Juni ;  c  o  n  c  e n  t  r i  c n  s  Petersburg  Augnst :  D  e  s m  o t. 
fnmigatus  Petersburg  Juni;  Phacopt.  granuiata  Pe- 
tersburg Juui ;  S  t  a t h  ni  0  p  h.  fu  s  c  u  s  Petersburg  August, 
September,  Caucasus  bei  Stauropolis,  Armenien;  Lappo- 
nicus  Petersburg  August:  Stenoph.  pantherinus  Pe- 
tersburg Juni  bis  August,  Caneasus;  Halles  digitatus 
Petersburg  August,  September,  Caucasus.  am  Don  im  April: 
Agrypn.  pagetana  Petersburg  Juni  bis  August;  Ana- 
bolia  analis  Petersburg  Juni;  clathrata  Nowgorod 
Juli;  phalaenoides  Petersburg,  Finnland  Juli,  Caucasus 
Juni,  Sibirien  bei  Barnaul.  Abo,  Kasan,  Daurien;  altaiea 
im  Altai;  Triebost.  grandis  Petersburg  im  Juni,  Finn- 
land, Caucasus,  Armenien,  Turcomanien;  varia  Finnland, 
Petersburg  Juli  August,  Caucasus;  minor  Petersburg  Juli; 
Notidob.  ciliaris  Petersburg  im  Juli,  Caucasus  am  Ku- 
ban, Circassien  am  Urap  Juni;  Hydronautia  maculata 
Petersburg  Mai  bis  August.  Finnland,  Ladoga,  Caucasus 
bei  Elisabethopol.  am  Alpensee  Ballochgöll  Mai,  Juni;  al- 
bicans Finnland,  Petersburg,  Ladoga  Mai,  August;  Spa- 
thidopt.  capillata  Petersburg,  Caucasus  Juni,  Juli; 
Goera  hirta  Petersburg  Juni ,  Juli ;  Silo  m i n u t u s  Cau- 
casus, Armenien  Juni;  Hydrorch.  sexmaculata  Peters- 
burg August;  Hydropt.  tineoides  Petersburg  Juni  bis 
August;  pulchricornis  Petersburg  Juli,  August. 

Von  den  hier  aufgeführten  28  Arten  sind  höchstens 
11  in  den  früheren  Schriftstellern  enthalten.  Bei  Kolenati 
finden  sich  überdies  noch  interessante  Angaben  über  die 
Erscheinungszeit  und  das  massenhafte  Auftreten  der  einzel- 
nen Arten  bei  Petersburg. 

Unter  denen  von  Lehmann  mitgebrachten  Insecten 
wird  Phr.  fulvipes  aus  Turcomanien  aufgeführt;  die  Type 
liegt  mir  vor. 

V.  Motschulsky  Etudes  Entom.  L  p.  76  führt  für  Pe- 
tersburg im  Juli  an:  Mystax  azureus,  longicornis,  albifrons, 
Phryganea  detrita  (P.  varia)  Rhyacophila  (Cyrnus)  bimacu- 
latus,  und  IIL  p.  28  P.  detrita  und  Rhyacophila  paludum. 
Letztere  Art  ist  mir  nicht  bekannt. 

Im  Ganzen  belaufen  sich  die  bisher  publicirten  Arten 
auf  höchstens  35.  Die  Sendungen  der  Herren  Menetries, 
von  Motschulsky  und  von  Osten -Sacken  erlauben  mir,  hier 
89  sicher  russische  Arten  aufzuführen,  von  denen  30  neu 
oder  unbestimmbar  sind. 


113 

Familie  Phryganiden. 

Aprypnia  Curtis. 

1.  A.  Papetana  Ciiriirt.  d  ^  IVtc-rshur^:  nach  Kolo- 
nati im  Juni  bis  August  auf  der  Insel  riirrstowski  bei 
Pctersburfr.  Den  bei  Kolenati  anfceflihrtcn  Fundorfc  n 
kann  icli  liinzutlipen:  Kii^'land  bei  Varmouth  Aupust, 
Curtis;  Taris  i'anibur  (  ( »lijrotrielia  stri^'osa*  l :  P'.lbcrfeld. 
Wien  Juni;  Neusiedler  See  April:  Sehlesicn  bei  Glopau 
Mai;  in  Preusscn,  Königsberg'  und  Littbauen  im  FrUhjabr 
niclit  selten.  (ieliürt.  wie  ieb  vermutbe.  Pbr.  laevis 
Zcttstdt.  bor.  ist  sie  au  b  in  Torneä  Lappmarken,  bei 
Kengis  August  gemein;  Schonen  September. 

2.  A.  picta  Sebnoider.  .  Petersburg  August  l'mei 
Lapjimarkeii.  Scblcsien  bei  CJlogau  Preussen  um  K<i- 
nigslterg  im  Juni  niebt  >elten.  K»»lenati  l)esebriob  sie 
aus  lieiiHTz  Juli. 

Neuronia  Lieach. 

1.  N.  rufierus  Scopol,  nacb  Kob-nati  im  Juni  bei  Pe- 
tersburg selten.  Den  Fundorten  ist  beizufllgen  bei  Lon- 
don im  Sommer  selten;  Cbamouni  (Ölig,  cbloronenra  Kbr); 
Genf;  ZUricb;  Preussen  im  .luni.  leb  babe  mir  Areban 
eel  ^  notirt.  kann  jedoeb  das  betreflfendf  Stück  niebt 
nnden,  vielleiebt  ist  dies  ein   Irrtbum. 

2.  N.  clatbrata  Kol.  Lb  bat)e  ein  Weibchen  ans  Kuss- 
land verglichen;  nacb  Kolenati  bei  Nowgorod  und  Peters- 
burg Juli.  Als  Fundorte  kann  ieb  beifllgen  Oesterreich 
Wien,  Lüneburg.  ILamburg.  P<tmmern,  Preussen  nicht 
selten. 

X.  reticulata  ist  in  Ivussland  nfteh  niclit  nachgewiesen,  aber 
sieber  dnrt  zu  linden.  Sie  liegt  mir  in  Menge  aus  l'meä 
Lajipmarken  vor. 

Holostonus  Percheron 

1.  H.  p  h  al  aeno  i  (1  (•  8  l'jldman.  liussland  :f  (Rbr.*); 
cirea  Tsehussovajan  ad  torrentes  montai)<>s  Juni.  PaÜM 
nach  Kolenati  bei  Petersburg  und  in  Finnland  im  Juli; 
In  Sibirien  bei  Pamaul  i  wahrsebcinlich  ist  Hamburs  Type 
ans  Dejeans  ."*»amndnng  daben,  bei  Abo  und  llmolaildd- 
mam .  in  Daurien  und  bei  Ka«an  In  Preussen  local 
häufig;  Schweden  Polieman.  Kamburs  Type  und  der 
grösste  Theil  der  .Stllek«-  aus  Preusnon  hat  ganz  schwarze 
FUsse.  Eine  Anzahl  .Nliinnchen  und  NN'eibcben  vom  sei 
ben  Fange  hat  gelbe  Hintcrschiencn.  Ich  besitze  diese 
Art  auch  aus  Lappland  und  ein  'freilich  sehr  nnvcrbtirg 
tes    Sttk'k  I   aus    Slidfrankreieb.      Da    sie    Latreille    Hist. 


114 

nat.  XIII.  als  Phr.  speciosa  aus  Italien  beschreibt,  und 
auch  im  Berl,  Mus.  ein  Stück  aus  Italien  vorhanden  ist, 
bleibt  ihr  Vorkommen  in  Südfrankreich  möglich. 
2.  H.  a  t  r  a  t  a  L  e  p  e  c  h  i  n  (Altaica  Fischer.)  Petersburg,  Si- 
birien bei  Nertschinsk  cf ;  im  Altai  Fischer.  Umeä  Lapp- 
marken Zettst.  Ein  Weibchen  aus  Lycksele  (Umea)  25. 
Juni  in  meiner  Sammlung  stimmt  genau  zu  dem  Männ- 
chen aus  Nertschinsk.  Das  etwas  kleinere  Männchen 
aus  Petersburg  ist  weniger  und  sehr  abweichend  gefleckt. 
Es  sind  die  Flecke  auf  den  Vorderflügeln  theilweise  zu 
drei  Längsbinden  zusammengeflossen.  Am  Vorderrande 
der  Hinterflügel  ist  nur  ein  schwarzer  Fleck.  Es  scheint 
mir  dies  Stück  nur  eine  Farbenvarietät,  besonders  da 
der  eine  Oberflügel  etwas  verkrüppelt  ist.  Lepechins 
Autorität  (der  Name  ist  von  (imelin  Linne  Syst.  Nat.)  ist 
zweifellos. 

Phryganea  liinne. 

1.  Ph.  graudis  L.  Petersburg  Juli  c/  v-  Waldai  Pallas. 
Da  Kolenati,  wie  die  in  meinen  Händen  befindlichen  Ty- 
pen beweisen,  diese  und  die  folgende  Art  zusammenge- 
fasst  hat  (nach  späterer  brieflicher  Mittheilung  will  er 
sich  durch  häufige  Zucht  von  ihrem  Zusammengehören 
tiberzeugt  haben"),  werden  die  von  ihm  angeführten  Fund- 
orte einer  neuen  Prüfung  bedürfen.  Namentlich  mögen 
wohl  Caucasus,  Armenien,  Turcomanien  zur  folgenden 
Art  gehören.  Das  einzige  von  mir  untersuchte  Männchen 
war  ohne  Abdomen,  schien  mir  aber  sonst  sicher.  Ich 
habe  in  meinem  Aufsatze  Linnaea  E.  Vol.  5  die  mir  be- 
kannten Fundorte  angegeben,  und  besitze  diese  Art  aus 
Preussen,  Schlesien,  Oesterreieh,  Baiern,  Schweiz,  Frank- 
reich. 

2.  Ph.  fulvipes  Burm.  (striata  Hagen  in  Linnaea)  d  % 
Petersburg  Juli,  Archangel,  Sibirien  bei  Turuchansk,  Ir- 
kutzk ,  Turcomanien.  Letzteres  die  Type  von  Lehmann. 
Ausser  diesen  von  mir  verglichenen  Stücken  besitze  ich 
sie  aus  Preussen,  Schlesien,  Hamburg,  Lüneburg,  Schweiz, 
Marseille,  Oestcneich,  Krain,  Umea  Lappmarken.  Mir 
scheint  die  Artverschiedenheit  gesichert. 

3.  Ph.  varia  F.  </  $  Petersburg  Juli;  Archangel.  Nach 
Kolenati  in  Finland  und  im  Caucasus.  Zu  den  Fund- 
orten bei  Kolenati  kann  ich  Umeä  Lappmarken,  ;Marseille, 
Schweiz,  Belgien,  Baieru  zufügen. 

4.  P h.  o b s 0 1  e t a  Nov.  s p c c.  Der  Ph.  varia  in  Form  und 
Färbung  nahe  stehend,  aber  bestimmt  verschieden.  Die 
app.   anales    sehr    different   gebaut.     Petersburg   August, 


115 

Sibirien  von  Irkui/k  und  v<»ni  Irtygch.  AuKnordcm  habe 
iib  Stücke  ans  PriMisscn.  IVrlin.  Hnnibur^',  Llinoburg 
pcsebcn.  K»tlen.iti  bat  nach  den  mir  von  ihm  bezettelten 
Typen  P.  obsolcta  nicht  von  F.  varia  petrennt. 
ft  rh.  minor  Curtis.  Pftt-rsbur;:  im  Juli  selten,  nur 
nach  Kojenati.  I)i»'Sf  Art  ist  bt  i  Köni^'st)erp:  im  Wi'ler 
pprneb  mit  KoU'iiatis  Antrabe  im  Juli  stbr  gemein,  und 
findet  sieb  in  l-ranlireich  (  l'h.  tortrieeana  Kbr.*  i  bis 
Bordeaux. 

Familie  Limnophilideii. 

Glyphotauhus  Steph. 

1.  <";.  bi  n  e  IV  (IS  u  s  NilU-rs  ilae\is  \N  alker*  .  Ich  hcsiizc 
aus  Iniea  Lappniarkrn  cT  V  kleiner,  dunkb-r  und  stärker 
;rcHeckt  als  die  l'reus.siseben  Stücke  {(i.  umbraculnm  K.J. 
WabrselH'inlifb  sind  die  Lappliindi.sehen  StUeke  die  eebte 
Phr.  fiunetatd  -  lineata  Degeers.  Ihre  Artrechte  sind  mir 
zweilelbalt ,  <la  ein  Weibehen  ans  Prtersbur;.'  ein  Mittel- 
^'lied  bildet,  und  die  (irösse  der  Pn  ussischen  Stücke 
besitzt,  mit  dir  wenn  auili  itwas  belb  reu  Kleekiiizeieh 
unni:  d<^r  .Stiieki'  ans   L;i[i|il.-intl. 

Grammotauliu.s. 

1.  G.  nitidus  .Müller  ilmcola  Schrk.i  /  Donisebcs  Ko- 
saken Lanil.  Wabrsebeinlieb  auch  im  übrigen  Kussland, 
da  s'w    in   pranz  .Sebwedcn    und  Preussen   nicht  selten  ist. 

2.  (I.  atomarins  F.     .Vnban^'rl  V      Sieber  auch  im  übri 
pMi    lltissland.    «ia    sie    in    Schwedin    und    Prenssen    sehr 
fTcnn  in  i>t.    Zu  den  bek;mnt<u  Fiimlniten  kann  ich  Haiern, 
Ik'Igien ,   Frankreich   und   K.-irntbcn  tilgen. 

X  (1.  iuterrogationi  s  Z.  Mir  unbekannt,  aber  w(dil  auch 
in  Kussland,  da  sie  Kolenati  aus  Torneä  Lappmarkcu 
beschreibt. 

Limnophiius  Stepb. 

1  I,.  s  u  bi- .•  11 1  ra  I  i  s  n«'V.  spcc  Pctcrsburi:  cf  ?•  Ks 
»teht  diese  Art  in  Form  und  Färbung  dem  L.  vitratu« 
nahe,  ist  jedorh  durch  die  Fleckcnzcichnung  und  App. 
analen  verMchieden  Irli  watf«'  daher  nicht  behtimmt  an- 
zugeben, idi  dir  für  .'^chwcilcn  ang«-gi'bcnc  I^.  \itratuH 
hergehört.  Ich  besitze  den  nicht  seltenen  L.  ^nbcentralii 
ans  Prenssen,  .S-hIcsien,  Hamburg.  Frankl'nrt  n.  M. 

2.  K.  Vitra  tu  s  Deg.     Au.-»    Kusslan«!    mir    noch   nicht  ein 
gesendet,    jedoch     in     den    preussisehcn    lirenzdistricteu 
nicht    selten,    alsn    sicher      I»cn    bekannten  Fundorten    ist 
Frankreich  bcizulllgcn. 


116 

3.  L.  borealis  Kol.  Zeit.  Ich  bin  in  der  Bestimmung 
dieser  Art  nicht  sicher,  glaube  aber  ein  Stück  aus  Pe- 
tersburg von  Sacken  herziehen  zu  müssen.  Da  diese  Art 
in  Torneä  und  Umea  Lappmarken  fliegt,  ist  sie  gewiss 
auch  russisch.  Im  Berl.  Mus.  finde  ich  von  Kolenati  mit- 
getbeilt  und  bezettelt  als  L.  borealis  dunklere  Stücke  von 
L.  rhombicus. 

4.  L.  rhombicus  L.  Petersburg.  Nach  Kolenati  im  Juli 
und  August  dort  häufig,  auch  in  Finnland,  am  Ladoga, 
im  Caucasus,  in  Turcomanien  bei  Samarcand, 

Vielleicht  gehört  ein  sehr  zerstörtes  und  entfärbtes  cf 
aus  der  Kirgisen-Steppe  (Dscherguin)  auch  zu  dieser  Art. 

5.  L.  signifer  Zett.  Petersburg  Juni  nach  Kolenati.  Mir 
nicht  sicher  bekannt. 

6.  L.  decipiens  Kol.  vom  Bogdo  aus  den  südlichen  Salz- 
steppen Russlands  c/.  Zu  den  Fundorten  Krain,  Ungarn, 
kann  ich  Oesterreich  fügen. 

7.  L.  flavicornis  F.  Petersburg  2,  nach  Kolenati  auch 
im  Caucasus.  Ich  besitze  diese  vreitverbreitete  Art  auch 
aus  Belgien ,  Frankreich  ,  Ungarn. 

8.  nov.  spec.  Petersburg  9  von  Sacken.  Der  vorigen 
ähnlich,  aber  diflferente  Art. 

9.  L.  affinis  Curt.  (striola  Kol.)  Petersburg  </  9;  vom 
Fluss  Ichim  in  der  Kirgisen  -  Steppe.  Eine  kleinere  Va- 
rietät aus  Petersburg  ist  wohl  nicht  davon  verschieden. 
Ich  besitze  sie  auch  aus  Hamburg,  Oesterreich,  Schlesien, 
Preussen. 

10.  nov.  spec.  Insel  Kenai  Russ.  Amerika.  Der  vorigen 
Art  in  Form  und  Grösse  ähnlich,  die  Färbung  etwa  wie 
bei  G.  fuscinervis. 

11.  nov.  spec.  Insel  Kenai  Russ.  Amerika.  Von  der 
Grösse  des  L.  rhombicus,   Färbung   ähnlich  G.  obscurus. 

12.  nov.  spec.  Krym.  Ein  sehr  zerstörtes  Stück  von  der 
Grösse  von  L.  flavicornis,  Färbung  ähnlich  L.  affinis. 

Goniotaulius  Kol. 

G.  vittatus  F.  In  Russland  noch  nicht  nachgewiesen,  jedoch 
im  angrenzenden  Schweden  und  Preussen  so  häufig,  dass 
an  ihrem  Vorkommen  in  Russland  nicht  gezweifelt  wer- 
den kann. 

G.  fuscinervis  Zettst.  Es  gilt  dasselbe  wie  bei  der  vorigen 
Art  auch  für  die  folgenden  Arten. 

G.  trimaculatus  Zettst. 

G.  subpunctulatus  Zettst. 

G.  femoratus  Zettst. 

G.  ignavus  nov.  spec  aus  Preussen,  dem  folgenden  ähnlich. 


117 

0.  ffijcstratns  Zettst. 

1.  <i.  priseus  I..  l\ttrsf»iirf:  cf  9.  Archan^'cl,  Irkutzk. 
Nach  Kolenati  im  Juni  hei  Petersburg  selten,  auch  bei 
Kasan,  im  Caueusiis  und  Circassien  im  Juni,  und  bei 
Sitka.  Ks  tiiidet  >ii<h  diese  weit  verbn'itete  Art  auch  in 
Knglanil ,  HeL'ien  .  Frankreich  iremein. 

2.  (i.  t'enestrali>  Turt.  (sfii:niatieiis  K(»l.t  lVtersl»nr^', 
Kryni.  l)en  bekannten  Fuudtirten  kann  ieh  Lugland  und 
Frankreieh  heirilp-n. 

3.  X«)v.  spee.  IVtersbnrp  Seiitenil)er  cf  9;  SUdnissIand, 
Sibirien.  Sie  steht  /wischen  (I.  irriseus  und  anastoniosis. 
Ieh    besitze  sie  auch  a«is  Preusscn. 

4.  Nov.  spee.  T.  ter>bur^'  September,  Arohangel.  Dem 
C».  fulvus  Kbr.  zuniiehststehend. 

Desmotaulius  Kol. 

1.  1».   liirsutus  r.     i'ctersburg. 

I).  Me^M-rlei.     Diese   in  l'reussen   nicht    seltene  Art  findet 
sich  aueh  ■wohl  in  Kussland   wieder. 

'J.  D.  l'uniigatus  Kul.  Arehan;,'el.  Nach  Knknati  bei  Pe- 
tersburg im  Jnni.  Ieh  kann  als  Fundorte  Fr.- nkreich, 
Hamburg,  Uniea  r.a]>pn)arken  beitllgen. 

Phacopteryx  Kol. 

1 .  l'  h.  g  r  H  n  u  1  a  1  a  K  »•  1.  IVtersburg  cf  ;  Sibirien  vom  Ir- 
tyseh  \.  Nach  Kolenati  im  Juni  daselbst  selten.  Ich 
kann  als  Fundort  ]'reu.ssen,  im  Juli  nicht  selten,  und 
Hamburg  beitligen. 

Anabolia  Steph.  (Stathmophorus  Kol.j. 

1.  A.  fusca  Kol.  Petersburg  <f  ^,  Arehangel.  Nach  Ko- 
lenati im  August  und  September  gemein.  Kolenati  fuhrt 
noch  (,'aueasus  und  Armenien  an,  doch  bedürfen  beide 
(wie  die  Übrigen  von  ihm  angezogenen  Fundorte)  einer 
neuen  lUstatignng.  da  er  nahverwandle  .Vrten  nicht  ge 
schied»  n  hat.  Ich  kenne  diese  .\rt  t»i>  jet/t  nur  auü 
Kussland  und   l'reussen 

2.  A.  La|)pouiea  Kol.  Mir  nicht  sieber  bekannt.  Nach 
Kolenati  im  August  bei   INtersburg. 

Stenophylax  Kol. 

St.  Vibex  Steph.     In  Kus^land  noch  nicht  nachgewiesen,  in 

Preussen,  P.aiem,  Oestcrreich  häutig 
1.  Nov.  sjiec.    Der  vorigen  nahe  stehend,  vom  Flnsn  lehim 

der  Kirgisen-Steppe. 


113 

2.  St.  hierogly  phicus  Steph.  (striatus  Kol.)  Tifiis  d". 
Auch  hier  werden  Kolecati's  Fuudorte  einer  Revision  be- 
dürfen, da  drei  nah  verwandte  Arten  nieht  gesondert  sind. 
Ich  kenne  diese  Art  aus  Frankreieh,  Elberfeld,  Hamburg, 
Preussen,  ßaiern,  Belgien,  Pi(^inont  und  Duar  in  Klein- 
asien. 

3.  St.  e 0 n c e n t r i  c u s  K o  1.  Petersburg  Augustcf  9.  Si.birien 
Kolenati  stellt  diese  Art  wohl  unrichtig  zu  Goniotanlius,  Zet- 
tcrstedts  Phr.  eoncentrica,  die  ich  aus  Umeä  zu  besitzen 
glaube,  ist  davon  sehr  verschieden,  und  wohl  auch  in 
Russland  heimisch. 

4.  St.  pantherinus  P.  Petersburg  cT  ?.  Nach  Kolenati 
dort  Juni  bis  August  sehr  häufig,  auch  im  Caucasus. 

St.  arcticus  in  Lap])land  nicht  selten,  und  wohl  auch   im 
nördlichen  Russland. 

Hallesus   Steph. 

1.  Xov.  spec.    Dem  H.  mixtus  nahe  stehend  aus  Armenien. 

2.  H.  digitatus  Schrk  Petersburg,  Georgien  cf  2.  Nach 
Kolenati  bei  Petersburg  im  August,  September,  im  Cau- 
casus October,  und  am  Don.  Den  Fundorten  Kolenati's 
kann  ich  England,  Preussen,  Baiern,  Frankreich,  Schweiz 
beifügen.  Aus  Sibirien  vom  Irtysch  liegt  noch  ein  zer- 
störtes Stück,  vielleicht  ein  neuer  Hallesus,  vor. 

Familie  Chaetopterygiden 

Thaumastes  nov.  Gen. 

Diese  Gattung  ist  äusserst  merkwürdig  durch  die  ab- 
normen Abweichungen  vom  Phryganiden -Typus.  Der  kräf- 
tige breite  Kopf  hat  drei  Nebenaugen,  die  Fühler  sind  dick, 
etwas  länger  als  die  Flügel.  Die  Maxillartaster  sind  beim 
Männchen  und  sehr  abnormer  Weise  auch  beim  Weibchen 
(wenigstens  lässt  sich  an  dem  einzigen  vorliegenden  Weib- 
chen keine  Bruchstelle  entdecken)  dreigliedrig.  Die  Füsse 
sind  lang  und  in  beiden  Geschlechtern  verschieden.  Beim 
cT  0.  2.  4.  Sporen,  Vorderschenkel  dick,  breit,  Tibia  an 
der  Basis  verdickt,  Tarsus  der  Vorderfüsse  mit  quadrati- 
schem Basalgliede,  drei  folgenden  kurzen,  und  einem  län- 
geren Endgliede.  Beim  9  1.  2.  4.  Sporen,  der  Vorderfuss 
in  der  Bildung  von  den  übrigen  Füssen  nicht  verschieden. 
Die  Mittelschiene  bei  c/  und  9  aussen  an  der  Basis  mit 
einem  Haarpinsel,  der  Tarsus  unten  lang  behaart.  Das 
Thier  ist  wohl  ein  Wasserläufer.  Die  Vorderflügel  in  der 
Form  bei  d"  u.  9  verchieden.    Beim  Männchen  lang,  schmal, 


119 

lanzettfJirmi;; ,    die   S|)it/(*    lanj^   ans^^ezofjen ,    zuu^Piif<irrni^. 

lU'iin  WcihclKMi  hn'it .   stumpf,    dio  Spit/e   vorn    sohräj^  g^e- 

stiit/L   Bei  Heidon  stt'hoii  aiit  (U'U  Ad«-ni.  beim  Weiliohon  auch 

d:iz\visc'lieii  lan|.'i'  krätti^'i»  Haare    Das  (icNdt^  hat  ungefähr 

•  Icii  'l'vpus  von  Knoccvla.    \)\c  Hintcrtlllu'»'!  "iiiid  vt-rklliiniurt. 

und  uur  in  Form  sehr  kh'inrr  ltlattartip«r  Schnjipi'M  vi»rhan- 

ilcii.     Dor  Li'ih  ist   kiir/.  an  d«'r  Spit/c*  jn-stut/t, 

I.    Th.  diptcruM  nov.  sp.     Von  d«r  Orösse  und  Farbiuifj 

riner  Stui)entlit'{;e.     Sibirien  hei   Irkntzk  auf  Lerehenhäu- 

inen  von  SidakolT  im  Juni  ^'rfan;:»'n.    loh  verdanke  diese 

monströse  Art,   deren    ;renaue   l'ul)lieation   ich    mir   vorhe 

halte,  Ucrrn  l'rul".  L«".\v.  und  hahc  4  cf  nud   1  i  geBcbcu. 


Familie  Sericostomiden. 

Notidobia  Steph. 

X.  miliaris  L.     Nach   KoliMiatin  An^'ahf    in   l'etcrshurj^ 


Juli,  im  Caucasus  am   Kuhan,  in  Circassien  am   Lrup 


im 


im  .iiuii. 


Brachycentrus  Curti«.     i  Ilydronautia   KUI.  i 

1.  ){.  suhnuhilus  St»  ph.  ill.  maculata  Kok)  i'eterdbur^, 
Sibirien  bei  Omsk.  Naeh  Knh'nati  hei  Petersburg  im  Mai, 
August,  in  Finnland,  rinjrs  um  di-n  hnnischen  Meerbusen, 
am  Ladn^'a.  Im  ("aiuasus  am  J5all«ti-h;rhöll  im  Mai.  Juni. 
Die  mir  vorliep-ntb-n  deutsehen  und  i'etcrsbur^'^er  Stileke, 
beide  sind  \*>\\  KoUnati  bi-stimmt.  unterscheiden  sicli  in 
(IröBSC  und  Zeichnung  nicht  unbeträchtlich.  Doch  ist  es 
mir  bis  jci/.t  nicht  ;rtlun^'cn.  anderwt.'itipc  ^enUpcude 
Artuierkmalf   /.u  cnuilteln. 

2.  I'..  albicans  Zcttst.  K«.k  l'etcrsbur^'  <^  V  23.  Mai 
Nach  Kolcnati  auch  in  Finland.  La<ln^'a  Mai,  August 
Ks  liiert  difsr  .\it  mit  der  M'riircn  ;:cnau  zur  selben  Zeit 
und  an  den.Helben  Stellen.  Sie  Heheint  sieh  nur  «iureh 
ihre  hellere  Farbunj;  zn  unterscheiden,  umi  ist  vielleicht 
von  ihr  nicht  zu  tnimcn. 

3.  Nov.  «pec.     ("ancajinrt. 

4.  Nov.  8  pec.  Irkutzk.  Heid«-  haben  den  llabitiiH  von  B. 
gubnubiluH,  hind  aber  gni.>«scr  und  eintarbi^'  hellgrau. 

Goera  Steph.  i  Spathidopteryi  Kol.i 

1.  0.  capillata  1*.  Petersburg  </.  Nach  Kolcnati  bei 
Petersburg  im  Juni  un<l  Juli  im  gau/cu  Cauca9Udj,uin 
dieselbe  Zeit 


120 

Aspatherium  Kol. 

1.  A.  picicorne.    Petersburg  von  Sacken. 

3.  Nov.  spec.     Armenien,  der  vorigen  nahe  stehend. 

Silo  Kol. 

L  S.  minutus  L.  Nach  Kolenati  im  Caucasus  und  Arme- 
nien im  Juni. 

Mormonia  Curt.  (Goera  Kol.) 

1.  M.  nigromaculataSteph.  (G.  hirta  Kol.*)  Petersburg. 
Nach  Kolenati  daselbst  im  Juni  und  Juli.  Ich  kann  die 
von  Kolenati  angegebene  Verbreitung  um  Frankreich  er- 
weitern. 

2.  Nov.  spec.     Sibirien  <^. 

3.  Nov.  spec.  vom  Baikal-See. 

Apatania  Kol. 

1.  Nov.  spec.  Archangel,  Irkutzk.  Es  ist  mir  noch  zwei- 
felhaft, ob  diese  Art  wirklich  zur  Gattung  Apatania 
gehört. 

Familie  Hydroptiliden. 

Agraylea  Curtis. 

1.  A.  sexmaculata  Curt.  Petersburg.  Nach  Kolenati  bei 
Petersburg  im  August. 

Hydroptila  Dalm. 

1.  B.  tineoides  D.  Nach  Kolenati  bei  Petersburg  im 
Juni  bis  August. 

2.  H.  pulchricornis  P.  Petersburg.  Nach  Kolenati  da- 
selbst im  Juli  und  August. 

Familie  Rhyacophiliden. 

Chimarrha  Curt. 

Ch.  marginata  L.  Sehr  wahrscheinlich  ist  diese  in  Schwe- 
den nicht  seltene  Art  auch  in  Finnland  anzutreflFen. 
Bis  jetzt  habe  ich  aber  Russische  Stücke  noch  nicht 
gesehen. 

Glossosoma  Curtis. 

1.  Nov.  spec.  Armenien  $.  Der  G.  fimbriata  in  Form  u. 
Färbung  nahe  stehend. 


121 

Rhyacophila  P. 

1.  Nov.  spec.y  Ein  sohlecht  erhaltenes  StUck  ans  Aroh- 
an^el,  der  Rh.  vul;r.'iris  nalie  stehend 

'J.  Xov.  8pee.y  Hin  StUck  ans  Armenien,  der  Rh.  tnrron- 
tiuni  nahe.  VielKiilit  ist  dies  die  von  Tluerin  beschrie- 
bene mir  nnr  dem  Namen  naeh  bekannte  Rh.  Armeuiaea. 


Familie  Hydropsychidcn. 

Diel  meist  srhlecht  erhaltenen  einzelnen  Stllekc  nöthigen 
mich.  (\\r  diese  sehwcr  zu  bestimmenden  Thiere  meine 
An^'uben    fast    nur  auf  dit-  (fattunt:«'n  zu    be«ehränken. 

Plectrocnemia  Steph. 

Zwei  Arten  aus  der  Kirgisen  Steppe  von  Dseherpaiu  and 
ans  Arehanijel,  bride  in  Form  und  Färbung'  dem  P. 
senex  nahe. 

Polycentropus  Curt. 
Drei    Arten  aus  l'etersburp  von  Bar.   von  Sacken  dem  P. 
irn>ratU8  und  conciunus  nahe. 

Oyrnus  Stepb. 

1.  ('.  bimaculatus  L.  Petersburg:  Sibirien  vom  Irtyseh. 
Wahrs(litinli(  li  ist  diese  weit  verbreitete  Art  identisch 
mit  i'b.    TiiTuriuensis  F. 

2.  N  o  V,  s  p  ec.  Vom  Bogdo  aus  den  Salzstejjpen  SUdrnsslands. 

Hydropsyche  P. 

Drei  Arten  aus  i'ettrsburg  von  Har.  vcm  Sacken  der  H. 
cinerea  und  variabilis  nahe.  Kine  aus  Sibirien  voni 
Irtyscli  viilli'i(  lit  II.  atnmaria.  eine  aus  Armenien,  und 
vom  Pn'irdn.  ikii    kleineren  Arten    bei  Pictct  angehürig. 

Psychomia  P. 
1.  IV  pusilla    Fabr.     Petersburg. 


Familie   Mystaciden. 

Neue  Arten  aus  Petersburg  vom    Har    v«»n  Sacken. 

Leptocerus  Leach. 

1.  L.   Kcnnicus  F.     ( barbata  /,<  ii«it<it.)  J'itrrsburg. 
J.  L.  seminiger  Steph.  (\etula  Rbr.»    l'ctcr.sburg. 

» 


122 

3.  L.  fulvus  Rbr.  Petersburg;  Sibirien  vom  Irt,ysch. 

4.  L.  110  tat  US  uov.  spec.     Sibirien  vom  Irtysch;  bei  Kö- 
nigsberg nicht  selten. 

5.  L.  bifasciatus  Kol.     Petersburg. 

6.  L.  filosus  Kol.     Petersburg.     Juli. 

Drei  Arten  aus  Petersburg,  Taurien  und  vom  See  bei  der 
Station  Kuli.  — 

Mystacides  Latr. 

1.  M.  atra  P.     Petersburg.     August. 

2.  M.  4-fasciata  F.     Petersburg. 

3.  M.  albifrous  L.     Petersburg.    August. 

4.  M.  pilosa  Müll,    (hectica  Zett.)    Petersburg.     Juli,  und 
vom  Bogdo. 

M.   longicornis   L.     An    der  Wolga   bei  Samara,   am  Ural 
im  Mai  und  Juni  sehr  gemein,  Pallas. 

Setodes  Rbr. 

1.  S.  dissimilis  Steph.    (lacustris   P.)    Petersburg. 

2.  S.  punctata  F.    Petersburg. 

3.  S.  spec.    Petersburg. 

Molanna   Gurt. 

1.  M.  cylindrica  P.    Petersburg. 


Familie  Myrmeleoniden 

Pallas  beschreibt  1771,  Eeise  T.  1.,  p.  469,  No.  57  eine 
Art,  die  er  in  den  südlichen  Steppen  häufig  antraf,  M.  tri- 
grammus.  ObAvohl  vielfach  verkannt,  scheint  mir  diese  Art 
durch  die  treffende  Beschreibung  gesichert.  In  Pallas 
Handexemplar  von  Linne  Syst.  Nat.  findet  sich  beige- 
schrieben „  M.  forraicarium ,  obs.  prope  Samaram  1769, 
corpus  fuscum  ano  pallido  annulato'-  und  ,,M.  formicalynx, 
obs.  circa  Askola  ad  Yolgam  Maio  1769.^'  Sein  M.  formi- 
carius  ist  nach  Erwähnung  der  gelben  Zeichnung  des  Hin- 
terleibes wohl  M.  tetragrammicus  F.,  die  zweite  Art  ist 
M.  formicalynx  Burm.  In  dem  Manuscripte  von  Pallas  In- 
secta  1-ossica  finden  sich  auf  einzelnen  Zetteln  drei  Arten 
beschrieben      M.    dasypterus    (formicalynx),    M.    cruciatus 


123 

(tri^raiunuiH  ,  M.  bilnnis  (lincatns).  Dag»  Pallas  in  M.  cru- 
ciatiis  seinen  tri;.'r:ininuis  nicht  ^'leicli  erkannt  hat,  ist  um 
8u  weniger  autVällig.  als  die  Hesihreibuni,'  eine  stärker  aus- 
gefärbte Varietät  bezeiehnet  und  nach  dem  abgerissenen 
Papierstuck  zu  urtheilen,  auf  der  Heise  gemacht  ist. 

Fischer  in  seiner  Naturgeschichte  Livlands  1778  led. 
2.,  171U.  p.  'S.V.U  erwähnt  als  einheimisch  M.  formieariuni. 
Nach  seinen  unNollständigen  Angaben  scheint  es  jedoch  der 
auiij  in  Preusscn  gmiiim-  M.  f«»rniicalyn\  l>r.  zu  sein.  Die 
autVällige  Form  des  Thieres  macht  es  nicht  glaublich,  dass 
Fischer  das  Genus  verkannt  hal)c  und  sichert  es  somit  je- 
ner (icgend. 

Fabricius  Sujjpl.  Entum.  Syst.  170»,  p.  2l>5  beschreibt 
drei  Arten,  die  ihm  Hüber  ans  Slld  -  Hussland  eingesandt 
hatte.  M.  letragranniiicniii,  wobei  der  Zusatz  ..I'allas  her- 
ein Irrthuni  ist,  da  sich  in  Pallas  Reise  ausser  M.  trigrani 
mus  kein  .Myrmcleon  erwähnt  lindet,  .M.  lineatum  und  M. 
pictuni.     Alle  drei  sind  sicher  bestimmi)ar. 

Oliviers  Fncycl.  nieth.  T.  VIII.  kann  ich  nicht  vcr 
gleichen.  Die  v<>n  Walki-r  niitgifheiltcn  Diagnosen  bewei- 
sen jedncli ,  dass  sein  .M.  rapax  gleich  .M.  tctragraniniicuni, 
sein  M.  ornatus  gleich  .M.  lineatum,  sein  M.  pictus  dieselbe 
Art  bei  Fabricius  ist.  Oliviers  Arten  stammten  aus  SUd- 
Kussland. 

In  der  Fntomographie  von  Fischer  v.  Waldhcim  sind 
t>  .\rten  beschrieben.  M  (ieorgianum  (Aeanth.  oecitanica), 
M.  neutruni  >  fnrniiealynx ),  M.  Sibiricum  ilineatus),  M.  tetra- 
granmiicuin  dineatus  \  ar.  i  M.  |)ietuni  itrigramniiisi ,  M.  li- 
neatum, in  den  A<l<lendis  M,  punctulatum  benannt.  Letztere 
allein  ist  neu.  Die  Abbildungen  und  Beschreibungen  genü- 
gen, die  Art  zu  erkennen. 

Gebier  sagt  in  Ledeburs  Reise,  dass  sich  am  Irtysch 
die  von  Fischer  beschriebenen  Myrmeleonen  Nortinden. 

Kversmann  Hüllet.  Mose.  1>41  gii'bt  von  zwei  Arten 
.\bbildung  und  Heschreibung.  M.  tlavomaculatus  vom  Cau- 
casus  und  der  unteren  NN'nIga  .Mai-  Juni,  ist  (wie  schon 
EnchsoD  Bericht  fllr  ix4l  bemerkt»  sicher  M.  tetragramniicus. 
Die  andere  Art«.  M.  tabidus,  im  Jtini  bei  den  Ilezkischen 
Salzwerken,  70  Meilen  von  Orenburg.  hält  Kriehson  mög- 
licher \N  eise  fllr  .N|.  murinn»»  Klug.  Die  Abbildung  und  Be- 
schreibung sind  nicht  genllgcnd.  tliese  Art  sicher  zu  stellen. 

In  den  In^<cten.  die  Lehmann  auf  seiner  Reise  sam- 
melte. Meni.  Petersbg.  VI.,  p.  8«i.  IMM.  findet  sich  M.  Ge- 
orgianuH  und  .M.  lineatus  Fischer  citirt.  Letzteres  ist  zwei- 
felhaft ,  cla  die  aus  P'ischcr  aogezogeDe  Figur  T.  l.  f.  5 
M.  pictus  darstellt 

9* 


124 

Endlich  hat  Kolenati  in  Meletem.  Heft  5.  1846  vier 
Arten  beschrieben,  M.  Nordmanni  (P.  libelluloides),  M.  Ge- 
orgianum  (A.  occitanica),  M.  laetiis  (M.  pictus),  M.  plum- 
beu8  Oliv.,  sämmtlich  aus  Transcaucasien. 

Dies  ist  alles,  v^as  meines  Wissens  bis  jetzt  über 
Russische  Myrmeleonen  veröffentlicht  ist. 

Ueberdies  lagen  mir  4  Arten  von  Motschulsky,  2  von 
Sacken,  2  von  Eversmann,  5  aus  dem  Berl.  Mus.  und  1  aus 
Winthem's  Sammlung  vor,  die  zusammen  6  Arten  angehören. 

Die  mir  bis  jetzt  aus  liussland  bekannten  Arten  sind : 

1,  Palpares  libelluloides  L.  (Myrmeleon  Nordmanni 
Kol.  Meletem.  fasc.  5.,  p.  115).  Ich  habe  bis  jetzt  kein 
in  Russland  gefangenes  Stück  gesehen,  glaube  aber  nach 
Kolenati's  Beschreibung  die  Identität  erklären  zu  können. 
Die  angeführten  Differenzen  sind  bedeutungslos.  Da  sich 
diese  Art  in  ganz  Süd-Europa  um  das  Mittelmeer  herum 
und  nach  Stücken  meiner  Sammlung  auch  in  Kleinasien 
findet,  ist  ihr  Vorkommen  in  Transcaucasien  nicht  auf- 
fällig. Ueberdies  sind  die  Stücke  aus  Kleinasien  (M. 
aeschnoides  Illiger  Fn.  Etrusc.)  weniger  gefleckt,  was  mit 
Kolenati's  Angabe  übereinstimmt. 

Nach   Kolenati    auf  den  Abhängen    bei   Elisabethopol 
am  Fusse  der  Berge  Ssarijal  und  Gaendscha-Dagh. 

2.  Acanthaclisis  occitanica  Villers.  (M.  Georgia- 
num  Fischer.  Kolen.  Melet.  ö.,  p.  117).  Die  Identität  ist  mir 
um  so  weniger  zweifelhaft,  als  meine  Sammlung  zwei 
Stücke  aus  Süd -Russland  aus  Winthem's  Sammlung  be- 
sitzt. Fischer  und  Tauscher  fanden  ihn  in  den  Caspischen 
Provinzen,  Kolenati  zweimal  bei  Elisabethopol  an  einem 
Maulbeerbaum  sitzend.  Auch  diese  Art  findet  sich  in 
Süd-Europa,  Portugal,  Mallorca,  Provence,  Italien,  Ungarn, 
und  ist  neuerdings  merkwürdiger  Weise  in  vier  auf  ein- 
ander folgenden  Jahren  in  Preussen  am  Ostseestrande 
auf  der  frischen  Nehrung  von  andern  und  mir  selbst 
mehlfach  gefangen.  Die  Abbildung  und  Beschreibung  bei 
Fischer  Neur.  I.  f.  1.  p.,  43  stimmt  mit  meinen  Stücken 
überein,  nur  sind  in  der  Figur  die  Antecubitalen  wohl 
irrig  als  in  der  Mitte  getheilt  angegeben.  Ein  russisches 
Stück  im  Berl.  Mus.  hat  bei  gleicher  Flügelspannung 
Kopf  und  Thorax  weniger  massiv,  die  Farbe  mehr  gelb- 
grau, Stirn  und  Oberlippe  hellgelb,  Taster  ausser  dem 
letzten  schwarzen  Gliede  hell  braungelb;  Füsse  mehr  gelb, 
die  Schienen  am  Knie  und  mit  zwei  Ringen  gelb,  Hinter- 
schienen mehr  gelb;  Leibsegmente  an  der  Spitze  gelb 
geringt.  Die  Stücke  meiner  Sammlung  bilden  Mittel- 
stufen.    Eine    sehr   schöne  Farben -Varietät   aus  Sarepta 


125 

Muh.  Bcrol.  hat  doii  ^täiizcii  Raum  /.wisclicii  «ler  1  und 
ö  Ader  scinvar/, ,  und  noch  etwas  wiitiT  darunter:  llUer- 
diesu  einen  schwarzen  Lim^Kwiseh  unter  dem  So(t(»r  deH 
liadiu»  von  der  Mitte  des  Flüpels  bi»  {<e^cen  das  Ttero- 
stipnia  hin.  Da.s  Thier  erhiilt  dadurch  ein  sehr  t'renid- 
artijres  Aussehen  ohne  sonst  zu  ditlVrircn.  Fitjcher  erhielt 
ihn  vom  Caspisehcn  .Meere  und  aus  Georgien  i  Add«ntla 
p.  20*h.  und  j:iel»t  an.  dass  er  sieh  von  M.  pisaiius  dureh 
die  KetrelniässiL'kcil  der  ThoraxHecke  und  ^costae  duae 
praecipuae  (luplicatae*"  unterHcheitlet.  Die  letzte  An^'ahe 
ist  mir  unverstiindlieh.  .Vucli  unter  den  von  Lehmann 
auf  seiner  Heise  nach  Hokhara  f;e.sammelten  Insecten 
findet  sieh  M.  (lcor;rianum   Fischer  an^'c^'ehen. 

3.  M.  te  t  ra  j:  ra  m  m  i  e  11  s  \\  iM.  liavnmaculatus  Kvcrsni. 
tab.  ('),  1".  r>).  Ich  habe  russische  Stücke  nicht  pesehcn, 
doch  .sind  Heschreibun/,'  un<l  AbbiUlun;:  }.'enll;:end.  Pal- 
las fand  ihn  an  der  Samara,  Kversmann  im  .Mai  und  Juni 
au  der  untern  \Vol;.'a  und  im  Caucasus.  Im  slldlichcii 
Kuropa  und  sclb.st  noch  bei  Wien  ist  diese  Art  nicht 
selten.    Ihre  Larve  lebt  ohne    Trichter  und   läuft   vorwärts. 

l.  M.  formicalynx  Hu  rni.  W'alirscheinlich  <lie  von 
Fischer  iu  Livland  und  vt)n  l'allas  bei  .Vseola  an  der 
Wolga  gefundene  .\rt.  Sie  ist  in  fast  ganz  Kuropa  local 
gemein,  namentlich  in  Freussen  unfern  der  russischen 
Crrenze.  In  l  n;^'arn  hat  sie  Kinderman  (.NL  innotatus  Kbr.) 
gefunden.  Pallas  Mspt.  besclui'ibt  diese  Art  als  .M.  da- 
gypterus,  und  fan<l  sie  im  Juni  in  den  Sandgegenden  von 
\'olhynien  nntl  Schlesien  auf  .»«einer  Küekrei.se  aus  der 
Krim.  Fischer  hat  sie  T.  IL  f.  (».  p.  .'>I  als  M.  neutrum 
an.H  Nertschinsk  aulget'Uhrt.  Im  Mus.  Herol.  findet  sie 
sich  auch  aus  Astrachan. 

ö.  M.  trigrammns  Pallas.  (M.  iiictus  Fabr.  Oliv.). 
Pallas  tand  ihn  geniein  in  den  siidliclicn  Steppen,  Höber 
in  Sud- Hussland.  Mir  liegt  er  aus  dem  Caucasus  und 
von  C'asan  (FLvrrsmann»,  aus  Charkow  (v.  Sacken»,  Ir- 
kutzk  (Motschulskyi  vor.  Febcrdies  besitze  ich  diese  in 
Süd-Knropa  nn«  das  gante  Mittelmeer  verbreitete  .\rt  aus 
'^'adix.  Provence.  Kumelicn,  Creta.  Len».  Kanibur  erhielt 
sie  aus  Malat:»  und  Italien.  Sehncidor  aus  Spanien.  Meg 
^ina.  Klcinasicn.  M.  lutcus  Klu;,'  aus  Krypten  hat  den 
Körper  heller  gefärbt .  sonst  aber  genau  die  Zeichnung 
von  M.  trigrammns,  dagegen  l>eginnen  die  Adern  braun 
punktirt  zu  werden.  Ich  vcrma»,'  ihn  nicht  von  M.  tri 
(.rammus  zu  sondoni.  M.  lactus  Klup  aus  Syrien  ist  gc- 
i'an  wie  M.  trigrammus  gebaut,  und  der  Körper  gleich 
dunkel  gefleckt.     Dagegen  erhalten  die  Flügel  durch  die 


126 

tiberall  vorhandenen  schwarzbraunen  Punkte  und  den 
braun  beraucbten  Hinterrand  ein  fremdartiges  Ansehen. 
Finden  sich  Mittelstufen,  so  würde  auch  diese  Art  nur 
als  sel;r  ausgeprägte  südliche  Varietät  anzuführen  sein. 
Dagegen  glaube  ich  den  M.  laetus  Kolen.  Melet.  fasc.  5., 
p.  118  „aus  den  Steppen  'rranscaucasiens  bis  nach  Per- 
sien hin''  für  M.  trigrammus  sicher  halten  zu  dürfen.  Im 
Mscpt.  von  Pallas  finde  ich  eine  Art  aus  der  Krim  im 
Juli  gefangen  als  M.  cruciatus  beschrieben,  die  sichtlich 
nur  mehr  ausgefärbte  Stücke  mit  schwarzem  Kreuz  auf 
dem  Kopfe  sind.  Fischer  T.  I.  f.  5.,  p.  48  beschreibt  ihn 
als  M.  pictum  aus  Süd -Russland.  Im  Mus.  Berol.  sah 
ich  ihn  aus  Astrachan.  Lehmann  führt  aus  Novaia 
Alexandrovskaia  die  bei  Fischer  I.  f  5  abgebildete  Art 
an.  Da  er  sie  als  M.  lineatum  Fischer  bezeichnet,  bleibt 
es  ungewiss,  ob  er  diese  oder  die  folgende  Art  meint. 

6.  M.  punctulatus  Steven  vom  Bodgo  aus  den  süd- 
lichen Salzsteppen.  Aus  der  Gruppe  von  M.  trigrammus, 
von  demselben  Bau  und  ähnlicher  Färbung,  aber  halb  so 
klein.  Vielleicht  ist  diese  Art  identisch  mit  M.  virgatus 
Klug  oder  einer  der  andern  von  ihm  aus  Syrien  beschrie- 
benen Arten.  Fischer  hat  diese  Art  T.  I.  f.  4.,  p.  49  als 
M.  lineatum  aus  Süd  -  Russland  und  Addenda  p.  210  als 
M.  punctulatum  Steven  beschrieben.  Im  Mus.  Berol.  steckt 
sie  aus  Kasan.  Fischer  erwähnt  dabei,  dass  Steven  noch 
zwei  neue  Arten  aus  Russland  besitze. 

7.  M.  lineatus  F.  (M.  ornatus  Oliv.)  Diese  bis  jetzt 
nur  in  Russland  gefundene  Art  liegt  mir  vielfach  aus  Si- 
birien, Süd-Russland,  Casan,  Charkow  und  von  Dscher- 
gain  aus  der  Kirgisen  -  Steppe  vor.  Gleicherweise  eine 
Varietät  mit  einem  schwarzen  Halbmond  in  der  Spitze 
der  Hinterflügel.  Pallas  Mspt.  beschreibt  diese  Var.  als 
M.  bilunis;  er  fand  sie  in  der  Krim  häufig.  Die  Haupt- 
Art  hat  Fischer  T.  II.  f.  7  u.  T.  I.  f.  2  p.  45  als  M.  Si- 
biricum  aus  Irkutzk  angeführt,  die  Varietät  aus  Süd- 
Russland  als  M.  tetragrammicum  T.  I.  f.  3.,  p.  47. 

8.  M.  plumbeus  Ol i vier  (M.  lineatus  Latr.,  M.  pictus 
Burm.,  M.  glirinus  Klug.,  M.  pallidipenne  Ramb.)  Es 
liegt  mir  ein  Stück  aus  der  Kirgisen-Steppe  von  Dscher- 
gain  vor,  das  sich  von  den  Europäischen  aus  Spanien 
(Andalusien,  Pyrenäen),  Portugal,  Marseille,  Nizza,  Sici- 
lien,  Albanien,  Malta,  Giiechenland,  und  den  aus  Klein- 
asien (Brussa,  Mermeriza),  Syrien,  Persien,  in  nichts 
unterscheidet.  Diese  um  das  ganze  Mittelmeer  verbrei- 
tete Art  ist  meist  gemein.  Kolenati  Melet.  5.,  p.  126  fand 
sie  in  den  Steppen  Armeniens. 


127 

9.  y\.  taltidus  Kversinauu  ist  mir  niclit  holiaiiut,  gehört 
iihvT  mit  der  voriireii  Art  in  (lieüclhe  Gruppi'  iiiid  stliclnt 
kUiiKT  y.ii  sein.  Mein»'  Stllck«'  v<»ii  M.  inuriniis  Kln^'  sind 
vom  C'ap.  I>.  sji. ,  ich  weiss  dahiT  niiht.  ob  der  M.  iiiiiri- 
iius  aus  Syrini,  den  Krichson  zwfilVIhafl  anzieht,  damit 
xusammtn  fällt.  Jedenfalls  wini  M.  tahidus  einer  neuen 
Bestiitiü:un;,'  bedürfen. 

Ks  ist  wahrseheinlieh.  dass  «lie  argefUhrten  Arten 
nnr  einen  Hrnehth«!!  der  .Mvrmrl.onen  ■  P'auna  Kusshinds 
bilden.  Sehon  das  ani:reuzende  Inpirn  besitzt  drei  Arten, 
die  bis  jetzt  in  Hussbmil  nieht  naeh;:ewiesen  sind,  und  die 
ferner  peleprtMien  l'rovinzen  NN.i-i.n  /u.If.U.»^  iioeh  eine  An- 
zahl ift.'uer  Arten   beherberi,'en 

ABcalaphidcn. 

Laxmann  besehreibt  Nov.  Act.  I'etrop.  177o.  vcd.  14, 
|t.  .V.i'J  tab.  2;"),  f.  W  eine  Art  als  M.  Kolyvanense  aus  den 
Alpen  .Mdloi  Altai,  Siric  Sopka  und  seltener  aus  den  Tscha 
ffircnsischen  Silbergruben.  .*^ie  lebt  von  Fliegen  und  .Mlleken. 
Die  Resehreibiing  und  Abbildung'  seheinen  zur  I^•stimnlung 
aiisreiehentl. 

In  l'allas  iland-Kxeniplar  linde  ieli  bei  M.  lungieorne 
L.  beigesehrieben  ..ad  .laikum  leetum  a  Stud.  \.  Sokolof 
177i>;  eopiose  in  gramiiMsis  deserti  inter  Jaik  et  l'sen  init. 
.hin.  177.'{;  etiam  in  Dauria  obs.  1772."  Welehe  Art  er  ge- 
meint hat,  wage  ich  nieht  zu  entscheiden. 

Hurmeister  Hihrt  .\se.  bmgieornis  aus  Süd  -  Hussland 
an.  Kanibur  Ase.  laeteus.  Knlyvanensis  und  pupillatus.  Ihre 
Hestininning  ist  sielnT. 

Kolenati  beschreibt  .Melet.  r>,  p.  1  l'.i,  As.  hamatus  Klug 
aus  Transraucasien  und  Menetries  .Memoir.  Aead.  Tetersb. 
IJ^*^,  T.  »').  tab.  «;,  f.  l.'l  als  neue  Art  Ase.  intermedius,  zwi 
«eben  \.  Italiens  und  laeteus  stehend  aus  «lern  Hasehkiren 
lainb"  (7.  Juni  gefangen)  und  von  Lenkoran.  .\ueh  erwilhnt 
(M'.!«r  in  Ledeburs  Krise,  dass  am  Irtyseh  ein  .\sralaphus 
fliege. 

F^versinanns  Beschreibung  «l«  r  rii.H^i.Hohen  AseAlaphen 
HuIl.  Moscou   l'i.'iO  ist  luir  nicht  /  'i.     Kr  fUhrt  nach 

.Schaums  Bericht  vier  oder  eigentii-  n  umi  ,\rt«n  auf.  A»c. 
longicornis  (*hp.  mit  einer  kleineren  Vari»  Uit  Ase  dubios 
(nn'h    Schaum    ghieh    .\sc.    Kolyvanen>is.    n  ih,    u. 

ociilatnsi,    .Vsr.    u«(tulatus    n<iv.  sp.   aus    dem   "  ■  Cau 

ca>ns,  Asc.  ."sibiricus  nov  spec.  aus  <  Nt  Sibirien,  und  .\sc. 
fopipatus  nov.  spec.  (nach  Schaum  gleich  .A«i  li:uM,-»fn« 
King)  ans  dem  südlichen  Caucasus. 


128 

Die  mir  aus  Russland  eingesendeten  Neuropteren  ent- 
halten keine  Ascalaphen,  meine  Sammlung  nur  Asc.  pu- 
pi  IIa  tu  8  aus  Sarepta.  Ich  kenne  sicher  Asc.  Macaro- 
nius  (longicornis) ,  Asc.  Kolyvanensis  (die  Identität 
mit  dem  vorigen  ist  möglich,  aber  noch  nicht  erwiesen), 
Asc.  lacteus,  Asc.  hamatus,  und  es  ist  mir  wahr- 
scheinlich, dass,  wie  angegeben,  diese  Arten  in  RussKnd 
fliegen.  Asc.  us  tu  latus  ist  möglicher  Weise  der  Asc. 
rhomboideus  Schneiders  aus  Kleinasien,  Asc.  Sibiriens 
ist  mir  unbekannt.  Es  würden  also  nach  den  angegebenen 
Nachrichten  höchstens  sieben  Arten  für  Russland  nachge- 
wiesen sein.  Von  Interesse  ist,  dass  die  Ascalaphen  in 
Russland  viel  weiter  nach  Norden  zu  gehen  scheinen,  als 
in  Europa.  Hier  ist  ihre  bis  jetzt  nachgewiesene  nördlichste 
Grenze  Saalfeld  in  Thüringen,  und  der  Johannisbader  Spru- 
del in  Böhmen. 

Mantispiden. 

1.  Mantispa  perla  Fall. 

Pallas  Spicil.  fasc.  9,  p.  16,  tab.  1,  f.  8  beschrieb  als 
Mantis  Perla  eine  Art  aus  Süd-Russland.  In  seinem  Hand- 
Exemplar  von  Linue  Syst.  Nat.  findet  sich  notirt:  .,ad  Vol- 
gam  in  floribus  vagabuuda  jaculat  insecta  captans  aestate. 
In  superiori  Irtis  regione  circa  flores  Rosae  sylvestris  So- 
kolof.  Ad  Volgam  Lepechin  In  Dauria  semel  ad  Teckum." 
Später  beschrieb  Charpentier  1825  Horae  Entom.  p.  93  die 
selbe  Art  nochmals  aus  Süd  -  Russland  als  Mantispa  Chri- 
stiana. Endlich  hat  Guerin  nach  einer  Mittheilung  von  Mot- 
schulsky  dieselbe  Art  als  M.  Victorii  aus  Armenien  in  sei- 
nem Magaz.  Zool.  beschrieben.  Von  den  beiden  letzteren 
besitze  ich  Typen.  Auch  aus  Elisabethopol  habe  ich  sie 
von  Kolenati  als  fragliche  neue  Art  erhalten.  Herr  von 
Sacken  fing  sie  bei  Slaviansk  unweit  Charkow.  Es  ist  bis 
jetzt  die  einzige  in  Russland  beobachtete  Art.  Vielleicht 
findet  sich  in  den  südlichen  Provinzen  die  auf  Rhodus  hei- 
mische M.  apicalis  Loew. 

Nemopteriden, 

Soviel  mir  bekannt,  ist  bis  jetzt  auf  Russischem  Boden 
eine  Nemoptera  nicht  nachgewiesen.  Da  jedoch  N.  Coa 
in  der  Moldau  und  in  ganz  Kleinasien  fliegt,  ist  ihr  Vor- 
kommen in  Russlaud  als  sicher  anzunehmen.  Wahrschein- 
lich werden  sich  in  den  Persien  zunächst  gelegenen  Län- 
dern auch  die  von  Olivier  gefundenen  Arten  wiederfinden. 


129 

Dilariden. 

Dilar  Rbr. 
1.  I).  'Piircirus  mihi.  Kiii  MiinncluMi  <lio8or  Art  ist  mir 
v(.n  Frivaldsky  aus  der  Tllrkri  mitpctlieilt,  ein  zweitos 
aus  Annonion.  Ks  untersihcidot  sich  v<»u  D.  Nevadensis 
Hl»r.  hauptsächlich  nur  dunli  den  tchlciiden  braunen 
l'unkt  in  «Icr  Mitte  der  Flltpl.  den  Iiand)urs  Typen  und 
ein  Stück  aus  rortiifral  im  Mus.  Hen»l.  /,eij.'cn.  Die  von 
Hamhur  erwühnten  Nehenau^ren  ^rehörtn  nur  in  die  Ka- 
tegorie der  hei  riclen  Phry^'anid«n  anzutreOenden  Kopt- 
wUlsto,  und  sind  zum  Sehen  sicher  nicht  hestimnit.  Ob 
1).  Turcicus  eine  ei^'ue  Art  hihlet,  bleibt  immer  noch 
zweikdhatt. 

Hemerobiden. 
Palla.s  in  seinen  Annierkun;,'eu  im  I.inn.  Syst.  Nat. 
ULgt:  „H.  phalaenoide8  ad  Jeniseam  in  lacu  a<l  Lu^'aKkoj; 
Metamorphosis  ap.  Scucnnk(  V  ).**  Ks  ist  nicht  ^'laublich, 
dass  er  diese  Art  verkannt  hat.  ('edi'rhjelm  t^ihrt  nur  den 
Hemernbins  hirtus  an.  uml  Mi(bb-ndnrf  hat  in  seiner  Sibi- 
riHohen  Keiwe  einen  Ilementbius  ai;:idus  bcHchrieben.  (b'ssen 
Type  mir  vorlie^'t.  Aut"  diese  .Mitlheilun^'cn  und  das  Citat 
von  3  Chrysopa-Arten  untt-r  den  von  Lehmann  gesammelten 
In.secten  beschränkt  sich  alles,  was  bisher  llber  Rus.sische 
Hemerobiden  publicirt  war.  Meine  Anpalien  beziehen  sich 
vi.rzufrsweisc  auf  die  von  Herrn  von  Sacken  niit^'ethcilten 
Arten,  da«  Uhrige  Material  ist    vergleichsweise  gering. 

Drepanopteryx  Leach. 

1.  I).  p  lialae  noi'l  es  L.  Ich  habe  kein  russisches  Stück 
gesehen,  l'allas  Mittheilung  und  der  l'mstand ,  dass  sie 
in  ganz  Schwcd.-n  und  Lajipland .  rrcusscn,  Schlesien 
anpetr'iffrn  wird,  siehern  sie  der  russischen  Fauna.  Oh- 
wr>hl  weit  iti  Fur<»jia  verbreitet,  ist  diese  Art  fast  Über- 
all nur  vereinzelt  und    selten. 

2.  I).  algiduH  Krichson.  Jch  habe  den  betretTenden 
Thcil  v<»n  Middcndorfs  Keisc  nicht  gesehen,  doch  liegt 
mir  eine  von  Krichsons  Han<l  bezettelte  Type  aus  Sibi 
rien  von  der  IJoganida  vor.  Dieselbe  Art  besitzt  das 
Mus.  lierol.  un<l  meine  Samndung  aus  dem  Iral  von 
Kversmann.  Nach  Hrain  rs  Versicherung  ist  Hemerobiu** 
KoUari  (tocszy  ihr  nahestehend  aber  ^Tösser.  Jedenl'allH 
wird  sich,  wenn  auch  in  manchen  Stllcken  abweichciui. 
H.  algidas  vorläufig,  am  lieston  bei  Drepaooptcryx  unter 
bringen  lassen. 


130 

Megalomus  Rbr. 

1.  M.  hirtus  Fabr.  Neben  der  geAvöbnlichen  Stammart 
findet  sieb  eine  etwas  kleinere,  dunkler  und  lebhafter 
gefleckte  Form.  Ich  bin  noch  nicht  sicher,  ob  letz- 
tere nur  Abart  ist.  Schneider  ist  gleichfalls  ungewiss. 
Von  letzterer  liegen  mir  Stücke  aus  Preussen,  Schlesien, 
Petersburg  (Juli)  und  Irkutzk  vor.  Letzteres  (allerdings 
nur  ein  Fragment)  hält  Brauer  für  M.  hirtus. 

Micromus  Rbr. 

1.  M.  dipterus  Burm.  Es  liegt  mir  nur  ein  schlecht  er- 
haltenes Männchen  aus  Jecatarinoslaf  vor.  Diese  seltene 
Art  findet  sich  bei  Berlin,  Halle,  Zürich  und  in  England. 
Uebrigens  hat  nur  das  Männchen  verkümmerte  Hinterflügel. 

2.  M.  intricatus  Wesm.  Von  dieser  weit  verbreiteten 
Art  liegen  mir  Stücke  aus  Petersburg  (im  August),  Süd- 
Russland,  und  aus  Irkutzk  vor.  Wahrscheinlich  ist  diese 
Art  Hem.  aphidivorus  Schrank. 

3.  M.  paganus  Villers.  Gleichfalls  weit  verbreitet.  Ich 
habe  sie  aus  Petersburg,  aus  Umeä  Lappmarken,  und  ein 
unausgefärbtes  Stück  ohne  nähere  Bezeichnung  der  Lo- 
kalität gesehen. 

Hemerobius   Linn» 

1.  H.  lutesceus  F.  ( cylindripes  Wesm.)  Petersburg  im 
Juni;  vom  Irtysch  aus  Sibirien.  In  Preussen  im  August 
auf  der  frischen  Nehrung  nicht  selten.  Der  Cocon  ist  ei- 
förmig, 6  mill.  lang,  weitmaschig  aus  groben  Fäden  ge- 
sponnen. 

2.  H.  nervo £5 US  F.  (conspersus  Burm.)  Petersburg  Juni; 
von  der  Lena ;  von  Ajan  am  Meerbusen  Ochotsk.  Es 
scheint  mir  noch  fraglich,  ob  einige  bei  Petersburg  im 
Juni  von  Bar.  von  Sacken  gefangene  Thiere  mit  4  Secto- 
ren,  etwas  grösser  und  lebhafter  gefleckt,  hergehören. 
Ich  besitze  ein  ähnliches  aus  Glatz. 

3.  Nov.  spec.  Aus  Irkutzk,  von  Brauer  zu  H.  nervosus 
gerechnet,  mit  3  oder  4  Sectoren  in  den  Oberflügeln.  Der 
gelbe  Prothorax,  hat  in  zwei  Keihen  fünf  eingedrückte 
braune  Flecken,  sonst  ist  die  Form  und  Zeichnung  des 
Thieres  dem  H.  nervosus  sehr  ähnlich. 

4.  Nov.  spec.  Petersburg  im  August,  steht  zwischen  H. 
nervosus  und  Humuli. 


f>.  11.  lliiinuli  L.  IV'torshurp  im  Mai  uiul  Juni,  Armenien, 
Irkutzk    nnci  von  der  Insel  Kenai   in  Huss.  Amerika. 

fi.  H.  riexuoHnR  nov.  Hpec.  Kine  in  Prcussen  nicht  sel- 
tene noch  nicht  viillii;  pesirherte  Art,  von  Brauer  als  Ah- 
art zu   11.   Iliimuli  /::e/.opcn.     IVtcrshur^'.  .hini. 

7.  11.  nitidiilii'*  F.  (uchraceus   Wesm.i  retershurg. 

8.  Nov.  8|M'c.    l'cterahurg,  dem  11.  phaleratus  nahe  stehend. 


Sisyra    Br. 

1.  S.  t'usc.-ita  1".  retershurg'.  Mid-liussland  und  nach  der 
Type  auch  llom.  fumatus  v.  Mutsch.  Ktudcs  I.  p.  20  im 
Mai  von   Walaam,  einer  Insel   im   L.ido^'a. 


Coniopteryx  Halid. 

Obwohl  mir  kein  Kussisches  Stück  vorliegt,  ist  c« 
doch  zwrifVlIos.  dass  die  in  Schweden  und  Preussen  häu- 
fige ('.  tineiformis  auch    in   Kussland    zu  finden    sein  werde. 


Osmylus  Latr. 

1.  ü.  chryso|)S  L.  imaculatus  autor.)  Aus  dem  Caucasus. 
Ist  in  ganz  Kuropa  heimisch. 

Chrysopa  Leach. 

1.  rh.  vittata  Uesm.  l'i  tcrshnrp.  Der  Ch.  flava  nahe- 
stehend, in  Preussen  nicht  selten.  Ich  habe  dieser  .\rt 
•  meiner  trilheren  C.  inte^rra^  Wcsmaels  Benennung  l)elassen. 
da  er  mit  derselben  ('.  flava  Scop.  (vittata  Schn.i  ver- 
mengt hat. 

2.  rh.  vulgaris  Sehneid.  Petershnrg;  Buchara  im  Miirz  . 
von  der  F^ena. 

.T.  Nov.  .'<pec.  aus  Turcomanien,  der  Ch.  flaveola  Sehn,  nahe 

stehend. 
4.  Ch    7  punctata  Wexm.  aus  Irkutsk 
f>.  Chr.  \cntralis  f'nrt.  vnm   NN  iini  Fluss. 
rt.  Vh.  ahhrrviata  Cnrt.  ans  dem  Canrasus. 
7   f'h.  phyllochroma   Wesm     aus    der  Kirgisen   Steppe 

und  ans  .Armenien 
8.  Ch.  Pcrla  L.  von  Smcinogorsk    in  Sibirien,  aus  der  Kir- 

gisenStepi>e  und  TarromtnieD,  •u««  Danrien  vom  Onon. 


132 

In  Fischer's  Naturgeschichte  von  Livland  ist  H.  perla 
und  chrysops,  bei  Cederhjelra  H.  perla,  chrysops,  albus 
erwähnt.  Obwohl  sich  nach  den  Beschreibungen  die  Arten 
nicht  sicher  deuten  lassen,  scheint  doch  H.  perla  =  Ch. 
vulgaris,  H.  chrysops  =■  Ch.  perla  zu  sein.  Ch.  albus  ist 
in  Preussen  häufig,  wahrscheinlich  also  auch  in  Russland 
anzutreffen. 

In  dem  Catalog  der  von  Lehmann  mitgebrachten  Insec- 
ten  finden  sich  angegeben:  1.  Ch.  Perla,  gemein  bis  Bokhara. 
Die  einzige  vorliegende  Type  ist  die  unter  No.  3  erwähnte 
neue  Art.  2.  Chr.  alba  aus  Turcomanien;  die  Type  fehlt. 
Unter  den  mir  eingesendeten  Thieren  ist  eine  Chr.  vittata 
von  Wesmael  als  Chr.  alba  bezettelt.  3.  Chr.  reticulata 
aus  Turcomanien;  eine  Type  als  Chr.  chrysops  bezeichnet 
liegt  mir  vor. 


Sialiden* 

Raphidia  L. 

1.  R.  ophiopsis  L.  Caucasus. 

2.  R.  xanthostigma  Schumm.  Ein  Stück  ohne  Kopf 
und  Prothorax,  das  herzugehören  scheint,  aus  dem  Cau- 
casus, und  ein  zweifelhaftes  Weibchen  aus  Irkutsk. 

3.  Nov.  spec.  Aus  der  Krim  und  Armenien,  der  Rh. 
chalybocephala  Ratzeb.  nahe  stehend. 

Pallas  sagt  in  seinen  Anzeichnungen  bei  R.  ophiopsis : 
„In  australibus  ad  Volgam  rarius  obs.  Larva  in  sicco  ambu- 
lat  in  pinetis  aridis  Berolini  uon  infrequens.  Currit  retror- 
sum  et  lateraliter".  Auch  Cederhjelm  giebt  für  Ingerman- 
land  R.  ophiopsis  in  pinetis  an.  Es  ist  wohl  unzweifelhaft, 
dass  Russland  mehr  Arten  beherbergt. 

Sialis  Latr. 

LS.  1  Utaria  L.  Petersburg  im  Mai,  am  Baikal-See  im  Juli. 
Es  sind  hiernach  im  Ganzen  46  Arten  Hemerobiden 
(im  Sinne  Erichson's)  nachgewiesen.  Es  lässt  sich  mit  Sicher- 
heit behaupten,  dass  diese  Zahl  nur  ein  Bruchtheil  der  gan- 
zen Fauna  sei.  Leider  ist  für  diese  Familie  noch  zu  wenig 
sicheres  Material  vorhanden,  um  auch  nur  einigermaassen 
wahrscheinlich  bestimmen  zu  können,  welche  Arten  sich 
ausser  den  genannten  noch  in  Russland  vorfinden  dürften. 
Sicher  werden  wohl  die  von  Zetterstedt  in  Lappland,  von 
mir  in  Preussen,  von  Schneider  in  Schlesien  und  von  Brauer 
in  Oesterreich  entdeckten  Arten,  sämmtlich  auch  in  Russ- 
land  anzutreffen  sein.    Also  aus  Lappland  Hem.  strigosus, 


13.^ 

vnrio^'atn«? ,  liite»ri'iiH,  limhatolltix ,  pnuciin'rviH,  SciodoR  lar- 
teuH.  Ans  PriMiHsi'H  Cliry«,  flava ,  nlha.  praHina,  ventrnli«, 
aMptTsa,  ilorsulis;  HciiM-r.  puiutattiH,  inioanK,  nchtilofinR, 
py^riuaiMiH;  Kaph.  lucdin,  crahsicitrniH.  Auh  ScIili'Hien  Chr. 
stoiiMptila .  tiMitlla.  |ialli(la.  capitata:  Hein,  liinitatiis,  pliaK- 
ratiis;  Kapli.  altinis.  iinfata.  An>  Ocstcrroicli  Myriii.  paii- 
tfuriiuiin  .  Hein,  artiiiirt .  (lins,  iiohilis.  nini ,  forniosa,  tiavi 
trHiis,  nipricostata :  Sial.  t'iili^inosa.  Kunlicli  noch  die  vOn 
Krivahlsky  in  l'npirn  ent(Uckt«*n  Arten  Chr.  bipunctata, 
Myrm.  Nfniansiensis.  Mepistopus  flavicornis  Hdssi.  Mit  die- 
sen ;J7  Art«n  wllrd«'  »ich  die.  Fauna  Husslandn  auf  K2  Ar- 
ten hcransstellcn:  womit  W(dd  nnch  nicht  die  Hiilffe  der 
dort  heiniiHchcn  Arten  erreicht  sein  dllrtte. 


Panorpidcn. 

Panorpa  L. 
1.     W  ctininiunis  L.   I  ral.        Irkutzk.  nns  dem  arctinchen 

Sibirien  vom   Flusx  Wihii  und   Tura.     Hin  Stllck  auH    der 

Mongolei    vom    Kainar    Dalian    ziehe    ich    ^'leichfalls    her; 

nach    InHCcte«    recuedlis     par    feu     Lehmann .     ain  h     aus 

der  KirpiHcnsteppc. 
'J.     Nnv.   8pcc.    Caucasus.      D.t    V.   aljuiia    \i\\v.    in    Form 

und  Zeicl)nun^'  ähnlich. 

3.  Nov.  spoc.  vnn  Kislar,  grö8.«<er  als  V.  communis,  doch 
ahnlich  pefleckt,  die  FlUpel  pell».  Ich  hahe  nur  zwti 
Weihehen  ^'csehcn :  wahrscheinlich  gehört  hicher  ein  we- 
ni^'er  pclhen  Weihchen  ans  Armenien. 

4.  r.  variahiÜH  Hrauer  i  P.  punctata  lircmi)  l'ral. 

Inter  l'allaH  Msept.  findet  sieh  auf  einem  Zettel  eine 
lUsehreihnnL'  cimr  nein-n  .\rt  aus  Taurien  als  V.  reticulata. 
Die  Hcschrcihunp  ist  nach  einem  Weibchen  gemacht  und 
7.\\  kurz,  um  eine  sichere  Hestimnninp  7.u7.nla.««en.  Mög- 
licherweise ist  CH  l*.  germanica  f.  .  die  ich  auch  aus  Ti.n- 
stantinopcl  hoMttxe. 

Bittacus  I>atr. 

1.  l\.  italicns  Mali  Fin  Milck  aus  dem  Hlldlirbcn  Rasa- 
land. 

Bor«us  Ijatr. 
1.     H.  hiemalis.    Nach   Kolenali   Melet.  fi,  p.   113  im  ('au- 
eaana    in    der  S^hncerepion    d«'s   Kanhek.     Ich    halie  kein 
StUck  gesehen. 


134 

Von  früheren  Publicationen  ist  nur  zu  erwähnen,  dass 
Fischer  für  Livland  und  Cederhjelm  für  Ingermannland  P. 
communis  anführen. 

Psociden. 

Uddman  Novae  Insect.  spee.  1753,  p.  25  beschreibt 
zwei  auf  Birken  in  Finnland  lebende  Arten  ohne  Trivial- 
naraen,  nämlich  Ps.  cruciatus  L.  und  Ps.  nebulosus  Burm. 
als  Hemerobien.  Sonst  ist  ausser  Cederhjelms  Angabe 
von  Ps.  bipuuctatus  und  pulsatorius  nichts  von  russi- 
schen Arten  bekannt.  Die  mir  zugekommenen  Sendungen 
enthielten  nur  eine  Art  Paradoxenus  tuberieola  Motsch.  aus 
Petersburg.  Motschulsky's  Genus  Paradoxenus  (früher  Pa- 
radoxides Bullet.  Mose.  1851,  T.  24)  ist  identisch  mit  Lepi- 
notus  von  Heyden  und  dem  älteren  Clothilla  Westw.  Nach 
den  Typen  vermag  ich  P.  psocoides  nicht  von  tuberieola 
zu  trennen.  Von  Lepinotus  inquilinus  liegt  mir  nur  ein 
nicht  ganz  ausgefärbtes  Stück  vor.  Sind,  wie  ich  vermuthe, 
jene  Artcu  mit  dieser  identisch,  so  würde  die  Art  Clothilla 
inquilina  heissen.  In  den  Etudes  T.  1,  p.  19  spricht  Mot- 
schulsky  noch  von  einem  offenbar  hergehörenden  Thiere, 
dass  er  Liposcelis  bruuneus  nennt.  Der  dort  erwähnte 
Liposcelis  Museorum  ist  wohl  Atropos  pulsatorius.  Unter 
Pallas  Mscrpt.  findet  sich  auf  einem  Zettel  als  Hemerobius 
minutus  ein  Psocus  beschrieben,  der  wohl  Ps.  lineatus  F. 
sein  dürfte.  Der  Zettel  fand  sich  unter  den  Insecta  Rossica 
vor,  das  Thier  ist  also  wohl  in  Russland  gefangen.  Jedoch 
fehlt   eine   Angabe  des  Vaterlandes   bei  der  Beschreibung. 


Termitiden. 

Termiten  haben  mir  bis  jetzt  aus  Russland  nicht  vor- 
gelegen. Es  scheint  ziemlich  sicher,  dass  selbe  sich  in 
den  südlichen  Provinzen  finden  müssen,  da  C.  flavicollis  und 
T.  lucifugus  in  der  Türkei  und  Kleinasien  leben.  Selbst 
eine  in  Griechenland  gefundene  Embia  (vielleicht  E.  Savig- 
nyi  dürfte  im  Süden  Russlands  möglicher  Weise  angetrof- 
feo  werden. 


m 

Zusätze  zur  Monographie   der  Siiigcicaden 
Europa«. 

Von    I)r     11.    Ilaiii-n. 

Da  gerade  wälireiid  meines  Aufenthalts  in  London  die 
lJnn«*iHolie  (nsoUscIiaft  in  ein  neiux  Lokal  llhersiedelte, 
waren  die  Saninilun;:(!i  ni<'lit  ^reöflnef  I)er  froundliclien 
/uvnrkoniiiH'nlieit  dts  llcmi  Kippist  habe  ich  es  /u  dan- 
ken, dass  mir  gestattet  wurde,  wenige  Munden  vur  meiner 
Abreise  die  mir  wichtigen  (Gattungen  in  Ijnne»  und  lianks 
Sanindnng  «InrehzuHehen.  Die  Ktirzr  der  mir  zu  Ciebote 
stehenden  Zeit  maehten  Küder  ein  Studium  jener  Tvpen  un- 
mrtglieh.  wenn  aueh  «iie  Wir  bestimmte  Linzelheitcu  gcwou- 
ncne   lUdehrung  wirthNoll   g<niiL'  erscheint. 

l)i«'  Typen  v(tn  ('icada  haematodes  in  Linnes  Saniiu- 
lung  «in«!  noch  vorhanden  und  bestätigen  genau  die  in  die- 
ser Zeitung  l><ö<»  p.  .'JS2  Über  sie  gemachten  Mittheilungeo. 
Alle  drei  Kxemplare  gehören  nicht  zu  jener  Art,  die  (Jer- 
mar.  v.  Siebold.  Newport.  Fabricius.  Leach,  Fallen  als  C. 
haematodes  beschreiben,  und  der  als  iiltester  N'anie  ('.  mon- 
tana  Scop.  v»  rbleibt.  Linncs  ('  haeinatodcs  genau  zu  be- 
stinimen,  war  mir  nicht  m<'>glieh.  Ks  ist  eine  mir  unbe- 
kannte Art  au.s  «Kr  (iruppe  von  C.  atra,  jedoch  grösser, 
etwa  wie  (\  lineola.  In  der  sehr  reichen  Oieadcn-Sainm- 
lunp  des  Hrittischcn  Muscunis  «ichien  mir  bei  einer  letzten 
Hliclitigcn  Durchsicht  diese  Art  zu  fehlen;  dagegen  halte 
Ich  eine  im  ncrlin<r  .Museum  als  (".  cantans  Fabr.  bezettelte 
Art  (von  l{ui|uct  mitgcthcilt  ,  also  wohl  aus  Algier  i  fllr 
Linnes  Art.  Ihr  I'.llrgcrrecht  in  Kun>pa  winl  noch  einer 
Bestätigung  bcdllrf« n  f.inn«-  erhielt  sie  aus  der  Barbarei 
lind  aus  Itnlien. 

rieada  Angli<a  ist  nach  d^n  verglichenen  Tv|>en  in 
Cortig,  Sttph'HH  und  Westwoods  Sammlung  sicher  C  mon- 
tana  Scop. 

Die  Type  von  <'.  viojacea  fehlt  in  Liimcs  Samiu- 
innjc. 

Der  tiberwMltigende  Heichthum  von  mir  neuen  Neurop- 
teren  in  den  Samndungen  des  Briitischen  und  Berliner  Ma- 
seums         '   '  ir  hidiT  nicht.  «Iie  Cienden  gründlich 

zn  um  _-en  vcnlanke  ich  Um  Dr.  (ierntacker 

die  Kriaiii»m'«s.  »ian  »Irnckfertig  gearbeitet«  Manuscript  von 
Pallan  iUnr  di«*  Cnaflen  Husslands  benutzen  zu  dtJrfcn.  Ich 
tinde  die  BcHohrcibungen  vortretTlieh  Die  hoiireftlgten  Be- 
merkungen Über  Fundort  und  Lebensweise  der  Thierc  ma- 
chen Talla«  Arbeit    sehr    wiyihvoH,    und  wtlrden  auch  jetit 


136 

noch  einen  unverkürzten  Abdruck  als  wlinschenswerth  er- 
scheinen lassen,  da  es  lange  dauern  dürfte,  bis  seine  Beob- 
achtungen in  diesem  Umfange  in  Russland  wiederholt  wer- 
den können.  Von  Interesse  war  mir  dabei  zu  finden,  dass 
die  Kupfertafeln  zu  Heft  5  von  Pallas  Icones  Insectorum 
wirklich  gestochen  sind.  Während  die  vier  publicirten  Hefte 
mit  der  Tafel  H.  abschliessen,  citirt  Pallas  in  seinem  Ma- 
nuscript  die  Tafel  K.  bei  Cicaden  und  Libellen,  und  hat 
aus  dem  nur  handschriftlich  mit  der  Nummer  K.  versehenen 
Probedruck  die  ausgeschnittenen  Figuren  beigelegt.  Ich 
finde  daselbst  fig.  15  Cicada  campestris  (querula),  fig.  16 
Cicada  prasina,  fig.  19  a.  und  19  b.  Libellula  scioptera  (pe- 
deraontana).  Von  der  mit  Nr.  2.  bezeichneten  L.  rubicunda 
liegt  nur  die  illuminirte  Zeichnung  vor.  Der  Stich  ist  übri- 
gens sehr  wenig  gelungen.  Von  AA'^erth  wäre  es  mir  zu  er 
fahren,  ob  auch  die  Tafel  I.  sich  gestochen  vorfindet,  und 
ob  der  Text  wirklich  gedruckt  ist.  Pallas  beschreibt  sehr 
kenntlich  6  Arten  ;  die  ausführlichen  Angaben  über  Fund- 
ort und  Lebensweise  theile  ich  hier  mit: 

1.  Cicada  Orni. 

Tauro-Tataris  Oraxi,  ut  et  sequens.  In  nemorosis  et 
hortis  Tauricae  peninsulae  et  ad  Terecum  fluvium  inque  ca- 
lidis  Caucasi  et  in  omni  Hyrcania  frequentissima,  in  — 
mense  copiose  in  ramis  arborum  cantillans,  sed  fugacissima, 
visu  acutissimo  pollens.  Neque  pro  Fraxinis,  nee  pro  alia 
quacunque  arbore  praedilectionem  ullam  apud  nos  monstrat, 
et  forte  Mannam  ex  Orno  eliciendi  bis  Cicadis  attributa 
virtus,  fabula  est.  Larva  subterranea,  fodiens  primo  vere  in 
hortis  et  vinetis  crebro  effoditur. 

2.  Cicada  major.  Pallas  (plebeia). 

In  sylvis  et  hortis  Tauriae  atque  Caucasi,  totiusque 
Hyrcaniae  cum  praecedenti  et  fere  frequentior,  eodemque 
tempore  Stridens  in  ramis,  sono  penetrantissimo. 

3.  Cicada  campestris,  Pallas,  als  synonym  der  frühere 
Name  C.  querula  beigefügt.  Pallas.  Icon.  ins.  Tab.  K. 
f.  16;  C.  turcica  Petiv.  gazoph.  Tab.  15,  f.  1. 

Calmuccis  Tyrghun.  In  campis  arridissimis  deserti 
easpici,  inter  Volgam  et  Jaicum  copiosissima  Majo.  Larva 
subterranea.  Insectum  in  ipso  terrae  exitu  e  larva  enititur 
et  licet  adhuc  molle,  cito  perfectis  alis  statim  volat.  Mas 
Stridore  continuo,  praesertim  ventosa  tempestate,  cautissi- 
mus,  cito  evolans,  foemina  paulo  tardior,  rauco  et  interrupto 
Stridore.  Inter  Hedysarum  Alhagi  versari  non  amat,  neque 
nostra  planta  Mannae  ullum  vestigium  edit,  quod  de  Per- 
sica  proditum  est 


137 

4.  (irada  oalopti-ru  l'alla».  >ntrai 

«'um  practMih'iiti  rariiis  nt  in  Taurinc  (juoqiio  cainpe- 
stribus  obstTvata.  Siiiiilliina  s»M|Utnti  »t  prarjrdrnti,  sed 
ah  utra(|Ue  couHtanter  divcrsa. 

t    ('.  haoinatoda.     riiniitana.  i 

Ma^'is  in  tciiiprrata  cva^atiir.  in  arbustis  ad  Sainaraui 
»•t  Oc'cani  jaiii  »K'ciirri'iis.  iiide  mtm  ptr  nimicm  aiistraliurciii 
plagani  et  por  imiiim-iii  Tatariaiii  iiia;:iiani  uscjiic  ad  <  M)uiii  tlu 
vium  Sibiriat'  in  arbustis  tVtMjiHns.  siibsiditaria,  Majo  i-t  .lunio 
stridula.  Ad  «aucasiini  tn'(|m'ntii>r,  ni^'rior.  vcnis  alaruui 
saepe  oniuibiis  ni^r*)  i-inumtUHifl,  alibi  tantuin  anastoinosi 
una  vcl  altera  vorsu««  ba«<in.  iinn  xarpt*  nulla.  Haoc  spceies 
multuni  variat. 

Pallas  hat  dir  \jii.  adiista  aiuli  nur  als  Abart  be- 
trachtet. 

tt.  ('.   prasina. 

Ad  JaifUin  ft  ad  Irtm  tlu\i<.>K  in  desortoruin  australio 
rum  vt'pn'tii*  Spiroa  vcl  KobiiiÜH  obsitis  ab  initio  Junii  co- 
piosc  per  totam  acstatoni  volitat,  cantu  crobro,  prrylli  dome- 
stici  arniulo,  si-d  ina^is  s(»norn  rt  gratd  stridens,  etiarn  intcr 
volandutn  non  sihns.  Circa  incridicni  pracst-rtini  et  ardcD 
tissimo  sub  st»le  caiu»ra.  Larvani  esse  subterrancain  pelles 
suh  frutetis  relictae  docuerunt.     Klc^'antissinial 

Ausser  diesen  •>  Arten  habe  ich  noch  tllr  Husslaud 
nachgewiesen:  ('.   haiMnatodes.  byalina,  tibialis. 


Antikritik 

TOD    K.    ^»-Mfiri«'» .    •-<)rris|<iiii(lir<'mifm     Mitglied«»    der    .\J(ftdeini« 
der  WiÄsentichaften  iu   Pfferüburg. 

I 

Wiirtlicher   Abdruck    ans    dein    Hcncht     des    Herrn    Dr. 

A.  G  e  rs  t  Hr  k  »•  r  über  die   wissenschatll.    Leistun^'cn  in    der 

Kntoinwiogie   IKTö. 

'Wi.-;;tiiHi...  .  An-hn   .I«brj<    XXII.  1W6.  Sopamtdrurk  l'm-    144 

Na<h  dem  Beispiele  de»  I.,ondoner  und  ParJHcr  .Mu 
»€om  hat  auch  die  St.  lVt«'rHbur^er  KntoujolopiHche  Samm 
Inog  damit  begonnen,  einen  Catalog  ihrer  Inseeten  zu  ver 
/iffentlichen.  Der  erste  Thed  desHelben,  welcher  den  Au 
fang  der  Lepidopteren  enthiilt .  lie^t  unter  dem  Titel 
..Catalogue  de  la  ctdleetittn  ent(m)t>lMgique  de  lacademie  im 
p^riale  den  gciencet  de  St  Pcterttbour^' .  I>pidopt^rc<i,  Ure 

10 


138 

partie:  les  Diurnes''  von  E.  Men^triös  vor.  (Ein  zweiter  Titel, 
unter  dem  das  Werk  mit  einem  Vorwort  von  Brandt  er- 
schienen ist,  lautet:  Enumeratio  eorporum  animalium  musei 
imperialis  aeadeniiae  scientiarum  Petropolitanae.  Classis 
Inseetorum.  Ordo  Lepidopterorum.  Pars  I.  Lepidoptera 
diurna.  Petropoli  1855.)  Der  Catalog  enthält  eine  Aufzäh- 
lung sämmtlicher  im  Petersburger  Cabinet  enthaltenen  Rho- 
paloceren  mit  Einschluss  der  Hesperien.  deren  Arten-Zahl 
sich  auf  1105  stellt.  (Das  Berliner  Museum  besitzt  deren 
3600.)  Für  die  Reihenfolge  der  Arten  ist  das  Doubleday 
Westwood'sche  Werk  zum  Vorbilde  genommen  und  bei  jeder 
einzelnen  Species  eine  treffende  Beschreibung  und  Abbildung 
citirt  worden.  In  einem  Anhange  finden  sich  mehrere  neue 
oder  noch  unzureichend  bekannte  Arten  beschrieben  und 
auf  sechs  colorirten  Tafeln  kenntlich  abgebildet :  zu  letzteren 
gehören  auch  mehrere  der  jüngst  von  Bremer  beschriebe- 
nen Chinesischen  Arten,  welche  auf  Taf  5.  und  6.  abgebil- 
det sind.  Die  als  neu  beschriebenen  Arten  sind  ihres  Orts 
einzeln  namhaft  gemacht  worden. 

Aus  den  Abbildungen  lässt  sich  leicht  ersehen,  dass 
einige  der  als  neu  beschriebenen  Arten  mit  bereits  bekann- 
ten zusammenfallen;  so  ist  z,  B.  Sericinus  fasciatus  Brem. 
nur  das  Weibchen  von  S.  Telamon  Donov.,  ferner  Colias 
Wosnesenskii  Menetr.  eine  nicht  selten  vorkommende  Va- 
rietät von  C.  Cesonia  Boisd.,  von  deren  regulären  Indivi- 
duen sie  sich  nur  durch  grössere  Ausbreitung  der  schwar- 
zen Farbe  auf  den  Vorderflügeln  unterscheidet;  Terias  he- 
cabeoides  und  Aesiope  M^n.  nur  lokale  Varietäten  von  T. 
Hecabe ,  deren  erste  übrigens  schon  von  B  o  i  s  d  u  v  a  1  als  T. 
suava,  die  letzte  als  T.  blauda  beschrieben  worden  ist. 
Iiflesosemia  coelestina  Men.  fällt  mit  der  bekannten  M.  (Hes- 
peria)  Geminus  Fabr.  zusammen,  und  ebenso  Charis  Syl- 
vestra  M6n.  mit  Lemonias  Ptolemaeus  Fabr.  —  Die  Rich- 
tigkeit der  Vaterlands  -  Angaben  muss  bei  einer  Reihe  von 
Arten  als  «ehr  zweifelhaft  angesehen  werden .  denn  es  ist 
gewiss  Thais  Oerisyi  noch  nie  in  der  Schweiz,  wahrschein- 
lich auch  noch  niclit  in  Sicilien,  P.  Eupheno  gewiss  nicht 
in  Oesterreich  und  Sat^^rus  Anthelea  ebenfalls  nie  in  der 
Schweiz  gefunden  worden, 

II. 
Lettre  ä  Mr.  le  President  de  ja    societe   entomologique 
de  Stetin,  etc.  etc. 

Monsieur, 
Connaissant  votre  6quite,  surtout  en  matiere  de  science, 
je  n'ai    pas  bösite  ä  vous  prier    de  faire   inserer   dans  votre 


joiirual  üui  i\i»ousi'  a  lu  reviio  «Titiqiir  (in  Catalo^ue  des 
Lcpidupteres  ile  rAracUiiiie  dr  St.  I'itc'islxiiir^'.  (|iii  a  etö 
iuipriuK'c  daiis  Irs :  Art-liiv  für  .\atiir;;t'>»iliiclit<'  von  Wiej^- 
inann  J'J  aunce  (lSö»'n. 

Si  ccttc  rriti(|iic  ciit  parur  istdciuont,  je  ny  auiais 
\)Süi  fait  ^raiulc  utt*nti<iii,  iiiais  dann  uii  Journal,  ot'i ,  potii 
iL-ntniiiolo^rii',  Kri(  lisoii  imuM  avait  haliitiH'  a  mit*  j^raiide 
ri'ctitudi'  de  iu^'cniciil,  liasco  «iir  «li'h  comiaissaiift's  de«  plus 
vahtcsi  8ur  t<»U8  l<-s  urdr»  s  d'iusi'clt-H.  if  jouniul  dis-je  avait 
acqius  les  droits  inconti'r^taldcH  d»>  jugr  vu  dcniiiT«'  nistain«- 
sur  ccttr  iiiaticro:  jo  ino  Hnin  doiir  mi  oldip*  dapportcr 
ii'i  qiU'IqncH  nioyriis   de    juKtitication. 

halxird.  i;ti  articie  des  Anhiv  d«-  \\  ioginann  in'a  paru 
irdi^'i-  HVit-  i|ij«l(|iie  prt'Mutioji.  oii  totil  an  inoins  cntaclie 
dl-  partialite.  et  il  cu  rcsnort  iiniiu'  «|Uf  K*  (-riti(|iu>  na  pHK 
lu  la  prcta«T  df  .Mr.  I  Atadrnii<itn  lirandt.  ni  la  mitMine, 
placfc's  toulcs  di'UX  t-n  töto  dt-  jonvra^jo:  il  y  auraii  vu: 
i{nu  la  <ri-atioi)  do  iiotro  Mii8ee  u<*  ronionU*  giicret)  pluH 
Idin  (|uc  24  :i  '2'>  ans .  —  *\uo  les  soinincs  alloucrs  ä  cch 
itdloctions  t'taiont  «ics  pluh  inodiijucs.  et  «pi  il  ny  est  pa«  dit 
IUI  iiiot  daus  if  luit  d'ctaldir  unc  couiparaison  :i\rv  i\iU'U\üv 
.Muscr  quo  »•»*  Hoit;  alors  «a  ri'niarcjii«'.  placi-»-  a  cött-  du 
tdiilTrc  deh  csprct's  dr  notro  (  afHlo;,MH'.  qui-  Ic  .Muhcc  de 
Berlin*)  en  »oniptt-  .'1('»<H»,  n  est  nullennnt  inotiv^e  et 
des  pluH  insoliU-H:  <{Ue  \rut  dir«*  lautrur  par  iäV  le  but 
dun  t«'I  ('atal(»pi»'  i'Ht  il  «Ic  .•*(•  pavanerV  -  Du  rcste,  ec8 
t'uornit's  riiitVrc».  de«*  (olropteres ,  dc^  Lepidoptt-re«,  etc. 
ilu  Mu-iee  dl-  Berlin,  nir  tont  im  p«'U  l't'rt'et  de  «es  .Mythes 
t|Ue  les  lecendr-  nouh  <»nt  irauMiiises.  Je  ne  sais  si  le 
MuHer  de  lierlin  d<iit  »»<•  n»ontr«T  lort  reronnai>hant  dr  son 
appreeiah'ur !  il  e^t  de  tait  quonauradela  peine  ä  le  eroire; 
ear  })our  hien  «(»niprentlre  ce  eliitTre  de  .HtüM»  I^'-pidopt^res 
(linrneH.  il  taut  id»s«'r\er  qin-  Doultleday,  dann  Hon<ienera 
o  t'  diurnal  Lepidoptera  etc.  ipii  rt^nnit  len  enpdces. 
tanthentitjues  et  «JouteUH««»»  eonnues  juhqu  ä  ee  jour.  n  atteint 
paH  ee  eliilTre.  il  n  enuni*'re  que  tout  au  plun  .l-P«i  espi'e«*sl — 
Kt  meine,  HJ  il  n  y  u  pah  d  exa^<  ration,  il  n  en  est  que  plufs 
deplorable  qu  un  pareil  Munee  ue  Hoit  pa«  eataloK'iii^^'.  i'ar, 
qae  n  apprendrait  uii  pa^V  la  Hcieuee  \  ga^nerait  da\antafct- 
que   par  ee»    eriliquc?»  au   nioin»    Iren  haKardeeo. 

II  y  a  loin  «lunr  niniple  cKtiuiation  <1  une  eoilectioii 
.<)oit  (linant  etiqn<-iee.  it  I  imprei^sion  ilun  t'atalu^uc:  pour 
an   pareil  travHÜ.    Ion    m    du    epurer    I«h   deiinition«,  etudier 


Mn-o"     •l<iot   I»   <Tt*alion   d*i«-   au   moia«  d«   It^ll' 

10* 


140 

la  synonymie,  etc.  et  uii  tel  ouvrage  ne  mauque  pas  d'etre 
fructueux  en  (iecouvertes.  —  Voyez,  Monsieur,  votre  Cata- 
logue  des  Coleopteres  d'Europe,  quoiqne  simple 
Enumeration,  n'a-t-il  pas  donne  lieu  a  bien  des  recherches, 
exeite  des  eontroverses,  voire  meme  aiguise  l'arme  stridente 
de  la  eritique ,  et  cependant  quel  est  l'entomologiste  con- 
scicncieux  qui  n'en  reeonnait  pas  le  merite?  —  O'est  pour- 
quoi  Ton  devrait  encourager  tout  Catalogue  de  grande 
collection,  car  ä  moius  que  celui-ci  ne  soit  par  trop  mauvais, 
il  surgira  toujours  d'un  pareil  travail  quelques  faits  impor- 
tants  pour  la  science. 

L'auteur  de  la  eritique  continue  assez  naiveraent;  aus 
der  Abbildungen  lässt  sich  leicht  ersehen  dass 
einige  der  als  neu  Arten  mit  bereits  bekannten 
zusammenfallen.  —  II  me  semble  qu'un  homme  raison- 
nable,  au  lieu  de  regarder  seulement  les  images,  devrait 
un  peu  s'euqu^rir  du  texte,  alors  il  aurait  trouve  plusieurs 
6claircissements  qui  eussent  moditie  son  blärae.  —  Afin 
de   proceder  par  ordre,  je  suis  l'auteur,   article  par  article. 

1)  D'apres  lui:  le  Sericinus  fasciatus,  Brem. 
serait  la  femelle  du  S.  telanion,  il  faut  convenir  que  le 
eritique  u'a  pas  ete  heureux  dans  ee  mariage;  ces  dcux 
especes  sont  aussi  voisines  l'une  de  l'autre  que  les  P.  Macha- 
otiet  Podalirius]  mais  c'etait  au  S.  Fortune i,  Gray,  Catal. 
of  Lepidopt.  of  Brit.  Mus.  I,  PI.  XIII,  fig.  5,  qu'il  eut  fallu 
le  rapporter,  ainsi  que  je  l'ai  dit  dans  raon  Catalogue,  p.  71  , 
—  mais  puisqu'il  est  de  fait  que  le  eritique  ne  lit  pas  le 
texte,  —  n'en  parlons  plus.  —  Les  differences  que  j'ai  cru 
trouver  entre  le  fasciatus  et  le  Fortunei,  (publies  tout 
deux,  la  meme  annee,  1852)  m'ont  d^termine  ä  reproduire 
ces  caracteres  par  une  description  et  une  bonne  figure, 
sauf  plus  tard  ä  effectuer  ce  rapprocheraent  d'apres  des 
donnees  plus  completes.  —  Mr.  Schaum,  dans  son  compte 
rendu  etc.  Archiv  für  Naturg.  1853,  s'est  moutre  plus 
indulgent  pour  l'ouvrage  de  Gray,  Catal.  of  Lepid.  of  Brit. 
Museum;  il  n'a  rien  bläme,  meme  pas  pour  les  especes  du 
Gß.  Sericinus,  quoique  la  eritique  eusse  beau  jeu. 

2)  La  (v  0 1  i  a  s  W  o  s  n  e  s  e  n  s  k  y  i  Xob.  ne  peut  etre 
reunie  ä  la  C.  Caesonia  qui  est  une  espece  fort  commune 
et  dont  nous  avons  vu  un  grand  nombre  d'exemplaires,  parmi 
lesquels  je  n'ai  rencontre  aucune  variete  qui  puisse  faire 
le  passage  avec  mon  espece  nouvelle.  —  Dans  mon  Cata- 
logue, j'ai  cherche  ä  exprimer  l'importance  que  j'ai  cru 
trouver  chez  les  Colias,  dans  la  largeur  de  la  bordure 
noire  des  ailes  superieures ,  et  de  ses  decoupures  sur  le 
foud  jaune  du  disque  de  l'aile!  —  Boisduval  considere  cetie 


Ml 

pspcpc  r«»mino  nniivolle.  tt  Uli  h  iiiciue  inipoRC^  Ic  n(im  d'Eo- 
rydit  «•;  Aniuil.  de  la  »ov.  entmin,  tle  France,  ixö.').  Bullet. 
XXXIl.i  nous  avous  regu  dcpuiH.  un  cxcmplaire  nommc' 
ainsi  par  re  Ma>ant.  —  II  faut  doiie  plutüt  admettre  que 
cctlo  ospi-ie  in  t'aif  pa*;  juirtif  des  '.\iH)i)  esp^ees  du  Mu«ee 
de   Berlin. 

.'li  La  reria>«  li  <  r  a  I»  eo  V  d  e  w.  aiiini  '|ue  je  le  dis  dans 
je  textt'  nie  parait  <li»uteuse.  iiiai»*  ((»mme  j'a<lniets  la  T. 
guava  du  .lapoii,  Jai  \nulii  d«'si;:ner  rette  forme  d'HaYti 
fious  nn  noni  partieulier.    jus(|u.i  plus   anipleH   intonnations. 

4  La  Tcrias  Ae«iopc,  ne  pent  «e  rapporter  k  la 
Blanda  Boisd.  dont  nous  posst'doim  plnsieurH  exeniplaircR; 
dans  lo  texte  de  nnfre  (ataln^'ue  jai  indique  le«  trait^  de 
(liRseinldanee  (pii   la  distin^ue  de   IHeeabe. 

.le  re<uine  puiir  ees  deux  esp^iM's.  qu'il  n'est  |ias  san« 
nK^rite  de  deerire  et  ti^urer  res  tormes  li  ecahe  ftYd  o».  et 
Aesiopei  atin  «le  les  niieux  indiquer,  sauf  ensuite  k  lc8 
congidcrer  eomnie  variet^^s  loeale«.  lesrpielle»»  dovront  toujonr» 
etro  d^Ripnees  par  un  iu»m  partieulier. 

'>)  La  Mesnseiiiia  e  o  t- j  e  s  t  i  n  a.  <[ue  le  «ritiqae 
appelie  die  Bekannte  ^^eniinus  F'alir.  u«  st  deerite  qne 
par  KabrieiuK  '«ioijart.  Kneyel.  metli<Kl.  en  tra<luit  la  de- 
scription).  La  titrure  rpien  donne  Jones  serait  alors  inexacte, 
00  notro  <-op|«-stina  une  variett^  ne  presontant  aueune  taehe 
brune  aux  »ee(»n<l«'8  ailes.  en  desHon». 

•  >)  La  C'barias  sylvestra,  ä  en  ju^'er  j>ar  la  ripure 
dann  notre  Catalnpue.  resseinWIe  assez  h  la  IMoloniaeus, 
Fabr.  p«tur  Ini  »''tre  r«Mniie:  niais  jai  eru  tr«»uver  des  diffö- 
rences  tont  au'^si  nrononei'es  (|Ue  eelles  fpii  servent  ä  etablir 
plusienrs  espi-ees  «le  ro  genrc.  dans  le  bei  otivrape  de  Hewitson 

Enlio,  la  phrase:  „Die  Kicbti^keit  der  Vater- 
land j»  -  An  pa  be  n  inusH  hei  einer  Hei  he  von  Arten 
als  Hehr  zweifilhaf  anjr«- neben  \ver«lt:ir  ni'a  seo- 
««ihlement  alTe<tee :  rar  j  ai  tiuijours  attarlK?-  le  plus  prand 
prix  k  bleu  prt<Msi  r  lliabitat  «le  eba<jue  exemplaire  qne 
r.\ead<^mie  pos«»ede .  et  daiiH  «-e  but  je  eonsipn«'  «lann  notre 
Catainpae  manuHirit.  e|  depai<i  la  tVin«lati«»n  «In  Mus«^''.  non 
»enlement  la  loralit«'-  «le  ehaque  exemplaire  de  ton«  Ict 
iDKeetefi,  mais  m^me  le  nom  du  donatcnr;  le*  materianx 
que  jai  pubji«««  «iir  la  di^tribution  p«^opraphiqne  de««  ani- 
maax .  n«»nt  pa.s  rrrt«»  affaibli  rette  exartitude;  quil  »e 
9<' t  pÜHS«^  repeuflant  quelques  taut«-«« .  rharnn  eHt  dans  «on 
dr 'it  de  le«  reflres<er  mai«  j'nb«tervrrai  qne  le  prudent 
rr  'iqne  ne  eite  qne  3  eHp^re»;  il  me  «emble  alor»  que  l'ex- 
pr  gfinn  Reihe  est  bien  basardi-e ,  nonr  ne  pas  dire  mal- 
veillanti» ;  et  enrorc  e^  Monnienr  nV«it  il  pa«»  tonjonr«i  hearent 


142 

dans  le  choix  de  ses  exemples:  —  Les  Thais  Cerysii 
et  Satyr  US  anthaelea  noiis  viennent  de  Mr.  Escher- 
Zollikot'er,  comme  provenant  de  la  Suisse;  j'admets  que 
rindication  soit  fausse,  ce  serait  alors  les  deiix  seules  es- 
p6ces  que  j'eussc  re^ues  de  cet  excellent  ami,  qui  ne  tussent 
pas  de  la  Suisse:  --  inais  nous  avons  recus  deux  exem- 
plaires  du  Thais  Cerisyi  (|ui  ont  ete  pris  eii  Sicile  par 
M.  Grohuiann ;  ce  coilceteur  a  passe  plusieurs  annees  dans 
cette  ile,  d'oü  il  nous  a  fait  de  nombrenx  envois  d'insectes 
de  tous  les  ordres. 

Nous  avons  re(^u  l'An  thoc  haris  Eupheno  de  I'Au- 
triche,  n'en  deplaise  le  critique  de  Berlin,  et  d'ailleurs  nous 
ne  sommes  pas  les  seuls  dans  ce  cas:  Lederer,  Verzeichn. 
etc.  dans  le  Yerhaudl.  des  Zool.  Botan.  Vereins  in  Wien, 
II,  p.  18,  le  cite  de  l'Autriche ,  et  le  Catalog.  des  Lepid. 
du  Mus.  de  Londres,  le  cite  de  rAlleraagne ;  ainsi  son  gewiss 
nicht  est  tres  apocryphel  —  11  en  resulte  que  toute  cette 
suite  Reihe  d'inexactitudes  repost;  sur  1  esp.  '2  — et  encore,  que 
d'erreurs  de  cette  nature  sont  plus  tard  devenues  des  faits 
inattaquables !  par  exemple :  dans  mon  Catalogue  raisonne 
des  animaux  du  Caucase  etc.,  que  d'especes  n'ai-je  pas  citees 
comme  de  pays  fort  differents?  et  ainsi  pour  ne  rapporter  ici 
qu'un  exemple  parmi  les  Lepidopteres:  La  Chaerocampa 
alecto,  Linn.  cretica,  God.  n'etait  connue  que  des  Indes 
orientales;  j'en  pris  un  exemplaire  dans  le  Dagbestan,  ä 
l'Est  de  la  raer  Caspieune;  —  on  douta  alors!  et  maintenant 
personne  ne  conteste  que  ce  sphiux  se  trouve  sur  les  iles  de 
TArchipel  grec,  et  jusqu'en  Asie  mineure.  et  qu'il  n'est  meme 
pas  fort   rare. 

L'on  verra  par  cette  replique.  faite  sans  pretention  et 
Sans  fiel,  que  le  critique  de  Berlin  etait  mal  dispose  eu  ma 
faveur;  et  que  ce  trop  jeune  entomologiste  a  formule,  ä  la 
premiere  vue,  un  bläme  qui  donne  une  bieu  mauvaise  idee 
du  dit  Catalogue;  aussi  s'est-il  abstenu  de  la  plus  legere 
louange! 

Je  ne  puis  m'empecher  de  terminer  cet  article,  par  la 
simple  reflexion:  —  helas!  l'entomologie  a  beaucoup  perdue 
par  la  mort  d'ErichsonI 

J'ai  l'honneur  d'etre .  Monsieur  le  President,  avec  la 
plus  parfaite  consideration. 

Yotre  tres   humble  serviteur 
E.  Menetri  ^s. 
St.  P^tersbourg  25.  Novembre  1857. 


143 


Wörtliclif   WrdentHcliuiig  »le8  vorstchcndeu  Briefe». 
Mein  Herr' 

Ihr«'  Hilligkeit.  hcHoiulcrs  iii  winsi-iiBtliaftlichon  Mate- 
rit'ii  ktiiiuiid.  /.i'i'^trW  ich  iiiclit,  Sic  zu  ersuchen,  iu  Ihre 
ZcitHchrift  iiuiiir  AiitwiTt  ahdruckcn  /u  lah.scn  auf  di«;  kri- 
tische .MiistcrunK  des  .Schiuctterlinph  Kataht^s  der  Pcterf*- 
bur^'er  Akademie  welche  in  dem  Archiv  fllr  NaturgCHchiehte 
von   \Ni«piiann.  L'2.   Jahrj;.    In")«',  ^'edruckt   steht. 

Wiire  diese  Kritik  isolirt  erschienen,  ho  hütte  ich  keiue 
Httiulerli«  lu'  \<»ti/,  «lavon  j;enummen  ;  alter  in  einem  .Journal, 
worin  fllr  die  Kntunndu'^ie  Krich»nn  uns  an  eine  f^rosse 
Richti^rkeit  den  l'rtheil.s  frewidint  hatte,  die  hieh  auf  die 
umfassendsten  Kenntnisse  aller  Insieetenordnun^eu  stllt/te  — 
dies  Journal  na^'c  ich.  hattt-  unbestreithare  Keehte  erwor- 
ben. Ilber  di«se  Materie  in  letzter  Instanz  zu  urtlieihn:  ich 
habe  mich  deshalb  xcrplliclitet  ^re^'lanbt.  eini;:e  Meitrii^'c  zur 
Reehtferti^'iin::  hier  anzutilhreii. 

Zunächst    schien    mir,    als    sti    dies«r    Artikel    des    W. 
Archivs    mit    einigem    N'orurtheil    reili^'irt.  oder    niindestenH 
doch  nicht  rein  xui    Parteilichkeit,    und  es    er^'iebt  sich  so- 
trar  daraus.  dasH  der  Kritiki-r  wc<ler  die  Vorrede  des  Herrn 
Ak.'idemikers   Hrandt  noch    die   meinip-    gelesen   hat,   welche 
beide   zu    Anian^'    des    Werkes    stehen:    er  würde    darin  pe 
sehen   haben,   dass    die    Kntstehun^:    unseres    Museums  nicht 
eben    weiter   als    L'4--'J.'i   .Jahr«     zurlickdatirt,    dass    die   für 
diese    Samndnniren    ausgeworfenen    Summen     sehr    massig 
warpn,  tind   dass  darin  mit   keinem    Worte    die    Absicht    an 
gedentet  ist,  mit  ir^rend  eiuem  Museum  einen  Vergleich  an 
stellen  zu   w(dlen       Folglich   ist  seine   Hemerkun;:   nel»en  der 
Artenzahl    unseres    Kataht^s:    da>s    das    Berliner    Mu 
scnm  (das  mindestens  \i)iu  Jahre  1*^11  datirti  .ititHt  Arten 
zähle,  durchaus  unm<iii\irt  un»l  höchst   un;;ewiihnlich.    Was 
will  der  Autor   damit    sajrenV     Ist    es  /weck  eines  stdcbeo 
Kaialofre».  sich  zu  spreizen  y     l'ebripen«  machen  mir  diese 
enormen  Zahlen  von  Coleoptcrcn.  Lepidoptercn  etc.  des  Bcr 
;m  r    Museums    unpr-tabr   den    Kindruck   jener   Mythen,   tod 
111  II   Uli-'    die    Lebenden   berichten.   Ich  w»*isH  nicht,  ob  sich 
i-  Berliner  Museum  »laOtr  bei   seinem  Auspreiser  zu   bedan 
'^n    hat!      In    der    1  hat    ist    es    etwas    schwer  zu  K'^uben 
Um  diene  Zahl  von  .'l«'><>»»  Taffsehmetterlinpcn  richlip  lu  wUr 
di^''  n,  muBs  man  crwÄfren,  dass  DnubUday  in  seinen  Gene- 
ra   (  diurual  fyeptdoptrra  etc.,  worin  er  alle  Arten,  anthenti- 
»cb     nnd    zweifclhaÄe.    auffuhrt,    die  man  bis  dahin  kannte, 
diese    Zahl    nicht    erreicht:    er    brin^^t   es    böcblteiu    bis  aa( 


144 

3400  Arten!  Ja  sogar  wenn  keine  üebertreibuug  dabei 
stattfände,  wäre  es  nur  um  so  mehr  zu  beklagen,  dass  ein 
solches  Museum  noch  nicht  katalogisirt  worden,  denn  was 
könnte  man  nicht  alles  daraus  lernen  ?  Die  Wissenschaft 
gewänne  dabei  mehr,  als  bei  diesen  mindestens  sehr  gewag- 
ten Recensionen. 

Von  einer  blossen  Schätzung  einer  so  zu  sagen  bezet- 
telten Sammlung  bis  zum  Drucke  eines  Catalogs  ist  es  ziem- 
lich weit;  für  eine  solche  Arbeit  musste  man  die  Bestim- 
mungen säubern,  die  Synonymie  studiren  u.  s.  w.  und  ein 
solches  Werk  bleibt  selten  unfruchtbar  in  Betreff  der  Ent- 
deckungen. Hat  nicht,  mein  Herr,  Ihr  Catalogns  Coleopt. 
Europae,  obschon  nur  eine  einfache  Aufzählung,  zu  Nach- 
forschungen veranlasst,  Controverscn  erregt,  sogar  die  klir- 
renden Schwerter  der  Polemik  gewetzt  —  und  doch,  wird 
ihn  nicht  jeder  gewissenhafte  Entomolog  für  verdienstlich 
halten?  Eben  deshalb  sollte  man  jeden  Catalog  einer  grossen 
Sammlung  freundlich  authehmen,  denn  falls  er  nicht  gar  zu 
schlecht  ausfällt,  wird  sich  immer  daraus  eine  Reihe  wissen- 
schaftlich wichtiger  Facta  ergeben. 

Der  Verfasser  der  Kritik  fährt  naiver  Weise  fort:  „Aus 
den  Abbildungen  lässt  sich  leicht  ersehen ,  dass  einige  der 
als  neu  beschriebenen  Arten  mit  bereits  bekannten  zusammen- 
fallen". Mir  scheint,  ein  verständiger  Mann,  anstatt  blos  die 
Tafeln  anzusehen,  müsse  sich  ein  wenig  um  den  Text  küm- 
mern, in  welchem  er  manche  Aufklärungen  gefunden  hätte, 
die  seinen  Tadel  modificirt  haben  dürften.  Der  Ordnung 
wegen  folge  ich  dem  Autor  Schritt  vor  Schritt. 

1.  Ihm  zufolge  wäre  Sericinus  fasciatus  Bremer 
das  Weib  von  S.  Telamon;  man  muss  gestehen,  der  Recen- 
sent  war  bei  dieser  Verheirathung  nicht  glücklich:  beide 
Arten  sind  sich  etwa  so  nah,  wie  P.  Machaon  und  Poda- 
lirius;  eher  wäre  S.  Fortunei  Gray  Catal.  Lepid.  brit. 
Mus.  1.  PI.  XIII.  flg.  5  zu  citiren  gewesen,  was  ich  auch 
pag.  71  meines  Catalogs  sage  —  aber  da  der  Recensent 
den  Text  ja  nicht  liest,  so  schweigen  wir  lieber.  Die  Unter- 
schiede, die  ich  zwischen  fasciatus  und  Fortunei  zu 
finden  glaubte,  (beide  sind  1852  publicirt,)  bewogen  mich, 
diese  Charactere  durch  eine  Beschreibung  und  eine  gute 
Abbildung  zu  reproduciren .  mit  Vorbehalt,  nach  vollstän- 
digeren Daten  späterhin  eine  Zusammenziehung  zu  bewirken. 
Herr  Schaum  hat  sich  in  seinem  Bericht  (Archiv  1853)  viel 
nachsichtiger  über  das  Werk  von  Gray  Catal.  Lepid.  brit. 
Mus.  vernehmen  lassen;  er  hat  nichts  getadelt,  nicht  ein- 
mal an  den  Arten  der  Gattung  Sericinus.  ungeachtet  die 
Kritik  leichtes  Spiel  gehabt  hätte. 


r46 

2.  (  «tliap.  W  npncgrn  Bk y  i  \ob.  kann  nicht  mit  (.'. 
('acHonia  vcrcini^rt  w«nlfn:  letztere  int  eine  Rohr  ^'enicine 
Art.  voiulor  wir  i-inr  Mriitr«*  K-xoniplare  besitzen.  unt<r  deiu-n 
ich  keine  ein/ii:i'  \  arirtjit  hctnerkte.  dir  den  l  <  lier^'anp  za 
meiner  lu-iien  Art  l)ihl«n  könnt«-.  In  meinem  ('at.ilo;r  liernUhto 
ich  mieh.  die  NVielitigk«'it  lurau.s/nhelieu.  welche  nach  meiner 
Ansicht  hei  den  Tolias  die  Hreitc  de«  gehwarzen  Randes 
der  Olierrillp'l  hat .  «henst»  wie  die  Ansschnitte  desselben 
auf  dem  j:rll»en  (iriindr  des  Flllf,'cldi>*enK.  HniHduval  hält 
die  Art  tllr  n«u  nnd  hat  ihr  «»»u'ar  d«n  Namen  Kurv  die  e 
pepetM'ii,  Annal.  h<u'.  tut.  de  France  l^;'>^>.  XXXII. :  wir  erhiel- 
ten seither  ein  Kxcmplar  unter  dem  von  dienem  (belehrten 
ihm  ertheilten  Namen.  iJemnaeh  dürfte  wohl  anznnehmcD 
sein.  da«8  diese  Art  nicht  unter  den  ^%\)  des  Berliner  Mo- 
sennis  befindlich  ist. 

'^.  'I'erias  heea  bec»  ide  s,  wie  ich  es  im  Teito 
bemerke,  seheint  mir  /weitelhaft ;  iniless.  da  ich  die  Terias 
Ruava  ans  .lapan  annelmie  .  «<(•  wollte  ich  bis  aut"  genauere 
Int'ormation  diese  Vmxw  aiix  Haiti  <liirth  einen  besonderen 
Namen  be/.eichnen 

4.  Terias  Aesiope  kann  nicht  mit  <ler  bland« 
Boisd  vereini^rt  werden,  von  der  wir  mehrere  Exemplare 
besitzen.  Im  Texte  nnsi-rs  ('atalo;:s  habe  ich  die  Abweichun 
pen  anpepeben.   welche   sie  von   der   Heeabe  trennen. 

In  lU'tr«'fr  beider  Arten  bemerke  ich,  das»  es  ver- 
dienstlieh i»*t .  iliese  Formen  (hec.ibeoides  nn<i  Aesiojie  i  zn 
hesehreilKii  nnd  abzubilden,  nm  sie  besKcr  zu  kenn/eichnen, 
seihst  wenn  sie  später  nur  als  Loeal  -  Varietäten  Geltan^ 
behielten,  denen  doch  immer  ein  besonderer  Name  7u  erthei- 
len  wäre 

.'>  Mesosemia  coelestiria.  welche  der  Kect'usenl 
die  bekannte  peminnsF.  m-nnt.  ist  nur  von  Fa  b  r  ir  i  ni 
beschrieben  (Irulart  Kne\cl  ni(''thod.  übersetzt  diese  Bc- 
schreibnn;:.  Das  Bild,  welches  Jones  davon  liefert.  wJire 
almlann  nnpi'nau.  "der  unsere  cociestina  eine  Varietät 
ohn«-  braunen  Fleck   auf  tl«'r  Interseite  der  l'nt«  rflllpel. 

•v  Charia'«  »ylvrhtra  nach  lier  .\tiltildunp  in  unserm 
<"atal<'pe  zu  mhliesscn.  pleielit  alli-rdiniTH  dem  l*to|nmacn« 
Fabr.  peniip,  um  damit  vereinii:t  zu  werden:  doeh  «.chiencn 
mir  rnterschiefir  vorhandcu .  welche  eben  so  stark  ausge- 
sprochen sin<l.  wie  diejenigen,  auf  welch«"  in  dem  ■>(  binnen 
Werke  von  Hewitson  mehnTc  Arten  dieser  (latliint:  heptHib 
dct  sind. 

Kndlieh  hat  mich  derNati:  ..die  Richtigkeit  i.Vr  Vater- 
lands -  Angaben  mnss  bei  einer  Beihe  von  .\rtcn  aU  sehr 
iweitelhat't  angesehen  werd«»n".    empfindlich    berOhrl:    deoi 


146 

ich  legte  stets  den  grössten  Werth  darauf,  das  Habitat  jedes 
der  Academie  gehörigen  Exemplars  genau  zu  bezeichnen; 
zu  diesem  Zwecke  verzeichne  ich  in  unsern  handschrift- 
lichen Catalog  (und  zwar  seit  Stiftung  des  Museums)  nicht 
nur  die  Localität  jedes  Exemplars  sämmtlicher  Insecten, 
sondern  auch  den  Namen  des  Gebers;  die  Materialien, 
welche  ich  über  die  geographische  Verbreitung  der  Thiere 
publicirt  habe,  trugen  gewiss  nicht  dazu  bei,  diese  strenge 
Genauigkeit  zu  mindern.  Sollten  sich  indessen  Fehler  ein- 
geschlichen haben,  so  hat  natürlich  Jeder  das  Recht,  sie  zu 
verbessern ;  doch  muss  ich  bemerken,  dass  der  weise  Kri- 
tiker nur  drei  Arten  citirt!  Es  dünkt  mir,  dass  demnach 
der  Ausdruck  Reihe  ziemlich  gewagt,  wenn  nicht  miss- 
günstig ist.  Obendrein  ist  dieser  Herr  nicht  immer  glück- 
lich in  der  Wahl  seiner  Beispiele:  Thais  Cerisyi  und 
Satyrn 8  Anthelea  erhielten  wir  von  Herrn  Escher-Zolli- 
kofer  als  aus  der  Schweiz  stammend ;  ich  gebe  zu,  dass  die 
Angabe  falsch  sei,  so  wären  das  die  beiden  einzigen  Arten, 
die  ich  von  diesem  vortrefflichen  Freunde  erhalten,  die  nicht 
aus  der  Schweiz  wären.  Aber  wir  haben  2  Exemplare 
Thais  Cerisyi  erhalten,  welche  M.  Grohraann  in  Sicilien 
gefangen  hat;  dieser  Sammler  hat  mehrere  Jahre  auf  dieser 
Insel  zugebracht  und  hat  uns  von  dort  zahlreiche  Sendungen 
von  Insecten  aller  Ordnungen  zugehen  lassen. 

Anthocharis  Eupheno  —  wenn  der  Berliner  Kritiker 
es  nicht  übel  deuten  will  —  erhielten  wir  ans  Oes terr eich 
und  sind  darin  nicht  die  einzigen.  Lederer  Verzeichniss 
(Verhandl.  des  zool.  botan.  Vereins.  Wien  II,  p.  l8)  erwähnt 
ihn  als  oesterreichisch.  Der  Catal.  des  Londoner  Museums 
citirt  ihn  aus  Deutschland  —  also  ist  jenes  „gewiss  nicht" 
sehr  apocryph!  Es  geht  daraus  hervor,  dass  diese  Reihe 
von  Ungenauigkeiten  sich  auf  l'/a  sp-  reducirt  —  und  oben 
drein  sind  manche  Irr thümer  dieser  Art  später  unangreif- 
bare Thatsachen  geworden.  Habe  ich  z.  B.  nicht  in 
meinem  Catalogue  raisonne  des  animaux  du  Caucase  etc.  Thier- 
arten  aus  sehr  verschiednen  Ländern  aufgeführt?  So,  um 
nur  ein  Beispiel  unter  den  Lepidopteren  anzuführen,  war 
Chaerocampa  Alecto  Linn.  =  cretica  God.  nur  aus 
Ostindien  bekannt;  ich  fing  ein  Exemplar  im  Daghestan 
östlich  vom  caspischen  Meer,  was  man  damals  anzweifeln 
wollte:  jetzt  zweifelt  niemand  mehr,  dass  diese  Sphinx 
sich  auf  dem  griechischen  Archipelagus  und  in  Kleinasien 
findet,  und  gar  nicht  sehr  selten. 

Ans  dieser  ohne  Anmassung  und  ohne  Galle  geschrie- 
benem Replik  wird  man  ersehen  haben,  dass  der  berliner 
Kritiker   gegen   mich   nicht   günstig  gelaunt  war,  und  dass 


U1 

dioHrr  7.n  inpontllirho  Fntomolop  auf  clcn  ersten  Blick  oincn 
TadrI  formtilirt  hat ,  der  v«.in  l)ff»a^'ti'ii  Tatalop  nur  Hno 
/.iomlirli  l»l)lf  Idoe  giel»!:  aiirli  hat  «t  KJch  dot*  porinpstcn 
I.ohcs  riitlialt«'n  ! 

Ich  kann  mir  nicht  \.-i>HgrM.  dienen  Artikel  dnrrh  die 
•  infache  UeHexion  /»  sehliessen :  Ach  wieviel  hat  die  Knto- 
niojopic  durch   Kri«'hHMn'n  Tod  verloren' 

Ich   hahi-  dii-   Khre  etc.  etc. 

K.    Meuelriis 

l'itt tsIihtl'      '3.   N<•^e^l^er   ]Xiü. 

lil 

Naelihchrirt    der   Hedaction. 

Ab  ich  die  vorstehende  Antikritik  dcR  Herrn  F.  M*- 
netri^i*  AnfanK''  December  1>')T  erhielt,  ^lauhte  ich  mich 
dnrch  mein«-  mehrjäliri^ren  freiindschattliehen  Ktlatinncn 
dazu  berethti^'t .  ihn  daraiit'  aiifnicrksani  /u  inaclien .  c* 
srhioiK-  mir  und  andern  uu|iarteiis(lnn  Miinncrn.  als  habo 
CT  die  fra;.'li<he  Kritik  des  f)r.  (lerstäcker  niissvcrstandcn, 
nnd  ich  pab  mir  Milbe,  ihm  Mm  der  Publicati<«n  dieser  Re- 
plik abzurathen.  leb  habe  dies«n  Zweck  nicht  nur  verfehlt, 
sondern  n«»cli  die  HeMchuldi^Min^'  hinnehmen  müssen:  „meine 
Weiperun;:  stamme  wohl  aus  «ler  Hcsort;ni«K,  mich  mit 
Herni  fierstiieker  v.n  er/.lirncn .  unter  dessen  Kintluss  ich 
wohl  stünde?"  hemnaeh  blieb  mir  niihts  iibri^'.  aN  Herrn 
M^nctries  urs|irlln^'lich«'n  Willen  zu  erfllllen .  uml  zum  Be- 
weise meiner  _rnabb:in^,'if;keit  von  Herrn  fit  rstiü  kcr"  *) 
fiogar  zu  tbnn  ,  wan  ich,  um  l)ei  der  Sache  dnrcbaug  unbe 
theilipt  zu  sein.  anHln^'ücb  Herrn  Men(^tri(^s  ab>:e«ehlapcn 
hatte,  nehmlich  den  l'ranzr..>i-eben .  Wort  und  Huchstabon 
getreu  abgedruckten  Artik»!  m<'.j;lichst  sorpsam  zu  verdcut 
«chen        Pa^rcpen    schien    en    mir    «benm*    uncrlasslich .    zum 


•  In  ilu-nor  Bfiif^hunu  «rfüll«  i<-b  Srr«'tiwiUig  <t*n  brirfli.  H 
»a»g»'dnVkt«'H  \Van»«-h  d«'«  H«Trn  M^iiPlriA».  *ut  <»inom  ihm  in  di««et 
VDBcl«»((<'nh<'i(  «on  mir  g<>(»rhri«»b«'ncn  Bri««fc  di^  Strlle  lo  '«"röffÄOl- 
"'  hfn,  in  tr««li  Ht  irh  mit  n"Ki*»hnnj;  «uf  di«*  Kri  finem  »o  l«n({alh 
„'i'n  •  «fÄlou  tfan»  tinpnth»«hrlirh«'  und  «•in«>r  *a«drürkbrh''n  ,\in»i 
k«nnnn(;  ^nllkomm^n  i«nrd»t;«'  \ti«dau«>r  «a;t»»  ..f"*  Vr.  fifriioilr, 
mmrnti  pm  f1  4i  mjnutrr  A  in  rrihque  qmtt<iHft  molt.  p;mr  rrnihf  fmttttr 
nu    mrr'tf    -tu    trn>  ntl    rnnßrf*-r*f  r .    ■<»>»•»    '  -«riflt  m»lff   srtrntf. 


148 

Beweise  meiner  , Unabhängigkeit  von  Herrn  Men6tri<^s",  den 
ganzen  Artikel,  der  die  Kritik  enthält,  abdrucken  zu  lassen, 
damit  diejenigen  Leser  der  Zeitung,  welchen  der  Bericht 
des  Wiegmannschen  Archivs  nicht  vorliegt,  vollständig  be- 
urtbeilen  können,  ob  ich  begründeten  Anlass  hatte  oder  nicht. 
Herrn  Menetri^s  die  Veröffentlichung  dieser  Antikritik  zu 
widerrathen. 

0.  A.  Dohrn. 


Bemcrknii^rn  Aber  die  LepidojitfrPü  in  Scopoli's 
Entomologia  farniolica, 

unter   Berücksichtigung   der  Arheit    des   Herrn   Prof. 
Zell  er  über  das  genannte  Werk    in    der    entomolo- 
gischen  Zeitung,  Jahrgang   185.'>.  }>ag.  233- 

Bereits  im  vorigen  Jahre  hatte  ich  eine  Ausarbeitung 
über  die  Schmetterlinge  des  Scopoli  gemacht  und  dabei  ein 
Exemplar  der  Entomologia  Carniolica  ohne  Kupfer  benutzt, 
welches  der  Herzogl.  Sächsischen  Bibliothek  zu  Gotha  an- 
gehört. Damals  kannte  ich  die  obgedachte  Arbeit  des 
Herrn  Zeller  noch  nicht.  Ich  wurde  auf  dieselbe  erst  durch 
Herrn  Senator  von  Heyden  zu  Frankfurt  a.  M.  aufmerksam 
gemacht  und  erhielt  durch  dessen  besondere  Güte  auch  das- 
jenige Exemplar  der  Entomol.  Carniolica  zur  zeitweiligen 
Benutzung,  nach  welchem  Herr  Zeller  gearbeitet  hat.  Es 
war  mir  eine  Genugthuung,  zu  finden,  dass  ich  in  vielen 
Fällen  bei  dem  Bestimmen  dt*r  Scopoli'schen  Falter  zu 
gleichen  Resultaten  mit  Herrn  Zeller  gelangt  war;  in  eini- 
gen Fällen  überzeugte  ich  mich  auch,  dass  Herr  Zeller 
richtiger  bestimmt  hatte,  als  ich,  in  anderen  dagegen  scheint 
es  mir,  als  sei  ich  glücklicher  gewesen.  Auf  diese  letzte- 
ren hier  näher  einzugehen,  ist  der  Zweck   dieser  Zeilen. 

Bevor  ich  zu  der  Erörterung  der  einzelnen  Arten  über- 
gehe, bemerke  ich,  dass  ich  mit  dem,  was  Herr  Professor 
Zeller  als  Einleitung  zu  seiner  Arbeit  sagt,  von  ganzem 
Herzen  übereinstimme.  In  Bezug  auf  das  Scopoli'sche 
Werk  selbst  füge  ich  nur  noch  bei,  dass  von  den  21  Ta- 
feln, welche  Abbildungen  von  Schmetterlingen  enthalten, 
die  löte,  löte  und  21ste  Figuren  enthalten,  bei  denen  die 
Nummern  fehlen,  die  auf  den  übrigen,   correspondirend  mit 


149 

tlt'ij  Nuiniuerij  (itr  cin/.oln«'ii  Spocios  im  Ifil«*  \  orhandiMi 
HJiid.  iJiesrr  Man^rl  ist  heim  HcRtiiiiiiim  einif,'i*rmaa«sen 
hindorlioh,  \v«'il  ch  niilit  in  alKii  Füllen  ans  doni  Hilde 
unzwtitVIhart  klar  wir«!  /.u  weit  lur  Spt-ries  des  'r<'xtcs  es 
(fehümi  soll. 

Dir  Arten,  N>elelu-  aiif/uklärcn  mir  nicht  gelungen  ist, 
habe  ich  mit  einem  t  liezcielinet.  diejenigen,  fllr  die  meine 
Bestiinniiin;;  mir  nielit  un/weit'elliatt  srlnint.  haben  vor  dem 
Kreuz  noch  «-in  'f. 


\'X\.     Pap.  cinxia. 

y  t  var.  1.  ist  wohl  eher  trivia,  als  athalia,  wofür 
sie  Hr.  Zeller  nimmt.  Die  Hesehrcihung  der  L'nterscite  der 
Hinterflll^'cl.  welche  sehwarz  gefleckt  sein  sollen,  passt 
nicht  wohl  auT  athalia.  /.iimal  wenn  man  herllcksiehtigt, 
dass  Seopoli  die  ge^-ittert«-  Zeiehniing  auf  iler  I'ntcrseite 
der  Hintiiflllgel .  wie  athalia  .^ie  hat.  nicht  cnti^angeu  ist, 
wie  hei   var.  4  erwiihut  wcnlen  soll. 

var.  2  und  \\  ist  didyma. 

var.  4  ist  athalia.  liier  heisst  es  von  der  l'nterscite 
der  Hintertlllgel .  sii'  /.eip'  >ehwar/,e  gezähnte  Quer- 
linien und  Flcck'-n 

var  .")  ist  phochc  w«'gen  der  hranncn  mondtörmigeD 
Flecken  in  ficr  ersten  Qnerhindc  auf  (hr  Interseite  der 
Hintertlllgei. 

var    ()  und   7   halte   ich  wiederum  t1ir  athalia. 

var.  ^  fllr  phoch»*  tierr  Zeller  he/i«hct  die  \'arietiiteu 
.S  hjg  H  auf  artemis  und  matnrna.  Allein  ah;:esehen 
(ia\on,  dass  «-^  sehr  fra^'lich  sein  nitiehf»' ,  oh  mntunia  in 
Kärnthen  vorkommt,  so  passen  auch  die  Scopoli'si  licn  He 
«chreihunjrcn  wohl  nicht  n-eht  auf  die  ^retlachten  heidcn  Me- 
litilen;  denn  1,  /eigen  letztere  keinen  deutlich  peschahten 
Franzeiisauin,  L'.  ist  der  Saum  v(»r  «len  Franzcn  nicht  wohl 
»o  auffallend  dunkelhraun  gefarht.  dass  dies  als  ein  charac 
feristisches  Kennzeichen  hervorgchohen  werden  könnte  .3.  wür- 
de ScMpoli,  wenn  <t  arteinis  oder  niatuma  vor  «ich  gehabt 
hätte,  ni»-  Interseitc  der  liiiiterflllp-l  w..hl  antUrs  hcschrieben 
halten  .Mhnfalls  möchte  var  h  auf  Mcl.  aricniis  brKO|;eB 
werden    künti-ii 

4öt*.     pruni. 

Ich  halte  datllr.  dass  Scop<di  Thfcia  ilicis  b«i»ehrieb«n 
hat,  wie  auch  Hr.  Zeller  vcrmuthet.  Die  Hcschreihnng  pastt 
auf  diesen   Falter  ganz    gut.      DaHH    Scop.    die    wahre    pruni 


150 

nicht  vor  sich  gehabt  habe,  schliesse  ich  aus  seinem  Citat 
und  Rösel:  Papil.  Diurn.  Ol.  IL,  Tab.  7.,  üg.  4.  5.  Hier 
ist  zwar  pruni  abgebildet,  aber  nur  von  der  Oberseite. 
Unter  fig.  3.  ist  dagegen  die  Unterseite  dargestellt.  Und 
diese  Figur  citirt  Scopoli  nicht,  wahrscheinlich  doch,  weil 
sie,  eben  so,  wie  die  Linn^'sche  Beschreibung  in  der  Fauu. 
suec.  nicht  recht  passend  erschien. 

ö24.     Phal.   aceris. 

Herr  Zeller  bemerkt  hierbei :  ohne  Abbildung  Mir 
scheint  dies  nicht  richtig.  Es  kommt  hier  die  Taf.  16  der 
Abbildungen  in  Betracht.  Auf  derselben  sind  unter  den 
deutlichen  Bildern  von  Lith.  quadra  und  Eupr.  russula  9 
Schmetterlinge  dargestellt  und  zwar  4  Eulen  und  ö  Spanrer. 
Zuerst  kommt  links  N.  gamma,  rechts  daneben  ein  kleiner 
Spanner  mit  geeckten  Hinterflügeln,  und  neben  diesem  rechts 
eine  Eule,  die  ich  unzweifelhaft  für  Noct.  aceris  halte  und 
zwar  1,  wegen  ihrer  (Irösse  und  Figur,  2,  wegen  der 
Zeichnung  auf  den  Oberflügel,  wo  deutlich  die  grosse  hohle 
Nierenmakel  angegeben  und  die  dunklen  Kippen  angedeutet 
sind,  aber  keine  Spur  von  den  Querzeichnungen  der  N. 
brassicae  zu  bemerken  ist,  ?>,  hauptsächlich  aber  wegen  der 
Unterflügel,  die  in  der  Zeichnung  offenbar  licht  sein  sollen 
und  die  dunklen  Rippen  zeigen,  wie  sie  bei  aceris  so  deut- 
lich sind.  Die  Worte:  ..ohne  Abbildung"  gehören  daher 
zu  522.     Noct.  brassicae. 

525.     Phal.   rubig;inosa.     long.  lin.    »)<2  lat.  H*.,. 

Diagn.  alae  auticae  supra  ferriigineae .  lunula  media 
nigra.  In  Carnioliae  herbidis.  Oorpus  utrinque  ferrugineum. 
Oculi  brunnei.  Alae  anticae  lunula  cornibus  suis  crassiorem 
marginem  respicit.  Alae  posticae  supra  murino-ferrugineae, 
subtus  magis  ferrugineae:  fascia  obsoleta  raaculaque  media 
fuscis. 

Herr  Zeller  schloss  nach  dem  Texte  auf  Noct.  gothica 
und  das  hatte  ich  auch  gethan.  Wie  aber  die  Abbildung 
Herrn  Z.  lehrte,  dass  gothica  nicht  geraeint  sein  könne,  so 
bin  auch  ich  durch  das  Bild  von  meiner  ersten  Bestimmung 
zurückgekommen.  Es  gehört  zu  dieser  Nummer  wieder  ein 
Bild  der  Tafel  16,  wo  die  Nummern  fehlen,  und  zwar  das- 
jenige, welches  zunächst  unter  dem  bei  Nr.  425  erwähnten 
Bilde  der  N.  gamma  steht.  Diesem  Bilde  nach,  wie  man- 
gelhaft es  auch  ist,  trage  ich  kein  Bedenken,  die  Phal. 
rnbiginosa  Scop,  für  Noct.  silene  W.  V.  zu  erklären.  Die 
Farbe    der   Oberfltigei   dieses   Schmetterlings    ist   ganz   von 


IM 

tier  Art,    l)e>»onderH  h»  i  ctwan  pretlogenen   Kxcinplaren .    wie 
Soopoli  gif  mit  .jVmiginonH"  zu  bezeichnen  pHept. 

52ii.     N.  clavipalpis         N.  cubicularis. 
Hiorlior  p'hiirt  di«-   KIlmip  nflit«j    ntlton    \.   rubi^inoRft, 
Ittt.  1»;. 

.')3ii.     Geom.  viridata. 

Iliirher  ^'t'h<irt  dir   Fi^rur    /.wim'hen    Vm't.  g^ainma  und 

\"ct.    »KMTls    ailt'    l'at.    l»'. 

r>.'n.     Phai.  repandata.     Ion;;,  lin.   7.   lat.  4' 4. 

Dia^'H.  ulat-  alhi.la»-  iitrin(|iM' ;  strit^is  fuHcis.  undatis. 
extcnio  niar^int'  iiarullclis;  piinrt<M|uc  tnsci»  ntrin<im.'  nota- 
tis.  In  hirbidi>*  loci»,    w>n  rara.     Dcsir     alis  omni- 

Itus  pnnctulJK  nnni«>roRi>j  fustis    adsporsis;    lincola    fuHca 
marpincm    ••  x  tf  riore  in    alar    utri«s<|ii('    ntrin^uc 
t  i  rc  n  niRc  r  i  bp  ntf  .  piinrta(|in'  fiisco  non  «(dum  in  inferio 
ribiis,  H«-d  i'tiain   miporinnbus.      Dir-    bicrbcr  j:fhilri;.'o   Abbil 
dnn;.'    ist    gtdir    \rrnn;:lli(kt .    \vonijrj*tiiis    in    HdtVrn.    al«    sir 
koin'-    ^'t'orkt.-    llinttTlIil^rfl    /,ri;:t.      hniKflbi-n    F\-Iil.r   /.v'\i:X 
al)or    auch    dir    ImI^jcmkU*    Fiirnr.    dif    r.u  <i<'oni.  ntbulata 
bcparana  pbi.rt.     Da  abrr  Spopoli  (\cu  Sphincttcrlin^  untor 
den  Spannern  mit    erkip'n   Hintrrt1ll;:(dn  aut'flilirt ,    so    kann 
man    hieber    sein.    daf*s    »t    der^'b'ieben    batte       In   lictraebi 
dcRgon   und   naeb  d«Mi  Antraben  in  der  UcHebreibuiifr.  nainent 
lieb  wogen  der  tViiHMi   s«li\var/en  Linie   vnr  dem  Sanni   alier 
Flllgel  an!   Ober    lind  Interseite.   wegen  der  N«>ti/.  über  den 
Fundort    und    wegen   «ier    (inlssr.    di«'    etwas    betriiebtlicber 
als  die  von  «Jeom.  amularia  ist.  halte  ich  dienen  Sebmetter 
lintr  entnehiedeii  t'llr  <;■  nm.   <*tritril:«ta  S.   V.   prataria    H. 

.V>:>.     Pbal.  variegata. 

Hier  lnsrliriMlil  >i-..|tMli  zwei  vernehiedene  .'^ehmetter 
lingr  al»   \'arntaten  .    niiirdieb  : 

i        Geom.   nintata    l'r.      I>ie  «irnsHo   wird   zu   •>','     LJiiigc 

de«  FlUgeU.    and   4' 4  *    FIttgelbreite  angegeben. 
1        (Jenm     mvialiata   Z.      Hier    wird    die   «tpiuHe    xn    4'/,' 
Lhnge   und  :'•  ,      Breite  angegeben 

Der  Text  lantei   nhmlieh: 
Dingn      albida.     atomin    t'aHeiimjue     undati«    tvnaihuti 
fuHcij«    \ariegata:     alis    Mmnibn»»    punef»    medii»     niargineque 
nigr»'     punrtato    utrin«jm  In    berbidi«.     -     Alae    «ntirar 

•<npni  strigi»  i4)  una  aliave  obmdet« .  puneti^    nitrri«  margi 
nalibuH  'Xi:  pogtieae  «»trigig  tribuH.    pnneti«qnc  pariter  (H). 
Subtus   antieae   fusee^miteH ;    lageia  albida  in    limbn;    potti- 


02 

cae  albae  striga  transversa  repanda  fuscescente  postica.  — 
Variat  statura  fere  duplo  minore,  alisqne  anticis  siibtus 
obscurioribus  quam  supra. 

Die  kleinere  Art  beschreibt  dann  Scopoli  noch  so: 
alis  anticis  supra  punctis  (4)  anticis  nigris,  postice  serie 
punetorum  in  limbo  nigrorum.  Alis  posticis  eadem  serie 
pnnctorum  in  limbo  utrinque. 

560.  Phal.  mensurata  halte  ich  für  Geom.  vesper- 
tata  W.  V. 

Auf  diesen  passt  auch  der  Fundort:  trockne,  sonnige 
Hügel,  wo  man  Geom.  palumbaria  nicht  findet.  Ausserdem 
ist  Geom.  vespertata  ein  Spanner,  der  in  Gebirgsgegenden 
vorkommt. 

570.     Phal.  spataceata. 

Ich  glaube  nicht  zu  irren,  wenn  ich  diesen  Falter  für 
Geom.  remutata  L.  Tr.  erkläre,    long.  lin.  6.  lat.  4. 

Diagn.  alae  osscae:  strigis  transversis  obscurioribus 
repandis  o  b  s  o  1  e  t  i  s .  puncto  nigro  utrinque  notatis. 

In  agro  Labacensi. 

Seticornis,  si  lente  observetur  punctulis  raris  nigris 
hinc  inde  adspersa  videtur,  ad  raargines  alarum  puncta 
nigra.  Alae  subtus  pallidioris:  anticae  strigis  obso- 
ietis  fuscis  binis  fasciatae;  posticae  unica. 

Hauptsächlich  die  Beschreibung  der  Unterseite  macht 
mich  sicher  in  obiger  Bestimmung,  denn  die  andern  Acida- 
lien,  die  wohl  in  Betracht  zu  /iehen  wären,  haben  eine 
dunklere  Färbung  auf  der  Unterseite  namentlich  der  Ober- 
flügel, als  auf  der  Oberseite.  Die  vier  schwarzen  Mittel- 
punkte zeigt  auch  Geom.  remutata,  wie  ein  Exemplar  mei- 
ner Sammlung  mich  lehrt,  obgleich  allerdings  dieses  Merk- 
mal in  der  Regel  nicht  gerade  sehr  deutlich  an  remutata  ist. 

575.    laevigata. 

I^ederer  ziehet  in  seinem  „Versuch  die  europäischen 
Spanner  in  möglichst  genaue  Reihenfolge  zu  stellen"  die 
laevigata  Scopoli  zu  renularia  H.  Mir  ist  dieser  Spanner 
nicht  in  natura  bekannt;  das  Hübner'sche  Bild  scheint  aber 
nicht  im  Widerspruche  mit  Scopoli's  Beschreibung  zu  stehen. 


/// 


?  t  576.     Phal.  inquinata.  long  4'",  lat.  2»/^ 

Tota  pallida  ferruginea,   alis   omnibus   supra   fascil» 

bilineatis  fuscescentibus,  subtus  immaculatis.     In   pratis  non 

frequens.     Seticornis,   alis   margine    externo    fusco-punctato 

anticis    bifasciatis:    fasciis   bilineatis,   harum  posticae  linea 


163 

oxtitna  dentata,  anticao  voro  lincai',  iit  scrpcns  in  Mcrcurii 
haeiilo  convülutis,  ita.  \\t  «liios  aimulos  cfliciaiit:  Alae  jHtsti- 
pao  fascin  una  hiliiiraris:  liiira  postica  dentata.  linoa  alia 
antica  obsolota  Nkm»  t'asoiae   Kcciindac. 

Ich  L'i*l>t'  dirse  ncsclirrilmn.::  aiisClilirliili .  liainit  dt-r 
\\  t  rtli  nifiiuT  IJistininiimf:,  in  di  r  icli  nidit  isnu/.  siolicr  l»in, 
luiirtlirilt  und  irfunl»  rliclitn  Falls  vcrhcsscrt  wt-rdtMi  kann. 
Ich  halte  Sco|)olis  in(|uinata  fllidconi.  vcn^^ata  II.  Das» 
S<'0|»oli  unter  color  iVrrn^inens  ein  röthliches  (Jrau  versteht, 
crhillt  aus  andern  I^cschrcihunpen.  l  nd  danach  erscheint 
die  IJc/.i'ichnun;;  Von  Mass  (•isiii;:rau  t'ilr  die  Crundfarhe  <lcr 
vcno.sata  widd  passend.  Die  IJaiipc  dieses  Spanners  leht 
auf  (Jliederweieh  und  es  stimmt  also  aueh  die  Angabe  de» 
Fundorts  bei  Scopoli. 

»7^.     Phal.  signata. 

Ist  un/weittiiialt  l'vr.  slri^'ulalis  WV. 

Dieser  Seinnetterliuf;  hat  auf  der  l'nterseite  der  Ilin- 
tertiUp'l  den  von  Seopnli  hervnr^'ehobenen  und  zur  Henen- 
nuni:  des  Falters  benutzten,  in  der  That  aueh  eharaeteri- 
ätiächen  dunklen  Funkt. 

Nach  Treitxlike  l«ht  die  Kaupc  auf  Kiehen,  Das  ist 
richtig'.  DasR  sie  aber  aueh  V(»n  andern  l>annilleeliten  sieh 
niihri-,  ist  un/.weit'elhat^.  ich  habe  den  Selinietterling  mehr- 
faeh  in  Fichtenbeständen  des  '1  hürin^'er  Waldes  gefunden 
und  diese  Kxeniplare  waren  kUiner  und  weisser  als  die  aus 
Kiehenraupen  und  entsj)reehen  ganz  der  .Seoixtli'seheu  Be- 
gehreibung. 

:ü9.     Phal.  despicata. 

Halte  ich  unzweitelhaft  filr  l'vr.  eespitalis.  .\ueh  die 
Angabe  des  Wtdmürtes:  in  incultis,  siccis  neglectiscjuc  locis 
passl  recht    gut. 

r)ft7.     Tortr.  .solandriana. 

Halte  ich.  mit  liUeksieht  auf  die  angegebene  Grösse 
und  auch  naib  dt-r  .M.bildung  für  Turtr.  seutulana. 

588.  Tortr.  cervana  ist  =  Tortr.  lacunaua  long. 
lin.  .'),  lat  1"  j- 

Diagn.  alae  anticae  ce^^•inae;  Iiinb<t  ferrnginco  -  et 
fusco  -  pnnetato  ;  fascia  fuscescente  pumtiscpie  (3  —  4) 
giaucis  variegata.  —  In  ericetis.  Ala  eadem  inter  fa.«»ciam 
et  basini  pallidior.  Lineolac  duae  fuscac  in  linibo 
parallclae  longi  t  u  d  i  nales,  punrtaquc  tria  funca  io 
margine  exteriore  versus  apiceni  collorata.  Die  Hrschrei- 
bung  passt,  lillnkt  mieh.  genau  und  die  zwei  parallelen 
llaudliuicu  zeigt  namentlich    lacunaua  dcutiich. 

11 


154 

590.     "Wulfeniana   ist  Pyr.  atralis  H. 

Scopoli's  Beschreibung  passt  vollständig  auf  diesen 
Zünsler,  der  uamentlicli  auch  in  manchen  Exemplaren,  wie 
mir  z.  B.  eines  von  Hr.  Mann  vorliegt,  die  bleiglänzeuden 
Punkte  auf  den  Oberflügeln  recht  deutlich  zeigt.  Es  vs'ird 
daher  diesem  Schmetterlinge  der  Scopoli'sche  Name  um  so 
mehr  und  zwar  ohne  die  leidige  Abänderung  der  Endsilbe 
wieder  zu  geben  sein,  als  Scopoli  durch  denselben  das  An- 
denken eines  um  die  Wissenschaft  verdienten  Mannes  hat 
ehren  wollen. 

?  t  593.     Phal.  rusticana. 

Dürfte  nichts  anderes  sein,  als  Tortr.  urticana.  Um 
die  Wohnungen  der  Bauern  in  Kärnthen  mag  wohl,  beson- 
ders vor  100  Jahren,  viel  Brennessel  gewachsen  sein,  die 
Futterpflanze  jenes  Wicklers,  und  so  erklärt  sich  die  An- 
gabe Scopoli's,  dass  der  Schmetterling  sich  in  der  Kähe 
der  Bauerhöfe  findet.  Die  Abbildung  entspricht  obiger  Be- 
stimmung; sie  zeigt  namentlich  an  der  Basis  der  Vorder- 
flügel mehr  einen  querbindenartigen  Fleck,  als  2  Makeln, 
wie  Scopoli  angiebt.  Wenn  die  Mittelbinde  am  Inuenrande 
nicht  breiter  wird  d.  h.  mit  dem  unteren  der  3  Flecken,  die 
nach  Scopoli  zwischen  der  Binde  und  dem  Hinterrande 
stehen  sollen,  nicht  zusammenfliesst,  so  werden  diese  drei 
Flecken  deutlich  sichtbar. 

594.  Phal.  misceilana  ist  sicher  Tortr.  olivana. 

595.  Phal.  montana. 

Scopoli's  Beschreibung  scheint  mir  auf  Tortr,  germana 
Fröl.  vollkommen  gut  zu  passen,  welcher  Schmetterling  wohl 
in  den  Bergen  Kärnthens  eben  so  wenig  selten  sein  Nvird, 
als  in  andern  ähnlichen  Gegenden.  Es  wird  also  wohl  der 
Name  germana  in  montana  umzuändern   sein. 

597.     pedana.  halte  ich  für  Tortr.  turbidana  Tr. 

Grösse  uud  Gestalt  der  Abbildung  sprechen,  zusammen- 
gehalten mit  der  Beschreibung,  für  diese  Bestimmung.  Die 
Beschreibung  lautet:  long.  5'"  lat.  2V2'"  alae  anticae  cine- 
reo  —  fuscoque  nebulosae ,  apice  striis  obliquis  ferrugiueis 
(röthlich  grau).  Inter  frutices.  —  Striae  posticae  subqua- 
ternae,  uiia  cum  fimbria,  ferrugineae.  Puncta  (5)  castanea 
in  margine  crassiore  versus  apicera.  Pedes  subargentei: 
postici  longi  et  crassi.  Pectoris  latera  argeutea.  Tibiae 
annulis  nigricantibus. 


155 

Die  Aii;,'al>«.'  Illr  dii«  Oberflllgel:  ciiierco  fuscoqiic  nehii- 
l<»sac  si  lu'int  mir  ikmIj  be/AicIiiK-iultT.  als  'rroitsclikr's  Ik«- 
8clir«iljunf,'.  in  der  «.ine  graur,  aurdeiii  Iiinciiraiide  anrHit/ciidc 
Makrl  hctjoiuliTs  licrvor^cliolicii  wird.  Turhidana  hat,  wenn 
man  will,  ein»*  solclio  Maktl:  di<srll)C  ist  nhor  in  (Kr  lU-^'cl 
kcineswi'^'s  l)i-8<tnders  aulTallciid.  Der  hraunc  KlU^'el  er- 
8clitint  vielniclir  im  All^'cmeiuen  grau  gewölkt. 

598.     Phal.  umbrina  l..iii:.   lin.    1   lal.  i. 

I)ia^'n.  uniKriiia;  aus  antitis  cincrcis  fanciu  punctis- 
(jiic  njar^'inaliliiis  ruscrscintilms,  —  In  pratis.  —  Margo 
crassior  alac  8»i|K'rioris,  po.Hticai'  albo-fuscoiju»'  piinctatus. 
Fimhriac    niari'*»  all»  i  d  u  s.    Ist  'J'urtr.  cespitana. 

.'»;>'.♦.     formosaiia    long.  4'"  lat.  2'". 

Alis  anticis  ni^^rrt  r(trtic'inn(juc  variis,  strigis  tribus  sub- 
mar^'inalibus  obliipiis  plumbris  pundisquc  H  albis  mar- 
ginalibus.     llabilat  circa  Idriam  in    ])oinariiM. 

Dc8oript.  colur  pracvalons  niger.  lorticino  varicgatiis 
Strigai-  mm  attin;:unt  margiiun»  alao  cras.siurom,  cui  proxi- 
uiar ;  bar  um  p<>sti(-a  <>ritur  c  ({uinto  puncto  albo 
(ab  apicc  sursum  numcrandiM  cl  dcsinit  in  m  argine 
»lac  t'imbriatt)  linear  fcrc  distantia  ab  apicc.  In 
lindu)  cjusdcm  ulae  punc-ta  tria  plumbca:  binis  submargina- 
libus:  Intcr  bina  |iuncta  ex  liisce  sunt  duae  {»arvae  paralle- 
lae  cnrtirinae  lincolac.  Fimbria  nigra,  j)unctis  tribus 
c  o  r  t  i  c  i  n  i  s  v  a  r  i  e  g  a  t  a. 

Diese  Ibsdiriibung  jiasst  ganz  vortrel'tiicli  auf  1  nrfr. 
W'ocbcriana,  namentlicb  die  lierv»>rgeb<»benen  Stellen.  Audi 
die  Abbildung,  wie  mangelbalt  sie  übrigens  ist,  zeigt  den 
gestreckten  Hau  der  Vorderflllgcl  dieses  Wicklers.  Der 
(ioldschimmcr,  der  nacb  Treitselike  auf  den  Vordertlllgclu 
der  lortr.  Wurberiana  ist,  gebt  an  geflogenen  .'*^tlleken 
leicht  verlortn  und  es  bleibt  dann  nur  die  rotlibraune  (cor- 
ticinusi  (trundfarbe  übrig.  Die  punc  ta  .3  plundna  sind  der 
sogenannte  Spiegel  und  es  giebt  Kxcmplan'  der  l'ortr.  \\\u' 
heiiana.  an  denen  der  äussere  Mttallrand  dieses  Sjiirgel- 
in  zwei  Fbck<n  zert"jillt.  Ausserdem  zeigt  Woeberiana  in 
der  That  imdunklen  Franzensaum  drei  briiunlichc  Flecken. 
Es  wird  daher  fllr  T<trtr.  Woeberiana  der  .'^eopoli'8cbe  Name: 
forroosana  eintreten  müssen. 

?  t  Vnn.     pramineana    b.ng.   3«  j'"  l*t   P /" 

Alae  antieae  at"mis  t"as«ii3«|uc  binis  obsoletis  fuscen- 
ccutibua.   —    lu   bcrbidiä   colli».  —   Fasciac    undulatac   uou 

ir 


156 

attingunt  marginem  alae   oppositum.    Pectus  et  femora   ar- 
genteis  squamis  adspersa. 

Die  Abbildung  zeigt  die  Grösse,  Gestalt  und  die  Binde 
im  Mittelfelde  und  vor  dem  Hinterrande,  wie  sie  Tortr. 
striana  W.  V.  hat.  Auf  diesen  Wickler  passt  auch  die 
unvollständige  Beschreibung,  so  wie  namentlich  die  Angabe 
des  Aufenthaltsortes.  Leider  hat  Scopoli  die  Grundfarbe  der 
Vorderflügel  nicht  angegeben,  sonst  würde  meine  Bestim- 
mung ausser  Zweifel  gesetzt  werden  können. 

?  t  602.     capillitana. 

Am  meisten  scheint  mir  Tortr.  cinerosana  H.  S.  290. 
dieser  Art  zu  entsprechen.  Die  Abbildung  zeigt  die  Grösse 
und  den  gestreckten  Bau  dieses  Schmetterlings,  und  die 
Vorderflügel  zeigen,  in  Uebereinstimmung  mit  der  Wirklich- 
keit, keine  characteristische  Zeichnung,  sondern  nur  die 
Häkchenstriche  im  Vorderrande.  Scopoli  beschreibt  lol- 
gendermaassen :  long.  4"'  lat.  2"'.  Alae  anticae  subferru- 
gineae:  punctis  marginalibus  capite  palpisque  albidis  —  in 
silvestribus  locis  —  ratio  nominis  ex  denso  pilorum  capil- 
litie  capiti  imjiosito  Oculi  nigri.  Alae  anticae  subtus 
fuscae;  posticae  utrinque  pallide  fuscae.    Pectus  argenteum. 

Tortr.  cinerosana  hat  jenen  Haarbusch  auf  dem  Hin- 
terkopfe und  obgleich  derselbe  mehr  gelb  ist,  so  kann  er 
doch  in  sofern  „albidus"  genannt  werden,  als  er  in  Wirk- 
lichkeit wie  mit  weisser  Farbe  angehaucht  ist.  Ausserdem 
trifft  die  Beschreibung  der  Unterseite  sehr  zu,  so  dass  ich 
bei  obiger  Bestimmung  nicht  zu  irren  glaube. 

604.     pyraliana  ist  Tortr.  naevana  H. 

Die  Abbildung,  die  schon  Herr  Zeller  als  einer  Phoxop- 
teryx  ähnlich  bezeichnet,  entspricht  in  Grösse  und  Zeichnung 
der  Tortr  naevana,  welcher  Wickler  in  der  Tliat  eine  den 
Wicklern  mit  Sichelflügelu  ähnliche  Flügelbildung  hat  und 
fast  überall  „in  sylvis^"  nicht  selten  ist.  Auch  ist  an  diesem 
Wickler  in  der  That  das  Endglied  der  Palpen  deutlich 
verlängert  und  dünn.  Scopoli's  Diagnose  passt  vollständig: 
alae  anticae  ferrugineae ;  limbo  obscuriore,  fasciis  binis  fuscis. 

612.     Phal.  lunalis. 

Beschreibung  und  Abbildung  passen  ohne  Zwang  auf 
Pyr.  tarsicrinal  is  H. ,  besonders  auf  etwas  abgeflogene 
Stücke,  die  Abbildung,  die  in  den  Oberflügeln  —  nicht  wie 
Herr  Zeller  wohl  nur  durch  ein  Schreibversehen  sagt,  den 
Unterflügeln  —  drei  Querstreifen  und  einen  Mondfleck  zeigen, 
ist  freilich  sehr  mangelhaft,  repräsentirt  aber  Pyr.  tarsicri- 
ualis  mindestens  eben  so  gut,  wie  flg.  G05  Pyr.  barbalis. 


157 

(M'.i.     Pbal    viminaiis  l«iii^.  .j'". 

AliU'  iniiriii.n' ;  t'axia  ..hsfuriore  ntrinquo.  Hahitat  in 
aiit  cirfa  saliciMii  viiniiialtiii.  l'alpi  vix  lincaiii  loiif^i.  Alac 
antuao  limbo  «»bsi-nrion-:  |>o«iticai*  sulitus  fascia  |mii('to(|iR' 
t'ueeis. 

Oh^'K-icIi  in  lU'tnll  der  raljan  nn«l  (Irr  nesclircihun^' 
ilor  Inttrsfitf  tin /wi  ilrl  :riln  i^'t  wt-nKu  könnte,  wenn  man 
dk<r  l'lial.  viniinalis  Klr  V  \  r.  |>nlvcralirt  erklärt.  s<i 
glaub«'  iili  (iotli,  ilasH  diene  Iiestinjnnin;,'  vollkommen  rielitig 
i»t  (Jrüsse  um!  (iestalt  der  Abbildung  passen  genau,  auch 
zeigt  das  Uild  «Jen  Scliattenstreil"  dureli  alle  4  Flügel  etwas 
jenseit  der  Mitte,  so  wie  «ii-n  verdunkrIten  Kaum  liing«  des 
llinterrandes.  wie  |iulMralis  sie  bat.  Die  l'alpen  dieses 
Zlln>lers  sind  aucb  so  lang,  wie  ScMjioIi  angiebt,  nur  sind 
sie  nielit  s»»  wnbl  aufwärts  gebogen,  als  gerade  vorgestreekt 
unil  «1er  Sebmelterling  bätto  daber  eber  unter  die  /llnsler 
mit  palpis  porreeti«,  als  zu  denen  mit  jialpis  reeurvis  ge- 
bart Allein  ieb  halte  diesen  linstanil  tilr  unerbeblieb.  da 
auch  der  Aulentbaltsort  auf  pidveralis  passt ;  diesi-r  Zllns- 
ler  lliegt  nämlieb  in  t<uebten.  sebillreieben  <Jegendin  und 
in  solchen  waebsrn  in  der  Kegel  auch  Weiden,  so  dass  es 
ganz,  natllrlieb  ist.  wenn  Scopoli  vermutbet,  der  Schmetter- 
ling b'be  an  Weiden. 

ü\h.     Phal.  sericealis. 

Diesen  Sebuutt».rling  halte  iib  mit  Treitsehke  tilr  die 
Tvr.  sericealis  .SbitTerm.  Die  Abijildung  passt  so  gut,  wie 
irgend  eine  JN-ctpolisehe  Fiirur  und  die  He/.eiebnung  im  Text: 
tota  sub(»ssea  pa>-st  ebenlalls  auf  die  gidlogenen  Kxt-mplarc 
des  genannt. 11  .'^rbmetterlings.  Serupel  erregen  die  dann 
folgenden  Worte:  sed  seriei  in  modum  nitrns  Ks  ist  wahr. 
1'.  seri«eali«  SebilV.  bat  in  «1er  Kegtd  «-ine  mattfarbige,  grub- 
staubige,  b  • ''  '  »n^^rlbe  IWsläubung  «1er  Vord.rtlllgel;  allein 
wenn   sie  n   ist,   ändert   sieh  «las,  «lie  Farbe    wir«l 

bla'«H  un«l  \N.i>-._'.lb  und  bekommt  auch  einen  gewissen 
Schimmer.  Möglich  ist  es  auch,  dass  in  manchen  (hegenden 
dieser  .^«bmettcrlintr  mehr  (ilan/  zeict.  als  in  andern,  wie 
man  ja  dies  aucb  in  andern  Fällen  wrdd  findet.  Die 
Abbildung  ist.  wie  ge.tagt,  kaum  auf  einen  an«leni  Schmet- 
terling  anzuwenden. 

6 IT).     Pbal.  ruralis. 

Ist  sirher  IVr.  frumentalis  und  ich  kann  Herrn  Zeller 
niebt  hcipfliebtin .  wenn  er  sie  fllr  V\T.  vertiealis  erklärt. 
Hätte  Seopoji  diesen  Zünsler  vor  sieb  gehabt,   so  würde  er 


158 

gewiss  den  Muschelglanz  nicht  unerwähnt  gelassen   haben, 
der  demselben  eigen  ist. 

?  t  626.     Tin.  fuscella  long.  4'" 

Alae  canescentes,  fiisco-punctatae.  —  In  montanis 
nostris,  passim.  —  Tota  unicolor,  subcanescens,  punctulis 
copiosis  fuscis  nebulosa. 

Die  Abbildung  gleicht  einer  Ad.  pilella,  doch  ist  sie 
grösser  und  die  Fühler  haben  etwa  halbe  Flügellänge.  Diese 
Umstände  haben  mich  auf  die  Vermuthung  gebracht,  dass 
Scopoli  Tinea  pseudobombycella  vor  sich  gehabt   habe. 

633.    Phal.  cornutella. 

Möchte  doch  wohl  nichts  anderes  sein,  als  Tin.  argy- 
rella  W.  V. 

Die  Abbildung  passt  dazu  nach  Grösse  und  Gestalt 
vollkommen  und  auch  die  Taster  sind  ganz  so  dargestellt, 
wie  an  den  vorhergehenden  Figuren  von  Tin.  perlella,  pas- 
cuella  und  pinetella. 

Die  Beschreibung  lautet:  long.  lin.  Öi/V". 

Diagn.  tota  ossea  et  polita;  palpis  erectis.  —  In 
pratis.  —  Oculi  fusci.  Palpi  lineam  longi,  erecti,  duo  cor- 
nua  referunt. 

Bei  diesem  Schmetterlinge  sind  die  Palpen  in  Wirk- 
lichkeit mehr  in  die  Höhe  gerichtet  und  an  Exemplaren, 
wo  sie  etwas  auseinander  stehen,  was  im  Tode  leicht  ein- 
tritt, wohl  zwei  Hörnern  zu  vergleichen. 

635.    Tin,  marginella  long.  3V2"' 

Pallide  caryopbyllina.  Alis  anticis  margine  crassiore 
pallidiore  punctisque  (6 — 7)  caryophyllinis  variegato ;  fimbria 
subargentea.  —  In  pomariis.  —  Circa  Idriam  Majo   mense. 

Palpi  pallidi,  articulo  ultimo  alis  concolores. 

Ich  glaube  nicht  zu  irren,  wenn  ich  diesen  Schmetter- 
ling für  Tortr.  Peucleriana  F.  R.  (Mitterpacheriana  Tr.) 
erkläre.  Scopoli's  Beschreibung  passt  ohne  allen  Zwang 
auf  diesen  in  der  Färbung  variirenden  Wickler,  namentlich 
auf  die  gleichförmiger  gefärbten  Exemplare.  Namentlich 
sind  auch  die  Palpen  desselben  von  blasser  Farbe  mit  dunk- 
ler, der  Grundfarbe  der  Vorderflügel  entsprechender  Spitze. 
Ausserdem  trifft  auch  die  Flugzeit  zu  und  die  Angabe  des 
Fundorts:  in  pomariis  bietet  auch  kein  Hinderniss,  da  die 
Raupe  von  Peucleriana  in  den  Kätzchen  der  Haselnuss  lebt, 
eines  Gewächses,  das  wohl  in  Obstgärten  gefunden  wird. 


169 

Ci^Cu     Pbal.   Palliatella. 

Krklärt  Herr  Zilk-r  Tiir  Litlionia  ann ola  (>.  Diese 
hchtinmiun^  scliciiit  mir  über  docli  zwcirclhaü.  Denn  1) 
giebl  Seupoli  die  Län{;e  zu  7'"  an,  was  zu  prot*8  fllr  Litli. 
aureola  sein  nioelitc.  L'i  l)e/ficlinet  er  die  Färbung  mit: 
„tuta  iissea"  und  sa^'l  zu^rleirb.  dir  St InnelterlinK  i*ci  in  den 
Waldern  vun  KüriitlKii  nicht  seilen.  Aus  letzterer  Bemer- 
kung' ist  ab/.mu  hniin.  duss  ScdjHiIi  (kn  Faltir  «itterH  ^'el'au- 
pen,  also  \\o\\\  aueli  frische  K.xinijdare  zu  Gesiehtc  bekom- 
men bat.  Dann  ist  aber  nicht  zu  i^Mauben,  dass  er  die 
Farbe :  „ossea"  genannt  habe,  denn  dicHc  iiezeiobnun^  passt 
selbst  auf  sehr  abpellt»f:ene  Stllcke  der  Lith.  aureola  kaum. 
Mir  siheint  es  eher,  als  habe  S*<>pi»li  eine  Lith.  palleula 
vor   sieb  gehabt. 

643.     Phal.  mucronella  long.  •'»'j'". 

Diagn.  ulis  timnibus  lanceolatis.  mucronatis,  nitidis, 
cuncoioribus,  pallidis,  antieis  longitudinaliter  fuseo-subliuea- 
tis.  —  Habit    in  Kumpa.    l'alpi  porreeti.     Lin;.'na  ferrii^'inea. 

Herr  rr«if.  Zeller  erklart  diese  mucronella  Senp.  f^ir 
eriella  Tr.  Let/.teren  Sehmetterlinf:  kenne  ich  auch  nicht 
in  natura.  Wenn  ich  aber  Herrieh  ."-^ehiitTers  Abbildung  mit 
ScopoITa  Hesehreibung  und  gar  mit  der  dazu  gehörigen 
Figur  vergleiehe.  dann  kommen  mir  grosse  Bedenken  pc- 
geu  die  Kichtigkeit  jener  Bestimmung.  Würde  Se«tpoli, 
abges<hen  von  allem  andern,  die  aulVallendeii  I'al|)en  der 
eriella  unerwähnt  gelassen  haben?  Würde  er  die  Flügel 
glänzend  genannt  haben,  wenn  er  eriella  vor  sieh  gehabt 
hatte  ?  Von  einem  s(»lehen  hervorstechenden  (ilanze  er- 
wähnt weder  Treitsehke  noch  Uerricb-SehiilTer  etwas.  Ver- 
gleiche ieh  aber  Seopolis  Figur  mit  der  V(»n  Herrich- 
SehiilTer,  so  sind  beide  einander  so  unähidieh,  dass  selbst  die 
rntsihieden  schlechte  (jualitiit  der  Figuren  diese  Differenz 
nicht  zu  crkliiren  vermag  ScopoUs  Figur  ist  mindestens 
um  die  Hallte  ^rrösser .  als  die  bei  Herrieh  ."^^ehäffer.  Die 
UbertlUgel  siod  lang,  srhmal,  sehr  stark  zugespitzt  und 
gleiehen  spitzen  Messerklingen,  die  l'ntertiü.::el  sind  ähn- 
lieh, nur  kürzer  nnd  etwa»  breiter.  Die  l'alpen  sind  aU 
zwei  ziendi*  h  kurze,  den  Kopf  wenig  Ubt-rragende,  gerade 
Spitzen  dargestellt,  tli--  Fuldcr  reichen  merklich  über  die 
Hallte  der  Flüg»l  hinaus.  Als  /ciehnung  sin«l  auf  den 
Obrrtlügeln  ein  i'aar  dunkle  Längsliuien  angegelH;n,  mit 
einem  dunklen  (^uerstriehelehen  etwa«  icnseit  der  Flügel- 
mitte, auf  den  Fntertlügeln  der  Adenerlauf.  Üiego  Figur 
entsprieht    so    sehr    einer    .i'      *'  .    nnd    dadurch    den 

leieht  z€r.««torbareD  Franzeii-  aihten   Tiu.  cultrclia 


160 

H.,  wie  man  es  von  einer  Scopoli'schen  Figur  nur  ver- 
langen kann  und  da  man  auf  diese  Schabe  die  Beschrei- 
bung Scopoli's  auch  ohne  Zwang  anwenden  kann,  so  glaube 
ich  nicht  zu  fehlen,  wenn  ich  das  einzige  Exemplar  von 
raucronella,  welches  Scop.  nach  seiner  eigenen  Angabe 
fand,  für  cultrella  H.  und  zwar  für  ein  abgeflogenes  Ex- 
emplar erkläre. 

647.  Phal.  Degeerella  long.  lin.  2. 

Diagn.  alae  nigrae ,  fascia  argenteo  aurea.  An- 
tennae  longae.  —  Labaco  misit  amicississimus  et  E.  P. 
Wulfen.  —  111.  Linn.  in  Syst.  Nat.  fasciam  argenteam,  in 
faun.  suec.  2.  flavam  ponit;  ego  inter  utrumque  colorem 
mediam  video. 

Der  Schmetterling  ist  nicht  abgebildet.  Es  ist  zwar 
auf  Tafel  21  eine  Adela  mit  einer  Querbinde  auf  den  Vor- 
derflügeln dargestellt  und  zwar  in  der  zweiten  Reihe  links 
zuerst,  allein  diese  gehört  zur  folgenden  Phal.  croesella. 
Obige  Beschreibung  passt  vollkommen  auf  Adela  Sul- 
zella 5  und  ich  zweifle  nicht,  dass  ein  solches  der  Schmet- 
terling war,  den  Wulfen  in  einem  Exemplar  an  Scopoli 
sendete.     Dazu  stimmt  auch  die  Grössen-Angabe. 

648.  Phal.  croesella. 

Hier  giebt  Scopoli  eine  ausführliche,  auf  Degeerella 
L.  ganz  gut  passende  Beschreibung.  Diesen  Schmetterling 
hat  er  auch  selbst  gefangen  und  er  ist  einer  von  denen, 
die,  als  in  den  meisten  Gegenden  nicht  selten,  fast  allen 
älteren  Sammlern  bekannt  geworden  sind.  Hierher  gehört 
auch  unzweifelhaft  das  oben  (647)  beregte  Bild.  Es  zeigt 
Degeerella  deutlich  und  stimmt  ganz  zu  Scopoli's  Be- 
schreibung. 

651.     Phal.  vorticel  a. 

Hierzu  gehört  die  dritte  Abbildung  in  der  zweiten 
Reihe  auf  Tab.  21  und  es  passt  mir  sowohl  dies  Bild, 
als  auch  die  Beschreibung  ganz  gut  auf  Lit.  vorticella  T. 
(cinctella  Clerck  Tab.  11  Fig.  2).  Bei  diesem  Schmetter- 
linge liegt  zwar  die  weisse  Querstrieme  jenseit  der  Mitte 
der  Oberflügel,  während  sie  in  der  Abbildung  auf  Tab.  16 
eher  diesseit  liegt,  allein  darauf  ist  bei  der  Mangelhaftig- 
keit der  Abbildungen  kein  grosses  Gewicht  zu  legen.  Da- 
gegen sind  die  Hinterflügel  breit  angegeben,  wie  sie  vor- 
ticella Tr.  haben  soll,  während  die  der  cinctella  L.  sehr 
schmal  sind.  Da  nun  ausserdem  der  vorticella  Tr.  (cinctella 
Clerck.  ligulella    S.  V.)   nach   Zinkens  Autorität   (v.  Char- 


161 

ponticr  die  /ünsUr  ii,  •».  \\.  »ies  Wien.  Vcr/rirli.  Aiimork.  'JOO) 
die  Kip'nsclialt  hat.  die  Srupoli  nriner  vortinla /lischreiht, 
HO  niörlite  v»  in  lUtri  IV  dirsrr  Scliahc  liei  dein  vcrldcÜH-n 
k'(niicn,  was  rreitsthkc  dnrillier  p'saj:t  hat.  'raminlrlla 
hat  llhrit:«'n8  eine  \v«  i>si'  Stirn  und  Hriist,  was  Seonoli  j^e- 
wi8s  nieht  unheaehtet  pehissen  hätte.  Lijrulelhi  da^repen 
ist  /.iendieh  selten  und  wcihl  weniper  h'ieht  in  (iärten  auf 
Fruchtliaunien  anzutn-tVen  .  als  die  llberall  nieht  .'«eltono 
vortieella  Tr.  inul  zu  dirser  als  Varietät  zu  ziehen. 

r>f>.'l.     Phal.  fenestrella. 

Dllrtli-  mit  volhm  Keeht«'  zu  Tin.  prnntlla  zu  zielien 
sein.  Die  dunkK*n  Stellen  auf  <len  VordiTtlüpeln  dieser 
Schabe  zeigen  an  Kxeniplaren  meiner  Sanindun^'  naeh  dem 
Anssenrande  zu  einen  Metall;:lanz,  der  w«ild  auf  die  nchula 
8ul)auratu  des  .^eopoü  iredtutet  wtrd«'n  kann. 

6r>r).     Phal.  punctella  jnn;:.  lin.  S'/j. 

Diairn.  alae  antieae  niveae;  jitmetiH  fuseeseentibns, 
in  apiee  ectntiuentibus,  varii'iratac. 

Kuri  depit.  intcr  eorylos. 

Antt-nnae  an)ae.  fnseu-annidatar.  ncuij  ni;:ri.  Caput 
runi  thoraee  ni\(-uni.  Alae  antieae  olisnlrta  t'ascia  punetis- 
f|U«'  tuseeseentibus:  pluribus  in  apiee.  Tibiae  albae,  nigro- 
annulatae. 

Ks  seheint  mir  zweifelhaft,  oi)  die  Abbildung,  die 
Herr  Zelier  zu  dieser  Art  ziehet,  auch  wirklieh  dazu 
pehrirt.  «laher  ieh  diese  nieht  zum  Anhalt  bei  der  He- 
stimmunp  nehmen  möchte.  Die  Mesrhreibunv'  .Se<»p<>Iis  und 
dir  (irioSiiiaiiL'abe  passen  meines  Kracht»  n«  (dinc  allen 
/waiijr  auf  (»rnix  avellanella  St.  II. -.S..  welcher  Sehnictter- 
linp  namentlich  auch  die  von  S<'<»noli  herv(»rgehobcnen 
Schwan,  and  weiss  penngelten  I'llsse  liat,  die  der  Argyrest, 
retinella  /.  tehlen.  Das  Kf>ptlmar  ist  zwar  bei  avcllanella 
nieht  eigentlich  sehneewciss  zu  ncnn«n ,  (buh  mag  der 
Selimcttcrlink'  in  dieser  I'.e/iehunp  variiren.  wa«  Bcln>n  dar- 
aus zu  schlie-mii  sein  m<ichte,  dass  ll.-S.  dan  K<)|itliaar 
weiss  mnnt  und  «Jen  Zusatz  ..an  der  ."Spitze  braun*'  mit 
einem  V  beit1l_'t. 

64>ö.     Phal.  luridelia« 

Von  Herrn  Zeller  pewiss  richtig  als  Occoph.  iarteella 
bistimmt.  .\bcr  die  mittelste  Ki;;ur  IIImt  »Ich  Vterophoren 
auf  Tab.  L'l  dllrt"t«'  nicht  hierher  ;:ehören.  s«>nc|ern  die  in 
derselben  Heihe  auf  i!cr  linken  Seite  stehende,  von  Herrn 
Zellcr  zu  No.  07 1  gezogene  Abbildung.      Diese  zeigt,  abge- 


162 

sehen  davon,  dass  sie  in  Figur  und  Grösse  ganz  zu  lacteella 
stimmt,  auch  die  der  letzteren  Schabe  eigenen,  über  die 
ganze  Flügelfläche  vertheilten  schwarzen  Makeln,  wäh- 
rend Nr.  671,  domesticella  nach  Scopoli's  Beschreibung 
mehr  nach  der  Spitze  der  Vorderflügel  dunklere  Färbung 
haben  soll  und  zwar  nicht  in  ziemlich  scharf  begrenzten 
Flecken,  sondern  in  mehr  verwaschener  Schattirung.  Denn 
Scopoli  sagt  hier:  aus  omnibus  apice  utrinque  nigro  ne- 
bulosis. 

667.  Phal.  rufella  long.  2V'2'". 

Diagn.  alae  griseo  -  cinereae ,  corpore  pedibusque 
rufis.     Circa  Labacum.    Alae  posticae  augustissimae. 

Hierher  wird  wohl  die  mittelste  Figur  über  den  Ptero- 
phoren  gehören.  Wenigstens  entspricht  diese  der  oben  an- 
gegebenen Grösse  und  da  No.  666  Phal.  zoologella,  die 
in  der  Grösse  der  rufella  gleich  kommt,  nicht  abge- 
bildet ist,  die  übrigen,  hier  noch  in  Frage  kommenden 
Falter,  nämlich  668  Phal.  murinella,  669  Phal.  vestianella, 
670  Phal.  arbustella  und  671  Phal.  domesticella  in  der 
Grösse  zu  jener  Figur  nicht  passen,  denn  Np.  668,  669  und 
667  haben  3— 3V2'"  Länge,  No.  670  aber  nur  IV2'"  Länge, 
so  bleibt  eigentlich  nur  rufella  für  die  Abbildung  in  der 
Mitte  über  den  Pterophoren  übrig.  Was  aber  diese  rufella 
für  ein  Geschöpf  sei,  das  habe  ich  auch  nicht  zu  ermitteln 
vermocht. 

668.  PhaL  murinella  long.  lin.  3. 

Diagn.  alae  pallide  murinae.  Li  Carniolia  inferiore. 
Caput,  thorax,  corpusque  alis  concolor. 

Mir  scheint  diese  Beschreibung  ganz  gut  auf  Tin- 
cinerella  L.  zu  passen,  die  fast  aller  Orten,  also  wohl  auch 
in  Carniolia  inferiore,  nicht  selten  ist  und  ich  trage  kein 
Bedenken,  sie  dafür  zu  erklären. 

670.     arbustella  long.  IV2'". 

Diagn.  alae  anticae  subargenteae ;  puncto  nigro, 
inter  arbusta  frequens. 

Vestianella  duplo  minor,  subargentea,  punctulisque 
obscurioribus  irrorata. 

Möchte  doch  wohl  nichts  anderes,  als  retinella  Z.  sein. 


1«8 


Hemiptcrologisches. 

Von   Au  ton   l>ohrn. 


Lichenobifi  ferruginea,  Bacrenspriin^'. 
III  dir  lUrliiuM  oiitniiiol  /ritsclirift,  1n.')7  p.  1<>T  licscliriclten, 
fallt  mit  »l«'r  von  Sif^iiorrt  in  den  Annale«  de  la  Soc  de 
Franee  l>^r>2  untrr  dem  NanHn  Astemma  Mulsanti 
nuhlicirton  Species  zusammen ,  fllr  welehe  Siirnoret  am 
Sohlnssc  Peines  Artikels  wetren  ihrer  Kigenthlimliehkeit 
Si'hon  den  (Jattungsnanien  Ce  r  a  tne  um  h  u  s  in  N'orsehlag 
peltraeht  liat. 

Meines  Kraelitens  muss  die  Art  den  Namen  miuconim 
Itelialteii.  unter  weleliem  sie  von  Fallen  in  seinen  He- 
miptera  Sneeiae  i  Fund  l.^2J»,  pa^.  F^.'J)  beselirieben  und 
ausser  den  Uliripen  Kennzeichen  besonders  noeh  dureh  den 
Zusatz  treffend  eharaeterisirt  worden  ißt:  „Anmalculum  hocct 
Lathruiio   mtnuln   prnno    mltittu   ftit  xiinilr.** 

Ein  typisches  Fx^mplar  der  Fiehenohia  ferrupinea  gah 
ieh  anl*  dem  Herliner  Musrnm:  dass  dir  Art  mit  Astemraa 
Mulsanti  synonym  ist.  frrht  aus  einem  Sehreilicn  Si  ^noret'8 
hervor,  dem  ieh  lin  Fxemplar  mittlieilte.  Die  von  Fallen'g 
und  Si^'norets  IJesehreihunjren  ahweiehende  Angabe  des 
Herrn  l'rof.  von  IJaerensprunp,  dass  die  Art  l'lUgellos 
sei,  beruht  wahrseheinlich  aiil  cimiii  Irrthum.  Das  in  mei- 
ner Sammlung  belindliche  Fxemplar  hat  kurze,  weissplän- 
zende  FntertillKel,  wehhes  mit  den  An^'ab(n  Fallrn's  „Alae 
metalliec  nitenf  und  Signoret's  „Alles  blanehätres"  voll 
kommen  Übereinstimmt. 

(Jetuoden  ist  die  Art  bisher  in  Schweden  (Fallen),  in 
Frankreich  (Sig^ioret  in  der  Fmgegend  von  l'aris',  Berlin 
(V.  Haerensprungi.  TretVId  »Minki.  Herr  Mink  fand  das 
7.iorIiehe  Thier  am  liand»-  «ler  Nester  V(»n  Formiea  fuü^'inosa, 
.'^^ipnoret  traf  es  bei  Vineennts  im  ( »ctober  an  f»uehten 
Flatzt-n  unter  IJlättern.  I*rof  v.  haerensprung  fand  es  bei  Ber- 
lin in  den  Nestern  von  Formiea  rnfa.  Fallen  sa^t,  I.  c. : 
Habitat  imago  niense  Julio  in  loeis  siecis,  at  aptera  8ub 
muKcis  mense  Scptembri. 

Da  Faihn's  (Gattung  IJryocoris,  unter  welcher  er 
I.  c.  die  drei  Arten  /■.vrt./i« ,  paluftn»  |eoleo|)trata  Falben 
ojimi  und  muimrum  beschreibt,  nach  den  jetzigen  Ansichten 
nicht  mehr  auf  alle  drei  anwendbar  erseheint  —  die  zweite, 
palustris,  auch  bereit«  von  Herrn  v.  Bacrensprung  nnt<'r  dem 
Namen  Myrmcdobia  coleoptrala  ausgeschieden  ist.  »o  bleibt 
die  (iattung  Bryocoris  fllr  die  Spccieg  pteridis  F'all. 
nnd  fllr  muscorum  tritt  die  (>at(ung  Ce  ratocombas 
Sign.  ein. 


164 


Die  Syuonymie  stellt  sich  danach  wie  folgt: 

Cer atocombiTS  rauscorum  Fallen. 

Bryocoris  muscorum  Fallen. 

Astemma  Mulsanti  Signoret. 

Lichenobia  ferruginea  Baerenspr. 
Stettin,    im  März  1858. 


dem  entomologiscben  Publikum  zu  geneigter  Prüfung  vorgelegt 
von  einem  Norcldeatschen  Entomophilen. 

A.  Zur  Familiennamen-Frage. 

1.  Die  Benennungen  Coleoptera  und  Eleutherata 
bezeichnen  nur  die  Ordnung  der  Käfer  als  Ganzes  be- 
trachtet; das  Wort:  Käfer  als  Vocabel  darf  aber  nicht 
durch  den  (nicht  existirenden)  Singular  Coleopteron  oder 
Eleutheratum  übersetzt  werden,  sondern  der  Käfer  als  In- 
dividuum heisst  unter  allen  Umständen  stets  nur  Scarabaeus. 
Es  ist  daher  bei  allen  Familiennamen,  so  weit  sie  adjecti- 
vischer  Natur  sind,  der  Plural  Scarabaei  zu  ergänzen,  und 
deshalb  müssen  dieselben  die  Masculinar-Endung  erhalten. 
Somit  sind  für  die  Familiennamen,  insofern  sie  Adjectiva 
sind,  alle  Femininal-  und  Neutralformen  zu  verwerfen. 

2.  Eben  so  verwerflich  sind  die  unechten  Patronymi- 
kal-Endungen  ödes  (oda)  und  ides.  Die  erstere  Endung 
(von  üJörg^a^Kh^g)  bezeichnet  lediglich  eine  äussere  Aehn- 
lichkeit  bei  wesentlicher  Verschiedenheit  (Carabodcn  also 
Käfer,  welche  äusserlich  den  Caraben  ähnlich,  aber  keine 
Caraben  sind )  folglich  gerade  das  Gegentheil  von  dem, 
was  damit  als  Familienname  bezeichnet  werden  soll.  Die 
Endung  ides  aber  ist  entweder  wirklich  griechisch,  und 
dann  nur  der  Plural  der  Femininalendung  i  s ,  und  dann  theils 
als  solche,  theils  ihrer  Zweideutigkeit  wegen  unbrauchbar 
(Lampyrides,  Melyrides:  Arten  der  Gattung  Lampyris,  Mely- 
ris,  nicht  aber  Lamj)yris-,  Melyris- artige  Käfer),  oder  sie 
ist  gedankenlos  aus  französischen  Autoren  übernommen 
worden,  die  sie  als  französische  (nicht  lateinische  oder 
griechische)  Form,  für  die  alte  Patronymikal- Endung  idae 
haben  gebrauchen  wollen,  und  dann  muss  sie  in  gleicher 
Weise  germanisirt,  d.  h,  durch  iden  übersetzt  werden. 

3.  Dasselbe  gilt  von  der  Endung  ites.    Dieselbe  fin- 


165 

<U*t   siel»    im  Lateinischen    v-     "-^crst  selten  und  ledi^'lich 
als   L«K'al-Knclnn;;    lllr  Voll  .    nicht    lateinischen    \'r- 

siirun:rs  (z.  li.  Sanuiit»  s  :  j:"' '  l'i^«  h  ist  sie  par  nicht,  und 
sehciiit  eben  8o  ^'rd.iiik» nlofj.  wj»-  die  Kndnntr  ides,  ans  dem 
b'ranziisischcn  ülMrin'nunen .  dort  aber  aus  einer  Fran/ösi- 
run^  d»  r  im  (Irieehisehen  pleieht'alls  seltenen  Lokalendunp 
11«/  (entsprechend  dem  Lateinischen  ini  in  Sagruntini  etc.» 
entstand«!)  zu  sein.  lll«»S"*e  Lo<alenduniren  aber  entsprechen, 
auch  wcun  sie  wirklieh  sprachrichti::  gebildet  sind,  dem 
HcfTritVe  nicht,  den  man  mit  der  Ikdeutnn^'  einer  Familien 
benenniu)^  vcrbindit. 

4.  Sollen  somit  <lie  Familiennanien  Überhaupt  über 
einen  Leisten  ^'isehlapen  werdtii.  so  bleiben  dazu  nur  die 
echten  ;;rieehisehcn  l'atronymikal  -  Endunpen  idae  und  adae 
Ubrip .  und  diese  sind  dazu  um  so  mehr  geeiimet,  als  si» 
wirklich  eine  /Msammen;:rli<»rigkeit  durch  Verwandtschalt 
ausdrtitkin.  I>i«'selben  kf.nncn  zwar  eigcntlieh  nur  grie- 
chisclii  M  Namen  anircliiinpt  werden;  wenn  aber,  wie  schon 
TOD  Andeni  mit  Keeht  luinerkt  worden  ist,  Virgil  F'ormen 
wie  Scipiadae  gebraucht  hat.  so  werden  die  wenigen  la- 
teinisehen  (Jaltungsnamen  sich  auch  wohl  eine  gidehe  Kn- 
dung  gefallen  lassen  können. 

;'>.  Abrr  ift  denn  lll»erhaupt  eine  derartige  rniformi- 
rung  n«'thw.  iidig/  Ist  nicht  vielnuhr  das  .lagen  danach 
nur  ein  neuer  lUlag  fllr  die  alte  Salomonische  Kegel,  dass 
nichts  Neues  unti-r  der  Sonne  ist?  Die  lk>taniker  hatten 
in  tVUhcrer  Zeit  fllr  ihre  Pflanzentamilien  allerlei,  zum  Theil 
schon  aus  Vorlinneischer  Zeit  herstammende,  v»m  Linn«> 
»elbst  beibehaltene  und  von  seinen  Jiin^'ern  und  Nachfolgern 
big  auf  unsern  Sprengel  herab  fortgeptlan/te .  von  m«hr 
oder  Einiger  her\i.r).techeiid«  n  Fi;:(  ntbündiehkeiten  der  <la- 
rnnter  begritlt  neu  l'tianzen  hcrgenemmene  Namen.  un<l  haben 
sich  dabei  lange  Zeit  hindurch  wohl  befunden.  I)a  fiel  es 
vor  fi*»  iKler  r.u  Jahren  einigen  franzimschen  Hotanikem 
ein.  alle  «lies«-  IW  nennnngen  zu  refornnren  resp.  zu  uni 
fonnircn .  und  zwar  nach  «lein  (Jnindsatze,  ilass  je<K  r  l"' 
milienname  v<»n  den»  Vnmen  irgend  einer  in  der  Fai  ;  • 
enthalt«  iien  (iatlui  .t  sein    mttsKc.      So   wunle   tlenn 

allen    alten    zu    du      .    ..  p.el    nicht    pausenden    Namen    der 
Krieg  erklärt,  die  Stellatae  wurden  in  Hnbiaeeae.  di« 
Aggre  gatae  in  Di  psa  ce  ae.  die  A  speri  fol  iae  in  Ho  r 
ragini'ae.   die  Cnronuriac  in  Liliaccae  u.  s.  w.  ver 
wandelt,  und  nielit  eii 
roeks  entbehrenden  H- 

tilgt  waren;  nur  einigen  wcnip-n  «ierselben  -  ae.  l  m 

bcUifcrac  ete.»  hat  der  gesunde  Sinn  der  Lj...   ...;.  bis  jetzt 


166 

ihre  Existenz  gerettet.  Als  nun  zu  Ende  des  vorigen  Jahr- 
hunderts Latreille  nach  dem  Muster  von  Jussieu's 
Pflanzenfamilieu  seine  Käferfamilien  aufstellte,  benutzte  er 
für  dieselben  theils  schon  vorhandene  Kamen,  theils  schuf 
er  deren  neue,  wobei  denn  allerdings  neben  wohlgerathenen 
auch  einzelne  wenig  passende  mit  unterliefen.  Die  meisten 
derselben  haben  sich  noch  im  Dejean'schen  Cataloge  er- 
halten :  seit  einiger  Zeit  aber  haben  namentlich  die  Engländer 
gegen  dieselben  einen  eben  solchen  Vertilgungskrieg  erho- 
ben, wie  früher  Latreille's  Landsleute  gegen  die  unschul- 
digen Benennungen  der  Pflanzenfamilien.  Und  warum? 
Weil  nicht  alle  jene  Namen  den  nun  einmal  beliebten,  auf 
ini  oder  ides  oder  ideae  etc.  auslaufenden  Uniformsfrack 
trugen!  Ist  aber  nicht,  bei  Lichte  betrachtet,  der  ganze  Ha- 
der über  adae,  idae,  ici,  ini,  ides,  ites  und  wie  diese 
unglückseligen  Endungen  weiter  heissen  mögen,  das  tref- 
fendste Analogon  zu  dem  Hinund  Herdrehen  des  Unglücks- 
menschen, der  nicht  darüber  zur  Ruhe  kommen  konnte, 
dass  ihm  der  Zopf  dahinten  hing  und  dort  auch  hängen 
blieb,  so  gern  er  es  auch  anders  gehabt  hätte? 

6.  Also  weg  mit  solchem  Hader!  Lasst  uns  die  Zeit, 
die  mit  dem  Grübeln  und  Streiten  über  den  passendsten 
Uniformsrock  vergeudet  wird,  lieber  zu  soliden  entomolo- 
gischen Untersuchungen  verwenden!  Es  kann  bei  dem  Na- 
men einer  Familie  gar  nicht  darauf  ankommen,  ob  er  diese 
oder  jene  Endung  habe,  sondern  ob  er  die  Familie  passend 
bezeichne,  und  daneben  sprachrichtig-  gebildet  sei.  Wo 
also  ältere  Namen  vorhanden  sind,  die  diesen  Erfordernissen 
entsprechen  (z.  B.  Hydrocanthari  Latr.),  gebührt  ihnen 
der  Vorzug;  wo  ältere  passende,  aber  unrichtig  gebildete 
Namen  mit  einer  leichten  Aenderung  berichtigt  werden  kön- 
nen, resp.  bereits  berichtigt  worden  sind  (z.  B.  Cicinde- 
letae  Latr.  in  Cicindelidae;  Malacodermi  Latr. 
in  Malacodermata  etc.)  sind  dieselben  unter  Anwendung 
solcher  Berichtigung  beizubehalten;  und  nur,  wo  keiner  die- 
ser Fälle  eintritt,  kann  der  Schöpfung  neuer  Namen  Spiel- 
raum gelassen  werden,  wobei  denn  immerhin  der  Patro- 
nymikal -  Endung  idae  oder  adae  der  Vorzug  gegeben 
werden  mag.  Wird  eine  Familie  in  mehrere  zerlegt,  so 
muss  einer  dieser  neuen  Familien  der  Name  der  früheren 
verbleiben;  so  ist  z.  B.  der  Name  Telephorides  (auch 
wenn  er  weniger  falsch  gebildet  wäre)  gegen  den  älteren 
Malacodermata  unberechtigt,  und  letzterer  muss  die,  jetzt 
die  echten  Cantharis- Formen  umfassende  Familie  behal- 
ten, auch  nachdem  die  sogenannten  Melyriden  davon  ab- 
getrennt worden  sind. 


167 

7.  \amcii  (laf^epcn,  welche  sprachwidrig  gebildet  odtr 
abgeleitet  sind  ( /.  I(.  rtiniorcs,  Pauggili  und  ühDÜche, 
und  ein  (iK-ielies  ^ilt  auch  von  Oattungsnanien  nai  b  dem 
Muster  von  Tln»ra\t'|ib<>rus,  Mvrnuebixenus  etc.)  oder  olTen 
bare  oIir/.erreis><endi' Kakojibomien  eiitlialten  (?..  1'.  Lobiidae, 
Benibidiidae  u.  a  i  niüssen.  soweit  keine  liesserunj,'  niög- 
lieh,  unbarniber/if:  in  die  svnouvmisebc  rolterkanuner  ver- 
bannt werden.  Haben  auch  die  alten  Hümer  noeh  keine 
Käfer  beschrieben,  ßo  niUssen  wir  doch,  wenn  wir  uns  ein- 
mal ihrer  Sprache  bedienen  wollen,  un.-^  einer  Ausdrneks- 
weise  beÜeissigen ,  wie  sie  dieselbe  niutbnjasslieb  ange- 
wandt iiaben  würden,  wenn  .«<ie  die  beutige  Kntwickelung 
der  Naturgesehiehte  «riebt  und  sieh  daran  betheiligt  hiitten. 
ThuD  wir  das  nicht,  so  laufen  wir  Gefahr  —  un<l  wir  sind 
leider!  schon  auf  dem  besten  Wege  dazu  — ,  immermehr 
in  den  Stilus  epistoiari}»  obsrurorum  viroruni  hineinzugt 
rathen  und  in  einer  Sprache  zu  schreiben,  die,  ob  auch  mit 
lateinischen  Hrocken  \«'rset/t,  doch  kein  Latein,  sondirn 
ein  Jargon  ist,  dessen  Grammatik  erst  noch  erfunden  wer- 
den soll,  und  über  den  uns  «lie  i'hibtiogen  mit  <Iemselben 
Hechte  verlachen,  mit  dem  wir  den  berühmten  Gymnasial 
Director  belächeln .  der  kllrzlieh  in  seinem  sachlich  geord- 
neten lateinischen  Vocabclbuchc  die  Sebneckcn  und  Hlutigel 
unter  iKn  Inseclen.  und  die  .Muscheln  unter  den  Mineralien 
aufgeziihlt  hat.  Darum  fnrt  mit  solchen  Bastard-  und 
Bankert  Namen;  sie  gelnircn  nicht  einmal  in  die  Synonymic, 
sondern  zu  derjenigen  Sf»rte  von  Namen,  für  die  Bei  che n- 
bach  unter  den  Botanikern  schon  vor  2^»  Jahren  den  sehr 
treffenden  Namon  Kakonyme  gestempelt  hat. 

^.  Bei  der  Zusamnienordnuii;:  der  Familien  zu  grös.serii. 
mehr  oder  weniger  künstlichen  (Jruppen  ist.  meine  ich. 
nicht  «1er  geringste  (Jrund  v«>rhan<len  .  diese  letztem, 
die  d«x'h  jeder  Systematiker  nach  seiner  individuellen  An- 
sicht anders  gestalten  winl,  nun  auch  sofort  wieder  mit 
neugemaehten  Namen  zu  beschenken.  Eine  besondere  \'ir- 
tuosität  in  «ler  Krfmduntr  nobbcr  Namen  haben  in  neuerer 
Zeit    «lie   1  -cn    «ntwitkell;    ich    vermag 

jed«»eh  in  ■.  .V«Iephaga,  (ieodephaga. 

Chi  lopodomorp  ha,  i  h  ilop«idogna  tha,  und  wie  si< 
sonst  noch  lieissen  nx'igen)  Nichts  als  einen,  lediglich  au.-^ 
einer  Belustigung  des  Witzes  entsprossenen  Wust  zu  er- 
kennen, der.  weil  das  (tedächtniss  mit  einem  nnntltzen 
Ballast  beschweren«!.  vi»n  dem  übrigens  sehr  geduldigen 
l'apicr  nicht  frUh  genug  entfernt  werUco  kaoo. 


168 

B.     Zur  Prioritäten-Frage  fiir  Gattiiiigs-  und 
Trivialnamen. 

9.  Unsere  Systematik  der  Katnrgeschiclite  beginnt 
mit  Linne;  mit  ihm  beginnt  aber  auch  unsere  naturbisto- 
rische  Nomeuclatur,  oder  vielmehr  das  System  derselben. 
Wie  daher  in  dieser  Beziehung  alles  vor  ihm  liegende  als 
präadamitisch  nicht  mehr  in  Betracht  kommen  kann,  so  er- 
fordert die  natürliche  Ehrfurcht  vor  ihm,  dass  die  von  ihm 
herrührenden  Namen,  so  weit  sie  Gattungsnamen  sind,  un- 
bedingt, und  so  weit  es  sich  um  Trivialnamen  handelt, 
überall  da  erhalten  werden,  wo  sie  sich  nicht  als  jetzt  be- 
deutungslos gewordene  Collectivnamen  ausgeglichen  haben. 
Wo  also  eine  seiner  Gattungen  in  eine  Reihe  neuer  Gattun- 
gen aufgelöst  worden  ist,  da  muss  eine  derselben,  und  zwar 
vorzugsweise  eine  besonders  hervortretende  Formen  ent- 
haltende Gattung  den  Linne'schen  Kamen  behalten,  wie 
dies  z.  B.  bei  Carabus,  Dytiscus,  Staphylinus, 
Chrysomela  u.  A.  befolgt,  und  kürzlich  auch  von  v.  Kie- 
senwetter wieder  bei  Buprestis  mit  vollem  Eechte  zur 
Geltung  gebracht  worden  ist.  Wo  in  einzelnen  Fällen,  wie 
bei  Elater  und  Curculio,  der  Linne 'sehe  Name  aufge- 
geben worden,  muss  er  wieder  hergestellt  werden  — :  für 
welche  der  neuen  Gattungen,  mögen  die  Herren  Mono- 
graphen  entscheiden.  Aber  ganz  unzulässig  ist  es ,  einen 
Linne'schen  Gattungsnamen  auf  Thiere  zu  übertragen,  die 
der  Linne'schen  Gattung  ganz  fremd  sind,  wie  dies  von 
französischen  Entomologen  durch  Anwendung  des  Namens 
Cantharis  auf  die  Pflasterkäfer  geschehen  ist.  Es  muss 
vielmehr  eine  der  aus  der  alten  Gattung  Cantharis  Lin. 
hervorgegangenen  neuen  Gattungen  den  Linne'schen  Namen 
behalten,  und  es  ist  kein  Grund  vorhanden,  ihn  der  aus 
den  von  Linne  selbst  vorangestellten  Arten  gebildeten  Gat- 
tung zu  entziehen,  der  ihn  Fabricius,  unter  Nachfolge  so 
bedeutender  Auctoritäten,  wie  Illiger,  Gvllenhal  und 
Erichson  (Wiegm.  Arch.  1842.  L,  101.  1847."'L  83),  ertheilt 
hat.  Daselbst  ist  der  Name  Telephorus  Schaeffer 
(ohnehin  blosses  Synonym  von  Cantharis  Lin.  und  mit 
der  Edit.  XIL  des  Syst.  nat.  gleichzeitig,  veröffentlicht)  eben 
so  unberechtigt,  als  Telephorus  Oliv.,  welcher  letztere 
Name  ohnehin  bloss  auf  jene  unzulässige  Uebertragungdes 
Namens  Cantharis  auf  die  Canthariden  der  Officieu  ge- 
gründet ist.*) 

*)  In  der  Botanik  ist  dieser  Grundsatz  längst  zu  allgemeiner 
und  unbestrittener  Geltung  gelangt.  So  hat  schon  mancher  Autor 
dort  selbst  alte  Linne'sche  Gattungen  wie  Potentilla  und  TormentiUa, 


109 

10.  Wie  aber  l.inin-  in  <kr  gesammten  N'aturpe- 
Sf-bichte  eim*  bovnrziiirtr  Stellung  einniiniiit,  ?<<>  fUr  die 
spätere  Zeit  in  «ler  Knt(.ni<»Ini:ic  Fabricius,  und  sie  wird 
ih'n  nielit  vcrkllninurt  wt-nien  k<inncn,  ob  auch  seine 
LtistunpMi,  wie  alles  Mensrhenwerk,  von  Mänfreln  und  (Je- 
breehcn  nieht  tVt-i  sind.  Mit  ihm  beginnt  sunaeh  fUr  die 
gesrhiehtlichc  Kntwiokelung  der  Kntomologie  ein  neuer 
Abschnitt,  und  diesen  tixirt  man  am  geeignet.sten  auf  den- 
jenigen Zeitpunkt,  wo  seine  sy.««tetn:iti<ehe  l'earbeitung  des 
gesummten,  bis  dahin  bekannt  gewordenen  Inseeten- Keich- 
tbums  zum  erstenmale  in  einer  griissi-ron  Abgeschlossen 
heit.  Abrun<lung  und  Vollendung  ans  Lieht  trat.  Ich  finde 
diesen  Zeitpunkt  in  dem  Krscheinen  der  Kntomologia  syste- 
n.atica  im  Jahre  17".»*i.  Mag  in  die.sem  Werke,  welches  ftlr 
seine  Zeit  und  seine  Wissenschaft  dieselbe  Bedeutung  hatte, 
wie  fllr  eine  frühere  Zeit  und  einen  andern  Zweig  der  N'a- 
turgeschiehte  die  Kdit.  III.  von  Linne's  Sj).  plantarum.  man- 
cher Irrtiium  mit  untergelaufen,  auch  manche  Benennung 
anscheinend  willkllrlieh  geändert  sein,  so  ist  es  doch  eben 
Fabricius,  welcher  tlies  gethan,  und  wir  werden  uns  dem 
schon  fhffcn  müssen,  wenn  wir  uns  nicht  der  schlüpfrigen 
^^^th^^  •   aussef/en  wollen,  bei  «lern  Autlinden  irgend 

einer  luen    Broschüre,   oder   einer    l)is  dahin  über- 

sehenen, in  einer  alten  Scharteke  vergrabenen  Notiz  an 
unserer  Nomenclatnr  wieder  ändern  zu  müssen ,  der  doch 
wenigstens  fllr  die  ältere,  ohnehin  auch  einer  synonymischen 
Kritik  ermangelnden  l'eriode  eine  unabänderliche  Feststel- 
lung zu  wünschen  ist.  Ohne  solche  wird,  wie  theilweise 
schon  jetzt  der  Fall,  das  llerNorsuchen  sojeher  alter  ver 
sehollener  Namen  zu  ein<nj  besonderen,  der  Variantenjagd 
der  I'hilolngen  entsprechenden  fnsehäfle,  und  nimmt  bei 
der  hier  nnentbehrlichen  Kritik  einen  Aufwand  von  Zeit 
nnd  Krat^  in  Anspruch,  dessen  wir  uns  im  Hinblick  auf  die 
leidige  Nothwendigkeit  derartiger  Intersuehungcn  für  die 
spätere  Zeit  nicht  sehne!!  cenug  entbdiiren  kennen.  Zu 
jener   .'^icherlnit    aber  i    wir.    wenn    wir    für  alle  in 

der  Knt.  ."^yst.  v<»rkonii. \rten    -  so  weit  es  sich  nicht 

um    Herstellung   eines   Linne  sehen    Namens   handelt  —  die 
von  Fabncins  in  jenem  Werke  gebrauchten  Namen  festhal 
ten,    uml    s<»mit    alle    zwischen    IT«»»»    und    I"1'2   fllr    Arten, 
welche  in  die    Knt.   Syst.  auf  •  n  woni  von 

anderen    Autoren    gebrauchten  ohne    .\  als 


«ber  noch  i.  •»■  im  ••n; 

der    oeuen  ••  much    n«  .       ^ 

die  BeneDDungcu  Put^'Dtilljk,  Ljcbuu  eio  * cnlraoigra  tu  wuileu. 

13 


170 

ante-diluvianisch  der  Vergessenheit  überantworten,  oder  sie 
höchstens  als  antiquarisch-historische  Notizen  bei  der  Frage 
gelten  lassen,  in  welche  m  Winkel  der  Erde  und  von  We  m 
ein  Insect  zuerst  aufgefunden,  und  Was  bis  zu  dem  Er- 
scheinen des  genannten  Epochenwerkes  darüber  ermittelt 
worden  sei. 

11.  Die  Periode  der  Prioritätsgeltung  würde  somit  — 
und  zwar  unter  dem  Vorbehalte  eines  abermaligen,  die  ganze 
bisherige  Nomenclatur  rt^gulircnden  Abschnitts,  wenn  einmal 
wieder  eine  derartige  Ei)oehe  machende  und  die  dermalige 
bekannte  Insectenwelt  umfassende  Erscheinung,  wie  die  Ed. 
XII.  der  Syst.  Nat.  (von  17G6)  und  die  Ent.  Syst.  (von 
1792)  hervortreten  sollte  —  erst  mit  dem  Jahre  1792  ihren 
Anfang  nehmen ,  und  dieser  Zeitpunkt  erscheint  noch  ge- 
eigneter durch  den  Umstand,  dass  erst  von  dieser  Zeit  ab, 
und  zwar  vorzugsweise  durch  Illiger  und  seine  Schule, 
eine  eigentlich  wissenschaftliche  Synonymkritik  geschaffen 
worden  ist.  Aber  auch  für  den  mit  1792  beginnenden  Zeit- 
abschnitt kann  die  Priorität  der  Benennungen  nicht  unbe- 
dingt und  ohne  mancherlei  Restrictionen  zur  Geltung  gelan- 
gen. Im  Allgemeinen  ist  sowohl  für  Gattungen,  als  Arten 
die  Forderung  zu  stellen,  dass  sie  wissenschaftlich  begrün- 
det, und  mit  sprachrichtig  gebildeten,  ob  dann  auch  bedeu- 
tungslosen Benennungen  jjezeiclmet  seien.  Für  die  Gat- 
tungsnamen sind  dann  noch  folgende  Regeln  beizufügen: 

a)  wird  eine  wissenschaftlich  begründete  Gattung  in 
mehrere  zerlegt,  so  muss  eine  derselben,  und  zwar 
vorzugsweise  eine  solche,  welche  die  typisch  gewor- 
denen Formen  der  altern  Gattung  erhält,  den  alten 
Namen  behalten; 

b)  werden  umgekehrt  mehrere  wissenschaftlich  begründete 
Gattungen  zusammengezogen,  so  muss  die  neue  Gat- 
tung einen  der  eingezogenen  Gattungsnamen  behalten, 
wobei  die  Auswahl  unter  diesen  im  Allgemeinen  dem 
spätem  Autor  überlassen  bleibt. 

lieber  die  erste  Regel  ist  nichts  weiter  zu  bemerken, 
da  sie,  ob  auch  unter  einzelnen  Verstössen,  schon  jetzt  zu 
ziemlich  allgemeiner  Anwendung  gelangt  ist.  Gegen  die 
zweite  ist  häufiger  gefehlt  worden,  aber  auch  sie  wird  kaum 
ernstlich  angefochten  werden,  wenn  man  sich  nur  die  heil- 
losen Consequenzen  klar  machen  will,  zu  denen  ihre  Nicht- 
beachtung nothwendig  führen  raüsste.  Man  denke  sich  z.  B. 
dass  ein  Carabiden-Monograph  oder  Faunist  die  bisherigen 
Gattungen  E  p 0  m  i  s  und  Di  nodos  zusammenziehe  und  die 
neue  Schöpfung  auch  mit  einem  neuen  Namen  belege;  eben- 
so verfährt  ein  zweiter  mit  Chlaenius  und  Dinodes,  ein 


171 

dritter  mit  Clilaonius  und  Kpoiuis;  und  ein  vierter, 
welrher  alle  drei  Cultun^'ro  verciaigt,  bcHchcnkt  auch 
diese  neue  Colieetiv^'uttuii;;  wieder  mit  einem  neuen  vierten 
Namen,  ist  wenif^st»  ns  da/.u  liereeljti^t,  (Heiclies  Keeht 
wird  HUeli  den  Svsteniatikerii  nielit  versagt  werden  können, 
di«'  von  den  X  Gattungen,  in  welche  die  Deje an  scheu 
„Ferouiens"  und  v.  Chaudoir  u.  A.  suceessiv  zersplittert 
wonleu  sinil.  vi»  lleieht  1'  oder  .'),  «»der  •>  oder  8,  oder  4Ü 
unter  den  nianni^'lalti^^sten  Comliinationen  wieder  vereinigen: 
und  «lurch  dies  Alles  wUrde  /ulet/.t  eine  solche  Namenver 
vieltaltigun^'  ent.Ntehen.  <lass  das  Krsinuen  und  Krtin»leu 
neuer  lienennun^'en  sieh  /.u  einem  neuen,  tahrikmiissig  zu 
hetreihend«n  Zweige  der  nalurhistorischen  Svhtmiatik  aU8- 
Itilden  mllsste,  sufern  überhaupt  das  (i  edäe  htnins  und  ver- 
mehrte Autlagen  von  Agassi  z  Nomenelatur  ausreichen 
würden,  solchen  Namenwust  vor  dem  Versinken  in  Lethe'ä 
Stn>m  zu  hewahren. 

Sonach  dürfte  auch  der  (Jrundsatz  li.  auf  allgemeine 
Zustimmung  richnen  <lllrfen.  (lilt  er  aber,  so  war  z.  H. 
Latreille  j;ar  nicht  berechtigt,  die  von  ihm  durch  die 
Zusammenziehuug  der  bereits  wissensihaftlich  festgestell- 
ten r>onellisehen  (iattungcn  Abax  cte.  gebildete  neue  Gat- 
tung mit  einem  neuen  Namen  (  Feronia )  zu  belegen.  Da- 
gegen war  Krichson  in  vollem  liechte,  als  er,  ob  auch 
ohne  klares  IJewusstseiu  «ler  (Jründe,  den  unberechtigten 
Namen  Feronia  Latr.  bei  .^eite  schob,  und  einen  der  äl 
teru  IWmellischen  (Jattungsuamen  an  dessen  Stelle  setzte. 
Welchen?  war  am  Knde  gleieh^'Ultig;  dass  er  dabei  statt 
eines  sprachwidrig  gebildeten  (wie  Abax)  oder  läppischen 
(wie  I'oeeilus)  «len  für  di«-  meisten  Arten  wirklich  bedeut 
Hame  Namen  I' te  ros  t  ic  h  us  gewählt  hat,  kann  nur  voll 
ständig  gebilligt  werden. 

12.  Wenn  die  zur  Hegründung  eines  i'rioritätsrechts 
uncrlässliche  wissenschaftliche  Begründung  schon  bei  den 
(Gattungen  ein  nothw endiges  Krforderniss  bildet,  so  tritt 
dasselbe  bei  den  Arten  noch  in  bestimmterer  Weise  dahin 
hervor,  dass  die  .\rt  in  kenntlicher  Wtis«-  beschrieben. 
und  da.lurch  auch  ohne  \'ergleiehun;;  von  typischen  ."^tUcken 
des  Autors  bestimmitar  sein  muss.  Wenn  demnach  z.  1'. 
I'revssler  in  der  Beschreibung  eioc»  Claviger  testaeeu  ^ 
die  [linterleibsgmbe  vergi'sscn,  dagegen  dem  Ilalsschild« 
eine  Längsfurrhc  and  dem  Hinterleibo  fi  dentliche  Kiui:r 
beigelegt,  in  der  .\bbildun;.'  aber  deren  gar  •>  d;i: 
hat,  s<»  ist  eine  an   so  ;:roben  Mangeln    leidende   A  _ 

und  Beschreiluing  keineswegs  eine  brau«  hbare,  sondern  eine 
ganz  schlecht«'  zu  nennen,  welche   Müller  s  VerkcQOCD  des 

ir 


172 

Thiers  vollständig  recbtfertigt^  und  dem  Preyssler'schen  Na- 
men ein  Prioritätsrecht  zu  sichern  nicht  geeignet  ist.  Und 
wenn  ebenso  Ilope  seine  Lagria  nigricollis  mit  der 
berühmten  Diagnose:  „Flava,  antennis  capite  thoraceque  ni- 
gris,  elytris  pallide  castaneis  villosis,  corpore  infra  piceo 
pedibus  concoloribus^'  in  die  Welt  schickte,  so  war  Erich- 
son  wiederum  vollkommen  im  Rechte,  wenn  er  durch  seine 
eben  so  berühmt  gewordne  Frage:  Was  ist  nun  au  dem 
Thiere  gelb{''  ohne  weiter  ein  Wort  zu  verlieren,  dem  gan- 
zen Machwerke  kurzweg  den  Stab  brach. 

13.  Das  Verhältniss  von  Eiuzelbeschreibungen  zu  grös- 
seren systematischen,  monographischen  und  faunistischen 
Arbeiten  ist  in  den  letzteren  Jahren  mehrfach  in  sehr  ver- 
schiedenem Sinne  besprochen,  ja,  die  Publication  von  ersteren 
mehrseitig  ganz  verworfen  worden.  Kann  ich  dem  nun  auch 
nicht  unbedingt  beitreten,  so  muss  ich  doch  denjenigen  bei- 
stimmen, welche  den  in  Einzelbeschreibungen  gebrauchten 
Benennungen  ein  unbedingtes  Prioritätsrecht  nicht  einräumen 
wollen.  Es  ist  bekannt,  dass  die  Ausarbeitung  der  letzt 
bezeichneten  grösseren  AVerke  eine  mehr  oder  weniger  aus- 
gedehnte Zeit  in  Anspruch  nimmt,  dass  Druck  und  Anfer- 
tigung von  Abbildungen  diese  noch  mehr  in  die  Länge  zieht, 
und  dass  ausserdem  solche  Werke  gewöhnlich  stück-  oder 
heftweise  erscheinen ,  wo  dann  die  Jahreszahl  auf  dem 
mit  dem  letzten  Hefte  ausgegebenen  Titelblatte  nicht  für 
die  Geltung  der  in  den  früheren  Heften  publicirten  Namen 
bindend  sein  kann.  Es  wird  deshalb  als  Regel  gelten  müs- 
sen, dass  —  den  in  den  bezeichneten  grösseren  Werken 
vorkommenden  neuen  Artnamen  gegenüber  —  die  in  Ein- 
zelbeschreibungen derselben  Arten  gebrauchten  Namen  kein 
Prioritätsrecht  erlangen,  wenn  sie  den  grösseren  Werken 
mit  einem  so  kurzen  Zwischenraum  vorhergehen,  dass  sie 
von  den  Verfassern  jener  grösseren  Werke  bei  ihren  Arbei- 
ten nicht  mehr  benutzt  werden  konnten.  In  den  meisten 
Fällen  wird  dieser  Zwischenraum  auf  1  —  2  Jahre  zu  nor- 
miren  sein. 


Metakritische  Frühjahrsgedanken  eines  baltischen  Setzers 
zu  vorstehender  Essentia  dulcamara. 

Ad  L  Wird  die  Unmöglichkeit  des  Singularis  „Cole- 
opteron  seu  Eleutheratum"  bestritten  und  Beweis  erwartet. 
Der  gewissenhafte  Herr  Pape  citirt  in  seinem  griechisch- 
deutschen Lexicon    das  Wort  zu   utiteqov  als  Aristotelisch, 


173 

laul  wenn  er  mit  der  Atitoritiit  drjjselbni  Weltwti'^tMi  aurh 
nur  (las  .Masciilinum  xtihniifon^  auflllirt,  h<i  (*rwalmt  er 
(loch  aiiili  dtssrii  nmnit  «im.'.  Kh  ist  (lios  alxr  Olr  den 
vorlie^'endeii  Tunkt  um  so  wtnitrer  von  KrlicMirlikrit .  aJ» 
<lcs8en  Consequenzen 

Ad  'J.  und  Ad  .J.  vnllkoiniiitii  «'inj^frauiiit  werden.  Da- 
gegen müssen   die  P'ra^en 

Ad  4.  und  •">.  zusanmien  liesprnclicn  werden.  Aus  rei- 
ner oder  nojii  besser  ans  an;:«'wandter  Tliilantliropie  Hesse 
sich  zur  N'otli  al)liiftii.  dass  liei  dri»  fortwährend  sich  stei- 
gernden l  ntrniilimun;;en.  tias  täplieh  enormer  werdende 
.Sfaterial  der  Natur  in  ('ompiMidien  einznkeilcD.  es  durehaus 
nicht  i;leich^ldti;r  i-^t,  oh  man  die  an  sieh  schon  das  Ge- 
däehtniss  des  Anfängers  Ijorrihel  in  .Vnsprueh  nehmenden 
Si-hwieripkeiten  noch  frratis  \irni»*hrf  odi-r  ni<lit.  Ich  kann 
also  die  Idiosynkrasie  dis  geehrten  Knt<inio|diil<-n  jrepen 
den  -l  nit'onnirunu'szwani:*'  weder  theilm  noch  ltilli;:eii.  da 
ich  umpekehrt  dir  Ansieht  bin,  dass  es  lllr  die  liandhaluiog 
einer  grossen  Masse  bequemer  ist,  sie  homogen  zu  ordnen 
und  UlM-rsiehtlieh  zu  kennzeiehnen  d.  h.  in  gewisser  Hinsicht 
zu  unit'orniiren.  Ich  würde  also  iimd  in  weiser  Krwä^ung 
des  N'erdrusscs.  den  meines  Krinmrns  alir-  iiltrren  Knto- 
mophilen  oft  genug  <'m|dan<ltn  und  vcriautbarten .  wenn  es 
sich  um  das  l'm  lernen  bereits  eintretlihrter  und  so  zu 
sagen  eingebürgerter  Namen  handelte i  —  ich  sage,  ich 
würde  ohne  Medenken  m  ukuv»  l>flj>hinnrutn.  der  jetzjgen  wie 
/.ukllnf'tii:en .  «-s  bei  der  b«MjUennii  KrbieliterunL'  belassen, 
zur  n«z»i«linun;.'  der  P'aniilii'ii  ie<les!nal  die  Hauptgattun;; 
mit  einer  Hir  alle  «'hne  .Vusnabnii'  irliieliförnii^ren  Kndung 
zn  wählen.  Dabei  passen  \'ir;rils  iJomiilidae  in  «ier  Ae- 
neas  sogar  noch  besser  ir  meinen  Kran»,  als  die  vom  geehr- 
ten Vorredner  bereits  eitirten  Scipwln-  und  ich  würde  folglich 

.\d  <>.  zwar  ohne  Scheu  vor  den  HIasenptlastem  der 
edeln  .\p0theker7.nnfl  die  Telephoridae  dnreh  T'nntha- 
ridae  «rsetzen.  aber  weder  die  durch  ."*^ubtraeti(»n  'an  0$ 
jurrf  aiihuc  dul-ttn  >  d«*r  Malachier  labefaet  ;;ewordne  Hezeich- 
nun;:  Malacodc  rm  ata,  noeb  .in.  h  II  v  d  pmc  .in  t  hari 
fHr  Dytiseidae  rehabilitinn. 

Ad  7.  Hesse  sir-li  n\it  dem  -  1« m  »  neni-M  i  i,..eh  rech- 
ten über  seinen  scheinbaren  K<mianismDS.  K«  ist  schon  in 
diesen  lUätter  die  Hede  davon  ^'ewesen.  dass  das  entomo- 
logisehe  Latein  nie  und  nimmer  ein  elassisehes  sein, 
vielmehr  aus  tatisend  liandpreitli«  hen  (iründen  dem  Stigma 
der  Küche,  jedenfalls  der  harbansrben  Kakophonie  nicht 
entgehen  kann.  Das  soll  nun  natürlich  für  die  rothrepabli- 
kanischen  DonatstUrmer  kein   /'.kj"  pnrfruf  oder  par   dfutut 


174 

tout  sein,  und  Bildungen  wie  Thoraxophorus,  Myrraechixenus, 
Cryniphilus  etc.  werden  immerhin  beweisen,  dass  die  ge- 
ehrten Bildner  besser  gethan  hätten,  einen  philologischen 
Freund  vai  Käthe  zu  ziehen,  als  allzu  kühn  auf  die  unzu- 
verlässigen Rudera  ihrer  scholastischen  Memorie  zu  pochen. 
Aber  da  man  hinter  jeden,  auch  noch  so  corrupt  construir- 
ten  Namen  den  Namen  des  construirenden  Autors  setzt  und 
setzen  muss,  so  scheint  mir  damit  auch  der  Nemesis  voll- 
auf genug  gethan,  und  ebenso  scheint  mir,  als  würde  nicht 
selten  auf  Kosten  der  viel  gewichtigeren  Postulate  der 
Priorität  und  Stabilität  dem  Moloch  der  philologischen, 
nicht  selten  haarspaltend  pedantischen  Puristerei  zuviel 
und  zu  blutig  geopfert.  Ich  erinnere  mich  nicht  ohne 
Lächeln  daran,  dass  mich  der  verstorbene  Dr.  Paessler  — 
vermuthlich  nach  dem  Bisse  eines  tollen  philhellenischen 
Hundes  —  einen  Artikel  setzen  lassen  wollte,  der  das  mo- 
tivirte  Guillotiniren  falscher  Gattungsnamen  bezweckte.  Aber 
gleich  das  erste  intendirte  Opferlamm  Dijschirius,  welches  der 
thüringische  Eobespierre  köpfen  wollte,  um  es  als  Dischyrius 
(sie,  mit  dem  Motiv  „wegen  Zweihändigkeit")  auferstehen 
zu  lassen,  Hess  mir  keinen  Zweifel  darüber,  welches 
Lamm  den  Kopf  verloren  hatte.  Es  ist  mir  vollkommen 
genehm,  wenn  Pseudogenialitäten  wie  Ampkwnycha  Knownothing 
(Thomson)  durch  die  nachgewiesene  Synonymie  rite  ersäuft 
werden,  jedoch  Bembidium  coxendix  (Say)  ist  gerade  auch 
nicht  sehr  euphonisch,  aller  Classicität  zum  Trotze;  und 
falls  es  einen  Descriptor  einfiele,  irgend  ein  Beest  Salpin- 
golonchyjyenades,     Pyrgnpoliraces    oder    Sarcasrnopttyocamptes    ZU 

taufen,  so  müssten  sich  die  Puristen  die  sesquipedalen 
Namen  eben  auch  gefallen  lassen  —  oder  sie  verständen 
keinen  Spass,  nicht  einmal  classischen.  Ich  muss  es  auf 
das  entschiedenste  bezweifeln,  ilass  die  Stockphilologen  auch 
das  beste  Lateinisch  entomologischer  Koryphaeen  für  etwas 
Andres,  als  für  den  StUus  epistolaris  obscxirorum  virorum  er- 
klären werden;  und  daran  ist  auch  der  Entomologie  ebenso 
wenig  gelegen,  wie  jene  Zopfgelahrten  sich  dadurch  gra- 
virt  fühlen,  dass  wir  ihre  naturhistorische  Ignoranz  ad 
absurdum  führen.  „Was  ist  ihnen  Hecuba?"  und  was 
Hirudo  und  Limax?  —  De  miuimis  non  curat  Praetor! 

Ad  8  lassen  sich  offenbar  „der  Wohlthätigkeit  keine 
Schranken  setzen''.  Höchstens  möchte  ich  diese  Gelegen- 
heit benutzen,  dem  Meister  Lacordaire  in  meinem  und 
Vieler  Namen  herzlich  zu  danken,  dass  er  in  seinen  Ge- 
nera je  weiter  vorscbreitend,  desto  entschiedener  den 
Luxus  der  Gattungsnamen  unter  das  kritische  Messer  ge- 
bracht hat. 


175 

All  'J  wird  sih  Werl  ich  von  irgend  .Icmand  KiiiMpruch 
gvtlian  wcrtlen,  desto  mehr  ud  in,  II  und  12.  wo  hIcH 
pq^rn  dio  schartsinnipt'u  Anfstellnn^«*n  de»  Nt  njalirsden- 
kcTM  ohiH'  Schwi(ri;:keit  luuliwcim'n  jicsse.  dass  <k'in  Co- 
IiiiiiImis  Liiiiit^  der  Kntoni<»ln-if  Keiner  ilxnldlrti;:  iHt, 
aiuli  iiielit  der  ntiii'i 04,  lu^  FalirieiuH.  iiiitliiii  eiui'  C^uasi- 
(thiehstelliiiig:  von  I7»»t;  17".»2  neliMt  den  daraus  ah^'elei- 
tctm  C'onHeqiienzen  mit  Keeht  auf  Widerspnieh  Blossen 
wUile.  Ad  voeem  Frronia  ist  einfach  zu  Hairen,  dasa  der 
Xaiie  f^atreille«  fllr  die  ^remeinte  Sache  ziendieh  von  allen 
Kntonioloiren  adojitirt  war  (wie  er  e8  noch  heute  uhi<|uc 
teriaruni  Kuropae  ausser  NOrddeutHchland  ist)  und  dass  ein 
kosmopolitischer  Isus  ausser  »einer  tyrannischen  <iewalt 
ancli  seine  xrntc  Seite  hat.  Was  sich  ad  12  hillip  dem 
ehfpnwerthen  N<»rdirerinancn  opponiren  Hesse,  ist  das  lie- 
deiken.  wie  und  durch  wen  ohne  nnvernuidliche  suhjective 
Willkür  festzustellen,  was  eine  ;:uti'  und  was  eine  ahsolnt 
sc  lile  eilte  Hrsehreihun::  ist.  da  zwischen  heiden  eine 
nnendliehe  Men^re  von  /wischenstut'en  liejrt.  Sollte  er  nicht 
bei  manchen  Heschreiliun^'en  nou  Khni  Fahricius  auf  band- 
prreifliche  Irrthümer  und  Nachhissipkeiton  prestossen  sein, 
ohne  deshalb  den  Namen  von  17'.«L*  anfechten  zn  wollen, 
wenn  dieser  auch  nur  durch  kiinstlij'hen  Indicienbeweis  ^n 
haltrn  war/  Kndlich  wtlrde  die  willklirliche  Frist  von  1  2 
.lahr»n  ad  I.»  un/weifVlliatt  noch  weit  mehr  Zänkerei  und 
I'nsiclMThcit  sanetionin  n  als  der  i:erin::e  ICbelstand.  dass 
ein  kleiner  Insterblichkeits- Wilddieb  einem  alten  Jiiper  vor 
der  Nase  einen  oder  ein  paar  Namen  weggeschossen  bat 
Anf  die  ..  j»aar  Lorbeerblätter"  kann  es  den  hochpebomen 
.Mono-JJrafen  nicht  ankommen!  Auch  ist  ^e;;rn  besagte 
WildditlM-rri  bereits  von  melirrr.ii  Kutomographen  das  ein- 
fachi'  Schutzvertahren  eingeschlagen  worden,  die  Diagnosen 
in  gelesenen  .lournah'n  zu  publieiren.  und  sich  damit  die 
Priorität  fUr  die  erst  spater  zu  edirende  ausführliche  Mono- 
graphie zn  salvircn. 


Beitrag   zur   Hcmiplcrcn- Fauna   Sibiriens 

und  des  Russischen  Nord  -  Amerika 

vun   I  >r.  ('.  Stal  in  Motkhojm. 

iii<>h«>i  Taf-I  I 

Dir    Coleoptera    Sibiriens    und    »Ic«.    l!  v    Nord- 

An    nk.i    können  jetzt   als    irut    bekannt    ai  .  werden. 


176 

wenigstens  insofern,  dess  man  sich  von  dem  Character  der 
Fauna  dieser  Gegenden  einen  ziemlieh  wahren  Begriff  ma- 
chen kann.  Gleiches  kann  man  indessen  nicht  von  den 
anderen  Insektenordnungen  rühmen,  am  wenigsten  von  den 
im  Allgemeinen  bis  auf  die  letzten  Zeiten  in  hohem  Grade 
vernachlässigten  Hemipteren.  Ich  hoffe  deswegen,  dass 
dieser  Beitrag  zur  Kenntuiss  der  Hemipteren -Fauna  dieser 
durch  die  grosse  geographische  Verbreitung  der  Arten  in- 
teressanten Länder  nicht  unwillkommen  sein  wird. 

Der  Character  der  Fauna  ist  ganz  Nord  -  Europäisch, 
und  es  ist  wahrscheinlich,  dass  in  unseren  Gegenden  meh- 
rere der  von  mir  hier  neu  beschriebenen  Arten  aufgefunien 
werden.  Merkwürdig  ist  das  Vorkommen  bei  Irkutsk  einer 
Art  der  Gattung  Urostylis,  welche  zu  einer  bisher  nur 
im  tropischen  Asien  aufgefundenen  kleinen  Familie   gehurt. 

Die  hier  angeführten  und  beschriebenen  Arten  sind 
meistens  bei  Irkutsk,  einige  davon  in  Kamtschatka  und  auf 
der  Insel  Sitka  in  Nord-Amerika  von  Herrn  Dr.  F.  W.  Sahl- 
berg  gesammelt  worden  und  befinden  sich  alle  in  meinem 
Besitze. 

Aus  derselben  Quelle  erhielt  ich  noch  10  oder  12 
Arten,  meistens  kleinere  Homopteren,  aber  in  sehr  schlech- 
ten Exemplaren.  Ich  wage  deswegen  nicht,  sie  zu  bestim- 
men, noch  weniger  die  mir  neu  scheinenden  zu  beschreiben. 

1.  Picromerus  fasco-annulatus.  Stäl.  Testaceo-flave- 
scens,  fusco-aeneo-punctatus;  capite  fere  toto  callis  anticis 
thoracis  connexivoque  aeneis,  hoc  flavo  -  maculato ;  antenna- 
rum  articulis  3,  4  et  5  apice  fuscis.  $.  Long.  ID/a  Lat. 
63/4  Millim. 

Irkutsk  Sibiriae. 

Picromero  bidenti  et  annulicorni  valde  similis, 
medius  quasi  inter  ambos;  cum  illo  colore  et  statura  corpo- 
ris magis  convenit,  sed  spinis  thoracis  postice  haud  emargi- 
natis,  antennis  fusco  annulatis,  capite  minus  parallele,  apice 
minus  late  truncato  certissime  differt.  Testaceo-flavescens 
supra  cum  pectore  fusco  -  aeneo  -  punctatus.  Caput  apicem 
versus  sensim  paullulum  angustatum,  apice  truncatum,  an- 
gulis  rotundatis,  basi  excepta  fere  totum  aeneum.  Antennae 
flavo-testaceae,  articulo  3  apice  fuscescente,  dimidio  apicali 
articulorum  2  apicalium  fusco.  Thorax  pone  medium  utrim- 
que  Spina  admodum  valida  acuta  integra  armatus,  margini- 
bus  antico  -  lateralibus  serrulatis,  tenuissime  flavescentibus, 
laevibus,  callis  2  lituriformibus  anticis  aeneis,  maculisque 
2  pone  illas  parvis  laevibus.  Scutellum  apice  dilutius,  basi 
utrimque    callo    flavo   laevi    instruetum.     Abdomen    subtus 


177 

|iun(-tatuiu.    >uliru^nil(i.suiii,    niacula    Hc^iiu-nti    piiiiiltiiiii    cu 
prca,    foiinexivo    aonco,    tentacco  -  flavü  -  maculatu.      Tibiae 
pnstirao  c\tn8  ba«^i  ipsa  aciuac ;  articnlii'^  ajiicalis  tarsonim 
iiipfricaiis. 

J.     Arma    Custos.     f.:    Halm.     Waii/..    In;'.    1.    p.    05. 

Irkiitsk 

i.     Sciocons    tcrreus.     >»luaiik.    I'ieln-r.      liti\  iiclio- 
tograph.     p.  1'.'»    L'I. 
Irkntsk. 

I  Eysarcoris  Sahlbergi.  Stäl.  Ovalis.  dilutu  testacro- 
tla\(.Si«ii>.  liiM'u  pmirtatus.  capite  rudiiis  t.t  dtusiuH  fiisco- 
aciH'o-pmutatM.  trian;:ulan .  «(invcxiiiHnilo,  Itihis  latcralihiis 
iihmHo  Inn^'iorilms,  anti-  liiiiir  «listantiltiis  (an  stiiipcrVi;  an 
tonnis  iiiLTo-tiisris,  articiilis  1  »t  J  tistacto- tiavis;  maciilis 
parvis  mar^^inaliWus  vfiitris  i  oiim'xiviti|in*  nif^^ris,  hoc  niacti- 
lis  inar^'inaliltus  (.•ImiLMti^  flavis  nniat«».  d*.  Long.  <•.  I-at. 
{  Millini. 

Irknti«k. 

.Vcliao  inflcxac  primn  intnitu  siinilis.  Ovalis  tc8ta- 
(•«'0-tlavc.»jpcn«<.  Caput  triauiriilar«'.  convcxiiiscnluni,  ant«>  nio- 
(lium  nonniliil  niaL'is  aiiiriislatiim,  denso  rt  rmlt-  lusco  acnoo- 
pnnrtatuni.  liiioa  nirdia  lacviiisoula  pallida:  Inhis  latoralihu.s 
nu'dio  longioriltus ,  di.stantihus.  Antcnnac  ui^xro-fuscao ,  ar- 
ticnlis  1  ft  2  testari'd  -  tiavis  Thorax  aniridis  latoralihns 
\ix  proniiiitiitilms  luar^^inilms  antico-lattiaühus  an^'ustc  di- 
lulii»riliiiH,  lacvihiis,  calli^  anticis  irr«'i:idaril)iiH,  diliit«'  hrun- 
nesccntiltim.  Srnttdliim  latitiidiiic  liasali  paullidiini  Inii^rins, 
pnncto  iitriMH|Ui>  lia.<ali  lindi(M|ii)'  apicali  aiiL'Ust«'  pallidis, 
larvihns.  Mt-ndirana  sordidc  hyalina.  Al»dnnicn  »ubtu« 
marnÜM  parvis  niarKinaliliUH  in  incistiris  ningidi  sognirnti 
r(mncxiv(M|nt*  nipri!>,  hoc  in  niuri^inr  ip««»  niacnÜH  clongati^ 
liavis.  Iiiniritiidini-iii  t«Tr  totam  singuli  .>4fgnu-nti  occiipanti- 
bns.  ornat".  l'id«H  dilutc  Hav(»t«'«»taft'i,  tVniorilniB  bubtuA 
pan-c  tiHro-pniirtulatis .  ibidem  apifi-  «dmolctc  ftiHi-iH;  arti- 
iiiln«.    a|ii,    ili^    f;ir-.iiriMii    riiNcti-.. 

.>.     FeniiUiiirt    Mikj'Mcorne.     K. .    IIa  Im.      W  an/     lii>.    II 
p.  ö^.     Kig.   147  <  t    I  [^. 
Irkut^k. 

•  1.    Pcntatoma  Lynx.  K  ;  (ior«ki.   Analcct«  I.  p.  IXJ.  öl 

Irkut^k. 


178 

7.  Strachia  picturata.  Stäl.  Subobovata,  supra  viridi- 
aenea,  subtus  cum  pcdibns  flavo-albida;  maculis  phiribus 
pectoris,  seriebus  4  macularum  ventris,  femoribns  apice 
utrimque,  tibiis  basi  et  apicera  versus  tarsis(|ue  aeneis;  ma- 
cnli(5  2  capitis  ante  medium,  vittis  lateralibus  scutelli  pone 
medium  coeuntibus,  apicem  attingentibus  et  ante  apicem 
utrimque  sinuatis,  margine  costali  maculaque  subtransversa 
corii  ad  apicem  scutelli  thoraceque  fiavo- albidis,  hie  illic 
lutco-indutis,  hoc  anterius  maculis  2,  medio  maculis  4  mag- 
nis,  subtransversis ,  valde  approximatis,  aeneis  membrana- 
que  fusca,  albido-limbata.     ?.     Long.  8,  Lat.  4'/2  Millim. 

Irkutsk. 

St.  pictae  valde  aftinis,  ejus  forte  varietas.  Maculis 
thoracis  majoribus  subconfluentibus,  corio  margine  costali 
medio  haud  aeneo-maculato,  anguloque  apicali  omnino  aeneo 
differre  videtur.     Exempla  2  lustravi. 

8.  Acanthosoma  haemorrhoidale.  L. ;  Hahn  Wanz. 
Ins.  II.  p.  71.  fig.  158;   Dallas  List  of  Hern.  L  p.  303.  1. 

Irkutsk. 

9.  Acanthosoma  dentatum.  De  Geer;  Dallas  List 
of  Hern.  I.  p.  305.  6. 

Irkutsk. 

10.  Urostylis  flavo-anniilata.  Stal.  Oefvers.  af  Kongl. 
Vet.  Ac.    Förh.  1854.  p.  233. 

Irkutsk. 

11.  Alydus  calearatus.  L.5  Hahn.  Wanz.  Ins.  I.  p. 
198.  fig.  101. 

Irkutsk. 

12.  Alydus  ornaticeps.  Stäl.  Supra  dilute  flavo- sub- 
tus cum  capite  pedibusque  rufescenti-testaceus;  capite  nigro- 
vario,  antennarum  articulo  apicali,  pectorisque  disco  nigro- 
fuscis ;  thoracis  angulis  posticis  dilatato-productis,  subrefiexis, 
aeutis.    cf  ?.     Long.  13—15,  Lat.  41/4—41/2  Millim. 

Irkutsk. 

Supra  testaceo  -  albidus,  subtus  cum  pedibus  pallide 
rufescente-testaceus  praesertira  abdomine  bapin  versus  aeneo- 
irrorato.  Caput  obscure  aeneum,  cruce  media,  lobo  medio, 
linea  loborum  lateralium  vittaque  utrimque  inferiore  basi 
dichotoma  rufesccntc  -  testaceis.  Antennarum  articulus  api- 
calis  crassiusculus,  (basi  apiceque  ipsis  exceptis)  nigro-fus- 
cus.    Thorax  angulis  posticis  dilatato-productis,  acutiusculis, 


179 

snhsiirstini  tlrxis.  Hiin'  lytra  jmrci«  fiisco  ptiiirtata,  costa  iiia 
('nlai|ti<>  (Mmtali  parNa  pom-  imiliiMn  pallidis;  mi'iiilirana 
•<iil)s<'rtliflr  hyalina.  fiistM'Hc.nt»'-v(Mnma.  IVctuK  disco  ohsciir»' 
acnctim,  inaonia  parva  riifo  tcstacoa.  r»«li'8  |»ari'o ,  tLinnri- 
hus  po8ti«iH  tnnion  <liMsiuii.  acnoo  -  piimtati ,  tiliiis  posticin 
ri'rtis.  tarsorutu  apiri'm«;  fimrjs;  fcmnrilms  p(»8ticis  subin- 
«•ra^satis.  siilitns  «piiiin  i  vrl  5.  (juariiin  3  niajoribus,  ar- 
inatis 

I.».  Chorosonia  macilentuni.  Mal.  .■^tiMiiiiiniiin;  antcii- 
iiis  apict  in  \irsiis  s-iisiin  ;:rariliuril)iis .  articiilo  liasali  tln>- 
ran-  imniiiliil  lont;iorf.  srcumlM  capitc  cmu  tlnTaci'  iioiiniliil 
hri'vior«' .  tirtio  tlioracf  diiuidin  lon;:i<iri  ,  (piarto  tlioracc 
uonniliil  hnviorc,  prat'tcdiMitc  vi\  cra^siorc;  »apitc  tlioracc 
fert'  iMij^'ioro,  lior  hasin  versus  panlliiliim  latiorc.  latitiidinc 
poHtira  trrtia  parte  lonpittre ;  laiiu'lylris  diliitc  rufcsct-ntc- 
MMinsis.  diiiiidiuiii  ahdinninis  tofrontihus,  lim-  siipra  nijrro-bi- 
vittatn:  tiliiis  jxisticis  apico  iutus  iiigni  -  fuscis.  ^.  Long. 
18,   Lat.    r  ,   Millini. 

Irkiitsk. 

Chorosoniati  Sc  In  Min  pi  valdc  affine  et  simile. 
«um  illo  facillinic  eonf"iind<iuluni,  distinctuni  tarnen:  scniper 
maJMs,  prarscrtim  lnnu'iiis,  vix  tarnen  latius;  antennaruni 
artieulo   apieali   praeiliorc,    praeeedentc    liaud   vcl   vix  cras- 

siore ,  tliciraee  l(»n::i«irr.  pnsteriura  m  r-ii-;  aiiirustiore. 

U.      Coreus    discicrer.      Kolenati.      Palaethrocons     id. 
Ki.Jenati.     Mcletemata   Knt.   II.   p.  4!t.  Tab.   VII.  li.::.    I. 
Irkutsk. 

1;').     Dasycori«  piliconiis      l'.iiriii.;  Coreus  id.     (iorski. 
Analcrta   I.   p.    Ilii.  1»:{. 
Irkutsk 

]>'.      Cohzus    Hyoscyami.      L. :    Hahn       NNaiiz      Ins.     I. 
p.    \^.   ti^'.    !»•. 
Irkutsk. 

17.  Nysias  Thymi.  Wolff;  Schill.  Ikilrä^'c  p.  85. 
Tah.  VII.   fi-    '.'. 

Kamtschatka,  Sitka. 

Variotnteni  »nlito  minorem,  in  «»mnihus  ohsruriorem,  fc- 
niorihn«  (hasi  apinque  ipsi»  cxrcptis)  nipro  fuscis  insigncm 
c  Sitka  .\merirae  horeaÜs  jMissideM. 

1>.  Nysias  Ericae.  Seh  i  II.  Hcitr  p.  J*«V  Tab.  VII. 
t  -.    1<»    Irkutsk. 


180 

19.  Nysius  eximius.  Stäl.  —  Supra  rufescente  testa- 
ceus,  thorace  capiteque  pallidioribus,  rüde  fusco-punctatii? 
subtns  ex  parte  cum  antennis,  vittis  2  capitis  punctisque 
pediim  nigricans ;  hemelytris  fusco-variis ;  niembrana  hyalina, 
fiisco-irrorata.    d.    Long.    6'/;.,  Lat.  2 1/2  Millini. 

Irkutsk. 

Statura  N.  Thymi  sed  multo  major,  colore  picturaque 
omnium  partium  valde  insiguis  species.  Caput  thoraxque 
pallide  rufescente-testaeea,  rüde  nigro-fusco-punctata,  vittis 
lateralibus  illius,  liujus  impressione  lineari  transversa  antica 
antennisque  nigris.  Scutellum  nigro-fuscum.  Hemelytra  basi 
subparallela,  dein  utrimque  leviter  rotundata,  rufescente- 
testaeea,  maculis  liturisque  minutis  nigris  variegata;  mem 
brana  pellucida,  medio  longitrorsum  fusco-irrorata.  Pectus 
pallide  testaceum,  maculis  3  raaximis  nigris  utrimque  orna- 
tum,  angulo  apicali  exteriore  et  ad  coxas  albidum.  Venter 
nigricans,  angulis  apicalibus  segmenti  singuli  segmentis- 
que  posticis  medio  rufo-albidis,  bis  ibidem  utrimque  serie 
macularum  minutarum  fuscarum;  foeminae  segmenta  ven- 
tralia  4  et  5  medio  usque  ad  apicem  segmenti  tertii  re- 
tractis.  Pedes  pallide  flavi,  praesertim  femoribus  nigro-irrorati. 

20.  Rhyparochromus  Pini.  L.;  Hahn.  Wanz.  Ins.  I. 
p.  38,  fig.  25. 

Irkutsk. 

21.  Rhyparochromus  agrestis.  Fall;  Hahn.  Wanz. 
Ins.  I,  p.  25,  fig.   15. 

Kamtschatka. 

Var.  pedibus  (apice  fcmorum  posticorum,  tibiis  tarsis- 
que  posticis  exceptis),  articulo  basali  antennarum  rostroque 
testaceo-flavis;  hemelytris  absque  maculis  fuscis.     (/. 

Irkutsk. 

22.  Rhyparochromiis  nebulosus.  Fall.  Hern.  Suec. 
p.  54.  11. 

Irkutsk. 

23.  Rhyparochromus  convivus.  Stal.  —  Oblongus,  nigri- 
cans, opacus;  antennis  art.  2  et  3  lutescentibus,  basi  apice- 
que  fuscis;  thorace  transverso,  marginibus  lateralibus  tenuis- 
sime  et  posterius  sordide  albido,  hie  plus  minus  dense  fusco- 
punctato;  scutello  pone  medium  vittis  2  intramarginalibus  lu- 
tescentibus; hemelytris  sordide  albidis,  fusco-punctatis,  angulo 
apicali  maculisque  3  vel  4  minutis  niediis  in  serie  obliqua 
cum  margine  apicali  parallela  positis  fuscis;   membrana  fu- 


181 

sccsccnlr.  alhiilo-VfiioHa,  alhido-irroriila;  poctorr  ad  C(»\an  et 
marf;iiii'  postiro  pc(liltUM|ih'  Horiiidr    llavcsccntilum .    feiuori 
l)Urt  I  hasi  api(-(-i|ii(>  i'xripiJHi  iii^^ropirt-is ,    anticiH  iiuniiiliil  in 
<-raMsatis.  Militiis  spiiiis   pliiriims  iiiinutis  et    nna    inajurc    ar 
matiH.     d".     V.     Lon-.  4',.  I.at.    P,    Millini. 

Irkutsk. 

K.  iii'btiloso  i|uain  siiuillinius  et  valch*  aftiiiis,  minor, 
iliuracf  hnnjori*.  utritntph'  anL'iistf  tiavido- niart,'inat<),    8cii- 
ttdh»  apicc  di^tiiutr  lul»'(>\  ittato.   \itti'*  apicc  cni-untihnw,   heni 
elytri»  alisiiuc    niactda    irre;:nlari    majori'   prarsertim  difTcrt. 

LM.     Rhyparochro  r.u»  »taphyliniformis.     Srliill.     Ilalin. 
Wan?..    Int*.   1..  p.  t>l.  li^'.  .'m   «t   I,  |».  l'J»».  tiir.    \\^. 
Irkrtnk     Larva   vol  rupa). 

L'.'i.  Rhyuarochromus  silvestris.  Fall.  Ilcni.  Suec. 
p.  »".l.    L'L'. 

Irkiitsk. 

_'t..  OxycaraenuÄ  viduu»  Stal  -  Fus«(»- tVrru;:ineiis 
\v\  tcHtaccii8.  dcnsc  protundr  pnnctatus,  capite  antcnnii« 
vcntriMpu«  ni^ricantilms:  tlmraci-  latitudino  hrevior,  aiitcriu.H 
oliHcnriort";  lunnlytris  snbdilul«*  fusc(»-t«'.stacii.s ,  incniltrana 
ma;:na,  fusea;  ttnuirilms  Ins«'»»- piceis,  tilnis  tar.sisque  Hav«» 
t.  sfac'i.«.     cf.     Lon^'.    1,  Lat.   !-•,  .Millim. 

riiMrax  capite  art|nil<)n;^'us,  latitudinc  Mia  basali  tcrtia 
jiaitr  hrevior.  nutli«!  Itvissim«'  con.strictus.  Membrana  hasi 
eellnÜH  '2  vel  nniea.  ( siniruli  lunulytri  in  excmplu  uniro 
diüsimiliH ).  'riilM-nula  antiiinifera  Hubprodu<*ta.  Apparatus 
odoritVri   auriculati,    tiavi. 

.T.  Oeocoria  grylloides.  I..;  Halm  \\  an/.  In«.  I. 
p.  8r..  4H. 

Irkut^k. 

L"».     0«ocori8  Ulrichi.    I'iilier.    Kiitum.  .^I^•nof:r.  p.  12*J. 
ItJ.    Tab.  X.  lii:.  •.. 
IrkntMk. 

'**.*.     Owcon«    albipenni».     Fabr.;    Fall       Mem.    Sveo. 
[I.   "<•    2.  '  vix  idem    Fieber?  > 
Irkut.Hk. 

30.     Cymas   Reseda«      J'anz. :   Seliill.    lJeilfk<c   p.  89. 

Tab.   VIII.   fi;:    .-. 
lrkut.sk 


182 

31.  Anthocoris  Nemorum.  L.;  A.  silvestris  Hahn. 
Wanz.    Ins.  I.  p.  105.  fig.   56. 

Kamtschatka. 

32.  Anthocoris  lueorum.     Fall.     Hern.  Suec.  p.  66.  3. 

33.  Pyrrhocoris  fusco-punctatus.  Stäl.  —  Oblongo- 
ovatus,  nigricans,  genicnlis,  til)iis,  tarsis,  niaculis  ad  coxas 
marginibnsque  apicali  et  laterali  anteriore  pectoris,  hemely- 
tris  thoraceqne  sortlide  testaceo-flavis,  his  fuscopunctatis, 
huc  anterins  nigjicante;  scutello  nigricante,  linea  media  ma- 
cnlaque  utriniqne  basali  flavo-testaceis ;  hemelytris  abdomine 
nuilto  brevioribus,  membrana  incompleta,  fusca,  reticulato- 
venosa.     cT.     Long,  (y%,  Lat.  3  Millim. 

Irkutsk. 

P.  aptero  statura  similis,  minor. 

34.  Miris  erraticus.  L.;  Hahn  Wanz.  Ins.  II.  p.  78. 
fig.  163  et  164. 

Irkutsk. 

35.  Miris  holsatus.     F.;     Hahn.     Wanz.  Ins.    III.    p. 

41.  fig.  256. 

Kamtschatka. 

36.  Miris    virens.     L. ;    H.  Scli.     Wanz.    Ins.    III.   p. 

42.  fig.  257. 

37.  Miris  ruficornis.  Fall.;  H.  Seh.  Wanz.  Ins.  III. 
p.    40. 

38.  Lopus  gothicus.  L.;  Hahn.  Wanz.  Ins.  I.  p.  12. 
fig.   15. 

Irkutsk. 

39.  Cyllecoris  equestris.  Stäl,  —  Elongatus,  nigricans 
antennis  rufo  testaceis,  art.  2.  basi  et  apice,  3  et  4  totis  fus- 
cis;  vertice  usque  ad  antennas,  thoraceqne  leviter  constricto 
anterius  rufo-luteis,  vitta  hujus  pone  medium  flavo-albida; 
hemelytris  albido-testaceis,  appendice  corioque  extus  pone 
medium  obscurioribus,  illius  parte  dimidia  basali  scutelloque 
flavo-albidis,  hoc  basi  medio  lutescente;  membrana  subsor- 
dide  hyalina,  testaceo-venosa;  abdomine  fusco-testaceo,  ob- 
solete flavido-fasciato ,  margine  dilntiore,  ano  obscuriore; 
pedibus  subtestaceo  -  flavescentibns,  9.  Long,  5'/2.  Lat. 
12/5  Millim, 

Irkutsk. 


183 

C.  bist  rioDJ  (i  Ktatiira  r  lei  aflinis,  noii  nihil  minor, 
colore  |iicturn<|iic  Hiipra  indiratis  dintincta  |>ul(luTrinia 
Hpccics. 

hil'laciis    Stal.      Nov.   Gen. 

CiirpUH  Huli(>l<in;:ntinn.  parallrlnnt.  Caput  8Upra  visuin 
hrevc,  trannvorsuni.  and-iius  pi  rpcndiculari dt  rlivuni,  ah  an- 
tico  visnin  snhrh)n;:ato  ohtrian;;uhir(>.  Ocnli  proininentrg,  gh>- 
hoHJ,  snhparvi.  Anliiina«-  h>n^'ar.  srtaca«-  lart  J  apirahs 
(U'sunti.  rhorax  pisticc  capiti*  nonnihil  h'itinr,  iiiox  ante 
hasin  suhito  vaUh*  miistrictns,  dein  antriTsiini  siihparalhlus, 
aiiii'c  i|)So  ittriiniiiic  rntimdatiis.  lli  nnlvtra  paralKla,  clavo 
distincto,  ap|>t  ndiri-  niiMa  mI  cuni  corio  oninino  cuufuHu; 
niiinhrana  ahsijur  «cnulia.  srd  hasi  lincä  (an  vcnA  verä  V  ) 
i'um  niafL'ine  corii  apicali  siihjtaraheh't,  apici*  hinndnUitü 
instrutta.    I'rdis  htn^iusculi.  frraciKs.  tihiis  |»ari'e  spinidoHiH. 

•10.  Diplacus  albo-ornatus.  Stal.  \i;:ri(ans  nitidus; 
anti'Dnis  (hasi  ip>a  vxi»  pta  i  thi\<i-t('staciis;  pcdihus  tuse*»- 
tcstacei«,  tihii.s  dihitinrihus.  extus  flavo-testacris;  corio  uie- 
dio  fam'ia  hita  alhida  nrnatt>;  nunihnma  fuscescente.  c^  (V) 
Lon^.  4«  ,,   Lat.   P  ,  Millini.      Tah.  1.  ti^'.  :;. 

Irkutsk. 

•11.     Deraeocoris    rontar  initos.      Fall.;  Kirsch  ha  um. 
Khync-hoton  drr  (ic^.   \«'r,    \\  ii>liadi  n.   p.  <•')    t"'<i. 
irkutsk. 

•12.  Deraeocoris  pabulinus.  I,  :  Kirschh.  IMiyui  Imtcn. 
p.  nl.  ;"»:.'. 

Irkutsk 

4.'5.     Deraeocoris   Chenopodii.     I".ill  ;   Kir»'  hl».      Ilhyn- 
rliotcn.   p.  r>7.  .»1 
Irkiilxk 

41.      Deraeocoris    annaluornis.      .Sahlh     ('ap.HUH    id. 

.•^ahlhcr^.     M :,r.  «icumr.  F«  nniar.  p.   |(«».   I'.». 

Irkutiik. 

t'>.     Deraeocoris  triannaUtos.  Stal.  —  Ohlon^aa,  ni^ 
«ans,  nitidus,  pan-«-   piinctulatus;    annuln  haMali  artirtihiruin 
.'i  et  4  et  snhapii-ali  art.  srcundi  antt  nnaruni  tiavo  toHtacoi}<: 
tarsoruni    art.  1'  lihiis(|ur  (apicr  t\rrptt»i   tcstaccis.    posticin 
ohscuriorihuH,  hrnxlytris  fuHco   hrunncis.  appcndicc  niacula 


184 

media  transversa  extus  dilatata  percurreiite  testaceo-albida ; 
maeula  pectoris  ad  coxas  posteriores  albida;  veiitre  utrim- 
que  Serie  macularum  obsoletarum  testacearum  ornato,  ma- 
culis  basalibiis  distinctioribus.  $.  Long.  8,  Lat.  3  Millini. 
Irkutsk. 

D.  Chenopodii  et  annulicorni  statura  omniuo 
similis,  colore  insigni  diversus,  antennis  etiam  nounihil 
crassioribus,  iit  milii  videtnr. 

4(3.  Deraeocoris  nigro-nasutus.  Stäl.  Oblougus,  pallide 
virescens,  nitidus,  punctiüatus,  albido-pilosus;  lobo  medio 
capitis  nigro;  corio  apice  fascia  fiisca  in  angulum  basalem 
iuternum  appendicis  continuata,  hoc  apice  ipso  nigro-fuseo; 
tarsis  apice  fuscis.     9  Long.  5,  Lat.  2  Millim. 

Irkutsk. 

D.  contamiuato  similis,  brevior;  pallide  viresceus, 
nitidus,  pilosulus.  Caput  laeve,  lebo  medio  nigro.  Anten- 
nae  art.  basali  capite  ab  antico  viso  pauUulum  breviore, 
secundo  illo  dnpplo  longiore,  nonnihil  graciliore,  aequali, 
basi  apiceque  obsolete  fuscescente.  Thorax  postice  capite 
dupplo  latior,  latitudine  postica  tertia  fere  parte  brevior, 
punctulatus.  Scutelluni  subtiliter  trausversim  rugulosus.  He- 
melytra  dense  punctulata,  corio  apice  fascia  fusca,  intus 
supra  basin  appendicis  extensa,  hoc  apice  ipso  nigro-fusco; 
membrana  sordide  hyalina,  venis  pallidioribus,  margine  api- 
cali  cellularum  circuloque  marginali  exteriore  extus  aperto 
tuscescentibus.     Articulus  apicalis  tarsorum  fuscus. 

47.     Deraeocoris   limbatus.     Fall.     Kirschb.      Rhyn- 
choten.  p.  184.  66.  a. 
Irkutsk. 

47.  Deraeocoris  illotus.  Stal.  Oblongus  pallide  sor- 
dide flavus,  breviter  pilosulus;  antennis  fuscis,  articulo  2 
annulo  lato  pallidiore;  thorace  admodum  dense  et  profunde 
punctato,  antice  callis  2  distinctis  laevibus,  posterius  cu- 
preo-micante  et  intra  raarginem  obsolete  fusco;  clavo  corio- 
que  intus  obsolete  et  dilute  fusco -testaceis,  membrana  sor- 
dida.     $.     Long.  6,  Lat.  2V2  Millim. 

Irkutsk. 

D.  limbato  nonnihil  major,  profunde  punctatus, 
thoracis  lateribus  rectis,  antennis  nonnihil  crassioribus.  An- 
tennae  art.  1  thorace  '/a  breviore,   2  thoracis  latitudiui  po- 


185 

sticne  ncqiiilnnpo,  aoqnnli,  jiracccdcnte  ))aiilliiliini  graciliore. 
Tlutrax  hititiuliiir  ilimidia  pnstica  iiuiuiiliil  lun^'ior.  latoribu.s 
rectis  vol  k-vissiiii»'  snhsinuatis.  adnutdum  dcuse  et  profinide 
punctatus,  callis  anlicis  lat-sibus,  ponc  callos  utriinque 
nonnihil  iniprcssns;  postcriuH  rupreiMiiicans,  et  intra  niar- 
ginoni  (d)S('lete  fiisccscens.    Ajm\  rostri  tarsurumque  tuscus. 

4H.  Deraeocoris  unifasciatus.  F.:  KirscLb.  Kliyuchot. 
p.  Gl.  59. 

Irkutäk. 

41*    Deraeocoris    fulvo-maculatu».     DcCIccr;  Kirschb. 
Kbyuchoten.     pa^'.  -J'.*    wG. 
Kaiutsc-batka. 

5().  Deraeocoris  approximatus.  Stäl.  Klon^'atus,  fusco- 
testacens,  breviti-r  aU»id<»-scriiaiis;  thoracc  nitidiilo.  punc- 
tato,  posterius  uiL-din  dilutiore ;  hcmelytris  pedibu.squt.'  pal- 
lidius  tcstacfis;  aii^'ulo  apicali  cxtcriurc  curii,  inar^'ine  in- 
tcriure  anfjrulnqUL'  apicali  aiqu'iidifis  «»bscurius  rnfescenti- 
testacei.s  ;  im'nilirana  dilute  liisca,  basi  et  p<>ue  appeudicein 
albidu  inaiulata.  'i.  Lou^.  ft.  Lat.  lU  Milliin. 
Sitka. 

I).  tu  1  vo-iuac  n  1  at  u  siinilis,  minor,  saepissiine  dilutior, 
antcnnis  brovioribus,  art.  basali  graciliore,  oculis  majori- 
bn.s.  niagis  apjiroxiiiiatis ,  tborace  brevioro,  lateribus  rectis. 
Autcnnac  art.  basali  (•aj)it<'  ab  antiro  viso  plus  • .,  breviore 
aequali,  "J  ba.sali  fcre  trr  bm^'iore,  nonnibil  graciliore 
3  basali  'j  longiore,  4  basali  vix  longiore.  Oculi 
adinoduin  niagiii,  siipra  per  spatiuin  diaiuetro  8uac  aequi- 
latum  8e|iarati.  Iliorax  transversus  ,  latitudine  basali 
•,  brovior,  cH»nvexiusculus,  subtilitcr  punctulatu-s,  collari 
flavicantc. 

öl.  Deraeocoris  brachialis.  Stal.  Mapnus,  obU»ngus, 
pallidi  j:risco  tiavrsctns ,  nitidus,  supra  fuscn  punctatus;  ao- 
tcnnis,  pectoris  disco  al)d<'niiin'(jne  uipricantibus,  boc  apice 
utrimque  tlavo -trstacefi-niaculato;  scutello  ronvexo;  corio 
apice  medio  macula  fusccBccntc ;  appendice  (angulo  basali 
intenin  excepto)  dilute  punctato,  apice  fusco;  niembraua 
gordida;  tibiis  tarsis(jue  luscis,  illis  albido  biauuulatis  c/ 
Long.  11,  Lat.  .'>  Millim.  Tab.  1.  Fig.  1. 
Irkutsk. 

Spccics  F'.uropaois  oninibus  inibi  coguitis  major,  an- 
tcnnarum  art.  1  capite  ab  antico  viso  parum  longiore,  2 
illo  2ij  longiore  et  paullolum  graciliore,  apiccm  veraat 
sonsim  nonnihil  crassiore. 

13 


186 


52.    Deraeocoris  Pastinacae.   Fall.  Hera.  Suec.  p.  94  35. 
Sitka. 


53.  Deraeocoris  mutans.  Stal.  Oblongus,  pallule 
griseo-flavescens,  uitidus,  adraodum  dense  punctatus;  anten- 
narum  art.  2  basi  apiceque,  3  et  4  totis,  rugis  anticis  tho- 
raeis,  macula  magna  triangulär!  basali  scutelli,  apice  ap- 
pendicis,  auuuloque  subapicali  femorum  posticorum  fusces- 
centibns  vel  obseure  fuscis;  membrana  sordide  hyalina. 
cf.    9.  Long.  3^5,  Lat.  li/,  Mill. 

Irkutsk. 

D.  flavovario  affinis,  vix  quartaparte  minor,  thorace 
posteriora  versus  nonnibil  angustiore,  art.  basali  antennarum 
subbreviore.  Antennae  corpori  ipsi  fere  aequilongae,  art. 
basali  latitudini  verticis  intra  oculari  vix  aequilongo,  secundo 
illo  vix  duplo  longiore,  basin  versus  paullulum  graciliore 
(apud  5  nonnibil  breviore  et  graciliore  quam  apud  J^),  tertio 
seeundi  dimidio  nonnibil  longiore,  quarto  basali  vix  aequi- 
longo.  Tborax  longitndine  vix  duplo  latior,  antice  quam 
postice  dimidio  angustior,  utrimque  rectus  ,  admodum  dense 
punctatus.  ScuteHum  basin  versus  subtiliter  transversim 
punctato-rugulosum. 

Var.  lobo  mcdio  capitis,  thorace  posterius  vel  fere  tote 
(linea  antica  lateribusque  anterius  exceptis),  raargine  api- 
cali  vel  fascia  lata  apicali  corii  et  tunc  etiam  clavo  plus 
minus  obseure  fuscis. 

54.  Deraeocoris  campestris.  L. ;  Kirschb.  Rhyncho- 
ten.    p.  65.  67. 

Irkutsk,     Kamtschatka. 

55.  Deraeocoris  pratensis.  L. ;  Kirschb.  Rhynchoten. 
p.  64.  64. 

Irkutsk. 

56.  Deraeocoris  rubicundus.  Fall.;  Kirschb.  Rhyn- 
choten. p.  68.  72. 

Irkutsk. 

57.  Deraeocoris  simulans.  Stäl.  Ovalis,  nigricans  vel 
nigro-fuscus,  nitidus,  admodum  dense  punctatus,  fusco-albido- 
sericans;  rostro  tibiis  tarsisque  flavo-testaceis;  membrana 
fusca;  antennarum  art.  2  apicem  versus  sensim  nonnibil  in- 
crassato.     d".     Long.  51/3— 6 V2,  Lat.  2V3— ^Va  Millira. 

Irkutsk,     Kamtschatka. 


181 

1>.  atrn  L.  8iiniliH  et  alTiuis,  thorace  paulliilum  8ubti* 
lius  et  (lensiuH  et  ma^is  rugulogo-punctato,  art.  antounarnm 
»ecundu  apiccni  versus  rerto  incrassato,  sed  tna^'is  Kcnsim 
et  minus  ({unin  in  illo 

Var.  femorihu^  flavotcstaceis.  anticis  (apicc  ipso  ex- 
ceptoi  nigro  tuseis. 

In  exeniplo  unic<>  o.iput  ot  appendix  fusco-tcstacea. 

58.      D«raeocorii    Dalmani.      Fall.;    KirsobI».      Kbyn- 
choten.     p.  G.'3.  &J. 
Irkutsk. 

r)i».     Deraeocorii  OyllenhaliL     Fall.;  Kirscbb.     Rbyn- 
choten.     p.  6i*.  7.'). 
Irkutsk. 

6(>.     Leptomerocoris  nassatus      F'al  I  :  K  i  r  s  r  b  b.  RbNTi- 
chot,     p.  ix.  Ü^ 
Irkntsk. 

»'.I.  Leptomfrocori«  prolixus.  Stal.  Subelon^'atus,  fusco- 
viresccns.  fusoo  pilosug;  canite  tborace  nonuibil  longiore; 
antennis.  tibiis,  tarsis  niarnlisqui'  .T  tboracis  iriegularibua 
üi^r«>-fu8cis.    V.     Loni:.  •>.  Lat.   \-,   Milliiii. 

Irkut.-^k. 

Capso  Kolitari(t  Mi  ycr  atbnis.  obscurior.  capite 
lonpiore ,  tborace  brcviorc,    utriiiitjur    iionniliil    sinuato.     Ca- 

f)Ut  ebmpato  -  trian^'ulare  ,  bititudinc  intraocuhiri  rix  duplo 
onpius.  Tborax  latitudine  basali  '  ^  brcvior.  utrimque  non- 
nihil  sinuatuH.  anticc  quam  postiee  dimidio  angustior,  non- 
nibil  ante  medium  caMlH  J  transversis  instructus.  Antennae 
art.  Ijasali  cajjitc  ',  Ijrcviore,  secundo  illu  ter  b)ngiurc,  et 
apice  aoqui^^as^(>.  basin  versus  nonnibil  praciliore.  Mem- 
brana dilute   lusresi'eiite ,   pallidius   venosa. 

62.  L«ptomerocori«  leucoccphalu».  L. ;  Kirscbb.  Rhrn- 
choten.     p.  >^»>.   1 1  l 

Irkutsk. 

63.  Leptomeroconi  gil^pc«.  Stil.  Ovatu«.  nipricani, 
p*rrc  brcvitor  f:risti.  «oricans;  hcmrlytri«  ablireviatis,  mcin- 
brana  nuUa.  tlavo-frriseii;  rngtro  pedibuiique  dilute  teitaceo- 
flavis.     i.     Lnnp    L'» ,  ,   Lat.    1',  Sfillim. 

Sitka. 

Statura  omuinu  I.  carici«.  V.  rolorc  honiclytrnnim, 
antcuuis  nonuibil  gracilioribu»  difTcrt.    Autcouae  nigro  fugcM, 

13* 


188 

art.  basali  capitis  latitudini  intra-oculari  vix  aequilongo,  se- 
cundiis  illo  plus  duplo  longiorCj  graciliore,  apicem  versus 
sensim  levissime  incrassato,  tertio  vix  ad  medium  albido. 
Thorax  transversus,  utrimque  rectus,  postice  quam  antice 
vix  dimidio  latior,  latitudine  antica  nonnihil  brevior.  He- 
melytra  abdominis  dimidium  tantum  tegentia,  apice  sub- 
truncata,  membrana  nuUa. 

64.  Leptomerocoris  sericans.  Stäl.  —  Oblongus  (cf) 
vel  oblongo  -  ovata  ($),  nigricans,  aureo  -  sericans;  margine 
capitis  pone  oculos  utrimque,  marginibus  pectoris  ad  coxas, 
coxis  intus,  trochanteribusque  pallide  sordide  flavis;  rostro, 
geniculis  tibiisque  (apicibus  exceptis)  dilute  fusco-testaceis ; 
membrana  fusca.  cT.  1.  Long.  cT  6,  9  5'/o,  Lat.  <f  2^J2, 
$  23/4  Millim. 

Sitka. 

Statura  L.  atri,  antennis  setaceis.  Antennarum 
articulus  basalis  thoracc  vix  aequilongus,  2  illo  fere  duplo 
longior,  nonnihil  gracilior,  aequicrassus,  3  basali  nonnihil 
longior.  Thorax  postice  quam  antice  fere  duplo  latior,  la- 
titudine antica  vix  longior,  lateribus  levissime  sinuatus.  Hem- 
elytra  apud  cf  magis  parallela,  completa,  apud  $  posterius 
subdilatata,  appendice  breviore,  membrana  abbreviata,  parva. 

65.  Leptomerocoris  mundulus.  Stäl.  —  Subelongatus, 
flavo-virescens,  obsolete  sericans;  puncto  apicali  interiore 
lineaque  exteriore  articuli  basalis,  basi  apiceque  art.  secundi 
antennarum,  sutura  clavi,  costa  tenuissime  margineque  me- 
dio  apicali  appendicis  nigro-fuscis;  corii  margine  apicali 
anguste  lineaque  discoidali  pone  medium  longitudinali  fu- 
scescentibus ;  membrana  pallide  fusca,  intus  adhuc  dilutiore, 
macula  pone  appendicem  albido-hyalina,  medio  fascia  nigro- 
fusca  oruata.     a".     Long,  vix  5,  Lat.  '74  Millim. 

Irkutsk. 

Statura  Capsi  alieni,  et  in  ejus  vicinitate  locandus. 
Species  parva,  sed  perpulchra,  pictura  et  praesertim  ma- 
cula membranae  albido-hyalina  fusco-fasciata  mox  distincta 
et  recognoscenda. 

Anapus  Stäl»  Nov.  Gen. 
Caput  latum,  thorace  postico  parum  angustius,  supra 
visum  valde  breve,  anterius  perpendiculari-declivum.  Oculi 
globosi,  prominentes.  Antennae  sub  oculis  insertae  et  ab 
bis  nonnihil  remotae.  Thorax  apice  haud  calloso-annulatus. 
Membrana  unicellulata.  Femora  postica  compressa,  lata, 
apicem  versus  nonnihil  angustata.  Tibiae  crassiusculae, 
parce  spinosae. 


189 

(\k\.  Anapus  Kirschbaumi  Stal.  —  Ohionpim.  nicri- 
rnun  i  scrfanf*/ 1 ,  siiltM|in<  ii-» ;  (  ;t|iitix  mar^riiu'  an^'iisto  circa 
«MiiN.s.  peni?<.  in;ir:,'ini'  antcp.cf'iriH  ail  cnxas.  inamlis 
ad  coxa»  postcriort-t»  palinle  Honlidc  tlavi»;  gcnicnliR  tiliiin- 
qno  fnsco  -  toptarcis .  tihiis  postoriorihn»  dilutiorihus;  raem- 
brana  snrdida.  hvaljna,  fii8C(»  vcnosa  cT.  Loug.  li^^,  Lat. 
1',  Millim.   -      Tal».  I.  li^'.  'J. 

Irkiitnk. 

Antonnac  corpcri  l'«rt'  ar(jiiilon}rao.  art.  Itasali  capitis 
latitudiiic  iDtraocnlari  noimihil  lircviur*-,  J  illo  liaiid  duplo 
lon^'inrc,  partiin  ^'raciliorc.  .*{  i-t  4  ai-qnalibus,  baHali  sub- 
aequilunpis.  Tliorax  transvcrHUs,  lonptudino  fere  daplo 
latior,  antic«'  quam  posticc  '  ,  an/,'nstior.  lateribns  rccti«, 
cum  scutoll«'  (»ciiln  annato  Mibtilissinie  transversim  riign- 
losug. 

♦)?.  Labop«  Burnieisten.  Stäl.  Ovatus,  nigricans, 
opacn»),  llaviilu  s(-ri(aii>:  liiuu  transversa  basali  nu-dio  in- 
terrupta  capitis,  utriin({nc  arcuata,  niacula  siib  ocnÜB,  gcnis, 
luarpiuibn»  pectoris  ad  cnxas  anjrustissinio  anmiloque  latis- 
tiiiiio  mcdio  libiaruiii  gordido  tla\csc(  iitibns:  iiieinbrana  niilla. 
9-    Lunp.  4',.   Lat.  2  Millim. 

Kanit.xt'liatka. 

L.  Sahlbergi  valdo  atTinis ,  «»culis  minus  prominen- 
tibns  et  sursiim  productis,  antennarnm  articnlo  basal!  bre- 
viore,  nonnibil  praciliorc 

6^.     Eurymerocon«  encetorum.    Tall.   Kirschb.  Kliyn- 
rhntcn.     p.  '.»:».    li'J. 
Irkntsk. 

60.  Kurynierocorii  flaveolu».  Stäl.  —  Subclonpatn«, 
dilute  flavns.  nitidus,  jaevis;  tboracc  tran^vorso,  lon^'itiuline 
dimidio  latiorc .  utriin(ju<'  suitsinuat»».  niari:^ine  apicali  cal- 
Insorlcvatn,  ante  apicni  calli^  1'  transMT>.is  valdo  distinc- 
tift;  mcmbrnna  dilut**  fuRccjjccnte.  <f.  ..  L«»np.  4'; — 5, 
I.af.    P  ..   Millim. 

Irknt.sk. 

.\ntcnnao  corpore  ipso  nonnibil  longiorcs .  art.  ba^ali 
capite  ab  autico  vi»o  n<mnibil  bri«viore,  2  praccedonte  tor 
fere  lonpiorc ,  acquicrasso.  graciliore,  apud  /  quam  aptid 
5  nonnibil  cra^siurc,  :\  ill<»  ',  brcxinre.  apii-ali  basali  panl- 
Inlim  b'npiorc  Caput  mipra  vi'.iim  latittidinc  intraoculari 
subaequilonpnm.  Tborax  rapitc  longiiT,  bin^itudinc  saa 
dihiidi«»  latior,  postier  quam  anticc  vix  dnplo  latior,  utrim- 
qnc  nonnibil  »inuatus,  apirc  caibmo    idevatu»,   pone  apicom 


190 

callis    2    transversis    distinctis,    pone    callos    subimpressus. 
Membraua  leviter  infuscata.     Tarsi  apice  fusci. 

70.  Eurymerocoris  quadrimaculatus.  Fall.  Hern.  Suec. 
p.  119.  7. 

Irkutsk. 

71.  Eurymerocoris  obscuriceps.  Stal.  Supra  pallide 
testaceo-flavescens,  subtus  cum  capite  nigricans,  hujus  ma- 
cula  basali  pallida;  hemelytris  pedibusque  sordide  pallidis. 
bis  fusco-irroratis.    9.     Long.  3V4,  Lat.  l'/s  Millim. 

Irkutsk. 

Statura  fere  E.  furcati,  minor,  antennis  paullulum 
brevioribus ,  articulo  basali  latitudine  capitis  intraoculari 
breviore,  nigro-fusco,  2  illo  vix  ter  longiore,  dimidio  basali 
nigro ,  3  et  4  basali  sublongioribus ,  fusco  -  flavis.  Thorax 
postice  quam  antice  vix  dupio  latior,  latitudine  antica  sub- 
longior,  utrimque  rectus,  callis  2  anticis  admodum  distin- 
ctis. Hemelytra  sordide  pallida,  membrana  infuscata,  pal- 
lido  venosa.  Pectus  fusco  -  testaceum.  Abdomen  nigricans. 
Pedes  sordide  pallidi ,  femoribus  fusco  -  irroratis ,  posticis 
compressis,   spinulis  tibiarum  e  punctis  fuscis  ortis. 

72.  Eurymerocoris  pulicarius.  Fall.;  Kirsch b.  Rhyn- 
choten.    p.  101.  149. 

Irkutsk,  Kamtschatka. 

73.  Zosmenus  variabilis.  Fieber.  Entom.  Monogr. 
p.  32.     Tab.  IL    fig.  12—16. 

Irkutsk. 

74.  Zosmenus  capitatus.  Wolff;  Fieber.  Entom. 
Monogr.  p.  34.     Tab.  IL     fig.  18. 

Irkutsk. 

75.  Tingis  spinifrons.  Fall;  Fieber.  Entom.  Mon. 
p.  104,  Tab.  IX.     fig.  6—12. 

Irkutsk. 

76.  Nabis  fuminervis.  Dahlbom.  Kongl.  Vet.  Acad. 
Handl.  1850.    p.  224. 

Irkutsk. 

77.  Harpactor  pedestris.  Wolff.  Hahn.  Wanz.  Ins. 
IL     p.  25.    fig.  129. 

Irkutsk. 


191 

78.     8«Ida  littor;ilis      I,.    II.  .s.h.     Wnnz     lim    VI.    p. 

Kamtschatka. 

?!•.  Snlda  serican«.  St  AI.  —  Nigrirans.  fnsrn-pilf)snla; 
capitis  parti'  antica,  latcrilms  th<»raci«,  hcinclytris,  inar^'iiu' 
pectoris  antico  et  ad  coxn«  anteriores,  pedihus  antenni.sque 
Rordidc  flavotestaccis,  Iiis  apicom  versus  fuscesrcntibus; 
clavi  indi.efiiifti  dirnidio  hasali  manihuiiu*  ntrini(|Uo  latorali 
pogtico  thoraris  ni^^ro-fuHcis  l.'iij-    .'. .    Lat.  Ji  ^  Millim. 

Kaintsrliatka. 

(»valis,  statnra  fcre  S.  httoralis.  alitcr  colorata,  pi- 
losa ,  thorace  brovioro,  utrinKiue  band  vol  vix  rntnndato, 
aDtorius  capite  cum  oculia  acqnilato,  gcntello  gnbacqnilatcro, 
basi  fjiiadrato  siibimpropso.  impressionc  basi  minus  di.-^tincta, 
hemelytrorum  mar^^im'  intcr  corium  et  mombranam  subinciso. 

8().  Salda  oblonga.  Stal.  —  Oblonga,  nipra.  scrican«, 
apirc  capiti.s,  macula  minuta  ."^ubapicaii  clavi,  litura  margi 
naii  Posterius  furcata  ante  medium,  macnlis  ad  marpincm 
anicalem  et  una  ad  marfrinem  c«>8talem  subapicaii  corii  pe- 
dibusqne  flavi^-teslacei«,  tibiin  obpcnrioribus,  femnribus  fusco- 
irrorali.s.     ,.     Loug.  •>,  Lat.  vix  .'J  .Millim. 

Irkutsk. 

S.  ri|)ariae  lonpior.  brmclytri.s  extus  minu.'*  rotunda- 
tis ,  tborace  latcribu.-^  subrecto.  oculis  magis  separatis,  scu 
tello  majore.  margin<'  liemclytrorum  costali  pone  medium 
eam  commit^sura  subparaliela.  Membrana  infuscata,  arcu 
mairno  marpinen»  extcriorem  sequente  dilutiore  ornata,  venis 
nigro-t'u.'^cis 

•^1       G«rris  rufotcuUlIata.     Latr.;   H.  .'<eb.    Wanz    Ins. 
IX.     I).  «'.l».     lig.  924. 
Irkutsk 

^2.  Dclphax  fu»cO'yittin  ."^tal.  —  Pilutr  iiisn.trsta 
cea .  ahdomiiif  fmntt  «|uc  ni^Ti«  antiltug.  carini.s  capitis  tho 
racisfjne  pedibunciue  pallidis.  bis  fusrosulratis;  vitta  dorsali 
singiili  ti'cmitium  tuscesrrutr ;  fronte  baj«in  «t  a|ticem  versus 
»ubangtiJktatn .  vertice  producto.  /.  I/Ong.  com  tegmin 
4'...  I.at.   1    Millim.  -    IM      tip    4  a  et  4  b. 

Irkutsk 

I).  lonpifronti  valde  sinnlin  et  atimi««.  lr"Ute  bre- 
vio--.',  basin  et  apirem  vrrsus  panllulnm  ancnstata.  baud  a 
racilio  labrum  vi'r.«*us  parallela  .  parte  v.rtiris  anteoealari 
pavtf    iiitr.'i"!  uLtri     brrvi<«r»- .       baud    subBcquilonga) ,     venis 


192 

tegminum  gracilioribus,  apicalibus  omnibus  integris  (venis 
let  3  a  commissura  haud  furcatis)  abunde  distincta,  dili- 
genter  tarnen  examinanda.  Vertex  parte  anteoculari  parte 
intraoculari  dimidio  breviore,  sulcis  2  frontis  in  partem  an- 
ticam  continuatis,  ibidem  divergentibus,  nigris.  Frons  elon- 
gata,  latitudine  media  vix  ter  longior,  basin  et  apicem 
versus  nonnihil  angustata,  medio  et  utrimque  carinata,  inter 
carinas  nigricans.  Thorax  vertice  vix  i/,  brevior,  cum  scu- 
tello  carinis  lateralibus  obliquis  et  una  media  longitudinali 
instructus.  Tegmina  abdomine  duplo  longiora,  subsordide 
hyalina,  fusco  venosa,  dorso  vitta  fuscescente  ornata,  venis 
apicalibus  6  omnibus  integris,  exteriore  brevissima,  cellulam 
parvam  triangulärem  terminante.  Abdomen  nigrum,  limbo 
flavo-maeulato. 

83.  Delphax   hemiptera.     Germ.;    Stäl.     Oefvers.    af 
Kongl.  Vet.  Acad.  Förh.   1854.     p.  193.  14. 

Sitka. 

84.  Delphax    dispar.      Fall.    Stäl.     Oefv.    af  Kongl. 
Vet.  Acad.  Förh.  1854.    p.  194.  16. 

Kamtschatka. 

85.  Tettigometra  obliqna.   Panz.;  Burm.    Handb.  der 
Ent.  II.     p.  147.  2. 

Irkutsk. 

86.  Acocephalus   bifasciatus.     L.;    Fall.     Hern.    Suec. 
Cic.     p.  26.  3. 

Irkutsk. 

87.  Deltocephalns  abdominalis.     L.   Fall.     Hern.  Suec. 
Cic.     p.  31.  10. 

Kamtschatka. 

88.  Deltocephalns    collinus.      Bohem.      Kongl.     Vet. 
Acad.  Handl.  1849.     p.  261.     ((f  $.) 

Irkutsk. 

89.  Deltocephalus  Bohemani.     Zett.    Ins.   Lappon.     p. 
290.  7.     (d"  9.) 

Irkutsk. 

90.  Deltocephalus  ocellaris.     Fall.;     Hem.    Suec.    Cic. 
p.  33.  13. 

Kamtschatka. 


Ol.  Deltocephalin  «tnatui  1' Ji  1 1  :  lloru.  Succ.  C.'ic. 
p.  3:.     17. 

Kaint.>4rliatkH. 

'Ji'.  Deltoccphalus  Rrcatn*.  Stal.  Dilntc  gri»oo  flave- 
«»ocns;  manili.x  ••  (J.  L'.  1*.»  M-rtiris,  capitrijuc  antic(»  ni^TO- 
fugcis,  Wnv'iit  transvcDii«  fronti.s  nianilisquc  ^cnarnm  |)alli- 
(lis;  thorace  ant«  rius  fusco-niacnlatt» .  topminibus  Bubailndo- 
hyalinis.  alMdo  vcnosis,  lunlti  arrolati«,  areola  ningula 
IrnuissiiiK' ,  apicalilm.«  a|iirf  tanun  nniiniliil  latiiis  fusco- 
margiiiatis;  picttTc  ahiloiiiinetiiic  ni^'riiautil)U8.  (f.  Lung. 
.{',,  Lat.  <  .    Milliiii. 

Irkiitsk. 

D.  striato  valdc  similis  et  affinis,  cai»ite  antico  ma- 
rnlisqnp  vcrticis  ni;:n»-fu.sci8  niox  distinctus.  Caput  subob- 
tase  trianj:ularit«  r  pnxliutuni,  supra  pallide  frristo  -  flave- 
sccnh,  inaculi»  •>  iL'.  2.  1*.  1  uifm^-fiiKiis,  iiuarunj  1^  apicalibns 
valdc  appK'ximatis;  bulitus  ni^-ro  •  fuRtuui ,  fruntis  lincig 
transvcrsis  siilinlisoKtis ,  iiiaruli.*iquc  ^'cnaruin.  lorornni  cly- 
ppiquo  pallidis  Tbcrax  cum  scutclN»  pallide  pri^co  flasrcne, 
dliu»  nia<uliff  anticis  hujus  macula  basali  utriinquc  fuBcis. 
Tcgniina  »ubalbid«)  hyalina.  adnuidum  valide  albido-vcnosa, 
clavo  arcoÜH  discdidalibu.s  «i,  (juarum  jxistcriorc  media  valde 
elongata,  apicalil>us  .".  a  marpinc  iiitcriorc  cxtrursum  maf^ni- 
todine  senhim  d»  crcsccntibus,  et  una  intcr  arcdam  apicalcm 
internam  et  elavum.  omnibuH  areolis  tcnuissime  fusco-mar- 
pinati«,  apicalibus  apice  tarnen  latius.  l'cctus  et  abdumen 
nigrieautia ,  hoc  tcnuissime  flavo-cineto,  Pedes  pallide  gri- 
8eo- flavcHccntcs,  fcmoribus  antcrioribuB  ultra  medium  arti- 
culiscjuc  tarKdrum  apiec  nipro  fusci«,  ilÜK  ibidem  Havo  varii», 
tihiarum  pogticarum  spiiiulJH  c  puncti»  nigro  fuseis  ortis 

i«3.  Thamnotettix  notaticept.  Stal.  Oilute  prisco-fla- 
vescen«,  eapit»-  pcdibus(jue  liavcKcentibuH,  maculia  2  verticii 
apicalibus  \alde  approximati«,  maculiaque  basalibns  frontis 
cum  illiti  utrimque  .huIk dnilucntibuH,  bujun  etiam  marpoibus 
lateralibus  suh  oruliH.  maruli«  antiri«  tbnraris  femurumque 
anterinrum.  j>ect<>re  abdomincque  nipriiantibu«»,  hiw  2  flavo- 
marpinatiH.  huius  margine  tlavd  nigro  maculato.  9.  Long. 
4,  Lat,   1'«   Millim. 

Irkntfk. 

Statura  fere  Tb.  .Htrinlae.  aod  brrvior.  Caput  fla- 
vcaccn}« ,  supra  visum  trannvcrsum,  obtuaifiaime  rotundatum, 
maculis  2  v«rtiris  apicalibus  valde  anproxiniatiB .  2  ctiam 
fmntis  baftalibu.H  n"nnihil  maj«»ribuM  ilistantibua ,  cum  illis 
utrimque     subcuntiucntibu8     et     (juadrangularitcr    dispositU, 


194 

marginibus  frontis  infraocularibns,  limbo  lororum  tenuissime 
maculaque  clypei  nigricantibus.  Thorax  et  scntelluni  gri- 
ßeo-flavescentia,  ambo  maciilis  basalibus  nigro-fuscis  ornata. 
Tegmina  abdomen  nonnihil  superantia,  pallide  subfusco- 
byalina,  flavido-raicantia,  subtiliter  nonnibil  pallidius  venosa, 
sutura  clavi  fnsca;  corio  areolis  discoidalibus  valde  elonga- 
tis,  apicalibus  3  fquarimi  iina  omnino  media),  et  una  inter 
areolam  apicalem  interiiam  et  clavnra.  Pectus  et  abdomen 
nigra,  flavo-cineta,  hnjus  margine  flavo,  maculis  parvis  ni- 
gris  ornato:  valviilis  flavis,  intus  nigris.  Pedes  pallidius 
flavi,  apicibus  ipsis  articulorum  tarsorum  punetisque  minu 
tis  ad  ortiim  spinarum  tibiarura  posticarum  nigricantibus. 

94.  Thaninotettix  fascifrons.  8tal.  —  Flavescens,  li- 
neis  transvcrsis  maculisque  2  basalibus  frontis,  saepe  ad 
fasciam  confluentibus,  litura  utrimque  angulata  marginibus- 
que  ad  oculos  vertieis,  Aittis  2  tboracis,  basi  scutelli  pectore 
abdomineque  nigro  -  fuscis,  hoc  flavo  -  marginato;  femoribus 
ultra  medium  fuscis;  tegminibus  fusco-hyalinis,  flavido-ve- 
nosis.    9.     Long.  4,  Lat.  1 VV,  Millim. 

Sitka. 

Variat  vittis  thoracis  iatissimis,  thoracem  fere  totum 
occupantibus. 

Staturä  praecedentis ,  cui  afjfinis.  Caput  flavescens, 
breve,  obtuse  trianguläre,  vertieis  margine  ad  oculos  litu- 
risque  2  anticis  introrsum  acute  angulatis  (ramulo  eorum 
antico  transverso),  lineisque  transversis  frontis  saepe  ad 
fasciam  confluentibus  nigris  aut  fuscis;  maculis  genarum 
et  clypei  fuscis.  Thorax  flavescens,  vittis  2  approximatis 
utrimque  dilatatis  nigro-fuscis.  Scutellum  nigro-fuscum,  mar- 
ginibus lateralibus  apiceque  flavescentibus.  Tegmina  ab- 
domen nonnibil  superantia,  fusco  -  hyalina,  flavido  -  venosa, 
areolis  elongatis.  Pectus  et  abdomen  nigricantia,  hoc  flavo- 
limbato,  incisuris  nigris.  Pedes  pallidius  flavescentes,  fe- 
moribus anterioribus  ultra  medium,  tibiis  intus,  punctis  ad 
ortum  spinarum  tibiarum  posticarum  apicibusque  articulorum 
tarsorum  fuscis. 

95.  Thamnotettix  sex-notata.  Fall.  Hem.  Suec.  Cic. 
p.  47.  36. 

Sitka,    Kamtschatka. 

96.  Thamnotettix  sordidipennis.  Stäl.  —  Nigricans, 
macula  genarum,  vitta  clypei,  linea  transversa  basali  frontis 
utrimque  ramulum  brevem  retrorsum  emittente,  linea  longi- 
tudinali   media   margineque  angusto   postico  vertieis,   vittis 


19f) 

2  »pproximatis  thoraris.  anpnli!«  basalibn»«  »otitplli  limhorjue 
abdoininJR  flavi'K«*enlif>ns ;  tepminibu«  Hordidi*.  Iiyalinis;  j)c- 
dihus  prist'o  tlavt'HcrntibuH,  t'nsco  variis.  /.  Long.  2'',, 
Lat.  vi\    1   Milliiii. 

Irkutsk. 

l'arva.  latiu^cula  Tli.  fascifronti  hlatura  Biniili.s. 
Tcpmina  8nbfu«<ro  -  hyalina ,  subtilitcr  rcnona,  areolig  clon 
patis.  l'odcs  prisco  -  (lavcsr«*ntcs  .  ba«i  fimoruni  antcriorum 
apicibiisquc  arli<Mil<>rnin  f.irsi>nini  fnscis 

97.     Thamnot^ttix    lineatifrons.      St.il  Klavo  -  vire- 

Bcens;  capitc  vaUie  obtu«»e  trianpiilari,  liiica  IransvcrKa 
snba])icali  vcrticis,  linof>Iis  fnpcinrjr.o  anptista  liasali  frontis 
medio  interruptih.  macula  niapna  antopcrtoris  abdoniincquc 
(linil)o  cxccptf'i  iiifjrirantibus ;  topininibiis  sordidc  hyalinif», 
fiavido-veiiM!<i!».     ..     L<»nf,'.    I'j,  Lat.    1',   Milliin 

Sitka. 

In  virinitat«-  Tli.  ««ex  notati  locauda.  Flavu  -  virc- 
Bceos.  Caput  snpra  visum  brevc,  obtuno  tnangnlaritcr  pro- 
dnctnm.  flavrsconf«,  v.Ttiri«  linea  snbapicali  medio  intcr- 
nipta,  frontis  linrolis  transversis  ntrimqnc  fasciaquc  an^'usta 
basali  ntriinqne  adhiic  aiifmufiorc.  nicdin  siibintomij)ta^ 
niarf;in«'  bas.ili  utriiiMjin-  lituracjue  nnniita  media  clyjiri  ni- 
pricantibr.s  aut  fusri«  Thorax  transvorsiin  riigiilosus,  arcn 
antico  (.l)S<«kt<t  fuflecsoente.  Linea  transversa  discoidalis 
scntelli  ni^'ra.  Tcgniina  abdctmon  nnito  snperantia,  sordidc 
hyalina,  flavido-vmosa,  aronlis  disroidalibus  valde  elon^'atis, 
apiralibus  3  'int«'ri<'re  maximal,  et  nna  intcr  nrc«>lam  api- 
calcm  interiorem  et  rlavnm.  IVctns  tiavt^cfn».  nigro  ma- 
ralatiini.  AbdonK  ii  nigrum.  limbo  vah  nlisrjiu-  flavis.  Pcdc» 
pallido  flavi.  punrtis  ad  ortum  spinanim  tihianim  postica- 
rnm,  tarsunim  omnium  apicibns  fiisris  aut  nipro-fuBCis. 

'•'*.  Athytanus  tranivertui.  Fall.  Hom.  Snec.  Cic. 
p.  2<t. 

Irkut.Hk 

(»0.  Athywnni  ^ri«^c*n»,  Zeit.  Tni».  Lappon.  p. 
'29h    13. 

IrkntMk. 

100.  Athytanai  itnatulus.  Kall  Heia  Saee.  Ole. 
p    33 

Kamtschatka 

lOL     TyphlcK-yba    pnm.     Stal     —     iMinto  unbolivaceo- 


196 

flava;  abdomiue  pallide  virescente,  tibiis  apicem  versus 
tarsisque  prasinis;  tegminibns  flavescente  -  hyalinis,  basi  et 
apicem  versus  subdecoloribus,  areolis  apicalibus  4,  secnnda 
(a  commissura)  parallela,  tertia  apicem  versus  latiore.  </. 
Long.  33/4,  Lat.   l',  Millim.     Tab.  L  fig.  5. 

Sitka. 

Tegmina  abdomiue  duplo  fere  longiora,  apice  rotun- 
data,  areolis  apicalibus  elongatis  4,  quarum  1  (a  commis- 
sura) elongato-trianguJari  basi  reliquis  latiore,  2  parallela, 
3  basi  secundä  nonnihil  angustiore,  apicem  versus  sensim 
nonnihil  latiore,  4  iu  medio  quam  basi  nonnihil  latiore. 
Alae  dilute  lacteae,  subvitreae,  posterius  ab  apice  limbatae, 
in  parte  antica  venis  3  parallelis  instructae ,  quarum  2  an- 
ticis  magis  approximatis ,  pone  medium  ad  unam  conflu- 
entibus. 

102.  Typhlocyba  commissuralis.  Stäl.  —  Flavo-albida, 
capite  circa  oculos  scutelloque  pallide  brunnescentibus,  hu- 
jus  marginibus  lateralibus  tenuissime  venaque  ipsa  margi- 
nali  interna  tegminum  ultra  medium  nigricantibus;  tegmini- 
bus  pallidissime  flavescentibus,  apice  subdecoloribus,  costa 
basi  fuscescente,  areolis  apicalibus  4  triangularibus ,  latera- 
libus marginem  apicalem  ipsam  haud  attingentibus,  2da 
basi  latiuscula,  3tia  basi  angulum  acutum  formante.  d. 
Long.  41/2,  Lat.  ','4  Millim.  —  Tab.  I.  fig.  6. 

Sitka. 

T.  lineatellae  subsimilis.  Tegmina  areolis  apica- 
libus 4  instructa,  quarum  externis  apicem  haud  attingenti- 
bus, obtriangularibus ,  basi  latis  et  ibidem  utrimque  subob- 
lique truncatis,  secunda  (a  commissura)  apice  omnium  la 
tissima,  intus  sensim  angustata,  basi  utrimque  oblique 
truncata,  tertia  triangulari,  basi  angulum  acutum  formante. 

103.  Typhlocyba  carneola.  Stäl.  Dilute  carnea,  vertice 
scutelloque  in  pallide  flavescentem  migrantibus;  tegminibus 
apicem  versus  decoloribus,  subcarneo  -  venosis,  abdomine 
nigro,  ano,  pedibus,  fronte  incisurisque  ventris  tenuissime 
pallide  flavescentibus.  cT.     Long.  3V3,  Lat.  %  Millim.  Tab,  I. 

flg.  7. 

Sitka. 

Tegmina  cellulis  apicalibus  4  elongatis  instructa,  inter- 
mediis  2  subparallelis,  quarum  interiore  exteriore  pauUulum 
longiore,  basi  truncatis;  marginali  antica  prope  basin  nonni- 
hil angustata,  postica  elongato-triangulari.  Alae  marginatae, 
auterius  venis  3  instructae,  quarum  2  anticis  pone  medium 
ad  unam  confluentibus,  posteriore  pone  medium  furcata. 


197 

1(M.     Bytho«copu8    Populi.      L. ;     Fallen,    llciu.    Suec. 
Cic.     p.  60.  :i. 
Irkutsk. 

Idö.  BythoBcopa«  venosui  Fall.  Hem.  Suec.  Cic. 
p.  :{><.  21. 

Irkutsk. 

ItMl.     Bythoscopus  Rubi.     Hdliciu.     Koii^I.   Vet.    Acad. 
Haiull.   1^1.").     j».  .V).  L'7. 
Irkutsk. 

1(»7.  Eaacanthus  oig^o •  flava«.  Stäl.  —  Flavescena, 
disco  lere  totu  vertici«.  thoracc  (an;:ulis  lateralibus  excep- 
tis),  scutello,  elavo  (coniiiiissura  execptai  dorsoquc  abdo- 
iiiinis  nif:riÄ:  te^'minilius  ahdoniine  Dcmnihil  hrevidribus; 
unpuiculis  nij;ro-fu8ci<«.      ,.      I.<»n^'.  ö'j,  Lat.    P^   Millim. 

irkutsk. 

Ins.     Tettigoaia  viridii.     L.;  Si^'n.     Anual.  Lut.   1^54. 
p.   IT     lf,i;.     IM    11.     tig.  3. 
Irkutsk. 

\iO.     Aphrophora    corticea.     Germ  :    Rollern.     KoDgl. 
\et.   Acad.   liaudl.   1^47.     p.  24. 
Sitka. 

IK».  Aphrophora  bifasciata.    Falir. ;  Cercopis  alni.   Fall. 
Hell).  Suec.  Cir.     p.  2. 
Irkutnk. 

111.  Lepyroma  coleoptroto.  L. ;  Am.  A  Serv  Hein. 
p.  ThiT.  '.i. 

Irkutak. 


K.xplicatio   tal»ula(*. 

1       Deraoocoris    brachialiti       Ma^'uiludt)     aucta, 
1.  H.  luagnitudn  uat. 

2.      Anapuft    K  i  rm- li  liau  m  i.      .Ma^n     aueta:    2.    8. 
luagu    nat  2.   b.     Caput  a  laterc  viDuni. 


198 

3.  Diplacus  alboornatus.  Magn.  aucta,  3.  a. 
magn.  nat.;  3.  b.  Caput  ab  antico  visum.  3.  c.  Caput  a 
latere  visum. 

4.  a,  Caput  Delphacis  fusco-vittatae  ab  antico 
visum.     4.  b.   ojusdem  ala  antica. 

5.  a.  et  b.  alae  antica  et  postica  Typhlocybae 
purae. 

6.  ala  antica  Typhi,  commissuralis. 

7.  a  et  b.  ala  antica  et  postica  Typhi,  carneolae. 


Heber  aufFallende  Nachlässigkeiten. 

\^ou  V,  A,  Oolirn. 

Im  Jahrgange  1857  der  Berliner  Entomol.  Zeitschrift 
sagt  Herr  Professor  Dr.  Schaum  bei  Gelegenheit  seiner 
Recension  des  Marseul'schen  Catalogue  des  Coleoptöres 
d'Europe,  dass  er  1852  die  vierte  Auflage  des  Stettiner 
Katalogs  geliefert  habe  und  fährt  fort:  „Diese  Auflage, 
welche  von  mir  nach  bestimmten  Principien  in  einheitlicher 
Weise  durchgeführt,  zum  ersten  Male  ein  mit  Kritik  ver- 
fasstes,  und  mehrfacher,  besonders  durch  die  Beschleuni- 
gung des  Druckes  veranlasster  Lücken  ungeachtet,  ziemlich 
vollständiges  Verzeichniss  der  beschriebnen  europäischen 
Käfer  lieferte,  hat  in  den  folgenden  Auflagen  zwar  manche 
Zusätze  erhalten,  es  haben  die  Ergänzungen  und  Verbesse- 
rungen aber  nicht  mit  den  neuen  Leistungen  der  descripti- 
ven  Entomologie  Schritt  gehalten*);  auch  sind  mehrere  von 
mir  vermiedene  Irrthümer  in  dieselbe  aufgenommen  wor- 
den.   " 


^)  Um  nur  auf  eine  besonders  auffallende  Nachlässigkeit  hinzu- 
weisen, ist  die  Gattung  Bembidium  unverändert  aus  der  vierten  Auf- 
lage in  die  folgenden  ninubergenommen  worden,  obwohl  die  Mono- 
graphie von  Jacquelin  Duval,  von  der  ich  nur  den  Anfang  hatte  be- 
nutzen können,  1853  vollendet  worden  war.  Die  Hälfte  der  Gattung 
ist  daher  nach  dieser  Monographie,  die  andere  Hälfte  auch  gegenwärtig 
noch  ohne  die  Benutzung  derselben  zusammengestellt. 


m 

So  weit  Prof.  Schaiiin.  Obwohl  ich  ilic  hier  hoHproch- 
ucD  ..fol^'oiulou  Autlas;».!!'  bcKorg^t  und  die  Vorreden  mit 
ineiniiu  Namen  uuter/eiehuet  habe,  ho  wUrdc  ich  (bnli  bei 
meiucr  imlividucMen  Annieht  Über  den  ephemeren  Werth 
eines  solchen  nath  seimr  Natur  hüchRtcns  auf  ein  bis  zwei 
Jabrr  liraui  libaren,  und  dann  als  obMdel  durch  einen  neuen 
berichtii;leu  und  NervnlUtamli^^ten  m  ersetzendem  Katalo- 
gen in  ilem  NurHlebendeii  Artikel,  d«  r  meinen  Namen 
uuerwiilint  liisst .  keinen  .Vnlass  zu  einer  directen  Krwie- 
deruu^'  gefunden  haben.  Da  es  aU-r  Herrn  l'ruf.  Schaum 
beliebt  hat,  iu  den  Annalen  de  la  Mociöte  entoniologique 
de  France  1>«.')T  lAXlX  denselben  (Jcffcnstand  zu  berüh- 
ren und  /war  mit  d<r  i'<irm  .,Ce  n'est  donc  iias  moi,  mais 
.M.  Dohru,  lunitjUe  rcdartenr  des  editions  suivantcB,  qui 
est  respoiihablc  du  mauvais  traitcment  du  f;eure  Hembi- 
dium"  —  8u  wird  es  (  ausser  einer  selbstversUindlichcn 
KrwiederiiDg  an  der  botrclTrudeu  Stelle  >  auch  den  zahl- 
reichen deutHchen  Kaut'crn  d«r  von  mir  be8ori;teu  Autigabcn 
V.  und  VI.  von  einigem  Interesse  sein,  zu  erfahren,  was  es 
mit  der  behaupteten  ,.a»'tTallenden  Nachliissi^'keit"  denn  ei- 
gentlich  auf  sich  hat. 

F*di;endes  sind  <lie  Thatsachen: 
1.  Die  Arbeit  von  Jacquelin  Dnval  de  iiembidiis  euro- 
paeis  8t<'ht  in  zwei  .lahrgängen  der  Pariser  Anna- 
leu peilruekt.  Die  allgemeine  Kinleitung,  Literatur  und 
eine  Talel  mit  einer  lebcrsicht  über  die  von  .1.  Duval 
angenommenen  IT  (irupp»n,  welche  mit  Taehypus  be- 
ginnen und  mit  (■illciiuni  sejijiissen,  ferner  die  «Tsten 
l»  (iru]>pen  mit  ihren  .\rten.  bis  einschliesslich  No.  G4 
B.    praeustum  Dej.  stehen  in  dem  Jahrgänge   1>^.')1. 

In  (bin  Jahrgange  \>^i)'J  (ui<ht  IS'Xi,  wie  es  durch 
einen  Drucktehler  in  der  Note  des  llerrn  Schaum 
Ihisst)  tolgt  dann  die  zweite  Hälfte  der  Dnxalschen 
Monogra|diic,  nandich  der  Keht  der  n«  unten  <iruppe 
bin  zum  Schluss  drr  .»«iebzehnten. 
'J     Herr   l'rof.  ."^chaum  räumt  ausdrUcklieii  ein,  die  erste 

Hallte  der  Duvalsehen  Arbeit  iN-nuLzt  zu  bal>CD. 
.'•     Herr   Jac(]uelin   Duval,   welchem  wie  es  schciot,   kcio 
Exemplar  der  vierten  AutMrabc   des  Steltiner  Catalo- 
gUH  Colenpt.   Kurop.  ^         '       n    hat,    au«   welcher  die 
Gattung    limibidium  .    lert    m    die    fitnftc    hin- 

llbergcnomnun   if>t.  ma«  lil    liiem  r    llUUlen  Ausgabe    fol- 
genden Vorwurf  f.^nnales   IpCm  pag.  Ml} 

.,Der  Stettiner  Katalog  l(t6ö  nimiut  meine  Cinthci- 
laog  nicht  an  und  thedt  die  Gattung  in  11?  Gruppen, 
die  auf  wenig  natürliche  Weise  geordnet  «iod.    ''U- 


200 


lenum  und  Lymnaeum  befinden  sich  an  der  Spitze  neben 
Tachypus,  von  dem  sie  doch  weit  abweichen,  und 
die  TacJiys  im  Gegentheil  stehen  hinten  am  Schluss 
statt  in  der  Nähe  der  im  Kataloge  vorhergehenden 
Trechns.  Der  Autor  kann  meine  Arbeit  unmöglich 
mit  Aufmerksamkeit  zu  Rathe  gezogen  haben.  Ich 
will  mich  hier  nicht  gegen  einen  Katalog  verthei- 
digen,  in  welchem  die  erheblichsten  Fragen  durch 
einen  Federstrich  kategorisch  entschieden  sind,  aber 
ich  werde  einige  seiner  stärksten  Fehlgriffe  bezeich- 
nen, wonach  man  über  das  Ganze  zu  urtheilen  be- 
rechtigt ist. 

Dieser  Katalog  adoptirt  B.  rfiaeticum  Heer;  ich 
habe  dessen  Identität  mit  pyreuaeum  nachgewiesen; 
alpinum  Dej.,  dessen  Typus  ich  sah,  ohne  auch  nur 
eine  Varietät  daraus  bilden  zu  können;  cyanescens 
Wesm.  und  cumatHe  Seh.,  welche  identisch  sind; 
scapulare  Dej.  dessen  nothwendiges  Wegfallen  nie- 
mand bestreiten  kann;  neglectum  Daws.,  das  der 
Autor  selber  mit  obsohtum  Dej.  vereinigt;  bipustula- 
tum  Redt.,  welches  ich  als  synonym  von  guttula  nach- 
gewiesen; bisulcatum  Chaud.,  das  doch  mindestens 
neben  Clarkii  hätte  stehen  müssen;  elongatulum  Dej., 
zufolge  des  typischen  Exemplars  nichts  andres  als 
bistriatum ;  parvulum  und  pulicarium ,  welche  einerlei 
sind;  und  schliesslich  unter  den  Arten  zweifelhaf- 
ter Stellung  gracile  Ramb.,  speculare  Ktist,  welche 
Synonyme  sind. 

Und  doch  habe  ich  dies  in  meiner  Monographie 
vollständig  erörtert  und  bewiesen,  folglich  wieder- 
hole ich,  der  Verfasser  dieser  Partie  des  Katalogs 
hat  entweder  sich  nicht  die  Mühe  genommen,  meine 
Arbeit  aufmerksam  zu  lesen,  oder  er  hat  vielleicht 
nicht  Französisch  genug  verstanden,  um  meine  Be- 
merkungen zu  capiren." 

4,  Demnach  reduciren  sich  die  Vorwürfe  des  Herrn  J.  Du- 
val  gegen  den  Stettiner  Katalog  in  puncto  Bembidio- 
rum  auf  zwei  Ausstellungen: 

A.  die  unnatürliche  Reihenfolge  der  Gruppen. 

B.  die  Beibehaltung  von  11  Species  als  selbständigen 
Arten,  während  deren  Synonymie  nachgewie- 
sen sei. 

5.  Von  diesen  beiden  Vorwürfen  hat  Herr  Prof  Schaum 
den  ad  A  vollständig  und  den  ad  B  zum  Theile  auf 
sein  eignes  Conto  zu  schreiben,  wie  aus  folgender 
Beweisführung  erhellen  wird. 


2Ul 

All  A.  AuÄdcr  dem  cignco  Kiogcstämliiiäs  de«  Herrn  Pro- 
fetfgors  erpicht  sieh  auch  auH  ciueni  Vcrf^leiehe  der 
vierten  A ns;;al)o  (  1  <yJ  t  mit  der  dritten  (1 H49 ), 
da.ss  die  (iattiiuf;  Hembidium  von  Gruppe  3  (Tcichy- 
j'u*)  ab  bis  zu  (Jril|)|»e  7  (l'ernyhu»)  Ilemb.  jirufuttum 
Dej.  durchaus  nach  der  Anordnung  J.  Duval's  unigc- 
moilelt  worden  ist,  nur  das«  Prof.  Schaum  die  [)  Grup- 
pen D's  auf  r»  reducirt. 

Nun   war   es   freilieh   ein   lataler    Umstand,  dass  J. 
Duval  die    bisherijcc    Anordnung   auf  den  Kopf  stellte, 
und  mit  der  (nach  Hejcan  in  der  ersten  und  zwei- 
ten   Aus^'abc    des    Katalo^rs    an    «las    Knde ,    in    der 
dritten    mit     anscheinender    Willkür    vt»n    Professor 
.Schaum  in  die    Mitte  gestellten)  Gruppe  Tach\jpu$  be- 
gann.   Als  Grund  dafllr  steht  (Annalcs   l^^.')!  pa^. 4r>4). 
„Nach  dem  IJeispielc  Duftschmidts,  Sturms  und  Krieh- 
8ons  bepnno  ich  mit  dieser  (inipi)e,  weil  ihre  Arten 
eine    evidente  Analo^'i,-    mit    Klajibrus    zeipen,   und 
sich  dcnisclhcn  /ieiiilich  natürlich  anschliessen  kr.nnteD." 
Dass    Herr    l'rof.    Schaum    dieser   Ansicht   nicht   gewe- 
sen,   und    Ik'mbidium    nicht    mit    Kla])hruä    sondern    mit 
T  rech  US    in   unmittelbare    Verbiuduni:   gebracht   hat,  kann 
ihm  gewiss  nicht  zum  Vorwurf  gemacht  werden.     Es  ergab 
sich    aber    aus    dieser    .Miweichung    von  J.  Duval  augen- 
scheinlich die  einfache   Ndthwendi^'keit,   die    zu  Anfang  der 
Duvalschen    Arbeit    vitllsUindig    gegebene    Gruj)pcntafel    zu 
analysiren.  und  die  mit  Trechus  nachstvcrwandten  (iruppen 
voranzustellen,    dagegen   die   erste    Duvalsehe    Gruppe    zur 
letzten   zn    machen.      Was   that    Herr   Schaum?     Er  nimmt 
Duval's    Gruppe    IT    und  macht  sie   zu  seiner  ersten;   seine 
zweite   ist    Duvals  Grupj)c    !•>,   und    hierauf   folgen  Duval's 
Gruppen   1  —  1»,    von    Scliaum    auf.}  —  7  (ex  parte)  zusam- 
mengezogen. 

Heissl  dies:  ..mit  den  Leistungen  der  dcscriptiven  En- 

tonioh»gic   Schritt  halten".""      „Wer   ist   der   Kaufmann  hier, 

nnd  wer  der  Jude?"  in  BetretT  der   keck  hinpeschleudcrtcn 

„aulTallenden    Nachlässigkeiten''    an<l    ,.maura\i  traitemfnt"11 

Ad  H.     Hier    ist    einfach   zn   sa^'cn.  dass  von  den   11  ron 

J.  Duval  als  tadclnswcrth  nu-nirtcn  Svnonymcn  vier, 

nebmlich  H.  rhacticum.  alpinum.  gracile  und  specularc, 

bereits  in  der  ersten,  vuu  i'rofes.snr  Schaum  benutzten 

Hälfte  der  Monographie  besprochen  sind. 

Damit  glaube  ich  tai    »uprrqu^  bewiesen  zu  haben,  da«9 

die  von    Herrn    Schaum    ohne    sonderlichen    Aufwand    von 

Htitlichkeil   sich    ab     und    mir    aufgehalsten    Vorwürfe    zum 

wescntJicheu    Thcile    von    ihm    vertreten    werden    mlistten. 

\\ 


202 

So  wird  Herr  Prof.  Schaum   es  auch  erklären  müssen,   wie 
er  in   der  von  ihm   ,,nach    bestimmten   Principien  und  zum 
ersten    Male  mit  Kritik  verfassten"   vierten  Ausgabe   dazu 
gekommen    ist,    dem    Carabus    morbillosus    Panzer   den     in 
den  früheren  Ausg-abeu  noch  nicht  erwähnten  Car.   tuber- 
culatus    Clalrville  als   Prioritäts  -  Synonym    voranzustellen, 
während  er  doch  [in  der  Note  S.  87  Jahrg  1858  der  neuen 
Berliner  Zeitschrift]  Herrn  Jacquelin  Duval  vorwirft,   diesen 
Namen  gebraucht  zu   haben,   „obwohl  der   Käfer   bei  Clair- 
ville   morbillosus   heisst  und  ein  tu  bereu  latus  Clairv. 
gar   nicht    existirt".    Ich  weiss  nicht,  auf  welches  Ma- 
gisters  Worte  Herr  Schaum   und  die   Herren  J.  Duval,   de 
Marseul  etc.  bei  dieser  Gelegenheit  geschworen  haben,  aber 
ein  Beispiel  Avie  dieses  reicht  vollständig  aus,  um  sich  daran 
deutlich  zu  machen,  was   es   mit   der  Unfehlbarkeit  in 
unsrer   unermesslichen   Wissenschaft   auf  sich  hat,  und  wie 
bedenklich    es    ist,    ein    „Nachsprechen    in  tidem  eines  kri- 
tischen  Verfassers^'   mit   dem    Stigma    „auffallender   Nach- 
lässigkeit" zu  begnadigen.      Dies   diem   docet,  das  gilt, 
wenn  irgendwo,    doppelt   und    dreifach   in  der  Entomologie. 
Bei  diesen  und  manchen  andern,  zum  Theil  schon  zur 
Sprache  gebrachten,  zum  Theil  gewiss  noch  später  sich  er- 
gebenden Versehen  kann  es  mir  unzweifelhaft  zur  Last  ge- 
schrieben werden,  das3  ich  mich  dabei   auf  Vorgänger  ver- 
lassen habe.     Wenn  sich  aber  aus  dem  Vorliegenden  ergiebt, 
dass  ich  dies  nicht  einmal  in  Betreff  der  Gattung  Bembi- 
dium  hätte  thun  sollen,  obwohl   Herr  Prof.  Dr.  Schaum  ge- 
rade über  dieser  Gattung   (Entom.  Zeitung   1845  p,  402, 
1846  p.  107,  1848  p.  333)  das  Licht  seiner  Aufklärung  hat 
leuchten  lassen  (so  dass  man  es  a  priori  nicht  für  möglich 
halten  konnte,  er  werde   bei  Anordnung  der  Gattung  durch 
die  nur  halb  erschienene  Monographie  J.  Duval's   ganz  aus 
dem   Concei^te   kommen),   dann   scheint  es  mir  ziemlich  un- 
umstösslich,    dass    ich    vollkommen   berechtigt   war,    meine 
Verantwortlichkeit   auf  das   zu   beschränken,  was  die  Vor- 
reden  zur   fünften   und   sechsten    Edition   des   Catalogs 
ausdrücklich  besagen,  nehmlich  auf  die  in  der  Zeitung  mo- 
nirten   und   discutirten   Aenderungen  und   Ergänzungen  der 
vierten  Ausgabe,    deren    kritischen   Verdiensten    dadurch 
kein  Abbruch  geschieht,   dass   dem  Prof.   Schaum   hie  und 
da    etwas    Menschliches   begegnet   ist.      Ob  das  Vergessen 
der    Gattung   Hyphydrus,    die    Anführung  des   Iphthimus 
an gu latus    Hossl    als    einer    beschriebenen   Art   (während 
Herr  Reiche  behauptet,  das   sei   ein  Irrthum),   ob   das  Auf- 
nehmen  des    nordamer.    Cexitorhynchus   umbellae,  des  australi- 
schen Novius  sangninoUntus  unter  die  Europäer,  ob  das  Aus- 


208 

Iftssen  de«  in  der  zwcitou  IaIIiIou  bereit«  rite  auf^efllhrtcn 
H  ypotheneinuH  rriiditiis  U>«/w.  unter  die  Versehen  pe- 
Inirt.  «lie  man  auf  „HeH.^hlcuni^'ung  drs  Druekcs"  scliniljen 
kann,  liKilit  ziemlich  j:kieli;,'llltip.  /u  der  h't/t^'enaniitmi 
Oattuni:  will  ich  stlilirsslich  nodi  eine  bereit«  in  diesem  lUatte 
.lahrp.  lS.V)|i.  1«).'5  ^'emaditc  Antleutunj;  8|)eeieller  ausführen. 
Die  (iattunj:  lly  i>«»t  henemu  8  mit  der  bisher  einzigen 
Art  eruditus  ist  von  Westwoo«!  in  dem  \<M  erschie- 
nenen ersten  Hamle  «ler  TranHattiuns  der  Londoner  entomo- 
htjrisiln'n  ({«•.Hellsehatt  publicirt.  Krichson  citirt  (lattung 
und  Art  ( IH.W»  in  Wie^rmanns  Archiv  i  in  seiner  .Systema- 
tischen Aiisriiianderstt/uni:  der  HnrkrnkiilVr",  mit  dtiii  aller- 
din{;s  btlremdlichen  Zusätze  ,,lebt  in  labyrinthiseh  verworre- 
nen (jünfjcn  unter  Buehcnrindc". 

Krichson,  der  sonst  so  vorsichti;^c  und  prc^ren  älinliche 
\  i'rstösse  bei  An«Urn  nicht  eben  sitnderlich  iluhlsume  Krich- 
son. mus8  dcr/.cit  ^'ar  kein  Knj,disch  verstanden  uiul  sidi 
vielleicht  auf  eint;n  dieser  Sprache  an^reblich  knndi;:en 
Windbeutel  verlassen  haben.  Ks  lautet  nehmlicli  der  Kin- 
panp:  zu  Westwood's  Artikel  wie  ful;:t : 

„Mr.  Kdw.  Lumhy    gab   mir  einen  Hcleg  zu  den  Ver- 
wüstunfTcn.  welche  durch  Insecten  in  HUcher-Kinbänden 
angerichtet   werden,   und    ich  irlaubte,   eine  Notiz  dar- 
über würde    der   entoninl.  Suejetiit    nicht  uninteressant 
sein,  besonders  da  das  fragliche   Inscct   nicht  recht  in 
irgend    einer    bekannten    (Jattung    unterzuliringen    ist. 
Mr.    Lumley    gab   mir    den    Deckel    eines    Hu  eh  es 
(Bruchstücke  davon  wurden  vorgezeigt),  welcher  nach 
allen  Richtungen    hin    von    einem  kleinen  scolytusarti- 
gen  Inscct    zerfressen    war,    vnn    wclehem    zaiilreiche 
Kxcmj»lare  tndt  in  den  verschiedenen  (Üin^'en  gefunden 
wurden.     Der  Kini)autl  scheint  aus  Pappe  und  Kleister 
zu  bestehen,  und  von  beiden  Materialien  ist  gcfreascn. 
Mr.  Lumley  weiss  nicht,  von  wo  er  das  Buch  erhalten 
hat,  und  ich  habe  nirgend    eine    Beschreibung  des  In- 
sects  gesehen,  noch  es  in    irgcntl  einer  Sannulung  ge- 
troffen.    Ob   es  also    in    unsre    britti  sehen  Ver- 
zeichnisse   aufzunehmen    ist,    überlasse    ich 
dem  Krm  essen  der  Kn  t«»  mologe  n. 
Der    letzte    Satz    ist  Demjenigen   vollkommen   begreif- 
lich, der  aus  der  Praxis   weiss,    bis  zu  welchem  fast  komi- 
schen Kxcess  der  grossbritannischc    Localj)atri«»tismus    sieb 
versteigen    kann.      Ich    achte    den    cn.;liscncn    Nationalstolz 
und  habe  mich    her/lieh    gefreut,    in    den   grösstcn  .Strassen 
und    in     den     brillantesten     Läden    Londons    überall    ,.real 
british"  acht  englische  Waaren  neben  den  auslaudischeu 

11* 


204 

angezeigt  und  durch  verhältnissmässig  höhere  Preise  her- 
ausgehoben zu  sehen  —  zuweilen  wollte  es  mich  sogar  be- 
dünken, als  habe  man  ehrliche  deutsche  Fabrikate  mit 
diesem  Nationale  verziert,  während  in  Deutschland  das 
leidige  Sprichwort  gilt  ,,das  ist  nicht  weit  her^^  Aber 
zwischen  einem  richtigen  Stolz  auf  Nation  und  Landsmann- 
schaft und  zwischen  einer  polizeimässigen  Inquisition,  „ob 
eine  vorliegende  Chrysomela  cerealis  in  Grossbritaunien  und 
Irland  gefunden  (Preis  30  Kreuzer)  oder  vom  Continent 
herübergebracht  (Preis  3  Kreuzer)'',  ist  der  Zusammenhang 
offenbar  in  den  meisten  Fällen  ein  oberflächlich  äusserlicher 
und  der  Wissenschaft  nicht  nur  fremdartig  sondern  nicht 
selten  feindlich.  Zwischen  einem  sogenannten  Britisher  (der 
obendrein  häufig  durch  naives  Hinzunehmen  der  Inseln 
Jersey  und  Guernsey  den  französischen  Emigres  ein  ver- 
dächtiges Asyl  öffnet)  und  einem  Continental- Entomologen 
ist  nur  in  wenigen  Fällen  ein  Verkehr  möglich,  von  Insecten 
natürlich  gar  nicht,  aber  auch  von  Ideen  nur  in  beschränk- 
tem Masse,  da  man  nicht  wenige  Patrioten  trifft,  die  noch 
heute  blindlings  auf  ihren  Stephens  schwören,  mögen 
Erichson,  Schaum  und  Andre  ihnen  auch  noch  so  evident 
bewiesen  haben,  wie  viele  Böcke  im  Manual  of  british  Co- 
leoptera  geschossen  sind. 


Literatur. 


Agassiz  Bibliographia  Zoologiae  et  Geologiae, 

Von  EI.  Blageu. 

Zuvörderst  möchte  ich  mich  entschuldigen  oder  viel- 
mehr es  motiviren,  warum  ich  bei  dem  reissenden  Strome 
frischen  Materials  den  Kaum  dieser  Zeitschrift  durch  der- 
artige trockene  Materie  beenge,  um  so  mehr  als  es  leider 
Sitte  zu  werden  scheint,  dass  auch  anerkannt  tüchtige  For- 
scher derartige  Bestrebungen  vorweg  als  unnützen  Ballast 
verdammen.  Es  ist  wohl  unzweifelhaft,  dass  gute  Beob- 
achter auch  ohne  Kenntniss  früherer  Leistungen  gute  Beob- 
achtungen zu  machen  im  Stande  sein  werden.  Es  scheint  mir 
aber  gleich  zweifellos,  dass  selbst  der  tüchtigste  Kopf  seinen 


20C> 

Wop  sicherer  ^ehen  und  seine  Arbeit  leichter  (Inilcn  wird, 
winn  ihm  die  <»i't  mllhHain  erheutctcn  Forscliunpen  früherer 
Arbeiter  /.um  \Ve^'w«iser  dienen.  Oan?.  al>tresohen  dav(»D, 
dass  durch  die  Keimtniss  dessen,  was  srhon  peh'istet  i«t, 
eine  wesentliche  KrHparniss  an  Arljcit.skraft  er/i«lt  uikI  eine 
Verschwendunsr  l)esser  zu  nUt/.<nder  Zeit  verhindert  wird, 
seheinen  mir  noch  andere  >[oii\e  vorzuliegen,  die  eine  voll- 
ständige und  zuvcrliissi^'e  Jiihlio^raphie  wllnschenswerth 
machen.  Denn  gerade  von  einer  v<dlstiindig  umfassenden 
Kenntniss  der  früheren  Arbeiten  ist  hier  allein  die  Hede; 
dass  Jeder  bei  seinen  Arbeiten  das  Nächste  und  Wichtigste 
l)cnut/t,  versteht  sich  von  selbst,  da  (diuc  dies  seine  Arbei 
ton  in  den  meisten  Källen  ganz  nutzlos  bleiben  würden 
Die  Zeit,  in  der  wir  leben,  ist  in  mancher  Hinsicht  für  den 
Arbeiter  auf  dem  Felde  der  Zoologie  eine  ungünstige  zu 
nennen.  Die  plötzliche  Entwiekelung.  welche  der  Welthan- 
del erfahren,  ilie  Beschleunigung  des  N'erkehrs,  die  wach- 
sende 'riieilnahme  der  Laien  für  jedes  Itestreben.  das 
sich  die  Kenntniss  des  Krdk<>rpers  zur  Autgabe  gemacht 
hat.  überstürzt  seit  den  letzt<n  zwanzig  Jahren  die  Museen 
und  Samndungen  mit  einer  Masse  von  neuen  Körjiem.  Zur 
licwäliigung  dieser  ungeahnten  Fülle  reichen  di<'  vorhande- 
nen Kräfte  nicht  im  Fntferntesten  hin.  und  man  kaim  von 
fllück  sagen,  wenn  bei  dieser  rebcrsjiannuug  iiiclit  ein 
1  heil  «liesrr  Kriitte  erlahmt  oder  erdrückt  wird.  Kine  lange 
Zeit  hindurch  winl  sieh  voraussichtlich  noch  der  beiweiteni 
prösste  Tlieil  der  Arbeiter  an  dem  eben  so  nothwendigen 
als  lästigen  (iesehätte  des  liesehreibens  und  Hegistrirens 
neuer  Arten  und  (Jattungen  aufreiben.  Während  früher  nur 
in  Kuropa  und  selbst  da  nur  in  vergleichsweise  wenigen 
Orten  derartige  Bestrebungen  zu  Tage  kamen,  sehen  wir 
jetzt  in  jedem  Welttheil  Werke  trseheinen.  die  die  Kennt 
niss  der  Naturkiirper  zu  fördern  liemüht  sind.  Können  wir 
uns  nun  über  solche  Bestrebungen  Jiur  treuen,  müssen  wir 
sogar  wünschen,  da*»  sich  die  Zahl  der  rüstigen  Arbeiter 
mit  jedem  Jahre  noch  vi  nicifache.  so  lässt  sich  doch  nicht 
leu:.'nen.  «lass  mit  diesem  plötzlichen  Aut'schwung  zugleich 
ein  Auseinandergehen  und  eine  Zerfahrenheit  verbunden  ist, 
die  dem  wahren  Fortschritt  der  Wisscnschalt  einen  drohen 
den  liemmsehuh  anlegt.  Ks  kommt  meiner  Ansicht  nach 
darauf  an.  «lass  die  fertigen  Bausteine  geonind  und  bei- 
sammengehalten werden,  um  einem  neuen  Linni^  oder  Cuvier 
Eui!«  Verbrauch  handgerecht  zu  sein.  Diese  Idee  hat  offen 
bar  auch  Herrn  Aga.ssiz  bei  den  mühevollen  Zusammen 
Stellungen  seines  Nomenelators  und  seiner  l'ibIiograj>hie 
bc-eelt     Da  letzteres  Werk  auf  dem  Contiocnt  ganz  uübe- 


205 

kannt  geblieben  ist,  so  erlaube  ich  mir  hier  eine  Anzeige 
desselben,  nnd  eine  Besprechung  seines  Inhalts,  so  weit  er 
die  Entomologie  berührt  vorzulegen.  Meine  Behauptung,  die 
Bibliographie  sei  unbekannt  geblieben,  begründet  sich  dar- 
auf, dass  ich  bis  jetzt  dieses  Werk  nirgends  benutzt  oder 
angeführt  gefunden  habe,  und  selbst  in  der  Zucholdschen 
Bibliothek  nur  der  dritte  Band  ohne  Angabe  des  Preises 
angezeigt  ist,  ein  Beweis,  dass  es  seinen  Weg  in  den  Buch- 
handel nicht  gefunden  hat.  Der  vollständige  Titel  heisst: 
Bibliographia  Zoologiae  et  Geologiae.  A  general  Catalogue 
of  all  Books,  Tracts,  and  Memoirs  ou  Zoology  and  Geology 
by  Prof  Louis  Agassiz,  corrected,  enlarged  and  edited  by 
H.  E.  Strickland,  London.  8to.  Printed  for  the  Roy.  So- 
ciety. Vol.  1.  A  — B.  1848  pp.  506.  —  Vol.  2  C  — F  1850 
pp.  492.  —  Vol.  3  G— M  1852  pp.  657.  —  Vol.  4  N— Z 
1854  pp.  604.  Der  letzte  Band  ist  nach  Stricklands  Tode 
von  W.  Jardine  besorgt.  Ein  Supplcmentband  mit  Additions 
und  Corrections  nebst  einem  „Iudex  of  subjects"  wird  in 
Aussicht  gestellt.  Um  letzterem  Band  die  möglichste  Voll- 
ständigkeit zu  geben  werden  alle  Schriftsteller  des  In-  und 
Auslandes  ersucht,  die  Liste  ihrer  nicht  aufgeführten  Ar- 
beiten an  „Fr.  W.  Jardine,  Bart.,  Jardine  Hall,  Lockerby, 
N.  B."  einzusenden. 

In  typographischer  Hinsicht  ist  lobend  anzuerkennen, 
dass  das  Werk  äusserst  correct  gedruckt  ist,  und  sich  dadurch 
vor  ähnlichen  (namentlich  Percheron)  wesentlich  auszeichnet. 
Die  Vorrede  berichtet,  dass  Herr  Agassiz  sein  Jahre  hin- 
durch gesammeltes  Material  der  Eoy.  Society  übergeben 
habe,  und  dass  der  zum  Herausgeber  bestimmte  Hr.  Strick- 
land damit  das  von  ihm  und  anderen  gesammelte  Material 
verbunden  habe,  wobei  namentlich  ein  von  Hrn.  J.  E.  Gray 
und  Bennett  entworfener  entomologischer  Catalog  erwähnt 
wird. 

Im  ersten  Bande  befindet  sich  eine  geographisch  ge- 
ordnete Liste  der  benutzten  Zeitschriften  und  Schriften  ge- 
lehrter Gesellschaften,  dann  folgen  alphabetisch  geordnet 
die  Schriftsteller,  Soviel  mir  bekannt,  hat  Herr  Agassiz 
bedeutende  und  kostspielige  Anstrengungen  gemacht,  um 
die  möglichste  Vollständigkeit  zu  erzielen.  Eine  im  Ma- 
nuscript  gedruckte  Bibliographie,  für  jeden  Schriftsteller  ein 
Folio-Bogen,  theilte  er  den  namhaftesten  Gelehrten  mit,  um 
Zusätze  und  Verbesserungen  zu  erhalten.  Ich  kenne  die- 
selbe nur  aus  dem  Cataloge  der  Bibliothek  Erichsons,  in 
welchem  sie  für  18  Thlr.  ausgeboten  wurde.  Wenn  nach 
derartigen  Vorbereitungen  und  Kostenaufwand  dennoch  dies 
Werk    nicht    den   Anforderungen    entspricht,    die    an    eine 


207 

Itraiicbbaro  Biblio/^Tapliie  ^coiacht  wcrileu  iiiUshcu,  ro  be- 
darf tiu  öolcbis  Irtliril  striiigor  ni-prllnduiij:.  wenn  es  niiht 
(leu  Lt'istuni^iii  ikr  ;;tiiamiU'n  Autoritiiteii  ^'i'j,aiiUl»er  fllr 
imbcscboiiU'ii  ;;eitoii  soll.  »Selbst  uiit  liiblittgraplnschen  Ar- 
beiten bL'sebäfligt,  babe  icb  mir  niilit  die  Milbe  vcrdriessen 
lassen,  dim  paii/.e  Werk  Wort  lllr  Wort  «Inrebzugeben.  leb 
wiederb«de  uusdrUeklicb ,  das-s  ieb  nur  von  den  entomnb.<:i- 
»eben  Sebrillin  spreebe;  von  «bn  llbri;ren  scluint  mir  der 
geolu^'i.sebe  'I'beil  besonders  s<ir;L'tulti;r  ^rcsamnielt. 

Der  erste  Vorwurf  betrifft  die  num^'ehido  VoUstiindig- 
keit  der  neueren  Littcratur.  Es  niusa  zugestanden  werden, 
dass  bei  einem  derartig  grossartigen  rntcrnebnicn  —  seit 
IJoebniers  bekannter  Hibliotbek,  also  seit  länger  als  einem 
lialben  .labrbiiinlert  «Kr  erste  Versueli  einer  äbnlieli  um- 
fassenden Arb»  it,  niebt  vcrlan^'t  werden  kann,  dass  beim  Er- 
scbeineu  des  Werkes  die  Litleratur  der  letzten  .lalire  vull- 
slündig  sei.  Es  setzen  sieb  dem  unilberwindbare  Hinder- 
nisse entgegen  Wenn  aber  bei  i^ebriftstellern  ersten  Han- 
ge», wie  Zell  er.  im  .Tabre  IJ^.')-!  (v(d.  4  p.  ^)'M\)  als  einzige 
Schrift  ^die  Arten  der  Gattung  Eudorea.  Linn.  Entoin.  1>'4<)*' 
auf«'enibrt  werden,  sn  muss  gegen  die  Sor-^falt  der  Arbeit 
goreebtes  Mi>straucn  entstellen.  So  findet  sieli  denn  aueb  bei 
Lücw  als  einzi^'e  Sebrift  ,,lIorae  anatomieae  Abtb.  1.  1^41" 
angegeben.  Selbst  bei  enicliseben  Sebriftstellern,  die  aller 
dings  dem  Herausgeber  leiebt  in  die  Hand  arbeiten  konn- 
ten, ist  nur  für  weni^'e  eine  binreiebende  Vollständi^rkeit 
erzielt  worden.  HotVen  wir.  dass  dies  im  Supplementbandc 
erreiebt  werde.  So  weit  ieb  das  Werk  liberselie,  lässt  siib 
mit  Ileebt  der  Aussjtrueb  tbun,  dass  die  entomologisebe  Lit 
teiatur  naeh  1H40  nameutlieb  lllr  den  Kontinent  äusserst 
unvollständig  angegeben  ist.  SuftVian  ist,  wie  Zeller  und 
Locw,  nur  mit  einer  Nummer  bedaebt,  und  seine  bekannten 
Arbeiten  in  Linnaea  und  der  Stettiner  Zeitung  ganz  über- 
gehen, wie  Ulierbaupt  letztere  gar  niebt  ^  erglieben  zu  sein 
ächeiiit. 

Es  würde  dieser  Vorwurf  in>  Ganzen  weni;;er  schwer 
irtiVen,  wenn  wenigstens  bis  1*^40  die  Littcratur  sorgsam 
und  vollständig  gegeben  wUrde.  Allein  aueb  dies  liLssl  sieb 
uiebt  zugestehen.  leb  mache  hier  nur  auf  berühmte  Xamcn 
wie  Tbuniterg  aufmerkMim.  d'  -  iiiireiebe  (Jelegenheit- 

Schriften    sehr   unvoUstänclig    a  u  sind,   wie  ein  Ver 

gleich  mit  dem  K»  gister  in  der  Meiiiner  Zeitung  l^öT  hiebt 
crs'.ehtlicb  maebt.  Während  bei  l'ercheron  die  Liste  der 
an  nymen  Schriften  70  Seiten  umfasst,  finden  »ich  hier 
(vil.  1  p.  i;U)  nur  0  XumuK  rn  als  ..anonymen«'' augegeben, 
ohjic  dass   die   übrigen   irgeudwt>  eingereiht   wären.     Noch 


208 

dazu  sind  von  diesen  6  Kümmern  mindestsen  3  sehr  be- 
kannt, und  auch  bei  den  betreffenden  Autoren  angeführt, 
nehmlich  1)  bei  Weifen,  2)  bei  Gravenhorst,   3)  bei  Besser. 

Ein  anderer  Vorwurf  begründet  sich  darin,  dass  auch 
hier  häufig  Dissertationen  schwedischer  Forscher  unter  dem 
Namen  der  Doctoranden  angeführt  werden,  während  doch 
genugsam  bekannt  ist,  dass  nach  der  Einrichtung  der  dor- 
tigen Universitäten  bei  allen  „Praeside"  Linn6,  Thunberg, 
Fallen  etc.  erschienenen  Dissertationen  die  Doctoranden 
ausser  Bezahlung  der  Druckkosten  keinen  Theil  an  der 
Arbeit  haben.  Ich  erspare  mir  hier  die  speciellen  Angaben, 
da  sie  meist  bekannte  Schriften  betreffen. 

Sehen  wir  zu,  wie  das  Werk  überhaupt  redigirt  ist, 
und  wählen  dazu  auf's  Gerathewohl  den  Buchstaben  B. 

Es  findet  sich  p.  168  ein  Autor  W.  E.  Bach,  der  nie 
existirt  hat,  mit  drei  Schriften  über  Pselaphen,  Cebrionen 
und  Byrrhus.  Alle  drei  finden  sich  an  der  richtigen  Stelle 
bei  Leach  vol.  3  p.  432,  No.  17.  25.  29  wieder.  Es  ist 
dieser  Bach  eine  Copie  aus  Eiselt's  Werk,  da  aber  die  ge- 
nannten Schriften  im  Zoolog.  Journ.  und  Linn.  Transact. 
erschienen  sind,  ist  der  Irrthum  bei  einer  englischen  Re- 
daktion etwas  stark. 

p.  211  Baudier  irrig  und  p.  380  Boudicr  richtig  wie- 
derholt, 

p.  219  Beatley  ein  Druckfehler  Percherons  fürBentley; 
auch  hier  ist  die  Abhandlung  in  England  erschienen. 

p.  225  Abr.  Beck,  schon  p.  172  als  Abr.  Back  dage- 
wesen. 

p.  272  Bertram,  schon  p.  206  als  Bartram  aufgeführt. 

p.  289  Bildero,  p.  290  richtig  bei  Billberg  nochmals 
aufgeführt. 

p.  316  Blangy  kommt  vol.  2  p.  270  bei  Ducarne  de 
Blangy  nochmals  vor. 

p.  332  Bocca,  derselbe  Autor  mit  Rocca  vol  4  p.  202, 

p.  340  M.  J.  Boehm,  der  Artikel  No.  1  gehört  zu 
llliger. 

p.  351  Bonafons,  die  Artikel  No.  4  und  6  sind  dasselbe, 
No.  7  kommt  p.  356  als  Bonnafous  wieder  vor. 

p.  355  Bonelli,  die  Artikel  No.  5  und  6  sind  dasselbe. 

Bondaroy  ist  vol.  2  p.  460  bei  Fougeroux  aufgeführt, 
und  zwar  ist  No.  8  gleich  7,  No.  9  gleich  4,  No.  10  gleich  5. 

p.  358  Bonnet,  No.  16  ist  gleich  1;  No.  12  gehört 
nicht  zu  Bonnet. 

p.  367  Boroles  ist  derselbe  Autor  mit  Baroles  p.  197. 

p.  378  Bouch6,  No.  4  ist  gleich  5. 

p.  392  Boussuet  ist  Derselbe  mit  Bossuet  p.  375. 


2(}0 

p.  .'U»0  Bracy  Clark  kommt  V(»l.  2  p.  7>*  uiKliiuals  lici 
T'lark  vor. 

p.  -U^)  Hralim.  Nu     1   ist  gleich  4. 

p.  41 J  Hiulianl  ist  derselbe  Aut<»r  mit  Hunlian!  p.  l!'l. 

p.  47.'>  Huchwald  kommt  nochmals  V(»l.  J  p.  IL'S  bei 
Cramer  vor. 

Midi  dlinkt.  das  .\n^'e;:eb(Mic  sei  genllgend,  nm  mein 
I'rtlnil  nicht  ungerecht  zu  linden;  Pfdite  Jemand  noch  nicht 
llberzeu;:t  sein,  so  map  er  als  merkwllrdiire«  Heispiel  der 
Art  der  Redaktion  den  -\rtikel  Hem''  V(d  'A  p.  '22  verpleiehen. 
in  weichem  X<».  2  mit  L'O.  .*{  niit  1»  und  21,1  mit  2.5.  .'>  mit 
24,  C.  mit  2.'>.   l»'  mit  22  /.u>ammcn  falbnl 

Kin  wesentliches  Ilinilcrniss  der  Hranchbarkeit  des 
NN'crkcs  besonder.«*  bei  Schrittstellcrn  mit  zahlreichen  Num- 
mern besteht  noch  darin,  dass  sellie  nicdit  chronologisch  ge- 
ordnet .sind,  S(^indern  oft  bunt  durcheinander  stehen  (cl'.  Aa- 
douini.  Allerdirps  gesteht  dies  llr.  ."^triekland  in  der  Vor- 
rede zu.  aber  «ine  derartige  Arbeit  -would  have  involved 
an  aniount  of  lal)our.  both  mechanieal  and  eriti<'al.  whieh 
il  was  impossible  to  sj)are  for  such  an  object"  und  weiter 
,1t  «»nly  remains  for  mc  to  depreeatc  eritieism  as  to  thc 
n)any  error«  unav(»idablc  in  a  work  of  this  kind:  a  work 
of  eonsiderable  difticulty  in  itsclf,  and  undertaken  on  my 
part  for  the  Koy.  Society  as  a  labour  of  love,  in  the  midst 
of  «ither  avocatif»ns.  "  Die  wissenschaltli«  hen  Leistungen 
des  berllhmten,  zu  früh  verstorbenen  (ielehrten  entschiddigen 
diese  Worte,  obwcdjl  si(h  nur  bedauern  liisst,  dass  die  sel- 
tene (»elegenheit,  der  Wissensehaft  bei  der  kostspieligen 
Herausgabe  eines  derartigen  Werkes  ein  sicheres  Funda- 
ment zu  geben,  nicht  besser  benutzt  ist. 

Iin  endlich  einmal  zu  einer  brauchbaren  lÜblioirraphie 
zu  gelaiifren.  werden  noch  betr;iehtlieh<>  kritische  Arbeiten 
erfordtrlich  sein.  (legenwärtig  schlep|>en  sich  <lii'  zahlrei 
ehen  Fehler  aus  einem  r.uehe  in  das  niichste  hinllln'r,  und 
Agassi/,  Werk  ist  der  deutlichste  He  weis,  wie  wenig  mit 
einfacher,  wenn  auch  fleissigcr  Compilation  zu  erreichen 
ist.  >lich  dlinkt.  ein  Fortschritt  ist  nur  möglich,  wenn  eine 
neue  sorg>tamc  N'ergleichung  <ler  .'*^chri("l<n  selbst  vorgenom- 
nien  wird,  oder  wo  selbe  nicht  zu  haben  sind.  weni::stens 
die  (iJielle.  aus  der  pesrhöpfl  wurde,  genau  vernurkt  wird. 
Letzteres  ist  bei  Agassiz  Werk  zum  Thcil  durehgefllhrl, 
Ideibt  aber  der  einzige  Weg.  um  die  durch  Druckfehler  ge- 
schaffenen Schriften    und  SchriOsteller  endlich  ausznnierzcu. 


210 


Bemerkungen  über  Lebensweise    und  Vorkommen 
einiger  Käfer  Ostpreussens. 

Vom    (Terichts-Assessor    Ottomar   I"feil. 

(cfr.  Entomol.  Zeitung  pro  1857  >S.  52.) 

1.     Cicindela  sinuata  Fbr. 

Dieser  in  Ocstreich,  Miilireu  und  den  benachbarten 
südlichen  Ländern  einheimische  Käfer,  welcher  dem  ganzen 
nordöstlichen  Deutschland  und  Europa  fehlt,  findet  sich  auf- 
fallender Weise  in  O&tpreussen,  aber  hier  nur  an  weni- 
gen, streng  begrenzten  Stellen  von  geringem  örtlichem  Um- 
fange vor.  Diese  Stellen  liegen  sämmtlich  in  der  Umge- 
bung von  Pillau,  es  sind  die  frische  Nehrung,  dieser  Stadt 
gegenüber  gelegen,  die  Strandpartieen  in  deren  Kähe  und 
endlich  einige  Sandfelder  landeinwärts,  etwa  eine  Viertel- 
stunde von  der  Stadt  entfernt.  Letztere  von  der  Grösse 
weniger  preussischer  Morgen  sind  die  Hauptfangstelle.  Die 
Zeit  des  Erscheinens  ist  im  Vergleich  mit  den  andern  Ci- 
cindeliden  eine  sehr  kurze;  sie  beschränkt  sich,  wie  lang- 
jährige Erfahrungen  bewiesen  haben,  auf  höchstens  vier 
Wochen:  von  Mitte  Juni  bis  Mitte  Juli.  Am  28.  Juni  d.  J. 
fuhr  ich  zum  Erstenmal  zum  Fang  der  Cicindela  sinuata 
mit  dem  Dampfboot  auf  dem  Prcgel  und  dem  frischen  Haf 
nach  dem  von  Königsberg  7  Meilen  entfernten  Pdlau.  Der 
Mangel  an  Begleitung  des  Fangortes  kundiger  Collegen, 
die  kurze  Zeit  des  Aufenthaltes  und  ein  bedeckter, 
vorübergehend  sogar  Regen  herabsendender  Himmel  Hessen 
wenig  Erspriessliches  für  den  Fang  erwarten.  Indessen 
orientirte  ich  mich  nach  der  mitgegebenen  Handzeichnung 
bald  und  war,  nachdem  ich  das  besonders  markirte  land- 
einwärts gelegene  Sandfeld  gefunden,  im  höchsten  Grade 
überrascht  von  der  auss>erordentliclien  Menge  schwärmen- 
der Exemplare  der  Cicindela  sinuata.  Die  Zahl  derselben 
überstieg  die  der  hier  sonst  gemeinsten  C.  hybrida,  wenn  sie 
unter  den  günstigsten  Verhältnissen  fliegt,  wenigstens  um 
das  Drei-  bis  Fünffache.  Während  einer  Stunde,  welche  ich 
auf  den  Fang  verwendete ,  bewegte  ich  mich  nur  auf  einer 
Sandfläche  von  etwa  GO  Schritt  in  der  Länge  und  10  in 
der  Breite  und  obwohl  ich  ab  und  zu  nach  andern  Käfern 
griff,  fing  ich  doch  gegen  150  Stück.  Erleichtert  wurde 
mir  dies  Geschäft  allerdings  grade  durch  den  fälschlicher- 
weise   vorher    für    ominös    erachteten    bedeckten    Himmel; 


(UiJii  lialtni  die  ScIinollllUpler  die  volle  \i\Hcilttl  tiitfallet, 
/i\  wcirhcr  nir  eine  hrcnnc!i<lc  Sonn»*  ftut'stacliclt ,  so  liUtlc 
irii  is  wdjjl  bli-iluMi  lassni  iiiögcn ,  ho  wie  iili  jet/.l  lliat^ 
/.ii  opcriron.  Moin  \  rrfaliriMi  hcHtaud  pauz  eintjuli  darin, 
(iaxs  ich  auf  i-incr  SlclN:  t-iuc  Weile  rulii^  ah/xn  lilidt  und 
die  matt  lli»  pMidi'ii  Cirindclrn  mit  (Ur  Hand  nirdcrsiiilu;,'; 
^nliald  ich  eine  im  (Jlaso  in  Sirlicrlicit  ^'titradit ,  uar  aiicli 
schon  ein  ncnesOider  h<ran;;elloj;en  und  Sehia;,'  aul'Sehla^' 
mit  penn^rcn  rnterhreehunpen  lieferte  htetn  neues  Material 
in  meine  Flasehe.  Auf  demselhen  Sandfelde  kroch  Car 
diophorus  musculu»  in  ziemlicher  >(enp'  umh*r. 

2.     Carahus  marpinilis  Fbr. 

r»hw()hl  ich  dics'ii  Insassen  ( »<t|)renss»iis  njclit  seihet 
pcfanfrrn  habe,  so  uill  ich  ducli  hier  die  vcrblirpte  Mit 
thciliin^'  niarhen.  da<-s  dieser  Kiift  r.  den  man  selbst  da,  wo 
er  i  inheimisch  ist,  bisher  mit  Hecht  für  sehr  selten  ge- 
halten hat,  an  einer  Stelle  (»stprensscus  so  gemein  un<i 
vielleicht  pcmeiner  als  Carabns  vifdaeer.s  ist.  Es  ist  dies 
der  Ramu<-kcr  Wald,  L'  Meilen  von  Allenst?in  im  Süden  der 
Prnxinz.  I)er  Herr  Fctrstinsjieetor  Dossow.  welcher  mehrere 
Jahre  als  Oberförster  jenen  Wald  bewirthschafteti-,  hat  ('ar. 
marjrinaiis  stets  im  I->lihjahr  und  Ilerlist  in  f:r(»sser  Anzahl 
gctanpen  und  mit  lllilfc  von  (Jräben  jedes  Jahr  ."><>  bis  0\ 
StUck  erbentct,  von  denen  er  aber  nur  noch  wenip  Kxcm- 
jdare  bcfiit/.t.  Die  Kiehtifrkeit  seiner  Angaben  ist  mir  vom 
Herrn  IJechtsanvvalt  von  Mllller  in  Allenstein,  dessen  (illtc 
it  li  mehrere  StIIcke  jenes  Käfers  verdanke,  bcstütigt  wor- 
den.    I  Note  A.) 


.^.     Helophorus  tuberculatus  Gyll. 

I>iests  äusserst  seltne,  dem  Norden  angeliürifcre  I'hier 
lebt  am  Strande  und  ist  bei  Kauschen  und  I<a]»|Mihncn. 
zwei  kleinen  l'adeorten  in  der  Nähe  von  Koni^rsberg.  gc 
fiind«  n  worden.  Nach  der  licidtachlunj:  des  Herrn  Ober 
lehrers  KIditt  lebt  der  KälVr  im  nasM-n  San«le  des  Mccr- 
nfers .  au.H  «lern  man  ihn  lier\orwuhlen  njuss  NN'eun  von 
den  Wellen  Seetang  auHgeworfen  wird ,  in  dem  sich  stets 
Toduren.  Larven  von  Fliegen  und  anderen  Insekten  un<I 
sog.  Flohkrebse  in  grosser  Menge  aufhall<>n ,  so  verlässt 
Helo)d)or.  tubereidatus  seine  unterirdischen  (fän;:e  und  pcht 
auf  Jatrd  ajis.  imlem  er  jenen  Thieren  nachstellt  und  sie 
zu  seiner  Mahruug   nimmt,     in    solchen  Fällen   ist   es  mög- 


212 

lieh,  ihn  bisweilen  in  grösserer  Anzahl  zu  fangen,  wie  denn 
einmal  an  20  Stück  von  Dr.  Lentz  im  Seetang  erbeutet 
sind.     (Note  B.) 

4.    Hoplia  pollinosa  Er.  minuta  111. 

Am  28.  Juni  d.  J.  fing  ich  am  Strande  von  Pillau  ira 
Laufe  einer  Stunde  gegen  120  Stück  dieses  geschätzten 
Käfers  und  zwar  theils  an  den  AVurzeln  und  Gräsern  des 
Strandhafers  (Elymus  arenarius  Lin.),  welcher  zum  Schutz 
der  Dünen  gegen  Wind  und  Wellen  an  den  Küsten  der 
Ostsee  fast  überall  angepflanzt  wird,  theils  zwischen  den 
Grasbüscheln  auf  dem  Dünensande  kriechend.  Der  Käfer 
war  sehr  gemein  und  hätte  ich  die  nöthige  Zeit  gehabt,  so 
würde  ich  mit  Bequemlichkeit  viele  hundert  Stück  haben 
auflesen  können.  Die  von  Dr.  Kosenhauer  in  der  ent.  Ztg. 
pro  1845  S.  243  erzählte  Bemerkung,  dass  Hoplia  praticola 
Dft.  nach  eben  vollendeter  Entwicldung  aus  der  Erde 
schlüpft  und  an  den  Grashalmen  in  die  Höhe  kriecht, 
konnte  auch  ich  hinsichtlich  der  Hoplia  pollinosa  machen, 
in  dem  ich  nicht  selten  wahrnahm ,  wie  noch  ganz  frische 
Exemplare  aus  dem  Düuensaude  dicht  an  den  Wurzeln  des 
Strandhafers  auftauchten  und  langsam  an  den  Gräsern  in 
die  Höhe  krochen.  Es  lässt  sich  daher  meiner  Meinung 
nach  mit  Gewissheit  annehmen,  dass  die  Entwicklungs-  und 
Futterpflanze  von  Hoplia  pollinosa  der  Strandhafer  ist  und 
dass,  wenn  dieses  Thier  auch  auf  Weiden  gefunden  wird, 
es  nur  zufällig  dorthin  geflogen  ist.  Diese  Annahme  dürfte 
um  so  berechtigter  sein,  als  Rosenhauer  das  Gleiche  1.  c. 
von  der  praticola  erwähnt  und  als  jene  Weiden  stets  in 
der  unmittelbaren  Nähe  der  Dünen  standen.  Ausserdem  ist 
es  nach  der  Analogie  der  meisten  Melolonthen  wohl  un 
zweifelhaft ,  dass  die  früheren  Stände  von  Hoplia  pollinosa 
in  der  Erde  leben  und  endlich  stimmt  der  Umstand  mit 
obiger  Ansicht  überein,  dass  der  Käfer  in  Deutschland  nur 
an  den  Küsten  von  Pommern  und  Preussen  vorkommt,  wo 
meines  Wissens  der  Strandhafer  vorzugsweise  zur  Befesti- 
gung der  Küsten  dient.  Interessant  möchte  es  sein  zu  er- 
fahren, ob  das  Thier  in  der  Krimm  und  im  Caucasus  (cfr. 
Erichson  deutsche  Käfer  Bd.  HI.  S.  713)  auch  am  Strand- 
hafer oder  in  dessen  Nähe  gefunden  wird. 

5.     Apoderus  intermedius  Hllw. 

Zwei  Meilen  von  Königsberg  liegt  das  Gehöft  Damm- 
hof in  einer  nach  hiesigen  Ansprüchen  romantischen  Gegend. 


213 

Kin  freuiulliclicr  Sro,    rin^'cfaxst    von    Üppigen  Wiesen    und 
\\  ;il(lpartiocn,  deren  dnnkKs  Tnnncngrlln    mit  dem  iK-lk-ren 
der  \\  eiden  und   Hirktn    sii-li   inis<dit.  durch  den   Wald  sieh 
schhinj^'idnde  J{:iohe,  Ulier  <lcnii  Stein;:eröll  vom  Sturm   um- 
pchroi'hene      miiehtigc     llaunisl.imme      natllrlichr      Ilrdckcn 
werfi'n,    und  eine  ausstrnrdrnllich  rtithhalti;:c  FInra  wlirden 
ßcliou  ^enllgeinle   Aii/.i<hun.u'>punktc    auch    l'llr  diii   Hntom«»- 
loijen  sein.     netKuttnd   ^cr^tiirkt  aher  winl  die  Attraetions- 
kral't  Danwnhol's  durch  den  l  instand,  das8  jene  angedeutet- 
Vereinipunp   von    Wahl,    Wasser   und    Wiesen  —  drei  dem 
Kntnm<du':rn    frcuiidhche  Ws    —    unter   allen    Tunkten   der 
rm;,'ef:end  K<"'ni,L'sl)er;,'s   die  reichste  Ausbeute  gewährt.  .\ut' 
einer  /iendich  sumpliiren  Wiese,  aut'  tler  in  frllheTcn  Jahren 
al)  und  zu  ein  ein/.ilner  Ajxtih  rus  intermeclius  gekäschert  war, 
crhcuteleii  mein  College,    llr.  i^ir.   Sauter  und  ich  in  diesem 
.lahre   jenen  Käfer   in    llherrrasehender  Menge.     Mein    Fang 
im    Verlaufe    des   Sommers    hetrug    gegen    l^^O  Stück    und 
Hr.  Direclnr    Sauter    hatte    nicht    \'\v\    weniger    gesammelt. 
Ks  gelang:  uns,    die    Kntwickelungs-    und    Futter|)lhin/.e   des 
Apod.    intermedius    l'esf/ustellen;    es    i.^t    dies    unzweifellialt 
das    lUntauge,    oder    lüntldatt    (Coniaruni    palustro    Lin). 
Nicht  nur  kägeherten    wir   stets  nur  von  dieser  Pflanze  den 
Käler,  wir  heohaebteten  auch,   wie   er  aus  den   zusammen- 
gerollten   iUättern    derselhiii    noch     ganz     frisch    auskroch, 
ganz    in    derselben  Art    wie  Apoderus    coryli    aus    den    zu- 
Bammengemllten  Hliittern   des  gemeinen  llaselstrauchs.     Es 
unterliegt  wohl  keinem  Zweifel,    dass    das    Weihchen  seine 
Eier   auf  den  IMättern   des  Comarum  palustro  ablegt,    dass 
die    Larve  diese   demnächst    zu   ihrem   Schutze    zusammen- 
rollt,   und    dass    unter    der    schirmenden   Decke    Larve   und 
l'ujipe    bis    zum    Auskriechen    des   Käfirs    leben.     Ob  noeh 
andere   l'tlanzen  den  Apod.  intermtdius   beherbergen,    bleilil 
daliingestellt.      I)cr    Küfer    hatte    in    diesem    Sommer   zwei 
Lntwiekelungspcrioden.      Die    erste   dauerte    von    Knde   .Mai 
bis    Knde    .Juni;    die    zweite    begann    Anfang    August    und 
»lauerte    bis    Anfang   September.      Während    im   Juli    keine 
Thicre    vorkamen,    fing    ich    Anfang    .\ugust     ganz    weiche 
und    trische  Kxcmplar»'.    so    dass    sich   dii-  Dauer   der  Lnf- 
wickclun;,'szeit  dieses  Käfers    auf    einen  ,^^•nat  herausstellt. 

t>.     Bagous    hinodulus    Herbst,    nodulo.su.s    Schh.,    lutcsiia 
Gyll.   lü.'i   lutulcntus  Schh. 

Diese  4  Spccics  Hagous  und  —  wie  meine  noeh  un- 
bestimmten Arten  annehmen  lassen  --  noch  mehrere  andre 
finden  sieh  an  den  schilfVeiehen  L'fern  des  Dammhofor  Sees. 


214 

Bagous  binodulus  und  Intiilentus  sind  bei  weitem  die  Läu- 
figsten, nodulosus  sehr  selten  und  lutosus  nicht  häufig.  Für 
gewöhnlich  leben  die  Thiere  an  den  Wurzeln  und  im  Röh- 
richt der  Wasserflanzen,  so  wie  im  Anspülicht  des  Ufers; 
an  sehr  warmen  und  stillen  Sommerabenden  iudess  er- 
heben sie  sich  und  fliegen  auf  die  Gräser  über  dem  Wasser 
und  am  Ufer.  Während  der  Fang  mit  dem  AVassernetz 
und  das  Durchsuchen  des  Anspülichts  die  Rüssler  nur  ein- 
zeln zu  Tage  förderte,  brachte  der  ausserordentlich  warme 
und  stille  Abend  des  8.  Juni  d.  J.  und  später  im  Juli  noch 
ein  zweiter  dem  Herrn  Director  Sauter  und  mir  mehrere 
hundert  Bagous  zur  Beute,  welche  wir  mit  dem  Käscher 
von  dem  ScTiilf  und  den  Gräsern  am  Lande  abschöpften. 
Wahrscheinlich  leben  die  früheren  Stände  des  Käfers  gleich 
denen  von  Lixus  in  den  hohlen  Stengeln  der  Wasserpflan- 
zen, namentlich  des  gemeinen  Schilfes  (Calamagrostis  lan- 
ceolata  Roth),  da  ich  noch  ganz  friche,  an  der  beinahe 
weissen  Zeichnung  leicht  als  solche  kenntliche  Exemplare 
daran  sitzend  fand.  Dieselbe  Lebensart  dürften  Ilydrono- 
mus  alismatis,  Poophagus  sisymbrii  und  Lyprus  cylindrus 
führen,  welche  sich  gemeinsam  mit  Bagous  vorfinden. 

7.     Donacia  fennica  Payk.  und  Malinowskii  Ahr. 

An  dem  See  von  Dammhof  leben  viele  Donacienarten, 
die  ausgezeichnetsten  davon  sind  die  obengenannten.  AYenn 
die  Annahme  richtig  ist,  dass  als  Hauptart  einer  Species 
die  angesehen  werden  muss,  welche  theils  am  häufigsten 
vorkommt,  theils  in  ihrem  Habitus  mit  anderen  Arten  der- 
selben Gattung  am  meisten  übereinstimmt,  als  Varietät  aber 
diejenige  Art  zu  gelten  hat,  welche  einerseits  sich  seltener 
findet,  andererseits  irgend  welche  auffallende  Charactere  in 
ihrem  Typus  aufweist,  so  glaube  ich,  dass  die  bisher  als 
Varietät  von  Donacia  fennica  angesehene  Don.  Malinowskii 
die  Hauptart,  Don.  fennica  aber  die  Varietät  ist.  Denn 
zunächst  stimmt  Don.  Malinowskii  in  ihrer  Färbung  mit 
allen  anderen  europäischen  Donacienarten  (abgesehen  von 
den  schwarzen)  viel  mehr  als  die  durch  das  Braungelb  ihrer 
Flügeldecken  ganz  einzeln  dastehende  Don.  fennica  überein 
—  während  beide  ausserdem,  namentlich  in  Gestalt  und 
Punktirung  sich  vollkommen  gleichen  —  und  sodann  ist 
wenigstens  in  hiesiger  Gegend  Don.  Malinowskii  ziemlich 
gemein,  Don.  fennica  aber  selten.  Auf  20  Stück  der  erste- 
ren  Art  fing  ich  erst  eine  fennica.  Beide  leben  übrigens  in 
ihren  früheren  Ständen  unzweifelhaft  an  den  Wurzeln  von 
Wassergewächsen,  wie  dies  von  Haemonia  Curtisi  Lac.  und 


2ir) 

erjuiscti  Fbr.  bekannt  ist  fcfr.  KntomnI.  Zcitiinp^  vom  .1.  \<)\ 
S.  2>'>.''»)  un«l  auch  das  «ntwicktlt«'  TIiiiT  hält  sich  altwcitlicnil 
vnn  (Ifn  tlhrijron  Donaii»  n  last  ausschlicsslicl»  unter  dem 
Wasser  an  Wasserptian/en  sitzciul  auf.  Nie  lin^  ich  Do- 
iiaeia  fennica  unil  Malinuwskii  durch  Kiiseliern  an  dem  Seliilt" 
des  Sees,  an  den»  alle  Ubri<ren  Donaeienarteu  sassen,  son 
dem  stets  holte  ich  sie  mit  vielerlei  verschiedenen  Pflanzen 
aus  dem  fJrund  des  Wn'Jsors  hervor,  wo  sie  mit  lllilte  von 
Luttbliisehen  sieli  autV.uhalten  im  Stande  sind.  l)ie  Knt 
wickclunirs-  und  Futt.T|ilianzc  ft  st/.ustcllen.  ist  uns  nicht 
ireiunpren.  Die  Fanprzeit  bepinn  im  Mai  und  dauerte  bis 
Anf'auf;  Aujrust,  7.u  welcher  Zeit  sanimtliehc  Dnnaeien  aller 
Arten  total  verseiiwunden  waren.     '\<'t''  ('.\ 

S.     Lina  lapponica  Lin.  var. 

IJedtenbaclicr  meint  S.  552  seiner  Fauna  austriaea. 
da><s  Lina  lapponica  auch  jranz  blau  ohne  jede  Zeichnung 
der  Flllireldccken  vttrkoinnie  und  beiiurkt  in  einer  Annier- 
kunjr,  dass  nach  IJet.baehtun^'  \on  Wiener  Kntomcdo^en 
die  blauen  StU<ke  die  Männchen  der  Ijna  lapjxtnica  seien. 
Zetterstedt  (Ins.  läpp.  227.  7.1  lllhrt  die  Färbungsverschie- 
denheiten bei  beiden  (Jesehlechtern  an.  Auf  (Jrund  meiner 
Wahrnehmungen  glaul)e  ich,  dass  die  sogenannte  l)laue 
\  arietät  dieses  Käl'ers  eine  eigene  Art  ist.  Ich  fing  diese 
blaue  Lina  etwa  in  2<>  Stücken  zu  Danindiof  auf  Salix  ca- 
prea  Lin.  und  zwar  einmal  in  Uegattung.  sodass  dadurcli 
schon  tlie  Annahme  widerlegt  wird,  die  Färbungsverschie- 
denheit sei  den  Geschlechtern  eigenthilmlieh.  Sodann  habe 
ich  auch  nicht  ein  einziges  Stück  der  gezeichneten  Lina 
lapponica  erbeutet,  wiihrenil  «liese  allerdings  vor  .Lihrcn 
auch  in  l)amnili(»f  gefangen  worden  sein  soll.  Ludlich 
scheint  dio  verschiedene  (lestalt  und  l'unktirung  beider  Kil- 
ler fllr  die  Artversehied»'nheit  zu  sprechen.  Lina  lapponica 
ist  stets  erheblich  grösser  uiul  namentlich  um  •  j  Linit* 
länger  wie  die  blnuc  sog.  Varietät  uni!  die  Flilgeldeeken 
sin«!  »chwärher  und  mehr  reihenweis  punktirl.  .\ndere  Ver- 
schiedenheiten habe  ich  allerdings  nicht  auftinden  können, 
ohne  mir  hiernach  IIIk  r  das  Artreeht  (Kr  blauen  Lina, 
welche  mir  übrigens  früher  unter  dem  Namen  Lina  bulga- 
rensis  F.  zugestellt  ist.  ein  bestimmtes  Irtheil  erlauben  zu 
wollen,  glaube  ich  doch  beide  .*<|»eeies  einer  weiteren  Hcob- 
achtung  empfehlen  zu  dürfen. 

Königsberg,  Kndc  November  1^07. 


Xotf  A.      Die    bis    jetzt  bekannte  äusscrstc   westliche 
Grenze  des  schönen Car.ibu«  marginalis  ist  die  In»^cl  Wo II in, 


216 

zwischen  den  Ausmiindungen  Divenow  und  Swine  des  Oder- 
liaff' s  in  die  Ostsee.  Im  Osten  gebt  das  Thier  bis  nach  Sibirien 
hinein  und  von  dort  war  es  früher  vorzugsweise  bekannt. 
Wenn  ich  mich  nicht  irre,  hat  mir  der  verstorbene  Dr.  Gebier 
brieflich  mitgetheilt,  das  Thier  komme  bei  Barnaul  (West- 
sibirien) in  der  Kähe  von  Salzseen  vor.  In  seiner  Aufzäh- 
lung der  sibirischen  Käfer  (bull.  Moscou  1847  p.  294)  be- 
stätigt er  dies  indirect,  sofern  er  sagt,  die  Art  sei  ihm  nicht 
im  Gebirge  vorgekommen.  Bekanntlich  ist  die  Flora  und 
die  durch  sie  grossentheils  bedingte  Fauna  des  Seestrandes 
in  vielen  Punkten  identisch  mit  der  in  der  Umgebung  sal- 
ziger Seen  und  Quellen  gewöhnlichen,  eigenthümlichen  Ve- 
getation und  deren  Inquilinen.  Bei  der  auffallend  nahen 
Beziehung,  in  welcher  Carabus  marginalis  zu  den  Carabus 
violaceus,  aurolimbatus  etc.  steht,  wird  eine  genaue  locale 
Ermittlung  in  den  betreffenden  sibirischen  Districten  gewiss 
ein  entscheidendes  Moment  an  die  Hand  geben,  ob  diese 
Art,  wie  der  scharfsichtige  und  als  Autorität  von  allen  En- 
tomologen mit  liecht  hochgestellte  Illiger  (xMagazin  I.  49) 
behauptet:  „wne  die  schönsten  Uebergänge  beweisen, 
die  ich  in  einer  grossen  jetzt  unter  meinen  Augen  befind- 
lichen Menge  sehe,  nur  eine  Abänderung  des  Violaceus 
ist,  der  zuweilen,  wie  der  Cychrus  rostratus,  so  abändert, 
dass  die  Pünktchen  der  Flügeldecken  sich  in  3,  6  oder 
mehr  Längsreihen  ansammeln."  —  —  „Uer  Marginalis 
ist  nichts  als  eine  Abänderung  mit  schön  grünem  Rande." 
Ich  bin  mit  Herrn  Prof  Dr.  Schaum  (Ins.  Deutschi.  I.,  pag. 
156)  vollkommen  einverstanden,  einstweilen  das  Thier  für 
eine  eigene  Art  zu  halten,  ungeachtet  der  von  Illiger  be- 
haupteten „Uebergangsformen'^,  und  ungeachtet  ich  den  von 
Prof.  Schaum  angeführten  Differenzen  zu  entgegnen  habe, 
dass  Exemplare  von  C.  violaceus  mit  matten,  flachen 
Flügeldecken  (ebenso  matt  und  fast  noch  flacher  als  bei 
manchen  C.  marginalis)  nicht  gerade  selten  sind,  und  dass 
die  grüngoldne  oder  rothgoldnc  Färbung  des  Bandes  von 
Thorax  und  Elytren  bei  C.  marginalis  gegen  die  blau  oder 
rothpurpurn  glänzende  des  C.  violaceus  nicht  schwer  in's 
Gewicht  fällt.  Ich  lege  aber  mit  Prof.  Schaum  den  Haupt- 
Accent  auf  den  Form-Unterschied  in  der  Bildung  des  Tho- 
rax, und  würde  glauben,  dass  einige  sogenannte  Ueber- 
gangs-Exemplare ,  wie  z.  B.  der  von  Suffrian  citirte  Typus 
der  Fabricischen  Sammlung  (möchten  sie  aus  Bastardzeu- 
gung  oder  zufälligen  Entwickelungseinflüssen  herstammen) 
hier  so  wenig  als  bei  noch  manchen  andern  Arten  deren 
wissenschaftlich  recipirten  Namen  ohne  weiteres  Bedenken 
aus  der  Liste  der  lebensfähigen  streichen. 


Xot^  n.  Bei  einem  Spazicrp.inpo  am  Strande  des 
Fiseherdorfes  Henhude  bei  D.in/.i;:  Anlaufs  April  —  die 
Temperatur  war  selineidind  kalt  und  hie  und  da  war  das 
Kis  noch  nicht  L'eschniulzen  —  l';ind  ich  in  einer  v(»ni  Meere 
ausgeworfenen  tndtcn  Flunder  mehrere  Stücke  dieses  von 
(Jyllenhal  mit  dem  ^'cwühlten  Namen  eliaracteristisch  be- 
zciehneten  Thierchens.  Den  damals  in  Danzip,  jetzt  iu  EI- 
bini:  wohnenden  Herrn  Direetor  Schmidt,  der  mich  beglei- 
tete, machte  ich  aul'  dasselbe  aul'merksam,  aber  es  muss 
wohl  sdtiMi  sein,  da  es  Hi-rrn  Schmidt  unfreachtct  wicder- 
htdter  AntVordernniren  nieht  ^'clin^'en  wollte,  dasselbe  wieder 
auf/.ulindiii.  Vielleicht  wllrde  nach  den  Andeutungen  des 
Herrn  l'feil  eine  analoire  Jajrd,  wie  die  auf  Heterocerus, 
nändich  dnrch  starkes  Auftreten  oder  Klojilcn  auf  den  Saud, 
das  I'liier  veranlassen,  aus  seinen  (Jiiniren  an  das  Tages- 
lieht  zu  kommen.  Interessant  ist  das  \'(»rkommen  der  Spe- 
eies  in  Klberfcld.  Vergl.  den  Artikel  Cornelius  entomol. 
Notizen  No.  .'i. 

Not«  C.  Man  könnte  Herni  Ptei!  in  seiner  Ansicht 
Über  die  Stammart  1).  Malinowskyi  auch  aus  dem  (Irunde 
beitreten,  weil  I).  fenniea  im  Verfrleiche  dazu  das  Ansehen 
eines  Albino  hat;  aber  ich  denke,  die  Fragre,  ob  Varietät 
oder  nicht,  steht  noch  durchaua  im  Stadium  der  Hypothese. 
Das  blosse  Znsammenleben  entscheidet  um  so  weniger,  als 
an  mauchen  Orten  nur  eine  der  beiden  Arten  gefunden 
worden.  Meines  Wissens  war  bei  Leipzig  gerade  das  um- 
gekehrte Verhältniss.  fenniea  war  die  lUgel  und  Malinowskyi 
die  Ausnahme.  Laeordaire  hält  in  seiner  Monographie  der 
l'hytoj)Jia;ren  beide  Arten  für  sjx'citisch  verschieden,  Suf- 
frian  Fntum.  Zeitung  ls4tj  pag.  lA)  liisst  die  Saehc  unent- 
schieden. 

C.  A.  Duhru. 


CorncHua: 

Ernährung  und  Entwickclung 
von  Chrysomcla  duplicaüi  Germar, 

Der  Käfer  k'»mmt  in  unserer  Gegend  ziemlich  selten 
und  nur  an  einzelnen  Stellen  auf  verschiedenen  Arten  von 
Hypericum  vor.     Ich  selbst  schöpfte  im  Jahre  I^^-IT  ein  eiu- 

10 


218 

zelnes  Stück  und  im  nächsten  Jahre  zwei  andere,  so  viel 
ich  weiss,  auf  Hypericum  perforatum;  mein  Fremid  Dr.  G. 
Stachelhausen  fand  zahh'eichere  Exemplare  nebst  Larven  in 
der  Barmer  Gegend  auf  Hyp.  hirsutum.  Beide  —  Käfer 
und  Larven  —  habe  ich  mit  Hyp.  perforatum  ernährt  resp. 
gezogen.  —  Nasse  Stellen,  namentlich  Grabenränder  oder 
Bachufer  in  kleinen  Gebirgskesseln  —  bei  uns  Siepen  ge- 
nannt —  scheint  das  Thier  am  liebsten  zum  Aufenthaltsorte 
zu  wählen. 

Gegen  Ende  Juni  erscheinen  die  ersten  noch  sehr 
kleinen  Larven.  Sie  lassen  sich  sogleich  auf  den  ersten 
Blick  an  ihrer  grün  weissen  Farbe  erkennen  und  von 
den  bekanntlich  ebenfalls  auf  Hypericum  lebenden  Larven 
der  Chr.  fucata  und  Chr.  varians  unterscheiden.  Ihre  Länge 
beträgt  2^J2"',  die  grösste  Breite  —  hinter  der  Mitte  des 
Leibes  —  l'/i'"-  —  Die  Gestalt  ist  ganz  die  der  beiden 
eben  genannten  verwandten  Arten,  also  buckelig  gewölbt, 
besonders  hinten,  das  stumpf  zweispitzige  beim  Fortschie- 
ben wirksame  Afterende  verlängert,  der  Körper  häufig  zu- 
sammengekrümmt sitzend  oder  liegend.  —  Von  Farbe  er- 
scheint das  Ganze  anfangs,  wie  oben  gesagt,  grau  weisslich, 
später  mehr  geblich  grau,  immer  mit  ziemlich  breiter  dunk- 
ler, auf  der  Mitte  jedes  Ringes  in  ein  unregelmässiges  Viereck 
erweiterter  Längslinien  über  den  Rücken  und  fast  glanzlos. 
Diese  graugelbliche  Farbe  rührt  von  sehr  zahlreichen  durch- 
scheinenden Fettsträngelchen  her,  die  unter  einander  auf 
mannichfache  Weise  verbunden  und  verschlungen  sind  und 
in  der  Gegend  des  Rückengefässes  durch  die  Pulsationen 
desselben  hin  und  her  geschoben  werden.  Einzelne  dunkle 
Stellen  durch  den  Mangel  jener  Fettsträngelchen  bezeichnet 
und  namentlich  die  Mittellinien  über  dem  Rücken  sind  iu 
der  Jugend  mehr  röthlich  bräunlich,  später  schwärzlich  grün- 
lich und  bei  den  Individuen  an  Ausdehnung  verschieden. 

Der  Kopf  ist  rundlich,  etwas  in  die  Quere  gezogen, 
pechschwarz,  ziemlich  stark  glänzend,  das  Kopfschild  durch 
einen  scharfen  bogenförmigen  Eindruck  deutlich  abgesetzt, 
die  Stirn  stark  lederartig  gerunzelt,  mit  kurzen  abstehenden 
schwarzen  Börstchen  besonders  in  der  Fühler-  und  Augen- 
Gegend  sparsam  besetzt,  der  Scheitel  zart  lederartig,  fast 
glatt,  mit  zarter  Mittellinie.  Der  Mund  ist  schmutzig,  grün- 
lich bräunlich,  die  Mandibeln  sind  schwarz,  die  Kaufläche 
roth,  die  Maxillartaster  sind  schwarz,  das  erste  Glied  breit 
aber  kurz,  das  zweite  schmaler  und  kürzer,  in  das  erste 
eingeschoben,  das  dritte  längste  birnförmig,  am  oberen  Rande 
mit  einigen  Börstchen  besetzt,  das  letzte  kegelförmig  zuge- 
spitzt; die  Lippentaster  sind  sehr  klein,  das  zweite  Glied 


219 

nicht  viel  kUincr,  iils  «las  crsitc,  uiul  zui^espit/.t.  An  den 
Fillilcrn  ist  da»  crfito  (ilied  am  CSrande  sclimntzig  prilnlirh, 
ol)on  mit  8clmar/cm  ICinfro:  die  Ubrigrn  (Jlicdor,  wie  dio 
AuirciiluK-korclien,  Kcliwarz. 

Dor  l'rntliorax  i>it  riii^'lV.rinii'.  etwas  in  dio  (^iiorc  po 
zopcn.  all.'  Wink«!  ali:;fnnid«'t,  mit  tict"  abjrostot/tcm  Kande, 
die  nborfiiiclic  zart  Icdcrarti;:  mit  woni;?  sehwacheii  Vor- 
tiefunjreii.  die  Kckcn  mit  dtn  jrewölinlicli  lan;:li<'|i  rnudeu, 
nach  innen  olTemn.  narhip:  grnliiiri'n  llindrlleken  mit  zer- 
streuton tiefern  runktcn,  olme  lUhnarnnf:,  prlinlieli  oder 
brkunlieli  scbwiirzlirli,  mit  broitem  rinicsninirohendem  hellc- 
rem IJan  !e.  etwas  plaiizond. 

Dir  Mosotborax  etwas  broiter  als  (Kr  IVothorax,    and 
noch    brriter   der  Mt  tatlitirax .    biidc    Ktztcn  Hrustrinpe    nüt 
einem    schmalen  (.jucnindruek   vor   der  Mitte,   «Icr  den  Sei 
tenrand  nicht  berührt,  t'ast  (dineülan/.  wie  die  I^cibesrinpe 
diese    platt,   mit    pcdiimpttem  (llanze    nnd  kurzem  (^nerein 
druck,    die  Tracbenkcpd  klein,    puiikttormip.    schwarz,  der 
am    Mctathorax   etwas   prr.sscr,   ebenfalls   schwarz    und    mit 
einer  kurzen  schwarzen  Hor^t«'. 

l»ie  Heine  sind  LTlinlieh-sshwürzlieh .  die  Kniegelenke 
heller  .Schenkel.  Schienen  und  FUss«-  mit  einzelnen,  zuweilen 
paaripen,  abstehenden  schwarzen  Horstenhaaren  besetzt. 

Die  l  nterseite  ist  l'a'it  einfarbii:  pelblieh  weiss,  die 
wenip«'n  durscliseheineuden  Fcttsträn^'eleheu  sind  grösser 
und  heller  petarbt. 

I)er  Larvenstand  dauert  etwa  il  \\'<tcli»n  und  die  \'cr 
))uj»punp   pellt,   wie    bei   den  nächsten  (Jattunpsverwandtcn, 
in  der  Krde    vor   sich,  wo   die  Larve  sieh  aus  Erdtheileben 
ein     inwendig    plattes,    leicht    zerbrechliches    (iehJiuse    von 
liinplieh  rumb^r  (Jestalt  znsainmenlcinit. 

Dil-  l'uppe.  inHianzen  der  wohl  hinlänglich  bekann 
ten  von  Chr.  varians  uml  lucatu  sehr  ähnlieh,  ist  3'"  lang 
nnd  am  Antanp  des  Hinterleibes  L""  breit,  gewölbt,  nach 
hinton  znpcspitzt  Die  Farbe  ist  im  Allpemeinen  dotterpeUv 
der  Hintorleib  oben  citroncnpelb  mit  urangclarbiper  .Mittel 
linie,  dor  canze  Kör{>er  mit  Ausnahme  des  Hinterleib 
rilckens  p"  am  stärksten  die   rnterscite  und  vor  AI 

lern   die  1.  ton.  —  l>io  Stirn    hat  prubipc  Kindrürko, 

die  Aupon    sind  entweder  durch  oinon   l»rauncn   b" 
gen    Strich    angedeutet,    oder    in   voller    .Vusdehnni  :  n 

gefärbt;  in  der  Nähe  der  Aaeen,  »lor  Stiromitte  rn,  steht  in 
einer  Vertiefung  ein  schwärzlicher  Tunkt.  —  Die  Mandibeln 
sind  bei  einigen  Stücken  braunr«>th.  bei  andern  ohne  be- 
sondere Ausfarbunp.    —    In  der  Niihe  de»  Halsscli  '  '        '  ■» 

stehen  sparsam  sehr  kleine,  mehr  nach  der  Mitte  > 

l.V 


220 

scliildes  zu  zalilreicher  grössere  bräiinliclie  Borstenhärclien, 
die  am  Hinterrande  in  grösserer  Ausdehnung  fehlen.  — 
Mittel-  und  Hinterrilcken  sind  glatt  und  glänzend  ohne  Bor- 
stenhaare, letzterer  mit  vertiefter  dunkler  Mittellinie.  —  Die 
Flügel  sind  tief  geädert,  die  Hinterleibsriuge  oben  und  unten 
durch  Fettsträngelchen  —  hier  nicht  geschlängelt  —  heller 
gefärbt.  Auf  dem  Seitenrande  der  Ringe  bemerkt  man  ab- 
stehende zarte  Borstenhaare,  die  gegen  die  Hinterleibsspitze 
hin  länger  werden ;  jeder  der  schwach  ausgezogeneu  Zipfel 
des  Randes  trägt  ein  längeres  Haar ;  die  Spitze  des  Hinter- 
leibes endigt  in  einen  kurzen  braunen  Dorn.  Die  roth- 
bräunlichen Tracheeukegel  sind  schwach  erhaben.  —  Auf 
den  vorstehenden  Knien  ist  ein  abstehendes  helles  Borsten- 
haar zu  bemerken. 

Der  Puppenstand  dauert  kaum  14  Tage.  —  Nachdem 
der  Käfer  bis  gegen  die  Mitte  Augusts  sich  reichlich  ge- 
nährt hat,  verkriecht  er  sich  in  die  Erde,  alles  dargebotene 
Futter  verschmähend,  kommt  aber  am  Ende  Septembers 
wieder  hervor  und  fängt  von  neuem  an  zu  fressen,  bis  am 
Ende  October  kein  Hypericum  mehr  zu  haben  ist ,  worauf 
er  zum  Winterschlafe  abermals  in  der  Erde  verschwindet. 
So  machten  es  wenigstens  die  im  Glase  gezogenen,  und 
auch  in  der  freien  Natur  ist  der  Käfer  an  Stelleu  zu  finden, 
wo   er  in  den  vorhergehenden  Wochen  verschwunden  war. 

Elberfeld,  im  Herbst  1857. 


C  0  melius: 


Entomologische  Notizen. 

1.    Apion  sorbi  Herbst. 

Der  Käfer  entwickelte  sich  vor  meinen  Augen  am  30. 
Juni  im  Freien  aus  den  Blumenkronen  der  Ackerkamille  — 
Anthemis  arvensis  —  und  in  den  folgenden  Tagen  aus 
mitgenommenen  Blüthen  in  zahlreichen  Exemplaren.  Die 
kleinern  d^  sind  rein  schwarz,  während  die  $$  blaue 
Flügeldecken  haben.  Ich  weiss  nicht,  ob  dieser  Unterschied 
bekannt  ist,  finde  ihn  wenigstens  in  den  mir  zu  Gebote 
stehenden   Hülfsmitteln    nicht    angegeben.   —    Ein    kleiner 


221 

gchwarzer  Schmarotzer  —  Hyiiuiioptcron  —  kam  in  .'t  StUk 
kcn  mit  znm  Vursriicin.  Ht-rr  Lctzncr  hat  schon  frlUar 
densclbiMi  Käfor  ans  tlifs.r  IMlan/«*  :;e/.np'n  nii<l  Larve  nn«! 
Pupnc  hcsfhrii'ben.  Ilirr  Kaltrnlmc  li  s|tritht  in  den  „N'er- 
hanuhmiron  «los  naturliist.  Vereins  der  prcuss.  lvli«iiilainlc 
und  WestphaU'n^"  1"».  Jahr;;.,  ;^  lieft,  S.  222  die  Meiiiuiii,' 
ans.  dass  hier  eine  Vcrwochselnn^  mit  Ap.  dispar  Germar 
statttindc.  was  ich  hc/.weifohi  nuiss. 

2.     Adimonia  capreae  Lin. 

kommt  schon  in  den  ersten  wannen  Apriltaprcn,  wenn  noch 
wpnifr  oder  jrar  kein  ^Tllnes  Lauh  vorhanden  ist,  zum  Vor 
schein,  und  lindct  sieh  hei  uns  in  Menge  an  der  Xordseit« 
der  Hauswände.  vornclimHeh  an  denen  ans  Sandsteinen  er- 
hauten. Niemals  aher.  soweit  meine  Kenntniss  reicht,  zei^e 
sieh  der  Kiiter  in  sohli  (iheraus  grosser  Menge,  wie  im 
Frtlli jähre  1  >.').'{.  An  aUeu  Häusern,  in  Zinuuern.  auf  Holen 
und  in  CJiirten,  auf  dem  Strassenptiaster .  auf  (»ffentlichen 
riätzen,  wie  aueli  dranssen  auf  Wegen  begegnete  man 
zahllosen  Individuen,  und  man  konnte  kaum  irgendwo  ste- 
hen oder  gehen,  ohne  einige  derselben  auf  Händen  oder 
Kleidern  zu  haben,  s»»  dass  selbst  gleichgültigere  Mensehen 
auf  die  Krselieinnng  aulinerksam  wurden.  Sie  dauerte  bis 
spät  in  den  Mai  hinein,  wu  die  Tliiere  häulig  auf  den 
Gewächsen  im  Garten  ruheten;  denn  niemals  habe  ich  be- 
merken kr»nnen,  dass  sie  Nahrung  zu  sieh  genommen  hät- 
ten,  was  räthselhalt  genug  erscheinen  muss. 

Die  Noliz  veranlasst  mich,  auf  i]c\\ 

.;.     Fang  von  Insecten  an  Hauswanden 
aufmerksam  zu  luaehen.      In  den  warmen  uml  hcisscn  Ta 
gen   von  April  liis  Mitte  Juni,   oft  auch  noch  später,   bietet 
er  reiche  lieuti*.     \'orzugsweise  sind  es  die  der  Sonnenseite 
abgewandten  ^  le,    an    dcinn    eine    .Menge    Insecten 

hes'Midcrs    wai  «• .    Zwt  illllgler.     Ilymenopteren.    vor 

allem  Kiiter  —  wahrscheinlich  aus  dem  Winter(|uartier 
hcrvorgelockt  und  vor  den  heissen  Sonnenstrahlen  Schutz 
suchend  —  hinaufkriechcn.  Ich  nenne  nur  einige  bcson 
der»  interessante  Käl'er.  die  unter  diesen  I'mständcn  hier 
gefangen  wunbn.  Hembid.  pumilio  Puftschm.  (auch  in 
fani-n  naumstämnien  vorkonimen<l',  Taehinus  rutincnnis 
(In.il),  Tach  elongatus  (nur  an  Häusern  und  \t»r  Jahren 
einiMal  zahlreich  i,  Habrucerus  eapillarieurnis,  Trichonhyas 
pili<  ornis,    Acidota   crcuata ,    Ilister   tcrrieula,    Khi^ophagU8 


222 

coeruleiis  (Imal),  Helophorus  tubercnlatns  (Imal,  also  auch 
ein  Bürger  des  Rheinlandes!),  Engis  sang-uinicoUis  (Imal), 
Platyrhiniis  latirostris,  Anthribns  albinus,  Gronops  lunatus 
(Imal  von  Herrn  Dr.  Stachelhansen  am  Barmer  Bahnhofs- 
gebäude und  sonst  hier  nicht  aufgefunden),  Clytus  detritus, 
Haltica  ventralis  (zahlreich,  und  sonst  nur  selten  auf  Espen 
hier  vorkommend),  —  Von  andern  gemeinen  Käfern,  von 
Wanzen  —  Acanthia  lectularia  nicht  ausgenommen  — 
n.  s.  w.  wimmelt  es  zu  Zeiten! 

4.     Agyrtes  subniger  Dej.  *). 

wurde  von  mir  im  Herbste  (Ende  October)  in  2  Exemplaren 
auf  einer  Pfütze  schwimmend  gefunden.  Warum  wird  er 
im  Stettiner  Cataloge  nicht  aufgeführt,  da  er  doch  längst 
von  Dej.  als  Belgier  bezeichnet,  und  von  Wesmael,  so  viel 
mir  bekannt,  beschrieben  ist? 

5.    Purpuricenus  budensis. 

ist  nicht  von  dem  bekannten  Naturforscher  Goetze,  sondern 
vom  (Candidaten)  G.  F.  Götz  (Naturforscher  19.  St.  p.  72) 
benannt  und  beschrieben. 

G,     Fadenwürmer 

wurden  in  Bombyx  dromedarius,  auf  Erlenlaub  schma- 
rotzend, gefunden.  —  Mein  Freund,  Hr.  Dr.  Stachelhausen, 
besitzt  ein  Exemplar  von  Anoplognathus  analis  (bekanntlich 
aus  Neuholland),  dem  bei  der  Tödtung  ein  Wurm  sich  un- 
vollständig entwunden  hat. 

7.     Chrysomela  varians  F. 

Von   2  Pärchen,   bei   beiden   die  &  d   grünlich   blau, 

*)  Note  der  liadttctiun.  Die  Frage  des  Herrn  Einsenders  kann 
nur  an  den  Herrn  Prof.  Schaum  gerichtet  sein,  der  in  der  vierten 
Ausgabe  des  Stettiner  Katalogs  den  in  der  zAveiten  bereits  befind- 
lichen Agyrtes  subniger  Dej.  als  unpublicirt  principienmässig  hinaus- 
warf, allerdings  ohne  dessen  1810  von  C'astelnau  publicirtes  Synonym 
Ag.  bicolor  an  die  Stelle  zu  setzen.  Auf  welche  specielle  Veran- 
lassung in  die  V.  Ausgabe  Ag.  subniger  Kraatz  hineingekommen, 
kann  ich  für  den  Augenblick  nicht  angeben:  jedenfalls  muss  die  Art 
bicolor  Gast,  heissen,  da  auch  das  in  der  Vi.  Ausgabe  damit  ver- 
bundene Synonym  subniger  Fairm.  ungenau  ist,  wenigstens  in  der 
französichen  Fauna  von  Fairmaire  und  Laboulbene  nicht  steht. 

C.  A.  D. 


223 

die  9  9  knnferfarbi^'.  er/op  ich  unter  f>8  Stllck  3^  grllne 
(nicl)t  prünlich  hlaiu'Ii.  L'l  kiipforfarliipo  iinfl  1  blaucf».  F-in 
gefangenes  Exemplar  hat  die  Unke  Flügeldecke  blaa, 
etwa«  ins  Violette  spielend,  die  andere  prlln. 

b.     Psylliodes  chrysocephala  L. 

Von  diesem  hier  par  nicht  seltenen  KHfer  fange  ich  — 
hiflier  nur  an  Fincr  Stelle  —  ein»*  Form,  deren  ich  nirgend 
erwähnt  finde.  Ks  sind  l>ei  ihr  K(»pf,  llalssehild,  Extremi- 
täten und  Unterseite  normal  gefärbt,  nur  die  Fl  (Ige  1- 
d  ecken  sind  helliiraun.  die  (Jeprnd  um  das  Seliildchcn 
rnweilen  mit  einem  trül)en ,  dunklen  Dreieck,  dessen  liasis 
mit  der  der  Filipcldecken  zusammenfallt,  mitunter  diese 
Stelle  schwach  prllnlich:  zuweilen  sind  die  Seitenwand 
hinten  und  die  Si»it7.c  dunkelbraun  pefiirbt.  Da  das  Tliier 
in  dieser  Form  eben  so  hart  ist,  wie  in  der  normalen,  so 
kann  von  Tnreife  keine  Rede  sein. 

Cd  rncli  Uß. 


Vcspertilio  als  Feinschmecker  und  Systemverftchter. 

Von  [>r    llill«>r. 

In  den  lirllnncr  Mittheilnngen  der  K.  K.  maehr.  Oe- 
sellschaft  fllr  Ackerbau,  Natur-  und  Landeskunde  Nr.  0  pro. 
lFr)H  hat  Herr  I'rofessor  Dr.  K.  Iie/Uplicb  der  Propramm- 
Frnpe:  ..Welche  Ausdchnunp  hat  die  Verhcerunp  auf  Hiiben- 
feldein  und  Cictreide-Saatcn  durch  Aprotis  scpctuni  penom- 
men  und  welche  rjepenmittcl  schcin<n  von  Erfolp  pewesen 
tn  sein.'"  unter  Andcrm  auch  Nachstehendes  würtlich  be- 
merkt: 

..Er  habe  im  hcuripen  Sommer  (1^57)  gerade  von 
einem  f^rte,  wo  ebenfalls  Aprotis  segctum  stark  pe 
haust  hiitte.  eine  Menpe  Fledermäuse  erhalten  und  die 
frischen  Excrcmente  derselben  unter  dein  Mikroskope 
UMtersucht.  Sie  bestanden  fast  durchaus  aus  eineir 
f'onvolut  von  unverdauten  Flllpelsehuppen,  nach  denen 
sopar  die  Art  des  Schmetterlinpes  bei  Vcrgleichunp 
mit  den  abgeschabten  Schuppen  verschiedener  Arten 
bestimmt   worden   konnte.      Darunter   seien   nicht   nur 


224 

Flügelschuppen  von  Agrotis,  sondern  auch  von  Geome- 
tra  defoliaria  und  Botys  forficalis  gewesen.  Ein  fac- 
tischer  Beweis,  dass  die  Fledermäuse  fast  aus- 
schliesslich dazu  beitragen,  derartige  nächtliche  Insec- 
ten  zu  vertilgen.  Man  solle  ja  nicht  glauben,  er  rede 
seinen  Lieblingen  (den  Fledermäusen)  das  Wort.  Diese 
seien  mit  Hinzurechnung  der  Kröten  und  Spitzmäuse, 
welche  sich  jedoch  nur  an  der  Erde  bewegen,  die  ein- 
zigen Vertilger  der  Noctuinen,  Geometrinen,  Pyraliden 
und  Tortriciden,  welche,  wie  bekannt,  gerade  die 
schädlichsten  und  suspectesten  Frassthiere  sind". 

Wir  haben  uns  bisher  dem  Wahne  hingegeben,  dass 
diese  beflügelten  Mammalien  nach  allen  Eichtungen  ohne 
Unterschied  der  Ordnung  und  der  Familie  bei  der  Insecten- 
vertilgung  ihre  lobenswerthe  Thätigkeit  entwickeln,  und 
müssen  daher  mit  um  so  grösserem  Danke  die  Constatirung 
der  unerwarteten  Thatsache  aufnehmen,  dass  dieselben  einen 
besonderen  Geschmacksinn  bezüglich  der  angezeigten  vier 
Gruppen  äussern. 

So  gross  der  Nutzen  dieser  fliegenden  Feinschmecker 
ist,  erscheint  er  doch  noch  grösser,  wenn  man  sich  deut- 
lich macht,  dass  sie  auf  ihren  Raubzügen  sogar  die  ver- 
dächtigsten (suspectesten)  Insecten  herauszufinden  wissen, 
eine  Eigenschaft,  die  uns  gewiss  einen  Begriff  von  der  Weis- 
heit der  Natur  in  ihren  Anordnungen  beizubringen  vermag. 

Nach  solchen  Entdeckungen  werden  dem  Herrn  Pro- 
fessor gewiss  alle  und  insbesondere  jene  Oeconomen,  welche 
nicht  in  der  Lage  waren,  auf  den  höheren  Lehranstalten 
in  dergleichen  Mysterien  einzudringen,  ihre  Anerkennung 
nicht  versagen  dürfen,  um  so  weniger,  als  sich  dieselben 
dem  beruhigenden  Bewusstsein  hingeben  können,  dass  in 
der  nächtlich  unbewachten  Stille  alle  oder  doch  die  meisten 
jener  gefährlichen  und  verdächtigen  Individuen,  welche  da 
beabsichtigten,  durch  das  frevelhafte  Absetzen  einer  neuen 
Brut  störend  in  die  Oeconomie  eingreifen  zu  wollen,  von 
den  beflügelten  Gensdarmen  abgefasst  und  „internirt"  wer- 
den. Vor  einem,  von  einem  ordentlichen,  potius  ausser- 
ordentlichen Professor  feierlich  bestallten  Sicherheitswächter, 
noch  dazu  einer  Fledermaus,  wird  sich  kein  gekerbter  Rü- 
benschänder und  Getreideverwüster  mausig  machen  dürfen. 

Auch  die  Lepidopterologen  werden  aus  absoluten  Irr- 
thtimern  herausgerissen,  wenn  sie  glaubten,  dass  die  Tribus 
der  Bombyciden  verhältnissmässig  die  meisten  schädli- 
chen Thiere  enthalte,  dass  die  Tineiden  eben  so  zahlreich 
darin  vertreten  seien,  wie  die  Tortriciden,  und  dass  gerade 


225 

<lie  Pyraltdtn  (ausponomraon  natürlieli  die  unwürdige  Doty» 
/orficalit)  sich  ciius  iHnietten  lint'es  erfreuton. 

Freilich  sind  »lic  ariiKU  Ve«|»ertili<tnoM  in  einer  He- 
ziehunp  zu  bedauern,  da  ihre  erspriessliclie  Thätij^kcit  oft 
durch  S  yst  eniat  i  ker  heointriirlitijrt  wird,  imlein  in  neue- 
r«r  Zi'it  inchroro  Si)i(i(.'s  aus  der  C'lassc  der  Leckerbissen 
(\ortuinon  und  TurtricidLn  i  in  jene  der  nicht  gesuchten 
lionibvcidcn  translcrirt  Wdrdcn  sind. 

Dies  würde  jedoch  um  so  mehr  eine  Unsicherheit  im 
Thun  und  La.<?sen  der  fleissigen  HandflügK'r  zur  Folge  ha- 
ben, als  dieselben  ohnehin  durch  das  Herricb  -  SchätTersche 
T,eiiidi»ptereu-Systeni  ctwa.s  conlus  geworden  sind;  und  da 
hierdurch  das  Interesse  der  ( »ekiaumiie  nicht  weni^'  bedroht 
wird,  so  wäre  derartigen  weiteren  Abiintlerungen  Finhalt  zu 
thun.  damit  nicht  suspccte  Falter  verschont  bleiben,  während 
harmlose  und  für  den  Entoniophilcn  seltene  Spceies  zum 
Opfer  fallen. 

Hieraus  erklärt  sich  am  wahrscheinlichsten,  dass  die 
gefoppten  Chiropteren  sich  in  letzterer  Zeit  zur  Hegel  mach- 
ten, keine  KUcksichten  mehr  auf  die  betrelVcnden  Sippschaf- 
ten zn  nehmen;  wie  man  schon  aus  Dr.  Xickerls  Synopsis 
auf  eine  veränderte  rJeschmacksrichtung  derselben  schliessen 
kann,  da  sie  sich  !fste  .\ickcrl  mit  einer  besondern  \'ehemenz 
der  ^'erspeisung  von  IJombyx  cossus  aesculi  hingaben. 

Wir  haben  noch  jene  neue  EuthuUung  auf  dem  Ge- 
biete der  Naturwissenschaften  besonders  hervorzuheben, 
nämlich  dass  aus  den  in  den  mikroskoj)isch  untersuchten 
Excreujcntcn  der  Vesjjcrtilionen  vorgefundenen  Schuppen 
auch  die  Specics  der  Falter  bestimmt  werden  konnten, 
welchen  diese  Schuppen  augehört  haben,  und  zwar,  wie 
ans  dem  Referate  zu  entnehmen  ist,  Agrotis  segetum,  terncr 
ficometra  (Iliberniai  dcfoliaria  und  Pyralis  (Hotys)  forfiealis. 

Fürwahr,  der  Herr  Trotcssor  liat  bei  dem  Studium 
dieser  (Jlatt  und  r.lattnasen  l'roben  einer  um  so  autYallen- 
«Icren  Combinationsgabc  gclietVrt,  als  er  in  ihren  „letzten 
\N*egeu"  Schuppen  von  2  Spceies  beisammen  fand,  von  de 
neu  die  eine  ulet'oliaria)  um  A  bis  4  Monate  später  lliegt. 
als  die  andere  i segetum i. 

Wer  jedoch  die  barocken  Wirkungen  " 

t"uncti'»nen  kennt,  «ler  wird  es  nicht  liir 
dass  die  ohnehin  als  .unvcnlaut"  bezeichneten  Schuppen 
von  Agrotis  segetum  in  dem  Magen  der  vielbesprtvhencn 
Vcspertilionen  so  lange  gleichsam  als  Schupj>en- Mumien 
liegen  bleiben  kr-imcn,  bis  sich  jene  von  Ilibcrnia  dcfoliaria 
dazu  gesellt  haben,  um  alsdann  in  seltener  Vereinigung  ein 


226 

Gegenstand  der  Untersuchung  und  einer  unbestrittenen 
merkwürdigen  ,  naturwissenschaftlichen  Offenbarung  zu 
werden. 

Wien,  im  April  1858. 


Bemerkungen  über  Sphinx  nerii. 

Von  1\  I4Iotz. 

Im  August  V.  ,T.  wurden  in  Pirna  bei  Dresden  Rau- 
pen vom 

Oleanderschwärmer  (Sphinx  Nerii) 
gefunden ;  aufgefordert  von  Herrn  Cantor  Märkel  in  Wehlen 
theile  ich  einiges  Nähere  hierüber  mit. 

Als  ich  am  22.  Aug.  von  Leipzig  aus  in  Pirna  eintraf, 
fand  ich  mehrere ,  ziemlich  erwachsene  Oleanderraupen  in 
Gläsern,  von  den  Meinigen  seit  etwa  acht  Tagen  sorglich 
gefüttert  und  verpflegt.  Man  hatte  sie  nach  bereits  tiber- 
standener  letzter  Häutung ,  also  alle  ziemlich  erwachsen,  an 
den  vor  dem  Hause  aufgestellten  Oleanderbäumen  gefunden; 
Peinige  hatte  man  draussen  gelassen. 

Sie  frassen  Tag  und  Nacht,  besonders  gern  BlUthen, 
und  wurden  täglich  etwa  vier  Mal  mit  frischem  Futter  ver- 
sorgt. Die  im  Freien  gelassenen  beobachtete  ich  ebenfalls 
oft,  und  nahm  sie  erst  herein,  als  sich  ihre  Färbung  etwas 
änderte.  Die  anhaltende  Wärme  begünstigte  die  Sache; 
keine  Raupe  starb. 

Die  Raupen  besassen  Alle  die  bekannte  grüne  Fär- 
bung, auf  dem  Rücken  ins  Milchblaue*)  ziehend.  Von  der 
orangefarbnen  Varietät  fand  ich  nur  Eine  im  Freien ;  sie 
war  nur  2"  lang,  schrumpfte  immer  mehr  ein  und  starb. 

Die  Farbenänderung  vor  dem  Verpuppen  tritt  nicht, 
wie  Ochsenheimer  meint,  einige  Stunden  vorher  ein,  sie 
wird  vielmehr,  wie  ich  sehr  sorgfältig  beobachtet  habe,  volle 


■")  Anmerkung  des  Setzers.  Wenn  der  Herr  Autor  in  dem 
grossen  Paris  oder  in  London  von  Milch  blau  spräche,  so  würde  man 
das  begreifen.  Selbst  im  kleinen  Paris  mag  es,  besonders  in  der 
Messzeit  an  blauer  Milch  nicht  fehlen.  Aber  auch  in  Pirna  kein 
Mjlcbweiss?     Das  wäre    doch  arg! 


927 

24  Stnoden  uiui  darilhv^T  vorbereitet;  die  Kaupe  Iwiri  dann 
auf  zu  fressen  und  wird  K'Miaflcr  als  vorlier,  wo  gic  sich 
nur  lorthewegte,  um  neui-s  Futter  zu  erreichen.  Oeh»en- 
heimer  sapt  von  seinen  Kaupcn:  (8.  Schmetterlinpe  v.  Ku- 
ropa Hd.  II.,  pa;,'.  2(>-li  ..Wenn  sie  ihre  Farbe  vcriinderten 
und  sich  zum  Kinsj)inncn  anschickten,  übcrzo^'cu  sie  vorher 
den  {ganzen  Körper  mit  einem  klcbripcn  Saft  aus  dem 
Munde."  —  Ich  habe  lci(b'r  nichts  (la\(»n  bemerken  können, 
wohl  aber,  dass  um  die  Stimmen  herum  klebrige  Fleckchen 
ein  Ausschwitzen  verriethen. 

Eini^'C  wenijre  Haupen  fand  ich  schon  im  Gcspinnstc 
vor,  als  ich  nach  Pirna  kam,  dann  gab  ich  tiiplieh  deren 
sich  einspinnen,  vom  l?,"'. — iM'.  Au^'ust,  sie  machten  lose,  von 
Sand  (lurchwcbte.  freräumipe  Gesjtinnstc  aut  dem  Hoden. 
(Oehseidieimers  erste  IJaupe  vcrpupjite  sieh  am  21.  Aug., 
wie  er  erzKhlt,  also  etwa  um  dieselbe  Zeit.  a.  a.  0.  p.  205). 
Bei  der  Letzten,  die  sieh  am  21'.  Aup.  einfxesponnen  hatte, 
sah  ich  den  Moment,  in  welchem  die  liaupe,  ihre  Illillc  ab- 
streifend, als  rupjic  dalat:;  es  war  am  2.  September  Nach- 
mittags, also  ^ier  Tage  nach  dem  Spinnen. 

(»chsenheimer  (a.  a.  0.  pag.  2(k'))  beschreibt  die  Puppe 
als  „bräunlichgelb  und  ausser  den  Flügeldecken  mit  schwar- 
zen Atomen  bestreut;  die  Luftlöcher  erscheinen  als  grosse 
schwarze  Flecken.''  Ich  muss  zur  Vervollständigung  noch 
folgende  Momente  hinzufllgen:  llber  den  Thorax  verlauft  ein 
schwarzer  Längsstrich,  die  Xath  der  Flügeldecken  ist  eben- 
falls schwarz. 

Die  Kästen,  worin  ich  die  Puj>|tcn.  aus  ihrem  fJe- 
sjiinnst  genommen,  anf  8and  gelegt,  aufbewahrte,  standen 
in  einem  bewohnten  Zimmer  mit  gleichmUssiger  Tem|)eratur 
von  etwa  -+.  !<•"  H. 

Mindestens  drei  Tage  vor  dem  Auskriechen  begann 
die  Puppe  dunkler  zu  werden:  zunächst  schimmerte  durch 
<lie  Flllgeldeckt  n  die  dunkle  Handirung  der  FItigcl  durch; 
etwa  24  Stunden  später  war  sie  ganz  kastanienbraun,  und 
wnrdc  an  einzelnen  Stellen  knittrig.  Am  17.  September 
kroch  der  erste  Schwärmer  aus  und  in  einer  Periode  von 
l»"»  Tagen  ( — '1.  (»ctober«  folgten  alle  Übrigen,  keine  Puppe 
blieb  fllrs  leber^N intern  tlbrig.  (Ochsenb.  erzählt  a  a.  (>.. 
sein  Krstcr  sei  am  V.K  ( >ctbr.  ausgok<immen. »  Hie  Meisten 
(13  StIIck'  krochen  Nachts  aus.  Abends  zwischen  S  und  ".• 
ebenfalls  Viele  (11  Stück),  «nch  frllh  zwischen  7  und  8 
kamen  Kinigc  aus;  ^>ährcn<l  des  Tages  nur  sehr  wenige 
(3  Stück). 

Fine  Vi(  rt«  Utunde  ( bei  Kini::en  erst  eine  hallte  Stuntiel 
nach  dem    Verlassen   der    Puppenschalc    hatten   die    PlUgel 


228 

ihre  volle  Ausdehmmg  und  Glätte  erreicht,  doch  erst  nach 
zwei  (in  einzelnen  Fällen  sogar  vier  und  fünf)  Stunden 
nahmen  sie  die  eigenthüraliche  horizontale  Stellung  ein. 

Die  Frühmorgens  oder  den  Tag  über  ausgekrochenen 
Schwärmer  begannen  schon  zwei  bis  drei  Stunden  nach 
dieser  ihrer  vollen  Entfaltung  zu  schwirren,  während  die 
Abends  9  (und  Nachts)  Auskriechenden  sich  bis  gegen  früh 
6  ruhig  verhielten. 

Varietäten  fanden  sich  nicht  vor;  die  am  längsten  im 
Freien  gehaltenen  Raupen  lieferten  die  grössten  Exemplare. 

Schliesslich  muss  ich  noch  eines  Irrthums  gedenken, 
der  sich  in  Ochsenheimers  Schmetterl.  v.  Eur.  (Bd  II. 
p.  239  Anmerk.  1)  findet;  ob  ihn  Andere  vor  mir  bereits 
berichtigt  haben,  ist  mir  unbekannt.  Ochsenh.  sagt  hier 
von  Sph.  Convolvuli,  Atropos  und  Nerii:  „die  vor  dem 
Winter  sich  entwickelnden  Weiber  sollen  nach  der  Ver- 
sicherung eines  erfahrenen  Entomologen  keinen  Eierstock 
haben.^'  —  Mir  wies  die  Section  nach,  dass  der  Eierstock 
vorhanden  ist!  — 

Pirna,  im  October  1857. 


Syiiosij mische  Bcmcrkinig?«  über  lleiüipteren    iisid  eine 
neue  Art  der  t^attun»^  Froste iismü. 

Von   Anton   Uolirn« 

1.  Pentatoma  roseipenne  Muls.  &  Key.  Annal.  de  U 
Soc.  Linneenne  de  Lyon  1852  pag.  87.  ist  synonym  mit 
Cimex  cinctus  Fabr.  Entom.  syst.  IV.  pag.  113.  Ko.  130. 
Wahrscheinlich  ist  auch  Cimex  tarsatus  Klug  &  Ehrenb. 
Symbol,  phys.  tab.  XLIV.  fig.  12.  nur  eine  Varietät  dieser 
Art;  dass  der  Rand  des  Thorax  und  des  Coriums  Aveiss  ist 
und  nicht  wie  bei  S.  cinctum  roth,  darf  nicht  als  Unterschei- 
dungsmerkmal angesehen  werden,  denn  es  giebt  mehrere 
Pentatomiden,  bei  denen  diese  Farben  abwechseln.  So 
Strachia  oleracea  und  ornata  L. 

2.  Stenogaster  pallens  H.  Seh.  Wanz.  Ins.  tora.  IX. 
pag.  215.  tab.  3 14.  fig.  963  ist  mit  dem  von  Mulsant  &  Rey 
früher  beschriebenen  (1.  c.  pag.  102.)  St.  collaris  zusam- 
menzuziehen. 

3.  Miris  megatoma  Muls.  &  Rey  1.  c.  pag.  107  ist  = 
M.  longicornis  Fall.  Hem.  Suec.  pag  129.  2. 


229 

4.  Capsüs  anticus  Muls.  v»^  licv  I.  r.  jia;:.  11t»  i>t  = 
C.  pilicornis  ran/.,  l'aini.  In«.  (üTin.  1*1».    J'J. 

f).  Monantliia  sinuata  Firh.  Kntoin.  Mono^r.  pa^.  (K*.  2. 
tal).  V.  li^.  iL* — 15  ist,  wie  ich  aus  eiiicin  mir  von  Costa 
j^osandton  l'vpiis  irsdu'.  synnnyni  mit  «lein  iiltorcn  ('at«i- 
platiis  an  riru  la  t  u  .«<  Co.^ta  Ciniic.  tcsu.  Nrapol.  ccnt.  II. 
pai:.  L'o.  N...    liV).  tali.   111.    ti,-    3. 

t».  Reduvius  pallidus  Stal.  Ofvers  af  K.-Akad  1  inli., 
ÜSää.  pap.  188.  ist  nicht  vorscliieclcn  V(»n  K.  tahidus  Klu^' 
Kl.  i^    Khrenl).    Syml).    pliysic.   tal».    XIX.    li^'.  l.  chenso  wie 

7  Reduvius  thoracicus  .'<täl  I.  c.  sich  nicht  unterschei- 
det von  K.    palli|)es  Kliiir  I.  c.  tiir.  ^5. 

8.  In  dem  L'teii  \  iertrljahrs  11«  tt  (hu  Jahrgangs  1858 
der  l'ierliner  l'.ntoniol.  Zritscliiirt  j'air.  !'• 'i*.  tal».  II.  lip-.  7. 
findet  sieh  als  neue  Art  Pterotmetus  crassicomis  r.ärelTsprnnfr; 
dieselbe  Art  ist  schon  von  Costa  beschrieben  und  (/iemlicli 
niittelmässip:)  abgebildet.  Cimic.  rei:n.  Xeapol.  cent.  IV.  paf:. 
24.  X»t.  2.JI.  tab.  VI.  li^'. '.•.  al.'^  rachymerus  nn'tellatus: 
ich  besitze  eint  n  Typus  der  Cn.«<tasehen  .\rt.  welcher  <;enau 
mit  der  Abbildung'  und  lleselireibuni:  des  Tterotm.  crassi- 
cornis  übereinstimmt.  Kbendasclbst  findet  sich  ein  Hliy- 
parochrumus  ibericus  IJiirenspr  :  der  Name  winl  ge- 
lindert werden  müssen ,  da  schon  Kolenati  einen  IJhyparo- 
chromus  prleiehen  Namens  beschrieben    hat. 

In  demselben  Artikel  bat  Herr  l'rni".  v.  Härenspriin.:: 
auch  das  synonymische  Zusannnenfallen  seiner  Li  eben  o- 
bia  ferruginea  mit  Hryucoris  museorum  Fall,  be- 
merkt, welches  ich  S.  l("».i  besprochen  habe:  dem  Herrn  Ver- 
fasser ist  jedorh  die  Signorefsehe  Ik'schreibunfi;  unbekannt 
geblieben,  worin  fllr  den  (lattungsnamen  Liehen obia  be- 
reits Ceratocombus  in  Vorschlag  gebracht  worden.  Im 
ersten  Jahr;:ange  derselben  Zeitsehrilt  hat  Herr  Kr.  Stein 
eine  Darstellung  der  (Jattung  Tröste  mma  gegeben.  I»rn 
daselbst  beschriebenen    iL' Arten  gesellt  sieh    noch: 

Prosterama  cardueiis  Dohm: 

r.  nigruu).  nitidum.  pilogum:  jtrothoracc  postice.  scn- 
tello  ( lytrorum<|Ue  elavo  flavo  -  brunncis ;  cnrio  maculis  2, 
mcmbrana  maeulis  .'»  albidis;  femoribus  diluto  albidis  apiccni 
versus  fusco-annulati.'»,  tibiis  dilutioribus.  apiccfuscis:  rostro 
interne  piceo,  nitido,  articnlo  :j  toto,  1  et  2  cxtcnic  fulvis. 
Long  7»  2  mill.  lat.  2' ,   mill. 

Der  Kojif  einfarbig  schwarz,  glünzend:  gegen  die  Ein- 
senkung  des  Schnabels  zu  etwas  heller,  dieser  selbst  auf 
der  Inuenseite  pechbrauu ,   stark  glänzend,  die  Aussenseitc 


230 

und  das  ganze  letzte  Glied  gelbbraun,  etwas  matter  glän- 
zend. Fühler  braun,  das  erste  und  zweite  Glied  an  der 
Spitze  und  am  Grunde  dunkel.  Die  Augen  schmutzig  braun. 
Der  vordere  Theil  des  Thorax  stark  gewölbt,  seicht  und 
dünn  punctirt,  tief  schwarz  und  funkelnd,  vor  der  Einschnü- 
rung befindet  sich  ein  kleiner  Längseindruck;  der  hintere 
Theil  gelbbraun,  stärker  punktirt  und  ebenfalls  mit  einem 
Längseindruck  versehen.  f],benso  sind  das  Schildchen,  der 
Clavus  der  Oberflügel  und  die  Sutur  des  Clavus  gefärbt; 
das  Corium  und  die  Membran  sammtscliwarz ,  das  erstere 
mit  2  weisslichen  Flecken,  von  denen  einer  an  der  Basis 
und  der  andre  zwischen  dem  Aussenrand  und  der  Commis- 
sur  des  Clavus  liegt;  die  Membran  mit  3  Flecken,  einem 
an  der  Spitze  und  einem  in  jedem  Seitenwinkel.  Unterflü- 
gel weisslich.  Beine  schmutzig  ledergelb;  Schenkel  etwas 
heller  als  die  übrigen  Theile,  mit  einem  pechbrauuen,  glän- 
zenden Piinge,  der  aber  auf  der  Innenseite  der  Vorderschen- 
kel etwas  erlischt;  die  Trochanter  des  mittleren  und  hinte- 
ren Paares  dunkelbraun  glänzend ,  ebenso  die  Coxen  des 
ersten  Paares,  dessen  Trochanter  aber  sind  schmutzig  gelb 
gefärbt,  glänzend.  Schienen  und  Tarsen  hellbraun,  die 
ersteren  an  der  Spitze  dunkler.  Die  Unterseite  ist  glänzend, 
schwarz,  mit  Ausnahme  des  gelbbraunen  Theils  des  Thorax. 

Das  ganze  Thier  ist  mit  gelben,  glänzenden  Haaren 
besetzt;  es  hat  am  meisten  Aehnlichkeit  mit  S.  Buessei 
H.  Seh.,  von  dem  es  sich  aber  durch  die  Färbung  der  Vor- 
derschenkel und  des  Coriums   leicht  unterscheiden  lässt. 

Die  Beschreibung  ist  nach  Exemplaren  meiner  Samm- 
lung gemacht,  welche  von  Herrn  Nietner  bei  Colorabo 
auf  Ceylon  gesammelt  sind;  ich  sah  ausserdem  Exemplare 
dieser  Art  aus  derselben  Quelle  auf  dem  Berliner  Museum. 


Zusatz  zu  dem  Berichte  über  Insecten-Bastarde. 

Von  Dr.  H.  Ha^en. 

Ungeachtet  ich  mich  bemüht  habe,  die  Litteratur  über 
diesen  Gegenstand  möglichst  sorgfältig  zu  sammeln,  ist  mir 
doch  Wichtiges  entgangen.  Der  Aufsatz  in  Linnaea  XIL 
über  Chilenische  Caraben  von  Dr.  Gerstäcker  enthält  einige 
interessante,  von  mir  nicht  erwähnte  Fälle.  Noch  mehr 
freute  ich  mich   aber,   eine  Notiz   über  Bastarde   derselben 


231 

Smcrintlins  Arten  (occllatii««  iin<l  Topuli )  «iio  I'h.  llapuc  cr- 
zopcn  hat.  in  WcHtwodiU  IiiinKi.  II.  p.  .'J»)8  zu  finden.  .Di.' 
8nierintljus  Arten  .ncluincn  in  hctrilchtlitheni  Maasge  dem 
Gynandronuirpliisniii.s  unterwurfen  /.u  sein:  cinu  grosse  Zahl 
von  Füllen  sind  von  \«  rscliiidenen  Sehrirtsteliern  vrrzeieh- 
nct  und  von  mir  gesammelt  in  einer  drr  JLntomol();:iselieii 
(jlesi'llschatl  A<»rfreleL'ti'n  Schriü,  in  welcher  ieli  sehr  interes- 
sante Von  Herrn  !i(»n<i'  ;:e/.<i::.'ne  Hybriden  von  S  ocrl- 
laiut  nnd  Populi  besehriehen  und  alijrehildet  iiabc.  Sie  sind 
bis  jetzt  das  ein/i^'e  Kcsnitut  von  Inseeten,  die  dureli  eine 
gezwunprene  Paarunir  zweier  verschiedener  Arten  erzcuf^t 
sind.  leh  verdanke  Herrn  l.';\ddon  eines  dieser  sehr  in- 
teressanl«'n    Tliierc.'  -fl 

Naeh  A^'assiz  lüMiu^r.  111.  ]>.  'J^\.  entliÄlt  Trans. 
Knlom.  Soe.  111.  p.  l'J.I.  H.  llouse.  ( >n  the  (»eoilftenee  of 
Hybrid  Individuais  oeeurring  in  the  pnus  Smerinthus;  und 
ibid.  p.  VX).  Westwood.  {)n  a  Hybrid  Smerinthus,  witli 
Hemarlvs  <tu  Hyhridism  in  geueral.  lieide  hahe4ieh  nieht 
vcr;;leiehen  können.  Ks  wiire  sehr  wUnsehensworlh  und 
wichtig',  wenn  die  Jetzt  von 'I'h.  Haguc  gezo;^enen  Hastarde 
mit  denen  von  11.  llouse  einer  genauen  Vergleiehuug  un- 
terworfen wurden. 

Naeh  Isis  ix'M.  p.  720  maehte  Gravenhorst  der 
Vcrsammlunt;^  der  Xaturforsehcr  in  Hreslau  folgende  Mit- 
thedun^':  Herr  Apetz  aus  Altenhur;,'  (der  Name  ist  zwei- 
mal W(dd  Verdruckt,  Wait;  und  .!/>«/.•)  zo;:  liiu^e  Jahre 
neben  einander  Tl.  falcula  und  curvatula  und  fand  sie  eines 
Morgen»  im  .\|)nl  in  l?ct:attnng.  1  in  sich  zu  überzeugen, 
ob  eine  Befruchtung  wirklieh  stattlinile,  sonderte  er  Puppen 
von  bei<lcn  Arten  ab  nnd  braehte  naeh  dem  Auskriechen 
MÄnnchen  und  Weibchen  «lor  verschieden  -\rten  zusamnien. 
Die  Begattung  fand  f)hne  Scljwierigkeit  statt,  nur  wird  be- 
merkt, dass  von  faleula  »; .;«  und  curvatula  /em.  nur 
nnbelVuehtete  Hier,  \>>n  curvatula  wiix  nnd  faleula /rm. 
da^^egen  eine  zicmliehc  Anzahl  befruchteter  Hier  erzielt 
wunlen.  Nachdem  die  jungen  Larven  nach  iL*  Tagen  aus- 
gekrochen, reichte  er  ihnen  zuerst  Krienljliitter  und.  da  ihnen 
diese  nicht  zusagten,  Birkenhliltter.  .\us  dieser  Ba';tarder 
zcugung  erhielt  Herr  .Apetz  ungefHhr  \'2  Stllek  lUstard- 
gchmettcrlinge  und  bemerkt  zugleich,  dano  alle  ausgekroche- 
neu  Schmetterlinge  N\  ei  beben  waren. 

Sollte  wie  ich  glaube,  meine  Vcrmulhung  richtig  sein, 
dass  der  verstorbene  Herr  Prof.  .Apetz  diese  Beobachtung 
gemacht  hat,  so  erlaube  ich  mir  an  seinen  Sohn,  Herrn  Dr 
Th.  Apetz  die  Bitte  zu  richten,  eine  Diiiglichst  vollständige 
Beschreibung   der  Form    und    Farbe   jener   Bastarde   in  der 


232 

Zeitung  zu  veröffentlichen.  In  den  „Beiträgen  zur  Entomo- 
logie, besonders  in  Bezug  auf  die  schlesisclie  Fauna  etc. 
Breslau  1829.  8to  Heft  1.",  finden  sich  zwei  gefangene 
muthmassliche  Bastarde  von  Tagschmetterlingen  beschrie- 
ben und  illumiuirt  abgebildet. 

Herr  Klopsch  beschreibt  p.  212  eine  merkwürdige 
Varietät,  wahrscheinlich  Bastard  von  Lycaena  Adonis  und 
Alexis.  Das  Thier  hatte  die  Grösse  von  Alexis,  die  Färbung 
der  Oberseite  von  Adonis,  während  die  Unterseite  der  Fär- 
bung von  Alexis  ähnlicher  sieht. 

Schummel  p.  215  beschreibt  einen  Tagfalter,  der 
vielleicht  durch  Begattung  zweier  verschiedener  Arten  ent- 
standen ist.  Er  hatte  die  Vorderflügel  von  Hipparchia  Ar- 
cania,  die  Hinterflügel  von  Hipp.  Hero,  während  die  übrigen 
Theile  des  Körpers,  welche  bei  beiden  Arten  keine  Unter- 
schiede zeigen,  ebenfalls  mit  diesen  Arten  übereinstimmen. 

Es  würde  jedenfalls  sehr  merkwürdig  sein,  wenn  ein 
Bastard  eine  derartige  Vertheilung  der  Merkmale  der 
Stammeltern  darböte. 

Folgende  Nachrichten  über  Paarung  verschiedener  Ar- 
ten kenne  ich  nur  aus  Citaten :  Audouin,  Observations 
sur  l'Accouplement  entre  des  individus  d'especes  differentes 
du  genre  Coccinella.  Ann.  Soc.  Entom.  I.  p.  232  u.  Ann. 
des  Scienc.  natur.  ser.  2.  XVI.  p.  374. 

Villers  Kotice  sur  nn  accouplement  de  deux  Zygö- 
nes  d'espece  differentes.    Ann.  Soc.  Entom.  Fr.  I.  p.  421. 

Gistl  zoologische  Bemerkung  über  die  Begattung  von 
Chrysomela  menthae  und  poiita.  Isis  1827  p.  625  und  zwar 
menthae  fem.  mit  poiita  mas.  Ich  würde  die  letztere  Beob- 
achtung hier  nicht  citirt  haben,  wenn  sich  nicht  dieselbe 
Beobachtung  genau  mit  denselben  Geschlechtern  nach 
Müllers  Angabe  bei  Suffrian  Linnaea  V.  p.  92  vorfände. 

Als  Curiosum  berichtet  Hr.  Kelch  Isis  1834  p.  737 
über  eine  widernatürliche  Begattung  zweier  Männchen 
von  Melolontha  vulgaris  und  hippocastani,  die  auch  von  Hrn. 
Zebe  constatirt  ist. 


Imbibition  als  Hülfsmittel  bei  der  Anatomie 
der  Insecten, 

Von    Dr.    H.    Hag-en. 

Wie  bekannt  erfordert  die  Zergliederung  der  Insekten 
im  Ganzen  nur  geringe   manuelle  Geschicklichkeit   und  die 


333 

H.iuiit'^oliwicrif^keit  l)o?»telit  nur  «Urin,  die  znni  Tlieil  los, 
ziiin  Tluil  iliircli  Traclioen  uihI  Fcttkürpor  lic  festi  j,'t  lie- 
genden Orc^ane  unverli-tzt  von  ihren  l  nio:eltungen  sondern 
zu  kviuiun.  Die  Kutseliiidunp  aber,  ob  ein  Tlieil  noeh  zum 
t)ri^ane  ^'ehJire,  oder  hins  l''»-ttkör|»er  8ei.  ist  niitiiutor  sehr 
schwi-r.  lliezu  (lllrlte  dit'  jt-t/t  in  der  Anatomie  der  Wirbel- 
tliierr  mit  so  liln-rrasclii'nd('in  Krl«'|p'  an/^fwcndete  Imbi- 
bition ein  vortrefl'liche«  Hlllt>niitt(d  birten,  da  gerade  die 
Fettzellen  sieb  niilit  imbibiren.  Das  Verfahren  ist  sehr 
einlach.  In  eine  gesiittigte  I><tsung  von  Karmin  in  kausti- 
schem Ammoniak  (Karmin  ist  am  gt-eignet^tcn,  da  die  rotbe 
Farbe  selbst  unter  s«lir  bedeutenden  Ver^-riisserungeu  noch 
deutlieh  bleibt'.  K'irt  man  das  geeignete  (»bjeet,  also  hier 
du.s  ganze  geöfVnete  Insekt,  hinein,  wobei  die  hnbibition  nur 
kurze  Zeit  erfordert.  Hesonders  wichtig  ist  dies  Verfahren 
fllr  die  Krkenntniss  der  (Jeseheehtstheile  und  ihrer  Anhange. 
In  HetretV  der  ("ireulationsorgane  ist  allerdings  grosse  Vor- 
sieht nütliig,  da  sieh  die  Tracheen  auch  imbibiren.  Wie 
schon  Schaum  dierieht  fllr  lX4x.  j).  lll^)  richtig  bemerkt, 
beruhen  auf  diesem  l'mstande  die  'räusehungen  in  den  Be- 
ubaehtungen  lilanehards  Über  den  Blutlauf  bei  Insekten. 


Neue  systematische  Eintheilung  der  Homopteren, 
\  ü  n  D  r.  ('.  S  t  ä  l   i  u  S  t  u  c  k  h  o  I  ni. 

Vor  zwei  Jahren  machte  ich  die  Entdeckung,  dass  bei 
verschiedenen  Fulgoriden  von  der  Gruppe  Derb id  es  drei 
(Jcellen  sich  finden ,  und  ich  schrieb  (larüber  eine  kleine 
N'otiz,  welche  in  der  Tebcrsiclit  der  ^'erhandlungen  der 
K.  Academie  der  Wissenschaften  zn  Stockholm  gedruckt 
wurde.  Seitdem  habe  ich  ebenfalls  bei  mehreren  (rattun- 
gen  der  Cixiitien  drei  Ocellen  get'unden.  Diese  Entdeckung 
macht  natürlicherweise  die  frühere  Kintheilung  der  Ho- 
mopteren nach  der  Anzahl  der  Occllen  unhaltbar.  Ich 
hal)e  daher  versucht,  eine  neue  Kintheilung  dieser  Thiere 
aufzustellen  und  dabei  von  rharaeteren  fiebrauch  gemacht^ 
deren  man  sich  bisher  nicht  bedient  hat,  z.  M.  der  F^in- 
fllgung  der  B»ine,  und  der  F<»rni  \crschiedencr  Theile  der 
selben  etc.,  Charactere,  welche  nothwendig  mit  dem  Bcwe 
gnngs  -  Vermögen  und  der  Lebensweise  dieser  Thiere  in 
näherem  Zusammenhange,  stehen ,  welches  mich  zn  folgen- 
der (iniiipirung  geleitet  hat. 

1.  i'oxis  intermcdiis  elongatis.  late  distantibus,  longe 
a  disco  pectoris  insertis;  tegminibus  basi  tegula  iustructiu. 
Fulgorina.     Iiurm. 


234 

II.  Coxis  intermediis  breviter  late  subconicis,  valde 
approximatis ;  tegminibus  basi  tegula  destitutis. 

1.  Coxis  posticis  breviter  late  subconicis,  lateraliter 
haud  extensis;  tibiis  cylindricis. 

A.  Femoribiis  anticis  inermibus,  haud  incrassatis; 
scutello  mediocri  vel  parvo;  arolio  inter  ungues;  ocellis 
duobus.  —  Cercopina.    Stäl  (adjectis  Clastopteris!) 

B.  Femoribus  anticis  incrassatis,  subtus  spinosis;  scu- 
tello maximo ;  arolio  inter  ungues  nuUo ;  ocellis  tribus.  — 
Cicadina.     Stäl.  (Stridulantia.  Latr.) 

2.  Coxis  posticis  transversis,  lateraliter  usque  ad 
margines  pectoris  laterales  extensis;  tibiis  (saltem  posticis) 
angulatis. 

a.  Capite  tboraci  arctius  affixo  loris  magnis,  extus  a 
genis  haud  nisi  angustissime  terminatis,  bis  inflexis,  mar- 
gine  haud  liberis,  prope  oculos  saepissime  sinuatis;  femo- 
ribus apice  superne  inermibus.  —  Membracina  (adjectis 
Aethalione,  Urophora,  Euryprosopo,  Ulopa!) 

h.  Capite  thoraci  minus  arcte  affixo,  loris  minoribus, 
extus  a  genis  plus  minus  late  (saepe  latissime)  terminatis, 
his  plus  minus,  saepe  valde  dilatatis,  margine  liberis,  coxa- 
rum  anticarum  basin  et  marginem  internum  saepissime 
valde  distincte  tegentibus ;  femoribus  (saltem  posticis)  apice 
superne  mucronatis.  —  Jassina  Stäl  (Cicadellina 
Burm.  exclusis  Cercopidibus,  Ulopa,  Aethalione, 
Urophora,  Clastopteris.) 

Obs.  1.  Tegulae  tegminum  Fulgorinorum  saepius 
valde  distinctae,  apud  Issidas  complures  a  margine  late- 
rali  posteriori  thoracis  occultae;  semper  tarnen  adsunt. 

Obs.  2.    Apud  Jassina  mucrones  apicales   femorum 
fere  semper  distincti,   distinctissimi;   discedit  genus  Eury- 
mela,  mucronibus  valde  obsoletis,  vix  uUis  instructum. 
Stockholm,  Februar  1858. 


,j[^.j^ 


Vereinsangelegenheiten. 


In  der  Sitzung  am  8.  April  wurden  als  Mitglieder  auf- 
genommen: 

Herr  C.  E.  Venus,  K.  Einnehmer  in  Dresden, 

Herr  Fortunato  Zeni  in  Roveredo. 

Der  Unterzeichnete  motivirte  den  Antrag,  in  Folge 
freundlichen  Uebereinkommens  mit  Herrn  E.  S.  Mittler  in 
Berlin,  den  nächsten  Band  der  Linnaea  Entomologica  (XIII.) 
im  Verlage  des  Herrn  Friedr.  Fleischer  in  Leipzig  erschei- 
nen   zu   lassen.     Der  Vereinsvorstand  genehmigte  die  ge- 


2öi^ 

troffnen  Kinlcitnn^rn,  welche  um  po  mehr  ein  glinstif^es  Ke- 
snltat  versprechen,  als  nicht  zu  verkennen  ist,  dass  der  runch 
menrle  Ahsatz  der  Kutomoh)pisrhen  Zeitung  in  den  letztem 
Jahren  zu  einem  wesentlichen  Theile  gewiss  der  Umsicht 
und  Thiitigkcit  des  Herrn  Stadtrath  Fleischer  beizumessen 
ist,  welcher  sich  (duiehin  um  den  Verein  hei  Gelegenheit 
der  KeiTulirung  eines  nicht  unerheblichen  Aussenstandes  der 
X'ercinskasse  dnreh  sein  energisches  Einschreiten  verdient 
gemacht  hat. 

In  Folge  unerwarteten  IJegehrs  der  Huchhilndler,  na- 
mentlich auch  durch  Abzug  nach  England  itt  die  sechste 
Anflage  des  Cataloyui  coltvpterorum  Kuropae  gcriiunit  worden. 
Es  blieb  demnach  nichts  übrig,  als  so  rasch  als  thunlich 
die  vorhandne  Eücke  durch  eine  neue  Ausgabe  zn  decken. 
Dieselbe  wird  in  einigen  Wochen  erscheinen  und  neben  an- 
dern Verbesserungen  und  Ergänzungen  auch  die  Annehm- 
lichkeit bieten,  dass  von  dem  Intcrzcichneten  bei  der  Re- 
daetion  mancherlei  Materialien  durch  die  bereitwillige  Gllte 
wcriher  Freunde  anticii)irt  werden  knuntcn,  deren  gcnerischc 
und  monogra|)hische  Arbeiten  (b  rzeit  noch  unter  der  Presse 
befindlich  siud.  Es  ist  contractlich  daAlr  gesorgt  wurden, 
dass  die  neue  Auflage  des  Catalogs  auf  Schreibjiapier  ge- 
druckt wird,  ein  I'mstand,  der  bei  dem  Handgebrauch  sehr 
wesentlich  ist.  und  bei  der  sechsten  Aul  läge  durch  Vergess- 
lichkeit  des  Hnickers  Ntralisiiunit  war.  C  A.  Dohrn. 


IC  .J   Die  Seite  ITö  dieses  Heftes  vcrsprochne    Tafel 
zur  hcniipterologischen  Arbeit   des  Herrn  Dr.  iStal  ist  beim 
Drucken    vernngllickt,   und    wird  deshalb,    um  die  Ausgabe 
des  zweiten  Heftes  nicht  aufzuhalten,  erst  mit  dem  dritten 
geliefert  werden. 

Intel  1  igen  z. 

UZM  Anzeige   fiir  rr|)ido|)(rrophilen    SI^ 

Dir  Herren  J.  ('.  Sepp  cn  Z«hiii  m  .\ni.'«ler(lain  haben 
sich  cntschk»ssen ,  von  dem  grossen  Schmettcrlingswerke  in 
ihrem  Verlage  die  HHnde  IV.  bis  VM.  fllr  die  H.Hlfte  des 
bisherigen  Eadenpreises  bei  directcr  Hestellung  und  Bezah- 
lung zu  erlassen,  das  heisst  jeden  einzelnen  der  Hände  IV. 
VII    fllr   17  Thaler  jireuss.        •».')  Francs        5«i  Shill.  engl. 

Von  den  .'5  ersten  Händen  sind  nur  noch  wenige  voll- 
siandii;e  Exemplare  vorräthig  und  wird  das  ganze  Werk 
bei  directcr  Heziehung  bis  inclusive  Hand  VIII.  Tatel  20 
ahcegebrn  filr   11?  Thaler  —  4P^r>  Frane«  —   16  £   14  Shill. 


236 

Hiezu  bemerke  ich,  dass  bei  der  ziemlich  regelmässi- 
gen Verbindung  Amsterdam's  mit  Stettin  durch  Schrauben- 
Dampfer,  ich  gerne  bereit  bin,  Lepidopterologen,  welche  von 
obigem  Anerbieten  Gebrauch  machen  wollen,  dazu  behülflich 
zu  sein,  falls  mir  Briefe  und  Gelder  franco  zugesandt  wer- 
den und  die  Herren  Besteller  damit  einverstanden  sind,  dass 
ich  die  durch  Beziehung  des  Werkes  noch  verursachten  klei- 
nen Spesen  durch  Postvorschuss  einziehen  kann. 

C.  A.  Dohrn. 

Den  Schmetterlings-Freunden, 

welche  der  englischen  Sprache  kundig  sind,  wird  hiermit 
angezeigt,  dass  von 

H.  T.  Stainton's  Manual  of  british  butterflies  and  moths 
das  15.  Heft  (Preis  2  Sgr.  6  Pf.)  in  London  bei  John  van 
Voorst  erschienen  ist.  Der  erste  Band  schliesst  mit  Heft  14 
ab,  umfasst  die  sämmtlichen  bekannten  britischen  Tagvögel 
und  Eulen,  enthält  80  Holzschnitte  und  kostet  in  Leinwand 
1  Thlr.  15  Sgr.    Bestellungen  tibernimmt      C.  A.  Dohrn. 

Für  Käfer 'Freunde. 

Die  sehr  bedeutende  Käfer-Sammlung  des  verstorbenen 
Professor  Dr.  J.  G.  Apetz  ist  zu  verkaufen.  Auskunft  auf 
portofreie  Anfragen  ertheilt  r 

Altenburg.  Dr.  Ed.  Hase, 

Herz.  Sachs.  Appellationsgerichtsrath. 


Hymenopterologen  SIÜ 

werden  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  von  Holm gren: 
Monographia  Tryphonidum  Sueciae  (Stockholm  1 856,  4to„  394  S., 
2  Tafeln)  einige  Separat-Abdrücke  brochirt  gegen  portofreie 
Einsendung  von  3  Thlr,  durch  den  entomol.  Verein  in  Stettin 
zu  beziehen  sind. 

Inhalt.  Speyer:  Noctua  cerasina.  Hagen:  Russlauds  Neu- 
roptera.  Hagen:  Sing-Cicadeu,  Zusätze.  Menetries:  Antikritik. 
Werneburg:  Lepidoptera  in  Seopoli  Entom.  Carniol.  Anton  Dohrn: 
Hemipterologisches.  *  Neujahrsgedanken  zur  Synonymie  und  Nomen- 
clatur.  *  Epilog  dazu.  Stäl:  Zur  Hemipterenfauna  Sibiriens  und 
Nord-Amerika's.  Dohrn:  über  auffallende  Nachlässigkeiten.  Hagen: 
Agassiz  Bibl.  Zool.  Pfeil:  Ostpreuss.  Käfer.  Cornelius:  Entwicke- 
lungsgeschichten.  Entom.  Notizen.  Hiller:  Vespertilio  gastronomu«. 
Klotz:  Sphinx  nerii.  Anton  Dohrn:  Synon.  Bemerkungen,  Pro- 
stemma carduelis.  Hagen:  Insecten-Bastarde;  Imbibition.  Stäl:  Sy- 
stemat.  Eintheilung  der  Homoptera.  Vereinsangelegenheiten.  Intel- 
ligenz. 


Druck  von  F.  Ueieeulaud  in  Stettin. 


Eiitoiiiolo^i!>i(-lie  Keitiiiiff 

liuruusgc^cbüii 

von  d«m 

eiildiiioloiilsclicn  \(T('iiir  zu  Slcltin. 


In  Commisdoo  bei  dt-n  Buchbaadl. 

»^ '  '^  * ^  "  ° " •  s .  E.  8.  Mitüer  in  Berlin.  n.Vr.  Fleiichar 

CA.    Dohrn,     Vereins- Präsident,  in  L.-iprig. 

\o.  7  — U.  19.  Jahrgang.       Juli  -  Srplli.    IHjH. 


Uebersicht  der  in  den   Verein.  Staaten  von 
Nord-Amerika    einheimischen    Chrysomelen. 

Aua  dem  Eof^lisrhen  niit  Zusätzen  von  Schulr.  Dr.  MiifTrian. 

Die  Procefdings  der  Acad.  nat.  fc.  of  Philadelphia  vom 
J.  1,'<56  (Vol  Vrir.  n.  1.  S.  2J»  — 39)  enthalten  von  Herrn  11'. 
Fred.  Rogers  eine  synoptisch-monograpb.  rebcrsicht  der  in  Xurd- 
Amerika  einhciniLschcn  Chrysomelen,  welche  einen  neuen  und 
erfreulichen  Heweis  von  der  Sorgfalt  liefert,  mit  der  die  Ameri- 
kanischen ?!ntomolopen  jetzt  die  Insectenfauna  ihrer  Ileimath  zu 
erforsrhen  und  Msi.ssen.soljaftlich  zu  erürttrn  hcfli-isen  sind.  Die 
vorliej?ende  Arl)eit  srhliesst  sirh  ihrem  hihalto  nach  eng  an  Ifal- 
deman'g  Monographie  der  Nordamerikanisihen  (ry  p  t  oeepbal  i 
an,  ist  eben  so,  wie  die  obengenannte  Abhandlung,  auf  das  reiehe 
Material  der  Leconte' sehen  Sammlung  gegrtlndet ,  und  eine  Mit- 
tbeilung  ihres  wesentlichsten  Inhalts  in  unserer  Zeitung  dürfte  b«i 
der  immer  wachsenden  Verbreitung  der  nordamerikanischen  Käfer 
in  unseren  Sammlungen  sich  um  so  eher  riThtfertigen  la.ssen,  als 
dieselbe  durch  die  sich  aus  ihr  ergebenden  Folgerungen  für  die 
geographi.s»  he  Verbreitung  der  Insecten  übirhaujtt  und  der  Chry- 
somclincn-Formen  insbesondere  auch  wohl  ein  allgemeineres  Inter- 
esse in  Anspruch  nehmen  kann. 

Da.s  (iebiet,  über  dossen  Chr^somelrn  sich  die  vorliegende 
.Vbhandlung  verbreitet  ( „Synoptin  of  $peciet  of  Chrysomela  and 
allied  genrra  \nhabitin<j  ihe  Cntted  State$"J ,  wird  von  deren  Ver- 
fasser selbst  als  das  der  Vereinigten  Staaten  bezeichnet.  In  der 
Wirklichkeit  aber  dehnt  dasselbe  sich  noch  weiter  au5,  indem  es 
zugleich  die  britischen  und  Rassischen  I^c-itzungen  In  Nordamerika 


238 

miteinschliesst.  Sonach  umfasst  es  von  den  vier  Bezirken,  in 
welche  ich  in  meiner  Bearbeitung  der  Nordamerikanischen  Cryp- 
tocephali  (Liiin.  Ent.  VI.  S.  202  ff.)  Nordamerika  mit  Einschluss 
der  Antillen  gctheilt  habe,  die  beiden  ersten;  und  aus  diesem 
weiten  Ländercomplex  beschreibt  der  Verf.  zusammen  47  Arten, 
wobei  er  ausserdem  noch  7  Arten  namhaft  macht,  die  ihm  nicht 
durch  eigene  Anschauung  bekannt  geworden  sind.  Auffallend  ist 
hier  sogleich  die  verhältnissmässig  geringe  Anzahl  der  Arten  auf 
einem  Flächenraum,  welcher  an  Ausdehnung  weit  über  den  von 
ganz  Europa  hinausreicht;  denn  wenn  sich  auch  voraussetzen  lässt, 
dass  diese  Gegenden  noch  manche  den  Augen  der  Entomologen 
entgangene  Art  enthalten  werden  (auch  ich  selbst  werde  nach 
dem  mir  vorliegenden  Materiale  deren  einige  beizusteuern  im 
Stande  sein),  und  dass  namentlich  in  den  Landschaften  jenseits 
des  Felsengebirges  ungleich  mehr  Arten  vorhanden  sind  als  die 
wenigen,  welche  der  Verf.  von  daher  aufführt;  so  bleibt  dennoch 
die  Anzahl  der  nordamerikanischeu  Arten  —  dieselbe  auf  etwa 
80  angeschlagen  —  um  mehr  als  das  Dreifache  gegen  die  der 
Europäischen  (letztere  mit  Einschluss  von  Timarcha  und  Cyr- 
tonus  gerechnet)  zurück;  ein  um  so  melu-  überraschendes  Ergeb- 
niss,  als  hinsichts  anderer  Chrysomeliuen-Gruppen ,  namentlich  der 
Douacien  und  Crj-ptocephalen ,  jene  Länder  an  Artenreichthum 
Europa  mindestens  gleichkommen.  Ein  ähnliches  Uebergewicht 
der  Europäischen  Fauna  tritt  auch  noch  bei  den  Clythriden 
hervor,  und  die  aus  Mittelameril^a  nordwärts  vordringenden  Eu- 
molpide[n-  und  Chlamy  den  formen  gewähren  der  Nordameri- 
kanischen  nur  einen  unvollkommenen  Ersatz. 

Was  nun  ferner  die  unter  den  Amerikanischen  Chrysomelen 
vertretenen  Formen  betrifft,  so  lassen  sich  unter  den  von  dem 
Verf.  namhaft  gemachten  Arten  unterscheiden: 

1.  solche,  welche  Nordamerika  mit  Europa  gemeinschaftlich 
besitzt.  Es  sind  dies  selbstredend  Arten,  die  sich  in  beiden  Erd- 
theilen  weit  nach  Norden  hin  erstrecken;  unter  den  beschriebenen 
finden  sich  Chr.  rufipes  Deg.,  vitellinae  L.  (=  vulgatis- 
sima  L.),  polygoni  L.;  als  dem  Verf.  nicht  zu  Gesichte  ge- 
kommen, aber  von  den  Autoren  (Mannerheim  und  Kirby)  erwähnt 
werden  noch  angegeben  Chr.  viminalis  L.,  lapponica  L., 
adonidis  Fab.  und  raphani  Fab. 

2.  Arten,  welche  bei  specifisoher  Verschiedenheit  doch  eben 
so  entschieden  Europäischen  Formen  angehören,  und  sonach  in 
ihrer  Heimath  einen  beiden  Erdtheilen  gemeinsamen  Typus  ver- 
treten. Dahin  gehören  ausser  der  merkwürdigen  Timarcha  aus 
Californien  noch,  soweit  ich  aus  eigener  Kenntniss  zu  urtheilen 
vermag,  alle  von  dem  Verf.  von  Gruppe  3  ab  aufgeführten  Arten; 
die  durch  sie  vertretenen  Formen  sind,  wenn  ich  meine  Gruppi- 
rung  der  Europäischen  Chrysomelen  (Linn.  Ent.  V.  S.  5  ff")  dabei 


239 

zrnn  Tfrunde  lepe,  dir  Grtipfwn  I.  (Chr.  atra) ,  2.  (erniea),  h. 
CSparthaUi\  8.  (morto),  14.  (aenea),  17.  (rufip«f),  iH.  (polygom), 
20.  (orbicuUtrit)  nnd  21.  (r%ilgatif»iwa),  so  da*fi  von  den  in  Ka- 
ropa durch  ein«'  pi-os^rrc  Art»  n/ahl  vertretenen  Kormc-n  cigontlirh 
nur  die  C'hrywnneUie  In-rrhifonn»  >  (Rnuti),  aamlontae  (violacea), 
Remellatae  (/ucata)  und  montitolnr  (/u$cj-jenra)  ausfallen. 

;>.  Als  rincntlich  anu  rikuii^ilu-  Formen  hkibcD  dann  ausser 
den  von  «Um  Verf.  zu  BJepharida  und  Dorypbora  erbrach- 
ten .Vrten  nur  die  rhrys(»n)rl»ii  >«iii«r  rrstcn  und  zweiten  Rotte, 
deren  ervtore  dir  Call  ii^raph;»-,  <li<'  and«  rc  dir  Z ygopramma- 
Artvn  der  Oijeanstlicn  .'>y>ttinatik  uiiifx^st,  und  von  denen  j^-ne 
tUglicb  abs  Vertrvtu-  unserer  Cbrysomila  anrulcntae,  di«'j«c  als  Ver- 
treter unserer  (br.  gimelUilae  betrachtet  wenirn  können.  V.s  sind 
aus  diesen  beiden  Grup])e,n  zusammen  Im  Arten  (unter  40  namhaft 
ßeinachten  echten  Cbrysonieltii)  beschrieben,  und  es  erjrieht  sich 
daraus  leicht,  ila-s  die  bei  weiten»  Überwiegende  Zahl  der  in  jenen 
wtiun  liiiniler-trecken  einln  imisdien  Arten  ein  uns  wohlbekanntes, 
eu^upaibcllc^  <ieprai:c  au  sich  trügt,  während  jene  Dorypbora-, 
Calligraphu-  uud  Zy  gugr am  nia- Formen  oben  so  entschi«'- 
deu  einem,  vorzugsweise  meinem  dritten  fiebiete  der  Nordam«'rika- 
xÜMÜieu  Fa«jna,  dem  mitlehunerikanisch  -  mexicanischen  Hochlande 
von  Vunania  bis  ziuu  Colorado  und  liio  yrande  dtl  Sortf,  anpe- 
börenden  Typus  zukommen,  der  aus  dieser  seiner  eigentlichen 
Heimat,  gerade  wie  nnter  den  f  ry  pf  ocepba  le  n  die  (inttung 
Scolothruii ,  mit  einer  geringen  ArtenreUie  in  die  nordliehen  Re- 
gionen vorrückt ,  und  hier  den  Verhreitnngsbezirk  der  Scolochren 
noch  mcrkbch  ubersi  brtiLcud  sich  mit  vier  Arten  sogar  bis  nach 
C'au(u!a  nnd  dem    rancoui^r  -  .'^uude  au»dehnf. 

Djp  SjTrtenwfik  de«  Verf.  ist  eine  « hr  einfache,  ubrieens 
nicht  ans  einer  vor;»''  '  ti-n  Krortenmtf,  •*ond»rn  nur  aus  der 

knrrfn    von    ihm    :\  .  n     Tabelle    der    tJattinip^merkmalc    zu 

entnehmen.  l>ie  trsiii:«-  Urihe  der  zuerst  in  der  .T.  Aufl.  von  De- 
jtan»  Catalope  nufpetiim  htrn ,  bei  uns  in  den  .SVurmscben  (1H13), 
nnd  in  Anu-rika  in  den  Melsheimrr'anSww  Cataiog  (l.iö3)  Ubergd- 
paiipcnen ,  sogenannten  (fattanpen  ( l^tdomrra,  Poli/gramma,  Zy- 
gntframma ,  Culltgritjih'i ,  summt  den  Nhon  von  mir  verworfenen 
yt'l'i^'tma ,   (iuni'^ctfnti ,    /'  .y.i<i,    l'hardon    und 

Ihl  ■■!'■<)  wiril  htUIschw«  I  -n,   und  theiU  (I«i- 

biclomera  nnri  rnlypr.unnuj  mit  der  \n  ihren  .Nlrrkmaien  sehr  er- 
weiterten (iattung  horyphora  llhy.,  iheiU  (alle  übrigen)  mit 
f  h!)-somela  vereinigt.  s«Kla.v5,  «ortn  ich  dem  Verf.  an^  den  in  der 
Lir.riai-n  V.  S.  .3  entwickelten  (trtUiden  vollkommen  b^'ilrete,  von 
all)  n  jenen  ncnen  SiliOpfangrn  nur  die  (lattans  Jiirphartdn  vor 
!«inen  Anpen  <•  'inden  hat     Pamuf  grliodet    eicb    bei    ihm 

folgende  (TattuiiL  it ; 


240 

1.  Ungues    fissi;    Femora   postica     incrassata.      (Ble- 
pharida.) 

2.  Ungues  integri,  vel   vix  dentati;  femora  baud  incras- 
sata. 

a.  Palpi   articulo   ultimo    breviore    truncato,      (Dory- 
phora.)    (Polygramma  Labidomera.) 

b.  Palpi  art.  ultimo  haud  breviore. 

a.  Tarsi  art.  secundo  baud  angustiore.  (Timarcha.) 
ß.  Tarsi  art.  2do  minore.     (Cbrysomela.) 

In  dem  Folgenden  gebe  ich  die  Gattungsmerkmale  (in  deut- 
scher Uebersetzung)  nebst  den  Citaten  und  Heimathsangaben  voll- 
ständig, die  von  dem  Verf.  noch  weiter  gemachten  Zusätze,  soweit 
nöthig,  im  Auszuge.  Die  Diagnosen  der  einzelnen  Arten  habe  ich 
in  möglichstem  Anschlüsse  an  den  Grundtext  und  nur  hier  und  da 
mit  einer  ^ibkürzung  oder  Zusammenziehung  ins  Lateinische  tiber- 
tragen, und  die  in  Decimaltheilen  des  bei  uns  wenig  bekannten 
englischen  Zolls  ausgedrückten  Grössen-Bestimmungen  auf  Preussi- 
sches  (rheinländisches  Duodecimalmass  reducirt.  Die  von  mir  selbst 
herrührenden,  durch  das  mir  vorliegende  ziemlich  reichhaltige, 
theils  aus  der  Königl.  Sammlung  in  Berlin,  theils  aus  den  Samm- 
lungen befreundeter  Entomologen  mir  zum  Vergleiche  anvertraute 
Material  möglich  gewordenen  Zusätze  sind,  wie  gegenwärtiges  Vor- 
wort, durch  abweichenden  Druck  bemerklich  gemacht  worden. 

I.    Blepharida. 

Das  Endglied  der  Kinnladeutaster  walzenförmig  und 
vorn  stumpf  zugespitzt.  Hinterschenkel  massig  verdickt, 
Mittel-  und  Hinterschienen  mit  einem  stumpfen  Winkel  am 
Aussenrande,  ein  Drittel  über  der  Spitze.  Krallen  zwei- 
spaltig, Vorderhüften  massig  getrennt,  Vorderbrust  flach, 
Mittelbrust  hart  vortretend.     Mittelhüften  weit  getrennt. 

1.  B.  rhois.  Ovata  convexa  ferruginea,  antennis 
nigris  basi  piceis  capite  tboraceque  flavis,  elytris  punctato- 
striatis  late  flavomarginatis  et  variegatis.     Long.  3  —  S^/z'"- 

Chrysomela  rhois  Forst.  Cent.  Ins.  1,  21.  Hübn.  Naturf. 
24.  St.  40.  Oliv.  Enc.  Meth.  5,  720. 

Altica  virginica  Fr ö lieh  Naturf.  26,  129,  54. 

Haltica  rhois  Illig.  Mag.  6,   161. 

Chrijsomela  stolida  Fabr.  Ent.  Syst.  1,  318.  Syst.  EI. 
1,  435.     Oliv.  Enc.  Meth.  5,  700. 

Haltica  stolida  Illig.     Mag.  6,   161. 

Chrysomela  meiiculosa  Oliv.     Ins.  91,  531.  tab.  6.  fig.  91. 

In  den  mittleren  und  südlichen  Staaten,  Nebrasca  und 
am  oberen  Mississippi. 


241 

Sehr  veränderlich  in  der  Zeirhnunp.  Bei  einem  Stllrke 
ÄUf»  dl  n  slldlichon  Staaten  da-H  Mittclfehl  «irr  Ücckschilde 
nnregelmäüsi^'  rostroth  mit  hrcit^clbem  Kande,  hei  einem 
andern  eben  daher  der  iUnm  /wischen  der  Kaht  nnd  dem 
ersten  Streifen,  sowie  der  l'te ,  biv  und  ste  Zwischenraum 
gelb. 

IHe  sehr  kurzen,  ungicirh  prspalloncn  Krallenhdkrhcn  dor 
dahei  raeloich  sehr  schmalon  Krallt n  dürft«  u  allein  schon  hinreichen, 
die  KrrichtunR  dieser  (iaftun«  zu  rc«  htfrrtiffon,  wenn  au<  h  d*rrn 
Kenennuns,  wcd  sprai  hwidriir  nobildct  und  zujfUieh  mit  dorn  Na- 
men der  \\i'\  altoren  Orthnpfrrcn  -  (iattuiip  lilrphari/t  mllidirond, 
einer  Abftnfifruiii;  l)edarf.  Au<ksordein  Nf-rltihen  ihr  die  auf^'ttrie- 
benen  Ilinter><  hrnkol  einen  %on  den  Ubripen  Chry^omolon  «ehr 
abweichenden  Habitus,  auf  dessen  (irund  schon  JUig^r  (Maq.  I. 
tl3.  n.  78)  bei  dem  Kftfer  ein  Sprinp^ cmiöpen  vermuihrtr  und 
■später  (ib.  VI.  161.  n.  IIH.  HO)  ihn  unjieachtrt  der  abwrichrnden 
FuhUrvtrlluntr  p»  radczu  den  Haltik«'n  b<  ißeseUtc,  Von  drm  Verf., 
wrlrhor  übt  rhaupt  nircc-nds  auf  binloirisi  hc  KiKrntlinmliihkoitrn 
»•inir«  ht  und  d«"shalb  z.  H.  auch  keine  Antraben  Ul)er  frühere  St;knd< , 
Falteri'flanztn  etc.  mitthrilt,  »rhalten  »ir  über  diesen  Punkt  krinr 
weitere  Aufklärnnfr.  Leber  die  Futterpflanze  bemerke  ii  h  deshalb 
frleii-h  hit-r.  d;uis  bei  einem  Stücke  der  <  hr.  $tolida  F.  von  St. 
Louin  in  Htnn  r.  Heiden  $  Sammlunp  sich  die  Notiz  findet:  „auf 
Rhu*  glairuvi"  \  »-owie  uIxT  die  Veibnitiuig,  (hf-s  nach  vorlieKcn- 
den  Exemplaren  beide  Arten  oder  Fonnen  auch  noch  in  Mexico 
/n  finden   sind. 

Die  von  dem  Verf.  vortrenommene ,  auch  schon  von  lUujtr 
\.K.  a,  n.  VI.)  anpifleutete  Zosammenziehnnc  der  Chr.  stolida 
Fab.  und  rhois  Forst,  (für  welch«-  letzt«  re  «len  Ubritfens  an- 
M-heinenrl  aus  lllnjer»  Mag.  «iitlehntm  ("ita(4*n  ri<  hti^  die  Chr. 
meticnlona  Olir.  —  jedoch  in  einem  wenig  verstandlichen 
nute,  eu  nioss  heif^son  Obv.  F.nt.  V.  531.  n.  \:\.  tab.  «i.  fijr.  91  — 
hinzugczoi^en,  wä.hren<l  bei  der  ersteren  tles.«Mlb«'n  Auton»  Chr. 
Stolida  ib.  626.  n.  34.  Üb.  2.  (ig.  24.  a.  b.  überleben  worden 
Ht)  M-heint  mir  noch  keinesweges  aunser  allem  Zweifel  zu  sein. 
I>er  Verf.  l»ej;nindet  dienrlbe  ledigUcb  auf  die  Wandelbarkeit  der 
ZeirhnanK ;  es  scli«inen  jinlocb  aacli  no<b  an<len'  nicht  zu  üb-' 
hende  Abweichungen  virbanden  tn  wn.  Iusl»evonderc  finde  i«'b.  «■  " 
man  Stücke  von  gleicher  \^in\iv  zusammenhAlt.  die  (kr.  mrltri,!  $,i 
stell  »chnialer ,  mehr  ^'«ttreckt  and  zu<4mmeiiK°edrQri(t ,  die  l'nuk' 
linaig  des  Halv<i4-hilile».  «leutlicher.  dan  (»«»Ib  der  MberM'ite  bleirher, 
■ehr  ii9  (treiM)  fall'  Tloth  der  Derk.s^hiM^KeichnonK  fahler, 

wH  dnen  Stirii  ias  /  liehe,    zuweilen   »elh<it   in«  MAalicbe. 

die    rnttrecite    tiefer    fccbraunt ,    und    auf    dem    b  txtrn    Baorhrinffe 
des  cf   einen   mehr   o<leT   weniger   deutlichen  L4og«kieL     Bei  den 


242 

mir  ziemlich  zahlreich  vorliegenden  Stücken  der  Chr.  stolida  sehe 
ich  diesen  nicht,  wohl  aber  bei  einigen  derselben  aus  der  Mitte 
des  letzten  Kinges  ein  glänzendes,  weder  punktirtes  noch  behaar- 
tes Querfleckchen,  welches  ich  für  ein  Geschlechtsmerkmal,  und 
zwar  gleichfalls  des  cT,  zu  halten  geneigt  bin.  Auf  die  Verschie- 
denheit der  Zeichnung  würde  ich  nur  einen  geringen  Werth  legen, 
die  lichtem  Stellen  derselben  scheinen  zwar  bei  Chr.  meüculosa 
eine  grössere  Neigung,  sich  zu  strecken  und  dadurch  Längslinien 
zu  bilden,  zu  verrathen,  indess  sind  dergleichen  Linien  der  Chr. 
stolida  auch  nicht  fremd.  Sonach  ist  hier  noch  mancherlei  zu 
beobachten,  und  eine  sichere  Entscheidung  wird  erst  durch  Beob- 
achtung der  früheren  Stände  und  Zucht  der  Thiere  zu  erlangen  sein. 
Uebrigens  zeigen  beide  Arten  oder  Formen  am  Hinterrande 
der  Hinterschienen-Enden  einen  kurzen,  schwarzen  Dorn,  dessen 
Vorhandensein  ich  als  wesentlich  für  die  Charakteristik  der  Gat- 
tung betrachten  möchte. 

II.     Doryphora  Fab. 

Krallenhäkchen  ungetheilt,  Hinterschenkel  nicht  ver- 
dickt; Kinnladentaster  verdickt,  das  vorletzte  Glied  kegel- 
förmig, das  Endglied  cylindriscb,  abgestutzt,  kürzer  als 
das  vorhergehende.  Schienen  unten  gerundet  und  auf  der 
Aussenseite  ausgehöhlt.  Das  2iQ  Fussglied  klein,  die  Hüften 
weit  getrennt. 

In  der  Gattung  lassen  sich  drei  Gruppen  unterscheiden, 
nämlich 

1.  Tropische  Arten,  das  Mittelbrustbein  in  Gestalt 
eines  Horns  nach  vorn  verlängert; 

2.  Arten  mit  leicht  ausgehöhlter  Mittelbrust,  die  Beine 
ohne  Dornen.     Sp.  1—4. 

3.  Arten  mit  kurz  vortretender  Mittelbrust;  die  Vorder- 
schenkel, w^enigstens  bei  den  cT,  mit  Dornen  bewaffnet. 
Sp.  5. 

Die  Gattung  Doryphora  ist  nicht  von  Fabricius,  sondern 
von  Illiger  (Mag.  HL  124)  und  zwar  erst  nach  dem  Erscheinen 
des  Syst.  Eleuth.  aufgestellt,  aber  auf  die  erste  der  oben  bezeich- 
neten Gruppen  beschränkt,  und  durch  das  sehr  kurze  Endglied 
der  Kinnladentaster  und  den  hornartigen  Vorsprung  der  Mittel- 
brust charakterisirt  worden.  Der  Verf.  begründet  die  Gattung 
ganz  zweclunässig  allein  auf  das  erste  der  Jlliffer'schen  Merkmale, 
unterscheidet  durch  das  zweite  nur  eine  untergeordnete  Gruppe, 
und  ermöghcht  es  dadurch,  mit  Doryphora  Ilhg.  noch  eine  Anzahl 
von  Formen  zu  verbinden,  deren  Heimath  vorzugsweise  Mittel- 
Amerika,   und  für   deren  Erhebung  zu   besonderen  Gattungen  bei 


243 

eiiuelueu  habitucUi-n  AbwtMchant^on  duch  kein  zwiußomlor  Grund 
voriioudcn  ihU  Nur  hatte  soiiir  «Iriltc  (iruppe,  weil  nach  dem 
Hau  der  Milt»Ihru'«t  das  Vrrhindunesk'lioil  zwisrlien  der  crst<'n 
und  zweiten  hildtMid,  amh  /wi.s»hcn  U'ide  Ke^tellt,  und  die  Ilr- 
\^aä'uun^  der  VurdirM'lirnkfi  iiJs  bluvo  «ii-xuelle«  Merkmal  f^unz 
iiu^scr  Aiht  gi'laxstn  Hi-rdrii  ndlen.  Ki^fcnthündieli  sind  d(T  <»at- 
tun«  nixh  die  grubrunzlig  i)unitirleu  Kinnhaik«  n  der  niei-t^n  Art«n. 

1.  D.  j  u  n  0  t  n.  (Uata  <-onve\a  l>rnnncn-flavji,  eajjite 
tliora<'e  corpore  Huldua  fein<>ril)iis(iue  ni^'ro  maeiilatis,  elytri» 
puiietato-gtriati«  |)alli)lius  Havis  ni^n**' qniidrivittatiii,  gciitello 
tt  rlWruruiii  inar^'iuc  nigro.     l.on^'.  4 — 4^4". 

(  hry'^ouula  juneta   Germ.   gj».   iiuv.   fi'.X). 

(ttorjitit. 

Die  iKiden  äusseren  Binden  sind  pewohnlicli  am  Vordcr- 
und  llintirrandc  verhinuKu.  tliesson  nianclniial  aber  aueh 
fau/.  /usaniuieu. 

lli* T  ist  Maueh«  rlei  /.n  herii-hti-.'en.  Das  .SeJiiidrJien  Ist  ebt>n 
%Q  oft  sciimutxig  gelti,  oder  braun,  als  schwarz;  auch  ist  uielit  der 
iScitenrand  schwarz,  Mindi-m  über  ihm  lie;^  eine  sehmal  linicn- 
förmige  und  hinterv^art.s  noeh  mehr  m  rsehniiUerte,  vom  die  S<'hul- 
ler  nicht  «  rrcit  laude ,  hinten  mit  « iuem  hrilunli(  hen  S<hutten  si(h 
bis  zur  Sjiit/e  fortsetzende  und  lüer  mit  der  Nahthinde  /usamnien- 
bto^<iClulc  5le  l?inde,  die  In'i  olM-rHäehlieher  Hetra«  htunt:  des  Kä- 
fer» von  oben  her  allerdings  als  den  iiand  .selbst  bildend  angeneben 
Werden  kann.  Nach  dem  im  Mos.  iicliawn  noch  vurhandenen  Grr- 
»iior'schen  Originalexemidare,  bei  wehheni  die  dritte  und  vierte 
iJinde  ihrer  ganzen  I.;ln^;e  nach  zusammenflievsm ,  und  tieni  Aus- 
dnieke;  Tittis  .  .  .  extimis  [d.  h.  Naht-  und  Uandhinde)  ojiicr  n>ti- 
juncttM  onterliegt  ch  keinem  Zweifel ,  da.<<^  (irrmor  j<>ne  schraak 
Uandbinde  als  die  4tc,  und  die  3te  ujhI  4te  di>H  Vcrfs.  (ireirbe 
nicht  blo<iH  apicf,  Nindeni  aaeh  hati  eonjunciae  siud)  zusammen 
als  die  dritte  gezählt  hat.  Mi  kdiin  daiier  aocli  nach  den  /^ihl 
reichen  von  mir  ver>;lii Innen  ."^tüeken  die  Angabc,  das-s  die  ilritt- 
und  dif  4te  Hinde  gewohnlith  an  beiden  Knden  verbunden  seiet,. 
nieiil  !  Iki  etwa  ',4  dersellMii  haben  «lie«c  Hinden .  wie 

bt'i  jii.'  '  1  .u-'sclH-n  Kxemplore,  «len  s«  hnideii  zwischen  ihnen 
liegeod«n  /wiMhenraum  ganz  nberzogeu,  and  bilden  ftomit  öne 
breite,  drei  volle  Zw  iocbenrftmne  einnehnieiMie  I.&ng»bin«b> ;  »eltener 
Khun  sind  Stocke,  bei  denen  dic^o  breite  Kinde  im  letzten  Drittel 
ihr«  r  I.tn^e  durch  eine  v«  hnialo  gellM>  l^wngslinie  gespah«  n  ii-t.,  die 
»ich  in  eben  w)  vlteneu,  die  NtinnaK-nn  «n-wns  Verf.  bd<lenden 
Fällen  bis  zu  dem  k'enuiusaineii  \  r  I«  idin  Ursprung' 

lidien  Binden  verlängert,    iki  unr' .      .  :i  und  MÜlceht  aus 

gefärbten  Stücken    fehlt    vom   der   »chwanbraonc   Wiacfa,   welcher 


244 

auf  dem  zwischen  jenen  beiden  Binden  liegenden  Zwischenräume 
deren  Vorderenden  verbindet,  so  dass  diese  letzteren  dann  hier 
frei  für  sich  auslaufen. 

Eine  höchst  auffallende  Varietät  besitzt  das  Mus.  Berol.  Die 
beiden  vorbezeichneten,  übrigens  vollständig  ausgefärbten  Binden  sind 
bis  auf  die  zusammenstossenden  Hinterenden  getrennt,  dagegen  ist 
die  innere  derselben  mit  der  nächstvorhergehenden  etwa  vom  ersten 
Drittel  der  Länge  durch  eine  schwarze  Querbrücke  verbunden, 
welche  bei  völlig  scharfer  Begrenzung  zugleich  eine  entsprechende 
Aenderung  in  der  Richtung  der  einschliessenden  Punktstreifen  her- 
vorbringt. Auf  der  linken  Flügeldecke  ist  diese  Querbrücke  schma- 
ler und  trägt  als  Rest  des  hier  ausgewichenen  5ten  Punktstreifens 
nur  zwei  Punkte  auf  der  Aussenseite;  auf  der  rechten  Flügeldecke 
ist  sie  breiter,  in  der  Mitte  durch  ein  gelbes  Fleckchen  unter- 
brochen und  letzteres  von  drei  tiefer  eingestochenen  Punkten  ein- 
geschlossen. 

Auch  die  Zeichnung  des  Halsschildes  ist  veränderlich.  Man 
findet  manchmal  Stücke,  die  bei  sonst  vollständiger  Ausfärbung  auf 
jeder  Seite  des  Halsschildes  nur  vier  kleine  schwärzliche  Sprenkel- 
flecke zeigen,  während  der  grössere  Mittelfleck  gänzlich  fehlt.  In 
unseren  Sammlungen  pflegen  solche  Stücke  unter  dem  (unrichtigen) 
Namen  Chr.  lOlineata  Say  zu  gehen;  sie  zeigen  meist  auf  den 
Flügeldecken  den  abgekürzten  Punktstreifen  neben  dem  Schildchen 
mit  einer  feinen  schwarzen  Längslinie  bedeckt. 

Die  grösstentheils  von  Hentz  mitgetheilten  Exemplare  der 
öermar'schen  Sammlung  stammen  gleichfalls,  wie  die  des  Verfs., 
aus  Georgien  (Savannah) ;  das  Mus.  v.  Heyden  besitzt  jedoch 
auch  ein  von  Jenison  in  Louisiana  gefangenes  Stück. 

2.  D.  10-1  ine  ata.  Ovata  couvexa  brunneo-flava,  ca- 
pite  thorace  corpore  subtiis  nigro-maculatis,  scutelli  limbo 
genubus  tarsisque  nigris,  elytris  nigro-51ineatis,  linea  prima 
postice  cum  sutura  confluente.     Long-.  4'". 

Say  J.  Acad,  3,  453. 

Nebrasca  und  Texas. 

Diese  Art  ist  der  vorhergehenden  sehr  ähnlich,  aber  bei 
fast  gleicher  Länge  merklich  schmaler,  und  gleicht  im  Habitus  viel 
mehr  einer  in  den  Sammlungen  häufig  verbreiteten  und  unter 
mancherlei  Benennungen  {Chr.  multilineata  Germ. ,  Slineata  Klug, 
lineata  St.,  iilineata  Cheor.)  bekannten  mexicanisch  -  mittelameri- 
kanischen Art.  Ausserdem  unterscheidet  sie  sich  von  D.  juncta 
durch  intensivere  schwarze  Zeichnungen  auf  Kopf,  Halsschild  und 
Unterseite,  schwarze  Färbung  von  Schenkelspitzen  und  Fussglie- 
dern,  gröbere  Punktirung  des  Halsschildes  und  unordentliche  Ver- 
doppelung der  Punktstreifen,    womit    dann    wieder    eine    ungleich- 


müssiffp,  »ich  nicht  ponau  an  «!io  Ix'^n'cnzpndcn  Pankt'treifcn  an- 
schliessondo  Hreitc  d«T  «u-hwarzcn  I^ngsbinden  zu->ammcnhan^'t. 
Von  diesen  schwarzen  lJUigsbin<lon  lieiron  drei  aof  dor  Mitte  der 
Flüu't'ldeckcn,  so  dass  die  ipst«-  hinten  mit  der  zweiten,  die  2te 
von»  mit  dor  dritten  ziisamnn  Ilhan^'t :  ausserdem  licRt  eine  vorn 
«•twa>(  ul)i:»'kürzti'  ntl)»ii  tl<  r  fiiu  vc hwarzu(">;lumten  Naht,  mit  der 
sie  je  na<h  ihitr  Hreite  frülur  otlrr  s|tat«r  zusammenflicsst ,  und 
die  5te  nimmt  den  üussersteu  Zwischenraum  am  Rande  ein,  aber 
»o,  dass  der  omtfeschlagene  Seitiiirand  von  der  Schulter  ab  eine 
länsrere  oder  kürzere  Strecke  fr<i  bleibt. 

Der  Verf.  glaubt  in  dieser  Art  die  ^'hr.  JOlineata  Say  zu 
erkennen,  während  im  Mehheimer'i^chvn  Katalog  S.  123  dies  Ci- 
tat  Chr.  juncta  (irm.  ptzoprn  winl.  Ks  befindet  »ich  jedoch  in 
der  ^Vrrnar'srhen  (jetzt  .SVA<7u»i'>.ihen)  SammliniR  ein  von  Th.  Say 
»olb>t  mit^etheiltes  Kxemplar  seiner  (.'hr.  lolineata,  welclies,  ob- 
wohl Kehr  schlecht  erhalten,  die  UnriehtiRkeit  heider  Annahmen 
zur  (renüi?e  darthut.  Vielmehr  bild<t  nach  demselben  die  Chr. 
i(tlineiUa  Say  eine  /wischen  den  beiden  Arten  cinzu>-chaltende 
dritte  Art,  welche  anscheinend  den  jetzipen  Amerikanischen  Knto- 
molopen  selbst  nicht  naher  bekannt  ist.  Dieselbe  gleit  ht  in  Grüs.se, 
llabitUH  und  der  Zeichnung  von  Kojif,  Hnlsschild  und  rnterseite, 
auch  in  der  Schwäche  und  I-i^e  der  äus«ersten  (r)ten)  Binde  mehr 
der  Chr.  juncta;  in  der  linienförmigen  (iestalt  aller  lUnden,  dem 
Auslaufen  der  ersten  am  letzten  Drittel  der  Xaht,  dem  Zusammen- 
treffen der  2ten  und  dritten  an  ihn-m  Ilintcrrande,  der  unordent- 
lichen Verdoppelum:  der  I'unktstrciffn  und  der  slUrkeren  Punkti- 
ruuR  des  Ilal.xschilde-.  mehr  der  vorliegenden  Art,  uiiters«heidet 
sich  aber  von  beiden  durch  unpefleckte,  einfarbig  gelbe  Heine  und 
die  Sculptur  des  breiten  8ten,  zwischen  der  Itcn  und  5ten  Binde 
Helfenden  Zwischenraum.s ,  welcher  bis  auf  dxs  kurze  Vorderendc 
mit  einer  proben,  prtibrhenartipen  Pnnktinmp  ziemlieh  dicht  be- 
deckt ist.  Ihvs  Schildi  hen  i'-t  leider  bei  diesem  K.\emplare  nicht 
mehr  vorhanden ,  die  Art  selbst  aber  Iflsst  sich  bezeichnen  als 

D.  lolineata  Say  (pemina).  Uvata  convexa  flava,  capito 
thorace  corpore  subtas  nijn"o  -  maculato ,  elytris  punctato  -  strialis 
iiifro-6UiMftUs ,  linea  prima  postice  cum  sutura  conflueiitc,  inter- 
stitio  ocUvo  profunde  punctato.     Ix)np.    \^  ^"'. 

Die  /'.  fOhneaia  des  Verfs.  wird  hiernai  h  einen  ncacn 
Namen  erhalten  mtisi^eii,  welchen  ihr  zu  ertheilen  indess  den  Ame- 
rikajüschen  Kntomo|..(».'n  fjberla-s-en  bleiben  map. 

3.  D.  rnbipinosa.  OvatA  convexa  flavo-hninnea, 
Uktennis  Routcllo  pcdihusque  uigri» ,  clytris  sahtiiitcr  et 
parte  punctfttifl.     Lonp.  4*  4  '". 

Kin  einzelnes  Stück  von  San   .fnfo'n'  in   Tf.r.T*. 

Körper  oben  und  nntcn  gelblieli  hr.itiD,   der  Kopf  fein 

r 


246 

und  vereinzelt  pnnctirt,  mit  zarter  Scheitellinie  und  ein  paar 
schwachen  Eindrücken  zwischen  den  Augen;  die  Puncti- 
rung  des  Halsschilds  sehr  zerstreut  und  fein,  seitlich  etwas 
dichter  und  deutlicher.  Auch  die  Deckschilde  nur  schwach 
punctirt,  und  die  Puncte  in  unregelmässige  Längsreihen 
gestellt. 

Die  eigentliche  Heimath  dieser  Art  ist  Mexico,  von  wo  aus 
sie  sich  im  Mus.  Burcliard  (bei  Mazatlan  gesammelt)  und  Mus. 
Mühlen pfor dt  befindet.  Die  rein  schwarze  Färbung  von  Fühlern, 
Schildchen  und  Beinen  sticlit  gegen  die  rothe  Körperfärbung  in 
eigenthümlicher  Weise  ab;  die  letztere  aber  möchte  ich  nicht  mit 
dem  Verf.  als  gellowish  brown,  sondern  eher  als  ziegelroth  imd 
einer  etwas  verschossenen  Chr.  populi  ähnlich  bezeichnen.  Die 
Mundtheile,  bis  auf  den  verwaschen  röthlichen  Untersaum  der 
Oberlippe  und  das  bräunlich  durchscheinende  Endglied  der  Taster, 
sind  gleichfalls  schwarz.  Die  Punktirung  der  Deckschilde  ist  etwas 
deutlicher  als  die  des  Halsschildes,  in  den  unordentlichen  Längs- 
reihen etwas  weitläuftig  und  doppelstreifig  gestellt;  auch  machen 
sich,  obwohl  nur  leicht  eingestochen,  jene  Reihen  durch  das  ge- 
bräunte Innere  der  Punkte  schon  dem  blossen  Auge  als  unschein- 
bare Wolkenstreifen  bemerkbar. 


4.  D,  Halde  m an i.  Subovata  convexa  purpureo- 
nigra,  elytris  aeneo-viridibus  parce  punctatis.    Long.  4'". 

Ein  Exemplar,  von  H.  Haldeman  bei  Fredericksburg  in 
Texas  gefunden. 

Körper  etwas  eiförmig,  nach  vorn  verschmälert,  sehr 
gewölbt,  fast  buckelig ;  Kopf  und  Halsschild  zerstreut  punk- 
tirt,  purpur  schwarz ;  auch  die  Flügeldecken  sparsam  punk- 
tirt,  die  Puncte  hinterwärts  feiner,  und  stellenweise  in  Rei- 
hen geordnet.  Fühler,  Beine  und  Unterseite  gleichfalls  pur- 
purschwarz. 

Die  Beschreibung  des  Verfs.  ist  zu  allgemein  gehalten,  als 
dass  man  bei  der  grossen  Uebereinstimmung  der  hierher  gehören- 
den, und,  wie  die  vorhergehende,  ihre  eigenthche  Heimath  in 
meinem  dritten  Gebiete  findenden  Arten  die  von  ihm  gemeinte  so- 
fort zu  erkennen  vermöchte.  Ich  habe  deren  ausser  der  Art  des 
Verfs.  augenblicklich  nicht  weniger  als  drei  vor  mir,  welche  in 
der  allgemeinen  Färbung  des  Körpers  (oben  heller  oder  dunkler 
metallisch  grün,  unten  nebst  den  Beinen  schwarz),  der  Grösse 
(4 — 43/4'")  und  Sculptur  (überall  feine  und  zerstreute,  auf  den 
Deckschilden  in  unregelmässigen  Reihen  zusammengestellte  Punk- 
tirung) übereinkommen  und  nur  durch  ferne  Merkmale  verschieden 


247 

rind,  nich  aber  doch,  wie  ich  pbiahe,  folgcndermas«on  hinreichend 
nntertdieiden  lassen. 

ft.  Bei  «l<r  ersten  derselben  iRt  die  pinze  Oberseite  grfln, 
Knpf  und  Hal><srhild  ilijiikler  and  ni.itf«^r  als  die  I)(Tks(hiIde ,  da- 
bei ahtrall  mit  »inom  Itirhteii  rothlirhblatien  Turpurduft  libcrflogen ; 
das  ."vhildihen  bei  dem  cf  tief  scbwar/blau  mit  bläulich  angelau- 
fener Mitte,  bei  dem  +  metallisch  schwarz,  eben  so  l'nterseite 
und  Heine,  an  den  letzteren  die  .^henkd  blAulirb  angelaufen,  an 
diMi  Spitzen  ins  (irUnliche  spieirnd.  I»as  Halsselnld  ist  hinter  der 
Mitte  in  Siinften  Mögen  au-ucseliweift.  und  nach  vorn  nuLssig  er- 
weitert; seine  Punktirunu  fein  und  sehr  zerstreut,  di«-  der  Dcck- 
schilde  trleiihfalN  fein,  liinterwiirt<  feiner,  und  in  etw.\s  gestörte 
Doppelreiben  geordnet,  die  ZwisrhenrUume  noch  feiner  punktirt 
und  stellenweise  mit  zarten  Querri^sen  l>ederkt  Die  FiJhler  si  hwarz, 
die  Ix^iilen  ersten  (llieder  un  Wurzel  und  Spitze  ins  I'et  hbraunlicbe 
fallend. 

b.  Die  zweite  Art,  weMie  mir  gleichfalls  in  beiden  (»e- 
schlechteni  vorliegt,  und  wie  die  vorhertrehende  und  I).  rubigxnosa 
bei  Mazatlan  in  .Mexico  gesammelt  worden  ist,  «leiiht  derselben 
Töllig  in  }iau  and  (irös^e,  weicht  aber  ab  durch  ein  reinere?»,  hel- 
leres (trUn  der  Obonseite,  besonders  der  De<ks(hilde.  durch  etwas 
stArkere  Tunktininff  des  HalsM  hildes ,  aus  dessen  Mitte  sich  ein 
schwaches  Mnk'sßTtlbchen  als  lie^t  einer  geschwinidenrn  Lilngsrinne 
bemerklich  macht ,  und  durch  den  vers<'hie<lenen  Umriss  des  HaJs- 
•»childes,  dessen  Seiten  unter  der  Mitte  viel  8t;lrker  auspebuchtet 
sind ,  so  dass  die  seitliche  Verbreitung  der  vorderen  Ilalfte  un- 
Rleich  augenfalliijer  hervortritt.  Der  purjmrrOthliche  Anflusr  ist 
auf  den  Deckvrhilden  merklich  schwächer,  als  auf  Kopf  un<l  Ilals- 
"•«•hild .  im  Allffeineincn  ab»r  weniger  pleichniilssiij  verbreifet,  mehr 
fleckig,  un<i  nimmt  Ul)erdem  auf  den  Di-ck^childrn  zuifl«  ich  das 
Innere  der  Punkte  ein ;  die  breiten  Zwisc  henniume  der  weitJiluf- 
tigen  unordentlichen  Punktreihen  sind  über  die  ganze  Oberfläche 
mit  feinen  Qaerri<«en  bedeckt.  Fühler,  l'nterseite  und  Heine  wie 
bei  der  vorhergehenden  Art. 

r.  Hei  der  dritten  .\rt,  die  sich  im  Mu^.  Ihihrn  nnd 
MühUnp/nrd:  als  mextcanisrher  Käfer  vortin<i<'t,  und  von  »ier  ich 
selbst  ein  Stflck  aus  (»uatimala  bo^itze.  ist  die  KörpergnXse  etwM 
geringer  (.T,  l'").  die  Punktirun«  des  HiiJs'.» hild»  deutlicher 
und  besonderH  sritlich  dichter  dcdr&ngt,  die  SeitenrAnder  deitselbco 
schon  von  den  schärften  Ilintereckon  aim  fast  geradlinig  diverf^irend, 
so  da&s  dessen  VerbreiteninR  IxTcits  virn  der  Wurzel  ab  beginnt, 
und  «üidurcb  auch  >iel  stArker  als  bei  den  beiden  vorhergeheodCB 
hervortritt.  Auch  die  Ponktirnnv'  der  Deck««  bilde  i&t  daiUl^er 
als  bei  jenen,  die  D<ip|)olreihen  l&ngs  der  Naht  fo«i  rffrhnlnnif, 
cHit  auf  der  ftusseren  H&ifte  der  FlQgeldeckeo  OMbr  gestArt,  dkl 
Zwi^cbenriumc  äusserst  fcio  panktirt,  braun  queiTWig.  Die  Farbe  der 


248 

Unterseite  ist  wie  bei  den  beiden  vorhergehenden,  der  Oberseite 
wie  bei  a. ,  bei  einem  Stücke  das  Halsschild  fast  purpurblau  mit 
vereinzelten  Besten  der  grünlichen  Grundfarbe.  An  den  Fühlern 
sind  nur  die  5  oberen  Glieder  schwarz,  die  6  unteren  schmutzig 
gelbbraun  mit  dunkler  gebräunter  Wurzel,  auch  das  Endglied  der 
Taster  ist  gelbbräunlich  gesäumt.  Als  eine  morphologische  Merk- 
würdigkeit erwähne  ich  es,  dass  bei  dem  erwähnten  Exemplar  im 
Mus.  Mühlenp/ordt  am  linken  Fühler  das  2te  Glied  auf  der  Innen- 
seite monströs  in  eine  dreieckige  Spitze  erweitert  ist. 

d.  Die  vierte  Art  ist  nun  die  eigenthche  D.  Haldemani 
Bog.,  und  liegt  mir  von  Texas  aus  dem  Mus.  Berol.  und  Eiehl, 
von  Mexico  aus  dem  Mus.  Mühlenpf.  und  Darmst.  zum  Vergleiche 
vor.  Bei  ihr  sind  Kopf,  Halsschild,  Schildchen,  Unterseite  und 
Beine,  bis  auf  die  bräunliche  Färbung  der  drei  unteren  Fühler- 
glieder, rein  schwarz,  mit  sehr  fein  und  zerstreut  pmiktirter,  fast 
glanzloser  Oberfläche  des  Halsschilds,  dessen  Seiten  wie  bei  a.  ge- 
staltet sind.  Die  Punktirung  der  Deckschilde  ist  sehr  vereinzelt, 
aber  deutlich,  viel  stärker  wie  bei  a.  und  b. ,  eben  so  kräftig  wie 
bei  c,  aber  sparsamer,  in  weitläuftige  und  etwas  gestörte,  nur 
aber  bis  auf  -j^  der  Länge  hinaus  erkennbare  Längsreihen  geord- 
net, auf  dem  letzten  Drittel  feiner,  und  daselbst  durch  zarte  Na- 
delrisse in  die  Quere  verbunden.  Die  Farbe  der  Deckschilde  ist 
ein  schönes,  unter  gewisser  Beleuchtung  schwach  ins  Grünliche 
fallendes,  aber  nur  leicht  metallisch  schimmerndes  Blau,  oder  auch 
ein  eben  so  reines  und  schönes  dunkelmetaJlisches  Grün;  dem  Verf. 
ist  nur  die  letztere  Form  zu  Gesicht  gekommen.  Die  Grösse 
gleicht  der  der  grösseren  Stücke  von  a. 

Für  die  Diagnosen  dieser  vier  Arten  würde  ich  folgende 
Fassung  vorschlagen: 

a.  D.  litigiosa  m.  Subovata  convexa  viridi-purpurascens 
subtus  aeneo- nigra,  antennis  nigris,  elytris  parce  punctulato - sub- 
striatis. 

b.  D.  chlorizans  m.  Subovata  convexa  laete  viridi-pur- 
purascens subtus  aeneo-nigra,  antennis  nigris,  elytris  parce  punctu- 
lato-substriatis  transversim  rugulosis. 

c.  D.  libatrix  m.  Subovata  convexa  viridi-purpurascens 
subtus  aeneo-nigro,  antennis  testaceis  apice  nigris,  elytris  subtiliter 
punctato-striatis. 

d.  D.  Haldemani  Bog.  Subovata  convexa  nigra,  an- 
tennis basi  piceis  elytris  violaceis  aut  viridibus,  disperse  subtiliter 
puncta,to-striatis. 

5.  D.  trimaculata.  Ovata  rotimdato  -  convexa  coe- 
rnleo-virens,  elytris  aurantiacis,  fascia  et  macula  postica 
coeruleis,  pedibus  purpurascentibus.    Long.  3V2 — 43/4'". 

Say  Journ.  etc.  3,  455.     Harris  Ins.  2,  Ed.   117. 


249 

Chry$.  3  maculata  Lin.  SvBl.  Nat  2,  f)92.  Fabr.  p:nt. 
Svst.  312.  faAr.  Kl.  1,  42-4.  'o/ir.  Ins.  1»1.  '.l.'.  i»:.  .1  Fig. 
2k     Co'/>wb.  III.  ;{.  121. 

Ckryt.   cHviC'iUii  h'irhy  Kauii.   Hör.  Am.  2l.'J. 

Aus  »Ion   mitllcrn    lind    Kudiichffx   Staaten,   Und    .Sebrrtca. 

Fühler  und  Taster  schwarz.,  FlUgrldcckeu  mit  Dojipel- 
Hiretten,  die  sich  nach  der  Spit/.o  zu  verwirren,  nntl  mit 
einer  hreit<n,  schwarzen  Hindc.  die  »ich  an«  der  Nahe  der 
Würz«!  hinterwärts  bis  zur  Mitte  ausdehnt,  aber  den  Sei- 
tenraiid  nicht  erreicht,  und  «if\er>  in  ihrer  Mitte  unter- 
brochen ist.  l)ie  Interseite  schwarz  mit  purpnrblaueu 
Beinen. 

J.miir  ;u  a.  O.  besclireihi  dt  urluh  die  auch  von  dem  Verf. 
antft  fahrte  F(»nn  mit  untcrbnK-hcncr  Vurderbindc,  deren  innerer 
Fleck  <lann  nii  der  Nalit  mit  dem  der  anderen  FlUgeldockc  ru- 
sammenstiisst.  J-abririu$,  welcher  in  der  Knt.  .Syst.  (1.311'  n.  22» 
ganz  richtijf  Linne  citirt ,  aber  die  Form  mit  uii(;etrenntcr  Hinde 
vor  .\upcn  gehabt  liat,  scheint  später  an /.in nr"«  Worten:  „Corpus 
minn! um ,  forrna  Cnccinflhif"  An>Jt<>s'«  gen«)mnifn  zu  haben,  da  er 
in  vinvt  unerklärlicher  Weise  in  Sy<«t.  Fleuth.  (I.  124.  n.  H),  wo 
er  doch  »ach  der  VarietAt  mit  unterbrochener  Binde  gedenkt, 
Ltnnr'g  Cifat  m  seiner  Chr.  .'Iriltnta  bringt,  während  lUiger 
(Mag.  I.  410.  n.  IH)  (Li.s,s<-Ibe  gar  zu  Chr.  pnlchra  F.  zu  ziehen 
vorschlug:  —  beides  entbehrlich,  wenn  man  nur  nicht  vergisst, 
da««s  I.inne  liei  »einen  (irfessenantraben  eine  sehr  eigenthflmlich'». 
ans  seinen  .Schriften  nicht  ohne  Mdhe  zu  construirende.  und  ilber- 
all  weit  gPB<  n  un«ieni  >I.aass<t.ib  ziiriickbleibende  Terminologie  zur 
.Vnwejidnnw  brinat.  (Hinrr  (Knt.  VI.  "»15.  n.  H».  tab.  .".  tiir.  2;». 
;l  b.»  citirt  richtit:  Linn>^  un<l  Fahricius ,  gedenkt  auch  beider 
Formen,  und  giebt  <lip<«elben  in  seinen  Abbiblungen  wenngleich 
etwas  rt)h,  doch  ziemlich  getreii  wieder:  dabei  nennt  Linne  als 
Vatcrlan«!  „.Amerira  falidior",  FabriciuH  und  Olirirr  geradezu 
Stid.imerika.  l'ebritfeos  scheint  die  von  dem  Verf.  na<-h  dem  Vor- 
gange der  Iniden  letitgi  ii.innten  .\utoren  vorweggesicllten  Form 
mit  ununterbroihener  Vorderbinde  keineswegs  die  normale  zu  !»i>in; 
von  19  Stocken,  die  ich  augeublicklirh  zum  Vergleiche  vor  mir 
habe,  sind  bei  1.'»,  deren  eins  im  Mus.  (itrmar  von  Say  selbst 
herrOlirt,  die  beiden  Vurderflcckcn  je<ler  Flügeldecke  voUslAndig 
gctr<nnt,  wie  sie  Lmni  lx-<hreibt;  nur  bei  einer  einzigen  Lsl  eine 
ziemlich  gleic  hma-ssig' ,  Ini  cnicr  andern  eine  \om  sciurf  gezackte, 
an  der  Nalit  hint«rw4rts  erweift  rt«*  Vorderbimle  vorhanden,  und 
bei  einem  dritten  der  Von!»  rann  dis  auf  der  .\u.ssonscite  hufeisen- 
frtrmie  nusurbiirhtrtrn  InnojifleckH  so  weit  terlAnifert,  da.«  er  mit 
dem  oberen  Theil''  'le^  äaveren  I,äo§sfleolu  wirklich  msammen- 
>tösst.     \)z&  4te  endlich  bildet  eine  »ehr  nerkwordige,   mir   sonst 


250 

nirgends  vorgekommene  und  dem  Mus.  Berol.  gehörende  Varietät, 
bei  welcher  die  Fleckenbildung  auf  ein  Minimum  reducirt  ist,  die 
aber  wahrscheinlich  den  ursprünglichen  Typus  der  Art  darstellt. 
Von  dem  grossen  dreieckigen  Hinterflecke  sind  nur  die  drei  Zipfel 
als  vereinzelte  Flecke  (die  beiden  äusseren  klein,  der  vordere 
rund,  der  hintere  mehr  länglich)  übrig  geblieben;  eben  so  ist  von 
dem  doppelthufeisenförmigen  Nahtflecke  nur  der  hintere  Querzipfel 
jederseits  vorhanden,  wodurch  ein  flach  rhombischer,  die  Naht  durch- 
setzender Querfleck  gebildet  wird:  der  Vorderarm  jenes  Flecks 
hat  sich  ab-  und  in  zwei  vereinzelte  Fleckchen  aufgelöst,  deren 
innerer  klein  und  punktförmig,  der  äussere  grösser,  und  mehr  zu 
einer  kurzen,  dicken  Linie  ausgestreckt.  Das  Stück  ist  ein  c^  aus 
Texas.  Fabricius'  unrichtige,  aber  doch  von  Olivier  wiederholte 
Angabe:  „Pedes  cyanei  planus  rußs"  lässt  sich  wohl  kaum  anders 
als  aus  einer  oberflächlichen  Betrachtung  der  Füsse  erklären,  bei 
denen  der  greise,  bei  allen  Stücken  ins  fuchsige  verschiessende 
Filz  auf  den  Sohlen  der  Fussglieder  für  die  Färbung  der  letzteren 
selbst  genommen  sein  mag. 

Des  eigenthümlichen,  in  dem  Bau  der  Vorderschenkel  aus- 
gesprochenen Geschlechtsmerkmals  ist  von  keinem  der  älteren  Au- 
toren gedacht  worden.  Bei  dem  $  sind  dieselben  ganz  normal 
gebaut,  bei  den  (nicht  eben  stets  kleineren)  cT  tragen  die  Vorder- 
schenkel auf  dem  Innenrande  zwei  kräftige  Zehen,  einen  längeren, 
spitzeren,  mehr  kegelförmigen,  gerade  abstehenden,  an  der  Spitze 
zuweilen  gebräunten,  fast  in  der  Mitte,  etwas  mehr  nach  der 
Hüfte  zu  gerückt,  und  einen  kleineren,  breit  dreieckig  zusammen- 
gedrückten und  schräg  hakenförmig  nach  hinten  zu  gerichteten, 
unterhalb  der  flach  gedrückten  vorderen  Schenkelfläche  am  Knie: 
zwischen  beiden  ist  der  innere  Schenkelrand  breit  ausgehöhlt,  zu- 
gleich längsrinnig,  und  diesem  letzteren  Zehen  entsprechend  zu 
dessen  Aufnahme  die  Schienen  im  oberen  Drittel  ihrer  Länge  ver- 
dinnt  und  ausgebuchtet.  Ausserdem  zeigt  das  </  am  Hinterrande 
des  letzten  Bauchringes  einen  tiefen  dreieckigen  Eindruck. 

Hinsichts  der  Lebensverhältnisse  des  Thiers  ist  den  Ameri- 
kanischen Lesern  durch  die  Bezugnahme  des  Verf.  auf  Harris 
(Insects  of  Neio  England  which  are  injurious  of  Vegetation  etc.) 
genügt  worden.  Für  die  Europäischen  Leser  möge  deshalb  be- 
merkt werden,  dass  die  Larven  orangefarben,  schwarzgefleckt  sind, 
auf  Asclepias  syriaca  leben,  und  auf  dieser  auch  ihre  Verwand- 
lung durchmachen.  Sie  scheinen  den  Larven  unserer  Chr.  populi 
nicht  unähnlich  zu  sein. 

Nach  dem  Mus.  Mühlenpfordt,  Klingelhoffer  verbreitet  sich 
die  Art  auch  über  Mexico,  und  zwar  in  ihren  beiden  Haupt- 
formen. 


251 

III.     Timarcha  Redt. 

Taster  schwach  verdickt,  das  Eiul^'licd  cinirmi^r,  vorn 
ab^'cstutzt  und  ein  wenip  liin^rer  als  das  vorlior^'chcnde ; 
das  /weite  Fuss^'liod  nicht  kleiner  al«  das  erptc  und  dritte, 
Krallenhäkchen  einfach,  ;:eniihert;  Vorderhllltcn  niässifr-, 
hinten*  weit  {retrennt,  Schienen  nnten  ziiperundct,  nicht 
längsturchiiT.  Kür|)cr  liinplifh .  stark  p-wölht .  rauh, 
schwär/.,  mit  zusaninienfliessnider  l'unctirunf^,  letztere  aul" 
den  verwachsenen  Deckschildern  am  {^nihsten. 

1.  T.  intricata.  Cajiite  irrc^nilariter  et  fortiter 
punctato,  thorace  transvcrso.  lonjritndinc  jdus  dupln  latiore, 
crebrius  luinctuhitn  piuutis  niajorihus  intcrniixtis.  apice  late 
enuir^'inatit,  hasi  subsinuato,  anpulis  posticis  rtctis,  elytris 
pnnetis  {^'rossis  eontiiientibiH ,  intrrstitii'^  disperse  punctula- 
tis,  eor))ore  subtus  l'ortitcr- pcdibus  subtiliter  jjunctatis.  — 
Long.  4^  4'". 

Hald.     Procced.  Acad.  •>,  363. 

T.   intertexta   Ilald.   ibid. 

Aus  Oregon  und  Sord  -  C'alifornitv.  /»r.  Tuvnifentl  und 
Hr.  ChtU. 

Die  T.  \ntfrtf.T(a  betrachte  ich  nur  als  eine  Varietüt 
der  intricata  mit  etwas  mehr  ^'erunzelten  Deck.«;ehil(len. 

DaH  Vorkonimoii  ciiuT  Tiniarch;!  in  den  Hdcktf  Muuntaint 
(denn  m  diesen  ist  nn<h  dem  vi»rli<i:('nden  Stücke  au«  dem  Mu3, 
Ii«rol.  Act  Kftfer  ei«eTitli(h  /ii  HaiiKe»  rnuss  um  so  inebr  bcfrem- 
•ion,  »Is  Arten  dieser  (tuttanjf,  soviel  ieh  weiss,  bisher  weder  in 
den  ösüirhen  Theilen  von  Nordn-Mcn  noch  in  dem  Ry^sischen  Nord- 
amerika aufu'efiniden  worden  sind.  Indess  ist  der  Kilfer  noch  Ha- 
bitus und  KArj)erban  Mer  Ausdruck  „unifuex  approritnalV"  in  der 
<iattiin(fvrharakteri^tik  deutet  nicht  etwa  ein  Verwaehsen'Jein  der 
Knülen  an,  sftndem  beruht  wahrscheinlirh  nur  auf  einer  zufälligen 
I.Ä«e  derselben  bei  den.  von  dem  Verf.  unter«;u(bten  Kxemjilaren) 
niebt  viin  unseren  Kurop;U«chen  Timarcben  ni  trcimen,  mit  deren 
mittel(rrf>v«en  Arten  (er  gloirht  etwa  einer  prosscn  T.  corinria)  er 
der  (irosM-  naeh  übereinkommt,  wahrend  seine  jrrobe  Punktirung 
mehr  an  einzelnen  Arten  an-<  der  Mitfelmeer'^-Fnnna  erinnert. 

Die  Diagnose  des  Verf.  l.k^st  Manclies  zu  wfUi*;ehen  ftbriff, 
da  sie  weniuT  einer  solrhen,  als  einer  kurzen  ne^<hrt  ibnntr  pleieht, 
und  doch  über  einer  Reihe  von  Merkm;den ,  wehhe  allen  Timar- 
cben mehr  oder  weniger  Hemeinnam  sind,  das  eijrenüich  rharakte- 
ristisehc  der  vorlie«renden  Art  n  vn^ig  henorheht.  Irh  habe 
dieselbe  jedoch  nach  einem  einzelnen  KxempUre  nicht  abkürzen 
mögen,  sondern  nur  ihren  Inhalt  e»wiis  Inintrher  geordnet,  und 
setze  ihr  deshalb   no<h    hinz';  ' '         hild    narh    vom    zu 

merklich  starker  verbreitert  1  -  '        mg  (tig,   1)   crgiebt. 


252 

und  dass  letztere  auch  die  Punktirung  von  Halsschild  und  Deck- 
schilden unrichtig  als  gleichförmig  und  von  gleicher  Stärke  darstellt, 
während  die  Diagnose  richtig  die  Punktirung  des  Halsschilds  als 
fein  mit  untermischten  grösseren  Punkten  bezeichnet.  Die  Punk- 
tirung der  Deckschilde  ist  vorn  grob  aber  mehr  vereinzelt,  mit 
breiterem,  flacherem,  sehr  fein  punktirtem  Zwischengrunde;  vom 
zweiten  Viertel  ab  werden  die  Punkte  noch  gröber,  sternförmig 
ausgerissen,  dichter  gedrängt,  und  fliessen  allmählich  immer  mehr 
zusammen,  wodurch  die  Zwischenräume  zu  schmalen  gekrümmten, 
nadelrissig  zerkratzten  Runzeln  zusammenschwinden.  Die  Taster 
sind  rostroth,   an  der  Wurzel  ihrer  Glieder  schwärzlich   geringelt. 

IV.    Ghrysomela  Linn. 

Das  Endglied  der  Taster  nicht  läng:er  als  das  vorlier- 
gehende,  das  2te  Fussglied  kleiner  als  das  erste  und  dritte, 
die  Krallen  einfach.  Vorderhliften  wenig-  oder  massig-,  hin- 
tere weit  auseinander  stehend.  Der  Umriss  des  Körpers 
ändert  vom  Runden  zum  Eiförmigen,  selbst  in  die  Länge 
gestreckten;  der  Körper  ist  gewöhnlich  geflügelt,  flügellos 
nur  bei  einer  amerikanischen  Art.  Auch  die  Gestalt  der 
Taster  ist  veränderlich;  das  Endglied  ist  manchmal  dick 
und  verbreitert,  manchmal  dünn.  Das  Halsschild  stets  brei- 
ter als  lang,  bald  gleichmässig  gewölbt,  bald  mit  breit  auf- 
geworfenem Seitenrande.  Auch  die  Sculptur  der  Flügel- 
decken ändert  ab;  bei  einigen  Arten  findet  sich  eine  feine 
und  verworrene  Punktirung  mit  verschlungenen  Reihen  grö- 
berer Punkte,  durch  welche  Flecken  von  abweichender  Fär- 
bung umgrenzt  werden,  während  bei  anderen  die  Punkte 
in  neun  regelmässige  Längsreihen  nebst  einer  abgekürzten 
am  Schildchen  geordnet  sind.  Die  Mittelbrust  springt  nie- 
mals vor,  und  eben  so  wenig  sind  die  Schenkel  gezähnt. 
Die  Gestalt  der  Schienen  ist  verschiedenartig;  manchmal 
sind  sie  am  unteren  Ende  gerundet  und  ohne  Längsrinne, 
manchmal  in  einen  Winkel  erweitert,  manchmal  längs  der 
Aussenseite  gefurcht. 

Die  hier  zu  Lande  gefundenen  Arten  lassen  sich  in 
folgende  Gruppen  vertheilen: 
L  Taster  verbreitert 

1.  Die  Seiten  des.  Hajsschilds  verdickt. 

a.  Schienen  unten  gerundet,  Flügeldecken  unregel- 
mässig punktirt  oder  buchtig-punktstreifig. 

(X.  Flügeldecken  mit  verschlungenen  Flecken.    A. 
ß.  Dieselben  punktstreifig.    B 

b.  Schienen  aussen  über  der  Spitze  gezähnt,  Flü- 
geldecken mit  regelmässigen  Punktstreifen.  C, 


263 

2.  Die  Seiten  de«  Halsschilds  verdickt,     I), 
II.  Tjistor  srliinal. 

1     KürjKT  ^ostroikt. 

a.  KlUp-'ldoekeu  rcfjflloB  punktirt. 

a.  Seiten  dos  Ihilssehilds  verdickt.     K. 

,i.  Dieselben  nicht  verdickt.     F. 
h.  FiUirelderken  regelmüssip  pnnktstrcitif;.     G. 
2.  Kürpcr  ^triiiidet. 

R.   Flllmldecken   re;:olniiissii:  punktstreifig.     H, 

b.  Fll^'eldecken   rr^'ellus    jinnktirt. 

a.  Seidenen  aussen  frtturrlit  u.  unten  erweitert.  L 
^.  Schienen  aussen  gefurcht,   unten  scharf  erwei- 
tert.    K. 
Die  (irupi)e   K.  koniiut  unten  nicht  weiter  vor.  da  ich 
keine  Amerikanischen  Kxeniphirc  der  ''hr.  adomdis  Fab.  ge- 
sehen habe,  auf  Wflclie  Art  sie  ge^Tündet  ist:  dieselbe  liadet 
sich  jedoch  nach   Kirby  in  hoch  nordischen  Breiten. 

A. 
I)iosc  rrnij»i)c  umfasst  mit  8  Arten,  von  denen  scch-s  zu- 
glcicli  durch  n-cht  kenutlirlic  Altbiltiuiiircii  crhiatorl  sind,  die  so- 
genannte (.iattiMii,'  Callujrnpha  Prj.  und  der  neueren  Kataloge, 
welche,  abgesehen  von  der  eiiroiithUinlichcn  Sculptur  der  Flügel- 
decken, von  dem  nonnalen  Chrysoiuelen  -  Typus  in  keiner  Weise 
abweicht,  ihn  vielmehr  nach  Umriss  und  Korperbau  in  derselben 
Vollkonxmenlieit ,  wie  bei  uns  /..  B.  die  (Jrujtpe  der  Chr.  aangui- 
noltniu  (mit  der  schon  Olivier  die  Chr.  jihiladelphica  zusammenstellt) 
unti  violacea ,  darstellt  und  de'«lialb  von  dem  Verf.  mit  vollem 
Rechte  »ieiler  mit  der  (iatturiu'  ("  h  r  ysoiu  ela  zusammengezogen 
isL  Das  ('haraetcri>«tische  jener  Seulptur  besteht  nun  darin,  dass 
die  steta  bleichRelben,  mehr  o<Ier  weni!»«T  fein  und  zcr.xtrcut  punk- 
tirten  Deckschildc  eine  Anzahl  Sprit/punkte,  Flecke  oder  hiero- 
glyphi'ich  gewundene  Zeirhnuntjen  von  der  (inrndfiirbumj  des  K(^r- 
pers  7.ei;jen ,  w.IcIk«  mit  gekrümmter  Reihe  gröberer  Punkte  cin- 
gefa«st  und  bei  grösserer  .\U"idehnuntj,  nameritlith  lani;s  der  N.iht. 
auch  mit  An.silt/en  von  Lantr^reihen  s<dcher  Punkte  beselil  sind. 
Dabei  ist  diese  stArkere  Punktirung  von  der  Zeichnung  in  soweit 
abh&ngig,  als,  wenn  (wie  dies  bei  einigen  .Arten  nicht  selten  ge- 
schieht) grossere  Heeke  rerroisson  oder  kleinere  zu  einem  grösse- 
ren /u'-ammenfliessen .  auch  die  einsrhliessenden  I'unktreihen  in 
*>nts|»rerhender  Wejse  ihre  (Jestalt  und   Rirhtun?  dan.irh  andern. 

I>a.s  eigentliche  Heimath'<land  dieser  srJifmen  Thiere  ist  das 
oben  al«*  das  dritte  debiet  der  festl.indisch-nordaraerikani<chcn  Fauna 
bezeichnete  mexicanisrh-mittelamerikanisrhe  Hochland,  wo  dieselben 
die  vorwallende  Form  der  echten  niryxomelen  zu  bilden  scheinen. 
Fs  zeigt  dic3  nicht  allein   die  grosse  Zahl  der  dort  bereits  aalgc- 

18 


254 

fundenen  Arten,  sondern  eben  so  sehr  die  ausserordentliche  Man- 
nigfaltigkeit derselben  sowohl  in  der  Vertheilung  der  bunten  Zeich- 
nung auf  den  Deckschilden,  als  in  deren  Färbung,  und  der  dieser  ent- 
sprechenden Grundfarbe  des  Körpers  selbst.  In  letzterer  Beziehung 
finden  wir  rothe,  metallisch-schwarze,  stahlblaue,  gold-  und  erz- 
grüne, selbst  broncebräunliche  Arten;  die  Zeichnung  ändert  soweit 
ab,  dass  bei  einzelnen  Arten  von  der  weissen  Grundfarbe  der 
Deckschilde  nur  vereinzelte  rundliche  Augenflecke  oder  gewundene 
Binden  übrig  bleiben,  und  selbst  die  Grösse  ist  so  verschieden, 
dass  die  kleinste  mir  bekannt  gewordene  Art  (Chr.  lepida  St. 
Cdt.)  kaum  die  Länge  einer  massigen  Chr.  hannoverana  erreicht, 
während  z.  B.  grössere  Stücke  der  Chr.  mexicana  Dej.  sich  bis 
zu  1'"  Länge  ausdehnen,  und  somit  weit  über  die  grössten  Europäi- 
schen Chrysomelen  hinausreichen.  Von  jener  Gegend  ab  verringert 
sich  die  Anzahl  der  Arten,  wie  die  Mannigfaltigkeit  ihrer  Formen 
nach  Norden,  wie  nach  Süden  hin,  und  zwar  so,  dass  in  letzterer 
Beziehung  fast  nur  noch  eine  erzgrüne  Färbung  am  Körper  und 
Fleckenzeichnuug  mit  vorwaltender  brauner  oder  rother  Farbe  von 
Fühlern  und  Beinen  gefunden  wird.  Südwärts  von  Panama  finden 
sich  nur  noch  vereinzelte  Arten  in  Quito  und  Columbien,  welche 
Landschaften,  wenn  auch  durch  eine  Niederung  von  Mittelamerika 
getrennt,  doch  nach  ihrer  ganzen  Beschaficnheit  und  dem  vorherr- 
schenden Character  ihrer  Lisectenfauna  nur  eine  Fortsetzung  des 
mittelamerikauischen  Hochlandes  bilden,  und  wenigstens  eine  Art, 
die  in  den  Sammlungen  weit  verbreitete  Chr.  polyspila  Germ. 
kommt  sogar  in  Brasilien  vor.  Nach  Norden  zu  dehnt  sich  die 
Gruppe  vorzugsweise  über  das  erste  Gebiet  zwischen  dem  Felsen- 
gebirge und  dem  atlantischen  Ocean  aus  —  nur  von  Chr.  Bigs- 
byana  Kirby  ist  nach  dem  Verf.  ein  Stück  am  Puget  ■  Sunde  im 
äussersten  Nordwesten  von  Oregon  gefunden  worden  —  aus  wel- 
chem der  Verf.  nicht  weniger  als  acht  Arten  aufführt.  Wenigstens 
drei  derselben  (Chr.  scalaris,  dislocata  und  philadelphica)  kommen 
nach  den  mir  vorliegenden  Exemplaren  auch  in  Mexico  vor,  und 
von  diesen  scheint  nur  die  noch  am  Obersee,  in  Canada  und  bei 
Newyork  gefundene  Chr.  scalaris  eine  weitere  Verbreitung  zu  be- 
sitzen, während  Chr.  philadelphica  nur  in  den  mittleren,  südlichen 
und  westlichen  Staaten,  Chr.  dislocata  gar  nur  in  Texas  gekannt 
wird:  noch  zwei  andere  Arten,  Chr.  serpentina  und  tortussa, 
letztere  durch  ihre  rostrothe  Körperfärbung  au  manche  mexicani- 
sche  Arten  erinnernd,  sind  bis  jetzt  ebenfalls  nur  in  Texas,  also 
in  dem  auch  noch  viele  andere  mexicanische  Käfer  enthaltenden 
Südwestwinkel  jenes  Gebiets  gefunden  worden,  und  gehören  deshalb 
wahrscheinlich  gleichfalls  ursprünglich  der  mexicanischen  Fauna  an. 
Die  drei  übrigen  Arten  (Spiraeae ,  Bigsbyana  und  multipunctataj 
kommen  nach  Kirby  sogar  noch  in  Canada  vor.  Alle  weit  uach 
Norden   sich   ausdehnenden  Arten   (scalaris   und  die  drei  letztge- 


2Ö6 

nanntrn,  anrh  ^Ar,  phUadtlph\ea)  rotRon  rngloich  rinr  mrrklirh© 
Ab<rhwoifunR  drr  Klrrkonzpuhnunc  auf  den  Dorkschildon,  welche 
obrrwieRend  zu  Union  «nd  JSprenkelflpckon  zusammonsrhwindct, 
und  b«M  Chr.  multipunciata  sojrar  mm  thcilweison  Kriöpchcn  der 
motallischon  firundf:irhf>   erfuhrt  Imt. 

Aa«sonIom  biftrn  sich  mir  nooli  zwei  ncmorknniypn  dar.  Die 
Karbo  drr  FlüKpIdoi-kon  rb'«;  Ithondrri  Thioro«!  nonnt  dor  Vorf.  bei 
Chr.  «rrt/ori«  stark  vilb«'rt:lan/«'nd  (,,vrri/  brtUiant  »Urfry^J ,  bei 
Chr.  Kcrpeniiua  hlvivh  goldie  ( ,.palf  gold*') ,  mit  dem  Zusätze, 
da«s  dio'-p  (ioldfnrbo  l)oi  tr«vkonen  Stflrkon  vor^rhwinde.  Bei  ein- 
zelnen Kxemplaren  dor  erstffonannton  und  auch  anderen  Arten 
lässt  sirli  nuili  wirklich  ein  «rhwacher  Anfhic  dieses  metalli- 
schen (ilanzo<!  (ladnreh  wieder  hcnorniffn.  das«  die  Thiorc  eine 
Zeillane  in  reinen  und  <ehr  starken  Spiritus  pelo^t  worden;  eben 
»o  zoiKon  die  mtisten  mir  vorlieeendi-n  Stflcke  der  (.'hr.  tpiraeae 
einen  matten  (ioldsrhimmor,  und  l)oi  einem  F.xemplare  derselben 
im  Mus.  Muhlenpf.  ist  derselbe  noch  so  stark,  wie  er  sieh  bei 
lebenden  lixemplaren  unserer  Cantula  nehuh^a  und  nhnoleta  zu 
tinden  pfifft.  Ks  ist  deshalb  sehr  wahrscheinlirh.  dass  mehr  oder 
weniger  bti  allen  Arten  diei^or  (Jnippe  ( mt»crlirhrrweise,  wie  bei 
un«eren  (\ts>iden ,  nur  in  f,'ewi>scn  Kntwiekelunpsstadien)  ein  sol- 
cher Glanz  den  in  oicenthlimlicher  Weise  bleich  RofJlrbton  Grund 
der  Derlisohilde  einnehmen,  und  jedenfalls  wäre  sehr  zu  wünschen, 
dass  die  an  Hrt  und  Stelle  lebenden  oder  doch  sammelnden  P'nto- 
moln^en  diesem  tietrenstande  ihre  Aufm»rk>-amkeif  in  auspedehn- 
terem  Masso  /tiwenden  mrichten,  als  »lies  bisher  peschehen  zu  sein 
scheint.  iHiss  jfdi'nfalK  auch  unter  <len  Amerikanischen  Käfern 
derartiger  Metallphuiz  in  unpleich  prOsserer  Ausdchnunp  verbreitet 
ist,  als  pewöhidich  angenommen  wird,  vermag  ich  durch  eine  panz 
bestimmte  Krfahninp  nachztiweison.  Ich  sah  vor  Kurzem  einige. 
unmittelbar  aus  Columbien  nach  l)ent>.chlnnd  L'elanpto  Kiifer,  welche 
sich  n«x-h  in  tiem  Spiritu*  befanden,  in  den  man  sie  an  (>rt  und 
Stelle  lebend  zur  Vorsenduup  geworfen  hatte,  l'nter  dio<ien  be- 
fand sich  eine  kleine  Chrysomele  --  unbe<chriel>en,  aber  unter 
dem  Namen  Chr.  fraeta  liurm.  in  litt,  tekannt:  blau  mit  gelben 
Deckschilden,  die  Naiit  und  drei  Lftngsbinden  auf  jeder  Flugel- 
decl.e  blan.  deren  mittlere  winkeüp  pebrochen.  die  äussere  hinten 
abgek*Orzt  —  und  eine  grosse,  von  Multant  als  F.pHachna  cm- 
data  beschriebene ,  sonst  auch  als  A*.  ronnrxa  .Sb.  bekannte  Cor- 
cinelle,  beide  in  nif^brcren  Kxemplaren :  bei  der  ersten  n  zeigte 
der  gelbe  Grund  der  Deckschilde  einen  ••chAnen.  reinen,  auch  bei 
dem  aufgesteckten  Kftfer  erst  nach  Verlauf  einiger  Wochen  all- 
mJlliIip  ▼erloschenen  (loldglanr.  hei  der  ("orcinella  der  gleichfalls 
gelbi"  Gnind  dor  Deckschilde  Pinen  mehr  ins  Ifochgelbe,  fast  feuor- 
goMipe  fallender,    durch  irroise   neh.iamnp  der  Oberieito 

ins   Matte  gedämpfter  Gui :  r,  welcher  aoch  jetzt,   nachdem 


256 

es   wenigstens  schon   sechs  Wochen   lang   auf  der   Nadel   gesteckt 
hat,  sich  noch  zum  grössten  Theile  erhalten  hat. 

Sodann  ist  es  auffallend,  wie  einzelne  nordamerikanische  Ar- 
ten dieser  Gruppe  in  Beziehung  auf  die  Farbenvertheilung  die 
Zeichnung  anderer  echt  mexicanischer  Arten  auf  das  Genaueste 
wiederholen,  und  von  letzteren  wesentlich  nur  durch  die  rothe 
Färbung  der  Beine  abweichen.  So  stellt  Chr.  scalaris  bei  ober- 
flächlicher Betrachtung  nur  eine  Chr.  signata  Klug  mit  rothen  Füh- 
lern und  Beinen  dar ;  und  eben  so  ist  nach  der  Abbildung,  welche 
der  Verf.  von  seiner,  mir  nicht  in  natura  bekannten  Chr.  serpen- 
tina  gegeben,  die  letzteren  in  der  Flügeldecken- Zeichnng  die  gc- 
treueste  Copie  der  bekannten  Chr.  mixicaua  Dej. ,  von  welcher 
sie  nach  der  Beschreibung  kaum  anders  als  durch  trübrothe  Beine 
(„legs  dark  red")  abzuweichen  scheint.  Haben  wir  es  hier,  wo- 
für bei  Chr.  scalaris  die  gröbere  Sculptur  des  Zwischengrundes 
und  ihr  gleichzeitiges  Vorkommen  in  beiden  Bezirken  zu  sprechen 
scheint,  mit  wirklich  verschiedenen,  einander  nur  vertretenden 
Arten,  oder  mit  localeu  und  climatischen  Abänderungen  einer  und 
derselben  Art  zu  thun?  eine  ähnhche  Erscheinung  bietet  sich  in 
der  folgenden  Gruppe  bei  Chr.  conjuncfa  dar,  und  es  ist  daher 
auch  hier  für  die  Amerikanischen  Entomologen  noch  ein  reiches 
Feld  zu  Aufklärungen  vorhanden,  behufs  deren  vorzugsweise  die 
Beobachtung  der  früheren  Stücke  von  Wichtigkeit  sein  dürfte. 

1.  Chr.  scalaris.  Ovata  viridi  -  coerulea  subtus 
aeneo-nigra,  antennis  pedibusque  ferrugineis,  elytris  punc- 
tatis  flavo-pallidis  coeruleo-maculatis,  sutura  nigro-aenea  3- 
vel  4-brachiata,  macula  humerali  lunata.     Long.  3^/^ — 4V2'". 

Loc.  Ann.  Ljc.  1,173.    Harr.  Ins.  117. 

Chr.  philadelphica  Kirby  Faun.  Bor.  Am.  210. 

Aus  den  mittleren  Staaten,  Nebrasca  und  vom  Obersee. 

Eiförmig,  etwas  schmaler  als  gewöhnlich,  grünlich 
blau,  zuweilen  dunkel  erzfarbig,  das  Halsschild  an  den 
Seiten  zerstreut  punktirt;  die  Flügeldecken  punktirt,  gelb- 
lich weiss,  bei  dem  lebenden  Thiere  lebhaft  silberglänzend; 
die  Naht  mit  einer  breiten,  meist  metallisch-schwarzen,  sel- 
tener erzfarbigen  oder  bläulichen  Längsbinde.  Die  Art  ist 
der  Chr.  philadelphica  Lin.  nahe  verwandt,  weicht  aber  ab 
durch  die  breite  Nahtbinde,  mit  welcher  die  [jederseits  3 
oder  4]  Flecken  in  Gestalt  von  Armen  verbunden  sind;  bei 
Chr.  philadelphica  ist  der  Nahtstreif  schwarz  und  schmal,  und 
von  einer  ebenfalls  schmalen,  jederseits  neben  der  Naht 
fortlaufenden  schwärzlichen  Längsbinde  durch  einen  schma- 
len gelben  Zwischenraum  getrennt.  Uebrigens  sind  alle 
diese  Thiere  nach  Färbung  und  Lage  dieser  Flecke  vielen 
Abänderungen  unterworfen. 


257 

Die  Art  hat,  »u-  whon  oben  bemerkt  worden,  eine  nnpleich 
grösfere  Verbreitung,   als    der  Verf.    ihr   beilejjt.     Ich    besitz«-   sj. 
ans  M^sieo ,  ans  Cottarica  (von  M.  Wagner  pesammelt)  und  hab' 
sie  zum  Vergleich  vor   mir   aus  J.oui'iana   (Mus.  r.   Hey  den  ,    vor 
Jenison  cinfiesandt ),  von   Baltimore  (Mus.  Dohrn)  and  S'etr-Ym^ 
fMus.  M«rfbach\    für   die  Kirhtipkoit   (les  Fundorts   bürgt  die  Zu 
veiiiMtgkeit  des  nicht-entomolop^rbrn  Sammlers):  auch  aus  Teia 
(Mb8.   lierol.),  und  Kirhy  nomit  Kanada  und  Sni*cho(tland.     Di' 
Ausbildung   der  Hecken    und    enb-prerhend   der  Nahtbinde   scheint 
mit    der    Vt-rbreitunu    des    Thiercs    in    nahem   Zusaramcnhanjre    zu 
stehen.     Bei    den    Stücken    aus    t'o»tarica    und    Mexico    sind    die 
Flecken    prü>«.t.r.   die  Nahtbindr'  bnitcr.   jederzeit«.  4-amiig.  glän- 
zender erzgrün,    und    die  Exemplare    bis   auf  die    gröbere  Punkti- 
rung  des  lichten  firundes  dtr  Deckschilde    und    die    rotheu   Füliler 
und  Beine  kaum  von  Chr.  ngnata  Klug  zu  unterscheiden.   Seltener 
finden  sich  dort  StflcJie    mit    kleineren  Flecken,    schmalerer    Nabt- 
binde    und  dünneren  Armen,   deren    4ter   (hinterster)  sich  als  ein 
vereinzelter  Heck  ablöset.     Diese  letztere  Form  findet    sich    über- 
wiegend in  den  Vereinigten  Staaten,  und  die  Zeichnuneen  schwin- 
den  denn  zuweilen  so  weit,  dass  (wie    bei   einem  Stücke  im  Mus. 
Sturm)  die  Flecke  auf  der  grös.<!eren  hinteren  Hälfte    zu  Punktei 
die  drei  Arme  jederscits   zu   schmalen  Schräglinien   einschrumpfen. 
Auch  Kirby    bezeichnet    fftr   die  Kanadi-srhen  Stücke  die  dicerging 
brauchet   der  Nahibinde   als  obsolete.     Der   Saum   der  Deckschildc 
ist  bald  ganz  erzfarbig,  bald  nur  hinten,  und  dann  vom  nur  fuch- 
sig gebräunt,  oder  er  reipt  die  letztere  Färbung  nur   hinten,   und 
ist  auf  der  vorderen  Hälfte  ganz  farblos.     (  haracteristisch  für  die 
Art  ist  ein  stets  vorhandener  vereinzelter  Fleck  vor  der  Mitte  de- 
SHtenrtndes  auf  o«ler  an    dem,    die>en   begleitenden  Punktstreifen. 
der  «ich  bei  grösserer  .\a«>dphnung   auswärts    an    den  Rand    lehnt; 
und  ausserdem  der  halbmondfrlrmitje  Srhulterflerk.  der  auf  der  vor- 
deren   äu««eren    Seitp    stark    verbreitert    i*>t .    und    dadurch ,    sowie 
durch  eine  mehr  o<ler  weniper  merkliche  .\u>buchtnng  als  ans  zwei 
Flecken  verwachsen  erscheint,  dessen  .schräg  gegen  den  2ten  Naht- 
Arm  gerichtetes  Innenende  aber  zuweilen  (l>ei  einem  Kxemplar  nur 
auf  der  linken  FltJgeldccke  )    als    ein    besonderer   Fleck      '  -  ^       n 
ijt.      Zwisrhen   diesem   nnd    dem  ersten    Arme   der  Nahtb: 
si  »ch  ein  • 

gf  •  '    oder    lit.         .   .   . 

Fleck. 

Die  Taster  sind  eben  so,  wie  die  Fühler,  roth ;  auch  bi 
der  letzte  ßauchrinp  ziemlich  breit  roth  gesäumt,  und  nicht  selten 
zeigt  auch  ein  feiner  Hiiit«rs«am  der  vorhergehenden  Rinpe  ejnc 
gleiche  ?'ärbung.  Acussere  Ge$chlech(«"merkmale  habe  ich  an  den 
mir  vorliegenden  Stocken  nicht  wahrpenonimen :  di«*  I-orve  ist  nach 
Harnt  weisslich .  auf  dem  Rücken  mit  emer  schwarzen  LAogslinie 


258 

und  einer  Fleckenreihe  jederseits  gezeichnet,   und  lebt  auf  Linden 
und  Ulmen. 

Dass  die  Art  hier  nicht  an  der  richtigen  Stelle  steht,  und 
passender  unmittelbar  vor  der  Chr.  philadelphica  eingeordnet 
wäre,  mag  noch  nebenbei  bemerkt  sein. 

2.  Ohr.  serpentina.  Ovata  viridi-coernlea  siibtus 
nigricans,  antennis  nigris.  pedibus  obscure  rufis,  elytris 
pallide  aureis  nigro-limbatis,  sutura  maculisque  late  sinua- 
tis  magis  miniisve  confluentibus  coeruleis.    Long   4"/s'". 

Fünf  Exemplare,  von  ./.  D.  Clark  bei  San  Antonio  in 
Texas  gesammelt. 

Körper  eiförmig,  massig  gewölbt;  Kopf  zwischen  den 
Augen  dreieckig  eingedrückt,  Halsschild  an  den  Seiten  grob 
punktirt.  Das  Schildcben  bläulich  grün,  die  Flügeldecken 
bleich  goldig,  die  Naht,  eine  an  dieselbe  gelehnte,  die 
Wurzel  nicht  erreichende  Längsbinde  und  etwa  10  Flecken 
dunkelblau,  die  Flügel  glänzend  roth.  Die  Unterseite  tief 
blau,  fast  schwarz. 

Den  in  Le  Conte's  Sammlung  angenommenen  Namen 
habe  ich  beibehalten.  Bei  trockenen  Stücken  schwindet  die 
goldige  Färbung  der  Flügeldecken,  und  deren  Farbe  wird 
gelblichweiss. 

Ich  habe  von  dieser  All  keine  Exemplare  gesehen.  Die 
Abbildung  fig,  3.  gleiclit  aber  der  in  unseren  Sammlungen  nicht 
seltenen  Chr.  mexicana  Dej.  wie  ein  Ei  dem  andern,  und  zeigt 
weiter  keine  Abweichung,  als  dass  die  bei  der  letztgenannten  Art 
in  Gestalt  eines  rohen  V  zusammenhängenden  Hinterflecke  getrennt 
sind.  Auch  aus  den  Angaben  des  Verfs.  ist  kein  weiterer  Unter- 
schied zu  entnehmen,  als  die  trübrothen  Beine  der  vorliegenden 
Art;  wenn  also  nicht  etwa  die  von  dem  Verf.  nicht  weiter  be- 
rührte Punktirung  der  Deckschilde  (bei  Chr.  mexicana  ist  dieselbe 
äusserst  fein  und  zerstreut)  noch  andere  Abweichungen  darbietet, 
so  habe  ich  kein  Bedenken,  beide  als  Abänderungen  einer  Art 
mit  einander  zu  verbinden, 

3.  C  b  r.  d  i  s  1 0  c  a  t  a.  Ovata  coeruleo  -  virens  subtus 
cum  pedibus  nigra,  antennis  basi  rufis,  elytris  pallide  fer- 
rugineis,  vitta  juxta  suturam  maculisque  sinuatis  nigria. 
Long.  4'". 

3  Exemplare  von  /.  D.  Clark  bei  San  Antonio  in  Texas 
gesammelt. 

Körper  eiförmig,  massig  gewölbt,  der  Kopf  massig-, 
die  Seiten  des  Halsschilds  derb  punktirt. 


25y 

Pif  Angaben  des  Verfs.  ftind  unzurrioliond,  und  würden  uline 
die  wuhlp'Tatht'nt",  ilu-  eipcnthümlithc  Vt-rthrilun«  diT  Fk-cki-i; 
sehr  pttriu  wicdcrgel>cudt*  Abbildung  (tig.  \)  /um  Wicdenrkonnfii 
der  Art  niiht  gouUtjen.  m«  da-»  »ie  t-iuer  VervolNUiiidigunt'  bi- 
durfen.  Der,  wie  oben  »cbon  iH-merkt,  vorzag>wt  ise  in  M<'Xko 
einheinÜ!>i-lie  Käfer  emieht  eine  iJlnge  von  H*',  —  4'«'".  Naht 
aiid  Spitze  der  FlUgrldeekf-n  >»infl  Miimal  und  broncegrüidit h  ge- 
i>üumt ;  nebtMi  erstm-r  liegt  jrderxit»,  wir  bri  Chr.  pfnlaaflphica, 
eine  biidrrseiu  abgi-kürzto,  von  ilir  nur  dnnh  einen  "»chmalt-n 
gelben  ZwiMlu-nruuni  gftrt-inite  I-ing-linii'.  und  aasserhulb  dit-scr 
letzteren  zwei  S  fünnig  gi'!»cbwujig(.ne,  ebt-n  so  schmale  Binden, 
die  innere  vurn  abgekur/t  und  mit  dem  llinterrande  lukenfünnig 
nach  vom  und  aussen  umgebogen ,  die  äussere  mit  dem  Vonler- 
rande bis  hart  an  einen  auf  der  Srhnlterbeule  stellenden  I^uig>- 
fleek  hinanreii  heiid  und  denselben  /uwiileii  benilireiid,  hinten  aber 
nur  etwa.">  über  die  Mitte  der  aa»>eren  IJinde  liiuaii-gehcn«L  Hin- 
ter dem  Sehultertieek  li«'_'t  dann  noch  ein  vereinzelter  !.ang>rieck, 
und  auf  dem  grossen  lUume  zwischen  die>eni,  dem  Aussenrande, 
den  Binden  und  der  Spitze  noch  eine  Anzahl  von  ü  — 9  Fleckchen 
von  verschiedener  (ie^Ldt  und  Grösse,  die  nicht  einmal  bei  beitlen 
Flüi;eld«iken  tle>>.«  Ibeu  Kx<iuplar>  stets  üben'in>tinimen;  seltener 
sind  ein/i  Ine  Theile  der  S  förmigen  Minden  ab^ilo-t  und  dadurch 
zu  -<lbi>t>tandigen  Kleeken  geworden .  su  bei  einem  Stücke  im 
3Iob.  Gfnhar  das  hintere  Drittel  der  äusseren  Binde  auf  der  rech- 
ten, und  das  vordere  Drittel  der  äusseren  lUnde  auf  der  linken 
Klflgeldccke. 

\.  Chr.  tortnosa.  Ovata  fernipiica,  elytris  paliidis 
iiigro-iuacuhilis,  BUtura  et  vitta  jnxta  sutiiraiu  ubscure  f  r- 
rnpinea.     Lonp.  3'". 

Zwei  Kxemplare.  \nii  J.  />.  <  tark  bei  San  Antomi  iu 
Tfjaß  {rosainnielt. 

Kopf  und  llalssehihl  seliwncli  punktirt,  nebst  dem 
Schildchen  rostroth;  die  Flllpeldocken  mit  ä  —  1»  /.uweilcn 
znsammenfliesHondon  schwarzen  Flecken;  die  Heine  üchwacb 
punktirt. 

Mir  gänzlich  unbekannt,  und  nach  der  eigcnthütulichen  Far- 
bcnvcrtheiluug  auf  den  Deckschilden  von  allen  verwandten  Arten 
zureichend  verschieden.  Die  Abbildung  tig  r»  stellt  die  von  dem 
Verf.  erwähnte  Form  mit  theilwei-e  zusamnu-nflici^senden  Flecken  dar 

r>.  Chr.  pbiiade  1  ph  ica.  ()\ata  viridinipru.  palpi.>> 
auteunis  pedibusque  rutig,  cl>tri8  pallide  tlavi«  vitta  juxt& 
»uturam  maculisque  uumcrosi*  vircscculibus.     Long   3—4'". 


260 

Linn.  Syst.  Nat.  2,  592,  44.  De  Geer  Ins.  5,  353,  6. 
t.  16.  fig.  13.  Fabr.  Syst.  El.  1,  444,  135.  Fab.  Syst.  Ent. 
1,392.     Oliv.  Ent.  5,  91,  525,  33.  tab.  3.  fig.  22. 

Chr.  deci.pü7is  Web.  Obs.  Ent.  1,  52,  1? 

In  den  mittleren,  südlichen  und  westlichen  Staaten. 

Der  Körper  eiförmig,  mit  zerstreuter  Punktirung;  Kopf 
und  Halsschild  sparsam  punktirt,  das  Scbildchen  dunkel- 
grün, die  Flügeldecken  mit  drei  grösseren  dunkeln  Flecken 
nahe  an  der  Naht,  letztere  meist  schwarz,  nach  vorn  ver- 
breitert, was  nur  bei  einem  Stücke  aus  dem  Missouri-Tex- 
ritoriura  nicht  der  Fall  ist.  Letzteres  zeigt  die  Naht  bleich 
gelb  und  nach  vorn  nicht  erweitert. 

Was  die  SjTionymie  des  Verfs.  betrifft,  so  beruht  die  nach 
den  Exemplaren  von  Saij  und  Hentz  im  Mus.  Germar  bei  den 
Amerikanischen  Entomologen,  und  eben  so  auch  in  unseren  Samm- 
lungen ziemheh  allgemein  zur  Geltung  gelangte  Annahme,  dass 
die  vorstehend  beschriebene  Art  wirklich  die  Chr.  philadeljihica 
Linne's  sei,  wohl  weniger  auf  der  ziemlich  allgemein  gehaltenen 
Linne'schen  Diagnose,  als  auf  der  Tradition  und  auf  dem  Um- 
stände, dass  Linne  seinen  Käfer  von  De  Geer  erhalten  hat,  und_ 
dass  der  letztere,  obgleich  seine  Diagnose  (V.  418  der  deutschen 
Uebersetzung  eben  so  unbestimmt  ist  als  die  Linue'sche,  doch 
tab.  16.  flg.  13.  unverkennbar  die  vorliegende  Art  abbildet.  Fa- 
bricius  (Ent.  Syst.  I.  329.  n.  111.  und  Syst.  Eleuth.  I.  444.  n. 
135)  wiederholt  mn*  Linne's  Diagnose  mit  einer  geringen,  sachUch 
unwesenthchen  Aenderung,  und  bezeichnet  deshalb  denselben  Kä- 
fer; der  an  der  ersteren  Stelle  gemachte  Zusatz  jedoch:  Variat 
sutura  flava  et  viridi,  scheint  anzudeuten,  dass  F.  hier  zwei  ver- 
schiedene Arten  mit  einander  vermengt  hat.  Man  könnte  zwar 
bei  der  Var.  sutura  flava  auch  an  Stücke  mit  unausgefärbtem 
Nahtsaum  denken,  wie  deren  der  Verf  eines  erwälmt,  und  ich 
ähnhche  mit  hinten  ganz  verblichener,  vorn  nur  leicht  gebräunter 
Naht  aus  Germars  und  Sturms  Sammlung  vor  mir  habe;  indess 
ist  auch  bei  völlig  ausgefärbten  Stücken  der  dunkle  Nahtsaum  so 
zart  und  fein,  dass  dessen  Beachtung  von  F.  Weise  nicht  voraus- 
gesetzt werden  darf  Ich  beziehe  deshalb  diese  Var.  sutura  flava 
auf  die  vorliegende  Chr.  philadelphica ,  bei  der  F.  mit  Nichtbe- 
rücksichtigung des  zarten  Nahtsaumes  den  lichten  Zwischenraum 
zwischen  den  beiden,  die  Naht  begleitenden  Längslinien  als  die 
„gelbe  Naht"  genommen  haben  mag,  und  die  Var.  sutura  viridi 
auf  die  nächstfolgende  Art,  deren  Abweichung  von  Chr.  philadel- 
2)hica  bei  übrigens  sehr  naher  Uebereinstimmung  wesentlich  auf 
dem  Zusammenfliessen  jener  beiden  Längslinien  mit  einander  und 
dem  Nahtsaume  zu  einer  breiten  grünen  Nahtbinde  beruht.  Oli- 
ciers  Abbildimg  (tab.  2.  fig.  22)  ist,   wie   die  meisten  auf  seinen 


2ÖI 

4  cntcu  Clirj-somilcn  -  Tafdn ,  Äusserst  roh  an«J  schicclit ,  passl 
iiber  doch  crtrtfflich  ouf  sulchc  Stocke  der  vorlictfindeu  Art ,  bei 
(ii'iKii  die  LilnpsUnif  neben  der  Naht  schon  auf  dtr  Mille  des 
Kückens  \er>chwinden  und  die  Klicke  un  der  S4  liultt-rbeule  zu  einer 
nKindfiirniiu'  ffibugencn  Linie  /lls;lmmonflil•>i«^(•^.  I)ie  da/u  K'ehörige 
Be-i  hrijbung  enthalt  Nitlit.«.,  was  ihre  I'eutung  auf  dic'-e  Art  ver- 
hinderte, wennuleiih  ttltvtrr  die  I^'whe  Diaioiosc  nur  (walin>cheiii- 
lich  durch  einen  NachlAssigkcit.sf«  hier)  ver>tumniflt  wiedergiebt. 
Die  von  ihm  (zwar  nicht  in  dem  lateinischen,  aber  doch  in  dem 
Iran /.ÖS  i  schon  Texte)  irwühntc  Var.  („La  mture  e$t  queli^ue/ou 
dun  vert  (rfs  /oncr'')  bezieht  sich  ohne  Zweifel,  wie  bei  Fabri 
ciui ,  auf  die  folpcuiic  Art.  >"<;//  s(  hcint  den  Kafcr  niri^euds  be- 
schrieben zu  haben ;  dass  er  ihn  aber  sehr  wuhl  und  unter  der 
richtigen  liestinimung  gekannt  hat,  beweiset  ein  von  ihm  mitge- 
thciltcs  Kxcmplar  im  Mus.  üermar.  Die  ihr.  philadelphxca  K\rby 
a.  a.  0.  ist  von  unscrm  Verf.  bereits  richtig  zu  Chr.  $calar\s  ge- 
bracht Wurden.  I>ie  Beschreibung  der  Naht  (,,u-ith  a  longitudinal 
tlripe  at  the  »utni  f  tcith  thrtf  diverfjing  obsolete  branchet'^J  la&st 
dies  nicht  /weifrlhaft.  Seine  var.  ü.  bezeichnet  nur  kleinere,  mehr 
gcHeckte  hiemiijare  der  ihr.  scalari$,  wie  deren  auch  anderwärts 
Torkominrn ;  seine  var.  C.  dagegen,  welche  nur  einen  Arm  haben 
und  den  Abbildunecn  von  />«•  Geer  und  Olivier  äusserst  nahe 
kommen  soU,  könnte  piu"  wohl  auf  die  echte  Chr.  philadelfhiat 
und  zwar  auf  die  Form ,  wie  sie  unten  aus  dem  Mus.  litrul.  be- 
schrieben ist.  zu  beziehen  hCin.  Leber  die  Chr.  dectpient  Web. 
%.  die  fdiconde  Art. 

Auf  die  grosso  VerÄnderlichkeit  in  der  Zeichnung  dieser  .Art 
ist  vorstehend  bereits  hingedeutet  worden.  Hei  den  normal  ge- 
f.irbten  Stücken  ist  die  fein  pesilumte  Naht  schwarzgrün,  welcher 
Saum  sich  auf  dem  vorderen  l)rittel  etwa-s  erweitert  und  dadurch 
hier  erst  eigentlich  sichtl>ar  wird;  die  beiden  Lünpslinjcn  btitlich 
der  Naht  nicheu  hint<  rwiirt.s  f;i.st  bis  zur  Spitze,  verbreitern  sich 
prloichfalls  j-in  wenip  n.^ch  vom,  und  entfernen  sich  hier  von  der 
Naht,  ohne  die  Wurzel  der  Flügeldecken  zu  erreichen.  Au»warli 
dieser  Linien  liegen  je  zwei  iJlngsflecken,  von  denen  die  vorderen 
nach  vom  und  aussen ,  die  hinteren  nach  hinten  und  aussen  di- 
tergircn;  dann  zwischen  rien  vonleren  und  den  Schultom  noch  ei- 
nige I^ncstlocken,  \on  denen  nicht  nlt«n  zuei  in  dem  Schultcr- 
winkel  tu  cin^r  hakig  oder  niondfömiig  pekrümmten  Linie  lu^om- 
mcnstossen.  I>er  brrite,  hinterw.irts  Unps  dem  Ausjcnrantle  bis 
zur  Spitze  hinziohrnde  Ilaum  ist  mit  tahlr<^ichen  Tunkten  und 
Fleckchen  von  verschiedener  Gestalt  und  (ir&^»e  bestreut,  wobei 
Mde  Flügeldecken  desselben  Stücks  nicbt  selten  ganz  abweichend 
gescichnet  sind.  Bei  weniger  deatlicb  ausgefärbten  Stücken  Ter- 
bleicht  di^r  Nahtsaum  vom  ins  lU'tldiche,  hinten  ganz  und  gar. 
die  Nebenlinien  werden  sarteri  reichen    hinterwArts   niv   bis  som 

18* 


262 

zweiten  Drittel  oder  gar  nur  bis  zur  Mitte;  die  Längsflecken 
schwinden  zu  Längslinien,  die  übrigen  Flecken  zu  Punkten,  und 
das  andere  Extrem  würde  die  von  dem  Verf.  erwähnte  Form  mit 
ganz  abgeblichener  Naht  bilden,  die  mir  jedoch  noch  nicht  zu 
Gesichte  gekommen  ist.  Uebrigens  scheinen  diese  schwächer  ge- 
zeichneten Stücke ,  wenn  auch  nicht  stets ,  doch  gewöhnhch  die 
kleineren,  und  deshalb  vorzugsweise  cf  zu  sein ;  andere  Geschlechts- 
merkmale habe  ich,  ungeachtet  mir  eine  ziemlich  zahlreiche  Reihe 
von  Exemplaren  vorliegt,  nicht  auffinden  können.  Der  letzte 
Bauchring  ist  auch  bei  dieser  Art  breit  röthlich  gerandet,  und 
der  Saum  der  vorhergehenden  Ringe  nicht  selten  fein  röthlich  an- 
gelaufen. 

Eine  sehr  merkwürdige  Varietät  habe  ich  aus  dem  Mus. 
Berol.  zum  Vergleiche  erhalten.  Die  schrägen  Längsflecke  auf 
der  Aussenseite  der  Xahtlinien  sind  bei  ihr  nicht  aUein  viel  stär- 
ker, als  gewöhnlich,  ausgeprägt,  sondern  stossen  auch  unter  ein- 
ander und  mit  den  an  dieser  Stelle  etwas  verbreiterten  Xahtlinien 
unter  einem  sehr  stumpfen  "Winkel  zusammen.  Diese  Form  kommt 
den  Exemplaren  der  Chr.  scalaris  mit  linienförmigen  Armen  der 
Nahtbinde  sehr  nahe,  und  man  könnte  dadurch,  wie  auch  schon 
Illiger  im  Mus.  Berol.  gethan,  wohl  verleitet  werden,  beide  Ar- 
ten mit  einander  zu  verbinden,  zumal  auch  Chr.  j^hiludelphica 
den  dunkeln  Randfleck  besitzt.  Es  unterscheiden  sich  jedoch  solche 
Stücke  der  Chr.  scalaris  stets  durch  den  bedeutenden  Abstand  der 
Punkte,  in  denen  die  Arme  der  Nahtbinde  sich  von  der  letzteren 
entfernen,  durch  das  hakenförmig  nach  vorn  umgebogene  Aussen- 
ende  des  hinteren  Armes,  und  durch  die  breite  ungetheilte  Naht- 
binde, die  bei  Chr.  philadelphica  stets  aus  drei  vereinzelten,  ihrer 
ganzen  Länge  nach  gesonderten  Längslinien  gebildet  ist. 

Der  Verbreitungsbezirk  der  Art  reicht  noch  weit  über  das 
Gebiet  der  U.  St.  hinaus.  Das  Mus.  Kl'mgelhüffer  enthält  ein  von 
Sartorius  mitgebrachtes  Stück  aus  Mexico,  und  wenn  nach  meiner 
oben  ausgesprochenen  Vermuthung  von  Kirby's  Chr.  philadelphica 
die  var.  C.  hierher  gehört,  so  findet  sich  der  Käfer  auch  in 
Canada. 

6.  Chr.  spiraeae.  Ovata  viridi  aenea,  antenuis 
pedibusque  rufis,  elytris  pallide  flavis  nifo-tinctis,  vitta  lata 
BUturali  antice  trifida  maculisque  viridibus.     Long.  3"'. 

Say  J.  aead.  5,  297. 

Chr.  conßnis  Kirby  Fauna  Bor.  Am.  21 L 

Vom   Obersee. 

Körper  eiförmig,  Kopf  und  Halsschild  dunkel  erzgrün, 
Flügeldecken  bleich  gelb,  zuweilen  ins  Röthliche  fallend, 
mit  etwa  17  kleinen  grünen  Punktfleckchen  und  einer  gemein- 
samen Nahtbinde,  welche  vorn  jederseits  einen  kurzen  Arm 


263 

nach  der  Warzel  7.11  ansstrcckt.     Bei  eiuem  StUckchcn  Bind 
<iic  FIcckchon  niul  dio  Xalithindc  schwarz. 

I>ie  Art  orrcioht  ritu'  LAnf?r  von  3  —  4"',  und  ist  der  vor- 
horffchondcn  überaus  rthnlirh;  sie  erscheint  jedoch,  wenn  man 
Stticke  von  pleirher  Länpc  znsammenhiilt .  etwas  breiter,  höher 
irewMbt,  nicht  selten  mit  einem  matten  (ioldschimmer  auf  dem 
lichten  (trnnde  der  Flüpeldeckcn,  und  unterscheidet  sieh  von  jener 
socloirh  durch  den  viel  kraft iireren.  dem  Flecke  der  f'hr.  ncalarit 
ähnlichen  und  hinterwärts  nianchmiil  gespaltenen  Mondfleck  auf  der 
.Schulter,  sowie  durch  die  breite  erzgrtlne  Nahtbinde,  welche  hin- 
terwärts erst  dicht  vor  der  Spitze  sich  versdimälemd  und  vom 
da«;  Schildchen  mit  einschliessend  hier  bis  zur  Wurzel  reicht ,  und 
ausser  dem  Naht<;aum  und  den  bei  Chr.  philadelphica  beschriebenen 
Nebenlinien  der  Naht  auch  noch  den  jederseits  der  Naht  dazwi- 
schen lieeenden  linienförmipen  hellen  Zwischenraum  mit  umfassL 
Die'irlbe  verrüth  jedoch  ihre  Fut-^^tehunc  deutlich  durch  den  Ura- 
htand,  da.ss  von  jenen  hellen  Zwischenräumen  vorn  noch  ein  gerin- 
ger L'eberrest  vorhanden  ist,  der  die  Naht  binde  daselbst  als  drci- 
theilig  —  und  zwar  die  Seitenthcile  merklich  schmaler  als  der, 
die  ursprflnglicho  Nahtbinde  bildende  mittlere  Theil  —  erscheinen 
lässt.  I)ie  hinteren  Flecken  sind  auf  den  Flügeldecken  gewöhnlich 
kleiner,  auch  in  geringerer  Anzahl  vorhanden  als  bei  der  vorher- 
gehenden, und  die  neben  der  Nahtbinde  liegenden  Schrügflecke  zu 
schmalen  linicnfnrmigen  Strichen  geschwunden.  Der  umgeschlagene 
Seitenrand  der  Flügeldecken  \'^\ .  wie  bei  der  vorhergehenden, 
dunkler  oder  heller  braunmfhliih,  bleicher  rothgelb,  oder  auch 
ohne  besondere  Fsirbune.  der  Hinterleib  meist  in  ziemlicher 
Ausdehnunif  ßebrilunt,  l»io  Sculptur  bietet  keine  Abweichungen 
dar,  die  specitische  Verschiedenheit  beider  .Vrten  erscheint  mir  je- 
doch kaum  zweifelhaft. 

^  Die  Chr.  decipim»  Wfber  (»bs.  I.  ri2.  n.  1.  wird  fraglich 
von  Kirhy  zu  «einer  Chr.  phtladelphica  (--  »calari»),  von  Roger$ 
ZU  Chr.  philadelphica  L.  gebracht,  von  llliger  (Mag.  I.  246.  als 
Var.  dieser  letzteren  angenommen ;  Germar  hatte  sie  in  seiner 
Sammlung  zu  der  vorliegenden  \r\.  gezogen.  Diagnose  und  Be- 
schreibung sind  j«'doch  sn  alicemein  und  zugleich  durch  den  Man- 
gel aller  .\nffaben  über  Nahtbinden  und  Nahtitreifen  (die  .\ngabe; 
nttura  brunnea  kann  diesen  Mangel  nicht  ersetzen)  m»  ungenau, 
dass  der  Käfer  nicht  mit  Sicherheit  zu  entziffern,  und  das  ge- 
dachte S>Tionym  am  besten  ganz  zu  streichen  ist  Die  Chr.  con- 
finix  Kirbij  hat  der  Verf.  ohne  IJedenken  zu  der  vorliegenden  Art 
gezogen.  Die  Diajmose  i<^t  jedoch  auch  hier  «ehr  allßrmein,  und 
die  ausführliche  Beschreibuna  leidet  an  ««o  vielen  rngenauigkeitcn, 
dass  sie  sich  eben  so  gnt  auf  die  vorhergehende  Art  deuten  lAsst, 
ut  d   ich   mir   deshalb   gar  kein  bestimmte«  Urtheil  gestatten  mag. 


264 

Die  seltsame  Angabe  über  die  Farbenvertheilung  auf  den  Deck- 
schüden  („elytris  ru/escentibus ,  margine  laterali  vitiaque  ßexuosa 
discoidali  pallidis")  erklärt  sich  wohl  am  leichtesten  daraus,  dass 
die  angeblich  röthliche  Färbung  durch  die  durchscheinenden  muth- 
masslich  untergeklebten  Flügel  bewirkt  worden,  während  das  blei- 
chere Gelb  der  Seiten  und  der  vermeintlichen  vitta  discoidalis  die 
eigentliche  Grundfarbe  bildet.  Der  Angabe  unseres  Verfs.  über 
die  Deckschildsfärbung  der  vorliegenden  Art  liegt  vermuthlich  et- 
was Aehnliches  zum  Grunde. 

Die  Heimath  dieser  Art  ist  nicht  so  beschränkt,  als  nach 
den  Angaben  des  Verfs.  angenommen  werden  müsste.  Bei  einem 
Exemplar  im  Mus.  Berol.  ist  Georgien  als  Vaterland  genannt,  und 
aus  dem  Mus,  Morsbach  habe  ich  zwei  von  Schrader  in  Illinois 
gesammelten  Stücke  zur  Ansicht  erhalten. 

7.  Chr.  Bigsbyana.  Ovata  viridis  auteunis  pedi- 
busque  rufis,  tboracis  margine  antico  et  laterali  elytrisque 
flavis,  vitta  juxta  suturam  [maculisque  numerosis  viridibus]. 
Long.  3—4'". 

Kirby  Fauna  Bor.  Amer.  212. 

In  den  mittleren  und  westlichen  Staaten,  auch  zwei  Exem- 
plare bei  Steilacoom  am  Puget-Sunde  von  G.  Gibbs  gesammelt. 

Auch  hier  sind  die  Angaben  des  Verfs.  zum  Erkennen  des 
Käfers  nicht  ausreichend.  Derselbe  hat  die  meiste  Aehulichkeit 
mit  den  meist  etwas  grösseren  Chr.  philadelphica ,  namentüch  ist 
die  Naht  sammt  der  jederseits  neben  ihr  hinlaufenden  linienförmi- 
gen  Längsbinde,  eben  so  wie  bei  der  Normalform  von  jener,  erz- 
grün; die  den  ganzen  hinteren  und  äusseren  Theil  der  Deckschilde 
bedeckenden  Fleckchen  sind  jedoch  ungleich  zahlreicher  und  kleiner, 
die  Schulterflecke  gewöhnlich  zweispaltig,  auch  die  Schrägflecke 
an  der  Naht  nur  durch  kurze  Linien  angedeutet.  Der  umgeschla- 
gene Rand  ist  bei  allen  mir  vorliegenden  Stücken  ungefärbt,  eben 
so  auch  der  durch  einen  Punktstreifen  abgesetzte  Seitenrand  ohne 
Flecke.  Die  Hauptabweichung  von  allen  vorhergehenden  zeigt  sich 
in  der  Färbung  des  Halsschilds,  dessen  Vorder-  und  Seitenrand 
breit  bleich  gelb,  wie  die  Flügeldecken,  gefärbt  ist,  so  dass  ei- 
gentlich nur  ein  grosser  rechteckiger,  auf  dem  Hinterrande  ruhen- 
der und  nach  vorn  etwas  über  2/3  der  Länge  einnehmender  Quer- 
fleck die  ursprüngliche  broncegrünliche  Färbung  des  Körpers  be- 
halten hat. 

Hinsichts  der  Flecken  auf  den  Flügeldecken  und  der  jeder- 
seits längs  der  Naht  hinlaufenden  Linie  stimmt  der  Käfer  genau 
mit  der  folgenden  Art  überein.  Kirby  a.  a.  0.  gedenkt  auch  rich- 
tig beider  Merkmale,  und  die  Diagnose  des  Verfs.  ist  daher  wahr* 
scheinlich  durch   eine   Auslassung   entstellt.     Im  Mus.  Germar  ist 


2fi5 

hei  cin^m,   von   Umli  mitfrcthriltcn  Stücke  PennailranUn  als  Ilei- 
math  anRopobcn,   nnch   A'irAjr  findet  sich  <lir  Art  aurh  in  Cannda. 

K.  Chr.  m  u  1 1  i  pn  HC  ta  ta.  Ovata  ftTrii;:inoa  thnraco 
flavo  arcuatini  fcrrii^-inco  -  ujai-ulati».  clylris  tlavis  niaculis 
numcrosis  viridilms.     Long.  2'« — i'". 

Sau  J.  Acad.  3,4»!.     Kirby  Faun.  lior.  Amor.  2\'2. 

Aus   (Irni    Missouri-Territorium. 

Knpf  rnsfroth,  llnlssclijlil  ^tII).  eine  iiurepolinä<«sipc 
Bopeiiliiiir  iiikI  (Kr  lliiitirrand  mstrnth.  welche  einen  ver- 
wafichcnon  Fleck  einsehlie.ssen.  Die  Fiii^reldeekcn  mit  einem 
Xahtstreifrn  nnd  /ahlrcichcn  nuregelni;i.'5sipen  grünlichen 
Fleckchen  und  Linien.  Bei  einem  StUckc  zeigt  die  Naht 
einen  gcmeinsanien  rtithliehen  Saum. 

Der  NtirhiT^'»  htiult  II  Art  iilicraas  ;ilni]icli;  Kojif,  SchiMchcn 
und  Intersciti'  sehniut/ig  rostruth,  die  iJrust  dunkler  ^ubraunt  mit 
M*hwach  Rrtlnlieiiem  AntluKC.  Auf  dem  Reiben  Halsschilde  liegen 
zwei  undeutlich  zu.siininienhangrnde  rostfarbipe,  vcnvaschenc  be- 
grenzte Flecke  in  einer,  in  der  Mitte  unterbrochenen  Querlinic 
neben  einander:  der  Raum  zwischen  dieser  und  der  (bei  einem  der 
vorliegenden  Stücke  breit  dunkel  metallisch  prün  pcsaumten)  Mitte 
des  Hiiitrrrandes  bleicher  rothlich  pefärlt.  I»ie  Zeichnung  der 
Flogeldecken  genau  wie  bei  <ler  vorigen ,  die  Linien  neben  der 
Naht  zuweilen  schon  auf  der  Mitte  des»  Kückens  verlaufend.  Die 
ganze  Art  macht  den  Findruck,  als  bestehe  sie  nur  aus  schlecht 
Äusgefarbteu  Stücken  der  vorhergehenden,  zumal  in  einzelnen 
Stücken  mit  nur  vnni  rostrotheui  Koj'fe  und  IlaUschildstlecke  uii- 
zweifelhafte   Uebergknge   \<»rlic;.cen. 

l»a"<  Fxempl.ir  des  Mu«".  (itrmar  i^t  vun  Prof.  Schaum  aus 
Lomtiana  mitpebracht ,  bei  einem  der  Stücke  im  Mus.  li^rol.  als 
Ueimath  Mi«»if$ippi  genannt.  Nach  Kirby  kommt  das  Thicr  auch 
in   Canada  vor. 

In  diese  (jfuppe  «eh<>rt  nun  nmh  ein  merkwürdiger.  ans<hci- 
nend  dem  Verf.  unl»ekiinnt  gebliebener  Käfer,  M>n  dem  ich  ein 
vereinzeltes  aus  MtM/nuri  st«mmendos  Stück  aus  dem  Mus.  Sturm 
als  Cftr.  rerrucota  St.  tat.  zur  An'«icht  erhalten  habe.  Dasselbe 
erreicht  etwa  die  I^ngc  einer  massigen  Chr.  sealaris  4 ''4'".  und 
gleicht  dorcb  den  etwas  breiter  und  flacher  pewölbten  Körper  auch 
mehr  dieser  Art,  als  der  ' /«r.  philadelyhxca  und  ihren  Vcrw.ind- 
fen.  K«»pf,  I'uhbr.  H- inc  und  I'nter>fiie  -«ind  einfarbip  rostroth, 
HalsschdH  nnd  I>e«k*childo  bleiehgrlb,  und  das  Thicr  macht  des- 
halb zuerst  den  I'.indnick  eine--  unau«>pcfarbten  KAfers,  welcher 
Annahme  aber  die  rein  rostrothc  Färbung  der  Fnterscite,  die  toI- 
lige  Aasfärbtu)g  aller  Körpertheile ,    und   die    eben  so  reine  Zeich* 


266 

nung  der  Flügeldecken  widerstreitet.  Die  Mitte  des  Halsschilds 
zeigt  sich  leicht  und  verwaschen  bleich  roströthlich  gewölkt,  eben 
so  ist  das  Schildchen  und  eine  sich  auf  und  jederseits  der  Naht 
erstreckende,  durch  ihre  Begrenzung  die  Bindengestalt  der  Chr. 
spiraeae  wiederholende,  vorn  ebenfalls  dreitheilige  Längsbinde 
bleich  roströthlich ;  ausserdem  aber  zeigt  jede  Flügeldecke  mehr 
als  20  rein  schwarze,  glänzende,  theils  rundliche,  theils  längliche 
warzenartige  Fleckchen,  nicht  auf  beiden  völlig  gleich,  an  Grösse 
wenig  verschieden,  aber  reichlich  so  kräftig  wie  bei  den  am  stärksten 
gezeichneten  Stücken  der  Chr.  philadelphica,  nur  ohne  die  linien- 
förmigen  Längsflecken,  welche  bei  der  letztgenannten  Art  stets  vor- 
handen sind.  Die  Punktirung  des  Ilalsschilds  ist  auf  dem  Mittel- 
felde ziemlich  fein  und  zerstreut,  seitlich  gröber  und  dichter;  die 
der  Deckschilde  stellenweise  ausgerissen,  und  dadurch  der  Zwischen- 
grund, besonders  gegen  die  Naht  hin,  runzlich  zerschnitten.  Man 
kann  die  Art  diagnosiren  als 

8  b.  Chr.  verrucosa  St.  Ovata  convexa  pallide  flava, 
capite  antennis  corpore  subtus  ferrugineis,  elytris  maculis  numero- 
sis  nigris.     Long.   474'". 

Missouri.     Mus,  Sturm. 

B. 

Auch  die  dieser  Gruppe  angehörenden  Arten  sind  von  Hrn. 
Chevrolat  zu  einer  eigenen  Gattung  Zygogramma  erhoben  wor- 
den, welche  nach  Erichson  (Col.  Peruan.  in  Wiegm.  Archiv 
1847.  S.  157)  sich  „Ungue  infra  fortiter  unideniato ,  unguiculis 
contiguis""  auszeichnen  soll.  Ich  finde  jedoch  wenigstens  bei  den 
Nordamerikanischen  Arten,  welche  von  den  Catalogisten  hierher 
gebracht  worden  sind,  diese  Merkmale  nicht  in  solcher  Weise  be- 
stätigt, dass  sich  darauf  wirklich  eine  durchgreifende  Gattungsver- 
schiedenheit begründen  Hesse.  Das  bei  den  verschiedenen  Arten 
je  nach  Grösse  der  Exemplare  und  anderen  anscheinend  zufälligen 
Umständen  in  sehr  verschiedener  Ausbildung  vorhandene  Krallen- 
zähnchen  ist  eigentlich  nur  eine  zahnartige  Erweiterung  des  unte- 
ren Randes  der  Oeffnung,  in  welche  unten  am  Krallengliede  die 
Gelenkköpfe  der  Krallenhäkchen  eingefügt  sind;  ich  finde  es  bei 
Chr.  exclamationis  sehr  klein,  bei  Chr.  hybrida  und  elegans  kaum 
bemerkbar,  wälirend  es  wieder  bei  den  meisten  Stücken  von  Chr. 
pulchra  sehr  deutlich  in  die  Augen  fällt.  Die  Krallenhäkchen  lie- 
gen allerdings  bei  Chr.  exclamationis ,  casta,  disrupta ,  pulchra 
sehr  nahe  aneinander,  aber  schon  weniger  nahe  bei  Chr.  hybrida, 
imd  sind  deutlich  getrennt  bei  den  vorliegenden  Stücken  von  Chr. 
similis,  elegans  und  praecelsis ,  die  von  den  erstgenannten  un- 
möglich getrennt  werden  können,  und  es  lässt  sich  deshalb  vermu- 
then,   dass  auch  bei  jenen  nur  ein   zufälliges,  vielleicht   einzelnen 


267 

Arten  besonders  eigentbOmliches  AncinanderlcRen  der  KraUenhik- 
chen  ohne  eine  eifjentliche  Vt-rwachsunir  derselben  stattfinden  müpe. 
JedenfaJU  bleibt  hier  iilkIi  Manrherlei  zu  unttrsutbtn  und  festzu- 
stellen, ehe  an  eine  de6niti\i'  Begründung  ncaer  Gattungen  gedacht 
werden  darf. 

Der  Habitus  der  Arten  dieser  Gruppe  ist  im  Ganzen  sehr 
einfurniitf.  I>ie  Küfer  sind  unter  mittlerer  Grösse ,  meist  lünglich 
und  schmal,  seltener  m«  hr  kuecli^',  dabei  seitlirb  stark  zusantmeo- 
gedrürkt,  auf  oder  hinter  der  Mitte  der  Deck>childe  hoch  aufge- 
wölbt, und  von  da  ab  entweder  nach  beiden  Knden  gleichmässig 
oder  hinterwärts  etwas  stArker  abfallend,  so  dass  der  iJUigendurch- 
achnitt  des  Kor])ers  einen  gleichmfl}>äi(:  gekrtlniniten.  oder  einen 
hinten  etwas  ktlrzer  umgebogenen  Kreisabstlmitt  bildet,  und  das 
Halsschild  den  vorderen  Abfall  der  Deiksihilde  unniittellrtir  fort- 
setzt. Kinen  einiiK'ernjas.-en  ühnlithcu  Habitus  zti^'t  v^n  Arten  der 
alten  Welt  nur  eine  kleine  Gnii-i^e  von  Mittelmeers -Chrysonielen, 
weKhe  in  Kuropa  nur  durch  die  einzige  Chr.  diluta  lloffnitftjij,  in 
Nordafrika  durch  eine  grössere  Reihe  \od  Arten,  unter  denen 
Lkr.  afijiii'tiacu  Oltc.  die  bekannttste,  vertret»n  wird.  Kben  so 
einförmig,  wie  der  Hau  jener  Thiere,  ist  ihre  Färbung,  und  zwar 
braun,  oft  mit  mttalli-rhem  Schimmer,  \ou  hellt m  Kostbraun  (Chr. 
hybrida)  durch  alle  Zwi^ihenstuft-n  allmahlig  ins  Schwarzbraune 
(Chr.  eUgan»)  Obergebend.  Das  Ilalsschild  ist  einfarbig,  oder  vom 
und  seitlich  bleieh  gerandet,  die  Deck<childe  sind  bleich,  die  Naht 
und  einige  Lüngsbin<len  von  K()rperfurbe.  diese  Lüngsbiuden  aber 
meist  mit  der  Naht  oder  unter  einander  so  zusammentiiessend,  dass 
von  der  bleirhen  (iruiidfarbe  nur  der  Aussenrand  und  eine  breite 
Lflngsbinde  tibric  bleiben.  Als  die  typL<(  he  Zeichnung  kann  hier 
die  der  Chr.  ejclamotntnit  Fab.  angesehen  werden,  aus  welcher 
die  der  Chr.  kubrida,  pulchra  etc.  entsteht.,  wenn  die  erste  braune 
Binde  jcderseit.>  mit  der  Naht,  die  beidtn  folgenden  und  die  unter- 
brochene Au*seiibin<le  untereinander  zu>animentlie«sen,  wo  dann  hin- 
ter dem  abgeri""-*  nen  Kncb  d«  r  letztem  die  bii  <'hr.  jmlrhra,  umtliM 
etc.  bemerkbare  wuikelii."  lirweiterung  de>  bleichen  K.andes  zum  Vor- 
schein kommt.  .Mit  der  Zeuhnung  steht  die  SiHljitur  überall  in  ge- 
naueDi  Zaoammenh.inge,  die  braunen  Itinden  sind  überall  mit  einer 
starken  I'unktreihe  eingefa>st,  und  solche  Punktreihen  zeigen  sich  auch 
da  längs  der  Naht,  wo  die  beidt  n  untereinander  zusammengeflossen 
sind;  nach  aussen  dagegen  (in  der  vi-rlAngerten  Richtung  der  Schol- 
terbenle)  ^ind  die  breiten  braunen  Binden  mit  einer  grövseren 
Anzahl  anregclmä.'isig  tertheilter  Funkte  ziemlich  dicht  bedeckt 
Der  bleiche  Grund  ist  feiner  und  zerstreut  panktirt ,  nur  U1191 
dem  .Vussenrande  gewuhnlicli  mit  einer  regelmässigen  I^nktreibe 
besetzt. 

Wie  die  Torhergehcnde ,  so  findet  aach  diese  echt  aaeriluk 
uische  Chxysomclcnfunu  ihr  eigentlidiet  Yatcriud  *nf  dem  mittel- 


268 

amerikanisch  -  mexicanischen  Hochlande ,  und  breitet  sich  von  da 
einerseits  über  Peru  und  Columbien,  andererseits  über  das  östliche 
(erste)  Nordamerikanische  Gebiet  aus,  wo  sie  aber  vorzugsweise 
nur  dem  Süden  und  den  mittleren  Landschaften  angehört.  Von 
den  10  Arten,  deren  der  Verf.  gedenkt,  und  von  denen  7  zu- 
gleich durch  Abbildungen  erläutert  sind,  reicht  nur  die  einzige 
Chr.  elegans  bis  zum  Obersee,  über  diesen  nach  Canada  hin  aber 
keine  hinaus,  und  eben  so  wenig  ist  eine  solche  bis  jetzt  jenseits 
des  Felsengebirges  gefunden  worden. 

9.  Chr.  exclamationis.  Ovata  ferruginea,  thorace 
üavo-marginato ,  elytris  pallide  flavis,  vittis  quatuor  nigris, 
tertia  abbreviata,  quarta  interrupta.     Long.  3V2'". 

Fabr.  El.  1,435.     Oliv.  Ins.  91,530.  tab.  6.  fig.  81. 

Aus  den  südlichen  Staaten  und  Kansas, 

Kopf  rostroth,  Vorderrand  des  Halsschilds  gelb,  Flü- 
geldecken bleichgelb,  die  Naht  und  4  Binden  rostroth,  von 
denen  die  erste  und  zweite  den  Hiuterrand  nicht  erreichen, 
und  die  dritte  niit  der  vierten  am  Vorderrande  zusammeu- 
utösst.     Unterseite  und  Beine  rostroth. 

Die  Angaben  des  Verfs.  stimmen  hinsichts  der  Färbung  nicht 
völlig  mit  den  mir  vorliegenden  Stücken  überein.  Bei  diesem  sind 
Kopf  und  Beine  rostroth,  die  Unterseite  und  ein  grosser  hellkreis- 
förmiger Hinterfleck  des  Halsschilds,  der  auch  dessen  Seitenrand 
von  den  Hinterecken  ab  licht  lässt,  chokoladenbraun ,  und  eine 
gleiche,  zuweilen  noch  etwas  dunklere  Färbung  zeigt n  auch  die 
Binden  der  Deckschilde;  letztere  sind  aber  niemals  schwarz,  wie 
der  Verf.  (mit  Fabricius)  in  seiner  Diagnose,  aber  im  Wider- 
spruche mit  seiner  Beschreibung,  angiebt.  Seltener  ist  auch  der 
Fleck  des  Halsschilds  ganz  oder  doch  in  seinem  vorderen  Theile 
verwaschen  rostroth.  Die  Zeichnung  ist  nicht  überall  gleich.  Bald 
sind  die  Binden  schmaler,  und  dann  die  Hinterenden  der  zweiten 
und  dritten  erst  etwas  nach  aussen  und  dann  wieder  nach  innen 
gebogen  (wiewohl  nicht  so  stark,  als  OUviers  Abbildung  angiebt), 
bald  breiter,  und  dann  jene  Hinterenden  gewöhnlich  nur  einfach 
gekrümmt:  das  abgerissene  Ende  der  vierten  Binde  ist  bald  nur 
punktförmig,  bald  verlängert  es  sich  zu  einer  Schräglinie,  die  dann 
zuweilen  unter  einem  hinterwärts  stumpfen  Winkel  mit  der  dritten 
Binde  zusammenstösst,  und  dadurch  die  winkelförmige  Erweiterung 
des  Seitenrandes  bei  Chr.  pulchra  und  deren  nächsten  Verwandten 
abgrenzt.  Bei  einem  Stücke  im  Mus.  BeroL  ist  sogar  die  dritte 
Längsbinde  der  linken  Flügeldecke  dicht  vor  dem  Hinterpunkte 
der  vierten  Binde  unterbrochen,  und  dem  auch  die  Gestaltung  der 
betreffenden  Punktreihen   entsprechend.     Kleinere  Exemplare    er» 


ZW 

reichen  kaum  finc  I.üntre    von    3'".     Oliviert  Beschreibung  dieser 
Art  (Knt.  V.  530.  n.    11)  ist  in  jt-dcr  Beziehung  treffend. 

li».  Chr.  castju  Ovata  ohscure  ferrii^'inea,  thorace 
protuiule,  sparsiin  imiictafn,  clytri.s  pallide  flavis  sparsini 
punctatifl,  sutiira  Iin(-i.>«quc  tril)us  ])nncti.s  subtilioribus  nota- 
tis,  cpipleuris  hrunncis. 

KanxaK  und  Illinmf,  die  Stücke  aus  dieser  letzteren 
Gegend  von  Hrn.  li.  Kmnicott  gesannnelt. 

Der  Kät\r  ist  der  <'hr.  jmlrhra  nahe  verwandt,  aber 
bei  die.ser  sind  die  äusseren  Binden  gewöhnlieh  zn  einem 
breiten  Streiten  zusannnengeflossen;  bei  Chr.  cuxta  sind  die- 
selben schmal,  und  die  der  Naht  zunäehstliegende  tlicsst 
mit  der  h'tzteren  erst  hinter  der  Mitte  zusammen. 

I>iesc  Art  scheint  zu  den  seltensten  zu  pohören ;  sie  fehlt 
ohne  Ausnahme  in  allen  von  mir  ver^'lichenen  Sajnmlunpen,  und 
ich  selbst  besitze  von  ihr  nur  zwei  Kxemplare,  welche  von  Schrö- 
der in  Jlltnoig  (also  in  einer  von  der  von  dem  Verf.  anpepebenen 
Heimatsland«chaften  des  Thieres )  gesammelt  und  von  Herrn  Dr. 
Mombach  mir  treundlicli<t  übei  lassen  worden  sind.  Hiernach  kann 
ich  zunächst  die  von  dem  Verf.  vergessene  CJrössenanpabe  dahin 
ergänzen,  dass  der  Käfer  die  Länpc  einer  kleinen  oder  mittel- 
mftssippn  Chr.  jmlchra  (2^l^  —  2-3'")  erreicht;  eben  so  ist  er  der 
letztpenannten  Art  in  Habitus  und  Umriss  so  ähnlich,  dass  die 
von  dem  Verf.  pebrauchte  Bezeichnung  des  letzteren  ('„oia/'y  als 
unpcnau  zu  beseitigen,  und,  wa.s  auch  die  Abbildunp  tip.  b  bestä- 
tigt, durch  da.s  bei  ihr.  pnlchra  angewandte  „rnunded'"  zu  er- 
setzen ist.  Auch  die  Färbung  und  Zeichnmig  gleicht  der  der  ge- 
nannten Art,  nur  ist  die  breite  Aussenbindc  der  letzteren  ihrer 
ganzen  Länge  nach  bis  auf  die  einander  berührenden  Hinterenden 
durch  rimn  lichten,  nicht  punktirten  Zwischenraum  gespalten.  Die 
breite  Nahtbinde  Irhnt  sich  bei  einem  jener  Kxemplare  ihrer  gan- 
zen Länge  nach  an  den  Nahtsaum,  vie  bei  (  hr.  pulchra,  bei  dem 
andern  zeigt  sich  »li-r  breit«-  Haum  zwischen  dem  ersten  Tunkt- 
streifen  und  der  Naht  auf  seiner  vorderen  Hälfte  venva5chen  ge- 
bräunt ,  nicht  so  dunkel  wie  die  nu.sserhalb  jenes  I^unkt.streifens 
liegende  Binde,  aber  auch  nii  ht  so  kJar  wie  der  Obrige  weisse 
Grund  erscheint ,  und  <lie  Abbildunff  dt»v  Verf.  es  darstellt.  Eben 
so  ist  dif  Punktimn?  des  HaNsrhilds  und  der  Klügeldecken  mit 
der  von  Chr.  pul«  hra  übereinstimmend,  soweit  nicht  der  lichte 
Zwischenranm  der  beiden  I^ängst inden  eine  Abweidnnig  bedingt; 
und  da  nun  Kxemplare  von  Chr.  pulchra  mit  einem  feinen  lichten 
Spaltfleck  auf  der  breiten  Seitenbinde  nicht  eben  zn  deu  Selten» 
heiten  gehören,  andererseits  aber  b<  i  einem  meiner  Stücke  der 
Chr.  Costa  sich  vorn  auf  der  rechten  Klügeldecke   ein   lichtes  Zn- 

19 


270 

sammenfliessen  der  beiden  Binden  zu  bilden  anfängt,  so  hege  ich 
gegen  die  Selbstständigkeit  dieser  Art  noch  einigen  Zweifel,  wenn 
ich  mir  gleich  bei  der  unzureichenden  Zahl  der  vorliegenden  Exem- 
plare kein  bestimmtes  Urtheil  darüber  gestatten  mag. 

11.  Chr.  conjnncta.  Ovata  coiivexa  ferruginea, 
thorace  sparsim  pimctato  flavo  basi  macula  lata  ferruginea, 
elytris  pallide  flavis  siitura  lineisqne  tribiis  ferriigiueis,  prima 
postice  cum  sutiira  confluente,  secunda  et  tertia  postice  con- 
nexis,  linea  abbreviata  humerali.     Long.  2-lz'"- 

Kansas. 

Der  Chi-,  e.vclamationis  verwandt,  aber  kleiner,  Kopf 
und  Halhscbild  glänzender,  weniger  punktirt,  die  zusammen- 
hängenden Binden  hinterwärts  kürzer,  und  kein  Seitenpunkt 
neben  der  Mitte,  auch  die  Epipleuren  nur  am  äussersten 
Rande  rostrotb. 

Einen  mit  den  Angaben  des  Verfs.  vollständig  übereinkom- 
menden Käfer  kenne  ich  aus  eigener  Anschauung  nicht.  Nach  der 
Abbildung  steht  er  gewissermassen  in  der  Mitte  zwischen  der  vor- 
hergehenden und  der  Chr.  exclamationis ;  mit  letzterer  hat  er  die 
längliche  Gestalt,  die  Zeichnung  des  Halsschilds  und  die  abge- 
kürzte Schulterlinie,  mit  Chr.  casta  die  vorn  jederseits  sich  von 
der  Naht  ablösende  Rückenbinde  und  die  beiden  hinterwärts  ver- 
kürzten Seitenbindeu  gemein,  die  sich  mit  ihren  Enden  zusammen- 
schliessen,  ehe  sie  die  Spitze  erreichen.  Ausserdem  zeigt  die  Ab- 
bildung (fig.  9)  noch  in  der  Verlängerung  der  inneren  Seitenbinde 
einen  vereinzelten  Punkt  an  der  Spitze,  dessen  die  Beschreibung 
nicht  gedenkt. 

Aus  dem  Mus.  Mühlenpfordt  erhielt  ich  dagegen  einen  Kä- 
fer aus  Mexico  zur  Ansicht,  welcher  mit  der  von  dem  Verf.  be- 
schriebenen Art  entweder  nahe  verwandt  ist,  oder  von  derselben 
nur  eine  dunklere  Form  bildet.  Derselbe  weicht  von  der  Beschrei- 
bung des  Verfs.  nur  dadurch  ab,  dass  die  Farbe  von  Kopf,  Unter- 
seite und  Beinen,  des  Hinterflecks  auf  dem  Halsschilde  und  der 
Binden  auf  den  Flügeldecken  nicht  „ferruginous",  sondern  dunkel 
metallisch  schwarzgrün  ist,  dass  der  an  seinen  Rändern  allerdings 
brandig  gebräunte  Hinterfleck  des  Halsschilds,  sowie  es  die  Ab- 
bildung, nicht  aber  die  Beschreibung  angiebt,  vorn  in  der  Mitte 
bis  zum  Vorderrande  überfliesst,  daselbst  jedoch  noch  ein  paar 
verwaschene  trübgebräunte  Mittelflecke  übrig  lässt,  und  dass  end- 
lich, w^ährend  übrigens  die  Zeichnung  der  Deckschilde  auf  das  Ge- 
naueste der  Abbüdung  und  Beschreibung  des  Verfs.  entspricht,  von 
der  inneren  der  beiden  hinten  zusammenhängenden  Binden  das 
Vorderende  als  ein  vereinzelter  Fleck  abgerissen  ist.  Von  diesen 
Abweichungen    könnte    höchstens    der    Verschiedenheit    der   Farbe 


271 

i'inipr  IU«dnitin»if  boij;pmp>sen  wrrdtii;  oh  dipsclhc  abrr  liinrricho, 
das  Thier  als  »«Ine  eiemc,  '^'wh  zu  f'hr.  eonjuncta  ptwa  wie  ihr. 
»ignata  r.\x  f'fir.  ncolari«  vj-rlialtPiid**  Art  zu  ht'trarlifcij,  odr-r  ob 
dip^cnM»  als  rinr  südüHic,  viollpirlit  als  dir  iininiale  Form  der  Chr. 
eonjunrfa  mit  diT  kt/tproii  /»  vrrciniffrij  «ri.  wird  sirli  ohne  Vcr- 
ffleioh  oinrr  Mohrzahl  von  Stücken  beider  Können  nicht  entschei- 
den lassen. 

Sehr  nahe  nnt  dem  oben  hc<*chri«'benen  Mexieanisehen  Käfer 
verwandt  und  im  Mus.  Mühlmp/nnit  mit  ihm  ah  VarietAt  ver- 
bunden, aber  m.  K.  v(»n  ilim  vei-schieden  ist  eine  Art,  die  ich  auch 
ans  dem  Mus.  d'crmar  als  (.'hr.  stofata  firm,  zur  Ansicht  erhalten 
habe.  Sie  verhalt  sich  zu  der  K'enannten,  wie  Chr.  phtladelphica 
/u  Chr.  npiraeae ,  d.  h.  die  Nahtbinde  ist  bei  ihr  der  panzen 
l,ftnf:e  nach  in  drei  vereinzelte  T,:iii(r>«linien  Respalten,  deren  seitliche 
meist  seh(m  im  letzten  Drittel  der  I.ilnire  filr  «ich  ansliinfen;  ausser- 
dem aber  erreiiht  auf  »lern  Hajsscliilde  der  vordere  Theil  «los  Hin- 
terfleeks  den  Vonlerrand  iiiclif .  uml  dieser  Fleck  zeipl  innerhalb 
seiner  mittleren  Fnveiterum;  zwei  deutliche  neben  einander  liegende 
ffolbliche  Fleckchen,  die  bei  dem  (lermar'schen  K\cniplaro  sogar 
deutlich  mit  der  heilen  (irundfarbe  zu«animenh;inireM.  I)ie  Anzahl 
der  vereinzelten  llinterfl»»  kehen  vor  der  Spitze  der  Flli-'eldecken 
ändert  von  1 — -H;  bei  einem  Stücke  stöbst  das  Vordi  rende  des 
jn"ftssten  mit  dem  Hinter«  nfle  der  inneren  Seitenbinde  zn-ammcn 
und  bildet  pleich»am  eine  Verlilntjeruntr  derselben;  bei  einem  an- 
dern ist  jene  Binde  auf  der  linken  FIfleeldeeke  in  drei  vereinzelte 
Stücke  auffzelost,  deren  hinterstes  mit  dem  Hinterrande  der  ünsse- 
H'n  Binde  zu  einem  Haken  zu.sammentrifft.  Kin  glti(  hfalls  Mexi- 
canisrhes  Stück  dieser  Art  im  Mus.  fiarmst.  hat  pechbniune  Knie, 
Schienen  und  Fu--j:lieder,  und  dies  scheint  für  die  Veründerlicb- 
keit  «ler  F'iirbung  dieser  Theile  auch  bei  Chr.  eonjuncta  zu  spre- 
chen.    Die  (irOsso  il'-r  Chr.  stolata  ilndert  ab  von  S"',  — 3Vi"'. 

12,  Chr.  disrupta.  Kotunda  convexa  nipricans, 
thoraeo  presse  |tnnetato,  elytris  |>jillidi'  llavis,  sulura  vitta 
juxta  stituratn  linei«<|ne  trihua  antiee  abbrcviatis  et  punctis 
subinarpinalibus  nigrn-  aenei-      \.'<\v:^.  L"  ^ — ".'" 

I.ouininna   lind    Kan*a». 

Von  iihnlieher  (Jcstalt  \m.  uu;  vorher^;«  n-nu»  n .  antr 
von  ihnen  versebieden  durch  die  Interhrechuni:  der  inneren 
Mittelltjnde ,    welche    «ich    hinten    mit    den    '  i    etwa» 

l;in;:eren  n erbind«  t:   die  äus.«iercn  hinteren   i  ii  lie::en 

genau  in  der  Vcrlangcninp:  der  äusseren  abgekürzten  ßinde. 

Die  abgekürzte  .\a<isenbinde  i.st  in  der  Abbildtuig  (fig.  10) 
vor-'ssen  worden,  sie  beginnt,  wie  die  zweite,  auf  der  Schtdter- 
beni'  und  lehnt  sich  mit  dem  Vorderrande  au  die  zweite  an,  wie 


272 

bei  Chr.  exclamafionis ,  bricht  aber  am  ersten  Drittel  der  Flügel- 
deckenlänge ab,  und  setzt  sich  hinterwärts  in  jeder  Richtung  durch 
einige  vereinzelte  Punkte  fort,  deren  erster,  grösserer  dem  abge- 
rissenen Punkte  der  genannten  Art  entspricht.  Die  erste  der  drei 
Seitenlinien  ist  keineswegs  stets  unterbrochen;  ich  habe  ein  Stück 
aus  dem  Mus.  Germar  vor  mir,  bei  dem  nur  deren  Gestalt  auf 
der  rechten  Flügeldecke  der  Abbildung  und  Beschreibung  des  Vfs. 
entspricht,  während  auf  der  linken  sich  jene  Binde  nach  vorn  so 
weit  fortsetzt,  dass  sie  mit  ihrem,  der  Regel  nach  abgerissenen 
Vorderende  zusammenhängt.  Auch  zeigt  sich  in  der  hinteren  Ver- 
längerung dieser  Binde  dicht  vor  der  Spitze  ein  vereinzeltes,  in 
der  Abbildung  nicht  ausgedrücktes  Längsfleckchen. 

13.  Chr.  hybrida.  Ferruginea,  elytris  pallide  fla- 
vis  vitta  lata  suturali  et  discoidali  ferrugineis,  hac  anguste 
fissa,  parte  inferiore  angustiore.     Long.  4'", 

Say  J,  Acad.  3,449. 

Südliche  Staaten  und  Nebrasca. 

Körper  eiförmig,  Halsschild  unregelmässig  und  an  den 
Seiten  gröber  zusammenfliessend  punktirt,  Schildchen  ohne 
Punkte,  hinten  zugerundet;  Fühler,  Beine  und  Unterseite 
rostroth.  Die  Zeichnung  ist  sehr  veränderlich;  bei  einem 
Stück  aus  Nebrasca  ist  die  Binde  dreitheilig,  der  erste 
Theil  mit  dem  zweiten  am  Vorder-,  der  2te,  gebogene,  mit 
dem  äusseren  am  Hinterrande  zusammenhängend;  dieser 
äussere  vorn  sehr  schwach. 

Die  grösste  Art  der  ganzen  Gruppe,  deren  Habitus  die  et- 
was zu  schmal  gerathene  Abbildung  fig.  11  nicht  genau  ausdrückt, 
indem  in  dieser  der  äussere  Zweig  der  breiten  Mittelbinde  nicht 
breit  genug,  und  der  hinterwärts  etwas  verbreiterte  Körper  zu 
sehr  verengt  erscheint.  Characteristisch  für  die  Zeichnung  der  Art 
ist  die  rautenförmige  Erweiterung  des  gelben  Rückenstreifs  an  der 
Wurzel  der  Flügeldecken,  welche  die  Abbildung  sehr  gut  aus- 
drückt; in  dem  Hinterende  dieses  Streifchens  zeigt  eins  der  vor- 
liegenden Stücke  noch  eine  feine  schmale  abgekürzte  Längslinie 
hart  vor  der  Spitze.  Der  schmale  lichte  Spaltfleck  ist  gewöhnlich 
kürzer,  als  ihn  die  Figur  zeigt,  indem  er  sich  nach  vorn  früher 
schliesst,  ohne  in  einen  so  schmalen  linienförmigen  Zipfel  auszu- 
laufen, wie  er  bei  der  von  dem  Verf.  abgebildeten  Form  zu  sehen 
ist.  Uebrigens  möchte  die  Färbung  des  Körpers  eher  durch  ru- 
fous  als  durch  ferruginous  zu  bezeichnen  sein. 

Ich  glaube  nicht  zu  irren,  wenn  ich  in  dieser  im  Mus.  Ger- 
mar als  Chr.  pulcherrhna  Dej.  bezeichneten  Art  die  von  Fabri- 
cius  und  Ol  i  vi  er  aus  dem  Mus.  Banks  als  Species  incertae  patriae 
beschriebene  und  seitdem  verschollene  Chr.  lunata  erkennen.     Die 


9T8 

von  I'abricius  in  dor  Ijit.  SysU  (regcbcne  Diagnose:  „6".  ovata 
/errutjinea  ,  elijtrm  inar.finr  rtlla  lata  rertti»  sutnram  lunitlaquS 
mfdia  jlaruntilUnix'-,  und  (lif  liinzUv'«'füRt<'  Hcsihrt'iblinn :  sJJ'jlra 
inaryine  exteriori,  vilta  lata  rrriiuÄ  futurain,  t/nae  postic  cum 
maryine  extrriori  coit ,  luuulaque  media  tntrr  manjinein  it  vittam 
jlaricaHiibux'%  sowie  «lic  wöiUicIic  Wiederholung  der  ersteren  in 
dem  SysU  Kleuth.  (wo  nur  dir  Ikifüjsnink'  des  Citat-s  ans  der  Knt 
Sj^t.  v<^rKe>sen  worden)  passen  genau  auf  den  vorliegenden  Käfer, 
wenn  nuin  die  rotlie  tirundfarbc  des  Körpers  zugleich  als  (Inind- 
fajbo  der  l'liigeldteken,  und  dt-rtii  weisse  F.irbung  als  die  Zeich- 
nung betrachtet,  die  alsdann  den  i^eitenrand,  eine  mit  diesem  an 
der  Spit/e  zusainnieutrefft  nden  I-angsbinde  u>id  den  von  J\tl>rtcius 
als  Möndchen  bezeichneten,  nach  der  Naht  zu  tlach  convexen 
Spaltflerk  bildet,  oln-iers  zum  Tlieil  von  V.  entlohnte  und  von 
gleicher  Auffassung  der  Farbenvertheilung  aiL-^gehende  iJest  hreilmnp 
iit  eben  so  treffend;  er  bezeichnet  den  Spaltlleck  richtig  als  „ujif 
lache  en  croissani",  d.  h.  als  Mondsichel,  und  gedenkt  auch  eini- 
ger Punk tst reifen,  die  sich  in  der  Nahe  der  Naht  ausser  der  un- 
regelmiissigen  (den  breiteren  Theil  der  rothen  Hinde  nussenseiLs 
des  SpaltHerks  einnehmenden)  I'unktirung  bilden.  Die  beigefügte 
Abbildung  ist  zwar  roh,  drückt  aber  doch  die  Fiirbung  und  Far- 
benvertheilung des  Käfers  gut  aus,  und  zeigt  nanientlith  an  der 
Wurzel  der  Flügeldecken  auch  die  tcki^-e  Krweiterung  des  weissen 
LÄJigsstreifs,  die  oben  schon  als  characteristiseh  lur  die  vorliegende 
Art  hervorgehoben  worden  ist.  Der  Name  derselben  ist  hiernach 
in  Cltr.  lunaia  J'ab.  zu  .Indern,  und  sind  demselben  die  Citate 

Fab.   Knt.  Syst.  I.   lilH.  n.  öO.    Syst.   Fleuth.  I.  435.U.  74. 
Oliv.  Knt.  V.  .'■>17.  n.   19.  tab.  6.  lig.   75. 
hei/uftJKcn. 

14.  Chr.  incisa.  Ovata  mtiindata  aonco-fi'rrnf:int\T. 
thoracc  grosse  pnnetatn.  elytris  pallide  llavis,  vitta  lat.i 
«tntnrali  antice  alihreviata  diseoidaliqne  .ul  luinierinn  aiij;n- 
Rliure,  et  puncto  parvo  basal!  et  .luieali  iii:,'r'>  brunneis,  epi- 
plcnri«  übscuris.     Long.  2^!i'" 

Ein  Exemplar  atis  Kani^a*. 

Von  der  (lestnlt  und  ftrüssc  der  r/.r.  ynlchnt.  jiber  die 
l'unktirung  der  dunkeln  Hinile  und  cler  Ausscnreihen  deut 
lieber,  und  die  (M'.Htall  der  Binden  verschieden  I>ie  Nalit- 
hinde  reicht  nicht  Im.h  zur  Wurzel,  «einderu  ist  an  «lern,  wi-^ 
gewidinlich,  dunkel  ;:enirhten  Sehildchen  abgestutzt  und  am 
Heginn  den  b-tzten  Urittei«  plöl/.lieh  bis  zur  Spitze,  hin  et- 
was erweitert  I)ic  Anssenbiiulc  ist  eipentlieh  ein  »ehr  hrei 
ter,  auf  ^ ,  der  KlllgeldeekenlÄnpe  austredehnter  liüngsfleek. 
nach    beiden  Enden   zu    verbcbnuilert,   mit   dem    Inncuraudc 


274 

heransg-ebogen^  und  aussen  gegen  die  Mitte  hin  massig  aus- 
gebuchtet. 

Ich  kenne  diese  Art  nicht  und  liabe  deshalb  nur  zu  bemer- 
ken, dass  die  vorstehende  Besclireibung  mit  der  Abbildung  fig.  12 
nicht  überall  stimmt.  Die  Nahtbinde  zeigt  ausser  der  in  der  Be- 
schreibung erwähnten  zackigen  Erweiterung  noch  eine  zweite 
schwächere  zwischen  jener  und  der  Spitze,  ausserdem  in  der  hin- 
teren Verlängerung  der  Seitenbinde  noch  einen  verloschenen  Längs- 
fleck, und  die  kurze  aber  tiefe  Ausbuchtung  am  Aussenrande  jener 
Binde  liegt  nicht,  wie  man  aus  des  Verfs.  Worten  schliessen 
möchte,  in  der  Mitte  der  Binde,  sondern  nahe  vor  deren  Hinter- 
ende, etwa  in  der  Mitte  des  Seitenrandes  der  Flügeldecken  selbst. 

15.  Chr.  pulchra.  Rotundata  nigro-aenea,  elytris 
pallide  flavis,  sutura  et  vitta  lata  dorsali  obscure  -  aeneis. 
Long.  23/, -3'". 

Fab.  El.  1,425.  Oliv.  Enc.  Metb.  5,693.  Fabr.  Ent. 
Syst.  1,313,27.  Coqueb.  IIL  Ins.  3,123.    Seh.  Syn.  Ins.  2,240. 

Minlere  und  südliche  Staaten. 

Körper  eiförmig,  zugerundet,  das  Halsschild  grob 
punktirt,  das  Schildchen  schwarz,  wodurch  die  Nahtbinde 
bis  an  das  Halsschild  verlängert  erscheint;  die  Flügeldecken 
bleich  gelb,  an  der  Naht  und  den  Binden  punktirt,  aber 
mit  dieser  Punktiruug  weder  Wurzel  noch  Spitze  erreichend. 
Der  Aussenrand  der  Binden  ist  schwach  und  stumpf  ausge- 
buchtet. Die  letzteren  selbst  sind  manchmal  durch  eine 
liebte  Linie  gespalten,  und  mögen  zuweilen  sogar  in  zwei 
Binden  getheilt  sein.  Bei  einem  anderen  Exemplare  fliessen 
die  Naht-  und  Mittelbinde  in  einander.  Fühler,  Beine  und 
Unterseite  schwarzbraun. 

Diese  Art  ist  so  bekannt,  dass  sich  zu  derselben  kaum  et- 
was zu  bemerken  darbietet.  Der  metalhsche  Schimmer  auf  den 
dunkleren  Theilen  der  Oberseite  ist  nicht  bei  allen  Stücken  in 
gleicher  Stärke  vorhanden,  und  bezeichnet  wahrscheinlich  eine  hö- 
here Stufe  der  Ausbildung;  von  Varietäten  kenne  ich  ausser  den 
von  dem  Verf.  bereits  erwähnten  Stücken  mit  einem  hellen  Spalt- 
fleck in  der  Mitte  oder  auf  der  hinteren  Hälfte  der  braunen  Sei- 
tenbinde nur  eine  im  Mus.  ßerol.  vorhandene,  bei  welcher  die 
Hinterenden  der  Seitenbinden  in  einer  breiten  Krümmung  mit  ein- 
ander und  der  Nahtbinde  zusammentreffen.  Die  Seitenbinden  ver- 
rathen  ihren  Ursprung  aus  je  zwei  zusammengeflossenen  Binden  in 
der  Regel  durch  eine  mehr  oder  weniger  tief  eindringen«ie  Aus- 
randnng  an  ihrem  breiten  Vorderende,  deren  Verlängerung  bis 
zum  Spaltfieck  jene  ursprüglich  getrennten  Binden  wieder  herstellen 


275 

ward«'.  l»c'r  Verf.  virinutbct  auch  das  Vurliaiiilensiiii  ciinT 
sokluii  Fumi,  ist  abtr  iiiclit  auf  dm  Oodanken  gekommen,  dass 
dit'Sflbo  in  seiner  Chr.  casta  M-rborgen  sein  möge.  Au^i^oidem 
ist,  was  fUr  die  IntiTscliciilung  von  der  folgenden,  viel  ».eltenenii 
Axt  von  NVii hügkeit ,  der  breite  umgescblagene  Hand  der  I'lügel- 
dcrkcn  bleich,  aber  sowohl  von  der  äusseren  als  der  inneren  Kante 
scharf  braun  ges.lunit,  so  dass  bei  nicht  genauer  Betrachtung  die 
Deckselülde  braun  gerandet  erscheinen.  I)ie  Synonyniie  des  Vfs. 
ist  mangelhaft.  In  der  Emyclop.  (V.  h^',\)  hat  (^liiier  den  Käfer 
unter  dem  Namen  Clir.  suturalis  besehrieben,  welcher  frülur  (in 
dem  Syst,  Ent.)  auch  von  Fnbriciu/;  gebraueht  worden  war.  Da- 
gegen hat  ihn  (Hivier  in  der  Knt.  V.  r)2G.  n.  33  unter  dem  Na- 
men Chr.  pulchra  sehr  gut  beschrieben,  und  die  d;u£U  gehörige 
Abbildung  tab.  2.  fig.  27.  ist,  wenn  auch  etwas  -«teif  gerathen, 
doch  so  kenntlich,  dass  aus  ihr  ein  Grund  für  die  Weglassung  die- 
ses Citats  nieht  entnommen  werden  kann.  Dasselbe  ist  daher  oben 
Doch  nachzutragen. 

ir».  Chr.  siiuilis.  Ovata  (ihscurc  aenea,  elytris 
|)allidc  flavis,  sutura  vittacinc    lata  dorsali   ohscurc    aencis. 

Mittlere    und   südliche  Staaten. 

Diese  Art  untcrsclicidct  sich  vcm  der  vorbcrprehcnden 
durch  den  l'niriss;  sie  ist  vollknmnien  eitVtnniir,  wälircnd 
jene  rund  ist,  auch  ist  die  Ausltuclituiig  der  Hinde  in  der 
Mitte  ihres  Aussenrandes  plötzlicher  eintretend  tnul  mehr 
winkelig'. 

Den  llauiitunterschieil  dieser  und  der  vorhcrpohonden  .\rf 
bietet  allerdings  der  l'mri-is  dar,  indem  bei  Stüekt-n  von  gleicht  i 
Breite  die  vorlieu'ende  um  fast  •  4  hinger,  daher  auch  weniger 
buckelig  und  nach  vorn  Hacher  abfallend  erscheint.  Es  fehlt  je- 
doch auch  nicht  an  anderen  Abweichungen;  so  ist  die  Seitenbinrje 
verhaltni>smA.ssig  schmaler ,  nach  von»  mehr  verschmälert ,  daselbst 
abgerundet  und  ohne  die  bei  Chr.  pulchra  ««tets  bemerkliche  .Au-«- 
randung,  ol>wohl  die  Abbildung  fig.  C!  eine  >;nlehe  angiebt ;  die 
äussere  Seiteidmcht  i-t  ^t  hnialer,  aber  tiefer  eingreifend,  die  Naht- 
bindc  verläuft  sich  der  Spitze  zu  in  einen  schwachen  Nahtsaum. 
und  der  ganze  umgeschlagene  Kand  der  Flflgeldecken  i^t  einfarbig 
braun.  In  der  Kärbong  des  Kr)rpers  tindo  ick  keinen  Cnterschicd. 
und  würde  sie  bei  beiden  Obereinstimmend  aN  bruunro-aenra  be- 
zeichnen. Cebrigens  Ändert  auch  dirso  Art  ab  mit  einer  feinen 
hellen  Spaltlinie  auf  der  hinteren  Hälfte  der  Seitenbinde. 

Der  im  Allgemeinen  hcltene  Käfer  scheint  mehrfach  mit  Chr. 
pulchra  verwechselt  zu  werden.     Ich  erhielt  ihn  unter  diesem  Na- 


276 

men  zugesandt,  fand  ihn  ebenso  im  Mus.  Mühlen2ifordt  bezeichnet, 
und  im  Mus.  Berol.  mit  der  ecliten  Chr.  pulchra  vermengt. 

17.  Clir.  praecelsis.  Ovata  couvexa  ferruginea, 
thoraee  flavo-marginato,  elytris  pallide  flavis  subtiliter  punc- 
tatis   [sutura  vittaque  dorsali  brnniieo-aeneis].     Long-.  3 '/.>'". 

Vom  A'ßnsöfs- Flusse. 

Das  Halsschild  auf  der  Scheibe  grob  punktirt,  mit 
schmalgelbem  nicht  punktirtem  Rande,  die  Flügeldecken  mit 
einer  breiten ,  vorn  und  hinten  verschmälerten  Mittelbinde, 
längs  der  Naht  und  dieser  Rückenbinde  feiner  punktirt. 

Die  Diagnose  des  Verfs.  ist  unvollständig,  sofern  darin  der 
in  der  Beschreibung  und  der  Abbildung  fig.  14  richtig  angegebe- 
nen Binden  gar  nicht  gedacht  ist.  Die  Art  selbst  bildet,  äusser- 
lich  betrachtet,  eine  Mittelform  zwischen  Chr.  exclamationis  und 
den  nächst  vorhergehenden,  jener  ähnlich  durch  den  Umriss  und 
den  braunen  Ilinterfleck  des  Halsschilds,  der  aber  nach  vorn  nicht 
rund,  sondern  stumpfecldg  und  dabei  zugleich  schon  grob  punktirt 
ist;  mit  Chr.  pulchra  und  deren  Verwandten  in  der  breiten  Naht- 
und  Seitenbinde  auf  den  Flügeldecken,  sowie  in  der  Ausbuchtung 
dieser  Seitenbinde  übereinkommend;  abweichend  aber  durch  die 
grobrunzlige  Punktirung  der  lichten  Theile,  gegen  welche  die  auf 
der  Nahtbinde  und  auf  dem  Innenrande  der  Seitenbinde  liegenden 
Punktstreifen  in  der  That  fein  erscheinen  Auf  dem  äusseren,  re- 
gellos punktirten  Theile  dieser  Binde  sind  die  Punkte  jedoch  eben 
so  grob  und  dicht,  als  auf  dem  bleichen  Grunde. 

Der  Name  der  Art  ist  sprachlich  falsch  gebildet  und  deshalb 
einer  Aenderung  bedürftig. 

18.  Chr.  elegans.  Ovata  aeneo  -  nigra,  thoraee 
flavo  basi  nigro-maculato,  elytris  pallide  flavis  sutura  vitta- 
que dorsali  nigra.     Long.  2'/3 — 3'". 

Oliv.  91,532.  tab.  6.  fig.  92. 

In  den  mittlere?}  und  südlichen  Statten,  auch  am  Ob/rsee. 

Kopf  schwarz ;  Fühler  schwarz ,  das  zweite  und  dritte 
Glied  röthlich  angelaufen ;  Halsschild  schM'ach  punktirt  gelb, 
jederseits  mit  zwei  zusammenhängenden  Schrägflecken  ^  de- 
ren vorderer  der  Mitte  näher  liegt,  und  einer  schwärzlichen 
Mittellinie,  wodurch  die  Gestalt  eines  umgekehrt  liegenden 
W  gebildet  wird.  Flügeldecken  blcichgelb,  schwach  punk- 
tirt, mit  einer  schwarzen  punktstreifigen  Naht-  und  RUcken- 
biude.     Unterseite  und  Beine  schwarz. 

Die  Zeichnung  des  Halsschilds,  dessen  Punktirung  ich  nicht 
als  „slightly"  sondern  eher  als  derb  bezeichnen   möchte,   ist  sehr 


277 

and  nur  Mlteii  It  teiA»  Weht^  9mfvh\\<ie\,  wie  der 
Verf.  sie  bcsrhreibt.  rrsprfinglirh  nilit  auf  tiem  ilinti'rrandc  piu 
nach  \oro  etwas  crki»;er  lliiit«>rflo<  k ,  wit'  \m  der  vorli»'rpohciid«'n 
Art;  der>elbo  ist  uIkt  nur  selten  volLstAndi»?  au>.i»ffarbt,  drr  inncr'^ 
lUam  vur  dem  Hiiilrrrandi'  d••^  IIal^^.  Lild«.  nur  mehr  oder  woni- 
)iiT  vcnÄasohen  gebräunt  i>der  «erOth«-t,  der  äus«,en»  Kand  dai^ef^pn 
dunkler,  und  \nn  der  .Mitte  au^  mit  einem  Zipfel  in  den  hintorfu 
liehteren  liaum  liint'inreiehend ,  wudureh  die  v.»n  dorn  Verf.  b«-- 
»chriebene  verkehrt  W  -  förmige  Zeichnung  enlAlelit,  yon  deren 
Mitte  aus  eben  so  oft  aueh  der  uanze  vordere  Theil  «le«;  llab- 
üchiMs  verwaMhen  jferOlhet  oder  aebrflunt  ist.  So  /.  I^  bei  ei- 
nem von  Satf  selbst  herrührenden  .stfti  ke  im  .Mn>.  (reruutr.  I>ie 
Knden  dieser  Zeiihiium^  errejehen  nieht  stets  den  llinterrand  de«. 
Hal^schilds;  manchmal  löst  dieselbe  sich  in  \erein2elte.  schlecht 
begrenzte  Flecke  auf.  und  /ulet/t  verlieren  auch  diese  ihren  Keru. 
so  da&s  Nichts  als  eine  unklar  Hulkiwe  TrUbuni;  auf  der  .Mitte  de«> 
Halsscbilds  Dbri«  bleibt.  Die  lirhte  Karbun«  der  Deck^  bilde  ist 
nicht  -«elten  rOthliih  ani^etloKen .  und  wird  deshalb  von  (titrier 
(Knt.  N.  532.  n.  14)  mit  ,yjüuHe  /oute''  und  „fulrus"  b«'zeichnet : 
übrigens  ist  die  von  diesem  Sliriftsteller  geKel)ene  Heschreibung 
■sehr  treffend,  wenngleich  auch  hier,  wie  Ixn  Chr.  lunata ,  die 
dunkle  larbung  der  Klütfeldecken  als  firundfarbe  angenommen 
worden  int.  Die  .\bbddun«  dagegen  (tab.  G.  ti«.  ;*2)  ist  ganz  und 
gar  mi&srathen ,  uu*!  tieshalb  nicbt  des  Citirens  wertlt 

Die  »ahrsibeinlitli  von  dem  alteren  MeUheimer  stummeitdeu 
A'nocAVben  Kxemplare  im  Mus.  litrol.  sind  dort  aJs  Chr.  viri/aia 
A'nocA  bezeichneL  Die  MQcke  im  .Mm»,  i.'.r,,,./,-  sind  -'n.ssf.nflnils 
Ton  Say  and  If^ni:  mitgetheiit   worden 


In  dem  .V</<Af»«irr'.srhen  Caiaioge  S.  12.{  ist  unter  Zy- 
gogramtma  ausser  der  <  Itr.  pulchra  auch  noch  die  Chr.  /ettira 
Fab.  als  Dordomerikanis«  he  Art  uu/gefbhrt  wonlen.  Ich  kenne  die- 
sen letzteren  Kftfer  nicht,  von  dem  K.  ganz  allgemein  sagt:  Halt 
tat  in  Amfrtea ,  bezweifle  «lier  nicht .  class  die  Art ,  welche  die 
Heraasgeber  jnn-««  <  aiaju!:«  i|.iriiiit>T   >  lialx'n.  «ler  gegen- 

wartigen «inipiK- wigeliure.   Vuinl«'n  Art«  I  i<Utemi  wenlen  in 

jenem  Cataloge  (."s.  iJli  nur  ninb  'Ar.  fjrcUimoitontM  l\  und  Ay- 
brida  Say  angeführt ,  und  es  bleiben  s^mach  fOr  die  angeblidie 
Chr. /titica  noch  die  ''"Ar.  exuta .  conjunrta ,  d\»ruptü,  \nci$a,  »1- 
yniH$,  praecthx»  und  elepant  tut  Auswahl  Obrig.  Falriciut  Diag- 
no««  und  Hesrhreibung  (Knt.  Syst,  I  Vi:\.  n  7<>  S\*t  KleuUi. 
I.  440.  n.    lOH»  srhlieÄson  durch    1'  t  diu 

beiden  letztgenannten  .\r1en  mit  h»  I  und 

▼erlangen  dann  auf  jeder  ntlgeldecke  drei  gelb*'  l-ini.''>'iinien.  von 
denen  die  erste  und  dritte  hiiit-  »^    ^n  mun.  r.fr,  fr.>n  sollen,   wllirend 

19« 


278 

die  mittlere  die  Spitze  nicht  erreicht:  auch  5?oll  der  vordere  Theil 
der  Naht  gelb  gefärbt  sein.  J^s  passt  dies  von  allen  jenen  Arten 
nur,  und  zwar  vollständig,  auf  Chr.  casta,  wenn  bei  dieser  der 
bleiche  Grund  als  Zeichnung,  und  das  der  Körperfarbe  entspre- 
chende Braun  der  Binden  als  Grundfarbe  ( wie  dies  F.  ebenfalls 
bei  Chr.  lunata  getlian)  angenommen  wird.  Nach  meiner  Meinung 
haben  daher  die  Herausgeber  des  M.  Catalogs  unter  ihrer  Chr. 
festica  wirklich  die  Chr.  casta  Bog.  verstanden,  und  dafür  spricht 
noch  mehr  der  Umstand,  dass  sie  ihre  Chr.  festica  unmittelbar 
mit  Chr.  pulchra  zusammengestellt,  und  ihre  Gattung  Z/jgoyrainma 
auf  diese  beiden  Arten  beschränkt  haben.  Ob  damit  aber  nun 
auch  der  echte  Fabricische  Käfer  jenes  Namens  identisch  sei,  ist 
eine  andere  Frage,  die  ich  nicht  zu  entscheiden  vermag. 
(Selduss  folo-t.) 


Camillo  Kondani: 

Chronologisches  Verzeichniss   seiner  entomologisclien 

Schriften. 

Meinem  Wimsehe,  eiu  authentisches  Verzeichniss  sei- 
ner in  vielen  italienischen  und  französischen  Schriften  er 
schienenen  eutomologiscben  Werke  zu  besitzen,  hat  der 
besonders  als  Dipterologe  rühmlichst  bekannte  Herr  Pro- 
fessor Camillo  Kondani,  Akademiker  in  Parma,  du rcli 
einen  freundlichen  Brief  d.  d.  4.  jMärz  1858  zuvorkommend 
entsprochen,  ans  welchem  ich  die  folgende  Aufzählung  ab- 
drucken lasse. 

Stettin,  im  Mai  1858. 

C.  A.  Do  hm. 


Nota  Opellarum  a  Camillo  Rondani 
evulgatarum. 

Anno 

1840.     Sopra   una   specie   di   Insetto    Dittero   —  Memoria    prima 
per   servire   alla   Ditterologia  Italiana  —  Parma  —  Donati. 
(Nota)    Pauca   exemplaria   hujus    opellae    non    reperienda, 
sed  reformatam  eam  in  lucem  edidi    1843,    in  Annali- 
bus   Societ.    Entom.    (iallicae    titulo:    Species    Italicae 
Generis  Phloeobotomi. 


279 

1840.     Sopra  aJcuni    nuovi    jteneri   d'  Insetti  Ditteri  clo.     Meuio 
ria  hWontLi  pi-r  s«T\irt*  ctr.    —    I'aruui  Doiiati. 

(NuUi)   <J|jiih(uluiii    null    rcpcriiuduiii .    sni   rcfonnatiitn    in 
diunis  Nuo\i  Aiinali  di  HuluKiia    1^15. 
ISII.      l'r«tK('tto    tli    uua    ila-sifuazionc    in    l-'aiiÜL'lif    tlcgl'    Iiisctti 
Ditleri  i'uropoi   —   Mt-muriu  Uim  ttc  —  Nuu\i  Aiiiiali  di'JI« 
Sticn/t'  iiaturali  di  IJulogna. 

(Nota)    (Ujus    cuiii|)fiidiiMn    in    iisdciii    annalibus    cvulKuvi 
lö47. 
Ib42.     Sola    sopra    uua    s|H'tit-    di  1    (icnere    Cinu'X    Sj)in.    An 
nali    di'ir    Accadenüa    dti/l"    Asjtiranti    Naturalisti    di    Napoh. 
(Nuta)  Ciincx   nidulariu-^  Hund..    vi\it    in    iiidi»   Iliriindini 
urbicao. 
]^\2.     >u\U-  diffncn/f  scssuali  di  al<  inic  ^pn  i.    ui    i  a-i.i.    .Mmn»- 
riu  iiuaita  ctr.     Aiiuali  di   liolou'na. 

1842.  Note  sur  uu  iiouvt'au  ucnii'  dlnscclo  I)i]il*re  subaptiTi-. 
Pari«.     Ma^a/in  dt*  Zuolugic. 

1843.  Osservazioni  sopra  aliuiie  lar\»'  dinsetti  Ditlori,  vivcnti 
nel  gamb«!  dei  Cercali.     Anuali  di   iJulo^'na. 

1843.  (^uattru  s|K'(-ie  di  In^if'tti  dittt-ri  propusli  t-onu'  lipi  di  gf- 
iieri  uuuvi.     Memoria  ^opta  itc.     AnnaJi  di   liologna. 

1843.  Spt'iit'N  Italica»'  ^cucris  I'ldi'ol»otonii  vic.  Fragment  uu. 
sf])timum  vU\     In  diariis  SoiiitatiN  Kntomol.  (ialliac. 

1844.  SjH'cirs  Italica  j?rneri3  Callirorae.  Pragmi-ntuni  ocLavuni 
etc.     lu  diuriis  Ann.  8oc.  Eiit.  (ialliac*. 

1844.  I'rüpo>>ta  dclle  formozioue  di  un  goncr«'  iiuovu  p<'r  duf 
speci«*  di  iiisctfi  diltni.  —  .Memoria  nona  otr.  —  Annali 
di   Hnlopna. 

1844.  (h-dinameuto  siblemalico  dei  (icneii  Italiani  devli  Insetti 
I)itt*-ri.   id.   id.  id.   (non  ronipletum). 

184.').     bpecicÄ    luücae  (ieneris  Chrysotoxi  —  Krairmeutnin  de<i- 

mum  etc.   —   AnnaJ.  Soo.  Entom.  (ialliue. 
1'^4.'>.     I>i  uua  specie  d'iu<t4tt«)  dittoni,    tlie  »i  propoue  ronn*  li)>< 

di   un   ^'enere  nuoYo  —   Nota  printa  per  scrxjre  >-U'. —  .Vnnal 

Asp.   Naturalisti   di   .Napoli. 

1845.  .Sulie  ditfrrenzf  si*3i>uali  «iille  Conopiiie  e  M)'0])ine.  — 
Memoria  unde«  ima  etr.  —   Annali  delle  .scien/e  Nat.  Hol(»giia 

184.^».  Desrri/ione  di  due  gonori  nuovi  di  insetti  ditU>ri.  —  .Me- 
morial duiKleiima  elr.    —   Annali  delle  soien/e  Nat.   {{ologiiu. 

H45.  Sul  i^enere  Xyphocem  Hrl  .Marquart.  —  Nota  MTonda 
etc.   —    .\nnal.  a^p.   Nat.   Napoli. 

1845.      Desrri/ione    di    una    nuo\a    s|H'rie    dal    (ten.   I^siopliiliim 
R.   —   Not  i  terza  etr.  —  AnnaJ.  degli  a»p.  Nat.  di  Napoli. 

1845.  (renera  italica  Conopinarum  etr.  —  KraKinentam  dorimuiu 
tertiam  etc.    —    Pari.s,     M.izin  de  Zoolofrie. 

1845.     iSpecies  nova  (ieueris  Merodontis.   —   id.  id.  id. 


280 

1845.     Nouveau  Genre  des  Diptferes  d'Italie.  —  id.  id.  id. 

1845.  Sülle  specie  Italiana  del  gen.  Merodon.  —  Memoria  decima 
quarta  etc.  —  Annali  delle  soc.  Nat.  di  Bologna. 

1846.  Compendio  della  seconda  memoria  Ditterologica  etc.  — 
Annal.  di  Bologna. 

1847.  Considerazioni  sul  genere  Mintho  di  Robineau  etc.  — 
Nota  quarta  per  servire  etc.  —  Annal.  di  Bologna. 

1847.  Estratto  con  annotazioni  della  memoria  suUe  famiglie  dei 
Ditteri  europei.  —  Annali  di  Bologna. 

1847.  Nova  species  generis  Oehterae  etc.  Nota  septima  etc.  — 
Annal.  Soc.  Entoni.  Galliae. 

1848,  Esame  di  varie  specie  di  insetti  ditteri  Brasiliani.  — 
Studii  Entomologici  Torino,  Stamperia  sociale  degli  artisti 
tipografi. 

1848.     Osservazioni   sopra   parechie   specie   di  esapodi  Afidicidi  e 

sui  loro  nemici.  —  Annali  delle  Sc.  Nat.  di  Bologna. 
1850.     Osservazioni  sopra  alquante  specie    di    esapodi    ditteri    del 

Museo  torinese.  —  Annali  di  Bologna. 
1850.     Dipterorum    species    aliquae  in  America   collectae  etc.  — 

Annali  di  Bologna. 
1850.     De    nova    specie    generis    Ceriae.  —    Nota   sexta  etc.  — 

Annal.  Soc.  Entom.  Galliae. 
1850.     Species    Italicae    generis    Eumeri    etc.      Fragm,    decimum 

sextum  etc.  —  Annal.  Soc.  Ent.  Gall. 
1852.     Nota  sopra  una  specie  di  Afide,  volante  in  numerosa  torma 

nella  cittä  di  Parma.  —  Annali  di  Bologna. 
1854.     Alcuni    cenni    snlla    tignuolu    dei    Pomati.  —  Gazzetta  di 

Parma. 
1854.     Sulla  pretesa  identitc\  specifica  dagl'  Estridi  del  cavallo.  — 

Annali  di  Bologna. 
1854.     Sugl'  insetti  creduti  produttori  della  malattia  della  vite.  — 

Gazzetta  di  Parma. 
1854.     Alcune    notizie    sul    lilugello    del    Ricino.  —    Gazzetta  di 

Parma. 

1856.  Dipterologiae  Italicae  Prodromus  Vol.  I.  —  Parma.  Stocchi. 

1857.  Dipterologiae  Italicae  Prodromus  Vol.  II.  —  Parma.  Stocehi. 


281 

Uebcr   einige  Abbildungen  in  C    Clerks  Icones 
insectorum  etc. 

\'oin   K.   I*"or»tinei«t«'r  *%  «Tin-Imrif  in   ICrfiirt. 

In  dem  vicrzchutcn  .lalir^'aii^c  (1853)  der  iStettinrr 
Entomolopischcn  Zcitiin^^  hat  il»ir  Professor  Zcller  in  Olo 
gaii  einen  schht/.h.ircn  AiU'safz  Ul)er  <lie  Ahhildun^'on  des 
obpotlachtcn  Kn])f('r\vi'rko8  vcröfTcntlidit.  Vielerlei  ist  da 
dureli  /um  Nut/.eii  dor  Wissenschaft  anf^'eklärt  worden  und 
ein  Schritt  in  der  Krkenntniss  dessen,  was  iilterc  Autoren 
und  Kllnstler  auf  dem  Fehle  der  Lepi(lopteroh)gie  pcleistet 
haben ,  vorwärts  gesehehen.  Diese  Leistungen  aber  zu 
wllrdipen  und  zu  benutzen,  ist  nicht  allein  im  IntiTesse  der 
Wissenschaft  zu  wünschen ,  sondern  auch  im  AU^'emcinen 
peziemend .  damit  S(»  die  Wirksamkeit  der  Vorfahren  zur 
allpemeincn  Anerkennung  gelan^'c  und  l'est/j:estellt  werde, 
welche  Leistungen  jeder  Zeit  und  jeder  Nation  angehören 
und  so  dem  oft  vorkommenden  l'ebelstande  vorgebeugt 
werde,  das«  von  späteren  Autoren  längst  ergründete  Sachen 
als   Neuigkeiten  aufgetischt  werden. 

Die  Zellerschc  Arbeit  Über  die  Icones  hat  nicht  alle 
Fragen  gelöst.  Wenn  aber  aus  Veranlassung  solcher  Ar- 
beiten von  Jedem,  der  das  gedachte  Werk  zu  Händen  be- 
kommen kann,  gestrebt  wird,  zur  Lösung  der  noch  offenen 
Fragen  nach  besten  Kräften  beizutragen,  so  wird  das  der 
sicherste  Weg  .sein,  die  volle  Waiirlieit  endlich  zu  ergrün- 
den. Von  diesem  (Jcsichtsiiunktc  bin  ich  bei  der  Abfassung 
nachstehender  Arbeit  ausgegangen. 

Die  llerzugl.  Sächsische  Bibliothek  zu  (Jotha,  deren 
Benutzung  mir  iu  »lehr  liberaler  Weise  gestaltet  ist,  besitzt 
unter  anderen  werthvollen  älteren  entomologisehen  Werken 
auch  Clcrck's  Icones  in  ein»'m  vfdlständigen  und  guten 
Exemplare,  welches  in  joder  Beziehung  dem  zu  vergleichen 
igt,  wchhcs  Herr  Prof.  Zeller  aus  der  Kgl.  Bibliothek  zu 
Berlin  erhallen  hatte.  Jenes  Exemplar  der  (Jothaer  Biblio 
thek  hat  meinen  Intersuchungen  zum  (irunde  gelegen.  Zu- 
gleich hatte  ich  Linoe's  Fauna  suecica  ed.  II.  und  dessen 
Systcma  naturac  ed.  X.,  zur  Hand,  auf  das,  wie  Herr 
Zeller  mit  Recht  annimmt,  Clerek  sieh  beziehet. 


Tafel  I. 

Fig.    L'.     leueonielas.     Hi»^r    i.st .    wie    bereits    Herr 
Fr jf.  Zellcr  dargcthau  bat,  C'aL  Kamburii   dargestellt    Clerk 


282 

nimmt  Bezug  auf  Linne  Syst.  Nat.  ed.  X.  No.  121.  Hier 
heisst  es:  Phal.  noct.  spirilinguis  cristata,  alis  nigricante 
nebulosis;  inferioribus  uiveis  postice  fascia  lata  nigra.  — 
Habitat  in  Europa.  —  Alae  inferiores  a  medio  ad  basin 
lacteae,  a  medio  versus  apicem  nigrae,  sed  apice  ipso  al- 
bicantes.  Von  der  characteristischen  raacula  magna  alba 
auf  den  Vorderflügeln  bei  der  Noct.  leucomelas  auct.  er- 
wähnt hier  Linne  nichts,  während  er  diese  Makel  sowohl  in 
der  Faun.  suec.  als  auch  im  Syst.  nat.  ed.  XII.  am  betref- 
fenden Orte  bestimmt  hervorhebt;  ich  bin  der  Meinung,  dass 
hieraus  sicher  zu  schliessen  ist,  Linne  habe  im  Syst.  Nat. 
ed.  X.  die  N.  Ramburii,  in  der  Faun.  suec.  und  im  Syst. 
Nat.  ed.  XII.  die  N.  leucomelas  beschrieben.  Es  würde 
hiernach  consequenter  Weise  die  Ramburii  den  Namen  leu- 
comelas L.  bekommen  müssen  und  N.  leucomelas  in  N.  fu- 
nesta  Esp.  (?)  abzuändern  sein. 


Tafel  II. 

Fig.  1.  fuscana.  Unter  Bezugnahme  auf  das,  was 
Hr.  Zeller  am  angeführten  Orte  über  diese  Abbildung  ge- 
sagt hat,  bemerke  ich  nur  noch,  dass  in  dem  Gothaischen 
Exemplare  auf  den  Vorderflügeln  von  der  obern  und  untern 
Flügelspitze  je  eine  graue  Linie  nach  der  Mitte  des  Flügels 
auf  zweidrittel  Entfernung  von  der  Basis  läuft,  dort  zusam- 
menstossen  und  so  ein  Dreieck  bilden,  dessen  Basis  der 
Hinterrand  des  Flügels  ist;  ich  trage  kein  Bedenken,  diese 
fuscana  für  Tin.  phryganella  Tr.  zu  erklären.  Auf  diesen 
Falter,  der  oft  in  Menge  fliegt  und  fast  aller  Orten  ;,in  ne- 
moribus"  einheimisch  ist,  passt  sowohl  Linne's  Beschrei- 
bung, namentlich  auf  seine  Grössenangabe :  majuscula,  als 
Clerck's  Abbildung.  Gerade  die  beiden  gedachten  grauen 
Linien  haben  mich  auf  Tin.  phryganella  geführt.  Dieser 
Schmetterling  hat  nämlich,  wie  auch  seine  Gattungsver- 
wandten und  mehrere  Wickler  auf  dem  hinteren  Drittel  in 
der  Mitte  jedes  Oberflügels  eine  Art  Erhabenheit,  von  der 
die  Flügelfläche  nach  dem  Hinterrande  sich  so  senkt,  dass 
von  der  gedachten  Erhabenheit  gleichsam  zwei  Leisten,  eine 
nach  der  Vorderrandspitze  und  eine  nach  der  Innenrand- 
spitze  gehen.  Diese  Beschreibung  der  fragl.  Flügelbildung 
ist  vielleicht  schlecht,  wer  aber  den  Flügel  von  Tin.  phry- 
ganella darauf  ansiehet,  wird  leicht  finden,  was  ich  meine. 
Durch  diese  Flügelbildung  aber  wird  an  der  betreffenden 
Stelle  eine  Farben-  resp.  Lichtbrechung  herbeigeführt  und  ich 


283 

vermnthc.   daas  ricrk   dicfto   mit    Keinen    grauen  Linien  hat 
Husdrlickoii   Wollen.   '1 

Fip.  -.     polyorlon.    ist    im    Syst.    Nat.   r<l.    X.   ni<  lit 
Hiir^'rnilirt  und  «'s  wird  daluT  nach    drm   Kcrhlc  der  rrinri 
tiit   \.    pcrgpiciliaris     L.     lonirrliin    N.    poly(id(»n    Clerk     zu 
hcnennrn   sein,   für  N.  polvodon  I^.   aber  der  Name  N.    ra- 
dicea  W.  V.  anpcnomnien  werden  mllsscn. 

Fig.  i.  a^inana.  I)i'ni,  was  Herr  l'rof.  Zt-ller  iilicr 
diese  Aliliildung  bereits  gcsa^'t  hat.  fUpc  ich  noch  folgendes 
hinzu:  in  dem  (JotliaiKclieu  KMiiiplar»'  \tin  Clerks  Werk 
igt  asinaua  tulgendermasscn  colniirt :  K(»pf,  Thorax  und  die 
erste  Hälfte  der  NOrderIlii'cel  schmut/i^:  lehm;;ell).  Dann 
kommt  die  fast  gerade  nur  an  dem  Aussenrandr  ein  wenig 
wcllcntormige,  quer  durch  die  Flllgelmitte  laufende,  nur 
etwas  mehr  gegen  die  untere  Flilgelecke  sieh  neigende 
Mittolhindc.  Sie  ist  graubraun  j:erärbt  und  wird  gegen 
den  Inuenrand  etwas  umbrabraini  vertieft.  Die  andere 
V«>rdertlligrlhalttc  ist  braungrau.  Im  (lan/.en  ersebciiit  die>e 
Färbung  einlVirniig  und  die  Mittelbinde  tritt  nur  wenig  her- 
vor. Die  Hintcrflilgel  sind  braungrau.  .Mir  ist  nur  ein 
Wickler  bekannt,  der  nach  (irösse.  Form  und  Färbung  auf 
die  .\bbildung  passt  und  dies  ist  Tortr.  maurana  und  ich 
stimme  deshalb  ganz  der  Deutung  bei,  die  Herr  Zellcr  am 
bctreflenden  Orte  tiir  diese  Figur  gegeben  hat.  Maurana 
zeigt  in  manchen  P^xemplaren  last  genau  eine  solche  An 
deutang  einer  nach  unten  dunkleren  Mitteli)inde,  wie  sie 
anf  der  Clerk'schen  Figur  etwas  roh  dargestellt  ist.  Na 
mentlich  habe  ieh  entsprechende  Fxemplare  in  der  reichen 
Samndung  des  Herrn  tlerichtsrath  Keferstein  hier  gesehen, 
an  denen  auch  die  .Vuszackung  der  lÜnde  ganz  der  Clerek- 
schen  Abbildung  entspraeji.  Ks  wird  also  fllr  den  Namen 
maurana    dt  r    Clerk'sehe    .Vaine    asinana    eintreten     müssen. 

Fig.  •>.  punctata  lialtr  ich  Oir  Tin.  applant  IIa  Fahr 
Die  Ahbildun;:.  die  ich  \or  mir  habe,  tntsprieht  dieser  He 
Stimmung  /icndi'h,  doeh  will  ich  deren  nichtigkcit  nicht 
llber  allen  Zweif<  1  erhaben  halten. 


*)  Horrich  ■  S<  büff-T.  Band  IV.  Mcfpslrr  p»«.  26  ;bri  lüAurAoa) 
rii  hpt  fn^rana  zu  nixiiran»,  »h«>r  j^rwiis  mit  t  ofTht.  C  l^rk  ^  BU<i 
h«t  mach  nicht  ritir.  ontfornt*»  A'^hnli«  hkcit  mit  maunina. 


284 

Tafel  III. 

Fig.  2.  vibicaria.  Ist  im  Syst.  Nat.  ed.  X.  nicht 
aufgeführt  und  es  wird  also  als  Autorität  zu  dem  Namen 
Clerk  citirt  werden  müssen. 

Fig.  3.  incauata.  Herr  Zeller  erklärt  diese  Abbil- 
dung für  Geom.  strigillata  Tr.  X.  2.  305.  und  meint,  dass 
schon  die  Grösse  des  Bildes  dessen  Deutung  auf  incanata 
Tr.  ausschliesse.  Diese  letztere  Ansicht  habe  ich  schon 
beim  Studium  der  Linne'schen  Schriften  und  ohne  Clerk 
zu  kennen,  gewonnen;  aber  damit,  dass  Jincanata  Clerk 
und  Linne  Geom.  strigillata  sein  soll,  kann  ich  mich  nicht 
einverstanden  erklären,  ich  halte  vielmehr  sowohl  die  Clerk- 
sche  als  die  Linne'sche  incanata  für  Geom.  mutata  H.  -  S. 
fig.  98 — 100.  Zur  Begründung  dieser  Behauptung  führe 
ich  Folgendes  an:  Was  zunächst  die  Clerk'sche  Abbildung 
betrifft,  so  zeigt  dieselbe  1)  ganz  gerundete  Hinterflü- 
gel. Hätte  er  strigillata  vor  sich  gehabt,  so  würde  er  das 
Eckige  der  Hinterfltigel  dieser  Species  wohl  ausgedrückt 
haben,  wie  er  es  bei  putata  gethan  und  selbst  bei  vibica- 
ria den  nicht  ganz  gerundeten  Hinterrand  angedeutet  hat. 
2)  Die  beiden  gebuchteten  bräunlichen  Striemen  auf  den 
Oberflügeln,  zwischen  denen  der  schwarze  Punkt  stehet, 
sind  deutlich  so  angegeben,  wie  mutata  sie  hat  und  wie 
strigillata  sie  nicht  zeigt.  Dagegen  ist  3)  von  der  dunkeln 
Strieme,  die  bei  strigillata  von  dem  Vorderrande  der  Vor- 
derflügel gegen  die  Mitte  des  Innenrandes  der  Hinterflügel 
läuft,  keine  Spur  zu  sehen.  4)  Die  dunkle  gezackte  Quer- 
strieme und  die  weisse  gezackte  Strieme  dicht  dahinter,  die 
mutata  viel  deutlicher  hat,  als  strigillata,  ist  deutlich  an- 
gegeben. 5)  Die  schwarzen  Funkte,  die  mutata  vor  dem 
Franzensaume  der  Flügel  zeigt,  sind  unverkennbar  ange- 
geben; strigillata  hat  solche  Punkte  nicht,  sondern 
in  deren  Stelle  eine  feine  braunschwarze  Linie. 

Was  Linne's  incanata  betrifft,  so  will  ich  darüber  nur 
anführen,  was  im  Syst,  Nat.  ed.  X.  angegeben  ist.  Hier 
heisst  es  unter  No.  187:  P.  geom.  seticornis,  alis  omnibus 
canis  postice  striga  alba  repanda  disco  puncto  margineque 
nigro-punctatis.  Der  Falter  ist  unter  den  Spannern 
mit  gerundeten  Flügeln  aufgeführt.  Hätte  Linne 
die  G.  strigillata  vor  sich  gehabt,  so  hätte  er  sie  gewiss 
unter  den  Geometris  alis  angulatis  aufgeführt.  Auch  hätte 
er  den  Rand  nicht  schwarz  punctirt  genannt.  Ausserdem 
ist  auch  die  Grundfarbe  bei  mutata  eher  „weissgrau''  zu 
nennen,  als  bei  strigillata.    Schliesslich  bemerke  ich  noch, 


38.^ 

dasi  AQcb  die  ausfbbriK-hrre  BeM>hreihon^  in  der  F&an 
Roec.  nnd  im  Syst  \at.  cd.  XII  ,  oamentHrh  der  l'ntcnwite, 
vollkommen  aaf  miitata  H.  S.  Tr.  pasut  und  dÄ»»s  die  d»- 
Relbfit  noch  berindlirho  Anpahr:  alae  nosticac  fcre  anenia 
tae  die  nonst  wohl  in  Frage  zn  ziehenae  Dcntnng  aof  Geom. 
immotAta*)  ausRchliesBt.  Denn  Geom.  matata  H.-S.  zeigt  bei 
vielen  Exemplaren  gerade  mehr  als  immatata  einen  ein  we- 
nig eckigen  Hinterrand  der  Flinterflflgel.  Ansserdem  sind 
anch  aat  der  f'lerk'srhen  F'ignr  die  beiden  Qnerlinien  anf 
den  r)berflHgeln,  welche  den  schwarzen  Mittelpunkt  ein- 
fichliessen,  genao  80  angegeben,  wie  mntata  sie  zeigt.  Tnd 
da  Clerk  sich  auf  Linne  Syst.  Nat.  X.  \o.  1^7  bezieht,  so 
moM  er  wohl  denselben  Schmetterling  dargestellt  haben, 
den  jener  beschrieb. 

Sonach  glaobe  ich  dargethan  zu  haben,  das«  Geom. 
incanata  L.  und  Clerk  -  G.  mutata  H.  S.  ist  Geom.  in- 
cAnala  Tr.  dürfte  deshalb  anders   zu  benennen  sein. 

Fig.  i").  mcndica.  Von  ihr  gilt  das  bei  vibicana 
Bemerkte  gleichfalls. 

Fig.  7.     uncula.     Hier  findet  derselbe  FalJ  statt. 

Fig.  12.  lactearia.  Das«  Clerks  schlechtes  Büd 
die  lactearia  L.  vorstellen  soll,  gehet  daraus  hervor,  da«» 
die  No.  107  dabei  richtig  vermerkt  ist,  unter  welcher  Linne 
im  Syst  Nat  ed.  X.  seine  lactearia  aufTuhrt. 

Fig.  13.  u Stella.  Die  Abbildung  vor  mir  zeigt  im 
Wchcntlichen  die  Färbung,  wie  Herr  Zeller  sie  beschrieben 
hat.  Diese  Zeichnung  und  Linne  s  Worte:  Habitat  in  svl- 
vis  paludosis  nnd  anti^nnae  corpore  dimidio  breviore« .  die 
auf  einen  \S'ickI<  r  deuten,  haben  mich  darauf  geführt, 
Clerks  Bild  mit  Turlr.  sicnlana  zu  vergleichen  nnd  ich 
glaube  nicht  zn  irren ,  wenn  ich  jene»  Bild  tllr  eine  ver- 
prösserte  und  sehr  verunglückte  Darstellung  der  Tortr. 
siculana  annehme.  IHeser  Wickler  lebt  nach  Treitschke 
an  rhamnuR  frangula,  der  in  der  Regel  in  feucbteo  Gegen- 
don wachst  An  solchen  habe  ich  siculana  aicb  oft  geinn 
den  .  z.   B.  in  der  Mark   Brandenburg. 

Fig.   14.     pratella.     Der  I  des    Herrn  Prof. 

Zeller,  da.«s  Tin.   pratella  L    —  >  -  H    seiu  »<A\.  ver- 

mag ich  nicht  zu  folgen. 


*)  Die  Uerricb-Scbiff«r  giebu 


286 

Was  in  der  Faun,  siiec.  ed.  I.  stehet,  vermag  ich  nicht 
zu  vergleichen,  ich  glaube  aber  auch  nicht,  dass  auf  diese, 
die  1746  erschien,  zurück  zu  gehen  ist. 

Dagegen  kommt  hier  in  Betracht  das  Syst.  Nat.  ed. 
X,,  weil  auf  dieses  Clerk  bei  seiner  Abbildung  Bezug 
nimmt.  Dort  aber  heisst  es  pag.  535.  No.  245:  Tin.  ahs 
superioribus  albidis:  linea  albissima  postice  ramosa:  apice 
striis  obliquis.  Jlabit.  in  pascuis.  Das  passt  ganz  auf 
abgeflogene  oder  w^eiblichc  Exemplare  des  Crambus  prato- 
rum  Fabr.,  wie  sie  massenhaft  auf  Wiesen  vorkommen. 

Was  in  der  Faun.  suec.  ed.  2.  über  pratella  gesagt 
ist,  scheint  mir,  im  Ganzen  genommen  mindestens  eben  so 
gut  auf  Cramb.  pratorum,  wie  auf  selasella  H.  zu  passen 
und  statt  hier  die  Worte :  ,,  apice  striis  obliquis "  zu  strei- 
chen, wie  Herr  Zeller  will,  —  was  nicht  gehet,  weil  sie 
keine  Schreibfehler  sind,  sondern  schon  im  Syst,  Nat.  ed. 
X.  stehen  —  möchte  es  natürlicher  sein,  den  Ausschlag 
durch  das  Citat  aus  Clerk  und  die  Worte:  Habitat  in  lae- 
tissimis  pascuis  cum  praecedente  herbeizuführen.  Was  zu- 
nächst das  Citat  betrifft,  so  ist  es  keinesfalls  irrthümlich 
hingesetzt,  denn  Clerk  hat  sich  ja  zuvor  auf  Linne's  pra- 
tella (Syst.  Nat.  ed.  X.)  bei  seiner  Abbildung  berufen. 
Und  was  ferner  die  Worte  über  den  Aufenthaltsort  be- 
trifft, so  passen  sie  gar  nicht  auf  selasellus.  Denn 
diese  letztere  Schabe  ist,  abgesehen  von  ihrem  viel  selte- 
nerem Vorkommen,  auch  nicht  in  „laetissimis  pratis  cum 
praecedente  (jedenfalls  pascuella  und  nicht  pinetella,  ob- 
gleich letztere  allerdings  unmittelbar  vor  pratella  stehet, 
aber  nach  Linne's  eigener  Angabe  in  Pinetis  leben  soll) 
sondern  nach  Zinken's  Beobachtung  (Treitschke  IX.  1.  pag. 
120)  auf  feuchten  Wiesen  im  Walde  und  nur  an  gewissen 
Stellen  zu  finden.  Selasellus  ist,  wenn  er  überhaupt  in 
Schweden  vorkommt,  Linne  höchst  wahrscheinlich  noch  gar 
nicht  bekannt  gewesen.  Kannte  doch  Treitschke  im  Jahre 
1832  nur  ein  einziges  Exemplar  dieses  Schmetterlings! 
Herrich-Schäffer  hat  keine  Angabe,  aus  der  man  schliessen 
könnte,  dass  selasellus  in  Schweden  vorkäme;  denn  daraus, 
dass  er  Chr.  furcatellus  Zetterstedt  mit  einem  Fragezeichen 
zu  pratellus  (selasella  H.)  ziehet,  ist  nichts  zu  folgern,  zu- 
mal jener  furcatellus  schwerlich  selasella  H.,  viel  eher 
radiella  H.  ist. 

Fig.  15.  Bicostella.  Diese  Art  ist  im  Syst.  Nat.  ed.  X. 
nicht  aufgeführt;  es  wird  also  bei  derselben  Clerk  als  Auto- 
rität zu  citiren  sein. 


>7 

Tafel   5. 

Fip.  2.  Stri^'i  Hat  51.  Irh  8tinimc  Herrn  Zcllcr  hn. 
flftss  f.inn^  bei  «Irr  Hcsclinilninp  srinor  C;c(»m.  strif:ill.it« 
rin  an  den  Tastern  vcrstllinnu-ltrH  Kxnnplar  di'r  l'yr.  lar 
»irrinalis  vor  «ich  pliabt  haho.  N<<(h  ehe  ich  Clorcks  Ab- 
hilcliiii;;on  kennen  Uinte,  hatte  ieh  in  meiner  Sammlung 
eine  I'yr.  tarsicrinalix  niit  der  Mezeit  hniinf;  ntripillata  I.. 
auf  fJrnnd  der  Linne  sehen  Mes<hr«il>nn^'cn  ntecken,  war 
aber  meiner  Saehe  noch  nicht  ^'an/,  gewiss.  DiertC  (iewifts- 
heit  habe  ich  auch  durch  Clerks  I'.ihl  nielit  erlan^'t,  denn 
dieses  iHsst  pehwcriich  anf  Tyr.  tarsicrinalis  schliessen, 
wohl  aber  iMspt  ch  vermnthen,  dass  (Merk  ein  an  den  Ta- 
stern verstlinuneltcs  Kxeinplar  jenes  Falters,  wahrseheinlieh 
dasselbe,  wonach  Linne  besehrieh.  copirt  habe,  denn  nieht 
leicht  findet  sich  unter  den  Clerk'sehen  Alibildun^nn  eine 
zweite,  die  einen  so  pänzlich  kahlen  Konf  zcipt.  als  die  hier 
in  Frage  befindliche.  Dieser  Imstand  und  Zellers  Au»- 
einandersetzunp  machen  es  mir  ccwiss,  dass  Biripillata  L. 
=  tarsicrinalis  Tr.  ist. 

Fip.  l<i.  Lividata.  Ich  habe  bereits  bei  anderer 
r.clepenheit  darzutliun  versucht,  dass  lividata  L.  =  bisetata 
Hufn.  sei.  Ich  halte  das  dort  (lesa^tc  auch  jetzt  noch  tllr 
richtip.  Die  Besehreilnmp  der  (»berseite  der  lividata  hei 
IJnn«^  paMst  auf  keinen  andern  Spanner  so  put,  als  auf 
bisetata  Was  Linne  llber  die  Interseite  sapt.  seheint  mir 
etwas  dunkel  oder  <lnreh  einen  ."Schreibfehler  unklar:  subtUH 
omnes  pallidae:  stripa  fusea  pnne  punctum:  tascia  dein  ob- 
sohta  inter  punctum  et  stripam.  Die  blasse  Farbunp  passt 
anf  bisetata,  auch  findet  sich  dort,  auf  den  Oberflilpeln  wc- 
nipstens  die  sehwürzliehe  .Strieme  hinter  dem  l'unkte.  Wie, 
aber  freilich  zwischen  diesen  Punkt  und  die  .Strieme  noch 
eine  verli'Hchene  Hinrle  komm«  n  sm||,  ist  mir  nicht  klar. 
Die  Binde  ist  wohl  du,  aber  sie  ist  zwischen  der  Strieme 
und  dem  Ilinterrandc  und  \iellcicht  hat  l.inne  sapen  wollen : 
fascia  dein  obsolet«  pone  punctttm  et  stripam.  Von  (ieoni 
deversata  besitze  ieh  nur  I  rürchen.  Aber  diesem  nach  xn 
urtheilen  hat  weder  f.inne  n<'ch  Clerk  diesen  .Spanner  vor 
•iich  L'eh.ibt.  Wenn  bei  Herrn  /cller  die  Worte  in  der 
l.inncsch.n  Beschreibunp:  antiee  pallidae  talac)  vel  pal 
lide  sulphureae  r.cdenkeii  rrrep-en,  indem  er  sie  anf  den 
Vorderrand  der  \orderfllIpp|  beziehet,  Sf»  muss  ich  gc 
stehen,  dass  mich  pera^le  diese  Worte,  in  meiner  Kestim- 
mnnp  auf  bisetata  bestärkt  haben:  denn  ich  habe  sie  nicht 
»uf  den  Vorderrand  der  Vordcrtlüpel,  sondern  auf  die  vor- 


288 

dere  (Basal-)  Hälfte  der  Flügel,  und  zwar  aller  vier  bezo- 
gen ,  weil  Linne  vorher  sagt :  alae  omnes  puncto  centrali 
»atro  utrinque  und  dann  fortfährt:  antice  etc.  und  dann  wei- 
ter sagt:  postice  d.  h.  auf  dem  hinteren  Theile,  obsolete 
fuscae  striga  pallida  et  pone  strigam  fuscus  color  minus 
saturus,  was  auf  viele  Exemplare  der  in  der  Intensität  der 
Farben  vielfach  wechselnden  bisetata  sehr  gut  passt. 

Ausserdem  ist  auch  die  facies  et  statura  der  bisetata 
der  von  aversata  so  ähnlich,  dass,  wenn  auch  bisetata  in 
der  Regel  etwas  kleiner  ist,  Linnes  Vergleich  beider  wohl 
anzunehmen  ist. 

Durch  Clerk's  Bild  wird  man  um  nichts  klüger;  doch 
passt  es  immerhin  auf  bisetata  mindestens  eben  so  gut  als 
auf  irgend  einen  der  verwandten  Spanner. 

Ich  halte  daher  dafür,  dass  für  Geom.  bisetata  der 
Name  lividata  eintreten  muss  und  zwar  mit  der  Autorität 
Clerk,  da  der  Falter  im  Syst.  Nat.  ed.  X.  nicht  vorkommt. 

Fig.  12.  Remutata.  Ich  stimme  Herrn  Zeller  willig 
darin  bei,  dass  remutata  L.  aus  Clerk  nicht  remutata  Fr. 
sei ;  aber  eben  so  wenig  kann  ich  sie  für  Geom.  sylvestrata 
cf  halten.  Vielmehr  halte  ich  dafür,  dass  Herrich-Schäffer 
das  Richtige  getroffen  hat,  wenn  er  sie  für  aversata  erklärt. 
Die  Diagnose  bei  Linne  Syst.  Nat.  ed  X. :  Geom.  seticornis 
alis  flavescentibus:  strigis  tribus  fuscis,  puncto  margineque 
postico  nigro-punctato  passt  sehr  wohl  auf  Geom.  aversata 
und  Clerk's  Figur  passt  nicht  minder,  ja,  ich  möchte  sie, 
auf  aversata  angewendet,  eine  der  gelungeneren  nennen. 
Dazu  kommt  nun  noch,  das  Linne  in  der  Faun  suec.  bei  der 
Beschreibung  der  remutata  sagt:  alae  glaucae:  strigis  tri- 
bus, fuscis,  curvatis,  aequali  spatio  remotis;  margo 
posticus  striga  fusca  cum  punctis  fuscis.  Diese  Eigenthüm- 
lichkeit  findet  sich  gerade  bei  aversata,  wo  in  der  That 
vor  dem  Franzensaum  eine  feine  schwarze  Linie  läuft,  hin- 
ter der  die  schwarzen  Punkte  stehen. 

Dass  Clerk  auf  einer  und  derselben  Tafel  denselben 
Spanner  zweimal  abgebildet  hat,  kann  kein  Bedenken  er- 
regen. Denn  es  wäre  wohl  heut  zu  Tage  noch  nicht  zu 
verwundern,  wenn  man  die  aversata  mit  dunkel  ausgefüll- 
tem Mittelraum  für  eine  von  aversata  mit  leerem  Mittelraum 
verschiedene  Species  hielte.  Es  dürfte  daher  begründet 
sein,  Geom.  remutata  L.  aus  der  Reihe  der  Arten  zu  strei- 
chen und  die  eigentliche  remutata  nur  mit  der  Autorität  der 
Wiener  zu  citiren. 

Fig.  15.    Dotata.    Bei  dieser  Figur  ist  No.  173  des 


2H9 

Syst.  Nat.  od  X.  angcflllirt,  während  bei  den  vorberpehen- 
dfii  hoidiMi,  dif  pyraliatA  H.  dtntlitli  darstcllcu,  der  Name 
pdpulaUi  und  N(i.  It'»'*  iliH  Syst.  Nat.  arif^cf^eNcn  i.st.  Il;ittc 
ilas  Hilil  v«iii  dotata  climklf  Flecken  aiit  dem  Fraii/eiigaiinie, 
so  würde  ich  es  am  ehesten  filr  luarmorata  halten,  so  aber 
wird  Herni  Zellers  Ansieht  beizutreten  »ein.  dass  populata  L. 
darL'estellt  ist.  Des  Syst.  Nat.  ed.  X.  eiithillt  nun  über 
beiue  pedaehte   Falter  tollend«*  An^,'aben: 

U)H.  INipulatn.  (leMin.  setie(»niis,  alis  tlavo  pallidin: 
antieis  snbfaseiatis:  apiee  siibtus  fuseo-iMMitaminatis.  Ilabi- 
lat  in  pi)pnlt>.  —  Alae  prinuirus  sufjra  obnolete  griseo 
laseialae;  postiee  (eaei  subtus  tia\erteente8  arcu  fuse») 
e\  punetis  eum  puneto  eentrali  uigro. 

17.5.  Dotata.  (Seoni.  setieornis  alis  Havencentibug: 
antieis  subfaseiatis:  apici«*  litnra  siibtus  tiisea  Habitat  iu 
Kiiropa. 

Hier  hat  Liiiue  offenbar  unter  ItiH  unsere  Populata 
besehrieben  und  sub  173  wobi  nieht«  anderem  als  Pyra- 
liata.  Also  gerade  umgekehrt,  als  naeh  Clerks  Figuren 
anzunehmen  ist  und  es  dürfte  die  einfachste  Krkliirnu^ 
dieses  l'mstandes  die  sein,  dass  Clerk  beim  .\bbildcn  die 
beiden   betreffenden  Sehnietterlinge  v<'rweehseU  hat. 


Tafel  6. 

Fip.  15.  Fulva^'o.  In  dem  mir  vorliegenden  Werk 
Von  Clerk  stellt  diese  .Mibildiinir  die  N.  sulphurago  so  Über- 
einstimmend mit  einem  Kxemplare  dieser  Knie  iu  meiner 
Sammlung  und  mehreren  in  der  des  Herrn  (ieriehtsratb 
Keferstein  vor.  dass  gar  kein  Zweifel  Über  diese  Dar- 
stellung,  die  mir  eine  der  gelnn^^ensten  scheint,   sein  kann. 


Tafel  8. 


Fig.  J      Miata. 


/ 

Fip.  4.     ohne  Namen    \ 

.\\\\  der  Tafel  x  kommt  zweimal  der  Fall  vor,  daM 
Fijruren  noch  mit  einem  besonderen  Zeichen  versehen  sind. 
Mei  miata  ist  nitmlirh  ein  :  und  weiter  unten  bei  Fig.  H 
suceeuturiata  ein  tt  angebracht.  I'nter  sae»  enturiata  Fig.  H 
fteht  FifT.  1 1  mit  der  Ikzeichnung  suceenturiat«  i.  In 
gleicher  Weise  steht  die  nnbenannte  Figur  4  gerade  noter 
miata.  Das  übereinstimmende,  besondere  \  erfahren,  waa 
Clerk   hier   anicewendet    hat,    kanu  meines  Eracbtenn  uicbu 


290 

anderes  bezweckeü,  als  darauf  hinzuweisen,  das  Fig.  2  und 
4  resp.  Fig.  8  und  1 1  jedesmal  denselben  Schmetterling,  in 
zwei  Varietäten  darstellen  sollen.  Fig.  2,  miata,  wird  das 
Exemplar  sein ,  nach  welchem  Linne  im  Syst.  Nat.  ed.  X. 
beschrieb.  Fig.  4  derselbe  Falter  nach  einem  wahrschein- 
lich gezogenen ,  ganz  frischen  Stücke ,  was  ich  daraus 
schliesse,  dass  hier  die  Kaupe  mit  abgebildet  ist  und  dass 
das  Bild  des  Schmetterlings,  wie.  mangelhaft  es  auch  im 
Ganzen  ist,  doch  den  purpurnen  Schimmer  in  zwei  Längs- 
Strahlen  auf  den  Oberflügeln  zeigt,  der  psittacata  im  frischen 
Zustande  eigen  ist. 

Fig.  3.  Hepatica,  Es  ist  wunderbar,  wie  zwei  so 
verschiedene  Schmetterlinge,  wie  Noct.  hepatica  Tr.  und 
Noct.  tincta  in  so  engen  Vergleich  haben  gezogen  werden 
können,  als  es  in  Wirklichkeit  geschehen  ist!  Die  Noct. 
hepatica  Tr.,  die  ich  aus  der  Sammlung  des  Herrn  Gerichts- 
rath  Kefersteiu  besitze  und  zwar  in  einem  guten  Exem- 
plare, ist  in  ihrem  ganzen  Erscheinen  der  Noct.  rurea  so 
ähnlich,  dass  sie  von  derselben  nur  bei  sorgfältiger  Betrach- 
tung unterschieden  werden  kann.  Hieraus  wird  man  er- 
kennen, welche  Grundfarbe  die  Überflügel  dieses  Schmet- 
terlings haben:  jenes  gelbbraun,  welches  Treitsche  „le- 
berbraun" nennt,  das  aber  wohl  richtiger  „lederbraun" 
zu  nennen  sein  möchte.  Fast  will  es  mir  scheinen, 
als  ob  man  früher  diese  Farbe  gerade  um  deswillen 
„leberbrauu"  genannt  hat,  weil  das  am  besten  dem 
Ausdruck  „hepatica"  bei  Linn6  entsprach  und  man  diesen 
Schmetterling  eben  zu  Linne's  N.  hepatica  stempeln  wollte. 
Nun  ist  aber  kein  Beispiel  bekannt,  wo  Linne  die  Farbe, 
die  N.  hepatica  Tr.  hat,  leberfarben  nannte;  eher  würde  er 
sie  lutea  oder  lutescens  oder  griseo- lutea  genannt  haben. 
Selbst  Treitschke  bezeichnet  bei  N.  scolopaciua  und  N.  rurea, 
die  beide  der  N.  hepatica  Tr.  in  der  Färbung  höchst  ver- 
wandt sind,  die  Farbe  der  Vorderflügel  mit  „ex  flavo  fusca" 
und  „cinereo  -  fuscoque  nebulosa."  Es  scheint  mir  also  der 
Ausdruck  des  Linne  „hepatici  coloris"  falsch  aufgefasst  zu 
sein.  Wendet  man  dagegen  diesen  Ausdruck  auf  N.  tincta 
an,  so  stellt  sich  die  Sache  anders.  Diese  Eule  hat  einen 
so  eigenthümliche  blaugrau-röthliche  Grundfarbe  der  Ober- 
flügel, wie  sie  sich  auf  der  äusseren  Oberfläche  der  thie- 
rischen  Leber  oft  zeigt  und  meines  Erachtens  ist  der  Aus- 
druck von  Linne  sehr  glücklich  gewählt,  um  die  eigenthüm- 
liche Färbung  der  Tincta  kurz  zu  bezeichnen.  Damit 
stimmt  denn  auch  der  andere  von  Linne  für  jene  Farbe 
gebrauchte  Ausdruck:  „glaucescens"  wobei  ich  daran  erin- 


iicrc,   ilaHM  Linuc  das  tütliiirbe  blan^rau  der  Hoiiil).   ciirtula 
,,^daiica"  lu-niit. 

DicHi'  allKeiiuiiu!  Ilouiurkuiif;  Vürausgescliickt,  llllirc 
ich  die  eiiizelmii  (IrliiuK-  uii,  die  mir  es  /iir  (lewissheit 
iiiacliiii,  dasd  die  N.  litpatica  Clerk  et  Liiiiie  identisch  mit 
N.  tiiictu  Tr.  JKt: 

1.  Hütte  Clerk  die  N.  bepatica  Tr.  vor  sieh  ^'ehaht,  8«» 
hiitte  er  sieherlieh  einen  Inauuen  Schmetterling'  dar 
;,'esteilt,  wie  er  es  bei  X.  luta,  N.  Iielvola  und  N.  ex 
elamationis,  bei  (ieom  tiliaria  (piniaria  v  hideutata, 
ahsintbiata,  ^'utliau  hat.  Si»  alter  /eif?t  seine  N.  he|)a 
tiea  (weni;:stens  in  der  Al)hiidnn^  die  ieb  V(»r  Uiir 
habe)  verbältuissmjissij;  reebt  ^'Ut  jeue8  riithlieb  an 
getlogcue    ^rani)laii,    welches  der  tineta  so  «i^eii  int. 

2.  An  dem  iinti-rn  llande  der  Schultcrdccken  /,ei;;t  Clerks 
Hild  sehr  ileutlich  ilie  weissiii  Känder,  die  tineta  hat. 
die  aber  der  liepatiea  Tr.  tehleii. 

3.  Linue.  der  sieh  auf  Clerks  hepatiea  be/iebt,  ja  wohl 
hei  Abl'assiing  der  IJesehreibun^  in  der  Faun.  suee. 
das  Clerk'sebc  Hild  mit  vur  sieb  ;;ehabt  bat,  bebt  in 
der  Diaf^nose  eine  tascia  terminali.s  hesonders  bervoi 
und  kuntnit  in  der  liesciireilmng  darauf  /urllck,  indem 
er  sagt:  dein  tascia  terminalis  augustior,  inae(|ualis, 
lerrugiuea.  Dies  ist  olVenljar  die  dunkle  l'leckenhinde, 
die  Tiiieta  zwiseheii  der  gewässerten  Jiinde  und  dem 
llinterrande  hat  und  die  bei  diesem  Sebmetterlinge  8(» 
ebaraeteristiseh  her\ ortritt,  wie  iJnne  sie  aufgefasst 
bat.  Hei  hepatiea  'iV.  ist  /war  an  der  lutretVendcn 
Stelle  auch  eine  schmale  dunkle  lünde.  allein  sie  ist 
durehau»  nicht  besonders  hervortretend,  vielmehr  dem 
dunklen  Streiten  nur  eutspreebend,  den  an  der  ge- 
daebtcn  Stelle  die  meisten  Noetneu  baben. 

4.  Ijnne  nennt  die  1  nterseitc  cinereo  rufesceus,  was  ganz 
auf   Tineta  jtasst;   bei   hepatiea  Tr.   ist   sie   mehr  rufes- 
eens    ohne    grau»*    (eher    \ielmebr    sehwilrzlicbej    Bei 
ndschuug. 

•').     Linne    bebt    die    ilanrbiisebel    des    Kllekcus    uud    deu 
Sihupf   «les    Thorax    besonders    bervor.      l  nd    in    der 
That  sind  dieselben  bei  N.  tineta  auffallend  stark  eut- 
wickelt    und   jedenfalls    viel    mehr,     als    bei    N.    bepa 
tica    Tr. 

S«rupel  hat  die  gelhe  I'iirliun^'  der  l'ran/.en  am  Hin- 
terran«le  der  l  ntertlUgel  bei  Clerk  untl  die  ent«prechendc 
Beschreibung  bei  Linne  erregt.  Ich  lege  allen  andern  Im- 
ständen  gegeuUber  hierauf  wenig  (iewiebl;  Clerk  hat  in 
der  Fürbuung  «.ftcTH  gefehlt  oder  viellcieht  aneb  ein  t^xem 


292 


plar  vor  sich  gehabt,  an  dem  jener  Saum  durch  irgend 
einen  äusseren  Einfluss  gelblich  geworden  war.  Linne  aber 
mag  leicht  seine  Angabe :  margine  postico  flavo  eben  nach 
Clerk's  Bilde  gemacht  haben. 


Tafel  9. 

Fig.  3.  Culicit'ormis.  Bei  diesem  Bilde  ist  keine 
Nummer  des  Systems  angegeben.  Doch  ist  der  Schmetter- 
ling im  Syst.  Nat.  ed.  X.  unter  Nr.  29  pag.  493  beschrie- 
ben, während  Ses.  tipuliformis  (Fig.  1.  Clerk)  und  Ses. 
apiformis  (Fig.  2.  Clerk)  darin  fehlen,  so  dass  also  zu 
letzteren  beiden  Benennungen  Clerk  als  Autorität  ge- 
hören wird. 

Fig.  4.  Lupuli  na.  Mit  der  No.  63  des  Syst.  Nat. 
ed  X,  Dort  ist  aber  unverkennbar  B.  lupulina  beschrieben 
und  es  muss  daher  bei  der  Clerk'schen  Abbildung  ein  arges 
Versehen  stattgefunden  haben ,  da  diese  Pyr.  sticticalis 
darstellt.  Wenn  Linne  im  Syst,  Nat.  ed.  XIL  bei  Lupulina 
die  Fig.  4  der  Tafel  9  des  Clerk  citirt,  was  er  in  der 
Faun.  suec.  nicht  thut  —  so  kann  nur  angenommen  wer- 
den, dass  er  das  Citat  aufgenommen  hat,  ohne  den  Clerk 
zu  vergleichen. 

Fig.  7.  Complana.  Hier  findet  derselbe  Umstand 
statt,  wie  bei  Fig.  4.  Clerk  beziehet  seine  Fig.  7  auf 
No.  85  des  Syst.  Nat.  ed.  X.  und  dort  ist  Lithosia  complana 
deutlich  beschrieben,  während  Clerk's  Abbildung  auf  N. 
asclepiadis  bezogen  werden  muss.  Aus  dem  Gesagten  geht 
zugleich  hervor,  dass  die  Uebertragung  des  Namens  complana 
auf  N.  asclepiadis  ganz  unzulässig  sein  würde. 

Fig.  12.  Viridaria.  Dieser  Name  wird  nach  dem 
Rechte  der  Priorität  auf  N.  aeuea  zu  übertragen  sein. 

Tremula,  ohne  Nummer.  Herr  Zeller  hat  bereits 
nachgewiesen,  dass  die  Figur  die  B.  dictaea  darstellt.  Ich 
bemerke  hier  nur  noch,  dass  eine  B.  tremula  im  Syst.  Nat. 
ed.  X.  nicht  vorkommt. 


Tafel   10. 

Fig.  3.    Logiana  ist  Tortr.  favillaceana  H.  S.    Ich 
besitze  in  meiner  Sammlung   ein  Exemplar   dieses   vielfach 


293 

\  ariirenden  Wicklers,  aaf  den  Linnc  8  Angaben  in  der  Faun, 
ßuec.  pa^.  34^  Xo.  133«'»  vollständig  panson  (conf.  auch 
Wood.  Fi^'.  1" »".")'.  Die  I'alpcn  nennt  er  dort:  hrcve», 
proniiiientes  et  (|uasi  liieornes.  Herr  Zelier  Hcldiesst  hier- 
aus aut  Taster,  wie  sie  eine  Depressaria  hat.  Dem  kann 
ieh  aber  nicht  beistimmen.  Da  niuchte  duch  der  Ausdruck 
prominentes  nicht  ganz  |>asscnd  sein.  Linne  hat  wohl  bei 
tieni  Ausdruck  bicornes  an  zwei  gerade  vorwärts  gerit  htete 
Iblrner  gedacht,  und  da  tinde  ich  seinen  N'ergicich  gar 
nicht  übel,  wenn  ieh  Kxemplare  <ler  'l'ortr.  favilhiceana  in 
Betracht  ziehe,  an  denen  «iie  in  (br  That  recht  gerade 
v«»rstehcnden,  Übrigens  zicmlicii  kurz.ii  Taster  .sich  im  Tode 
etwas  auseinander  gestellt  haben. 

liei  Tortr.  favillaccana  siml  aucl«  die  Intcrflügel  weis- 
lich und  die  Vordcrtlligel  sind  nath  hinten  zu  gefurcht, 
was  Linne  ganz  bezeichnend  -strigis  e.xaratae"  nennt. 
Diese  strigae  hat  Clerk  waiirscheinlieh  auch  durch  die 
sei  Warzen  Striche  und  Tunkte  bezeichnen  wollen,  die  seine 
Abliildung  an  der  betrelTeudeu  Stelle   zti:;t  *i. 

Fig.  11.  Husticella.  Herr  Zeller  bat  als  Vcr- 
niuthung  ausgesprochen,  dass  dieses  Hild  (irapholitha  nebri- 
tana  vorstellen  solle.  Ich  gebe,  jc(if»ch  auch  ohne  volle 
Sicherheit,  dieser  Darstellung  eine  andere  Deutung',  näm- 
lich auf  l'hye.  elutella.    Tr.  IX.  1.  li>4. 

Diese  Schabe,  von  der  ich  vcrmuthe,  dass  sie  unter 
den  zum  Thcil  noch  goheimnissvollen  schädlichen  Motten 
in  den  menschlichen  WohnunL'cn,  die  ältere  Schriftsteller 
anlilhrcn,  «ine  Holle  spielt,  hat  jene  aschgraue  Grundfarbe, 
die  Clerks  Bild  zeigt,  sie  hat  auch  den  dunklen  Schatten- 
streif auf  den  Obertlllgeln,  von  der  Basis  nach  dem  Hinter- 
rande, etwas  unter  der  Flllgelmitte  lautend,  wie  Clerk  ihn 
darstellt  und  die  dunklen  Zeiclinun;;en  auf  rler  zweiten 
Haltte  des  Vorderrandes  kTmucn  wohl  als  .\ndcutung  der 
zweiten  Querbinde  dienen,  die  elutella  hat.  dn*  al)er.  gleich 
der  ersten,  an  undeutlich  gezeichneten  Kxemplaren,  fast 
verseh windet.  (Vergl.  auch  Hr.sel  I.  IV'.  Tab.  lö.)  Die 
dunklen  Hinterrandspuncte  der  Clork'schen  Figur  finden  sich 
bei  elutella  bald  mehr,  bald  weniger  deutlich. 


*  lortr.  I.ip<>i.inft  II.  S.  kanD  irh  nicht  für  •p«cifisch  T6r- 
üchieden  von  fa\ilUcoana  halt<>n.  Pio  Iflionjinfr*»  von  der  einen 
zur  Andorn  sch»'in<'n  mir  vollkommen  vorhanden.  \V«j  Herr.-Schiff. 
über  beide  s&gt,  {^cbt  kein«a  Anhalt  lar  cbaracterülucben  l'nter> 
•chcidunpr. 

90 


294 

Fig.  12.  Lediana.  Ich  habe  bereits  früher  die  An- 
sicht ausgesprochen,  dass  Tortr.  lediana  L.  die  Tortr.  amoe- 
nana  H.  sei. 

Herr  Prof.  Zeller  erklärt  iu  der  Entom.  Zeitung  Jahr- 
gang 1853  pag.  283  die  lediana  L.  für  Tortr.  Lienigiana. 
Letztere  ist  mir  unbekannt  und  auch  das  Werk  von  Herrich- 
Schäflfer  giebt  darüber  keine  Auskunft.  Ich  muss  dahin 
gestellt  sein  lassen,  welche  Ansicht  die  richtige  ist. 


Tafel  11. 

Fig.  4.  Pruniella.  In  dem  Gotha'er  Exemplare  ist 
die  Abbildung  folgendermassen  colorirt:  Kopf  und  Thorax 
weiss.  Die  Vorderflügel  lilafarben,  am  Innenrande  mit  einer 
weisslichen  Strieme,  in  deren  Mitte  sich  eine  dunkler  lila 
gefärbte  Makel,  als  Anfang  einer  Querbinde  befindet.  Der 
Vorderrand,  besonders  nach  der  Spitze  zu,  ist  schwärzlich 
fein  punctirt  und  gestrichelt,  dazwischen  mit  etwas  lich- 
terem Grunde.  Die  HinterflUgel  sind  aschgrau.  Ich  kann 
die  hier  in  Frage  kommenden  Species  albistria  Haw. 
und  semifusca  Haw.  nur  nach  den  Abbildungen  in  Wood's 
Index  entomologicus  vergleichen.  Allein  von  diesen  passt 
semifusca,  Fig.  1295  nach  Form  und  Farbe  nicht  gut  auf 
Clerk's  Malerei.  Eher  mendicella  Fig.  1296,  aber  auch  die 
pruniella  Fig.  1298  passt  gar  nicht  so  übel.  Es  scheint 
mir  daher  das  natürlichste,  die  pruniella  Clerk  und  Linne, 
so  wie  auch  tetrapodella  L.  für  gleich  mit  pruniella  W.  V. 
zu  nehmen,  zumal  da  mir  eine  specitische  Verschiedenheit 
zwischen  pruniella  W.  V.,  semifusca  Haw.,  albistria  Haw. 
und  tetrapodella  Wood  noch  gar  nicht  erwiesen  zu  sein 
scheint. 

Es  will  mir  gar  nicht  nutzenbringend  erscheinen, 
aus  den  geringfügigsten  Verschiedenheiten ,  die  sich  in  der 
Färbung  zeigen  und  meist  Zufälligkeiten  oder  höchstens 
Einwirkungen  des  verschiedenen  Futters  «ind,  den  Grund 
zur  Aufstellung!  neuer  Arten  herzuleiten. 

Pruniella,  wie  sie  in  Menge  um  Schieb ensträucher  und 
ähnliche  Gewächse  schwärmt,  ist  von  Linne  ganz  gut 
beschrieben  und  seine  Benennung  durchaus  beizubehalten. 
Fagatella  H.-S.  653  ist  lediglich  Varietät  von  pruniella. 
Und  dessen  tetrapodella  646,  conjugella  647,  spiniella  648 
und  glaucinella  649  halte  ich  auch  für  nichts  anderes. 

Fig.  13.  Argentella.  Das  Bild  zeigt  Kopf,  Thorax, 
Ober-  und  Unterflügel  etwas  schmutzig  kreideweiss,  überall 


mit  unrc^celmässigen,  roBtfarbonen  Flecken.  Diese  letzteren 
sind  w(»hl  jedenfalls  dnrclj  clu-nnsrhc  Zerstörunj::  der  Farbe 
Lnt>*tan(kn.  DaraiH  vcrniiitlur  ich,  das«*  zu  der  Maleroi  der 
argentcllu  eine  andere  Farbeusubstanz  ver\vcn<iet  worden 
ist,  als  zur  dirlU  daneben  stehenden  ar^entana.  Diese  zeif^ 
aueh  kreideweisse  ObertlUpel.  aber  rein  und  gleiehmässi^ 
weiss.  iJaraus  verniulhf  ich  lerner.  da.ss  ri''rk  nicht  cygni- 
pennclla  hat  darstellen  uullen.  der  er  die  gleiche  Färbung, 
wie  arpentana  hatte  ^'eben  können.  s<»ndi.'rn  einen  Schmet- 
terlini;  mit  einigen»  .Metallschinnner.  Linnr-'s  argentella,  die 
auf  der  Fiehte  lebt,  halte  ich  unzweifelhaft  für  die  Tin. 
Bergiella  liatzeburg,  die  sieher  identisch  ist  mit  illumina- 
tella  U.S.  G^T).  Und  obgleich  Linne  die  Fig.  13  Clerk's 
nicht  zu  seiner  argentella  eitirt.  niüchteu  beide  doch  wohl 
sich  auf  den  uanilieheu  Schmetterling  beziehen. 


Tafel   12 

Fig.  ><.  Linneella.  In  dem  Gotha  er  Exemplare 
des  Clerk  sind  die  Flecken  der  N'orderHügcl  zwar  auch 
ohne  Metallglanz,  aber  auf  dem  einen  FlUgel  4:enau  so  ge- 
stellt, wie  auf  dem  andern  und  auf  beiden  /iendich  so,  wie 
auf  Tab.  8S  der  Beitrage  von  Fischer  v.  Küslerstamm,  nur 
etwas  weiter  auseinander  und  weniger  scharf  begrenzt. 

Fig.  lU.  Strobilella.  Die  Abbildung  in  dem 
Gotha'er  F^xemplare  de.s  Clerk  passt  ihrer  ganzen  Erschei- 
nung nach  entschieden  mehr  auf  Tortr.  strobilana  als  auf 
eosmophorana. 

Fig.  IT),  i  Die  N'ummcr  tehlt  im  G(»tha'er  Exemplare.) 
Tu  rinne  IIa.  Hier  kann  ich  Herni  Zeller»  .Vnsicht.  dass 
lin.  turitinella  L.  nicht  Tortr.  turiitnaiia,  snn<lern  bu<>liana 
sei,  nicht  beistimmen.  Wenn  Herr  Zelbr  die  t(iri<>nana  für 
viel  kleiner  erkliirt.  als  di<'  buoliana.  t^*>  finde  ich  dies  au 
den  betrctTenden  Exemj)laren  meiner  Samndung  nicht  be- 
stätigt, vielmehr  turionana  kaum  merklich  kleiner  als  bno« 
liana,  einzelne  Exemplare  der  Letzteren  sogar  kleiner  als 
Erstere.  Linnes  Kn'issen-Angabe  m«khte  daher  wenig  ent- 
scheidend sein. 

Wan  die  Heschreibong  Linnes  betritTt,  so  glaube  ich 
sicher,  dass  Linne  eine  andere  Dia;:nose  gegeben  hätte, 
wenn  er  bu« »liana  vor  sich  gehabt  hätte.  Der  Letzteren 
Thorai  hätte  er  gewiss  nicht  lutcus  genannt  Aber  auch 
die  Beschreibung  selbst  halte  ich  für  passend  auf  tariouana. 


296 

Linne  hätte  die  Grundfarbe  der  Oberflttgel  von  buoliana 
wohl  nicht  ferrugineus  genannt,  die  Binden  verdienen 
wohl  auch  eher  niveae,  als  argenteae  genannt  zu  werden. 
Es  scheint  mir  die  Bezeichnung:  alae  ferrugineo-alboque 
nebulosae  keinesweges  sehr  passlich  auf  buoliana,  deren 
Vorderfliigel  Linne  wohl  ohue  Zweifel  gelbroth  oder  ziegel- 
roth  mit  weissen  Binden  genannt  haben  würde,  und  für  die 
der  Ausdruck  nebulosae  gar  nicht  bezeichnend  erscheint. 
Dieser  Ausdruck  passt  dagegen  auf  die  Färbung  der  turio- 
nana  recht  gut  und  dieser  Schmetterling  hat  auch  die  roth- 
braune Farbe,  die  Linne  seiner  turionella  beilegt.  Der 
fernere  Ausdruck  „albedine"  spricht  ebenfalls  für  turionaua, 
denn  es  wird  damit  angedeutet,  dass  die  weisse  Farbe 
nicht  blendend  weiss,  wie  sie  buoliana  hat,  sei,  sondern 
matt,  und  zwar  grauweiss,  wie  die  nachfolgenden  Worte 
ergeben,  nach  denen  das  Weissliche  der  Flügel  gleichsam 
durch  die  Zusammenfügung  verschiedener  ungleicher  silber- 
farbiger Binden  entstehet.  Von  buoliana  kann  mau  das 
nicht  sagen.  Bei  ihr  durchziehen  die  weissen  Striemen  den 
Flügel  als  selbstständige  Figuren.  Bei  turionaua  dagegen, 
und  besonders  bei  den  Exemplaren  mit  weniger  Braun,  ent- 
stehet in  der  That  der  weissgraue  Schimmer,  der  auch 
nicht  ganz  ohne  Silberglanz  ist,  dadurch,  dass  viele  weiss- 
lichgraue  Wellenlinien  dicht  an  einander  gereiht  sind. 
Wenn  sonach  Linne's  Angaben  sehr  wohl  auf  turionaua 
passen,  so  halte  ich  nicht  minder  Clerk's  Abbildung  für 
turionana.  Auf  die  Grösse  derselben  kann  dabei  kein  Ge- 
wicht gelegt  werden,  denn  das  Clerk'sche  Werk  zeigt  viele 
Beispiele  von  zu  grossen  Darstellungen.  Das  Colorit  da- 
gegen entspricht  unzweifelhaft  weit  mehr  dem  einer  turio- 
nana mit  vorherrschend  weissgrauer  Färbung,  als  dem  der 
buoliana.  Vorder-  und  Hinterflügel  sind  hell  aschgrau  und 
erstere  haben  in  massigem  Grade  rostgelbe  Querzeichnun- 
gen in  abgebrochenen  Wellenlinien.  Von  der  sehr  auf- 
fallenden Grundfarbe  der  buoliana  ist  also  kaum  eine  Spur 
zu  finden  und  noch  weniger  von  den  fast  schwarzen  Hicter- 
flügeln  mit  silbergrauem  Franzensaum. 


297 


Ueber  einige  Bembidien. 

Von  Prof.  T>r.  Brliituin. 

Herr  Jacqaelin  Diival  hat.  wie  den  meisten  Lesern  der 
entomt'lopischcn  Zeitiinf;  bekannt  sein  wird,  eine  monogra- 
phische Hcarbeitung  der  etiropäi!*chen  Hcnibidien  in  den 
Annale!»  d.  I.  soe.  entomol.  l^öl  n.  .'»^  verriffentlicht.  Die 
Arbeit  hat  ^-rosse  Vorzllgre.  die  ich  sowohl  im  Jahresbericht 
Über  1851  als  in  einem  kleinen  Artikel  ^Quelques  obser- 
vations  8nr  le  travail  de  Mr.  J.  Duval"  in  den  Ann.  d.  1. 
goc.  entom.  l>^f)3.  S.  »>1  —  C,^^  hcnorgehoben  habe,  sie  hat 
mich  aber  auch  zu  der  Henierkunjr  veranlasst,  dass  der 
Verf.  in  manchen  Fällen  in  d«r  Vereinif,'unL'  bereits  unter- 
schiedener Species  zu  weit  pe^an;:en  sei,  und  dass  seine 
syn<»nymischen  Angaben  mehrfach  einer  nochmaligen  Be- 
stätigung bedttrfen,  eine  Bemerkung,  die  ieh  heute  wie  da- 
mals rechtfertigen   zu  krmnen  glaube 

J.-l>nval  vereinigt  z.  H.  Bemb.  foraminosum  St 
mit  striatum  F'abr.,  von  dem  es  sich  durch  die  tieferen 
Crrnbeo  und  si-hwächeren  Streifen  der  FlUf^eldecken  sowie 
durch  einfarbii:  bronzegriine  Beine  i  die  Schienen  und  Schen- 
keiwnrzcl  sind  bei  striatnm  hellgelb)  unterscheidet;  er 
vereinigt  B.  fasciolatum  Duf^schm.  Dej.  mit  tibiale 
Duftschm.  Dej.,  von  dem  es,  abgesehen  von  Grösse  und 
Färbung,  durch  längere,  flachere,  hinten  mehr  zugespitzte, 
au>><en  starker  jre«treii^e  Flügeldecken  und  durch  weniger 
vortretende  Hinten^cken  des  Ilalsschihles  abweicht:  er  ver- 
eini;:t  1'.  obsoletum  Dej.  mit  tricolor  Fabr.I  In  diesem 
letzten  Falle  ist  die  Vereinigung  indessen  nicht  ganz  so 
gewaltsam,  als  sie  auf  den  ersten  Blick  scheint.  Ich  glaube 
n.imlich  jetzt  ermittelt  zuhaben,  dass  das  Bemb.  tricolor 
Duval  nicht  das  in  Oesterreich  cemeine  tricolor  F'abr., 
Dntt.,  St.,  Dej.,  sondern  an-  •  ■  •,  ^^f  scapularc 
Dej.  i welches  .?.-I>uval  als  \  -  tricolor  atifftihrt) 

7M  beziehen  ist,  und  da««  .I.-Dn\ul  «la.n  echte  tri  clor  aU 
neue  .\rt  unter  dem  Namen  B.  Krichsonii  beschrieben  hat. 
In  der  Beschreibung  des  Erichsonii  sind  als  spccifischc 
Charactere  hervorgehoben:  ..antcnnarum  articnlus  primas 
so'is  nifus;  prothorax  planiuscnlns,  brevis .  eirtra  oblontro- 
ovata,  striis  leviter  pnnctnlati« .  extcmis  sul' '  '  -", 
Ch.iractere,  die  sannullich  «lern  tricolor  F'abr.    Du:  ;i, 

D<  j    zukommen,  und  die  meistens  auch  von  ^^turm  und  De- 


298 

jean  ihrem  tricolor  ausdrücklich  beigelegt  werden  *)  (Sturm. 
Taf.  158,  Dejean  Spec.  V.  S.  103). 

Nim  ist  zwar  meiner  Meinung  nach  auch  scapulare 
Dej.  (tricolor  Duval)  von  obsoletum,  welches  blass- 
geibe  Beine  hat,  durch  ganz  abweichende  Zeichnung  und 
dunklere  Beine  mit  schwarzbraunen  Schenkeln  specifisch 
unterschieden,  die  Vereinigung  beider  ist  aber  doch  nicht 
so  gewaltsam,  als  die  des  tricolor  Fabr.  und  obsoletum,  die 
kaum  eine  Aehnlichkeit  haben. 

Jacquelin- Duval  sagt  zwar  in  jedem  dieser  Fälle,  dass 
er  alle  Uebergänge  vor  sich  habe,  ich  kann  aber  nicht  um- 
hin, dies  zu  bezweiteln.  Ich  habe  mich  viel  mit  Bembidien 
beschäftigt,  besitze  eine  ausgezeichnete  Sammlung  derselben, 
habe  eine  sehr  grosse  Menge  von  Exemplaren  in  andern 
Sammlungen  untersucht,  und  bis  jetzt  ist  von  mir  nie  ein 
Uebergang  in  den  wesentlichen  Characteren  der  genannten 
Arten  beobachtet  worden.  Man  darf  aber  gewiss  verlangen, 
dass  auch  ein  Anderer  als  J. -Duval  sich  diese  Uebergänge, 
falls  sie  wirklich  existiren,  verschaffen  kann,  vorausgesetzt 
dass  er  die  Mühe  nicht  spart  und  Gelegenheit  hat,  ein 
reiches  Material  für  jede  einzelne  Frage  zusammenzubrin- 
gen, und  ich  bemerke  bei  dieser  Gelegenheit  nochmals 
ausdrücklich,  dass  ich  z.  B.  die  Vereinigung  der  Cicin- 
dela  maroccana  mit  campestris,  der  maritima  mit 
hybrida,  der  lugdunensis  mit  sinuata,  der  Formen 
des  Carabus  monilis  u.  a.  nicht  durch  einzelne  Stücke, 
sondern  durch  ganze  Reihen  von  Exemplaren  in  meiner 
Sammlung  beweisen  kann,  und  dass  sich  Jeder  mit  einiger 
Ausdauer  ähnliche  Reihen  wird  verschaffen  können. 

Meine  Meinung,  dass  die  von  J.-Duval  als  Uebergänge 
angesprochenen  Exemplare  bei  genauerer  Untersuchung  die 
wesentlichen  Charaktere  der  einen  oder  der  andern  Art  dar- 
bieten werden,  erhält  eine  Bestätigung  dadurch,  dass  Fair- 
raaire  und  Laboulbene,  denen  doch  die  Einsicht  in  die  Pariser 
Sammlungen  gestattet  war,  in  ihrer  Faune  frangaise  B. 
fasciolatum  wieder  von  tibiale,  und  obsoletum  von  tricolor 
(scapulare  Dej.)  trennen,  während  sie  allerdings  die  Ver- 
einigung von  foraminosum  und  striatum  beibehalten. 

Nach  dem  Vorausgeschickten  ist  es  gewiss  gerecht- 
fertigt, wenn  man  hinsichtlich  anderer  synonymischer  Re- 
ductionen,  die  J.-Duval  vorgenommen  hat,  nicht  unbedingt 
in  verba  magistri  schwört,  sondern  die  einzelnen  Fälle  einer 
selbstständigen    Prüfung    unterwirft.      Ich    habe  die  vier  in 


'')  Beiläufig  sei  bemerkt,  dass    ich  aus  der  Sammlung  der  Ger- 
marschen Sammlung  Original-Exemplare  des  tricolor  Dej.  besitze, 


209 

der  Entomol.  Zcitnnp  1858  S.  201  genannten  Rembidicn: 
r  h  a  e  t  i  c  11  ni ,  a  1  p  i  n  u  m ,  g  r  a  c  i  I  c  und  8  p  c  c  u  1  a  r  e  mit 
vollem  Hewusstsein  und  auf  (Irllmle,  die  mir  noch  heute 
iiicht><  von  ihrem  Wrrthc  rin^rrhilsst  /n  haben  scheinen,  in 
die  1.  Autiage  dos  Stettiner  <  atalogs  autgenoinmcn,  obwohl 
mir  biwiisst  war,  das>^  .I.-Duval  sii«  mit  pynnacum,  rufipes, 
bipunctatiim   und  4-guttatnm  Ni-rbundcii   hatte. 

1.  Bomb,  rhatticum  Heer  (Faun.  helv.  iL'T.  20) 
wird  von  J -Duval  »dine  weitere  Hcgründung  mit  pyrenacum 
Dej.  verbunden,  einer  Art,  die  ganz  besonders  flache 
Flllgeldecken  besitzt.  Heer  sagt  aber  in  der  Diagnose 
..elytris  e<»n  v  e  x  i  usen  lis"  und  weiter  ,,glaeiali  simillimum, 
elytris  c  on  ve  .\  i<>ri  bu  s  ete.  dign.". 

2.  Hemb.  alninuni  Dej.  soll  nach  Duval  nicht  ein- 
mal eine  \'arietät  dis  ruiijies  sein.  Nun  hat  aber  Dejean, 
einer  der  besten  Beobachter,  B.  alpinum  in  seiner  Beschrei- 
bung mit  rutipcs  verglichen  und  Unterschiede  in  Form  und 
Sculj)tur  der  Flllgeldecken  angegeben.  Hier  steht  also  Au 
torität  gegen  Autorität.  Entweder  hat  sieh  Dejean  Unter- 
schiede eingeliildit  oiler  .J. -Duval  hat  nicht  hinreichend  ge- 
nau beobaehtct.  Soll  nicht  in  einem  8<»lchen  Falle  die  Art 
im  t'ataloge  fortgetlihrt  werden,  bis  eine  nochmalige  Prü- 
fung der  typischen  Exemplare  erfolgt  ist?     Dasselbe  gilt 

3.  von  Bemb.  graeile  Kamb.,  welches  als  Synonym 
zu  lti|)unctatum  Liun.  gestellt  wird,  ohne  dassJ. -Duval  seine 
Ansieht  anders  als  durch  die  Worte  begrUndet  ,,le  graeile 
Ramb.  est  tout  simplement  pour  moi  le  bipunetatum,  la  dc- 
scription  n'en  difTere  nullemcnt'".  Süll  man  einem  so  aus- 
^'ezeichneten  Beschreiber  wie  Barnbur  ohne  Vergleich  der 
Typen  und  ohne  weitere  Bestätigung  den  Schnitzer  zu- 
trauen, das»  er  das  allbekannte  biitunctatum  Liun.  als  neue 
.\rt  und  noch  dazu  als  ,\rt  der  Eeja  (Jru|)pe  beschrieben 
hat  y 

4.  Das  sanliiiisehe  B.  8j)ceulare  h'u^t.  wird  von  J.- 
Duval  mit  l  guttatum  als  \'arictät  verl)unden.  Ich  kenne 
dasselbe  nicht,  es  werden  ihm  aber  ganz  glatte  spiegel- 
blanke Flügeldecken  zugeschrieben  (,,ohnc  Spur  von  l'uukt 
gtreifen"  KUstcr,  „striis  elytrorum  nullis*  J.-Duval.  18Ö1. 
S.  32H1),  während  4 -guttatum  schwache  aber  auf  der  Basis 
stark  punktirte  Streifen  besitzt.  J.-Duval  sagt  zwar 
„cette  Variete  rcmar(|Uable  nous  presente  tous  les  passages", 
aber  wo  ist  ein  zweites  Bcis|)iel  in  der  Entoundogie.  dass 
dieselbe  .\rt  iiald  mit  Flügeldecken,  die  ganz  glatt  sind 
bald  mit  P'lUgeldeckeD,  die  stark  punktirte  Streiten  haben, 
vorkoumit  ? 

J.  Duval    macht  mir    den  in  der    Entom.  ZcitUDg  1858 


300 

S.  65  aufgenommenen  Vorwurf,  dass  ich  über  Bemb.  ne- 
bulosum  nicht  weniger  als  „dreimal"  meine  Meinung  ge- 
ändert habe.  An  sich  wäre  es  nicht  eben  ein  Gegenstand 
des  Vorwurfes,  wenn  man  seine  Meinung  über  die  spe- 
cifische  Verschiedenheit  eines  Thieres  je  nach  dem  Ma- 
teriale,  welches  man  übersehen  kann,  ändert,  vorausgesetzt 
dass  m«an  nur  der  Wahrheit  näher  kommt.  In  dem  gegen- 
wärtigen Falle  verweise  ich  aber  die  Entomologen,  die  sich 
für  die  Sache  interessiren,  auf  den  Passus  über  Tachypus 
Rossii  in  der  Berl.  Entom.  Zeitscbr.  I.  S.  150,  der  sie  in 
den  Stand  setzt,  sich  ein  eignes  Urtheil  zu  bilden,  ob  und 
in  wie  weit  jener  Ausspruch  gerechtfertigt  ist. 


Nachschrift  der  Redaction.  Gegen  den  Abdruck 
des  vorstehenden  Artikels  von  Herrn  Prof  Dr.  Schaum 
hatte  ich,  wie  sich  nach  den  von  mir  mehrfach  ausge- 
sprochenen Principien  versteht,  um  so  weniger  etwas  ein- 
zuwenden, als  überhaupt  die  sachliche  Streitfrage  (abge- 
sehen von  dem  Punkte  der  Gruppen-Anordnung)  sich  nur 
um  einige  Synonyme  oder  Nicht-Synonyme  dreht,  und  ich 
schwerlich  glaube,  dass  zur  eventuellen  Vertheidigung  der 
von  Herrn  Jacquelin-Duval  ausserdem  noch  monirten  7  Spe- 
cies  Bembidium   sich  gar   keine  Momente   anführen  Hessen. 

C.  A.  Dohrn. 


Literatur. 


Enumeratio  corporum  animalium  Musei  Imperialis  aca- 
demiae  scientiarnra  Petropolitanae.  Classis  Insecto- 
rum.  Ordo  Lepidopterorum.  Pars  II.  Lepidoptera 
heterocera.  Accednnt  tab.  8.  (Petropoli  1857,  Bg.  9 
bis  18.    8to. 

Es  bildet  dieses  Heft  die  Fortsetzung  des  im  Jahre 
1855  erschienenen  ersten,  über  welches  im  Bericht  über 
die  wissenschaftlichen  Leistungen  im  Gebiete  der  Entomo- 
logie während  d.  J.  1855   vom  Ref.  Mittheiiungen   gemacht 


301 

wnrdcii.  Dasselbe  ist  ebenfalls  von  M(^n^tri<^8  bearbeitet, 
hepinnt  mit  einem  \aclitraj;e  zu  den  frlllicr  catalo^isirtcn 
Khopalorcrcn.  wi-N-lien  hier  :V*>  dem  rctcrshnrfrcr  Miiseo 
neiierdin^'s  zni^e^'an^'tnc  Arten  boiirofll^'t  werden  (  j).  'l? 
bis  ^.")i  und  liefert  sodann  eine  Aufzählnnj:  der  d^rt  befiiid- 
lielien  lleteroceren  ans  den  Familien  Cvdimonidae,  Apra- 
ristid.ie.  Caslniidae.  Sphin.iri'lae ,  Sesiaeidae,  Zyf,'aenidae, 
Lithnsidae  und  C'belonidae.  l>ie  Zahl  der  aus  diesen  Fa- 
milien ver/eielineten  Arten,  welche  wie  im  ersten  Theil  mit 
eini^'en  Citaten  iwk  den  franirbarsten  Werken  verschen 
worden  siml.  bt'liiuft  sieh  auf  .'.Tl :  (das  Berliner  Museum 
besass  aus  denselben  vor  einij^en  .fahren  nach  dem  damals 
aufgenommenen  Catalop:  128(»  Arten).  Da  es  nach  dem 
Vorwort  des  Verf.  seine  Absieht  ist,  in  dem  vorliegenden 
Verzeiehniss  die  noeli  nicht  beschriebenen  Arten  zu  eharak- 
terisiren,  so  muss  es  autVallen.  unter  der  Zahl  der  bereits 
bekannten  auch  solche  ohne  Citat  einer  Ucsdireibun;:  mit 
der  einfachen  Hezeiehnun^'  ..raris.  lU-eker'..  ..Moritz",  ..Klug:*' 
u.  8.  w.  versehene  anzutretVen.  ohne  dass  denselben  eine 
Hesehreihnnj:  lol^,  —  Die  zweite  Al)theilung  des  Ilcfle», 
welches  die  Charakteristik  der  neuen  Arten  zu  liefern  be- 
stimmt ist,  bejrinnt  ebenfalls  mit  N'achtriipen  und  Vcrbesse- 
runjren  zu  den  im  ersten  Hefte  beschriebenen  Khopaloceren 
und  liisst  auf  diese  die  l'.eschreiImnL'en  der  als  neu  ange- 
sehenen (sowohl  au»<  der  AlitheilnuL'  «ler  Khojialoceren  als 
lleteroceren I  folj^'cn.  Aus  den  Abbildun^,'en  dieser  neuen 
Arten  nnd  —  da  der  Verf.  hierauf  besonderes  (iewicht  zu 
Icfrcn  scheint  —  zugleich  aus  den  sie  begleitenden  Be- 
schreibuntren  liisst  sich  leicht  ersehen,  dass  ein  nicht  unbe- 
trächtlicher Theil  derselben  mit  !»ereits  bekannten,  ceradc 
wie  es  in  der  ersten  Lieferung'  tler  Fall  war.  zu'-ammen- 
fiillt.  So  sind  z.  IV  die  vier  als  neu  jtublieirten  f'astnia- 
.\rten  siimmtlich  bereits  beschrieben,  niimlich  Castnia  Langs- 
dorfii  Menetr.  =  C.  Zerynthia  Oray  (Transact.  of  the  en- 
tomol.  soc  II..  p.  144,  No.  11),  Cantnia  Hesekei  M(^n<^tr.  = 
C.  Boisduvalii  Walker  (List,  of  fApidopt.  Ins.  of  the  British 
Museum,  Lepid.  heteroe.  I  ,  p.  27,  \o.  ^J^i,  Castnia  umbrata 
Mi^netr.  —  C  Orestes  Walker  (ibid.  p.  2«'».  Xo.  27.  und  Castnia 
rjodarti  M<iietr.  =  C.  .».trifrata  Walker  (ib.  p.  .'{<>,  No.  'M^k  Vm 
hier  llberhaupt  nur  auf  die  dunh  Fiirhuncr  nnd  Zeichnung 
ansji^ezeichneten  Arten,  welche  der  Verf.  irrthllmlich  als  neu 
anpesehen  hat,  cinzupehen,  --  da  bei  dicken  «ler  Nachweis 
rlcr  Identit.at,  wie  es  auch  bei  einer  .Vnzahl  Arten  der  ersten 
Lieferung'  der  Fall  war,  mit  «usreichcnder  Bestimmtheit 
vorpenommen  werden  kann  -  so  int  ausser  den  oben  ge- 
nannten   z.    B.    Sjdiinx    Anteros    MenjI-tr.  =  Sph.    Justiciae 


302 

Walker  (Lepidopt.  heterocera  VII.,  p.  220,  Nr.  12),  Sme- 
rinthus  Sperchius  Menetr. ,  dessen  Beschreibung  übrigens 
von  der  Abbildung  in  mehreren  Punkten  abweicht,  =  Smer. 
Dyras  Walker  (ibidem  p.  250,  No.  13),  Charidea  fastuosa 
Menetr.  =  Euchromia  jucunda  Walker  (ibidem  L,  p.  216, 
No.  18)  u.  s.  w.  Der  Eeichthum  der  Cataloge  des  British 
Museum  an  hier  zuerst  beschriebenen  neuen  Arten,  welche 
vom  Verf.  nicht  berücksichtigt  worden  sind,  motivirt  die 
Besorgniss,  dass  bei  fortgesetztem  Vergleich  sich  noch 
mehrere  Synonyme  ergeben  werden.  —  Wenn  ich  hier 
ausserdem  noch  meine  Zweifel  an  der  Selbstständigkeit 
des  Smerinthus  Argus  Menetr.,  den  ich  nach  der  Abbildung 
und  ganz  besonders  auch  nach  der  Beschreibung 
für  eine  leichte  Abänderung  des  Smerinthus  ocellatus  zu 
halten  geneigt  bin,  ausdrücke,  so  geschieht  dies  nur,  um 
dem  Verf.  bemerklich  zu  machen,  dass  Unterschiede,  wie 
er  sie  in  der  letzten  Nummer  dieser  Zeitung  zur  Rettung 
einiger  nicht  genügend  begründeten  Arten  in  Worte  gekleidet 
hat,  keineswegs  geeignet  sind,  einen  Sachverständigen 
von  der  Selbstständigkeit  dieser  Arten  zu  überzeugen.  Ist 
der  Verf.  von  dem  Glauben  an  die  Artrechte  seines  Papilio 
Cinyras  durchdrungen,  so  kann  wohl  gegen  diese  Ansicht  als 
eine  subjective  Niemand  etwas  haben;  nichts  desto  weniger 
wird  er  Andern  gestatten  müssen,  darin  nur  eine,  nicht  ein- 
mal besonders  auffallende  Aberration  des  bekannten  Papilio 
Thoas  Lin.  zu  erkennen.  Weder  die  Abbildung  des  auf 
Taf.  VIII.,  Fig.  2  dargestellten  Colias-Männchens  noch  das 
ausführliche  Raisonnement  des  Verf.  (auf  pag.  100)  wird 
den  Besitzer  einer  grösseren  Sammlung  von  Arten  dieser 
Gattung  davon  überzeugen  können,  das  jenes  Männchen  das 
Weibchen  des  auf  Taf.  VIII.  Fig.  1  abgebildeten  Männchens 
(einer  anderen  Art)  sein  soll  oder  kann,  besonders  auch 
deshalb,  weil  wenigstens  von  der  einen  dieser  beiden  Arten 
das  Weibchen  mit  Sicherheit  bekannt  ist. 

Alle  diese  Aussetzungen  hindern  übrigens  den  Ref. 
keineswegs,  dem  vom  Verf.  des  Catalogs  ausgedrückten 
Wunsche  zu  genügen  und  schliesslich  die  Arbeit  als  eine 
in  ihrer  Art  ganz  anerkennungswerthe  zu  bezeichnen  und 
wenn  es  auch  nur  aus  dem  Grunde  wäre,  dass  ein  Theil 
der  darin  als  neu  aufgestellten  Arten  sich  mit  Sicherheit 
als  wirklich  neu  nachweisen  lässt. 

Gerstäcker. 


303 

Die  beiden  Hoefnagcl ,   die  ersten  deutschen  Ento- 
mologen   und    Insectenmaler    im    16.   Jahrhundert. 

\'<Mi   II.   Ilnffpn. 

Die  Werke  der  Ilotfnaj,'«!  siml  so  selten  geworden 
und  die  Mittheilun;:eu  darüber  in  den  Hibliographicn  so 
iiiivolUtiindi;;  und  zum  Theil  unrielitig:,  dass  eine  Xachrieht 
ilber  nie  nach  eigener  Intersuehung  percehtfertipt  erscheint. 
Im  so  mehr  als  sich  hier  «iic  ersten  branchbaren  Abbil 
düngen  von  Inscctcn  V(»r(inilen,  und  selbe  zu^rlcich  bewei- 
sen, dass  die  Verfasser  neben  dem  Titel  eines  Malers  auch 
den  eints  IV'dbachtrrs  mit  Recht  Iteanspruchcn  können. 
Acltere  Werke  mit  Insectenabbildungen  sind  mir  nicht  be- 
kannt, und  somit  die  Angabe,  dass  sie  die  ersten  Inseeten- 
maler  seien,  gerecht,  wotrcgen  der  Zusatz  als  deutsche 
Kntomologen  einifrcr  Antechtung  unterliegi-n  dürfte,  wenn 
eine  strenge  .\btrennung  des  niederdeutschen  Element«  fest 
gehalten  wird. 

(ieorg  Ib'cfiiaL'cl,  der  Vater,  war  um  das  Knde  des 
sechzehnten  Jahrhunderts  ein  berühmter  Maler  in  Antwer- 
pen. Kr  fertigte  für  den  Kaiser  liudulph  II.  ein  naturhisto- 
risches Hilderwerk,  und  für  jeden  liand  desselben  war  ihm 
nach  Sandrart  die  unKOw.ihnlich  hohe  Summe  von  1000 
(Hild^'ulden  zugesaict.  Ich  habe  nicht  ermitteln  können,  was 
(lavun  wirklich  fertig  ^'twurdcn  und  W(»  dies  Werk  geblie- 
ben ist.  Die  Hiblinthck  Kudolphs  bildet  den  KaritUten- 
stamm  der  jetzigen  K.  K.  Ilofljibliothck  in  Wien,  d<>ch  ist 
in  der  Beschreibung  derselben  v(»n  Mosel  unter  den  vor- 
handenen Seltenheiten  eines  derarti^'cn  Kupferwerkes  nicht 
gedacht.  P'.inc  weitere  Nachri<ht  über  Hoetnagel  tiudc  ich 
in  Angerii  Clutii  M.  D.  opuscula  du»»  singularia  de  nuco 
medica  et  de  llemeroi)io  sive  Kphcmero  insecto,  et  Majali 
Vermc  Amstercxlami   \i'ü\4.     4to.  p.  lid. 

„.Vccessit  et  altera  oceahio  pcrscratandi,  quml  Caesaris 
Kuddlphi  II.  pictor  cximius  Iloutnagcl  bestiolae  ad  vivam 
depi(  tae  imagincm  mihi  donavit.  cum  brcvi  historia  natalis 
ejus.''  I>as  erwähnte  Thier  i>\  die  bekannte  Swammcrdani- 
sche  Fphcmera  ralin^renia  luUK'iiauda.  ( >bw«»hl  Clntius  nicht 
weiter  specicil  erwiihnt.  W(»rin  die  Mitthcilnngen  bestanden 
haben,  beweisen  seine  Schlussworto  d(»ch  hinlanirlich,  dass 
Hoefnagel  die  lusecten  nicht  nur  gemalt,  s<tndcm  auch  be- 
obachtet habe.  Aus  der  Schreibart  des  Namens  bei  Clutius 
wird  es  wahrscheinlich,  dass  sein  Name  eigentlich  Hufnagel 
^'cheissen  habe  und  nach  der  Manier  der  Nicderdcutschcu 
in  Hoefoagcl  amKewandelt  sei. 


304 

Etwas  Näheres  über  ihn  kann  ich  nicht  ermitteln;  da 
Rudolph  IL  von  1576 — 1612  herrschte,  fällt  in  diese  Zeit 
seine  Wirksamkeit,  jedenfalls  ist  er  (nach  dem  Geburtsjahre 
seines  Sohnes  zu  urtheilen)  um  die  Mitte  des  16.  Jahrhun- 
derts oder  früher  geboren. 

Sein  Sohn  Jacob  Hoefnagel  war  nach  der  Angabe  auf 
dem  Titel  der  Archetypa  1592  siebzehn  Jahr  alt,  ist  also 
1575  geboren,  er  war  wie  sein  Vater  Maler  in  Antwerpen 
aber  auch  zugleich  Kupferstecher  und  soll  räch  Nagler 
(Neues  allgem.  Künstler-Lexikon)  1629  in  München  gestor- 
ben sein. 

Was  man  sonst  von  ihm  weiss,  beschränkt  sich  auf 
die  beiden  gleich  zu  erwähnenden  Werke,  welche  er  nach 
den  Zeichnungen  seines  Vaters  herausgegeben  hat. 

1.  Archetypa  studiaque  patris  Georgii  Hoefnagelii 
Jacobus  F.  genio  duce  ab  ipso  scalpta,  omnibus  philomusis 
amice  D.  ac  perbenigne  communicat.  Ann.  sal.  XCIL 
Aetat.  XVIL  Francofurti  ad  Moenum.  cum  prae.  Caes. 
Mas.  5.  in  quer  4to. 

Das  Werk  enthält  4  Theile;  jeder  besteht  aus  einem 
Titel  und  12  Blättern,  also  zusammen  52  Blättern.  Die 
Titel  sind  wie  die  übrigen  Kupfer  mit  Arabesken,  Thieren, 
Pflanzen  und  Sinnsprüchen  bunt  gefüllt  und  bezeichnet  als 
Pars  prima,  secunda,  tertia,  quarta.  Auf  Pars  quarta  findet 
sich  die  Jahreszahl  1592,  woraus  erhellt,  dass  das  ganze 
Werk  im  selben  Jahr  erschienen  sei.  Auf  jeder  Tafel  be- 
findet sich  in  gewöhnlichen  Ziffern  rechts  unten  die  Zahl 
des  Theils,  links  unten  die  Zahl  der  Tafel  (in  jedem  Theil 
von  1  bis  12);  da  die  Titel  hiebei  nicht  mitgezählt  sind, 
ergiebt  sich  hieraus  die  Verschiedenheit  der  Angaben  von 
48  oder  52  Tafeln.  Auf  jeder  Tafel  befinden  sich  eine 
grosse  Zahl  von  Blumen,  Früchten,  Insekten,  doch  auch 
hin  und  wieder  andere  Thiere.  Ueberdies  führt  jede  Tafel 
oben  und  unten  oder  in  der  Mitte  in  lateinischer  Sprache 
Bibelverse,  Sprüchwörter,  Räthsel  und  Macaronische  Verse. 
Die  Figuren  sind  weder  beziffert  noch  benannt  (in  meinem 
nicht  vollständigen  Exemplar  finde  ich  nur  auf  T.  III.  Tab.  6. 
bei  Lepas  angegeben:  concha  Anatifera  vulg.  Branta  et 
Bernicla)  auch  kein  weiterer  Text  vorhanden.  Die  Kupfer 
sind  auf  dünnes  Papier  gedruckt  und  werden  stets  als 
schwarz  angegeben.  Ich  besitze  jedoch  ein  Exemplar  mit 
alter  Illumination.  Die  Kupfer  sind  auf  sehr  feines  gefärb- 
tes (wohl  rosa)  Papier  gedruckt,  ringsumher  ein  schmaler 
orangefarbener  Rand.  Die  Kupfer  sind  auf  stärkeres  Papier 
aufgeklebt,  ihr  Wasserzeichen  ist  ein  Merkurstab  mitSchlan- 


306 

pcn  ninwuuden.  Die  panze  Art  der  Illumination,  der  alt<- 
Hand  mit  8tark  wurnifriisöipen  ll<>l/de«'kelii  und  IN'rpjinicnt- 
rllcken .  die  inituiitir  sehr  Hor.'lalli^'»,' .  mitunter  narlilassigc 
Ansmalun;;  dt-r  Fiirurtn  und  die  Farben  Hcll»st  sprcclieu 
mir  siidicr  daUir,  dasn  hier  nicht  etwa  ein  nacligemaltes, 
sondern  ein  illuminirt  edirtoH  Exemplar  vorliegt.  Aueb  ist 
liei  den  Htbwar/en  K\rm|>laren,  die  ieb  ^'eseben  (in  I'psala, 
London.  l)eut.«;eldandi  das  I'apier  der  Kupfer  Htärker,  weiss 
und   selbi^'e  nielit  aut'^'eklebt.     Lei<ltr  fehlen  nur   IS  Tafeln. 

Mit  meinen  Anjrahen  stimmt  ^'enau  das  Exemplar  iu 
('obres  Delieiae  II.  p.  sU.  und  bei  IMmer  iu  Fnessly  Neues 
Magazin  I.  p.  .'{<;;').  —  Hoebmor  IJibl.  II.  2.  p.  liil,  IJur- 
nioister  Hdb.  II.  p.  .'>  und  l'ercheron  I.  |t.  177  haben  irr- 
thllmlieb  die  Jahreszahl  M'.'l',  aueb  die  bei  den  beiden  erst- 
genannten gematbte  Angabe,  dass  Anmerkungen  zu  diesem 
Werke  von  Ki»ttenburg  im  Naturfor.seher  St.  ♦> — 11  htändcn, 
ist  irrig:  selbe  gehören  zu  den  neueren  Aufsätzen  llber 
Schmetterlinge  von  Hufnagel  im  Hcrl.  .Magazin. 

Nach  Engelmann  P.ibl.  p.  .'5i'^  giebt  es  noch  eine  spä- 
tere Ausgabe:  exend.  Weigel  (Aug.  Vindel.  eircit.  ann.  17<.)0). 
Vielleicht  ist  auch  dies  irrig,  wenigstens  tinde  ich  nirgends 
dieselbe  erwähnt. 

Hoehmer  1.  e.  j).  121  erwähnt  nach  Ilaibr  Meth.  p.  182 
eines  Werkes  V(»n  l.V.t^  in  Ito.  obl.  ohne  Titel  mit  der  Auf- 
schrift: Vivitur  ingenio,  caetera  mortis  erunt.  Ks  ist  dies 
aber  nur  Pars  «juarta  ilcr  Archrly|ta,  auf  welchem  sich  auch 
jene  Aufschrift  und  .Iiihnszaid  findet.  ("obres  1.  e.  citirt 
Über  dies  Werk  Onmov.  I'.ibl.  p.  1;M;  Haller  r.ibl.  I.  p.  .SHT; 
Brllkmann  Bi})l.  Anim.  (.'ont.  p.  sj. 

Schwarze  Exemplare  der  Arehetypa  sind  mitunt»  r  an- 
tiquarisch lUr  3  Thlr.  ansgeboten.  im  (Janzen  jedoch  selten 
zu  neinu'n ;  von  illuminirten  ist  ausser  dem  nieinigcn  keines 
bekannt. 

'J.  Divi-rsae  Inscctarum  NDlatilinm  icone.'^  ad  \i\um 
acenratissime  depietae  per  celelicrrimum  pietorem  I).  J. 
Hoefnagel.  rvpisfjuc  mandatae  a.  Nicoiao  Joannis  Vi.sscher 
Anno  lt^l4t.  (hine  loeoj  F.s  «nthält  h)  Taleln  in  quer  4to, 
wobei  der  mit  Figuren  umgebene  Titel  mitgezählt  ist. 
Jedes  Hlatt  filhrt  rechts  unten  (auch  der  TitcH  die  betref- 
fende Nummer  in  gewühnlicheu  Ziffern  Ist  Ilnclnagel.^ 
Todesjahr  mit  lt'»l'0  richtig  angegeben,  so  wäre  dies  Werk 
erst  nach  seinem  Tode  erschienen,  was  die  Worte  des  Titels 
(celeberrimum  pietorem»  glaublich  machen.  Hurmeister  1.  e. 
und  Eugelmann  p.  ;*).">.')  führen  als  Druckort  Antwerpen  an, 
und  Burmeistcr   erwähnt   (ob    richtig Vj   noch   einer   cd.  von 


306 

1646.  4to.  Eisenmann,  Litterat.  p.  19,  sagt  dass  Visscher 
mit  Beihülfe  Witte's  Stich  und  Druck  besorgt  habe.  Woher 
diese  Notiz  stammt,  kann  ich  nicht  ermitteln.  Frisch, 
Deutschlands  Insekten,  Tom.  6,  Praefat.,  giebt  einen  weit- 
läuftigen  Bericht  über  dies  Werk,  zählt  aber,  sowie  auch 
Eoemer  in  Fuessly  Neues  Magaz.  I.  p.  366,  nur  14  Tafeln. 
Da  bei  meinem  Exemplar  sich  Taf.  15  und  16  in  Nichts 
von  den  übrigen  unterscheiden,  war  sein  Exemplar  wohl 
unvollständig.  Auch  ist  das  Hühnchen  im  Ei  auf  Taf.  14, 
während  Frisch  es  auf  Taf.  12  angiebt. 

Es  gehört  dies  Werk  zu  den  grössten  Seltenheiten, 
und  fehlt  selbst  grossen  Bibliotheken.  Seit  15  Jahren  ist 
es,  bis  auf  das  einzige  Exemplar,  welches  ich  in  einer 
Danziger  Privatauction  erstand,  niemals  antiquarisch  aus- 
geboten. Das  Papier  ist  dünn,  das  Wasserzeichen  ein 
blühender  Blumentopf,  der  Druck  scharf.  Im  Frühjahr 
1857  hat  allerdings  Schmidt  in  Halle  ein  Exemplar 
ausgeboten,  selbiges  ist  aber  verfälscht.  Nur  der  Titel 
und  einige  Blätter  sind  echt,  die  übrigen  sind  aus  der 
Archetypa,  der  Index  in  den  Ecken  ist  sauber  ausradirt. 
Der  Einband  ist  alt,  und  die  ganze  Erhaltung  des  Buches 
zeigt,  dass  es  vor  langer  Zeit  zusammengesetzt  ist,  wodurch 
Hr.  Schmidt  getäuscht  sein  wird.  Ich  habe  dies  Exemplar 
sehr  genau  geprüft,  und  warne  davor. 

Die  Kupfertafeln  haben  genau  die  Grösse  der  Arche- 
typa und  enthalten  (mit  Ausnahme  des  Hühnchen  im  Ei) 
die  Insekten  der  Archetypa  kopirt.  Die  Figuren  sind  um- 
gekehrt, ihre  Ausführung  meist  wesentlich  schlechter.  Die 
Zahl  der  Insekten  ist  340;  Leach  Edinb.  Encycl.  IX.  p.  59 
zählt  nur  326,  Frisch  1.  c.  336;  letztere  Zahl  macht  es  al- 
lerdings unbegreiflich,  dass  ihm  zwei  Tafeln  gefehlt  haben. 
Es  sind  abgebildet  Coleoptera  37,  Orthoptera  22,  Neurop- 
tera  30  (14  Odonaten),  Lepidoptera  72  (Papil.  31,  Sphing.  6, 
Nocturn.  35),  Hymeuoptera  35,  Diptera  78,  Hemiptera  21, 
Arachniden  35,  Larven  7,  Crytaceen  2. 

Mit  Ausnahme  der  Hühnchen,  einer  Krabbe,  Skorpion, 
Tarantel,  Scarab.  Actaeon  und  einer  Buprestis,  sind  alles 
norddeutsche  Insekten,  also  334  abgebildet,  wovon  die 
Hälfte  sicher  zu  bestimmen  ist,  besonders  wenn  die  besseren 
illuminirten  Figuren  der  Archetypa  benutzt  werden.  Der 
Habitus  und  die  Färbung  sind  oft  sehr  gut  getroffen.  Das 
Werk  ist  daher  als  erstes  in  Betracht  des  damaligen  trau- 
rigen Zustandes  der  Wissenschaft  bedeutend  zu  nennen. 
Die  kleinen  Thiere  sind  durchweg  unkenntlich.  Wie  schon 
Frisch  erwähnt,  sind  viele  Figuren  in  andere  Werke  über- 
gegangen,   so   namentlich   in  Jonstons  Compilation.     Doch 


307 

auch  Monfet  hat,  ohwohl  er  Hoefnagcl  nicht  citirt.  einige 
ropirt.  So  ist  die  Fi^rur  des  Scarah.  Actaeon,  dii>  er  von 
Camerarius  nach  einem  Kxcinjilar  ans  der  Sammlung  de« 
Herzogs  von  Sachsen  erhalten  haben  will,  sicher  eine  Copie 
Hoet'iia^els.  Auch  in  anderer  Hinsiclit  haben  die  Figuren 
manches  Interesse.  So  weisen  mehrfache  gute  At)bildungen 
nacli,  dass  Hlatta  orientalis  schon  I'/.'l'  in  Norddeutschland 
oder  Holland  heinusch  gewesen  ist. 

Jeden  neuen  IJeitrag  zur  Kenutniss  dieser  merkwür- 
digen BUcher  und  ihrer  Verfasser,  wie  auch  Uhniichcr  Werke 
jener  Zeit,  namentlich  z.H.  von  Wenccslaus  Hullar,  werde 
ich  mit  grossem  Danke  annehmen. 


Bemerkungen  zu  einigen 
in  Labrador  vorkommenden  Schmetterlingen. 

\uu  II.  f  lirlutopli ,  Lehrtr  iu  Surupta.  *> 

Es  wird  vielleicht  manchem  Leser  dieser  Zeitung 
nicht  jran/  uninteressant  sein,  einen  kleinen  Beitrag  zur 
Lcpidnptenifauna  Labradors  zu  erhalten,  nachdem  durch  die 
verdienstvollen  .\rl)eiten  Herrn  Dr.  Standinprers  u.  A.  das 
Interesse  fllr  die  Inscetenfauna  des  Nordens  Uberhau|)t  mehr 
angeregt  worden  ist.  Es  ist  jedorh  durchaus  nicht  meine 
.Meinung,  hiermit  etwas  die  \\  issensehaft  el)en8o  flirderndes 
liefern  zu  wollen,  denn  ich  kann,  was  die  wenigen  An- 
gaben Über  .\uf«nthalt  und  Lebensweise  betrilTt.  nicht 
nach  eigener  Anschauung  berichten,  sondern  muss  mich  auf 
die  weni^ren,  jedoch  zuverlässigen  Miliheiliingen  meines  in 
Labrador  sammelnden  Freundes  beziehen.  Die  Anzahl  der 
,\rten,  die  ich  hier  auffuhren  will,  ist  ziemlich  gering,  aber 
unter    dem  Wenitren    ist    dennoch    vielleicht  Einiges    bisher 


•)  Dio»«'  Arbeit  hat  Horr  rhrijtoph  «Mn«'m  b«»fronn<lcton  I.^pi- 
doptoroloK*^"  ^«ir  dorn  I)nirk"  »ur  I>nrrh»irht  ond  K'^daction  fiber- 
geb«>D,  Dnd  ich  b»>m«*rk<>  d«>»li»lb  «undnirklirb,  dann  di<>  folgend«n 
nAnm.  der  Kcd."  fremde  Federu  «lud,  d«ren  Schmuck  mir  oicbt 
gebührt.  C.  A.  Dobro. 


308 

noch  nicht  bekannt  geworden ,  wenigstens  nicht  als  in  La- 
brador vorkommend. 

Mancher  Art,  deren  Vorkommen  in  Labrador  mir  be- 
kannt ist,  erwähne  ich  nicht,  weil  mir  jede  genauere  An- 
gabe über  Fundort  und  Lebensweise  fehlt,  da  ich  sie  selbst 
nicht  besitze. 

Unter  den  zu  erwähnenden  Arten  sind  einige  wahr- 
scheinlich neu  und  bis  jetzt  Labrador  eigenthümlich.  Mit 
welchem  Recht  solchen  Arten  europäisches  Bürgerrecht  zu- 
gestanden werden  darf,  wage  ich  nicht  hier  zu  beurtheilen; 
ich  glaube  aber,  dass  die  meisten  der  in  Labrador  vorkom- 
menden Schmetterlinge  auch  im  nördlichen  Europa  werden 
gefunden  werden ;  denn  so  viel  mir  bekannt  ist,  giebt  es  in 
Labrador,  zumal  im  nördlicheren,  woher  ich  meine  Schmet- 
terlinge erhielt  (Missionsstatiou  Ockak  75  *'  nördl.  Breite) 
ausser  einer  oder  zwei  Coniferen-Arten  nur  sehr  wenig  Pflan- 
zen, die  nicht  der  höhere  Norden  Europa's  und  Asiens  auch 
aufzuweisen  hätte.  Nebst  verschiedenen  Gräsern  sind  in 
Labrador  besonders  zahlreich  an  Arten  die  Ericeen-Gattungen : 
Ledum,  Andromeda,  Vaccinium,  PjTola  vertreten,  auch 
mehrere  Salix-Arten  sind  als  Strauchwerk  häufig.  Man 
darf  wohl  annehmen,  dass  auf  den  genannten  Pflanzen 
die  meisten  Raupen  der  dort  gefundenen  Schmetterlinge 
leben,  wenn  mau  bedenkt,  wie  vielen  verschiedenen  Raupen 
hier  zu  Lande  allein  das  Kraut  der  Heidelbeere,  Vaccinium 
Myrtillus,  zur  Nahrung  dient. 

Argynnis  Ossianus.  Dieser  Schmetterling  ist 
freilich  längst  schon  als  labradorisch  bekannt.  Mehrere 
Lepidopterologen  bezweifeln  nach  der  Vergleichung  meines 
labradorischen  Ossianus  mit  nordischen  Stücken  von  A.  Aphi- 
rape  dessen  Artrecht  und  halten  Ossianus,  vielleicht  mit  gutem 
Recht,  für  identisch  mit  Aphirape.  Ich  besitze  nur  2  Stück 
von  Aphirape  und  glaube  mich  darum  nicht  berechtigt, 
eine  bestimmte  eigene  Meinung  auszusprechen. 

Ossianus  fliegt,  zugleich  mit  A.  Chariclea  var. 
Boisduvalii  auf  grasigen  Plätzen  und  Weidengebüscheu 
eben  so  häufig  wie  bei  uns  A.  Selene. 

Vanessa  Antiopa.  Ist  gar  nicht  selten  und  über- 
wintert, wie  auch  hier  gewöhnlich  an  der  Seite  von  Steinen, 
oder,  wo  es  möglich  ist,  unter  denselben  im  Freien.  Die 
Raupe  wurde  auf  Weidensträuchen  gefunden. 

Chionobas  Bootes,  Ch.  Crambis,  Ch.  Taygete. 
Ich  theile  die  Ansicht,  dass  die  Gattung  Chionobas  viel 
weniger  Arten  hat,  als  in  den  Verzeichnissen  aufgeführt 
werden.  Bei  einer  vorgenommenen  Vergleichung  einer  An- 
zahl Bootes  mit  dabei   befindlichen  Taygetes  und  Crambis 


konnte    ich    nutor    (liegen  Arten    in    der  FlUf^eibilduot,'    und 
dem  Adcrvorlauf  keinen  Interseliicd  finden. 

Hei  den  ,»  niler  "l  Arten  erscheint  der  Ilinteirand, 
besonders  der  der  HintertlUpel ,  etwas  stärker  f^ebo^'cn  als 
bei  den  cfcT.  iJie  Anla;:»'  der  ZeiehDunp  anl  der  Oberseite 
ist  bei  allen  Kxeinplaren  pleieli .  nur  beim  ^  schärfer.  Der 
Sdrderrand  «1er  \\)rdertl(l;rel  \i>n  B<M»tes  und  Taygetc  ist 
weiss,  bii  C'ranibis  da^'e^'on  gelbbraun  best.iiiftt,  was  dieser 
allerdinfTS  ein  andt'res  Ansehen  pebt. 

Aul  der  Interseile  haben  Hoofrs  und  Taygete  sehr 
scharfe  Zeiehnun;;;  die  Adern  sind  stets  weiss  und  zeigen 
keinen  rntersehied .  um  daraus  zwei  besondere  Arten  zu 
machen.  An  «len  Fühlern.  Fllsson  und  Palpen  kann  ich 
keine  Vers<hiedeidioit  bemerken.  Meine  C'rambis  unter- 
scheiden .sieb  auf  iler  Interseite  nur  durch  eine  weni:;cr 
mit  weiss  vermisejite.  datier  dunkler  und  wenifjer  soliarf 
ansoreprJigtc  Zeichnung'.  Zwei  ;  ."^tiickc  von  Crambis  haben 
oben  auf  «leu  Vorderflllp-cln  ein  kleines  schwarzes  Auge,  so- 
wie ein  kaum  sichtbares.  blliulich^Taues.  schwarzunizogones 
Auge  in  der  rutiibraunen  Binde  vor  dem  Aussenrand.  Den 
Übrigen  fehlt  diese  Auszeichnung.  Ein  Exemplar  mit  weisi 
bestaubtem  Vorderrand  und  zwei  verloschenen  gelben 
Punkten  gegen  die  Spitze  des  Vorderflllgels  zu,  sonst  mit 
^'Vambis  Übereinstimmend,  wäre  gcwis.s  Ch.  Oeno  Boisd.  *) 

Die  Flugzeit  ist  im  Juli  und  August.  Sic  setzen  sich 
gern  an  Steine  und  scheinen  in  ihrem  Benehmen  mit  den 
Satyrus-Arten  Aehnliehkeit   zu  haben. 

Ch  Bai  der.  Fliegt  /.u  gleicher  Zeit,  ist  aber  viel 
»eltenor. 

I.yeaena  .\quilo.  ••)  Ist  im  Jidi  b^i  Ockak  nicht 
selten  und  hiilt  si<h  auf  Grasplätzen  auf 


5..  *    L'hiuiiub.  OciJü  bAl  lu   Mouduv.  Icoii.  pU  39.  fi^.  4 — 6   p.  195 

keioe  2  gc'lbo  Punkte  auf  den  Vorderdügeln .    aoiidern    Dur    auelqae« 
p«tits  atorae»  uuinttros.  Anin.  d.  Keu. 


**)  Für  di«'jcnii«'ii .  ii-  -1.11  m  u.  1  (  uter»ucbun(;  b<<liu»en 
noUen,  w.-ui  di<-  xichTl"!  L>r.  Aquilo  ««ijeiitUcb  »eicn,  «inl  ci  nicli. 
überflü*<ii({  «eiii.  ^tuU  auf  den  r<.  I  ..  m,  n. ->  •  , .  rr„.,.i;..  >  i  ;p;, 
Rückaicbt    zu   ikIiiucd,   der  in  Ko*  . '.n 

ist.    Wegen  der  m-  lloicht  etwas  1  L  ^       /    „     _..,:.^_.:   ^..  K-i*«- 

>M'rki  th<.-ileD  wir  lii>r  aits  der  v  Orobeo  »rbeu  L'ebeneuuog  Ib.  3. 
S.  245  die  Beschreibung  mil. 

Pol y omni.  Frnnkliiu.  Silbcrifri^ii,  mit  eioem  schwär«  11  m- 
lifigUiD  Tüpftti  auf  dcQi  Mittelpunkt  jedes  Klü|^s;    uiil«D    brauu    mit 

8i» 


310 

ColiasPelidne.  Im  Juli  an  sumpfigen  Stellen,  wo 
Ledum  palustre,  Vaccinium  uliginosum  und  Vitis  idaea 
wächst.  Der  Schmetterling  setzt  sich  gern  an  die  Blüthen 
von  Sedum.  Ich  vermuthe,  dass  dije  Raupe  wie  die  unse- 
rer Palaeno  auf  einem  Vaccinium  lebt. 

Col.  Nastes.  Ist  an  gleichen  Oertlichkeiten  wie  vo- 
rige und  wohl  nicht  viel  seltener,  sondern  mag  wohl  aus 
Unkenntniss  der  Sammler  wegen  ihrer  unscheinbareren  Fär- 
bung nicht  beachtet  werden. 

Syrichthus  *)  centaureae.  Mein  Exemplar  ist 
nicht  so  scharf  gezeichnet,  wie  die  deutschen.  Der  Falter 
fliegt  im  Juli  und  setzt  sich  gern  an  Blumen. 

Orgyia.  (n.  sp.)  **)  Der  0.  selenitica  ziemlich  ähn- 
lich. Ich  besitze  nur  ein  cT  Stück,  welches  im  August 
Abends  im  Zimmer  gefangen  wurde. 


rahlreicheu  weissen  Flecken,  auf  den  Oberflügeln  mit  grossen  schwar- 
zen Augen,  auf  den  Unterflügeln  mit  kleinen  oder  gar  keinen  Flecken. 
Flügelbreite  11—13"'.    Taf.  A.  fig.  8.  9. 

Schwarz  mit  bläulichen  Haaren.  Palpen  bläulich-weisslich,  Rän- 
der der  Augen  silberweiss.  Die  Fühler  weissgetüpfelt;  flndkeule 
orangefarbig,  ausgenommen  die  Rückseite.  Flügel  graulich,  silbergrün 
gepudert,  besonders  an  der  Basis;  die  Flecken  an  der  Unterseite  nur 
undeutlich  sichtbar  (verwaschen),  ein  schwarzer  Fleck  auf  dem  Mittel- 
feld eines  jeden  Flügels  mit  einem  weisslichen  Rand.  Säume  der 
Flügel  schieferfarbig,  der  hintere  mit  einer  Linie  von  undeutlich  weiss- 
lichen Ocellen  längs  dem  Rande.  Wimpern  [Franzen]  weiss.  Unter- 
seite: Oberflügel  mit  einem  weissen  Flecken  gegen  die  Basis  und  ei- 
nem andern  auf  dem  Mittelfelde  mit  einem  langen  schwarzen  Auge. 
Ueber  ihnen  befindet  sich  eine  gekrümmte  Linie  von  6  schwarzen, 
weiss  eingefassten ,  und  in  der  Nähe  des  Hinterrandes  die  nämliche 
Anzahl  undeutlicher,  bohnenförmiger ,  schwärzlicher  Flecken,  v.eiss 
eingefasst.  —  Unterflügel  schieferartig  mit  Gold  gesprenkelt,  aber 
blau  an  der  Basis;  5  weissliche  Flecken  gegen  die  Basis,  die  drei 
äussern  mit  schwarzen  Augen;  4  ihnen  ähnliche  Flecken  in  einer  Li- 
nie über  der  Mitte;  eine  Reihe  von  8  weisslichen  Bogen  mit  schwar- 
zen Flecken  berührend  [?j,  die  2  gegen  den  Mittelpunkt  sind  die 
grössten  und  zuweilen  halbmondförmig.     Beine  bläulichweiss. 

Nur  zwei  Exemplare  dieser  Art  wurden  gefangen  [in  Boothia 
felix  um  70'  n.  Br.].  Sie  nährten  sich  gegen  Ende  des  Juli  von  Astra- 
galus  alpinus.  Anm.  d.  Red. 

*)  So  ist  die  richtige  Schreibart  dieses  Wortes;  in  Boisduv. 
Index  steht  zwar  Syricthus  S.  35,  allein  im  Register  S.  237  sehen  wir 
richtig  Syrichthus.  Anm.  d.  Red. 

•")  Dies  ist  ohne  Zweifel  Laria  Rossii  Gurt.,  die  a.  a.  O. 
S-  247  so  beschrieben  wird. 

Durchsichtig    grau.     Oberflügel    mit    2    schwärzlichen,    wellen- 


311 

Org.  Alis  anticis  fusco  -  oincreis  albiiio-variis,  raacula 
Innata  centrali  albida.  strigis  diiabus  dcutatis  nigrcaccutibu.s; 
poiitic-is  palli'lo  liavis,  ninrf,Mnt'  lato  nigricanti   17   Lin. 

Kopt ,  Tliorax  und  Hinterleib  aschgrau,  stark  behaart. 
VorderllUgcl  braungrau.  Nächst  der  Flllgchvurzcl  steht  eine 
schwarze,  etwas  nach  innen  gebogene  Hinde,  welche  durch 
die  MitteIri|i|>o  unterbrochen  wird.  In  der  etwas  dunkleren, 
von  schwarzen,  gezackten  Linien  begran/.ten  breiten  Mittel- 
binde steht  ein  \\eis>licher,  ninntlllirniigor ,  nach  aussen  r,u 
ausgosdiiiittener  Fleck  mit  schwarzem  Mittelstrich.  Nahe 
beim  Innenwinkel  ist  ein  weisser,  nach  innen  schwarz  be- 
grenzter Fleck  belindlich.  Die  Hintcrllllgel  sind  gclblich- 
weis3  mit  sehwürzliehen  Kippen  und  sehr  breit  schwarzem 
sieh  in  die  (irundtarbe  verlaufendem  Hand,  l'ntcn  ist  die 
Zeichnung  bis  auf  die  fehlenden  zackigen  Querlinicn  die- 
selbe, Jedoch  viel  matter  und  heller.  Uie  Franzen  der  Vor- 
derflUgel  sind  sehwarzbrau  und  gelbliehweiss  gescheckt,  dio 


fonni;;en  Linien,  dio  quer  über  dor  Mitto  eine  Binde  bilden,  einen 
Fleck  zwisrhen  ihnen  und  tiner  ahidichen,  buchtirren  Linie  über  ihnen. 
Lnterflü;^ei  milchfarbig:  Innenseite  mit  einem  schwarzen  Saum.  Flü- 
gelbreite cf  1"  8'",  V  r   10"'.     Tat".  \.  li-.  10.  c/- 

.Männchen  jrelblichgruu,  ein  Fleck  auf  jeder  Schulter  und  der 
Hinterleib  stärker.  UberÜÜ£jel  halb  dun  hsichtifj,  die  Kippe  (Vorder 
nmd]  Kchwärzlicli,  grau  eiu^e.spri-ngt ;  »ine  wellenlörmige,  schwira- 
liche  Linie  vor  und  eine  andere  über  d'-r  .Mitte;  ein  bogenförmiger 
Fleck  an  der  Kxtremität  der  Pistuidalzdle  und  eine  sehr  buchugo 
and  ijezähnte  Linie  in  der  Nähe  de.s  hinteren  Randes.  Wimpern 
tchuärzlich,  mit  Ocker  (gedeckt,  l  nterrtü;;el  milchfarbig,  der  .Vbdo- 
min&lrand  uckerf»rbi;i,  ebenso  die  NN  iniperii,  mit  einem  schwärzlichen 
S«um  [nadi  der  .VbbiMuu;;  »iud  die  Hiiitirrtü;^n'l  blei<h:.jelb  mit  brei- 
ter, ichwärzlicher  Hinterrandbinde].  NVei))chen  aU'^en.<icheinlich 
blasser,  aber  sehr  l)efjch.'idi:;t. 

Die.s    Inftj-ct  wird  sehr  hnufi;;,    besonders  im  Itaupen«t&nd  aofe- 
troflfen.     An»   1(3.  .luni   \<Vi  wurd<'n    un:jef«hr    l'K»    «l>'r£;leirhen    in  der 
Nähe  de«  Furvstrandes  ;;e»amm<'ll.     Am  19-  .'imi    »ahen    »ir  im    vori- 
gen Jahre  dftJi  ernte  ln«eot,  noch  andere  am  'i3.     I)ie  Raupe  i.st  ffro»i 
und  hoarit;,  von  einem  «rhönen  :;länzi-nden  .^ammt«chwarz:  die  Haare 
etwas   ockeH"arl»i;^.     Auf    der  Kuckiieite    befuiden     »ich  2  HÜ!«che|   von 
•cbwarxem  Haar,  denen  2  onin2;orarbi.;e    fol;;fn.     Line    ^ru»««'  .\nzahl 
derselben     wird    von     Flie;;i'n    und  Ichneumonen    comtört :    diejem 
aber,    welche    hin    zur  Reife    gelati'^en ,    »piunen  ein  dichiot  (»ew 
ungefähr  von  der  (irr>»%i^  de«  S<  :                    •«.     an    cier  Au».«en<eite  na' 
Haaren  gedeckt.     I)i«'  l'm)pe  i«i   ;                      und   glänzend,  dii«  Kücken 
•eile    mit   Linien,    bräunlu  h  ock<'ri.iri'i_- m   Haann    der    ;;anzen  L.v  ' 
nach  bekl"id«t.     I)ie   Motte  knecht  im  .Anfau:;  de«   .\ugu>t   aus. 
gen  Verstnh"    mit  der  Raupe,     die    eine    grosse  >Vider»tand-'"  '  • 
gegen   di<'  schmili' h»*   Kin»irkung   de«  Fro»te«  bewei«en].     1' 
nä&rt   «ich    zunuisi   \<>n   der   Saiirrf»:'»   trinupidata  und  oppo»!. ^. 

Aom.  der  Red. 


312 

der  Hinterflügel   einfarbig   gelblich.     Die   zweireihig   stark 
gefiederten  Fühler  sind  schwärzlich  mit  weisslichem  Schaft. 

Euprepia  caja.  Ein  beinah  halb  so  grosses  J 
Exemplar  wie  die  unsrigen,  mit  sehr  schwacher  Zeichnung 
der  Vorderflügel,  die  ein  schöneres  Kothbraun  haben,  als 
deutsche  Stücke.  Die  heller  rothen  Hiuterflügel  haben  einen 
schönen  rosenrothen  Anflug  und  sehr  kleine  Flecke. 

Euprepia  Quenselii  scheint  stets  selten  zu  sein. 
Die  Flugzeit  ist  Juli  und  August. 

Episema?  ähnlich  der  gothica.  Das  eine  zu  An- 
fang September  im  Zimmer  gefangene  Stück  ist  nicht  ge- 
nügend, um  die  Art  sicher  zu  bestimmen. 

Anarta  cordigera.  Fliegt  im  Juni  und  Juli  an 
den  Blüthen  von  Ledum  palustre. 

Anarta  algida.  i   Sind  sammtlich  nicht  selten 

RKrt'  „         vidua.  I   und    fliegen    zu   Ende    Juni 

„         melaleuca.  )   und  Anfang  Juli. 

Aspilates  spuriaria  (n.  sp.).  Dieser  neue,  bisher 
wohl  nur  in  Labrador  vorgefundene  Spanner  fliegt  nicht 
selten  im  Juni  auf  dürren  Rasenplätzen,  vorzüglich  auf 
Bergen. 

Subochrata,  nigro-couspersa,  alis  rotundatis,  ciliis  stri- 
gisque  incrassatis  tribus,  in  posterioribus  inflexis,  fusco-pur- 
purascentibus.   Antennae  cf  pectinatae,  2  crenatae.  8 — 10'". 

In  der  Anlage  der  Zeichnung  hat  dieser  Spanner 
Aehnlichkeit  mit  Ac.  ochrearia ,  während  der  Körper  und 
Fiügelbau  ihn  mehr  in  die  Nähe  von  Aspilates  purpuraria 
verweist.  Die  Grundfarbe  des  cT  ist  rostgelb.  Kopf,  Tho- 
rax und  Hinterleib  sind  schwärzlich,  gelb  bestäubt.  Die 
Beine  sind  gelblichweiss,  die  Schenkel  langbehaart.  Vor- 
derflügel mit  drei  purpurbrauneu,  nach  dem  Innenrand  et- 
was convergirenden  Querlinieu,  deren  äussere  wenig  ge- 
schweift, mit  dem  Hinterrand  fast  parallel  läuft  und  am 
schmälsten  ist.  Die  breiteste,  mehr  verloschene  Mittellinie 
hat  beinah  gleichen  Verlauf  mit  der  äusseren;  die  am  wei- 
testen nach  der  Wurzel  hin  stehende  ist  stark  gebogen. 
Von  der  Wurzel  an  bis  zur  Mittelbinde  sind  die  Flügel  pur- 
purbraun, mit  schwärzlichen  Atomen  ziemlich  dicht  bestreut, 
was  auf  dem  äusseren  Theil  der  Flügel  weniger  der  Fall 
ist.    Auf  den  Hinterflügeln  stehen  auch  drei  Querlinien,  von 


313 

denen  die  äussere  kaum  erkennbar  ist.  Die  innere  brei- 
teste verlänft  sich  in  die  Grundfarbe  und  bildet  die  Fort- 
setzung der  äusseren  Linie  des  Vorderlliigels.  Zwischen 
diesen  läuft  mit  der  äusseren  und  dieser  peniihert  eine 
schmale,  dunklere  Linie  parallel.  Das  Wurzelteld  ist  dicht 
mit  gelben  Att»men  bestreut,  etwas  weniger  das  Mittelfeld. 
Die  ziemlich  breiten  Kränzen  sind  viulettroth.  Die  Vorder- 
flitgt'l  sind  srbmiiKr  als  bei  A.  jinrpurea. 

Das  .  ist  heller  und  entlielirt  dts  violetten  Aullugs. 
aueh  bind  die  Wirderllügrl  und  der  llinterrand  gerundeter. 
Die  vordere  Qucriinie  reieht  nieht  bis  an  den  Vorderrand. 
sondern  krUmmt  sieh  vor  demselben  wurzehviirts.  Die  Fidder 
sind   gehwaeh  gekämmt,  die  des  $   unmerklich  weniger. 

Anaitis  sororiaria  II.  Die  Labradorischen  Exem- 
plare sind  kleiner  und  weniger  seliarf  gezeichnet.  Er  ist 
im  Juli  zicndieli  gemein. 

Phaesyle  jiolaria  (^Boisd.)  BruUcaria  (Dup.t.  Fliegt 
im  Juli.     Er  scheint  nicht  selten  zu  sein. 

Cidaria  diseeptaria  {V.  R.i.  Ein  Exemplar,  bei 
dem  die  weissliehe  Zickzacklinie  in  der  FlUgelspitze  dem 
Ilintcirand  ein  wenig  näher  ist.  überhaupt  sehr  erloschen 
und  von  Weiss  Überdeckt. 

I'enthina?  n.  sp.  Sio  ist  der  P.  sauciana  sehr  ähn- 
lieh, aber  wohl  eine  andere  Art.  Das  eine,  allzu  beschä- 
digte Exemplar  gentigt  nicht,    eine  Beschreibung   zu  geben. 

Argyr.  pratana  dl.  .  Ein  grau  weiss  gefärbtes  2 
gleicht  ganz  »Kr  hier  vorkommenden ,  ebenso  gefärbten 
Varietät, 

(rambu'«  t  r  i  c  h  o  s  t  oniu  s    (n.  sp.i.     -\lis    antieis    fu 
ftceseentibus,  nlliido-varüf«,  fascia  media  tusca  reeta  obliqua, 
«tri_a  postiea  incrassata  alba,  ante  cohtan«  Iracta,  utrimqae 
fasco-niarginatu.    ciliis  ailtido  fuscoque  alternatis.     0—11"'. 

Kopl,  Thorax  und  ilinlertheil  schwarzbraun  niit  braim- 
gelbem  Ilaarblischel  am  After.  Flihler  fach  iilVtrmig,  Palpen 
und  Beiue  wciss;:rau.  (iruudfarbe  der  ^  orderllUgcl  gelb- 
braun. In  der  Milto  steht  eine  seliräc:«  .  fast  gerade,  schwärz- 
litl.i  Binde,  die  \<in  beiden  ^Seiten  von  bald  mehr,  bald 
wei  iger  Weiss  umgebeu  ist  Die  breite,  weisse  hintere 
Qn.  rliuic  läuft  in  Kippe  7  in  eine  scharfe  Spitze  ans,  der 
vo:    dieser  Spitze    nach    dem  Vorderrande    sich  verlaufende 


314 

Theil  ist  nach  der  Wurzel  hin  stark,  fast  einen  Winkel 
bildend,  gebogen,  von  da  verläuft  sie  gerade.  Wurzelwärts 
ist  die  Färbung  nächst  der  Binde  am  lebhaftesten  gelb- 
braun, die  Rippen  sind  hier  schwärzlich,  welche  Färbung 
auf  der  andern  Seite  der  Binde  nach  dem  Hinterrande  hin 
fast  zusammenfliesst.  Der  Saum  ist  schwarz  gefleckt,  die 
Franzen  aller  Flügel  grau,  bei  Rippe  2  und  5  der  Vorder- 
flügel weiss. 

Die  Hinterflügel  sind  grau,  nach  der  Wurzel  hin  heller, 
gegen  den  Hinterrand  steht  eine  dunklere,  kaum  erkenn- 
bare Linie. 

Auf  der  Unterseite  ist  die  Zeichnung  dieselbe,  doch 
matter,  und  die  Färbung  viel  lichter. 

Er  ist  nicht  selten  im  Juli  und  August  an  sumpfigen 
Stellen. 

C  r  a  m  b  u  8  L  a  b  r  a  d  0  r  i  e  n  s  i  8  (n.  sp. )  Fusco-cinereus, 
alis  anticis  fuscis  albo-variis ,  striga  media  dilatata  obliqua 
nigricanti,  striga  postica  plumbea  sub  costam  fracta,  intus 
nigricanti-marginata,  triangulo  costae  ante  apicem  nigricanti, 
punctis  marginis  costalis  atris.  cf  8 — 10'". 

Wohl  in  die  Reihe  von  C.  alienellus  gehörig.  Leib 
und  Fühler  braunschwarz,  Beine  gelbgrau,  Vorderflügel 
schwärzlich  braun,  weiss  gemischt.  Die  Mitte  des  Flü- 
gels ist  von  der  Wurzel  aus  bis  an  den  Hinterrand  von 
Rippe  3  bis  6  weiss  und  diese  Färbung  wird  nur  durch 
die  bleifarbene  Saumlinie  und  die  innere  Querbinde  unter- 
brochen. Erstere,  bei  Rippe  6  gebrochen,  ist  nach  dem 
Hinterrand  hin  sehr  schmal  bleigrau ,  wurzelwärts  ziemlich 
breit  braungelb  gesäumt.  Auf  dem  Vorderrand,  vor  der 
Fingelspitze,  steht  ein  ziemlich  grosser,  ovaler,  schwarzer, 
weiss  und  bräunlich  umzogener  Fleck.  Der  Saum  ist 
schwarz  punktirt.  Die  Querbinde  in  der  Mitte  reicht  nicht 
bis  an  den  Vorderand,  ist  sehr  schief  nach  innen  gelegt 
und  oft  unterbrochen,  so  dass  sie  mehr  aus  länglichen 
Flecken  zusammengesetzt  erscheint.  Rippe  6  und  7  ist  vor 
der  Saumlinie  schwarz.  Die  Hinterflügel  sind  graugelb,  die 
Franzen  grau ,  stark  glänzend,  an  der  Vorderflügelspitze 
weiss  gefleckt.  —     Er  wurde   im  Juli  bei  Ockak  gefangen. 

Eudorea  centuriella.  Scheint  ziemlich  häufig 
zTs    sein. 

Tinea  rusti cell a.  Ein  ganz  mit  unserer  Art  über- 
cinBtimmendes  Stück  wurde  in  Ockack  im  Juni  im  Zimmer 
gefangen, 


315 

Ich  hoffe .  dicficn  wenipen  Arten  bald  ein  reichhalti- 
geres Vcrzeichniss  fulpon  lassen  zu  können,  wenn  mein  in 
Labrador  sammelnder  Frennd ,  den  ihm  von  mir  gepebencn 
Instructionen  folgend ,  vorzll^'lich  Microlepidoptcren  pesam- 
niell  hat;  denn  iiauptsaohlich  unter  diesen  dürfte  noch  eine 
betr;icliliche  Anzald  neuer  Arten  sein.  Niclit  wcni;:er  inter- 
essaiit  wiiren  die  sohun  !)ekannten  europäischen  Arten,  deren 
eß  gewiss  noch  viele  piebt,  die  über  Europa's  Grenzen  hin- 
aae  noch  nicht  bemerkt  worden  sind. 


Nekrolog. 


Am  23.  Dcohr.  1857  starb  zu  Darmstadt  Johann  Fried- 
rich Philipp  Hess,  Grof-sherzoglich  Hessischer  Kriegs-Sccretair 
and  Ritter  des  Verdienstordens  Philipp  des  Grossmtlthigen.  Er 
war  geboren  zu  Katzencllenbopen  am  17.  Mai  1772  und  von  sei- 
nem Vater.  Georg  Frifdrirh  Uv<'^ ,  Pfarrer  zu  Gemmerich,  zum 
Studium  der  Theologie  bestimmt ;  daher  er  die  lateinische  Schule 
zu  Iditein  und  sp.'lter  die  riiivir>>itAt  (üt-^scn  besuclito.  Bei  den 
damaligen  Krieg'-ereignissen  trat  er  mit  elterlirlicr  Einwilligung  im 
Jahr  1792  in  Hessen  -  Darmst.'ldtische  Kriegsdienste  und  machte 
nun  als  Unterofticier  der  Infanterie  bis  zum  Jahr  1807  die  Feld- 
züge am  Main,  am  Mittolrlifiii  und  in  den  Niedrrlanden  gegen 
die  Franzosen,  und  dann  in  rreu«-<;rn  und  I'nliii  mit.  In  den 
Jahren  17ltr.  und  1797  befand  er  sich  in  Triest  und  Croaticn  bei 
dem  Coqis,  welches  im  rugli<rhon  Soldo  nach  (übmltar  bestimmt  war. 

Mit  Hess  i^t  w(thl  einer  der  ältesten  Entomologen  verstorben 
und  hat  «>ich  dersfibe  um  die  Schmetteriingskunde,  namentlich 
durch  <lic  Entdeckung  muer  Arten  und  dio  neobachtung  ihrer  Ka" 
tur^' schirhte  bIeilK>iide  Vcrdicn^-te  orworixn .  wnvon  das  Werk 
von  Och'-,  nbeimrr  uud  TroiLsrhke  Über  die  Schmetterlinge  von  Eu- 
ropa genügende««  Zeugnis«  giebl.  DoisduvaJ  nannt  nach  ihm  N  o- 
nagria  llcssi  i. 

ScJioD  als  junger  Mann  »amnieltc  er  Schmetterlinge  uod 
machtr  «.pflter  h.lnüg  in  der  Emgepend  von  Dnrmstadt  Excursionen 
in  ti.  r  (fesel!>«chnft  von  Horkhaus^n,  Siebort  und  Scrib.t.  W&hrend 
seil '  r  Feld/UfTc ,  wo  er  '^tet«;  sammelte,  bewahrten  die  b<iden  tr- 
6tfi  n  seine  Sammlung  auf  Hess  ^tand  noch  mit  Gcming  in 
Frr.nkfurt  in  Verkehr,    dem  er  intcrevsante  Schraettcrhnge .    i.    B. 


316 

Macroiglossa  croatica  mittbeilte,  die  er  entdeckt  und  in  einem 
einzelnen  Exemplare  von  Fiume  mitgebracht  hatte.  Nach  einer 
mündlichen  Mittheilung  von  ihm  ist  es  jedoch  irrig,  wenn  bei 
Esper  angegeben  wird,  er  habe  dieses  Thier  bei  Karlsstadt  in 
Groatien  gefangen.  Er  erhielt  solches  von  einem  Pfarrer  in  Fiume 
geschenkt,  der  es  in  seiner  kleinen  Sammlung  für  eine  Abart  der 
Mac.  stellatarura  gehalten  hatte. 

In  seinen  älteren  Jahren  beschäftigte  er  sich  nicht  mehr  mit 
Entomologie.  In  einem  Ideinen  Garten  an  seinem  Hause  war  nun 
Blumenzucht,  besonders  die  Pflege  der  Aurikeln,  seine  Liebhaberei. 
Bis  zu  seinem  Lebensende  besuchte  ich  den  biedern  alten  Hess 
jährlich  mindestens  einmal  in  Darmstadt,  wo,  im  Gespräche  über 
frühere  Zeiten,  er  mir  manche  seiner  Beobachtungen  mittheilte, 
was  er  nicht  gegen  jeden  ihn  besuchenden  Freund  der  Schmetter- 
linge that. 

Hess  starb  als  ein  von  Allen,  die  ihn  näher  kannten,  geach- 
teter Mann. 

Frankfurt  im  .luni   1858. 

C.  von  Heyden. 


^''/  Miscellanea. 

Von  Dr.  Bf.  Hag-eii. 

Beitrag   zur  Bastardfrage. 

Jsis  1835.  p.  343:  Herr  F.  Stein  fing  in  Niemegk  bei 
Wittenberg  einen  Schmetterling,  den  er  für  einen  Bastard  von 
Maniola  PampMlus  und  Jplns  erklärt.  Er  hat  die  Grösse  und 
den  Umriss  der  genannten  Arten,  die  Vorderflügel  von  Pamphilus, 
die  Hinterflügel  oben  zwischen  beiden  Arten,  unten  ganz  von 
Tphis.  Beide  ünterflügel  sind  etwas  verschieden.  Auch  berichtet 
Stein,  dass  bei  Halle  Zygaena  Ejyhialtes  und  Ptucedani  in  Be- 
gattung getroffen  seien;  gleichfalls  Z.  ftUpendulae  mit  Loniceran, 
Minos  und  Peucednni. 

Nachtrag  zu  den  europäischen  Singcicaden. 

Bei  einer  Durchsicht  der  Isis  traf  ich  im  Jahrg.  1Ö37.  p. 
288  die  Beschreibung  zweier  Arten  aus  Andalusien  von  Dr.  Waltl. 
Die  erste,  C.  undulata,  ist  von  mir  nach  einem  Typus  aus  der 
Sammlung  v.  Heyden's  bei  C.  flaveola  (Entom.  Ztg.  1856.  p.  89) 
untergebracht  —  ob  mit  Recht  wird  aus  der  Untersuchung  einer 
grösseren  Reihe  Exemplare  sich  ergeben  müssen.  Die  zweite,  C. 
varipes,  vermag  ich  nicht  sicher  zu  deuten,  da  die  Beschi*eibung 


317 

Dur  FarboD-MerkHfti'«MÜiftit.  MOgUcherirflNrltt  tie  mit  groMcn 
Stocken  von  C.  argen  lata  aui  Tortugal  identisch.  (Kntom  Zt|r 
If.Sü     p.    131». 

Drury  s  Sammiunn« 

I.  carh  bcrirhirt  darflbrr  wir  fol^rt : 

Drurys  Sammlung  war  zu  ihrer  Zfit  <fio  pr6'»">tc ,  die  e« 
gegeben,  und  >o\\  nichl  wenicor  aJs  1  1,(>(m>  Artm  enthalten  liabcn. 
Um  di«^e  ra*ammen  zu  brinpen,  vorthcilte  er  pednicktc  Anweisun- 
gen, wie  die  Thierr  /u  sammchi  un(!  /n  hehHndehi  •;cien,  ond  bot 
ftlr  jciU''  InsiTt  ..  from  the  si2e  uf  a  honey-bee  upwards"  einen 
^Xf<nice.  Noch  seinem  Tode  (wann?)  wurde  sein  Mosr-uin  in 
fx>ndun  in  ftffentlirher  Aurtion  ^  erkauft,  und  brachte  ober  fiof)  Pfand 
ein.  Kin  Inject  „Scarabaciis  (»oliathnv  ((Joliathu-*  niajjnu«;)"  kaufte 
Donovan  für  12';  Gnincen.  gleirhfaJl"  die  s.lmmtlirhen  »«ehr 
ahfreichen  Britti^-rhen  Insecten  der  Snmnihing  „die  nun  (1815) 
»ein  horrlichr«  Mu-eum  zieren".  Ks  widerspricht  obipe  Anjfabe 
der  bei  Burmeister  Hdb.  III.  p.  Irtl.  dass  nach  Drurj^s  Tode 
War  I.cay  der  Vater  dir  beiden  (roliath- Typen  in  der  Aurtion 
gekauft  habe,  und  «rheint  mir  der  Krw.ihnung  und  weiteren  Fr- 
mitteluiiff  dcswceen  uorth.  da  meines  Winsens  nfw-h  immer  Zwei- 
fel ober  d.v  Zu-iammenk'ehöre.i  von  Gnl  ijk,jautrut  nml  Drur^i  ob- 
walten, die  »ich  nicht  lft<en  Inssen.  weil  die  T.vpen  von  Mac 
Lcay  dem  Sohn  nach  Au.'^tralien  mitgenommen  sein  sollen.  Wo 
Donovans  Sammlung  hingekommen  ist ,  verraa<?  ich  nicht  zu  er- 
mitteln 

I»ie  Angabe  von  Leaoh  befindet  sich  in  Rrewsters  Fdtn- 
hurgk  Encyelopatdia  vol.  IX  j)arf.  F.  y.  »it").  l.'-i].').  in  .seinem  Ar- 
tikel Entomolofs.  leb  erlaaljc  mir,  auf  denselben  besonders  auf- 
merksam zu  machen,  da  eine  Ähnliche .  die  ganze  Flntomologic 
(jU  i  *  '  '"7  und  "»cbön  uinfasM>nde  Arbeit  nicht  später  grliifrrt  ist. 
N.  r   '■(■bfr'.icht  d«T  (ies«  hichte    nitt]   I.itteratJir    cnthAit  ii< 

anr  die  Chara«  ter<^  der  -runmtlichcn  Familien  und 

(t.'  r  «Hier  mehrenr  llaii|»Lnrtcn       Liebhaber    von 

Prioniaien  duthcii  (iarin  not h  m.imhcn  Fund  ra.vhtn,  um  so  mehr. 
da  die  Arbeit  durch  viocn  Irrtbum  mci»!  aU  von  It^^O  datircnd 
angeführt  wird,  und  deshalb  eine  .Anzahl  Leacb'Kher  (Gattungen 
anivgemärzt  sind 

I»r.   H.  Hagen. 

<^r•m  F^brieitM  ritirt  b«  C  Goluttb  f.ione  Mmnt  6.  Jft.  tronrn^ 
h«--  !<»r  nnd  H^mmi  Ckipufn  I.inn««  .S.  N.  Mant    r>30  e^wordao. 

\S  loht  »ich  dJM  (itol?     Jn    l^nn«- •  Wcrkrn    trrmftg    irfc    m 

iiirht  ..uf/iilindm 


318 


Ancylonycha  rugipennis 

von  C*  'W,  Sdiaufnss. 


Auf  das  Ersuchen  des  Naturalienhändlers  Herrn  Schau fuss 
in  Dresden  wird  die  von  ihm  in  seinem  diesjährigen  Preisverzeich- 
nisse gedruckte  Beschreibung  einer  mexicanischen  Ancylonycha  hier 
wieder  abgedruckt: 

Ancylonycha  lugipennis  Schaufuss. 

Fusca,  pruinosa,  pronoti  margine  laterali  plus  minusve,  callo 
elytrorum  humerali,  pygidio  et  ventris  disco  nitidis,  pectore  fulvo 
hirsuto,  pygidio  pubescente. 

Masc,  9'"  L.  antennarum  flabello  scapo  longiore,  ventris 
disco  longitudinaliter  late  impresso,  annulo  abdominis  ultimo  plica 
transversa,  penultimo  medio  asperato. 

Fem.:  11'"  L.  antenn.  flab,  scapo  breviore,  ventris  disco 
non  impresso,  annulis  abdominis  ultimo  et  penultimo  simplicibus 
fortiter  punctatis,  pilosis, 

A.  pachypygae  Germ,  affinis.  Antennae  fuscae  artic.  de- 
cem.  Clypeo  leviter  sinuato  reflexo  una  cum  vertice  ruguloso 
punctatis,  fronte  profunde  nee  non  remotius  punctate  pilosa;  pro- 
noto  antice  et  postice  aequaliter  angustato,  disco  sparsim  lateri- 
bus  crebrius  punctato,  margine  antico  pilis  singulis  longis,  laterali 
crenato  ciliato;  elytris  ruditer  punctatis,  (sutura  et  costae  duae 
interiores  leviter  elevatae),  costa  prima  apice  suturam  attingente; 
pygidio  rugoso-punctato ;  p  e  d  i  b  u  s  rufo-castaneis.  Patria :  Mexico. 


Vereins  -  Angelegenheiten. 

In  der  Sitzung  ara  17.  Juni  wurden  als  Mitglieder 
aufgenommen : 

Herr  Bruno  von  Wattenwyl,    Direetor  der  K.  K. 
Telegraphen  in  Wien. 
'    Dr.  Trefz  in  Amt  Kienitz  bei  Letschin. 
-     J.    F.    E.    Rein  hold,    Obergerichtssecretair    in 
Hannover. 

Der  Unterzeichnete  referirte  über  die  an  den  Pfingst- 
tagen  in  Dresden  stattgehabte  entomologische  Versammlung, 
zu  welcher  sich  ausser  Entomologen  der  Nachbarstädte 
Leipzig  und  Bautzen  Herr  Prof.  Schaum  aus  Berlin,  Herr 
Prof.  Nickerl  aus  Prag,  Herr  von  Brück  aus  Crefeld  einge- 
funden hatten. 

Es  wurden  am  ersten  Pfingsttage  mehrere  interessante 
Vorträge  gehalten,   auch  über  entomologiscbe  Nomenclatur- 


310 


Principicn  per  Major»  BoschlUsse  p^efasst,  die,  wenn  sie  (wie 
man  lioflTt  i  allpoinoin  a<k»jtlirt  wordf'n,  <ler  Finhcit  und  der 
Stabilität  dlinc  Zwi-ifVl  irtnli-rlicli  werden  kr.nntcu.  Intf-rFtth- 
rnng  des  chrwtlrdi^'cn  und  nnormlldft  rllstitron  Korf  Dirta- 
t(tr8  der  8üc!i»isrlien  Schweiz.  Domini  ("antoris  Fr.  Macrkel, 
wurtle  am  zweiten  TtiiifTsttape  ein  ver^'nll^licher  Spazier- 
panz  in  den  (^ttowaldtr  (irnml  und  aiit"  die  Hastei  pemaoht. 
Die  e«ritralo  Fa^'e  Dresdiii«..  '*eiiie  Kuiistseliütze  und  reizen- 
den rmf:el(nnf,'eii  pehen  dicHein  Orte  einen  fast  unbe- 
dingten Vorzug'  v(»r  andern  Städten  zu  derfrleichen  Con- 
gressen  von  beschränkter  Dauer,  namentlich  in  einer  Jahres 
zeit,  wo  eine  Differenz  von  weni^'cn  Meilen  nördlich  oder 
Rüdlich  einen  wesentlichen  Finflu88  ant"  die  Fntwicklung 
der  \'e;:etatinn   übt. 

In  HetretT  des  Stahlstiches  unseres  Patriarchen  Linn6 
ist  der  Künstler  endlich  bis  zu  den  I'ntbedrllcken  vorge- 
schritten und  hotTentlich  wird  das  herzerfreuende  Hild  mit 
diesem  dritten  Hefte  ausgegeben  werden  können.  Eh  ist 
darUbiT  folgendes  zu  bemerken: 

Hei  den»  Besuche  der  K.  zoulogischen  Gesellschaft 
Xattira  artis  nia^'istra  in  Amsterdam  im  .).  \xnl  fiel 
dem  Fnterzcichneten  in  dem  Hibliotlukzimmer  ein  Oelgc- 
mJilde  auf.  welches  einen  JunL'en  Mann  in  Lebensgrüssc  in 
einem  anseheinen«!  phantastischen  (••stnme  ,  al)cr  mit  un- 
verkennbaren Attributen  eines  botaiiisirenden  resp.  entomo- 
logisirenden  Fxcurrenten  darstellt  Auf  die  Frage  ..wen 
das  Vorstellen  sollte?"  «'rfolgte  die  befremdende  Antwort: 
Finne!  Allerdings  befr<indend.  «leim  liis  dahin  waren  dem 
liiterzeichneten  iiianeherlci  Bilder  »Us  Frzvaters  vorge- 
kommen. al)er  -animt  und  sonders  mit  den  abgcheulichen 
Staats  I'erUken  damaliger  >fode.  und  ni«*  eines  in  natUr 
liehen  Ilaaren,  ceschweige  so  maleriseh  anfgefasst  nn«l  all- 
gi'Uiein  menschlich  liebenswürdig  wie  das  vr»rliegendc. 
Herr  Director  Wester  man  war  so  freundlich,  eine  dem 
l'ormate  nnsrer  Zeitung  anpenjessene  FlKtto^-raphie  in  Aas- 
sicht zn  stellen  »ind  hat  di«si-lbe  späterhin  in  (liircliaus  ge- 
lungener Vollkommenheit  dem  Vereine  znm  (Jeschenk  gc 
macht,  wofür  ihm  der  aufrichtigste  Dank  gebührt.  Herr 
Kupferstecher  Andorf  in  Berlin  hat  den  Stahlstich  mit 
meisterhalter  Trene  nnd  Sauberkeit  nnspetllhrt.  Wennpleich 
sich  die  am  (Jürfel  befindlichen  I  tcnsilicn  nicht  alle  mit 
Gewissheit  deuten  lassen,  «o  sind  (\<>ch  ."*^rbirm,  ein  (onvolut 
Kftnder,  Snnncnnhr  ete  dentlich  erkennbar,  desgleichen  die 
zierliche  Finnaea  borealis  in  der  Hand  des  jnngen  ..Natur- 
bämligers'*,  der  damals  (l7.Ti>  im  sechs  nnd  zwanzigsten 
Jahre  Ftand 


Ueber  die  Authenticität  des  Portraits  waren  die  Harro 
in  Amsterdam  ausser  Stande,  andres  Positives  anzugeben, 
als  dass  das  Original  in  London  befindlich  sei.  Der  Unter- 
zeichnete behält  sich  vor,  darüber  weitere  Nachforschungen 
anstellen  zu  lassen,  glaubt  aber  vorläufig  in  dem  Bilde 
selber  eine  ziemlich  sichre,  innerliche  Bürgschaft  zu  er- 
kennen, dass  es  sich  hier  nicht  um  das  Phantasie-Erzeug- 
niss  eines  enthusiastischen  Malers,  sondern  um  ein  wirklich 
individuelles  aber  vortreiflich  aufgefasstes  Bild  unsers  Pa- 
triarchen handelt,  der  wie  eine  Verkörperung  der  meister- 
haften Apostrophe  Schillers  dasteht: 

Sehen  Sie  sich  um 
In  seiner  herrlichen  Natur!  Auf  Freiheit 
Ist  sie  gegründet  —  und  wie  reich  ist  sie 
-^  Durch  Freiheit!    Er,  der  grosse  Schöpfer,  -wirft 

"*  In  einen  Tropfen  Thau  den  Wurm  und  lässt 

•5i  Noch  in  den  todten  Räumen  der  Verwesung 

Jj;  :  Die  Willkür  sich  ergötzen. 

So  frisch  und  fröhlich  sieht  Keiner  aus,  der  je  sich 
zum  Kniebeugen  vor  dem  goldenen  Kalbe  entschliessen 
könnte,  so  frei  und  fromm  Keiner,  der  je  die  Nothwendig- 
keit  begreifen  würde,  auf  dem  Wege  der  Naturforschung 
freiwillig  Halt  zu  machen,  oder  gar  aus  einseitigem  Zelo- 
tismus Umkehr  zu  predigen. 

C.  A.  Dohru. 

Eingegangen  für  die  Bibliothek: 

Rondan i.  C.  Estratto  con  annotazioni  della  memoria  sulle 
famiglie  dei  ditteri  europei.  (Nuovi  Annali  di 
Bologna  1847.J 

„  Nota  prima   sulla  ditterologia  italiana.     (Palpi- 

braca  hacmorrhoa.)  (Annali  dell'  Accademia 
degli  aspiranti  naturalisti.     Napoli  1845) 

„  Nota  seconda  etc.  (sul  genere  Xyphocera.    (An- 

nali d.  Acc.  d.  aspir.    Napoli  1845.) 

„  Nota  terza  (Lasiophticus  Gemellari  Rond.)    (An- 

nali etc.     Napoli  1845.) 

„  Nota    quarta  (considerazioni  sul  genere  Mintho 

Robineau  etc.)     (Nuovi  Ann.  di  Bologna  1847.) 

„  Note    sur    Pterelachisus    Bertei   Rond.      Gu^rin 

Mag.  de  Zoologie  1842. 

„  Nota  sexta  pro  dipterologia  italica  (Spiximorpha 

Petronillae  Rond.)  (Annales  d.  1.  Soc.  ent.  de 
France  1850.J 

„  Nota  septima  (Ochthera  Schembrii  Rond.)    (An- 

nales de  France  1846.) 


»1 

Ronilani      MeriMinu  arniipoi«  Hond.         i        Magm.  de 

Sparipistcr  Apenuini  lC'»iui.  \    Zoolo/jie   18^5. 

C'oiniKinliü     »lrll:i     II.     memoria     ditterolof^ica 

(Nu(>\i  Ami.   Hnlii^ua   lh4öj 

OsHorva/ioni   s«»pra  parci-cLic  «pccie  di  enapodi 

afidicidi.     (X.  Anu.  iiolo^Mia  l'^4^.) 

Species  Italirac  (Jcnori«  l'hlobutoini.      (Aun.  de 

Frame   l.i4."i.) 
,  SpccicH    Italirac   (Jciicris  Cliryaotoxi.     (Ann.  de 

France   ls4.'i.) 

Memoria  XI.  sulle    difterenze  .scssuali  dclle  Co- 

nopinao  e  Mynjdnue.      (X.  Ann.  Holo^^na   1*^45.) 
,  Memoria    XII.,    iJcHcrizione    di    due  Gcneri  j  di 

ins.    ditteri    (l'liytomyptera    nitidivcntris ,    Higo- 

nichcta  Maricttii  Kond.i    (X:  Ann.  lj<>lugna  l>?4r).) 
„  Genera   italica    ( 'cnopinarum.      '  I>raehy^'Ios8um 

[Leopoldius  olim),    Conopaejus,    Couons ,    Clici- 

lorliynchns  fConopoideus  olim),  C'onopilla.)    Ma- 

j^azin  do  Zofloj:.   1^40. 
,  i>alle   spccie   italianc   del  genore  Mcrodou.      X. 

Ann.  Bologna  l«4r».) 
,  SpecicH     italioae    (Joncris    Kuracri.       fAnu.     de 

France  Is'kX) 
,  Fsame     di     varie    Mp.    d  ins.    ditt«»ri    Bruniliani. 

Studii   Kntoniol.  Torin«»   l"^4'^. 
,  DipteroruMj    sp.    aliqiia«'    in    Amcr.    aei^iiatoriali 

collectac.     (X.  Ann.  Bologna   IH:V),) 
,  Ossenazioni     sopra     al<{nnnte     sp.    di     esapodi 

ditteri    d»!    Mus.    Turinos.'.      (Nnovi   Anna!.    Bo- 

lo^'na   1>^;')<». ) 
,  Lettera  al   Prof.  G.  Bcrtoloni    (Apbis    graminunj 

Kond.i     (X.  .Ann.  Bo|n-na   \K[rJ.> 
„  -Sagii    inüctti    erediiti    produtton    dojla    niaiattia 

dcila  vito.     (Gazzetta  di   l'arma    lsiS4.l 
,  Urdinamento  «»i«ten)atico  dei  (ienrri  italiani  <i»'gli 

ins.  ditteri. 

.Vnt'an^    oinir   .Mdiaiuliuu«  .    welelie    in    der 
Mitte  alihriilit,  da  ^i.»  inzwiHclion  diireli  den 
jetzt    crtirhienenen     Di  p  t  o  ro  iogj  ro    Ita 
lieae    Prodrom  «h    der  VerlMi»or»  abaor 
birt  int. 
^  Sulla  pretcKa  identitk  Hp<<  iliea  degli  KMiridi  dcl 

cavallx.     iX.  .Vnn.   Uolo^Mia   IH^t. ) 
,  .Viruiii    ocnui    li.Ilu    ti^'niiola  dei  pomeli     Tinea 

paiiella  L.  Hyponoux-nta  cognatella  aitt        G«u. 

di   l'aruiA  \>M. 


322 

List  of  the  Linneau  Society  of  London.     1857. 

Address  of  Th.  Bell,  Esp.,  read  at  the  anniversary  meeting 
of  the  Linnean  Society.     1857. 

Journal  of  the  Proceediugs  of  the  Linn.  Society.  Botany 
Vol.  L  No.  4.  Vol.  II.  No.  5.  6. 
„  Zoology  Vol.  I.  Nr.  4.  Vol.  IL  No.  5.  6.  London 
1857.  —  Enthält:  Catalogue  of  the  Homopterous 
and  Hymeuopterous  Insects  collected  ad  Sarawack, 
Borueo  by  Wallace  with  descriptions  of  new  Spe- 
eies.    By  Fr.  Walker  and  Fred.  Smith  with  plates. 

The  Transactions  of  the  Linnean  Society  of  London.  Vol.  XXII. 
Part.  2.  London  1857.  —  Enthält:  Further  remarks 
on  the  Organs  found  on  the  bases  of  the  Kälteres 
and  Wings  of  Insects.  By  J.  B.  Hicks.  —  Und: 
On  a  new  Structure  in  the  Antennae  of  Insects. 
By  J.  B.  Hicks. 

The  Transactions  of  the  entom.  Society  of  London.  Vol.  IV. 
Part.  6  and  7  th.  —  Enthält:  Characters  of  undes- 
cribed  Diptera  in  the  Collection  of  W.  W.  Saunders. 
By  Fr.  Walker.  On  new  genera  and  species  of 
Longicorn  Coleoptera.     By  F.  P.  Pascoe. 

The  natural  History  Review  and  quarterly  Journal  of 
Science.    Vol.  V.  No.   1.     London,  Jan.  1858, 

The  Entomologist's  weeklj^  IntoUigencer  for  1857 — 8.  Lon- 
don, October.  —  March.    V.  III. 

Annales  de  la  Societe  entomoloi^ique  de  France.  Tome  V. 
1857.  IVieme  triraestre^  A  Paris  1858.  —  Enthält: 
Coleopteres  d'Oricnt.  Reiche  et  de  Saulcy.  Genre 
Thorictus.  Peyron.  Coleopteres  uouveaux  et  re- 
marques diverses.  Peyron.  Miscellanea  entomol. 
L.  Fairmaire.  Lithocharis  brevicornis.  Allard. 
Microrhagus  Emyi  et  Ceutorhynchus  chlorophanus. 
Rouget.  Moeurs  du  Catopsimorphus  arenarius 
Rouget.  Gryllus  Heydenii.  Yersin.  Nymphe  de 
l'Anthrax  morio.  Laboulbene.  —  Ferner:  Insectes 
attaquant  les  siliques  de  Colza.  Laboulbene.  Ha- 
stula  Hyerana.  Milliere.  Classification  des  Tinöites. 
Bruand  d'Uzelle.  Philoscia  notata  et  Gervaisia  co- 
stata.    Waga. 

Annuario  dell'  J.  e  R.  Museo  di  Fisica  e  Storia  naturale  per 
l'anno  1858.  Firenze  1857.  —  Enthält:  Cenni  bi- 
ographici  sul  Cav.     Prof.  Carlo  Passerini. 

Sepp.    Nederlandsche  Insecten.     Acht'ste  Deel  No.  11 — 21. 

Diptera  Austriaca.  III.  die  österreichischen  Syrphiden,  Von 
Dr.  J.  R.  Schiner.     Wien  1857. 


32;^ 

Kür*chcrlobcn  ciue»  Gehörlosen.    (Job.  Jak.  Bremi  io  ZUricb.) 

Von  Aupust  Menzel.     ZUricli   is.')?. 
Verbauilliinpen    iler    naturw.    (ioHelUcliafl    zu  Freiburg    i.  li. 

No.  'Ji\  2h.     \Kh. 
\'erbnn(llunf;en  de»  gicIjenbUrpisehen  Verein«  für  Naturw.  zu 

liennann.>la»lt.     Jahr-.  VIII.  \o.  I. — VI.     1SÖ7. 
.\uitlu^  iiatli  S/r^'tilin  \on  Dr.  (».  .Mayr       Darin:    Heitriif^e 

zur  un^ariHchon  Formicinen  Fauna. 
Zeitsehrift  tllr  die  gesainniten  .N'alurwissens»  haften.     Hcrau*- 

;:e^'ebcn    \ou    dem    naturw.  N'erein  in   Halle.      1^57. 

H.   !•>.  Fnthiilt :  Kine  dipterolo^iacbe  Razzia  von 

Dr.   II.  Lot'W  in   Miseritz. 
Zeitschrift   (ür   wi.sHen.schartliehe    Zoologie.      Herausgegeben 

v(in  Siehold  und   Kr.jlikcr.      H    L\       1.  und  2.  Heft. 

Leipzig   1*^.')7. 
Monographia    Tryplioniduni   Sueeiae    Auctore       .V.  L.  Holm- 

gren.     Jlulniiae    l"^,')«». 
.^nnalesi  de  la  8ocid*tt^  cntonudogjque   Beige.     Tome  I.    Bru- 

xelles   18Ö7.  —  Enthält:  Catalogue  des  iusectes  Le- 

i)idoptt?rc8  et  Cok^optöres  de  la  Belgique. 
N'erhandlunpen    des    Vereins    fllr    Naturkunde    /u    Preaburg. 

II.  Jahrk'ang.     2.  Heft       l'^r)7. 
\ldjandlungen  der  naturwissensehaftl.  (It-itllsehatl  ..Saxonia" 

/u  (iro«<s-  und   .Veu-Sehönau.     I.      1*>.'>1     ÖJ.    iiro»»- 

Schi »n au    l*<r>.'^ 
Gli    insctti    autori    delle    galle    del  Terehinto  o  del   Lentisco 

insicmc  ad  alcunc  specic  congencri.    Prot'.  O.  Passe- 

rini.      Kstratto    del    giornale    i    (Jiardini    fasc.      VI. 

Diccmbre    1^.'>(5. 
rtilil«i  et   rt^hahilitation    du  moineau  Notice  lue  a  la  seance 

du    r.*     mnrs    1^.')^    ilt>    la  Societe    imperiale  d  aecli- 

nialation. 
C.  Still.     Uni   Derbides  und   Ire   oc.-ller. 


F  r  k  I  :i  r  u  n  j; 
der  diesem   Hefte   b  e  i  g  e  g  e  l>  e  n  c  n  3  Tafeln. 

Die  Tafel  ohne  Nummer  stellt  Linn«^  ah  Studenten 
auf  der  Heimkehr  von  einer  Heise  nach  Lappland  (1732) 
in    dem    von    ihm    auf  seiner  Kxc  •    '".»Htume 

vor      Vcrgl.  da»  Nähere  in  den  \  ^  leitcn  vooi 

17    Juni  c. 

Tafel  I.  gebort  zu  dem  AutsaUe  vou  Dr.  St  dl,  S.  176 
^mi    und    zu  S     229  d.  Jahrgangs.     Die  Tenthrcdo  mit  der 


324 

monströsen  Antenne  befindet  sich  im  Besitze  des  Herrn  Me- 
dicinalrath  Dr.  Nicolai  in  Arnstadt. 

Tafel  II.  gehört   zu  dem  Aufsatze  von  Dr.  Suffrian 
über  Rogers  nordamerikauische  Chrysomelen  und  enthält: 
Fig.  1.  Timarcha  intricata  Hald.,  Rog. 
„      2.  Cbrysomela  scalaris  Leconte,  Rog. 
,,      3.  Chr.  serpentina  Rog.  .     . 

„     4.  Chr.  dislocata  Rog. 
„      5.  Chr.  tortuosa  Rog. 
„      6.  Chr.  philadelphica  Linn.  Aut. 
,,      7.  Chr.  Bigsbyana  Kirby. 
„      8.  Chr.  casta  Rog. 
„      9.  Chr.  conjuncta  Rog. 
„    10.  Chr.  disrupta  Rog. 
„    11.  Chr.  hybrida  Say. 

(lunata*  Fabr.  Oliv.) 
„    12.  Chr.  incisa  Rog. 
j,  ;  „    13.  Chr.  similis  Rog. 

•tä  £_         „    14.  Chr.  praecelsis  Rog. 


Intelligenz. 


Die  siebente,  stark  vermehrte  Auflage  des  Cata- 
logus  Coleopterornm  Europae  ist  erschienen  und  ge- 
gen portofreie  Einsendung  von  5  Silbergr.  durch  den 
entomol.  Verein  in  Stettin  zu  beziehen. 


'iioDJB  ■; 


Ißhalt:  Suffriau:  Rogers  üebersicht  der  in  deu  vereiuigtea  StaatOü 
von  Nord-Amerika  einheimischen  Chrysomelen.  —  Camillo 
Rondani:  Chronologisches  Verzeichniss  seiner  entomologi- 
•  sehen  Schriften.  —  Werneburg:  Ueber  einige  Abbildungen 
in  C.  Clerk's  Jcones  insectorum  etc.  —  Schaum:  Ueber 
einige   Bembidien.    —    Gerstäcker:    Literatur.    —  Hagen: 

j'.f  Die  beiden  Hoefnagel,  die  ersten  deutschen  Entomologen  und 

Insectensammler  im  16.  Jahrhundert.  —  H.  Christoph:  Be- 
merkungen zu  einigen  in  Labrador  vorkommenden  Schmetter- 
lingen. —  Hey  den:  Nekrolog.  —  Dr.  H.  Hagen:  Miscella- 
nea,  —  Schaufuss:  Ancylonycha  rugipennis.  —  Vereins-An- 
gelegenheiten.    Erklärung  der  Tafeln.  —  Intelligenz. 


Druck  von  F.  Hessealand  in  Stettin. 


Eiitoiiiolos;iN('lie  Zeitung 


herausgegeben 

\oii   dcui 


<M)loiiiol(iü:isrli(M)  \vvvm  m  Sldtln. 


,      ,  In  Coiotnitfion  bei  den  Buchbaodl. 

Kedaci.oh.  *    E  8  Mittler  in  Herlin.  u.Fr. FUUch«r 

C    i.    Dobro,    Verein! -Priaident.  in  Leipzig. 

>o.  10-12.  19.  Jahrgang.      Ort.-^  Ilrr.    1858. 


Ueber  die  Fadenwurmer  der  lusecteu. 
(Fllnfter  Nachtrag:.) 

Professor  €  .   Tli.    «un   Hiebuld   in   München. 

Ls  haben  sich  siit  dein  Kr.schcincu  incinos  vierteu 
Nachtrags  •)  so  viele  Hcobachtungen  über  die  Fadenwürmer 
der  Insccten  pchiiufl.  eine  so  ^tosho  Zahl  mit  (Jordiaceen 
behafteter  Insecten  i.»<t  mir  seitdem  von  verschiedenen 
Seiten  wiederum  zufrekommcn ,  dass  ich  hieraus  Veranla.n- 
8unp  nehme .  jene  in  sehr  verschiedenen  Schrillen  zerstreu 
ten  Beobachtungen  mit  meinen  Krfahrungen  zusammenzu- 
stellen und  dem  eutoraologischcn  l'ulilikum  zu  übergeben, 
damit  da.ssclbe  davon  Kenntnis«  nehme  und  sich  dadurch 
von  neuem  anregen  lassen  möge,  diesem  so  interessanten 
Thcile  der  Parasiten  Lehre  fortwährend  .Vufmerksamkeit  zu 
»cbeuken. 

Zuerst  habe  ich  /u  erwähnen,  dass  Meissner  in 
einer  zweiten  ausHlhrlicheu  Abhandlung  sieh  um  die  Kennt- 
niss  der  Insecten  Filarien  gntss'-  Venlienste  erworben  hat. 
Derselbe  gab  niimlich  iu  seimn  Beitrügen  zur  Anatomie 
und  Physiologie    der  (tordiaceeu  M    eine    historische  L'eber- 


•)    Ver«l.  die»ff  Z^itang.    1864.    pw.   103 

•)     S.   di«^  Zritjirhrifl  (ur   wisiuMwicbmftlicb«»   Zoolofn«-     Bd-  ^T- 
1866.    p»g.  1.    T»l"   I-VII. 

23 


326 

sieht  der  Kenntnisse  und  Meinungen,  welche  seit  Albertus 
Magnus,  also  seit  dem  13.  Jahrhundert,  bis  auf  die 
neueste  Zeit  über  das  Wesen  und  die  Lebensweise  der 
Gordiaceen  durch  das  Bestreben  verschiedener  Naturfor- 
scher gewonnen  worden  waren.  Meissner's  eigene  Un- 
tersuchungen, die  sich  durch  Genauigkeit  und  Ausführlich- 
keit sowie  durch  die  Zugabe  vortrefflicher  Abbildungen  aus- 
zeichnen, beziehen  sich  auf  Mermis  nigrescens ,  auf  Gordius 
aquaticus  und  subbi/iircns.  Die  Gelegenheit  zu  diesen  Unter- 
suchungen gab  besonders  ein  reichlicher  Vorrath  von  Gor- 
diaceen, den  ich  im  Juni  1854  aus  den  Lachen  eines  zum 
Theil  eingetrockneten  Ge))irgsbaches  der  fränkischen  Schweiz 
zwischen  »Streitberg  und  Muggendorf  herausgefischt  hatte. 
Es  befanden  sich  darunter  10  männliche  und  4  weibliche 
Individuen  des  Gordius  aquaticus  und  L5  männliche  und  6 
weibliche  Individuen  des  Gordius  subbifurcus.  *)  Ich  wie- 
derholte das  Aufsuchen  dieser  Fadenwürmer  am  4.  Juni 
1856  und  an  demselben  Tage  1858,  und  war  im  Stande,  in 
denselben  Lachen  jedesmal  50  bis  60  Individuen  dieser 
Gordiaceen  einzusammeln,  wobei  jedoch  immer  die  Zahl 
der  Männchen  um  vieles  die  Zahl  der  Weibchen  überwog. 
Sie  waren  meistens  zu  mehreren  Individuen  in  einem  Knäuel 
aufgewickelt  und  bei  ihrer  dunkeln  Farbe  zwischen  den 
verschiedenen  auf  dem  Grunde  des  Wassers  liegenden  ma- 
cerirten  Pflanzenfasern  leicht  zu  übersehen. 

Dass  diese  Gordiaceen  in  ihrem  ausgewachsenen  Zu- 
stande an  jenen  Wohnort  nicht  anders  gelangt  sein  konnten, 
als  nach  vorausgegangener  Auswanderung  aus  Insekten, 
davon  konnte  ich  in  Folge  meiner  früheren  Beobachtungen 
überzeugt  sein,  dennoch  freute  ich  mich  über  eine  aberma- 
lige Bestätigung  dieser  Lebensweise  der  Gordiaceen,  als 
ich  in  der  Kähe  des  erwähnten  Baches  eine  über  den  Weg 
gelaufene  Feronia  melanaria  aufgenommen  und  in  ihrer  Lei- 
Beshühle  einen  lebenden  und  ausgewachsenen  männlichen 
Gordius  aquaticus  aufgefunden  hatte. 

In  Bezug  auf  jenen  Fall  von  Vorkommen  des  Gordius 
aquaticus  im  Magen  eines  Menschen,  den  ich  in  meinem 
vierten  Nachtrage  ')  mitgetheilt  hatte,  war  mir  eine  Notiz 
wichtig,  die  mir  bei  meinem  Aufenthalte  in  Streitberg  er- 
zählt wurde,  und  die  ich,  obgleich  ich  dieselbe  bereits  in 
einem  Zusätze  zu  dem  Meissnerschen  Aufsatze  bekannt  ge- 


»)    Ebenda,    p.  141. 
*)    A.  a.  O.    p.  107. 


927 

macht  habe ,  ')  ihres  IntcretMt  wcpcn  hier  noch  einmal 
wiederholen  will.  „Wir  hilufip  n.Hmlich  ilie  (i(»r(lia<M.'en  in 
der  l'iupe^end  v»»n  Stnithor^;  vorkommen ,  konnte  ieh  norh 
au8  einem  andern  I  niHtande  entnehmen.  Der  Posthalter 
und  liastwirth  im  Dnrfe  Streither^'  kannte  die  Fadenwilrmer, 
denen  ieh  mit  k(i  vielem  KitVr  naelisjillrte .  recht  j,'ut .  da 
sie,  wie  er  mir  inittheilte.  nielit  «elten  in  dem  Hrnnnentro^e 
hinter  neinoMi  llaiisi'  ;:el'unden  würden .  aiieh  wusste  der- 
Kelhe,  dass  die.'*e  Würmer  mit  dem  Jantendi  ii  Wasser  seines 
liührcuhrunnens  dort  hinein  ^'clan^^ten.  wrj>lialh  er  es  seiner 
Dieuernehat^  zur  besonderen  IMlielit  f,'emacht ,  bei  dem  Her- 
beiholen von  Trinkwasser  stets  naehziisrhen.  ol)  nicht  ein 
solcher  Fadeiiwiinii  in  das  dem  Hnnintiirnjir  nnterfreiialtene 
(»etas<  mit  (hin  ^\  assrr  hinein^'esplllt  wurdm  sei.  Ich  nahm 
hiernach  Veranlassuiifr,  eini;,'e  Brnnnentröfre  des  I><»rt'es  zu 
untersuchen  und  erhielt  auf  diese  Weise  wirklich  noch  ei- 
nige Gorilieu". 

DiejcniiTcn,  «eiche  von  der  Identität  der  Insecten- Fi- 
larien mit  den  im  Wasser  o(l»r  teuchter  Krde  vorkommen 
den  <ior(liace«'n  muh  nicht  viillknmm<*n  Itber/enpt  s«'in  soll- 
ten, mache  ich  auf  die  \  ersuche  ant'merksam,  welche 
Meissner  mit  der  Hrut  (\vh  <>nrüiu»  a<iuat\ru'.  vorf^enommcn 
hat,  und  deren  Kesultate  fjanz  mit  denjeui.cen  Übereinstim- 
men, welche  ich  aus  den  mit  der  l'>rut  von  Mfrmtn  albicam 
angestellten  Versuchen  erhalten  halte,  ^i  loh  konnte  das 
Einbohren  und  Kinwandern  der  Hrut  v(»n  Merniis  albicans 
in  die  jun^'en  liaupclien  von  N'ponumcnta  co^'natelJu  beob- 
achten, .Meissner  sali  daireiren  das  Kinbuliren  und  Kin- 
wandern der  Brut  >on  <iordius  snlibitunus  in  die  Larven 
von  Kphemeriden,  »)  und  zwar  /unliebst  in  deren  Heine,  mit 
denen  diese  InsectenLarven  in  einem  Ihr^rlase  den  schlam 
niif^en  Hodensaly.  desselben  berührten,  auf  welchem  die 
(furdius-KujbrvMne  ruhi^'  und  harrend  celepen  hatten.  Die- 
sen Kujbryonen  kitinmt  bei  ilinr  Kinwanderun^'  eine  beson- 
dere HewatTnun^'  am  Kopte  /.u  .*<tatteii.  welche  aus  zwölf  in 
zwei  Keih<n  ^fstellteu  Ilaken  besteht.  Diese  sehr  beweg:- 
lichcn  Haken  werden  von  den  (Jordius-Kmbryonen  zum  An- 
bohren der  Insc(  tenhiiute  und  nach  peschlafrener  Wunde 
znm  Hineinkriiclien  in  das  Innere  des  Insccts  benutzt 
(Irubc  war  der  erste,  welcher  die  Kuibryoueu  von  üordina 


')  Voril.  du-  Z<?it«chrift  ßr  iri»»«'u*ch»ftlicl>«'  Zoolo({i«>.   Bd.  Vll. 


ISiSt.    Dag.  141 


8.  dipic  Z»'itunff.    -TahrKasg  1850.    p.  330. 
A.  a.  O.   pnz    151. 


328 

aquaticus  beobachtete,  ohne  sie  jedoch  sehr  genau  abge- 
bildet zu  haben.  M  Meissner,  welcher  eine  sehr  genaue 
Beschreibung  und  Abbildung  der  Embryone  von  Gordius 
subbifurcus  geliefert  hat,  -)  tiberzeugte  sich  von  dem  ganz 
übereinstimmenden  Verhalten  der  Embryone  von  Gordius 
aquaticus  und  subbifurcus. 

Ueber  das  unerwartete  und  zahlreiche  Zutagekommen 
von  Gordiaceen  auf  der  Oberfläche  von  durch  Regen  ange- 
feuchteter Erde  sind  mir  wieder  einige  Beobachtungen  be- 
kannt geworden,  die  ich  hier  mitzutheilen  nicht  versäumen 
will.  Von  Logan  wurden  eine  grosse  Anzahl  Gordien 
während  feuchten  Wetters  auf  der  Erde  seines  Gartens  be- 
merkt. '-')  Da  derselbe  die  meisten  in  der  Umgebung  von 
Paeonien  fand,  deren  Wurzeln  von  den  Larven  des  Hepio- 
lus  angefressen  zu  werden  pflegen,  so  vermuthete  er,  dass 
diese  Würmer  aus  den  Pu])pen  des  Hepiolus  hervorgekom- 
men seien.  Logan  konnte  bei  dieser  Gelegenheit  an  den 
Gordieu  die  Fähigkeit  des  Kletterns  bewundern,  indem 
einige  der  Würmer  bis  zu  den  Gipfeln  des  Paeonien  -  Ge- 
sträuchs sich  hinaufgewuuden  hatten. 

Eine  andere  ähnliche  Beobachtung  lasse  ich  hier  fol- 
gen, da  sie  in  einer  wenig  verbreiteten  und  bereits  ganz 
eingegangenen  Zeitschrift  niedergelegt  ist.  Die  Beobach- 
tung wurde  von  Dr.  A.  Kraemer  in  folgender  Weise 
mitgetheilt.  ^)  „Als  ich  an  einem  Morgen  der  letzten  Mai- 
tage vorigen  Jahres,  nach  einem  starken  Gewitterregen,  in 
der  Frühe  in  meinem  Gärtchen  hinter  meinem  Hause  in  der 
Stadt  Göttingen  gelegen,  spazierte,  wurde  ich  von  ungefähr 
auf  ein  zierliches  Fadenwürmchen  aufmerksam,  welches, 
von  Gestalt  einem  Gordius  aquaticus  ähnlich,  mit  der  einen 
Extremität  auf  dem  Blatte  einer  Paeonia  haftend,  mit  der 
anderen  lebhafte  Kreisschwingungen  in  der  Luft  machte. 
Ich  sah  mich  nun  nach  mehreren  um  und  fand  gegen  ein 
Dutzend  Exemplare,  theils  sich  auf  der  von  Regen  feuchten 
Erde  windend ,  theils  auf  den  Buxbaum  -  Einfassungen  der 
Beete  und  auf  verschiedenen  andern  Pflanzen,  an  denen  sie 
sich    hinaufgewunden ,    zuweilen   Fuss  hoch   über  der  Erde, 


*)  S.  dessen  Abhandlung:  über  einige  Anguillulen  und  die  Ent- 
wicklung von  Gordius  aquaticus,  in  Wiegmann's  Archiv  für  Naturge- 
schichte.   1849.  I.  pag.  373.    Taf.  VII.    fig.  9.  10. 

«)    A.  a.  O.    pag.  124.    Taf.  VI.    fig.  29.    Taf.  VII.    fig.  30-38. 

s)    Siehe  the  Zooh)gist.    1850.    pag.  2856. 

'')  S.  dessen  fragmentarische  Notizen  und  Abbildungen  zur  Hel- 
minthologie und  Parasiteulehre ,  in  der  illustrirten  medizinischen  Zei- 
tung.    München  1855.    Bd.  III,    Heft  6.    pag.  285. 


3S9 

wo  MO  (Iftnn ,  hcKondcrK  durch  ihre  <»bcn  beschriebenen 
Rohwiii^rnden  Howi'^'iiii^'on  «Ins  Aupc  auf  sich  Iniktcn.  Auch 
einige  1  »K^*  "^pittiT  fand  ich.  wicflcr  an  einem  .Mortrcn  nach 
einem  schweren  Kcf^en ,  eine  Anzahl  dieser  Wllrnier.  In 
diesem  .fahre  traf  ich  sie  aber  au  einem  .Iiinimni^'cn.  gleich- 
falls nach  einem  starken  (iewitter.  in  solcher  Menfre  in  mei- 
nem (iärtchcn  an.  dass  man  mit  der  alten  Fabel  hritt««, 
;:lanb(  n  sollen,  sie  wiiren  vom  Himmel  geregnet,  nnd  ich 
eine  grosse  Mengt-  da\on  sammeln  konnte.  Auch  an  den 
folgenden  Tagen  zeigten  sie  sieh  gleichfalls  in  der  Frllljc, 
wenn  es  geregnet  hatte.  Zu  anderen  Tageszeiten  aber,  als 
am  frühen  Morgen,  habe  ich  sie  nie  gclundrn  und  anch 
dann  immer  nur  nach  vorgängigem  liegen;  sobald  aber  «lie 
Sonne  s<»  hoch  gestiegen  war,  dass  sie  ihren  Antenthalt  he- 
sehcincn  konnte,  waren  sie  wie  verschwunden". 

Diese  (iordiaccen  wurden  nach  genauerer  Trllfung  von 
Dr.  Kraemer  als  Mcrmis  nigrescens  erkannt  und  dazn 
benutzt,  verschiedene  anatomische  Verhältnisse  dieses  so 
merkwürdig  organisirten  Wurmes  anfznhellcn.  Von  demsel- 
ben Beobachter  wurde  ausserdem  noch  eine  Heschreibung 
nebst  Al)bildiingen  von  Kojif-  un<l  Schwänzende  des  männ- 
lichen und  weiblichen  (iordius  aquaticus  giliefert.  ')  den 
derselbe  zn  mehreren  Exemplaren  in  einer  Quelle  im  rteis- 
mar  Holze  bei  (iottingen  aufgefunden  hatte.  Auch  von  I^ey- 
dolt  m  Wien  wurden  mehrere  Kxemplare  von  Fadcnwtir- 
mcrn  auf  IIosenst(iekcn  eingesammelt. 

Was  die  geographische  Verbreitung  der  (iordiacccu 
betrifft,  so  kann  man  es  jetzt,  nachdem  so  viele  Beobach- 
tungen Über  diese  Fadenwllrmer  auch  in  anderen  Weltthei- 
len  gemacht  worden  sind,  als  bestimmt  annehmen,  das« 
diese  Abtheilnng  von  Helminthen  nicht  bloss  in  Kuroim,  son- 
dern auch  in  anderen  Wclttheilen.  namentlich  in  Amerika, 
allgemein  verbreitet  ist.  was  aus  folgenden  .\ngaben  ent- 
nommen werden   mag. 

Grube  beschrieb  einen  im  Berliner  Museum  unter  deu 
Anneliden  autitewahrtcn  kastanienbraunen  männlichen  r.or- 
dins  aus  .\frika  als  (iordiu*  cratmt :  '»  seine  Länge  beträgt 
22  Zoll,  seine  Dicke  ^,t  Linie,  sein  Schwanz  erscheint  kurz- 
gabelig. 

Von  Baird  wurde  ein  wahrscheinlich  aus'Afrika  »Um- 


';    S.  dir  Vorhiindlangrn  dm  itKtlogisrh  ■  boUniccbon  Vereins  in 
W  ,rn      Bd.  111.    in.V^    p%fi.  lÄ. 

*>    S.  Wicjimannn «  Archiv.     1&19.    I.    p.  370. 


330 

mender  Fadenwurm,  Gordius  verrucosus  genannt;  *)  derselbe 
ist  schwarz  gefärbt  und  über  und  über  mit  unzähligen  klei- 
nen warzenartigen  Hervorragungen  besetzt,  auf  beiden  Sei- 
ten seines  Leibes  läuft  eine  Furche  vom  Kopf-  bis  Schwanz- 
ende herab,  das  Kopfende  ist  verschmächtigt,  die  Körper- 
länge beträgt  6  Zoll,  die  Dicke  V2  Linie. 

Von  demselben  wurde  ein  Fadenwurm,  den  Dr. 
J.  Hooker  aus  Khasyan  Hills  in  Indien  mitgebracht  hatte, 
als  Gordius  sphaerura  beschrieben.  -)  Der  männliche  Wurm 
von  16  Zoll  Länge  und  V2  Linie  Dicke  erscheint  fast 
schwarz,  glatt,  seiner  ganzen  Länge  nach  abgeplattet  und 
gleich  dick.  Das  14  Zoll  lange  und  V2  Lin.  dicke  dunkel- 
braun gefärbte  Weibchen  besitzt  ebenfalls  einen  glatten, 
gleichmässig  dicken  Leib,  der  nur  am  Hinterrande  keulen- 
förmig angeschwollen  ist ;  auffallend  sind  verschiedene  Ein- 
kerbungen, welche  bald  auf  der  einen  bald  auf  der  anderen 
Seite  des  Leibes  vorkommen. 

In  der  Geschichte  von  Chile  wird  von  Gay  ein  Faden- 
wurm unter  dem  Namen  Gordius  chilensis  (gracilis,  cinereo 
fuscus,  obscurus,  eapite  nigroj  beschrieben,  dessen  Männ- 
chen ein  tief  gegabeltes  Hinterleibsende  besitzt.  Es  kömmt 
in  der  Nähe  von  Valparaiso  und  Concepcion  in  süssem 
Wasser  dieser  Wurm  sehr  häufig  vor,  der  zugleich  von  den 
Einwohnern  des  Landes  sehr  gefürchtet  wird,  da  er,  in  den 
menschlichen  Körper  gelangt,  schwere  Krankheitserschei- 
nungen erzeugen  soll.  3) 

Ein  von  Baird  mit  dem  Namen  Gordius  platyura  be- 
zeichneter Fadenwurm  soll  aus  Jamaica  stammen.  ^)  Er  ist 
32  Zoll  lang,  1/2  Lin.  dick,  und  besitzt  einen  glatten  raatt- 
weiss  gefärbten  Leib,  dessen  Hinterende  verdickt,  abgeplat- 
tet und  seicht  gegabelt  ist. 

Gordius  fasciatus  nannte  derselbe  einen  aus  Nordamerika 
stammenden  im  brittischen  Museum  aufbewahrten  Wurm,  ^) 
von  11 V2  Lin-  Länge  und  1  Millim.  Dicke,  mit  glattem 
Leibe,  dessen  Haut  von  sehr  feinen  sich  kreuzenden  Linien 
wie  chagrinirt  und  durch  dunkle  Zeichnungen  wie  gebändert 


')  Vergl.  dessen  Catalogue  of  the  speeies  of  entozoa  contained 
in  the  collection  of  the  british  Museum.  London.  1853.  pag.  36.  Tab. 
I.  fig.  5.  s.  auch  the  Annais  of  natural  history.  Vol.  XV.  1855.  pag.  71. 

^)  S.  Catalogue  a.  a.  O.  pag.  112.  und  the  Annais  a.  a.  O. 
pag.  72. 

')  Vergl.  Gay:  Historia  de  Chile.  Zoologia.  Tom.  IIl.  Paris 
1849.    pag.  109. 

*)  S.  Catalogue  a.  a.  O.  pag.  36.  Tab.  I.  Fig.  4.  und  the  An- 
nais a.  a.  0.  pag.  71. 

*)  S.  the  Annais  a.  a.  0.  pag.  72. 


.331 

erscheint.     Vorderleih   ist   ver«chinachtij;t    und  eine  Strecke 
von  3  I.in.  ■  U.  Vorder   und  Hintcrlcihscnde  zeifrcn 

eine  fa*t  s-  niip. 

Leidy  uul«p<rliei«let  vmh  «km  auch  in  den  vernchie- 
denftten  (fcpenden  Nordamerika»  einhiimisrheu  linrdtu*  aqua- 
linu  noch  eine  zweite  4  bis  12  Zoll  lanpe  Spceies,  welche 
er  mit  dem  Namen  ^iordm»  ran««  belebte.  Diese  Art  /.cichnel 
sich  «Indurrh  v(m  (iordiuH  atjuatiruK  au».  da»s  dasf^chwanz- 
endc  de»  Weibohm»«  droii^nitzi^'  iyt.  Leidy  hrohachteto 
von  diesem  Fadenwiimie  (lii»  Hrut.  welche  m  ihrer  Form 
an  «lie  des  (lordius  a(|uaticus  » rinnert.  Ks  wunle  dieser 
Gordias  varins  aus  liiü  hcn.  FlUssen  und  Seen  «Ut  verschie- 
densten Oe^enden  Nordamerikas  fix  I.cidy  einp-'sendet:  er 
erhielt  denselben  unter  andiren  durih  Apassiz  vom  Ni»- 
cara,  durch  H.iird  vom  Sus<|uehanna  Fluss  und  vom  Cham- 
plaiuSee.  und  ilurcli  Kirtland  von  (dijo.  wo  er  einem 
Maii(  lien  aus  dem  After  ab^rcfrau;:»!!  war  F>  int  dieser 
Gordias  in  Norrlamerika  der  am  meisten  verbreitete  Faden- 
wnmi  un«l  allgenuin  unter  diui  Namen  Haarxrurm  bekannt, 
von  dem  die  Sa^'c  geht,  dass  er  durch  Maceration  eine« 
Pferdehaars  im  Wasser  entstehe.') 

Finen  s*a\  Haird  in  New-Vork  aufgefundenen  nnd  als 
»trirdiw  hneaut*  bezcichnofcn  Fadrnwurm  rcehnete  Keidy 
rn  ftordius  atjuaticns.  ;>  wahrend  er  ein«*  vonHiidd  in  New- 
.ferscy  entdeckte  untl  .l/rrmi«  elnngata  j;enanntc  Fadenwumi- 
Fonn  von  ♦>  bis  is  Zoll  Länge  nnd  von  gelblicher  Farbe 
7.0  Mrrmis  albicans  stellte.  ^1  Kbcnso  wnnle  eine  bei  Thila 
delphia  und  in  verschiedenen  anderen  Gegenden  Nordame- 
rikas Vorkommende  weissgefärbte  und  **  Zoll  lange  Faden- 
wurmF'»»rm.  Olr  welche  Leidy  trllher  «len  Namen  .Ucrmi« 
cra**ir(tutin:.i  \ orgeschlagcn  hatte,  von  ihm  ^|^Mtcr  mit  Mer- 
mis  albicans  vereinigt  ♦)  Auch  einen  aus  Hrasilien  erhalte- 
nen und  zuerst  als  Mcrmtt  /frrtHjin«!  bezeielmetcn  Fatlen- 
wurm  zog  Lei«ly  nachher  zu  Mermii»  albicans.^) 

Kinige  andere  ausl.1ndis<bc  Fi  '  i<r  werden  wei- 

ter nnten  mit  ihren  Wohntliierm  a;  wenlen. 


'  S.  l*ro<-*odin2«  '»f  ih"  A<"a't''«nT  r>f  n*(iirm]  •■  i«-i»r««»  of  PhiU- 
d*«Iphi«.  Vnl  V.  PhiU«lo|phiv  J^V*'.  I  .%j  2r,2  un.J  Vnl.  VIII 
I^V>      pi»2.  V>     (t-moT   Lcidt      •    Kli.r»  «ithin  liting  tun- 

m«!«.    in  don   Sinith»«ni«n   *  -n'n'"i*i   r.    •  i^..       VoL  V.   1A.M. 

P»t{   6 

•)  v*«.   I'ror,.«lin.  ^i.   aW   nnd   Vol    VIII. 

•)  Ebrnd..  Vol  V.  p«».  A3  nnd  VoL  VIII.  ims.  .■»- 
•  Klwnid»  Vol.  V  p^.  263  a»»d  Vol.  y\U.  pmtt.  5^ 
'    Kb*Dd»      Vol.  V.     p*s.  aa'i  and  Vol.  VIII.  pa^j.  .%. 


332 

Schon  früher  habe  ich  darauf  aufmerksam  gemacht, ') 
dass  die  Insekten-Filarien  leicht  als  verirrte  Gäste  in  den 
Magen  und  Darmkanal  insektenfressender  Fische  und  Rep- 
tilien gelangen  können.  Ich  habe  hierüber  neue  Erfahrun- 
gen zu  machen  Gelegenheit  gehabt,  indem  ich  im  August 
vorigen  Jahres  während  meines  Aufenthaltes  in  Berchtes- 
gaden  häufig  im  Darmkanale  der  Forellen  verschiedene 
Exemplare  des  Gordius  aquaticus  vorfand ;  auch  durch  Herrn 
Dr.  Gemminge r  erhielt  ich  im  Jahre  1856  eine  grosse 
Anzahl  männlicher  und  v^eiblicher  Individuen  desselben  Gor- 
dius, welche  derselbe  in  den  bayrischen  Alpen  aus  dem 
Darme  der  Aeschen  gesammelt  hatte.  Offenbar  waren  alle 
diese  Fadenwürmer  mit  verschluckten  Insekten,  namentlich 
Heuschrecken  in  den  Darm  jener  Fische  gelangt.  Ebenso 
war  wohl  auch  eine  Mermis  albicans,  welche  ich  am  19.  Mai 
1857  zwischen  vielen  Dipteren-Larven  im  Magen  eines  Co- 
regonus  Wartmanni  des  Starenberger  Sees  vorfand ,  mit 
einer  von  dieser  Renke  verzehrten  Dipteren-Larve  in  den 
Fischmagen  eingewandert. 

Von  den  bei  uns  einheimischen  Arten  der  Gordiaceen, 
welche  sich  bis  jetzt  mit  Sicherheit  haben  feststellen  lassen, 
habe  ich  die  Diagnose  unter  Angabe  ihrer  verschiedenen 
Wohnthiere,  in  denen  sie  aufwachsen,  auseinander  zu  setzen 
versucht. ')  Es  sind  die  folgenden  fünf  Arten :  Gordius 
aquaticus,  subbifnrcus  und  tricuspidatus ,  Mermis  albicans 
und  nigrescens. 

Neue  Beobachtungen  über  das  Vorkommen  von  Gor- 
diaceen  in  der  Leibeshöhle  von  Arthropoden  habe  ich  fol- 
gende aufzuführen. 


frustacea. 

1.     Gammarus  pulex  F. 

Von  Leuckart^)  wird  erwähnt,  dass  er  im  Sommer 
1855  im  Gammarus  pulex  eine  IV2  Zoll  lange  Mermis  (Fi- 
laria  attenuata)  angetroffen  habe. 


*)  S.  diese  Zeitung.    Jahrgang  1854.     pag.  105. 

*)  S.  die  Zeitschrift  für  wissenschaftliche  Zoologie.  Bd.  VII. 
1856.     pag.  142. 

^)  S.  dessen  Jahresbericht  über  die  Leistungen  in  der  Natur- 
geschichte der  niederen  Thiere,  in  Wiegmann's  Archiv.  1856.  Bd.  IL 
pag.  350. 


(olro|iferii. 

2      PUroitichas  faitiditai  Dej. 

AtH  dicsrn»  I.aufVJifrr  rrhiolt  Schafhirt  in  \«>rflamp- 
rikft  rinpn  3  Zoll  lanpos  M.innchcn  und  Weibchen  de?»  Gordiu« 
Hf|iiaticiis.  M 

f.     Feronia  mebnaria  111. 

Ich  7.<>^'  aus  diesem  im  .Inni  IKM  bei  Mnppcndorf  ge- 
fundonon  Laufkäfer  einen  mUDnlichcn  Oordius  aquaticns 
hervor,  -t 

3.     Ämara  similata  F. 

Nachdem  von  Lanihert  eine  Amara  pimilata  in  ein 
(ilas  mit  Canjphor  geworfen  worden  war.  Kchlüpfte  daran« 
ein  Fadenwnrm  hervor,  welcher  7  bis  i^mal  länper  als  der 
Käfer  war.  Herr  Davaine.  welcher  beide  Thicrc  zur 
näheren  rntersuchiinp  erhalten  hatte,  berichtete  Ftdpende» 
über  den  Faiienwurm.  ^  K(>[ifende  des  braunen  Wurms  mit 
terminaler  Mundr.ffnnnp .  Ilinterleibsemle  sehrii^'  ab^'estut/.t 
und  seicht  her/fiimi^  ein;:csclinilten,  Haut  mit  rcihenförmip 
f^estellten  kleinen  Tuberkeln  besetzt.  Die  Haut  selbst  wird 
von  «ich  kreuzenden  Fasern  gebildet,  darnnter  befindet  sich 
eineLänpsmuskel  Fasersehielit.  <iii^  LeibeshTihle  bildet  ein  nach 
"brn  und  unten  blind  «-ndi^'ender  Schlauch  mit  hexa^'onalen 
.•\renlen.  der  «inen  eirriihnlichen  Inhalt  besitzt.  Darmkanal 
rodimentär.  Davaine  wollte  in  diesem  Wurm  eine  Mermis 
niprescens  erkennen,  wunderte  sich  aber,  dass  er  die  von 
Hajardin  beschriebenen  mit  zwei  stran^'H^rmicen  Aniiän 
gon  versehenen  Hier  in  dieser  Mermis  nicht  hatte  bemerken 
kr»nDen.  Das  war  freilieh  nicht  nWicIich .  da  er  par  keine 
peschlechtsreilV  .^fermls,  sondern  ein«'n  nf>ch  peschlechtlich 
unentwickelten  weiblichen  Ciordiu-^  subbifnrciis  ^or  «ich 
hatte,  in  welcher  derselbe  die  Fettzelleu  fUr  Hier  gehalten 
bat.  — 


V  S.    Prr>c«<pclinß»    <.f    ihr   A«^d.    o(    n*l.    »r.    of.    PhiUdelnhia. 
VoL  III.     IMß     pitf.  »A 

*'  S.  die  Z^iUrhnA  für  wi«»#n«rhaftl.  Zoologir     Bd.  VII.    1«^56. 

^    S.    Annjklr«    dr    U   »ociot«   eBUMnolOKKjar   d«   Fnuire.      16dl. 
p»g.  LiXXlV.  and  p»i{-  (.XUl. 


334 

4.     Amara  trivialis.     Gyl. 

5.     Amara  fasca.     Dej. 

Herrn  Forstmeister  Wissmann  in  Bovenden  bei  Göt- 
tingen verdanke  ich  die  beiden  Käfer,  aus  deren  Hinter- 
leibsende sich  ein  Gordius  subbifurcus  hervorwindet. 

6.  Harpalus  hospes.     Dej, 

Durch  Herrn  Professor  Roth  erhielt  ich  diesen  vom 
Kaukasus  stammenden  Käfer,  zveischen  dessen  Kopf^  und 
Halsschild  die  Schlingen  eines  gelblichen  Fadenvvurnis  her- 
vorgequollen waren.  Obgleich  die  gordiusartige  Beschaffen- 
heit der  Haut  dieses  Parasiten  unter  dem  Mikroskope  nicht 
zu  verkennen  war,  so  konnte  ich  wegen  gänzlicher  Unkennt- 
lichkeit des  Kopf-  und  Schwanzendes  dieses  Wurms  weder 
den  Gattungs-  noch  Species- Charakter  dieses  Gordiaceen 
feststellen. 

7.  Silpha  carinata.     Hbn. 

Ein  aus  diesem  Käfer  auswandernder  Gordius  subbi- 
furcus, den  der  Förster  Schindofsky  in  Proebbernau  auf 
der  frischen  Nehrung  gefunden  hatte,  wurde  mir  von  Herrn 
Dr.  Hagen  aus  Königsberg  gütigst  tibersendet, 

8.     Ocypus  megacephalus,     Nord. 

Von  Mahler  wurde  dem  zoologisch-botanischen  Ver- 
eine in  Wien  dieser  Käfer  übergeben,  aus  dessen  Mundende 
ein  Gordius  hervorragte. ') 

9.     Blaps  obtusa.     L, 

In  dem  brittischeu  Museum  wird  ein  Faden  wurm,  der 
diesem  bei  London  gefundenen  Käfer  abgegangen  war,  un- 
ter dem  Namen  Gordius  pustulosus  aufbewahrt.  Seine  Farbe 
ist  hellbraun,  sein  Leib  erscheint  mit  kleinen  Papillen  dicht 
besetzt,  zwischen  welchen  einzelne  stärkere  Warzen  hei  vor- 
ragen, Kopfende  ist  sehr  verschmächtigt,  Hinterleib  wird 
dicker  und   endigt  abgestumpft  mit  einem  tiefen  Einschnitt. 


')  S.   die  Verhandl.  d.   zoolog.   botan.   Vereins.     Bd.   V.      1855. 
pag.  76. 


An  "Irr  cinon  S.  ito  de»  Leibes  läuft  eine  Furche  herab. 
Dio  Lftnpe  den  Krtrpcrs  hetrüct  H«  ^  Zoll,  dir  Dirko  ' :  Milli- 
meter. ') 


(^rlhoplera 

ForficulR  «nriculari»      L. 

Von  Hceger  und  Fr.iu  cn  l'c  I  d  wurden  hei  Wien  in 
den  (»hrwllrmern  /alilrciclic  KiiaritMi  hcohaclitct,  von  denon 
'^f't   7woi   Ms  drei  Individtitii   in   finpin  W'ohnthiere  vitorktm  'l 


10.     Bhbcra  g^gsntea.     Serv. 

Ptirch  Dr.  Siepcrt  in  Anc:o«4(ura  war  eine  Hiesen- 
Rchahe  an  das  Hambnrper  natnrhistorischc  Museum  Über- 
sendet worden,  au«  deren  Hinterleib  ein  380  Millimeter 
langer  schwar/er  Wurm  licr\(ir;:<'(jiinllen  war.  Derselbe  int 
von  Hr.  MTihius  >:enauer  unterr«ucht  und  beschrieben  wor- 
den,^! wobei  er  Veranlassuni:  nahm,  den  Wurm  unter  dem 
Namen  ("hordndfi^  pHitun  dem  vnn  Creplin  frllher  be- 
schriebenen P'adenwurme  Chordodes  Parasitu»  *)  an  die 
^oite  7.U  stellen. 

11.     Orchelimum  pracile      Harr. 

Kine  aus  dieser  lleuschreeke  erhaltene  l»',  /oll  lange 
Merniis  albicans  wurde  von  Apassiz  an  Lcidy  pescndet.*) 

12      Oedipoda  Carolina.     I. 

Keidy  in  l'liiladflphia  erhielt  aus  dieser  Heuschrecke 
tf^hr  hftufijf  Mermi«*  albicans.'') 

f>erselbc  hat  bei  Philadelphia  auch  andere  Heusehrrcken 
ntt  mit  (tordiarcen  behaftet  an^jetfoffen.  I>ie  Wllrmer  b»- 
sassen  eine   Liinpe  >t>n  •>  /«dl   bis    1    Kuss,  waren  weiss  gc- 


'     S.    <  *t«|r»,p(r>   ••I«-    n\   t  b«»   bnl.    Mn».    ».»<».    t»«2    3/. 
•i  Wrsl    di«'   Vi'rb«iMil.  d.  toof.  hoUo.  ^>^^in».  Hd.  III.  oh^.  IIM. 
*    .<^.  di<>  Z«>iurhnn  f.  wiii»Mi»cb    Zonlofn«     Bd.  VI.     l^^.    nm^. 
428     T»f   XVI f. 

'     ^  in?       IWn.     n.ff.  a.'M. 

'^  -   ni'  thr>  Acsd.  of  n«t.  >r.  of  l'hiUdolphüi.     Vol. 

Mii    patf  :#. 

'    8.  eb«nda      pag.  56. 


336 

färbt  und  endigten  mit  einem  einfachen  Hinterleib.  Der- 
selbe wollte  in  den  weiblichen  Individuen  Eier  bemerkt 
haben,  die  aber  niemals  hervortraten.  Es  waren  dies  wohl 
keine  Eier  sondern  Fettzellen  des  Fettkörpers.  Im  Wasser 
sah  Leidy  diese  Fadenwürmer  schon  nach  vier  Wochen 
sterben,  während  sie  in  feuchter  Erde  mehrere  Monate  am 
Leben  blieben.  *)  Bei  längerem  Verweilen  in  solcher  feuch- 
ten Erde  würden  diese  Würmer  zur  Geschlechtsreife  ge- 
kommen sein  und  nach  meiner  Ueberzeugung  wurde  Leidy 
alsdann  die  vermisste  Entwicklung  der  Jungen  dieser  Fa- 
denwürmer haben  beobachten  können. 

Leidy  berichtet  ferner  über  einen  weiblichen  Gordius, 
der  in  New -Jersey  aus  einer  Heuschrecke  hervorgekrochen 
war  und  von  dem  Beobachter  Dr.  Budd  den  Namen  Gordius 
robustus  erhalten  hatte.-)  Später  fand  sich  Leidy  geneigt, 
diese  Fadenwurmform  mit  Gordius  aquaticus  zu  vereinigen.-^) 

Sanford  zu  Granville  in  Ohio  hatte  Gelegenheit  in 
drei  verschiedenen  Fällen  Gordien  aus  einer  Heuschrecke 
zu  erhalten.  Bei  dem  dritten  Falle  waren  neben  einem 
6  bis  8  Zoll  langen  Gordius  noch  zehn  bis  zwölf  ^/g  Zoll 
lange  Gordieen  in  der  Heuschrecke  enthalten.'») 

Von  Baird  wurde  ein  in  Rio  Janeiro  aus  einer  Heu- 
schrecke hervorgekrochener  Fadenwurm  als  Mermis  spiraUs 
beschrieben.  Er  hat  die  Länge  von  7  Zoll,  ist  roth  gefärbt 
und  vielmals  spiralig  aufgewunden,  Kopf-  und  Schwanzende 
sind  abgestumpft,  der  Leib  erscheint  gleich  dick  und  glatt.  •"*) 


Hymenoptera. 

13.     Hylotoma  Berberidis.     Sehr. 

Aus  fünf  Larven  dieser  Blattwespe,  welche  Herr  Dr. 
Kriechbaumer  im  August  1857  bei  Tegernsee  gesam- 
melt hatte,  waren  zehn  Individuen  der  Mermis  albicans  von 
verschiedener  Grösse  ausgewandert. 


')  Vergl.  dessen  Aufsatz:  a  Flora  and  Fauna  within  living  ani- 
mals,  in  den  Smithsonian  Contributions.     Vol.  V.     pag.  6. 

^)  S.  Proceedings  etc  of  Philadelphia.     Vol.  V.     pag.  275. 

3)  Ebenda.     Vol.  VIII.     pag.  57. 

*)  S.  Proceedings  of  the  american  association  for  the  advance- 
ment  of  science.  Seventh  meeting,  held  at  Cleveland,  Ohio.  1853. 
Cambridge:   1856.     pag.  250. 

*)  S.  Catalogue  etc.  of  british  Museum  a.  a.  O.  pag.  35.  Tab.  1. 
Fig   3  und  the  Annais  of  nat.  history.    Vol.  XV,    1855.    pag.  71. 


337 

14.     Lophyms  aociua.     Kl. 

Kiiie  Larve  dieser  Hlaltwespe  mit  einer  Meruiis  albi- 
rau9  war  vou  Dr.  K  r  i  e  c  libu  u  lu  er  zu  Kreuth  ebenfalls  im 
August   1*^57  ant'geruii(ieii  wi-nli-ii. 

15.     Lophyrus  pallidus.     Kl. 

16.     Lophyrus  obscuratus.     Hart. 

Kinc  Mermis  alhican;«,  aus  eiuer  bei  Kreutli  im  Sep 
teniber  l'^.')7  ^etuiulenen  Larve  des  Luphyrus  pallidus  aus- 
L'cwauilert,  wiird«*  mir  von  l>r.  K  r  i  ee  h  bau  me  r  lll)er;;^eben. 
Derselbe  hatte  bei  Te^'ernsec  um  dieselbe  Zeit  mehrere 
Larven  auf  NN  aelilmlder  ^'etunden,  blass^'riln  n)it  drei  brau- 
neu Streifen,  welelie  dem  Lophyrus  ubseuratus  au/ut;ehnreu 
sehicneu.  Aus  seehs  dieser  Laneu  waren  sechs  ludividueu 
der  Mermis  albicans  aus^jewaudert. 

17.     Eriocampa  ovata.     L. 

Sieben  Individuen  der  Mermis  albicans,  welche  aus  den 
Larven  dieser  IMattwespe  ausgewandert  waren,  wurden  mir 
vdu  Dr.  K  r  i  e  c  h  b  a  u  m  e  r  überleben. 

18.     Nematu«  rayosotidis.     F. 

Derselbe  irhiell  im  Au;:u.<t  l>.'i.")  aus  der  Larve  dieser 
lilattwespe,  welelie  er  auf  Weiden  bei  Tegerusee  j^efundeu 
hatte,  eine  Mermis  mit  knotigem  Schwanzende. 

19.     Lyda. 

Eine  Larve  von  Lyda ,  weiche  von  K  r  i  e  e  h  b  a  u  m  e  r 
bei  Tejjernsee  gefunden  wurde,  aber  nicht  iiäher  bestimmt 
werden  konnte,  lieferte  zwei  Individueu  der  .Mermis  albicans. 

Ferner  verdanke  ich  Herrn  Dr.  Kriech  baumer  ') 
sechs   vcrsehieiletif    b«'i    re;rernsec    i'esammelte  Tcnthredini- 


')  Ich  k&UD  iiirht  umhin,  ll'-rm  I>r.  K  ri  or  hbaaiu  or,  di«r  »ich 
mit  »<>  ({ru^iKT  .\ujdsupr  dem  vod  deo  meisten  KntumologoD  immer 
uoch  vpm«ohlii.»»iit»'n  hiolojn»«hrii  Studium  dT  In»«-ktou  hiDf^i-bt.  für 
»eim»  den  (jc>rdi.i"»'<n  K*^^>dmet<'  Auim<^rk«antkfit  »f»wi«'  für  d»«*  Km 
j;el)igkeit,  mit  NM-|rli«T  dentrlbe  durch  iMiieD  noufo  Kund  m<>ii)p  Hol 
miolh«*n-SammluuK  lu  vvrmcbrcn  »(«•!•  bcrvit  u>t,  hiornit  nciovo  Dank 
üffeutücb  au>izuüpr<>cb(>o. 


338 

den  Larven,   von    welchen    drei    auf  Erlen    sich    ernährten, 
deren  Leibeshöhle  eine  Mermis  albicans  bewohnte. 

20.    Formica  nigra.     Itr. 

Frauenfeld  erhielt  durch  G.  Mayr  aus  Ungarn  ver- 
schiedene schwarze  Ameisen,  welche  mit  Faden wiirmern  be- 
haftet waren.  •) 

21.     Vespa  vulgaris.    L. 

Im  britischen  Museum  wird  ein  Gordius  aus  dem 
Hinterleib  der  gemeinen  Wespe  aufbewahrt,  welcher  aus  der 
Sammlung  des  J.  F.  Stephens  herrührt.  2) 


Lepidoptera. 

22.  Vanessa  prorsa  L. 

Zwei  Puppen  dieses  Schmetterlings  mit  einem  grossen 
Fadenwurme  behaftet  besitzt  Sichel  in  Paris.  2) 

23.  Pygaera  reclusa  F. 

Aus  der  Raupe  dieses  Spinners  erhielt  Dr,  Kriech- 
baumer  im  September  1855  einen  Faden  wurm. 

•    t  Fygaera  Bucephala  L, 

Eine  grosse  Mermis  albicans,  w^elche  aus  der  Raupe  die- 
ses Spinners  ausgewandert  war,  wurde  mir  von  Dr.  Kriech- 
baumer  übergeben. 

24.  Harpyia  Vinula  L. 

25.  Harpyia  Furcula  L. 

Von  demselben  aufmerksamen  Beobachter  erhielt  ich 
zwei  grosse  Gordiaceen,  einen  Gordius  aus  der  Vinula- 
Raupe  und  eine  Mermis  aus  der  Furcula- Raupe. 


')    S.  die  Verhandl.  d.  zoolog.  botan.  Vereins.  Bd.  III.  pag.  193. 
*)     S.  Catalogue  etc.  of  the  Ibrit.  Mus.  a.  a.  O.  pag.  llB. 
*)    Vergl.    die    Annales    d,    1,    soc.    entom.     d.    France.       1855. 
pag.  XXXVt. 


2G.     Notodonta  plunugera.     S.  V 

rraueiifflil  ln-riclitek*  llbcr  von  H  a  i  lU' n  r ..  t  h  in 
jrro'ssrr  Minj;.-  «liinli  AliklopJcn  th-r  Kiclien  und  Ahcrnbäuine 
eingosaniinclto  Kau|t»n  dics.-s  S|)inncrH,  aus  (Iimku  last 
ȟmmtlicb  gclblicliwoisHC  Fndcnwliruicr  nubi;ckrochcu  wan  ii, 
wobei  crHtcrcr  scluc  Hedenken  ausspraeb  über  die  Art  und 
Wiise,  wie  diese  l*ara.sit«n  in  die  stets  auf  Bäumen  leben- 
den Kaupen  der  ^'enannteu  Nutoibtnta  baben  trelaugeu  k.'iunen«) 

27.     Notodonta  Tritophus.     S.  V. 

Derselbe  niebiet  aucli  das  von  Ko;;enlioter  beobaebtetc 
\  urkommen  von  Faiknwiüniern  in  den  Haupen  diese» 
Spinners.  -) 

V.  Notodonta  Ziczac  L. 

Herrn  Dr.  (i  e  ui  ni  i  n  ;;e  r  verdanke  icb  ein  sebr  grosses 
Kxeiuplar  der  Meriuis  alhirans,  webbes  au»  einer  Ziczac 
Raupe  au8;;ewandert  war  Aueb  dureb  die  (JUte  des  Herrn 
Dr.  K  riee  li  baunn'r  erbielt  icb  L?')  kUiuere  Kx»-niplare 
einer  Merniis,  welcbe  aus  eiu»r  einzipriu  Zic/.ae-Raupe  ber- 
Vurgekrmlieii   waren. 

'.    Euprepia  Caji  L. 

\  on  «I  «r  s  t  aec  kr  r  wird  die  Heobacliiuuu'  mitj^ellieilt, 
das8  bei  Kuprepia  (aja  ><»n  einer  Ijuantitiit  besonders 
grosser  zurZurlit  ein^^'osaninielttr  Kaupiii  die  meisten  dureli 
die  sieh  aus  ibnen  liervoiwuHlemlen  KaiK  in\  llrincr  /.u  (»runde 
^e^nn^en  seien.  *) 

T,    Euprepia  Jacobaeae.    L. 

Kinc    gebr    lange    aus  der  Raupe   dieses  Spinners  aus 
g^ewanderte     Merniis     wurde     mir     von     Dr.     Krieebbaumer 
Ubi-rbi  arlit. 

28.     Noclua  brunnea  S.  V. 
Durch   Herrn   Keller    in  Hentb'n^'en  wurden    mir  rwci 


')     S.  die  VtTbAodi.  d.  K(k>Io|{    U>t«n.  V<>r«>inj.  Bd.  IIJ.  pa<^.  124 

V     Eb«od«      p»«.  193. 

*;     S.  WirciuAtui*  ArcbtT      16:4.     Bd.  IL  pa«.  1:16. 


340 

aus  einer  Raupe  der  Noctua  brunnea  ausgewanderte  Faden- 
Würmer  übersendet,  die  ich  als  Mermis  albicans  erkannte. 

29,     Trachea  piniperda  S.  V. 

Ein  aus  der  Raupe  dieser  Eule  ausgewanderter  Faden- 
wurm  wurde  von  Hardenroth  an  Frauenfeld  mitgetheilt. ') 

30.     Thyatira  derasa  L. 

Nach  einer  von  Crepliu  mir  gemachten  brieflichen 
Mittheilung  hat  der  auf  die  Gordiaceen  in  den  Raupen 
sorgfältig  Acht  habende  Kaufmann  Plötz  in  Greifs wald 
die  Larve  der  genannten  Eule  mit  einer  Mermis  behaftet 
gefunden. 

31.     Calpe  Libatrix.    S.  V. 

Aus  den  Larven  dieser  Eule  sammelte  Dr.  Kriech- 
baum er  in  Tegernsee  während  des  Monats  August  1855  von 
Mermis  albicans  78  Individuen. 

32.     Cucullia  Verbasci.    S.  V. 

33.     Cucullia  Scrophulariae.  S.  V. 

Aus  den  Raupen  dieser  beiden  Eulen  theilte  mir 
Dr.  Kriechbau mer  eine  Mermis  albicans  mit,  auch  aus 
zwei  Puppen  der  letzteren  hat  er  in  Tegernsee  eine  Mermis 
albicans  erhalten. 

34.     Catocala  Sponsa.    S.  V. 

Aus  den  Raupen  dieses  rothen  Ordensbandes  wurden 
mehrere  FadenwOrmer  von  Hardenroth  au  Frauenfeld 
übergeben. '-) 

35.    Catocala  Paranympha.     S.  V. 

Durch  Dr.  Kriechbaumer  erhielt  ich  eine  im  Juni 
1856  bei  München  gefundene  Raupe  dieses  gelben  Ordens- 
bandes mit  zwei  aus  derselben  aus-gewanderten  Individuen 
der  Mermis  albicans. 


')     S.  die  Verhandl.  d.  zoolug.  botan.  Vereins.  Bd.  III.  pag.  128. 
^)    S,  die  Verhandl.  d.  zoolog.  botan.  Vereins.  Bd.  III.  pag.  193. 


Hl 

36.     AüAita  Myrtüli  S.  V. 

liUgau  crinuerU"  x'wh,  zwei  bis  tirt'i  ficbr  lau^^e 
KadciiwlIriiKT  aus  einer  llaupe  der  Aiiarta  Myrtilli  aiiswaii- 
iltTiul   l)<-traelit<'t   /n    lia!i«ii.'' 

37.    Platypteryx  S-.cula  S.  V. 

V.iuc  MiMiiiis  aus  der  Uaiipe  dieses  Sclimctteriiii'_"< 
halte  itli   Hrrrii  l)r.  K  r  iec  li  I)  an  ine  r  zu  verdanken. 

38.     Ennomos  illuuaria  H. 

Viin  demselben  erhielt  ich  die  Kaupe  tiiescs  >jianu«T- 
mbst  vier  aus  derselben  anstrewandtrfcn  Individuen  der 
.Meriuis  albiians. 

39.     Ampbidasis  betularia  H. 

Auch    aus  ciuor  Ilaupc  dieses  Spannet. s  ^«ab   K  riech - 
bauuicr  eine  Mornii>  alb'eans  auswandern.     iJasselbe  baltf 
Mabler    zu     bcobaihlen    (it'lei,'tnln'it. -)    wobei    er    h'adtu 
wllriuer  wu  der   L;lni;e   nuhr»rer  Zolle  erhalten  batti-. 

40.  Corythea  janipcraria      H 

l)r.  K  r  ie  e  b  bau  ni  (•  r  sammelte  im  Au^rust  und  Sep- 
tember IX)T  bei  Tegernsee  mebrcrf  liaujton  dieses  Sj)a!niers, 
von  denen  nenn  Haupen  \'-'>  Indixidiien  der  Mermis  albicans 
liefVrten. 

41.  Cabera  ez&ntheraaria  £sp. 

\'<u  demselben  erhielt  ich  drei  Kxciuplare  di-r  Meruiis 
albiian.s  aus  tiner  K'auj»e  dieses  Spanui-rs. 

42.     Cabera  pu&aria  H. 
43      Ypsipetes  clutaria  H. 
44      Zerene  ulniaria  F. 
Nach  einer    vi»n  Creplin    nur    gemachten    brietlicbeu 


•;     VeraL  (b.-  /uoloin*(.     lafiO.     pa«.  2856. 

*,     S.  (ue  V>Tli;tudi.  tl.  tuolu({.  bui*u.  Vcmu«.    Hd.  \  .  p«|{.  77. 


342 

Mittheilung  erzog  Kaufmann  Plötz  in  Greifswald  aus  den 
Raupen  dieser  drei  Spanner-Arten  verschiedene  Gordiaeeen. 
Auch  Frauenfeld  erhielt  durch  Rogenhof  er  Faden- 
würmer aus  den  Kaupen  der  Zerene  ulmaria.  •) 

45.     Zerene  marginaria  L. 
46.     Acidalia  impluviaria  H, 

Aus  zwei  Raupen,  welche  diesen  heideu  Spannern  au- 
gehörten, überbrachte  mir  Dr.  K  r  i  e  c  h  b  a  u  m  e  r  eine  Mermis 
albicans. 

f.     Acidalia  brumata  H. 

Von  Goureau  wurden  die  Kau])en  dieses  Spanners 
mit  Fadenwürmern  besetzt  gefunden.  -) 

47.     Cidaria  berberaria  H. 

Dr.  Kriech  bäum  er  hatte  im  August  1857  bei  Kreuth 
mehrere  Raupen  dieses  Spanners  gesammelt,  und  aus  dreien 
fünf  Individuen  der  Mermis  albicans  erhalten. 

48.     Botys  urticalis  H. 

Ein  Gordius  aus  dem  Leibe  dieses  Zünslers  wird  aus 
der  Sammlung  von  J.  F.  Stephens  im  britischen  Museum 
aufbewahrt.  '^) 

49.     Yponomeuta  plumbella  S,  V. 

f.     Yponomeuta  evonyinella   Tr. 

Aus  den  Raupen  dieser  Motten  wurden  nach  Crepliu's 
brieflicher  Mittheilung  von  Plötz  mehrere  Mermithen  erzogen. 

Yponomeuta  malinella.    Z. 


')     S.  die  Verhaudl.  d.  zoulog.  butau.  Vereins.  Bd.  III.  pag.  193. 
-)     S.  die  Annales  d.  1.  soc.  entora.  d. France.  1855.  pag.  XXXVI. 
^)     Vergl.  den  Catalogue   etc.    of  rhe   british   Museum  a,  ;i,  O. 
pag.  113. 


MS 

Tponeuc-Qta  padella  Fr. 

(«ourcai»  liiit  aus  «Irti  Itatipi-ii  dieser  beiilcii  Muttcij 
uiul  der  vorliorgtlicndcn  Mutii-  Fadcnwürnicr  von  «Icr  Diiki? 
filier  V'iolinsaite  aiiswaiid«  rn  «*«lii'ii. '• 


ni|»frr;i. 

:.  Chirononius   plumosus.     L. 

Kracmer   erwähnt    einen  (liirttiionius  plumosus,    auH 
desstii  I.eilje  sirli  ein   Fadi  iiwuriii    liervor^'ewunden  hatte. -i 
Derselbe  \Nar   P,  ZmH  hiii^'  und   '.   .Millimcl.  diek.     Im  al» 
gChtut/ten   verjllnirtcn   Knidiiitle  bemerkte  »r  ein  dlimies  ;;e 
sciilängcltcs  (Jtläss,    vuii    dtiii  is  ihm   unklar  iilirb,     ob  es 
ein   Darmkanal    oder   ein   Kileiter   war.       Ich    erkenne   darin 
(uaeh    der    von  Kraenier    ^'i-^ebenen  .Abbildung,'»  einen  U«' 
hOpha<;u»i.  pauz  wie  bii  Mermis  albieans.     Das  Schwan/ende 
dieses  Fadenwurms    sah  Kraemer   ebenfalls    vcrjiliiirt  aus- 
lauten    und     mit     liner    sehrii^'    j,'estellten    Spitze     pliitzlieli 
endipm.     Fr  bezeiehiutf  (Umi   \\  iirm  als  MfrintlmHlum  mucr'. 
natum  Und  lasst  es  zwtilelhatt.  ol»  derselbe  mit  der  von  mir 
in  der  Larve   einen  Ciiironomus    •;efundencn    .Merniis^)   oder 
mit    Dnjardin's    /'thiriü    larusinx*)    identiseh    ist,    welche 
letztere  Dicsiu^  ebenfalls  lUr  eine  Mermis  erklärte. -j    leli 
sehe  in  der  Hesclirciljun;,'  und  .Vbbildiin::  dieses  Merinthoitliim 
niueronatiim  eine  j;r<>sse  rebereinstiminuii^  mit  der  von   mir 
ant);etundenen    Mtrtni.y  (  hirancwi  und   glaube,  das  auch  Du 
j  a  ni  i  n  '  s   Fiiaria    larn'.tri'i    mit    diesem   FariiNJten    vereini:rt 
werden  könnte. 

50.     Tanjpos  nebulosas  Meig. 

Kinc  kleine  .Mermis  albicans,  welche  im  Juni  1S'>»;  au> 
der  fertij:  entwiekelteii  Flie^'e  diese«  Tanypus  hcrvorge- 
kroeheii   war.  bewahr«-  ieh  in  nnim  r  Sammlung  aut". 


';     8.  <li'?  Annal.  ou:  «i.   l-r<inf.-  a.  ».  <  >.     In'k^.     p^jj-   XXXN'I 

»»  S.  dif  illa«trin.  in«><lixin.  Zrittini;  «.  ■.  O.  pn^j.  fj\.  T»f  .\I. 
H<.  9.    10. 

*)     S.  die»o  Z.'itunjj.    .Uhr«*nu'  IMM.    i.»ir    299. 

*)  8.  doMeo  Hitluirc  naturoil«*  d«'«  ilclmiothe«.  p«g.  68.  i'l.  III. 
Fmj.  f. 

*       .<.  il«<is«Mi   Sx.toiiia  llclminthiitn.      \8Sl       Wd.   II.     p««;.   Hl. 

2.3» 


344 

Aracfiiihla. 

51.    Lycosa  scutulata. 

Von  Hai  dem  an  in  Nordamerika  wurde  iu  dieser 
Spinne  ein  Fadenwurm  von  5  Zoll  Länge  beobachtet. 
Leidy,  wclcber  ebenfalls  in  einer  Lycosa  einen  ähnlichen 
3  Zoll  langen  FadenAvurm  beobachtet  hatte,  beschreibt  beide 
unter  dem  Namen  Mermis  robusta.  ') 

Auch  au  Pseudo-Gordiaceen  hat  es  nicht  gefehlt,  unter 
anderen  wurden  mir  drei  Melasomen  übergeben,  denen  ein 
Fadenwurm  aus  dem  Afterende  hervorhängen  sollte.  Bei 
nl'herer  Besichtigung  dieser  Käfer  (es  war  Adesmia  an- 
thracina  Kl.,  Pimelia  subglobosa  Fall,  und  noch 
eine  unbestimmte  Pimelia)  fand  ich  aber,  dass  denselben 
ein  Spermatophor  (ein  fadenförmiger  Samenschlauch)  an  der 
Geschlechtsöffnung  hängen  geblieben  war. 

München  den  15.  Juli  1858. 


Zur  Naturgeschichte  einiger  Lepidopteren 

von 
F'ranz  Scliiiii«H  in   VVisni:ii'. 

Den  Freunden  der  Lepidoj)terulogie  tlieile  ich  hier  von 
meinen  Beobachtungen  über  einige  Falter  dasjenige  mit, 
was  ich,  freilich  beschränkt  auf  meine  eigne  geringe  Lite- 
ratur, meines  Wissens  zur  Zeit  noch  gar  nicht  für  bekannt 
halte  oder  was  bisher  ungenau  und  lückenhaft  beobachtet 
worden  zu  sein  scheint,  und  doch  von  allgemeinem  Inter- 
esse sein  dürfte.  Da  sich  meine  Mittheilungen  auf  sehr 
seltene  Species  beziehen,  die  nicht  allein  sehr  schwer  auf- 
zufinden sind,  sondern  auch  besondere  Lokalitäten  voraus- 
setzen,  wie    sie    sich    au  wenigeu  Orten  finden  mögen,    so 


')     Vergl.  the  Proceedings  of  the  Acad.  ete.  a.  a.  ü.  Vol.  \'III. 
pag.  58. 


34«^ 

oAri  1(1)  liotVrn,  djuis  diese  Boitrügr  den  i^cpidoptorolof^cn 
willkoimiu'ii  soiii  worden.  Die  !m>rc|reiid  WisniarK  zfirhnct 
sich.  nbpcKPhrn  vnn  der  N'älic  der  Ostucc.  hcsondor«  diirrli 
\ielr  hHssc  <!c\v;is>cr.  MliiiptV  und  Moore  mit  oinor  sehr 
ilppiiTcn  und  manni?^talti;ren  \  (•;,'clati<tu  und  einer  inter 
essanten  Thierwclt  aus.  die  niieli  um  so  mehr  an;:ezo;^en 
haben,  ah  in  der  Nähe  hier  W.ilder.  Heiden  und  Sand 
fliiehiu  last  irjin/lieh   fehlen. 

Vollstiindiireres  liäfte  ieh  vielhieht  liclern  krmnen.  wenn 
ich  von  >nine  herein  ilie  Venitrentliehnn^'  b«  altsieliti^'t  oder 
mit  derselben  p'wartet  hiitte,  bis  ieh  Mehr  und  Positiveres 
heohaehtet.  Aber  beim  Warten  bb'ebe  es  Irafrlir-h.  oh  als- 
dann diese  Mittheilnniren  tiherhaupt  nieht  unterblieben  wä- 
ren, da  mir  nur  sidteu  einiice  \fusse  /ii  litcrarisclKP  Arbei 
ten  bleibt.  I)(Mhtr  wollte  ich  sie  nielit  ziirilekhalten.  da  ich 
aneh  tiber  eini;;e  Tunkte  ;:(  rne  die  1  itheile  Anderer  hriren 
uirK-hte,  die  ieh  hierdureh  an/urep-en  liolTe.  Ktwai^'c  spätere 
Naehträpe  bleiben  mir  ja  immer  noch  verstattet. 

Franconica        ( .;istrM|ia<ii;i  ().   Ir.   —   11.  Seh.) 

In  Jkv.uj;  ant  die  ^'eri-iapiiisehe  Verbreitung'  die.«ipr 
>pecie!5  ist  ihre  Aut'tinduii;:  liier  bei  Wismar  luM'nders  in- 
ten »sant:  deiui  bisher  ^'alt  Frankt'ait  a,  M.  als  ihr  nörd 
liebster  Fund(»ri,  und  Sjieyer  (Lntum.  Zeit.  1S')2.  S.  .3iO) 
nennt  sie  daher  einen  entschieden  südliehen  P\ilter.  Jetzt, 
naeh  erhaltener  Mittheiluni:  von  ihrem  hiesi^ren  Vorkommen, 
verinuthit  derselbe,  dass  sie  \<tM  der  N'endee  bis  Ilussland 
an  der  panzeu  slidliehen  Nord  und  ( »stseekllste,  wenn  auch 
nur  zerstreut,  sich  lindt-n  wertle  .  wie  sie  ja  auch  immer  in 
ihrem  prossen  \'erbreitun;,'sbcz.irke  von  Sieilien  iTr.  X.  1, 
107.)  und  Sardinien  iStaiuliufreri  bis  Wismar  und  von  der 
Vend^e  (Speyer  in  litti  bis  an  den  l'ral  (Kversmann)  nor 
zerstreut  beobachtet  ist.  Im  Sllden  mehr  eine  l'cwnhncrin 
niederer  (febir^'S^epcnden,  im  Norden  tles  Bezirks  in  der 
Ebene,  seheint  sie  tiherhaupt  wie  lUbe,  Trifolii  u.  a.  ma 
gercn.  besonders  sl4'iuiK'«n  Sanilboden  (KieslM»dcn)  zu  liehen 
und  an  besondere  I/okalilatcn  gebunden  /.u  sein. 

Der  hiesige  Fundort  ist  eine  klein»  eirca  l(«N»>ehritlr 
lange  und  2<^»  -.'l<ii»  Sehritte  bniti-  ( istseeinsel  (der  lange 
Weiler,    unfern    der    eine    QM  ^nen   Insel    lNi|.      I)er 

nur    etliehi-     Fuss    llber    der    V:  ,>  he    erhabene    Boden 

dic«08  Werders  b««tcht  aus  Siemgernlle  nml  Sand,  woraul 
*ieh  eine  Humuslage  mit  zwar  magerer,  doch  ziemlich  Üp- 
pig« r  Vegetation    gebildet    hat.      Die    bei    weitem    vorhcrr 


346 

sehenden  Pflanzen   sind   die  gewöhnlichen  Dünen gräser  und 
die  Strandnelke  (Armeria  maritima). 

Im  vorletzten  Sommer  (1856)  fand  ich  dort  eine  Gesell- 
schaft von  50—60  Raupen  von  Armer,  maritima  sich  näh- 
rend. Dass  sie  aber  mancherlei  andere  niedere  Pflanzen 
fressen,  wie  Ochs,  deren  eine  ganze  Zahl  anführt,  ist  un- 
zweifelhaft. Ich  fütterte  meine  Neulinge ,  deren  Fundort 
2  Meilen  von  hier  liegt,  in  Ermangelung  von  Amer.  mari- 
tima, mit  Plantago  maritima,  an  welchen  sie  von  den  ver- 
schiedenen vorgelegten  Pflanzen  zuerst  gingen.  Bei  sonst 
guter  Pflege  starben  die  meisten  aber  im  Gespinnste  oder 
als  Puppe,  so  dass  ich  von  etwa  50  Kaupen  kaum  10  Schmet- 
terlinge erhielt,  unter  denen  noch  Krüppel  waren.  Aus  den 
bekannten  Symptomen  entnahm  ich,  dass  der  Grund  der 
Sterblichkeit  die  zu  saftreiche  Nahrung  gewesen.  Die  Plan- 
tago war  auf  dem  fetten  Lehmboden  der  nächsten  Umge- 
gend gewachsen.  Daraus  und  aus  andern  Erfahrungen 
schliesse  ich,  dass  zum  guten  Gedeihen  der  Kaupe  Futter- 
pflanzen von  magerem  Sandboden,  wie  bei  manchen  anderen 
Arten,  erforderlich  sind,  und  es  auf  die  Art  so  sehr  gar 
nicht  ankommt. 

Bis  zur  letzten  Häutung  leben  die  Kaupen  gesellig, 
dann  zerstreuen  sie  sich,  wie  Neustria,  mit  der  sie  auch  in 
der  Lebensweise  sonst  viele  Aehnlichkeit  haben.  Durch 
ihren  Aufenthalt  auf  der  Erde  und  vielleicht  auch  in  son- 
stiger Hinsicht  kommen  sie  Castrensis,  wofür  ich  meine  Neu- 
linge auch  anfänglich  hielt,  näher.  In  dem  nasskalten  Som- 
mer jenes  Jahres  verwandelten  sie  sich  zu  Anfange  des 
Juli,  bei  wärmerer  Witterung  aber  werden  sie  sich  in  hie- 
siger Gegend  wahrscheinlich  schon  im  Juni  verpuppen.  In 
diesem  Jahre  (1858)  fand  sich  die  Raupe  an  dem  schon 
bezeichneten  Orte,  und  zwar  eine  völlig  ausgewachsene 
weibliche,  Anfangs  Juni  (wahrscheinlich  schon  eine  der  spä- 
testen). Die  Kaupe  i?pann  sich  sogleich  ein  und  lieferte 
auch  den  Falter.  An  einer  andern  ähnlichen  Localität  fand 
sich  Ende  Juni  ein  (/,  schwärmend  um  eine  Binse.  Es  er- 
giebt  sich  hieraus,  dass  in  so  warmen  Frühlingsmonaten, 
wie  die  diesjährigen,  die  Raupe  schon  früher  zu  suchen  sei, 
als  1856  und  dass  die  Verwandlung  der  Kaupe  dann  schon 
zu  Ende  Mai  oder  Anfangs  Juni  erfolgt. 

Was  Ochsenh.  nach  Borkhausen  sonst  über  diese  Spe- 
cies  anführt,  ist  auch  hier  zutreffend,  nur  stimmt  die  Be- 
schreibung der  Raupe  nicht  ganz  zu  hiesigen  Expl.  Zwar 
sind  dieselben  unter  sich  im  Einzelnen  abweichend,  doch 
aber  im  Ganzen  mit  Sardinischen  Stücken,  mit  denen  sie  zu 
vergleichen    ich    Gelegenheit    hatte,    übereinstimmend,   und 


847 

tlarnarh  «clicint  eine  wesentliche  lyocalvcrschicdcnhcit  nicht 
stall  7.11  hallen.  Daher  halt«»  ich  eine  Hpcciellc  DiapnoHc 
der  Kanne  nicht  für  tllierthlssij:.  —  Ich  fand  dieselbe  hier 
lu  zwei  an  Farbe  nud  (irüsse  weHentlich  verschiedenen  For 
lucii,  allerdings  )cdoeh  mit  reher;j:ingen,  von  denen  ich  die 
jrrüssere  P «  p.  Zull  lan^e.  heller  fjetlirbte,  fllr  die  weibliche, 
die  kleinere  1  • ,  Zoll  lange,  <lunkl«r  jrefiirbte,  dir  die  männ- 
liche Kaupe  halte.  Der  ^iuuv  llaldtiK  derselben  kommt 
dem  der  gemeinen  Neustria  sehr  nahe.  Man  «rkennt  so- 
gleich die  nahe  Wrwandtschalt .  alter  auch  die  specifischc 
Verschiedenheit  beider.  Grösse.  Körperf«>rm  nnd  Hehaarung 
sind  bei  beiden  ziemlich  gleich,  Xeustria  ist  etwas  länger, 
Franconica  dalllr  etwas  dicker  nnd  während  erstere  schon 
\on  der  Mitte  an  nach  vorne  an  lintang  altiiiniint.  tritt  eine 
merkliche  Wrinindcrung  des  rmlaiiL's  bei  Franconica  erst 
mit  dem  zweiten  «Jiicde  ein.  Der  Kopl"  der  btzteren  ist 
glänzend  sehwarzblau  und  ähnelt  dem  der  Neiistria.  doch 
iehleo  ihm  die  beiden  schwar/eii  l'niikte,  <lie  Ncnstria  eha- 
rakterisiren.  Auf  dem  ersten  Kinge  trägt  Franconica  wie 
Neujjtria  ein  kurzes  aber  «lunkel  getlirbtes  S<liiidchen,  dem 
ebenfalls  die  beiden  dunklen  l'uukte,  die  bei  Xeustria  her- 
vortreten, fehlen,  oder  nur  durch  J  sehr  kleine  weissjiche 
Pünktchen  angedeutet  eind,  die  sich  jedoch  meistens  nur  bei 
weiblichen  F\pl.  zeigen.  Die  dunkle  Krhöliung  auf  dem 
vorietzten  (tliede  bei  Nenstria  ist  bei  Franconica  kaum  zu 
bemerken  und  tritt  nur  bei  einziduen  weiblichen  Kaupen 
wahrnehmbar  herN<»r.  Hbwohl  nun  in  der  (iruiidfärbung 
beider  eine  grosse  l  «'bcreiiistimmung  st.itt  tiiulet.  so  untcr- 
scluidel  d«>eh  die  Zeichnung  sie  wesentlich  v»m  einander. 
In  ilcr  Mitte  des  Kückens  bei  Franc<»nica  läuft  der  ganzen 
Körperlänge  nach  eine  sehiiiale  hellldaue  Linie,  die  bei  der 
weiblichen  ICaupc  etwas  breiter  nnd  hervortretender  ist. 
Zu  beiden  Seilen  dieser  Linie  zieht  sich  ein  breiter  dunkler 
.^innietstreiten  mit  rothgelben  unre:;clmä'*'<igen  Längszeich- 
uongen  hin,  in  welchem  Ikm  weibü«  inn  lApl.  anf  jedem 
Kinge,  be.Hunders  aber  aul  den  mittleren  Kingen.  ein  kleiner 
beliülaucr  Fleck  in  die  Augen  springt,  vor  welchem  jedes- 
maJ  der  dunkle  (irnnd  des  .Streitens  in  (testalt  eines  nn- 
regelniähsigen  \  icrecks  hervortritt.  DAn<d>en  läuft  ein  el»en 
so   breiter    hellblauer  .Streifen,    in    weh'  '•   vom  4.  bis 

zum   U).  Kinge  auf  jedem  (ilicde  ein  se  mcr  unregel- 

mässig viereckiger  Fleck  deutlich  auszeichnet.  Hei  weib- 
lichen Expl.  ist  dieser  Streifen  mehr  her>ortretend ;  aber  von 
den  Flecken  tindet  sich  kaum  die  Spur,  nur  auf  dem  1.,  2. 
and  lU.  fJliede  zeigen  sich  dieselben  deutlich  in  (Jestalt  von 
ruuktcD.     Die  Clrenzc  des  Dorsale  wird  durch  eine  schmale 


348 

^elbrothe  Linie  bezeichnet,  in  welcher  sicli  hei  weibliehen 
Expl.  noch  eine  feine  schwärzliche  Läng-szeiclnuing  findet. 
Der  Raum  von  dieser  bis  hart  an  die  FnssAviirzel  wird  durch 
ein  breites  zart  blassblaues  Band  ausgefiilit,  das  in  der 
Mitte  durch  eine  schwach  röthliche  Linie,  über  welcher  die 
schwärzlichen  I^uftlöcher  stehen,  durchzogen  i:^t.  Mit  Aus- 
nahme der  <:;eradcn  Mittellinie  haben  alle  üi>rip\Mi  eine  durch 
die  Geienkeinschnitte.  bedingte  schwache  Wellcnforui.  Die 
Unterseite  ist  weiss,  und  auf  jedem  Ringe  stehen  quer  .'5 
schwarze  Sammetfiecke  neben  einander,  von  denen  der  mitt- 
lre und  grösste  etwas  in  die  Länge  gezogen  ist.  Auf  den- 
jenigen Ringen,  welche  Fusspaare  tragen,  sind  die  bräun- 
liehen FUsse  oder  Nachschieber  aus  den  beiden  seitlichen 
dunklen  Flecken  hervorgewachsen.  Dehnt  die  Raupe  sich 
beim  Kriechen  aus,  oder  ist  sie  ausgeblasen,  so  treten  auf 
dem  weissen  Grunde  in  jedem  Ringeinschnittc  o  feine  Quer- 
iinien  hervor,  von  denen  die  mittlere  und  stärkste  bläulich 
gefärbt  ist,  während  die  beiden  äusseren  eine  dunklere 
Färbung  zeigen.  Diese  sammetartigen  Farbenverbindun- 
gen geben  auch  der  Unterseite  der  Raupe  ein  schönes 
Ansehen. 

Nach  G.  Koch  (die  Schmett.  des  südwestl.  Deutschi,  i 
ist  Franconica  bei  Frankfurt  jetzt  gänzlich  ausgerottet.  Bei 
Wismar  habe  ich  im  vorigen  Jahre  Mitte  Juni  die  Insel 
speciell  nach  der  Raupe  abgesucht  aber  nicht  ihre  Spur 
gefunden.  Dass  sich  in  diesem  Jahr  Raupe  und  Falter 
wiederfanden,  habe  ich  oben  bemerkt.  Die  Raupe  fällt 
leicht  in  die  Augen  und  ist  somit  wenig  gegen  Nachstel- 
lungen geschützt.  Am  hiesigen  Fundorte  droht  ihr  noch 
mehr  Gefahr,  da  derselbe  als  Viehweide  benutzt  und  mit- 
unter bei  sehr  hohem  Wasser  theilwcise  überschwemmt 
wird.  Indessen  ihre  einzige  Gesellschafterin  an  diesem 
Orte,  ,,'rrifolii,^  linde  ich  trotzdem  alljährlich  und  meistens 
an  diesem  Orte  wieder.  Am  hiesigen  Aufenthaltsorte  war 
sicher  nur  eine  Gesellsciiaft  dieser  Raupen  vorhanden.  Aus 
Unkunde  und  durch  das  Interesse  an  diesen  Neuligen  ver- 
lockt, nahm  ich  leider  alle  bis  auf  wenige  kleinere  Nach- 
zügler mit.  Dazu  herrschte  hier  zur  Flugzeit  des  Schmet- 
terlings wochenlang  sehr  kaltes,  stürmisches,  nasses  Wetter. 
In  dem  darauf  folgenden  Jahre  war  eine  so  grosse  Dürre 
und  Hitze ,  dass  ich  schon  Mitte  Juni  alle  Vegetation  auf 
der  ganzen  Insel  erstorben  fand,  so  dass  hier  kaum  noch 
eine  Raupe  existiren  konnte.  Es  mag  also  wohl  eine  frü- 
here Eutwickelung  und  Verwandlung  dieser  Raupe  stattge- 
funden haben,  als  185(5. 


34^ 
Ericae  (Or^yia  (>.  Tr.     -   H.-S«h.). 

]McAC  Spcrics  Hndot  %\vh  hier  in  fast  allen  Heulniou 
roll,  iedocli  Kilir  f:ii/.fln.  I>ic  Ivaiipo  ist  pcwühnlich  nni 
die  Mitt«'  Juli  aiis^ruwuchst  n.  von  ihren  iiäelistnn  Vcrwand- 
teo:  Antiqua.  Uonnstiirma  Ir.ieht  zn  nntcrsehciden  und  von 
Tr.  (X.  I,  l^^'i  konntlieh  brsel)riel>cn.  Sie  verwandelt  sieli, 
« ie  jenr  an<leren.  in  «  inrni  Irii-Iiten  mit  Haaren  nnterniiseh- 
len.  •:clltiieiiin  <  ;'•^|tinn^t^ .  nuisi  aiier  zwi.schen  Heide 
blättern  und  entwickelt  sieh  Knde  Juli  oder  im  Antrust. 
(»as  Männt'hen  Hie;;t  oft  leMiatt  ;ini  'ra;,'e .  das  Weihchen 
hesit/t  vielleieht  eine  Ki;:enthUrniiehkeit  von  hohem  Inter- 
csKe.  Ks  kam  bei  mir  nändich  nie  aus  dem  (lespiunste, 
und  wenn  ich  über  die  Knt.\ickelunß:Hzcit  hinaus  auf  dais 
Krschcinen  ;rewartet  hatte  und  nun  das  (Jcspinn.st  unter- 
suchte .  fand  ich  r«':.-'  ini:is>i;r  das  'Ihier  Vdllkoniinen  ent- 
wickelt und  nuxcrsihrt,  aber  todt  darin.  Weisen  der  Knt- 
ternun«:  des  Kundortes  und  der  Seltenheit  der  liaupe  hatte 
irh  jedoidi  erst  >;  -U>  .Male  (lelcirenhcit  /u  dieser  l^cobaeh- 
tnnp  und  et»  könnte  hier  ein  besonderer  Zutall  mit  im  Spiele 
gewesen  sein.  l>iese  .\n/ahl  Fiille.  meine  ich.  ist  aber  hin- 
reiehentl.  um  alle  Aufmerksamkeit  /.u  \irdienen.  wenn  auch 
andererseits  nicht  ;:enil^'entl .  um  Jene  ^^'allrneh^l^n£:  als 
K'eprel  hinzustellen.  H«'i  den  mir  zu  (ieh<»to  stciiendeu  Schrift- 
stellern habe  ich  verireblich  nach  Aufklärung'  ^'csucht ;  <»l) 
irpend  jemand  sie  mir  peben  kann .  mochte  ieh  pernc  er 
lahren.  Wo  nicht,  so  hofle  ith.  mit  der  Zeit  mir  selbst 
.•Sicherheit  versehaflVn  zu  können.  Ik'st;iti;rte  sich  diese  Sache 
und  Messe  sieh  d;izu  I  rsächli«  Ins  ermitteln,  so  könnte  sie 
wichtii:  fllr  die  Krkliirunj;  der  noch  dunklen  l'epattunffs- 
weise  der  Tsvehidin  werden,  bei  denen  bekanntlich  das 
Weibehen  nie  den  Saek  verlasHt.  Da.n  <f  von  Kricae  wird 
nach  der  v«dlkomnH  nen  F'.ntwickciiin;;  in  der  (>efan;,'enscliaft 
aiieham  TaL'e  so^'hich  unrnhi;:  und  tlie;;t  fa.*«!  unauthörlieh ; 
daher  ;:laube  ich.  wäre  c  vicHrirhf  nicht  sch^ierif:.  bei 
dieser  .Vrt  I'i(>::attun^'  zu  erzich-n .  wenn  man  beide  (»c- 
sehleehter  in   Mehr/.ahl  ziehen   köinnte. 

I>ic  Kaiipe  ist  sehr  olt  pc>toehen  und  man  tindet  sie 
dann  später  anneheinend  vertrocknet  auf  ilcn  IMlaozen  sitz.ea. 
Au«  diesen  entwickelt  sich  am  dieselbe  Zeit  des  Schmetter- 
linp<  in  der  licfrej  ein  kleiner  Ichneumon .  «ler  aus  einer 
kleinen  rundlichen  Oiffnunj:  in  der  (iet'eiid  des  vorletzt»*ii 
KinpcH  der  Kau|te  h«  rvorkoninu  Ob  in  der  Kaupenhaut 
«lie  Pappe  des  S'hmarotzors  «teekte.  oder  wie  er  sieh  sonnt 
darin  entwickelte,  habe  ieh  leider  vrrȊamt  r.n  antcrsnehen. 
Tr.  und  nach   ihm  Vndere  führen  alü  Futterpflanze  der  Ilaope 


350 

die  Heide  au,  H.-Sch.  dagegen  Myrioa  Gale,  welche  auch 
Boie  mir  nannte.  Letzerc  Angabe  wird  unzweifelhaft  rich- 
tig sein,  crstere  aber  halte  ich  für  einen  Irrthuni.  Durch 
diese  und  dass  ich  selbst  die  Kaupe  öfter  auf  Heide  fand, 
irre  geführt,  misslang  mir  die  Zucht  mehrere  Jahre  gänz- 
lich, oder  doch  nur  aus  erwachsen  gefundenen  Kaupen; 
auch  sah  ich  nie,  dass  sie  Heide  anrührten.  Später  machte 
ich  die  Entdeckung,  dass  sie  die  am  Fundorte  allenthalben 
wachsende  Andromeda  polyfolia  gerne  nahm ,  und  dass 
diese  Pflanze  hier  ihre  eigentliche  Nahrung  sei.  Hiermit 
erzog  ich  diese  Species  denn  auch  in  den  letzten  Jahren 
aus  gesunden  Raupen  fast  immer  glücklich ,  machte  jedoch 
die  Bemerkung,  dass  sie  auch  an  andere  niedere  Gewächse, 
selbst  an  Gras  gingen.  Myrica  Gale  wächst  in  hiesiger 
Gegend  nicht,  ich  schliesse  aber,  dass  sie  sowohl  diese  als 
noch  andere  ähnliche  Moorpflanzen,  nur  nicht  Heide,  oder 
diese  doch  nur  im  äussersten  Notlifalle  fressen.  Dass  man 
die  Kaupe  öfter  auf  der  Heide  findet,  hat  wohl  darin  sei- 
nen Grund,  dass  diese  Pflanze  ihr  einigen  Schutz  gewährt, 
und  sie  sich  gerne  darauf  ruht,  sonnt  und  verwandelt  und 
dazu  fällt  sie  dem  Sammler  auf  dieser  Pflanze  am  leichte- 
sten in  die  Augen. 

Dubiosa  (Simyra  C). 'J'r.  —   Ghilodes  (Senta)  H.-Sch.). 

lieber  die  ersten  Stände  dieser  Art  kenne  ich  literarisch 
nur,  was  Boie  in  der  Eutomol.  Zeit.  1852,  S.  38o,  darüber 
berichtet.  Derselbe  fand  die  Puppe  und  1  Exemplar  der 
Raupe  im  April.  Alles,  was  er  über  den  Fundort  etc.  sagt, 
kann  ich  bestätigen.  Seine  Beschreibung  der  Puppe  passt 
genau.  Obgleich  nun  auch  die  Beschreibung  der  Raupe  in 
allen  Hauptsachen  zur  Dubiosa  stimmt,  so  glaube  ich  den- 
noch nicht,  dass  er  eine  solche,  sondern  vielmehr  eine  an- 
dere Species,  vielleicht  eine  Obsoleta,  vor  sich  hatte,  wenn 
er  sich  nicht  etwa  in  der  Zeit  geirrt.  Soweit  meine  Erfah- 
rungen an  einer  beträchtlichen  Anzahl  selbstgefundener  Expl. 
reichen,  verwandelt  sich  Dubiosa  stets  im  Sept.  und  Octob. 
und  überwintert  als  Puppe.  Ein  einziges  Mal  fand  ich  spät 
im  Octob.  noch  eine  verspätete  Raupe,  die  sich,  durch  plötz- 
lich eintretendes  Frostwetter  an  der  Verwandlung  verhin- 
dert, jedoch  sogleich  beim  eintretenden  Thauwetter  (im  Dec.) 
verpuppte.  Obsoleta  dagegen  überwintert,  wie  auch  Boie 
daselbst  richtig  angiebt,  im  Puppenlager  als  erwachsene 
Raupe.  Es  kommen  aber  bei  dieser  einzelne,  seltene  Aus- 
nahmen vor,  in  welchen  man  die  Raupe  im  Frühlinge  etwa 
halb  erwachsen  findet,  die  dann  noch  vor  der  Verwandlung 


351 

friRst  und  crsl  im  .Inli  lU  n  Schmetterling  liefert.  Kinc  solche 
\rrspätrto  (U)Sfilrt.i  isi  von  den  erwachsen  Uhcrwintorten 
rrrht  viTSchiodcn ,  dagcpen  der  Itiiliidsa  in  etwas  ahnlicji, 
in  08  wäre  auch  unlil  eine  VerwreliHelunp  mit  Strarninea, 
Inipura  oder  anderen  m«iplieh.  so  da>s  ein  pelilids  Aiipc 
daza  pehrirt,  dict^e  llherhanpt  ähnliehen  Speeics  sicher  ru 
unterscheiden.  lioie's  Ueseliroiliunp  |)asht  ho  ziemlich  zu 
allen  diesen,  mit  Ausnahme  der  Worte  „Naelisehieher  und 
nauehnissc  mit  selnvärzlieher  Spitze,-  welelir  nur  hei  l)u- 
Mnsa  und  Öhsideta  zutreffen.  Krstore  m«lelite  von  letzterer 
im  .Mlpcmeinen  dureli  ihre  zartere,  hellere  drundfarhc  und 
die  viel  sehwiieliere  Zeiehnunj:  zu  unterseheidcn  sein.  Da 
mir  gerade  eine  sichere  I)ui)i<i.«;a  (an.spehlasenes  IC.xempl.) 
zur  Hand,  so  achte  ich  es  nicht  fiir  lllierflitspif:.  eine  spc- 
eielle   Hesehreiluinf;  l)eizutllf:«n. 

hie  Kaupe  ist  l'j  /"ll  iaii^- :  K«-)»!'  pelbliräuidieh  mit 
feinen  Iliirchen  einzeln  besetzt;  Naekensciiihl  iiellliraun,  et- 
wa? dunkler  als  der  Kctpf,  Aftersehild  nur  durch  dunklere 
Zeichnung  angedeutet.  Der  Körner  lang  gestreckt,  walzen- 
förmig, vorne  und  hinten  etwas  dllnncr  endend.  Die  Grund- 
farbe ist  sehr  zart  liellbeinfarliig  (beinahe  weiss;  mit  äussergt 
gehwachcr  Zeichnung,  die  in  der  Seite  sieh  als  eine  feine 
wci'jslichc  Linie  markirt,  in  wcleiier  die  Lütter  stehen.  fJben 
an  der  Seite  des  Hllckens  deuten  einige  eben  so  gefärbte 
Strichclchen  eine  zweite  noch  schwächere  Linie  an.  Die 
Luftlöcher  sind  schwiirzlieli  umzogen,  und  die  letzte  Hiilftc 
•  Irr  Naehsehieber  und  Hauehflisse  ist  eben  so  gefärbt 
Durch  die  Loiipc  sieht  man  mich  Überall  auf  dem  Körper 
feine  scll^^arze  l'unkte  in  der  bei  den  verwandten  Sjteeies 
gewöhnlichen  Ordnung,  sowie  i.lien  i  ine  f.inc  ueisslichc 
dunkler  begrenzte  Mitiellinie 

Ich  fan<l  die  Kaupe  nur  im  Herbste  und  dann  immer 
im  ruppinlager  und  später  ihre  Tiippe  in  tlen  Stoppeln  des 
Kohres.  das  in  den  \orherpehenden  .lahreii  gesi  hnittiMi  war. 
Die  unerwachsenc  und  sich  noch  nährende  Raupe  su(  hte  ich 
hier  und  anderswo  und  namcullich  auch  in  und  au  dem 
grilnen  Hohrc  bisher  vergeben».  Vielleicht  dass  ich  nur 
ihrer  Seltenheit  wegen  keine  fand,  vielleicht  aber  auch, 
dass  SIC  sieh  nur  zur  N'erwandlung  in  die  Höhlung  der 
Kojirstoppeln  begiebt.  und  vfiii  äusseren  l'tlanzcnthcilen, 
wenn  nicht  etwa  wie  die  «1er  Ihac  von  animalisrlien  Sub- 
stanzen lebend,  bis  dahin  am  Hoden  versteckt  hält.  Sie 
spinnt  über  und  unter  sich  in  dem  Ilohre  eine  dünne  Schei- 
dewaud    und    wird    nach    ^ — 14  Tagen   zur   dünnen   laugen 


352 

schwarzbraunen  Puppe,  die    man   M?A?^   nur   in   dichten  und 
festen  Halmen  findet. 

Bisher  könne  ich  nur  3  Fundorte  für  sie.  An  zweien 
derseibeu  mit  Braekwasserrohr  findet  sie  sich  verbreiteter, 
am  dritten  mit  Sü^swasscrrohr  aber  nur  auf  einen  kleinen 
Ort  beschränkt.  Verschiedene  Jahre  hatten  bisher  auf  ihre 
vorhandene  Zahl  keinen  besonderen  Eiufluss,  ich  fand  sie 
immer  gleich  selten.  Letzteres  hat  wahrscheinlich  darin 
seinen  Grund ,  dass  ihre  Lebensweise  sie  vielen  Feinden 
blossstellt.  Die  Puppe  fand  ich  oft  von  ilaubinsecten  auf- 
gefressen; dazu  beobachtete  ich  verschiedene  Schmarotzer 
bei  ihr  und  ma^a;  sie  V(m  Vögeln  und  anderen  Thieren  zu 
leiden  haben.  Die  Möglichkeit,  diese  Specics  in  Mehrzahl 
zu  erlangen,  ist  nur  durch  die  lange  Zeit  (Sept. — Mai)  ge- 
geben, in  der  man  die  Puppe  suchen  kann.  Dies  geschieht 
denn  auch  von  mir,  und  sammle  icl»  die  meisten  mühsam 
über  dem  schneefreien  Eise;  jedoch  ist  dann  mancher  Gang 
erfolglos,  weil  die  Kälte,  gegen  die  man  Hände  und  Füsse 
nicht  schützen  kann,  meistens  nur  einen  kurzen  Aufenthalt 
gestattet.  Indessen  werde  ich  oft  einigermassen  dadurch 
entschädigt,  dass  ich  ihre  stellenweise  Mitbewohnerin  der 
Oertlichkeit,  die  llaupe  der  seltenen  Ulvae,  wie  auch  Stra- 
rainea  und  der  verbreiteten  und  häufigen  Ob.solcta  finde, 
diese  oder  jene  P>eobachtung  mache,  oder  neue  Fundorte 
für  die  eine  oder  andere  Speeies  auskundschafte. 

Diese  Art  hat  einen  sehr  gleichmassigen  Kntwicke- 
lungs- Typus,  indem  zu  Hause  in  wenig  Tagen  alle  Puppen 
ausgekrochen  sind,  der  Schmetterling  draussen  genau  zu 
derselben  Zeit  und  überhaupt  höchstens  14  Tage  fliegt.  Die- 
ser entwickelt  sich  am  'J'age  zumeist  in  den  Mittagsstunden 
und  erscheint  unter  den  Eulen  in  den  Sümpfen  am  frühesten, 
meistens  um  die  Mitte  des  Mai.  Die  cf  fliegen  dann  Abends 
bei  warmer  Witterung  recht  lebhaft,  bei  14*'  R.  aber  schon 
langsamer,  bei  12*>  und  darunter  aber  gar  nicht  mehr. 
Auch  beim  Mondenscheine,  oder  wenn  es  thauet,  fliegen 
sie  Abends  nicht  eigentlich ,  flattern  höchstens  eine  kleine 
Strecke  weiter,  was  übrigens  auch  für  alle  Nachtschmetter- 
linge mehr  oder  weniger  gilt.  Ihr  Flug  ist  mehr  schwe- 
bend und  schiessend ,  als  der  der  meisten  anderen  und 
kräftiger  gebauten  Eulen.  Das  überhaupt  noch  seltenere 
5  verhält  sich  wahrscheinlich .  wie  bei  anderen  Speeies,  bis 
nach  der  Begattung  passiv,  wenigstens  erhielt  ich  nie  ein 
solches  durch  den  Fang.  Die  Eule  hat  nur  eine  geringe 
Lebensfähigkeit,  so  dass  sie  fast  schon  durch  den  Stich 
der  Nadel  stirbt. 


3Ö3 
Ulva«  (Nouairriu  (».  Tr.  —  ('hilotlcs  (Senta),  H.-»Scli.». 

Dicjäc  frlllirr  nur  ln-i  liiHiiiiHcbweig  und  Darmstadt  ;il 
lein .  ^(pUte^  hier  und  dort  sehr  einzeln  pctundono ,  dann 
liinpero  Zeit  ;;an/.  verselutüene  Speeies.  ist  in  «icn  letzten 
10  Jahren  von  mir  wieder  niehrfaeh  io  den  Verkehr  lh- 
braeht,  naehdem  »s  mir  L-elunfjen.  dieselbe  hier  aulzutinden, 
und  halte  ich  ihrer  aueli  Mln)n  Krwälinuii;:  ;:ith;in  in  mei- 
nem ., Naelitrnirr  zur  relxiNirlit  Meeklenliuri:.  Leiiidopteren'* 
•  Archiv  der  Freunde  der  Naturp'sch.  .Meeklcnburfrs.  II.  V. 
S,  12S).  Seit  «lieser  Zeit  liahe  ich  nun  derselben  immer 
eifrip  nachjrestellt ,  eineslheils  weil  sie  eine  seltene  und  im 
Tausehe  sehr  he;rehrte  Art  war.  andererseit«  weil  mir  die 
I.eliiiihWiihe  ihrer  liaupe  noch  längere  Zeit  dunki  I  hlieli. 
inul  diidiir<li  mein  Interesse  Hir  sie  um  so  mehr  an^'ere^M 
wurdr  1  »i'un  wenn  auch  der  Sclinietterlin^'  von  versehie- 
deiieu  Autcren  hinreiehend  hisehriehen.  aueh  melirt'acli  al> 
^rebildet  ifit,  sn  war  von  seiner  Naturfresehiehte  mir  doeh 
niehts  weiter  bekannt ,  als  was  'i'reitsehke  darüber  nach 
den  Anzal»en  \uu  Hess  safjt.  Diese  aber  linde  ieh  ^ejreu- 
wärtii;  nieht  nur  sehr  manL'elhaf't .  sondern  aueh  irrthümer 
enthalteml  und  ^^ill  daher  dieselben  durch  m-ine  bi>licri^'en 
Heobachtnniren  erweitern  und   berichtip'ii. 

Die  iiaupe  der  Tlvae  ist  erwachsen  unp^efähr  einen 
/.<dl  lang,  na«h  vorne  etwas,  na«h  hinten  noch  mehr  ver- 
dllnnt.  in  /.usaninien^ezoijener  Stellung;  rund,  in  ausgestreck- 
ter. Vi  rbcrp:tn<ler.  unten  ^'latt  mit  gespreizten  .\achsehic- 
bern ,  dünn  nntl  sehlank.  >ie  hat  einen  ^rlanzeiid  schwarz- 
brauuen ,  mittel.i:nissen .  oben  etwas  ein^reschnitteiu'n  Kopf, 
'•in  kurzis.  halbrniidliehes,  ^rlänzendes  Naekens«hild .  das 
bald  helh-r,  iiald  dunkler  als  der  (iruml  des  Körpers  er- 
scheint und  kein,  odi  r  doeh  kein  deutliches  Al'terscliild 
Der  Körper  besitzt  einen  mehr  oder  weni^'er  dunkel  seliili- 
rohrlarbi;.'!  n  (Irund,  lui  cini^'cn  ins  (iraaliehe  oder  (itlb 
liehe,  bei  andern  ins  Sehmulyiirbrauidiche  nder  Kothliehe 
spielend  und  darauf  ein«*  schwache ,  undeutliche  und  ^a^ii• 
rende  Zeichnung,  die  sich  dem  bcwaftneten  Auge  als  aus 
>ieleu  l'Unktchea  und  Strichelehen  znsammen;:es<  tzt  dar- 
stellt Hei  den  meisten  Kxpl.  sieht  man  längs  der  Mitte 
de»  KUckeu»  «'ine  feine  wcissliehe  Linie,  die  alur  oll  auf 
jedeiu  <4elenkeinscbuitte  unt>Tbr<»chen.  oder  auch  nur  auf 
den  ersten  (Wiedern  deutlich  bemerUbar  und  auf  beiden 
Seiten  sehwa«  )i  dunkel  und  breit  gesiiuml  ist.  so  ilai^s  das 
Qaoze  bandartig  erscheint.  Kine  iihuliche  weissliehe  Kiuie 
läutt  au  «I«  r  Seite  des  HUckens  und  der  Seite .  deren  unte- 
rer dunkler  Saum  nuii   aller  Zeichnung    ult    um    meisten    iu 


354 

die  Augen  fällt.  Die  Unterseite  hat  ein  helleres  einfarbiges 
Colorit,  und  nur  die  Füsse  erscheinen  auf  der  Aussenseite 
ein  wenig  dunkler.  Auf  dem  ganzen  Körper  und  dem 
Kopfe  erblickt  man  mit  der  Loupe  deutlich  überall  einzelne 
feine  hellfarbige  Haare,  die  auf  dem  Kaekenschildchen  dich- 
ter und  stärker,  um  das  scharfe  Gebiss  herum  borstenartig 
stehen  und  ebenso  auf  dem  Körper  viele  kleine  schwarze 
Wärzchen  in  der  gewöhnlichen  Ordnung,  durch  welche  auch 
die  Lüfter  angedeutet  werden. 

Einzelne  Expl.  mit  röthlichem  Tone,  die  ich  ebenfalls 
lebend  gerade  vor  mir  habe,  zeichnen  sich  vor  den  eben  be- 
schriebenen besonders  dadurch  aus,  dass  die  Wärzchen  bei 
ihnen  viel  deutlicher  hervortreten,  so  dass  man  sie  mit 
blossen  Augen  recht  gut  erkennen  kann,  und  dass  sie  den 
dunklen  Saum  der  Seitenlinie  nur  schwach ,  sonst  aber  gar 
keine  Zeichnung  führen. 

Sie  lebt  zwischen  dem  gemeinen  liohre  ( Phragmit. 
communis)  und  findet  sich  hier  vom  Sommer  an  durch  den 
ganzen  Winter  bis  Mai  in  den  rilten  in  früheren  Jahren  ge- 
schnittenen Stoppeln  derselben,  besonders  wo  dieses  üppig 
und  dicht  auf  schwerem  Sumpfboden  und  in  grosser  Aus- 
dehnung mehr  oder  Aveniger  ausserhalb  des  Wassers  steht, 
jedoch  auch  in  den  günstigeren  Jahren  immer  nur  einzeln 
und  selten.  Wie  die  meisten  hier  lebenden  anderen  ver- 
wandten Kaupen  hält  sie  sich  am  Tage  in  der  Höhlung  der 
Stoppeln  verborgen  und  ist  nur  zur  Nachtzeit  thätig. 

Mehrere  Jahre  hindurch  gelang  mir  die  Zucht  dieser 
Species  nur  aus  den  eingesammelten  Puppen  und  aus  er- 
wachsen gefundenen  Raupen;  halb  erwachsene  Raupen  ka- 
men regelmässig  um,  offenbar  weil  sie  durchaus  kein  Fut- 
ter nahmen.  Obgleich  ich  ihnen  im  Laufe  der  Zeit  die 
verschiedenen  Pflanzen  des  Fundorts  und  nicht  nur  die  ver- 
schiedenen Theilc  derselben  gab,  sondern  diese  ihnen  auch 
frisch,  welk  und  trocken  vorlegte,  so  sah  ich  doch  ein, 
dass  sie  auch  nur  den  Versuch  machten,  davon  zu  fressen. 
Zwar  bemerkte  ich  bald,  dass  sie  ihres  Gleichen  mordeten  und 
frassen,  und  dass  dies  der  Hauptgrund  sei,  warum  sie  mir 
stets  nach  und  nach  gänzlich  aus  dem  Behälter  verschwan- 
den; aber  dies  war  ja  eine  allbekannte,  auch  oft  von  mir 
selbst  an  anderen  und  verschiedenen  Orten  wahrgenommene 
Erscheinung,  die  ich  einfach  dem  Mangel  an  der  immer 
noch  nicht  entdeckten  richtigen  Futterpflanze  und  dem 
grossen  Hunger  zuschrieb.  Später  wurde  ich  gewahr,  dass 
sie  sogar  die  Gespinnste  anderer  ihres  Geschlechts  durch- 
nagten und  die  jungen  Puppen  sehr  begierig  auffrasseu, 
bald  auch ,  dass  zwei  einstweilen  in  ihrem  Behälter  placirte 


ai6 

l'iippin  iltT  l)nl)ii»s;i  in  licrselhi-ii  Weise  ausgeleert  waren, 
wie  irli  iliose  im  Frri»n  am  li  mehrere  Male  vcr/.elirt  :in;;r- 
trortVn.  I'.is  ilaliiii  liattr  irli  difscn  llaiil»  ciiur  am  l'uiiildrte 
liäutij,'eii  KiitVrIarx«'  fSta|iliiliniis(  /u^'tscliriiben.  lliir/ii  kam, 
»las»  sehoii  rin/Alm"  i!n  KrllliÜM^  ^'esammcltc  Iiauj)en  zur  Ver- 
waixlInnK  ^'elansftm,  nml  dass  ich  einmal  im  Miirz  eine  der- 
selben draussen  antraf,  wie  hie  sich  sn  chi-n  von  einer  faulen- 
den Ul)S(.kfa-Iian|ic  volipcfressen.  Dann  hatte  irh  sie  schon  im 
Februar  und  Mar/  (lici  'Ihanwcttcn  draussen  thäti^'  und 
meistens  WMhlj:cn:ihrt  und  an  (»rttn  an;:i  trotTtii.  wo  nt>eh 
keine  Spur  irgend  einer  N'eu'tfatiun  vorhanden,  auch  alle 
übrigen  Kaupen  noch  in  Winterruhe  sieh  befanden.  Diese 
und  andere  Wahrnehmunjren  brachten  mich  auf  die  richtifro 
Verniuthun:;  und  hoben  meinen  schon  ;rt'sunkenen  Mutli.  die 
lA'bensweise .  insbesondere  Nahrunir,  dieses  mir  bis  dahin 
riithsclhalten  Thieres  llberiiaiipt  zu  ermitteln.  Nim  suchte 
ich  sie  wieder  eifriirer.  lin:,-  mit  ihnen  mancherh-i  \  ersuche 
an  und  widmete  ihnen  noch  mehr  Aufmerksamkeit  und  Zeit. 
In  meinen  gewöhnlichen  Kaujienbehältern  —  llolzkasten, 
seitlich  mit  Drahtgaze  -  Fenstern  und  oben  mit  genau 
schlicsscnder  (Jla.-decke  —  lassen  sich  alle  H«-wegungen 
der  Kaupen,  ohne  sie  zu  stören,  sehr  gut  beobachten. 
Diese  Mehälter  sind  fiirlUac  mit  Knie  \  ersehen,  in  welcher 
viele  lur  sie  zugeschnittene  iJolirstnmmel  .stecken  und  mög- 
liehst naturgemiiss  eingerichtet.  Während  ich  noch  eine 
längere  Zeit  lortfuhr,  ihnen  verschiedene  N'egetabilien  vor- 
zulegen, brachte  ich  ziirleieli  auch  mehrere  animalische  Sub- 
stanzen in  die  Kehältcr  und  überzeugte  mich  dann  endlieh. 
dass  sie  nur  Ictztin-  nehmen.  Sie  verzehrten  ni»  lit  allein 
verschiedene  Kaupen  und  riippen.  son<lcrn  auch  Insekten 
und  Larven  aus  andern  Klassen  vor  meinen  Augen,  ja  sogar 
häutig  grosse  Kolirspinnen.  Jedoch  schien  nöthig,  dasK 
solche;  Tliicre  entwcilcr  gctödtet,  »Hier  doch  in  einen  hlllfs- 
losen  Zustand  versetzt.  Spinnen  7.  1>.  fcsfgcsteckt  wunlen. 
Kaupen  verzehren  sie  ganz  bis  auf  einzelne  Kiidera  luul  v«.u 
zaiteii,  dünnhäutigen  sieht  man  auch  nicht  einmal  iliesc  ;  in 
l'uppen  nagen  sie  ein  rundes  Loch  durch  die  Schale  und 
tressi  D  sie,  griissero  nach  und  nach,  panz  aus.  .^ie  wissen 
/u  ihnen  zu  gelangen,  ind«  m  sie  ihre  (io.opinnste  durchna 
gen.  Ebon.so  verfahren  sie  bei  Käleni.  unter  denen  sie 
ilbrigcns  nur  an  Donacien.  und  wie  es  schi«'ii,  erft  zuletzt 
gingen.  Kuppen  von  verschiedenen  lehnenmnnen  aus  Knbr- 
raupeii,  tlie  in  selbstvcrfertigteti  (lespinnslcn  liegen  trassen 
sie  eben  so  gerne  als  die  von  Schmetterlingen,  i'elx'rhaupt 
sab  ich  sie  jedoch  nur  Hohrthiere  verzehren,  andere  lies.sen 
sie  bisher  unan::crllhrt.    als  l'uppen  von  Van    Levana,   Sph. 


356 

Ligustri,  Dem.  Coryli,  Org.  Pudibunda,  Fid.  Piniaria  u.  a. 
Zwar  hatten  sie  die  Gespinnste  der  beiden  vorletzten  durch- 
löchert, die  Puppen  aber  nicht  angegriffen.  In  der  Qua- 
lität der  Nahrung  schienen  sie  überhau])t  wenig  wählerisch, 
die  mundfertigste  nahmen  sie  zuerst,  daher  verletzte  Raupen, 
Puppen  und  andere  Thiere,  wenn  Saft  austloss  vorzugs- 
weise. Dass  sie  sich  auf  ihren  abendliehen  und  nächtlichen 
Wanderungen  gegenseitig  angriffen,  oder  andere  in  den  Be- 
hälter gesetzte  bewegungsfähige  Thiere  bei  der  Begegnung 
überüelen,  habe  ich  nie  beobachten  können,  vielmehr  habe 
ich  verschiedentlich  gesehen,  dass  sich  begegnende  ihres 
Geschlechts  scheinbar  einander  auswichen.  Sicher  aber 
greifen  sie  unter  Umständen  auch  lebende,  wenn  auch  nur 
schwächere  Thiere  an,  namentlich  wohl  in  den  engen  Kohr- 
hühluugen,  in  denen  ich  immer  Aide  J»Midera  von  aufgezehr- 
ten Insekten  tinde.  In  Bezug  auf  meine  Zimmerptleglinge 
darf  ich  indessen  die  Bemerkung  nicht  unterlassen,  dass  ich 
dieselben  nie  eigentlich  hungrig  Hess,  hauptsächlich  aus 
Furcht,  dass  sie  ihre  Brüder  verzehren  möchten.  Es  stand 
fast  immer  verschiedenerlei  Kahrnnii-  zu  Gebote,  sonst  glaube 
ich,  dass  ich  von  dem  hungrigen  A^ieh  noch  liätte  kühnere 
Thatsachen  berichten  können.  In  den  hauptsächlich  für 
die  Zucht  bestimmten  diesjährigen  Behältern,  wo  sie  reich- 
lich mit  Lieblingsnahrung  —  durschnittene  Obsoleta- Rau- 
pen —  versehen  waren,  kam  ein  Mord  unter  ihnen  mit 
Sicherheit  bisher  nicht  vor.  Um  sie  bequemer  und  mehr- 
seitiger in  kürzerer  Zeit  beobachten  zu  können,  nahm  ich 
im  vorigen  Jahre  wie  in  diesem  gegen  den  Frühling  einen 
Behälter  mit  einem  Dutzend  dieser  Kaupen  in  das  geheizte 
Zimmer.  Hier  wurden  sie  bald  völlig  thätig,  frasseu  und 
gediehen  sehr  gut,  und  ihre  Verwandlung  wurde  zugleich 
um  einige  Wochen  früher  herbeigeführt,  so  dass  ich  heute 
(25.  Märzj  schon  einige  Puppen  von  ihnen  habe.  Sie  kön- 
nen nach  Art  der  Raubthiere  überhaupt  ein  verhältniss- 
mässig  grosses  Quantum  Nahrung  auf  einmal  zu  sich  neh- 
men und  dann  wieder  lange  ohne  diese  leben.  Einige  ge- 
gen Ende  des  Winters  ausgehungert  gefundene  und  in  die 
Stube  gebrachte  Raupen  fielen  am  selben  Abende  zu  3 — 4 
zur  Zeit  über  eine  \orge legte  und  enthauptete  Obsoleta- 
Raupe  alsbald  her  und  verzehrten  sie  in  kurzer  Zeit  ganz. 
Sie  erschienen  gleich  hinterher  noch  einmal  so  gross,  dann 
wurden  sie  träge  und  ^erkrochen  sich  allmälig  in  die 
Kohrstücke,  zeigten  sich  zwar  an  den  nächsten  Abenden 
einzeln  wieder  draussen,  nahmen  jedoch  erst  nach  Wochen 
etwas  Nahrung  wieder  zu  sich.  Ueberhaupt  scheinen  diese 
Raupen  nach  dem  Winter  nur  1  —  3  Mal  eine  völlige  Sätti- 


ijung  bis  zur  ViTwaiidlnnp:  —  also  in  einem  Zcitiainne  von 
L*— .}  Monaton  -  nüthi;;  /.u  liaben.  Sind  sie  nicht  völlig 
;,'e.silttigt,  80  bleiben  sie  die  pan/.c  Xacht  liindureh  tliiitig, 
indem  sie  fortwährend  von  einem  HolirstUek  zum  andern 
und  in  die  Ilidile  ^■ine^^  jeden  hineinkrieehen ,  oder  am  Ho- 
den und  den  U'iinden  di-s  Hfh:iltcrs  uinlu-r  wandern.  Da- 
durch dass  sie  nur  selten  drr  Xalirun;;  bedürfen,  werden 
auch  Versuche  zur  Krmittelun^  ihrer  Krniihrun','sweise  und 
die  der  liaupe  zu  (iebote  stehenden  Illllfsniiltcl  sich  die- 
selbe zu  verschalen,  recht  erschwert.  Man  nillsste  schon 
immer  wieder  frische  und  hunijri^e  K\])\.  haben,  wie  sie 
eigentlich  nur  nach  längerem  Fro^twetter  sich  tinden.  Dehn 
später  irifl't  man  sie  fast  immer  mit  den  deutlichen  Zeichen, 
dass  sie  sehon  eine  Mahl/eit  gehalten,  und  kommen  sie 
selbst  mitten  im  Winter  bei  jedem  Thauwctter  Abends  ein 
zeln  zum  Vorschein,  wenn  ich  auch  zur  Zeit  noch  nicht  mit 
Sicherheit  sa&rcn  kjinn ,  dass  sie  alsdann  fressen.  Auch  sie 
verhalten  sich  beim  .Moiulenschcine  j)assiv.  licim  Frostwet- 
tcr  und  über  dem  Fise  fand  ich  sie  stets  unten  in  den  oben 
ofTenen  K«'hrst"|)|»(dn ,  umgeschlagen  oder  auch  in  gestreck- 
ter Lage  frei  liegend,  nie  spinnen  sie  sich  filr  den  Winter 
ein,  wie  Tr.  berichtet.  Ihr  Koth  unterscheidet  sich  von  dem 
aller  mir  bekannten  anderen  Haupen  sehr  wesentlich.  Der- 
selbe ist  eine  formlose,  schleimige  braune  Masse,  die  nach 
tmd  nach  zu  sehr  kleinen  Kllgelehcn  trocknet  und  überhaupt 
nur  selten  abgesetzt  wird. 

Ohne  Zweifel  führen  diese  IJaupen  die  eben  geschil- 
derte Lebensweise  auch  in  der  freien  Natur,  wenn  ich  die- 
selbe auch  zumeist  aus  der  Zimmererziehung  entnommen. 
Alle  berührten  Hauptsachen  wenigstens  hal)c  ich  dort  be- 
stäti;;t  ^refunden,  auch  einmal  Abends  beim  Laternenliehte 
im  Freien  eine  derselben  eine  halbe  Stunde  lang  ebenso 
wie   zu  Hause  agiren  gesehen. 

Wenn  CS  nun  auch  eine  alliremein  bekannte  Sache  ist, 
dass  manche  Haui)enarten  andere  und  schwächere  ihre» 
Gleichen  monlen  und  fressen,  so  geschieht  dies  doch  immer 
nur  ausnahmsweise,  oder  beim  Mangel  an  der  natürlichen 
vegelabilisehen  Nahrung.  Dass  es  aber  auch  liaupen  gebe, 
dort  n  n«»rnjale  Kost  eine  ausschliesslich  animalisehe  sei,  ist 
meines  Wissens  noch  nicht  beobachtet  worden,  und  doch 
glaube  ich,  wenigstens  für  die  zweite  Lebenshiilfte,  in  der 
in  Kede  stehenden  Art  eine  solche  gefunden  zu  hal)en  und 
dieselbe  somit  als  ein  Kaubthier  unter  den  Haupen  hinstel- 
len zu  dürfen,  welches  etwa  das  unter  den  Haupen  ist,  was 
der  Geier  unter  den  Vögeln.  Sie  hat  hierzu  nicht  allein 
die    körperlichen   Fähigkeiten    uud    Kigenschaflcu,    sondern 

24 


358 

am  Aufeiitshaltsorte  sind  auch  alle  weitereu  Bedingungen 
zur  Genüge  gegeben.  Denn  obgleich  nur  klein  von  Körper, 
so  ist  sie  doch  kräftig  und  gewandt  und  hat  ein  scharfes 
Gebiss.  Dazu  ist  sie  ein  Nachtthier,  das  im  Vergleiche  zur 
übrigen  Insektenwelt  viel  mehr  zur  Winterzeit  thätig  ist, 
nur  bei  Frostwetter  ganz  ruht,  viel  Nahrung  auf  einmal  zu 
sich  nehmen  und  wieder  lange  fasten  kann  u.  s.  w.  Auch 
besitzt  sie  einige  Schwimmfähigkeit.  Ich  fand  sie  nämlich 
auch  in  Stoppeln,  die  ganz  isolirt  und  tief  im  Wasser  stan- 
den und  hier  im  Frühlinge  ganz  gesättigt.  Als  ich  sie  ins 
Wasser  warf  um  zu  prüfen,  sank  sie  nicht,  wie  z.  B.  die  Nona- 
grien  H.-Sch.,  unter,  sondern  ting  alsbald  an  durch  schlangen- 
förraige  Bewegungen  sich  ruhig  fort  zu  arbeiten,  bis  sie  einen 
Gegenstand  zum  Aufkriechen  erreichte.  Zu  Hause  scheuen 
sie  sich  wenig  vor  dem  Wasser  und  gehen  leicht  hinein 
und  über  dasselbe  hinweg,  wenn  mau  versucht  ihnen  da- 
durch ihren  Weg  zu  versperren.  Da  nun  endlich  nicht 
leicht  an  anderen  Orten  mehr  oder  verschiedenere  Insekten 
gefunden  werden,  als  zwischen  dem  Bohre,  in  dessen  Stop- 
peln sie  Schutz,  Nacht-  odei*  auch  Tagruhe,  Winterquartier 
u.  s.  w.  suchen,  wo  sie  dann  minder  solchen  Feinden,  wie 
Ulvae,  besonders  preisgegeben  sind ,  so  ist  auch  in  dieser 
Hinsicht  für  die  Existenz  dieser  Raupe  auf  Beste  gesorgt. 
Dass  die  animalische  Nahrung  für  die  Ulvae-Raupe  die  nor- 
male sei,  bleibt  um  so  weniger  zweifelhaft,  als  mir  im  vo- 
rigen Jahre  aus  halberwachsenen,  im  Herbste  gesammelten 
Raupen  die  Zucht  bei  der  alleinigen  animalischen  Kost  voll- 
kommen gelang  und  durchschnittlich  grosse  Schmetterlinge 
lieferte.  Ebenso  gesammelte  und  behandelte  Raupen,  die 
ich  gerade  in  ziemlicher  Anzahl  besitze,  befinden  sich  im 
besten  Zustande  und  werden  ohne  Zweifel  auch  in  diesem 
Jahre  ein  vollkommenes  Resultat  liefern.  Die  schwierigere 
Beobachtung  der  Lebensweise  dieser  Thiere  in  der  ersten 
Lebenshälfte  habe  ich  zunächst  noch  ausser  Acht  gelassen, 
um  über  die  zweite  Lebenshälfte  erst  Aufklärung  zu  er- 
langen. 

Häutig  ist  diese  Raupe  auch  gestochen.  Spaltet  und 
untersucht  mau  nämlich  im  März  und  April  die  Rohrstücke, 
so  findet  man  solche  Raupen  in  ihnen  krank  sitzend  und 
hinter  diesen  oft  ein  kleines  ovales,  gelblichweisses  2 — 3 
Linien  langes,  kaum  angeheftetes  Gespinnst,  als  ob  die 
Raupe  ein  grosses  Ei  gelegt  habe.  Eine  Oetfnung,  aus 
welcher  die  Schmarotzerlarve  hervorgekommen,  bemerkte 
ich  au  der  Raupe  nicht,  sie  schien  aus  dem  After  dersel- 
ben hervorgekommen  zu  sein.  Die  Raupe  selbst  lebt  dann 
noch  einige  Tage,  wird  aber  meistens  bald  die  Beute  ihrer 


359 

Kameraden.  An*.  (l«'ni  ^iclIlnarot/ergre8l)innRte  entwickelt 
mich  un;,'(t"älir  nach  ciiu-iu  Monate,  meist  tVllher  als  l  Ivae 
erscheint,  ein  s«'lir  kleiner  nicdliclitr  IcImciniKin .  dessen  '■> 
eioen  ziemlich  langeu  Stachel  hat 

Mein  liiegi^-cr  Fundort  ist  häuptüehlieh  ein  prosses  von 
Rolir.  Schilf,  IJied-räsern  \\\\<\  manchen  anderen  Pflanzen  fast 
znj:ewach^enes  Turfmoor.  das  einen  Al»7.n^'sirral)en  nach  der 
Ost<ee  hat.  s«»  dass  der  W'assc  r.->tand  hier  viel  \veni;,'er  ditTe- 
rirt,  als  an  anderen  (jrten.  Diis  .seheint  mir  der  llaiiptumstaud 
zu  sein,  warum  man  diese  Kaupe  und  einige  andere  hier  vor 
znjrsweise  findet,  wiewohl  auch  hier  nicht  lllxrall  und  in  den 
verschiedenen  Jahren  mehr  oder  weniger  selten  und  stets 
einzeln.  In  anderen  Kohrwerhungen,  an  <lcnen  die  I  ingc- 
gend  Wismars  reich  ist  (vielleicht  melir  als  ' .,  J  Meile  im 
(Janzeni  findet  man  diese  IJanpe  dennoch  gar  nicht  oder 
nur  stellenweise  und  sehr  selten.  An  allen  anderen  Orten 
fand  nändich  zur  Winterzeit  ein  viel  höherer  Wasserstand 
statt,  so  dass  die  |{ohrst<^»ppeln  alsdann  meist  längere  Zeit 
mit  Wasser  bedeckt  sind.  ^\^Mln  nun  auch  das  Wasser 
nicht  in  die  K<ihre  derselb»'n  hineindringt,  im  Falle  sie  nicht 
etwa  seitwärts  verletzt  wurden  und  ihre  I.ultdichtigkeit  ver- 
loren, so  scheinen  die  Kaujien,  welche  frei  in  derselben  llber- 
wintern:  llvae,  Straminea,  —  wie  auch  andere  Insekten  den- 
noch durch  dasselbe  getödtet  zu  werden,  wahrscheinlich  weil 
»•ie  ersticken.  Davon  glaube  ich  im  Frühlingc  1S')3  bei  dem 
plötzlichen  Aul'lliauen  des  ungewrdinlich  Indien  Schnees  einen 
Beweis  bckummen  zu  haben.  Denn  damals  konnte  der  <d)cn 
erwähnte  gcfrorne  Abzugsgraben  die  grosse  Wassermasse 
nicht  so  scdinell  fortschaÄ'un ,  und  das  Moor  stand  längere 
Zeit  hoeli  unter  Wasser.  In  dem  Sommer  hinterher  waren 
nun  auch  alle  diese  Kaupenarten  hier  wie  verschwunden 
und  fanden  sich  erst  ua(  h  '1 — 3  Jahren  allmälig  wieder  ein. 
In  letzter  Zeit  s«hl  >sa  ich  aus  dem  Wasserstamle  des  Win 
ters  hier  iinnn  r  richtig  auf  das  N'orhandcnscin  «»der  Felden 
dieser  Spe«-ie.'*  fllr  das  nächste  Jahr.  Aul  kurze  Zeit  scha 
det  jedoch  das  I'cberflnthen  der  Kohrstoppeln  iHesen  Thie- 
ren  nichts;  denn  in  meiner  Kfdirwerbung  unmittelbar  an  der 
Ostsee,  doch  ziemlich  trocken  gelegen,  steht  das  Wasser 
mitunter  -1  — >^  Fu>s  hoch  Über  flen  Stoppeln,  wenn  zur  Win- 
tPrzeit  da«  Meer  austritt,  und  hinterher  linde  ich  Dubiosa, 
Ohsoleta,  rivae.  Straminea  und  Impura  als  l'upj»en  oder 
i;au|)en  hier  ebenso  jjäutig  wie  \«»rher.  Antkrc  in  ticm 
Kohre  und  Sehilte  lebende  Lepidtipteren-Art.Mi,  die  entweder 
in  den  PHaiizcn  —  Arundinis,  I'hragmitellus  —  als  Kau- 
peo,  oder  im  Kizustande  llberwiuteru.  scheinen  vom  Wasser 

24* 


360 

alsdann  nicht  zu  leiden.  In  dem  vergangenen  Winter,  wo 
namentlich  die  Raupe  der  Ulvae  in  jenem  Moore  häufiger 
als  sonst  war,  haben  diese  Species  und  andere  besonders 
viel  dadurch  gelitten,  dass  der  grösste  Theil  der  Rohrstop- 
peln über  dem  schneefreien  Eise  von  Leuten  der  ärmeren 
Volksklasse  abgestossen,  eingebracht  und  als  Heizmaterial 
verwandt  wurden,  wie  dies  in  solchen  Zeiten  immer  ge- 
schieht. Vögel,  namentlich  Meisen,  folgen  diesen  Arbeitern 
oft,  um  die  bei  dem  Rütteln  und  Kehren  der  Stoppeln  aus- 
gefallenen Insekten  aufzulesen,  wie  die  Krähen  dem  Pfluge. 

Diesen  auch  sonst  noch  reichen  und  fast  alleinigen 
Fundort  einiger  Species  werde  ich  leider  demnächst  verlie- 
ren, weil  derselbe  zur  Zeit  zum  Torfstich   entwässert  wird. 

Im  Sept.  ist  die  Raupe  meistens  halb,  im  April  und 
Mai  ganz  erwachsen,  selbst  einige  Nachzügler  erst  im  Juni. 
Sie  geht  sodann  in  einen  Rohrstumpf,  spinnnt  unter  sich 
eine  leichte  Scheidewand  und  über  sich  höher  oder  tiefer 
in  der  Röhre,  meistens  jedoch  am  Eingange  derselben, 
eine  halbkuglige  nach  oben  gewölbte  und  mit  Rohrspäh- 
nen  untermischte  Decke  und  verwandelt  sich  hier  nach 
etlichen  Tagen  zur  Puppe.  Diese  ist  auf  der  Rückseite 
hellbraun,  unten  gelb,  dünn  und  lang,  vorne  kolbig,  nach 
hinten  allmälig  verdünnt,  mit  einer  feinen  Haftspitze  und 
ziemlich  lebhaft. 

Der  Schmetterling  erscheint  von  Ende  Mai  bis  Juli, 
am  meisten  im  Juni  und  entwickelt  sich  zu  verschiedenen 
Tageszeiten,  also  nicht  wie  die  Nonagrien  H.-Sch.  regel- 
mässig am  Abende.  Er  ist  im  Ganzen  zarter  Natur,  hat 
einen  nicht  eben  schnellen  Chilonen- ähnlichen  Flug  und  ist 
daher  am  Abende  ziemlich  leicht  zu  fangen,  wo  beide  Ge- 
schlechter fliegen. 

Die  Art  kommt  hier  in  3  verschiedenen  Formen  vor. 
Die  häufigste  und  meines  Wissens  bis  jetzt  allein  beschrie- 
bene, jedoch  auch  unter  sich  abweichende  Form,  nehme 
ich  bisher  als  Stammform  an.  Die  anderen  beiden  zwar 
sich  näher  stehenden,  jedoch  augenfällig  verschiedenen  For- 
men, von  denen  mir  weder  Beschreibung  noch  Abbildung 
bekannt  ist,  habe  ich  v.  Nigromaculata  und  v.  Wismarien- 
sis  benannt.  Lederer  führt  in  seinen  Noct.  Eurpa's  eine 
V.  Bipunctata  Hav.  auf,  welche  vielleicht  mit  meiner  v.  Ni- 
gromaculata identisch  sein  mag.  Beim  Herrn  Hopfifer  in 
Berlin  sah  ich  noch  eine  wieder  andere  Form  der  Ulvae  in 
einem  Expl.,  wie  mir  sonst  noch  keine  vorgekommen,  das 
wenn  ich  nicht  irre,  von  Hess  stammte.  Beide  hiesigen 
weichen  bei  sonst  gleichem  Bau  mit  der  Stammart  von  die- 
ser und  unter  sich  durch  Farbe  und  auch  Zeichnung  so  auf- 


361 

flllig    ab,    dohs    man    sie    i'hne    Weiteres    flir    vcrsrhiedcnc 
Spccics  crklftrrn  wiirde. 

nie  V.  Niproniaciilata  zeichnet  sieh  voryllplicli  dnrch 
panz  prliwarzc  Makeln,  einen  ebenso  pefärlitcn  kurzen 
Liiiippast  an  der  I'.asis,  eini^M^  pcliwär/.lielie  Qiicrstriclul- 
chen  in  der  (iej:en(l  der  Nerlcsrlicnm  Wellenlinie  auf  den 
VorderflU;reln .  durch  eine  zartere,  ins  Ivöthliehe  ziehende 
firnndfarhe  und  auf  den  Ilintc  rlldpeln  dureh  schärferen 
Mittclflerk  oben  und  unten  von  der  typischen  Form  aus. 

Die  V.  Wisinariensis  unterscheiilet  sich  von  der  vor 
hergehenden  nur  dureh  einen  seliwarzen ,  mit  dem  Flllpel 
breiter  werdenden  lJin?sstreifen  auf  der  Mittelrippe  des 
Vordcrfitifrels.  Im  (irnnde  aber  liestelit  derselbe  aus  einem 
grossen  iiyrami(ieiif<>rmipen  Liin^'sfleek .  der  mit  der  kon- 
kaven liasis  nach  aussen  an  der  \\  elU  nlinie  zwischen  Hi|)pc 
3 — H  be^'innend ,  jedoch  erst  in  der  (Jepend  der  fllnften 
Rippe  schwarz  werdend  und  die  Makeln  und  Mittelzellc  ein, 
schliessend.  zur  Flllpelwurzel  peht.  Die  pleiehpefiirbten- 
weisslieh  unizopenen  Makeln  bleiben  in  ihm  jedoch  stets 
sichtbar. 

H.-Sch.  ist  im  Iksitz  aller  3  hiesi^'cn  Formen,  bcab- 
tichtipt  die  beiden  letzteren  in  seinem  ^Neue  J^chmett."  ab- 
zubilden und  wird  sich  hcffentlieh  bei  dieser  Gelegrenheit 
weiter  dartlber  auslassen.  (Jleieh  nach  ihrem  F.mpfanee 
äusserte  sich  derselbe  brieflich  darllber.  dass  ihm  beide  zu- 
sammen zu  pehtirt  n  schienen,  aber  eine  besondere  Speeies 
sein  müehten.  Dies  und  meine  ei;:enen  Zweifel,  ob  hier 
Arten  oder  nur  Varietäten  vorliepen,  veranlassen  mich  noch 
zu  einigen  hierauf  bezllglicben  Bemerkungen.  Heide  letztere 
Formen  kommen  mit  der  typischen  l'lvae  an  denselben  Or- 
ten und  zur  selben  Zeit  vor.  Ich  erhielt  alle  3  Formen 
nicht  nur  zusammen  dureh  den  Fang,  sondern  auch  aus 
Raupen  oder  Tiippen.  an  welchen  selbst,  sowie  auch  in 
ihrer  Lebensweise,  ich  bi.sher  keinen  specifischen  l'nter- 
schied  wahrgenommen  habe.  Dagegen  sind  auf  der  an<le- 
ren  Seite  wcsentliehe  rnterschiede  der  Schmetterlinge  nicht 
zu  verkennen,  und  was  da«  Wichtigste  ist,  diese  sind  im 
mer  constant.  Nie  sah  ich  lebcrg.Hnge  zwischen  ihnen, 
weder  von  «Icr  einen  zur  andern,  noch  von  dieser  zur  drit- 
ten Form  .  obgleich  ich  im  Laufe  der  Zeil  eine  ganze  An- 
zahl von  ihnen  vor  mir  gehabt,  liitcr  allen  kamen  beide 
Geschlechter  gleich  häutig.  )edoch  von  der  v.  Wismariensis 
der  seltensten,  mir  ö*  tlberhaupt  nur  erst  4  mal  vor. 

In  Hegattuiif:  halie  ich  llvae  noch  nicht  gesehen  und 
scheint  diese  .Art  in  der  Gefangenschaft  eine  solche  nicht 
einzugehen.     Sollte  c»  mir  dennoch  gelingen,    diese    bei  ihr 


362 

zu  Stande  zu  bringen,  so  wäre  darnach,  ob  nur  zwischen 
den  einzelnen  Formen,  oder  auch  zwischen  der  einen  und 
der  anderen  eine  solche  stattfindet,  vielleicht  die  Arteinheit, 
oder  specifische  Verschiedenheit  der  Formen  festzustellen. 
Bedenkt  man  ferner,  wie  geringe  oft  der  Unterschied 
nahestehender  Lepidopteren,  wie  schwierig  ihre  Vereinigung 
oder  Trennung  ist,  und  wie  bei  sicher  verschiedenen  Spe- 
cies  eine  so  grosse  Aehnlichkeit  in  Gestalt,  Farbe  und  Le- 
bensweise durch  alle  Stände  stattfindet,  dass  nur  ein  sehr 
geübtes  Auge  und  eine  längere  genaue  Beobachtung  ihrer 
Raupen  die  specifische  Verschiedenheit  unter  ihnen  festzu- 
stellen vermag,  so  könnten  auch  hier  unter  den  Formen 
der  Ulvae  sehr  wohl  Artverschiedenheiten  stattfinden.  Man 
denke  z.  B,  an  Tr.  Caradrina -Arten:  Superstes,  Ambigua, 
Blanda  und  Aisines ,  an  gewisse  Cucullieu  -  Arten  u.  a.  m., 
die  dazu  grösser,  lange  und  von  Vielen  beobachtet  sind. 
Endlich  habe  ich  erst  seit  diesem  Herbst  den  Ulvae-Raupen 
mehr  Aufmerksamkeit  zugewendet  und  nun  allerdings  ge- 
funden, dass  sie,  wenn  auch  nicht  im  Bau  und  Lebens- 
weise, doch  in  Farbe  und  Zeichnung  erhebliche  Verschie- 
denheiten zeigen,  die  mir  gestatteten,  eine  Absonderung 
unter  ihnen  vorzunehmen.  Der  Erfolg  muss  nun  lehren,  ob 
die  verschiedenen  Raupen  auch  immer  die  bestimmten 
Schmetterlinge  liefern  werden.  Es  wäre  dann  vielleicht 
Ulvae,  die  sich  in  ihrer  Lebensweise  als  Raupe  so  sehr 
auszeichnet  als  eigne  Gattung  mit  2 — 3  bekannten  Species 
hinzustellen. 

Elymi  (Leucania  0.  Tr.  —  H.-.Sch.) 

Die  Eule  fliegt  hier  einzeln  am  Meeresstrande  zu  Ende 
des  Juni  und  Anfange  des  Juli  an  Stellen,  wo  das  Ufer 
sandig  ist  und  viel  Elymus  arenarius,  Arundo  arenaria  u.  a. 
Meerstrandspflanzen  wachsen.  Die  d  fliegen  am  Tage,  in- 
dem man  zwischen  diesen  Pflanzen  geht  und  rührt,  meistens 
aus  dem  dichteren  Elymus  Bülzen  auf,  fallen  nach  einem 
kurzen  Fluge  wieder  nieder  und  lassen  sich  alsdann  meist 
erhaschen.  Einzelne  9  erhielt  ich  nur  durch  sorgsames 
Suchen  an  der  Erde  zwischen  den  genannten  Pflanzen.  Früher 
nur  in  Preussen  beobachtet,  findet  sie  sich  stellenweise  ge- 
wiss am  ganzen  Ost-  und  Nordseestrande.  Von  ihrer  Na- 
turgeschichte ist  mir  Weiteres  auch  nicht  bekannt;  doch 
will  ich  nicht  unerwähnt  lassen,  dass  ich  einmal  Ende  April, 
bevor  ich  Elymi  überhaupt  hier  entdeckt,  eine  ohne  Zweifel 
zum  Genus  Leucania  gehörende  Raupe  an  dem  Orte  fand, 
wo  ich  später  den  Schmetterling  fing.    Ich  scharrte  dieselbe 


363 

mehr  /.ulalliji:  yus  dtMi»  holun  und  lockcrfin  L'fcrsande  an 
einer  Stelle,  wo  in  ziemlichem  l'mfanprc  fast  irar  kciuo.  Ve- 
getation hennrkl)ar  war.  In  ihrer  Nähe  standen  nur  ein- 
zelne kdmnu  rliehe  rilanzen  von  (ilaux  maritima,  an  welchen 
ahtr  kein  IlanpentVass  henierkbar  war.  In  einer  P^ntfernung 
vcm  40  — ')U  Selirittm  wuchs  je<lo<'h  auch  Hlymn«.  So  viel 
ich  njich  erinnere,  hatte  die  mir  unl)ekanntc  Haupe  eine 
dem  l'fersand«'  iihnliehe  (;rranwi.isse;  Farl»c  und  auf  jedem 
Gliede  oben  vier  dentliehc  dunkle  Punkte,  wie  hei  ihrer 
Gattung  ccwtihnlich  gestellt.  Sie  ging  mir  bald  zu  Grunde 
und  kaim  ich  daher  nur  vermuthen,  dass  sie  Elymi  ange- 
hörte. Spätere  Nachforsehungen  blieben  bisher  ohne  Erfolg. 
.Vnch  habe  ich  an  dem  Klymus  nie  Kaupenfrass,  selbst  nicht 
bei  sorgfältiger  rntcrsuehung.  bemerken  können,  und  scheint 
es  mir  (Ibcrhauj)t  norh  fraglich,  ob  die  Haupe  der  Elymi 
von  Elymus  lebe.  Der  Fundort  ist  weit  und  mir  ungelegen; 
daher  ein  öfteres  r.i  >u(  Iien  desselben  nicht  tbunlich. 

Bathyerga  Boie    I.eucania  IL  Seh.) 

Hoie'8  Beschreibung  derselben  in  der  Isis  kenne  ich 
nur  aus  Citaten  und  schliessc  aus  diesen,  dass  ihre  Lebens- 
weise noch  keineswegs  hinreichend  bekannt,  und  sie  noch 
von  Wenigen  selbst  beobachtet  sei.  IL -Seh.  erwähnt  der 
Haupe  gar  nicht.  Lederer  (die  Xoetuinen  Europ.  S.  125) 
sagt,  dass  hie  an  den  Wurzeln  des  Schilfes  lebe.  .Sonstige 
Beschreibungen  und  Notizen  sind  mir  nicht  bekannt  Daher 
mögen  einige  Bemerkungen  Über  dieselbe  hier  nicht  Ubcr- 
tlUssig  sein. 

Die  grosso,  tleischfarl)ige  cossiden-artige  Raupe  findet 
sich  in  (nicht  an)  den  Wurzeln  des  gemeinen  Rohrs  (Phrag- 
mitcs  communis  I  und  zwar  an  solchen  Stellen,  wo  dieses 
ausserhalb  des  Wassers  sehr  üppig  steht.  Im  Mai  und  Juni 
erhält  man  die  noeh  junge  Raupe,  indem  man  die  bewohn- 
ten Halme  aufzuziehen  versiieht.  Dieser  reisst  alsdann  ein 
wenig  unter  der  (»berlläche  der  P'rde  und  an  der  Stelle  ab. 
wo  die  Raupe  sieh  in  denselben  kurz  vorher  eingenagt  hatte. 
Da  sie  zuerst  nach  oben  frisst,  so  hat  man  sie  meist  unten 
in  dem  aufgeris.senen  Wur/eltheilc.  Sucht  man  die  Raupe 
aber  ctw.'is  später  auf,  so  bleibt  sie  oben  in  dem  in  der 
Erile  zurliekgebliebenen  Wurzelfheile.  Vor  dem  Einnagon 
in  diesen  Hahn  hatte  sie  schon  in  anderen  Halmen  gel(l)t, 
uuil  zwar  in  der  ersten  .lugend  von  den  nahe  über  <ler 
Erde  befindlichen  Theilen  derselben,  später  aber  von  denen 
in  der  Gegend  des  Wnrzelstocks.     Bleibt  sie  ungestört,  so 


364 

geht  sie  allmälich  von  diesem  in  die  eigentliche  Wurzel  nnd 
immer  tiefer  in  dieselbe,  die  ganze  Wurzel  bis  auf  die 
äussere,  stets  unverletzte  Haut  derselben  zu  Späbnen  zer- 
nagend, bis  sie  (im  Juli)  ihre  volle  Grösse  erreicht  hat. 
Alsdann  geht  sie  wieder  höher  und  zwar  an  die  Oberfläche 
des  Bodens,  wo  sie  sich  zwischen  liegenden  Rohrthcilen,  iu 
einem  hohlen  Stengel,  oder  oberflächlich  in  der  Erde  in 
einem  leicht  oder  gar  nicht  versponnenem  Lager  zur  glän- 
zend gelbbraunen  Puppe  verwandelt.  Die  von  dieser  Raupe 
bewohnten  Halme  erkennt  man  leicht,  da  sie  kleiner  sind 
als  die  gesunden  und  vom  Boden  an  vertrocknet  erscheinen. 
Sie  ist  an  den  beschränkten  Fundorten  in  trockenen  Jahren 
oft  nicht  selten,  doch  erwachsen  immer  nur  recht  schwierig 
zu  erlangen ;  denn  dazu  ist  noch  eine  grosse  und  recht 
schmutzige  Arbeit  nöthig,  die  auch  am  Ende  vergebens  sein 
kann,  weil  die  Raupe  schon  aus  der  Wurzel  fort  ist,  oder 
man  ihre  Spur  verliert.  Dieses  Geschäft  ist  nur  mit  einem 
Grabinstrumente  auszuführen,  mit  welchem  man  vorsichtig 
so  um  die  betreffende  Wurzel  gräbt,  dass  man  diese  nicht 
verletzt  und  doch  zu  Gesichte  behält.  Stösst  man  die  sehr 
leicht  zerbrechliche  Wurzel  mit  weg,  so  findet  man  sie  oft 
nicht  wieder,  oder  verfolgt  eine  falsche.  Je  weiter  erwach- 
sen die  Raupe  und  je  höher  der  Boden  über  dem  Niveau 
des  Wassers,  um  so  tiefer  findet  man  sie,  im  AUgraeinen 
mitunter  erst  in  einer  Tiefe  von  3 — 4  Fuss.  Der  Regel 
nach  hat  sie  einen  ferneren  Wechsel  der  Pflanze  nicht  nöthig, 
da  eine  solche,  oben  meist  schon  daumensdicke,  mit  der 
Tiefe  noch  zunehmende  Rohrwurzel,  die  sich  im  Roden  viel- 
fältig verzweigt  und  mit  andern  netzförmig  verbindet ,  ge- 
wissermassen  endlos  ist  und  also  hinreichende  Nahrung 
bietet.  Zur  Ernährung  in  Specie  müssen  ihr  jedoch  nur 
gewisse  Theile  der  Wurzel  dienen,  da  sie  die  ganze  Masse 
derselben  anscheinend  nur  zernagt  hat,  so  dass  man  die 
zurückgebliebene  äussere  Wurzelhaut  hinter  ihr  von  Spänen 
voll  findet  und  darunter  von  ihrem  Kothe  nur  ein  geringes 
Quantum.  Die  Zucht  aus  den  jüngeren  Raupen  ist  schwie- 
rig, weil  sie  sich  einen  Theils  morden,  und  anderen  Theils 
die  isolirten  meist  auch  bei  guter  Pflege  dennoch  nicht  ge- 
deihen. Im  letzten  Herbste,  wo  diese  Art  häufiger  als  sonst 
war,  erhielt  ich  auch  zufällig  zwei  Eier  derselben.  Ein  am 
Abende  gefangenes  und  am  andern  Morgen  nicht  völlig  todt 
befundenes  $  setzte  in  dem  Momente,  als  ich  ihm  eine  ver- 
giftete Nadel  in  die  Brust  stach,  diese  ab.  Sie  sind  ver- 
hältnissmässig  klein,  rund,  anfangs  waren  beide  weiss,  spä- 
ter wurde  das  eine  gelblich.  Aus  dem  weissgebliebenen  Ei 
entwickelte  sich  am  25,  April  d,  J.  das  ßäupchen^  welches 


866 

ilnrch  den  grossen,  nind  vorraprnden  Kopf,  dnrch  Form  and 
Farbe  mich  bestimmt  die  Art  erkennen  liess. 

Die  perogmii  Silimettorlin^'c  erseliienen  bei  mir  t-m- 
zeln  im  Anpiist.  fipäti'^tcni»  im  September,  immer  am  Abende 
nnd  ihre  Augen  lenebtcn  alsdann  wie  die  der  S|)hinxe. 
Dratissrn  fliegt  die  stattliehc  Knie  jedoch  erst  zumeist  An- 
fangs Octohf  r  und  ist  hier  die  spHtoste  der  Sumpfenlen. 
So  lange  sie  noch  krlittig.  pfliegt  sie  Abends  hei  nicht  zu 
kalter  Lut't  ungemein  schnell  und  gewandt,  und  ist  alsdann 
sehr  «»ehwer  zu  fani:en.  Am  Tage  findet  man  sie  am  Auf- 
enthaltsort«' mitunter  wnhlerhaltcn  untm  an  den  Ilalnjcn  frei 
pitzend,  oder  am  Hcflen  vorsti-ekt,  auch  bei  stiller  \a\\\  oben 
an  der  rnterseitc  der  grllnen  Hohrblattor  u.  s.  w.  Finzcin 
klopfte  ich  sie  sogar  am  Kandc  eines  Oehrdzes  von  Bäumen, 
einige  Male  sehr  weit  von  allem  Rohr,  woraus  ich  schliesse, 
dass  sie  verm(>ge  ihres  kräftigen  Fluges  weit  umher  streicht. 

Der  Schmetttrling  weicht  mannigfaltig  in  (irössc  und 
Farbe,  weniirer  in  «ier  Zeielinung  ab.  So  erhielt  ich  vor 
ein  paar  Jahren  durch  Klopfen  von  einer  Huchc  eine  grosse, 
fast  wie  Tvph.'ie  .  gefärbte,  mir  ganz  fremd  erscheinendo 
Fule,  die  ich  heim  Nachschlagen  ohne  Bedenken  fllr  Zolli- 
koteri  nahm.  Jetzt,  nachdem  ich  im  letzten  Herbste  viele 
Bathyerga  nnd  verschiedene  Varietäten  derselben  vor  mir 
hatte,  glaube  ich  fast,  dass  meine  vermeintliche  Zollikoferi 
nichts  Anderes  als  eine  besondere  \arietät  der  Bathyerga 
sei.  DasM  sie  eine  Zollikoferi  nicht  sei,  mus«  ich  um  so 
mehr  vermnthen,  als  Systematiker  wie  II.  Seh.  und  Leilerer 
diese  von  Bathyerga  ziemlich  entfernt  stellen,  während  ich. 
nach  meinem  Fxpl.  zu  nrtheilen.  es  unzweifelhaft  fand,  dass 
beide  auf  einander  folgen  mllssten.  Der  Raupe  nach  steht 
Bathyerga  nnter  mir  bekanntcji  einzig  da,  passt  gar  nicht 
zum  rienus  Leueania,  wohin  sie  H.-Seh.  stellt,  viel  besser 
auch  nicht  zu  IMirap-mitidis,  mit  welcher  sie  hei  Lederer  daH 
Gcnos  Calamia  bildet. 

Nexa  (Nonagria  O.Tr.  —  II-ScL) 
Fluxa      —         —     Leueania  II.  Seh  I 

Ucber  die  ersten  Stände  beider  findet  sich  hei  Tr. 
(X.  2.  05.  nnd  07.)  Nachricht  v<»n  Moritz.  Ans  allem,  wt« 
derselbe  dort  sagt,  geht  hervor,  dass  er  die  Puppen  beider, 
wahrscheinlich  aber  nur  von  einer  die  Raupe  pehabt.  welche 
er  als  zu  Fluxa  gehörig  (.S.  Oö.)  beschreibt.  Diese  Beschrei- 
bung aber  stimmt  in  allen  wesentlichen  Funkten  so  genau 
zar  charakteristisch  ausgezeichneten  Ncia  Raupe .  dass  eine 


366 

Verwechselung  offenbar.  Die  Raupe  ist  gut  und  hinreichend 
dort  beschrieben  und  brauche  ich  nur  auf  den  Irrthum  auf- 
merksam zu  machen,  dass  dieselbe  nicht  zu  Fluxa,  sondern 
zu  Nexa  gehört.  Diese  von  mir  mehrfach  gezogene  Raupe 
zeichnet  sich  besonders  durch  den  rothen,  dunkelfleischfar- 
bigen Rücken  aus,  verwandelt  sich  im  Freien  allerdings  auch 
oben  zwischen  den  Herbstblättern  der  Futterpflanze,  wie 
Moritz  angiebt,  doch  scheint  dies  mehr  ausnahmsweise  und 
zwar  nur  dann  der  Fall  zu  sein,  wenn  der  Boden  sehr 
feucht  oder  mit  Wasser  bedeckt  ist;  sonst  geschieht  die 
Verwandlung  in  der  Regel  am  Boden  zwischen  alten  Blät- 
tern, Halmen  und  d.  gl.  —  wo  die  Puppe  sehr  schwer  zu 
finden  ist.  Ich  traf  die  Raupe  nur  in  den  groben  Carex- 
Arten  und  bisher  an  einem  einzigen  Orte,  wo  solche  Ried- 
gräser massenweise  und  kräftig  zwischen  ausgehendem, 
schwachem  Rohre  stehen.  Au  manchen  anderen  ziemlich 
ähnlichen,  meist  aber  doch  mehr  nassen  Lokalitäten,  suchte 
ich  diese  Species  vergeblich.  Es  müssen  diesen  Arten  die 
speciellen  Bedingungen  zur  Existenz  dieser  Raupen  fehlen, 
da  der  Schmetterling  ganz  geeignet  ist,  sich  durch  den  Flug 
dorthin  zu  verbreiten.  Dieser  fliegt  zumeist  Ende  August 
und  Anfangs  September,  einzeln  jedoch  bis  gegen  den  Oc- 
tober  hin.  Doch  sieht  man  nur  die  c/"  Abends  und  zwar 
sehr  unruhig  und  schnell  fliegen.  Sie  kommen  alsdann  früher 
als  alle  andern  mir  bekannten  Abendschmetterlinge  zum 
Vorscheine,  einzeln  schon,  wenn  die  Sonne  noch  am  Him- 
mel steht.  Ist  die  Dämmerung  so  weit  eingetreten,  dass 
allgemein  der  Abendfalterflug  beginnt,  so  sieht  man  Nexa 
fast  nicht  mehr.  Sie  kommen  zu  ihrem  Abendfluge  wie  ge- 
blendet oder  schlaftrunken  aus  dem  Rohre  und  den  Gräsern 
langsam  hervor  und  lassen  sich  in  diesem  Momente,  be- 
günstigt vom  Lichte.,  erhaschen,  sind  sie  aber  erst  völlig  im 
Fluge,  so  ist  der  Fang  sehr  schwer.  Das  ?  verhält  sich  in 
dieser  Zeit  ganz  passiv,  wie  dies  bei  manchen  andern 
Species  ebenfalls  vorkommt.  Wann  die  9  fliegen,  um  die 
Eier  abzusetzen,  ist  mir  nicht  bekannt,  ob  später,  in  der 
Nacht  oder  vielleicht  in  der  Morgendämmerung  —  ?  Das  $ 
von  Xexa  fand  ich  Abends  nur  ein  Paar  Mal,  indem  ich 
den  Ort,  an  welchem  ich  cT  im  Fluge  verweilen  sah,  spe- 
ciell  untersuchte,  und  jedesmal  niedrig  am  Halme  sitzend 
und  in  copula.  Bei  einem  gezogenen  und  nicht  völlig  ge- 
tödteten  $,  das  ich  hier  ansteckte,  fing  ich  einige  Male 
mehrere  d,  meistens  aber  sind  die  gefangenen  Expl.  be- 
schädigt. 

Fluxa   fliegt   hier   an  demselben  Orte  mit  Xexa,    doch 
auch    an    mehreren    anderen  Stellen    auf  trockenen  Wiesen, 


m 

biebei  aber  immci  6cltcD.  Die  (f  fliegen  weist  recht  nmih 
ter  Über  dcD  Bo<J«-n  bin,  die  9  aber  pitzeu  alsdann  ruhi^-  an 
eioero  ilaluic,  Diancbmai  luit  den  FlUgolo  scbla^'end;  doch 
fliegen  »ie  auch  etuau.  (iezogcn  habe  ich  diese  Specieg 
noch  nicht,  glaube  aber  doch  ihre  Ilaupe  zu  kennen,  da  ich 
zweimal  eine  mir  unbekannte  Kaup<-  traf,  die  allem  An- 
scheine nach  nur  dieser  SjuTies  ang«büre:i  k<»nnte.  Die 
eine  fand  ich  ^'leieli/.eiti^'  mit  Kaupeu  der  Nein,  die  andere 
im  \ergan;:»'Ui  n  Jahre,  später  al«  ich  vi.n  Nexa  die  I'uppea 
suchen  wollte.  I)eide  an  eben  demselben  (jrtc  und  wie  Nexa 
unten  in  rarex-ilalmen.  aber  in  einer  anderen,  »chwächerco 
Art  mit  rundliehem  Halme.  Kiue  von  diesen  ging  verloren, 
die  andere  starb.  An  «ich  war  dieselbe  von  der  Nexa 
Kanpr  •<elir  verschieden  und,  »u  viel  mir  im  Ctediichlniss  ist, 
Mass  ^'rlMieh  xon  Farbe,  hatte  ein  starkes  Nacken-  und 
Afti-rsebild  und  auf  dem  Klicken  dunkle  Wiirzcheo. 

Neurica   i  Nonagria  U.-Tr.    -    11.   .^chj 

Neurica  kommt  hier  in  zwei  Formen  vor,  von  denen 
ich  die  eine,  welche  llubner  3bl  abliildet,  als  Varielüt,  die 
andere  von  11  -Seh.  .".17  und  .">4>^  abgebildete  dagegen  als 
Stammart  angesehen  und  versandt  liabe.  Ubpleieh  beide 
eine  grosse  Aehnliehkeit  unter  sich  haben,  so  sind  sie  doeb 
wieder  in  mancher  Hinsicht  beständig  und  so  verschieden, 
dass  ich  z.  IJ.  nie  über  ein  Expl.  im  Zweifel  bin,  welcher  von 
beiden  Formen  es  angehöre.  Heide  Formen  \ariiren  z^^ar  in  der 
Farbe  beträehtlich  unter  sieh  und  in  ähnlicher  Weise,  doch 
erstere  lange  nicht  in  dem  Grade  und  der  Häufigkeit  wie  letz- 
lere. (Irösse,  Form  der  P'lUgel  und  Zeichnungsanlage  sind  im 
Allgemeinen  fast  glcieh.  Die  Ver»chicdeüheiten  beider  beru- 
hen auch  weniger  auf  Farbe  und  Zeichnung  als  vielmehr  auf 
dem  viel  schwächeren  Hau  <les  Kiirpers  bei  gleicher  I^nge  der- 
scltten  und  gleicher  FlUgelgr<.»se  der  erstercn  ( Hllbnersehcu) 
im  \'ergleiche  zur  robusteren  iH.  %Sch. sehen'  Art,  wa.*«  bei 
lebenden  Kxpl.  noch  sehärler  hervortritt,  als  bei  getr<'ikuc- 
ten.  Erstere  Form  hat  einen  weissgesäumten  llaUkragca, 
letztere  einen  einfarbigen.  Die  FlUgel  erseheiuea  bei  cr- 
fttercr  breiter,  die  Grundfarbe  der  vorderen  ist  bei  ihr  ge- 
wöhnlich gelblich  schilfrohrfarbig,  bei  letzterer  Form  über- 
haupt dunkler  —  graulich,  bräunlich,  röthli*  h  und  gellilirh 
in     stäikeren    Abhtufungen.       Hei    den    Männtbcn    h<  '- 

findet    sieh    auch    noch    der  ruterseho  »1.    «j.tsh    der 
Längs.HlreitVn    in    der  .Mitte    des  VurdertlUgeU    bei    ersurcr 
Art    viel    schwächer    ist^    nod  die  Makeln  in  ihm  durch  ein 
Paar    weisse  Funkte    nur    unten    ange<lentet  «tiod,    während 


368 

bei  der  zweiten  Art  dieser  Längsscliatten  stärker,  und  die 
Nierenmakel  meistens  ganz  sichtbar  ist.  Ferner  zeichnet 
sich  die  Unterseite  der  letzteren  Form  durch  einen  scharfen 
und  beständigen  Mittelmond  auf  allen  Flügeln,  sowie  durch 
einige  Kandzeichnung  vor  der  ersten  aus,  die  ausser  der 
Bogenlinie  hier  keine  Zeichnung  führt.  Erstere  Art  erscheint 
nur  3 — 4  Wochen  früher  als  letztere  und  fliegt  an  meh- 
reren Orten  Abends  am  Rohre  einzeln,  wenn  auch  stellen- 
weise nicht  eben  selten,  während  die  andere  nur  an  zwei 
sich  nahe  gelegenen  Stellen  zu  finden  und  hier  als  Raupe 
mit  der  von  Paludicola  zusammen  meist  häufig  vorhanden 
ist.  Doch  hat  ihre  Zahl  sich  dort  in  letzter  Zeit  alljährlich 
vermindert,  während  erstere  Form  sich  in  gleichem  Ver- 
hältnisse vermehrt  und  verbreitet  zu  haben  scheint.  Auch 
ist  ihr  Flug  wesentlich  verschieden.  Während  die  erste 
Art  leicht  und  langsamer  fliegt,  schiesst  die  andere  mit 
kräftigeren  Flügelschlägen,  fast  wie  Paludicola  und  Nexa 
dahin.  Die  H.  Seh. 'sehe  Form  habe  ich  seit  Jahren  immer 
in  Mehrzahl  gezogen,  auch  über  ihre  Lebensweise,  die  im 
Wesentlichen  mit  Treitschke's  Angaben  stimmt,  in  meinem 
Nachtrage  zur  Uebersicht  Mecklenb.  Lepidop.  (Archiv  des 
Vereins  der  Freunde  der  Naturgesch.  in  Mecklenb.  Heft  V. 
S.  137  ff.)  Specielleres  mitgetheilt.  Die  Hübner'sche  Art 
dagegen  erhielt  ich  bisher  fast  nur  durch  den  Fang,  habe 
sie  überhaupt  erst  in  letzter  Zeit  genauer  beobachtet  und 
nur  einzeln  aus  der  Puppe  gezogen.  Ueber  ihre  Raupe,  die 
ich  gewMss  schon  öfter  gesehen ,  wenn  auch  noch  nicht  mit 
Sicherheit  aus  ihr  den  Schmetterling  gezogen  habe,  erinnere 
ich  nur,  dass  mir  in  ihrer  Lebensweise  und  in  ihrer  phy- 
sischen Beschaffenheit  fast  keine  Verschiedenheit  von  der 
anderen  Art  aufgefallen  ist,  als  dass  sie  beträchtlich  früher 
entwickelt  waren  und  sich  an  anderen  Fundorten  immer 
nur  einzeln  fanden.  Auch  an  2  in  den  letzten  Jahren  hier 
gefundenen  Puppen  nahm  ich  bei  genauerer  Beachtung  kei- 
nen anderen  Unterschied  Aon  der  robusteren  Art  wahr,  als 
dass  sie  etwas  dünner  und  mehr  grünlich-gelb  erschiene 
und  auch  etwas  höher  vom  Boden  (einige  Handbreit  über 
dem  Wasser)  im  Halme  lagen,  als  dies  bei  der  anderen  die 
Norm  zu  sein  pflegt.  Aus  der  einen  dieser  Puppen  ent- 
wickelte sich  sehr  spät  ein  schönes  2  erster  Art,  mit  wel- 
cher zugleich  schon  ein  cT  der  anderen  Species  auskam. 
Diesen  Zufall,  den  ich  lange  gewünscht,  benutzte  ich  zum  Ver- 
suche, ob  sich  etwa  beide  Arten  mit  einander  begatten  wür- 
den, wie  ich  immer  von  der  robusteren  Art  gesehen,  sobald 
beide  Geschlechter  zusammen  im  Behälter  waren  und  meistens 
gleich   nach    der  Entwicklung.     Aber  sie  machten,    zusam- 


369 

monfrcbraoht,  dur».hans  hierzu  keine  Miene,  ohgleich  hIc  zwei 
AbeinK'  ziisainiiKii  llattt-rlen.  liesomlcra  bestärkt  wurde  ich 
Duu  iu  meinem  (ilaiilien,  dass  beide  vertcbiedene  Speeies 
seien,  als  am  dritten  Abende  aiieb  ein  9  der  zweiten  Art 
auskrctch,  mit  welehem  das  (f  Bo^Heieh  sich  be^'attete. 

Aus  allem  diesem  glaube  ieh  mich  nun  zur  Annahme 
bercciiti^t,  dass  beide  in  Kode  stehende,  bisher  zu  Xeurica 
gezogenen  Arten,  zwei  versehiedenc  Speeies  seien, 
auch  wenn  bei  genauerer  Intersuebung  ihre  liaupcn  und 
l'unpen  eine  sulehe  Versebiedenheit  hicbtbar  nieht  nach- 
weisen sollten.  Ikr  Name  Neuriea  niuss  der  älteren  Ilüb- 
ner'schen  Art  verbleiben,  die  andere  Il.-Sch.schc  aber  somit 
einen  neuen  haben.  Weil  diese  tiefer  im  Kohre,  mehr  im 
Dickicht  desselben,  M)rkoiiin)t  nenne  ieh  sie  —  Arundineta. 
HUbner's  Abbildung  kann  ieh  angenlilieklieh  nicht  vergleichen, 
habe  sie  nur  einmal  Irülicr  gesehen  und  erinnere  mich  nur  in 
ihr  meine  erste  .Art  erkannt  /n  haben.  II. -Seh 's  gi-Iungene 
liilder  gehören  entschiedeu  meiner  zweiten  Art  —  .Arundi- 
neta  —  an.  Derselbe  nennt  in  seiner  Öygt.  Rearb.  d.  Sehmctt. 
V.  Kuropa  (I5d.  II.  S.  244,  Xo.  18G)  die  IlUbn.  Figur  im 
.l'mriss  ganz  verfehlt,  VorderUllgel  viel  zu  hreif  vi<'Ileieht 
nur  im  Vergleich  mit  seiner  Art,  meine  Arundineta,  ist  zutref- 
fend. Neurica  llllbn.  hat  nW  in  Wirklichkeit  breitere  Vor- 
derflUgel  und  weicht  auch  im  l'niriss  derselben  manchmal 
von  Arundineta  ab.  Xaehdcm  ich  11, -Seh.  Non  beiden  Ar- 
ten gesandt,  erklärte  dieser  Autor  »ich  sogleich  mit  mir 
darin  einverstanden,  dass  beide  verschiedene  Speeies  seien 
und  erkannte  in  der  ersten  Art  das  ZutretVende  mit  dem 
llllbn.  liilde.  Von  l)eiden  habe  ich  seit  Jahren  versandt, 
die  Arundineta  in  bedeutender  .\nzahl  und  werden  sich  da- 
her in  vielen  Sannnlungen  von  diesen  S|)ecies  fniden.  Wer 
nur  die  eine  .\rt  besitzt,  m'ichte  in  Zweil'el  »ein,  welche  von 
beiden  er  habe.  Dem  genllge  die  Bemerkung,  dass  ein 
deutlicher  Mittelmond  auf  der  rnterseite  eines  jeden  Flllgels 
ein  C'riterium  tllr  Arundineta,  während  Neuriea  hier  stet« 
zeichnungslos  ist.  l  eher  die  ersten  Stän<ie  werde  ich 
nächstens  wietler  Cielegenheit  haben,  weitere  Hetd)achtungcn 
anstellen  zu  kennen,  und  würde  ich  insbesondere  später 
nicht  versäumen,  beiden  Arten  wieder  (Iclegenheit  zur  ge- 
genseitigen Begattung  zu  geben,  falls  es  mir  auf  irgend 
eine  Weise  gelingen  sollte,  beide  Spccies  gleichzeitig  zur 
Eutwickt^lung  zu  bringen. 

Neurica  wurde  meines  Wissens  früher  nur  von  Hess 
bei  Darmstadt  get'unden,  und  einzelne  noch  vun  ihm  stam- 
mende Kxpl.,  die  ich  gesehen,  gehören  meiner  ersten  Art 
an.     Ob  Arundineta  auch  dort   oder  überhaupt  s-mst  irgend 


370 

wo  noch  gefiindeu  wurde,  ist  mir  nicht  bekannt.  Wohl 
aber  weiss  ich,  dass  ein  dieser  Art  ebenfalls  sehr  nahe 
stehender,  früher  auch  zu  Neurica  gezogener,  von  neueren 
Schriftstellern  aber  von  ihr  getrennter  und  Hessii  benannter 
Schmetterling,  ebenfalls  nur  dort  beobachtet  wurde.  Der- 
selbe soll  auch  mit  Neurica  gleiche  Lebensweise  haben; 
ob  aber  dieses  auch  namentlich  für  die  physischen  Merk- 
male der  Raupe  gilt,  habe  ich  nicht  in  Erfahrung  bringen 
können.  Genauere  Angaben  hierüber  wären  hier  vom  höch- 
sten Interesse.  In  hiesiger  Gegend  habe  ich  diese  Art  noch 
nicht  beobachtet,  den  Schmetterling  auch  nur  in  2 — 3  alten 
Expl.  selbst  gesehen.  Zwischen  ihr  und  Neurica  steht 
Arundiueta  in  der  Mitte,  wirkliche  Uebergänge  von  der  einen 
zur  andern  sah  ich  nie ,  wie  sie  Treitschke  wahrgenommen 
haben  will.  Vielleicht  sah  er  alle  3  Species  und  wurde 
durch  Arundiueta  zu  jener  Annahme  verleitet. 

Verbasci  j 

Scrophulariae      Cucullia  O.-Tr.  —  Il.-Sch. 

Thapsiphaga     ^ 

Wenngleich  diese  drei  sicheren  Arten  weit  verbreitet 
und  bekannt  sind,  ihre  Artrechte  gegenwärtig  auch  von  kei- 
nem Schriftsteller  in  Zweifel  gezogen  werden,  so  sind  dennoch 
diese  gegen  mich  verschiedentlich  ausgesprochen.  Dieses, 
besonders  aber  die  Unklarheit  und  Verwirrung,  welche  noch 
über  sie  und  die  ihnen  sehr  nahe  stehenden  oder  zweifel- 
haften Species  herrschen  (S.  H.-Sch.  II.  S.  312  u.  VI.  S.58 
—  Lederer  Noct.  Eiirop.  S.  228)  veranlassen  mich  zu  eini- 
gen Bemerkungen  über  dieselben,  da  unter  solchen  Um- 
ständen auch  jeder  geringe  Beitrag  von  Nutzen  sein  kann. 
Es  kommen  nämlich  aus  dieser  Gruppe  der  CucuUien  nur 
diese  3  Species  bei  Wismar  vor.  Sie  sind  aber  von  mir 
öfter  und  in  grösserer  Anzahl  gezogen,  und  in  allen  Stän- 
den beobachtet  worden.  Scrophulariae  ist  hier  die  häufigste 
und  verbreitetste ,  Verbasci  die  seltenste  und  vielleicht 
eine  mehr  südliche  Art.  Die  Raupe  ersterer  findet  sich  auf 
Scrophularia  selten,  vielleicht  nur,  weil  auch  diese  Pflanze 
hier  nicht  häufig  ist,  öfter  auf  Verbascum  thapsus,  bei 
weitem  am  häufigsten  aber  auf  Verb,  nigriim  und  variirt 
sehr  in  Farbe  und  Zeichnung,  während  dieses  bei  den  bei- 
den anderen  Species  in  kaum  merklichem  Grade  der  Fall 
ist.  Die  Scrophulariae  mag  daher  hauptsächlich  Sammler, 
die  nur  sie  fanden,  verleitet  haben,  in  ihren  Varietäten  Ar- 
ten zu  erblicken,  so  dass  sie  sich  alsdann  theils  vergeblich 
abmüheten,    die    aus    ihnen   entwickelen  Schmetterlinge  als 


m 

vcrscbicdcn  anzuorkonncii ,  thcil«  aber  aurli  neue  Sptcie« 
in  ihnen  verrnntlieton  <»(l.r  als  solche  aufstellton.  Die  (irund- 
farbe  dieser  Hanpe  weirht  auch  narh  ihrer  Nalirnn;;  repel- 
jiiässi;;  ab.  So  ist  dieselbe,  wenn  hie  auf  der  Stropliularia 
Iiltt.  bi'inahc  weiss  oder  bliiulirh,  auf  Verb.  Ni^ruin  aber 
mehr  oder  weniircr  ^Tllnlich  ^'elb.  Die  Haupe  der  Verbasoi 
und  Tliapsi|iha{,'a  fand  ich  nur  anf  Verb.  'I'hansus,  das  hier 
auf  ihr  l'.racho  tinos  binachbartcn  (Jutrs  mit  Irichtort'in  Bo- 
den alljährlich  meist  in  .M(  ngi*  wUeliht.  l'cber  die  Sehmet- 
terlin^je  dieser  '\  Species  existiren  j^enllgcude  Beschroibnn- 
j^'eu  und  Abbilduni,'en.  und  bemerke  ieh  llbi'r  sie  hier  nur, 
das.s  sie  von  linem  pellbton  Auge  immer  und  sicher  zu  nn- 
terschcidcn  sind.  Ihre  Kaupen,  welche  die  Arton  noch  be- 
sonders ft^tstcllen,  sind  /war  auch  von  Tr.  kenntlich  be- 
sehrieben, doch  mr.grn  folirt-nde  dia^no.^^tischen  Liitersi-hiede 
derselben  hier  Manchem  Avillkfinimcn  sein. 

Die  Raupe  der  Thapsiph.iga  ist  von  den  beiden  ande- 
ren reeht  aopenfällig  \ersebieden  und  daher  nicht  mit  ihnen 
/n  verwechseln.  Die  gleiehmiissig  blas.«Jjrrüne  (Irundfarbe  des 
Körpers,  auf  welcher  man  nur  bei  genauer  IW  trachtung 
drei  ein  wenig  schärfer  gelbe  Linien  —  eine  niittb  re,  an- 
sehnlich breite  und  schön  gelbfarbige,  und  zwei  seitliche, 
schmale,  mattergelbe  und  viele  kleine  dunkle  Punkte  und 
Strichelchen  bemerkt,  zeichnet  sie  hinreichend  vor  den  an- 
deren, auch  imnier  noch  vor  der  zeichnnngsloscn.  blassen 
Varietiit  dir  Seiuphulariac  aus.  Verba^ci  und  Scropbulariae 
haben,  oberflächlich  betrachtet,  allerdings  .Vehnliehkeit  mitein- 
ander, in  Wirklichkeil  alxr  sind  sie  hinreicliend  verschie- 
den. Die  etwas  grössere  \  erbasci  hat  einen  kleineren  Kopf 
als  Scrophulariac,  der  auf  heller  gelbem  (Jrunde  in  seiner 
Mitte  eine  unten  offene  feine  schwarze  Triangelzeichnung 
hat ,  Über  welcher  seitwilrts  zwei  schwarze  Tnnktc  und  un- 
ter demselben  ein  dii  kcr  kurzer  (inerstrich  stehen,  si»  das» 
fast  die  Zeirhnr.ng  eines  Menschengesiehts  herauskommt. 
.\m  lliiiterliHUpte  tindet  sich  noch  Jeilerseit«;  ein  grösserer 
schwarzer  Fleck.  Seropliulariae  dagegen  ist  auf  dem  gel- 
beren Kopfe  nur  durch  mehnre  kleine  dunkle  Tunkte  ge- 
zeichnet. Dann  hat  Vcrbasei  eine  gelblieh  weisjie,  Scro- 
phulariac (Von  \'erb.  nigmm)  eine  «lunklere.  grüngelbliche 
(»rundfarbe  des  Kö'rpers.  Heide  tllhren  auf  den  drei  ersten 
(iliedcrn  un<l  dem  letzten  eine  »ehr  hhnlirhe .  anf  den  Übri- 
gen aber  eine  re<lit  verschiedene  Zeichnung.  Hei  Verbasci 
bleibt  sie  nnnili<h  wie  auf  dem  zweiten  und  dritten  (;iiedc 
(das  erste  macht  bei  beiden  Arten  wieder  eine  .Vnsnahmc 
von  den  Übrigen  filiedern)  bis  zum  12.  und  besteht  auf  dem 
Klicken    hauptsächlich    ans    4  grösseren  schwarzen  Klerken 


372 

auf  einem  grossen  gelben,  von  denen  die  hinteren  beiden, 
jeder  zur  Seite  des  Rückengefässes,  ein  länglicher,  quer- 
liegender ist.  Bei  der  Scrophulariae  dagegen  wird  sie  vom 
4  bis  12.  Gliede  eine  andere  dadurch,  dass  jener  Quer- 
fleck sich  hier  sehr  verlängert,  nach  vorne  biegt  und  in 
der  Seite  mit  einem  Punkte  stumpf  endigt.  Da  diese  bei- 
den seitlichen  Zeichnungen  an  der  Dorsallinie  meistens  zu- 
sammenhängen, so  erscheint  das  Ganze  als  ein  quer  über 
dem  Rücken  gehender,  geschwungener  schwarzer  Halbgür- 
tel in  der  Mitte  eines  jeden  dieser  Glieder,  der  hinten  einen 
grossen  gelben  Fleck  begrenzt  und  vor  sich  in  diesem  je- 
derseits  einen  schwarzen  Fleck  hat.  Ferner  führen  beide 
Arten  in  der  Seite  auf  jedem  Gliede  drei  im  Dreieck  ste- 
hende grössere  schwarze  Punkte,  und  an  der  Aussenseite 
eines  jeden  Fusses  einen  ebensolchen,  Verbasci  ausser  die- 
sen noch  überall  feine  dunkle  Punkte  und  Querstricbelchen, 
die  der  Scrophulariae  gänzlich  fehlen. 

Die  Raupe  der  Verbasci  ist  schon  im  Juni,  spätestens 
zu  Anfange  Juli  ausgewachsen,  während  ich  die  der  Scro- 
phulariae' vor  Anfang  August  nie ,  hauptsächlich  aber  erst 
in  der  zweiten  Hälfte  dies  Monats  bis  Ende  Sept.  so  weit 
entwickelt  antraf.  Niemals  finden  sich  in  hiesiger  Gegend 
beide  gleichzeitig.  Anders  verhält  es  sich  mit  Scrophula- 
riae und  Thapsiphaga,  die  eine  ganz  gleiche  Erscheinungs- 
zeit haben.  In  der  Regel  fand  ich  alle  3  Arten  frei  auf 
den  Pflanzen  und  leicht,  nur  ausnahmsweise,  wie  Treitschke 
von  der  Thasiphaga  als  Norm  angiebt,  einzelne  Expl.  von 
ihnen  in  der  Nähe  der  Futterpflanze  oder  unter  den  Blät- 
tern derselben  versteckt. 

Die  Entwickelung  der  Schmetterlinge  erfolgt  im  näch- 
sten Jahre,  von  Verbasci  schon  zu  Ende  April  bis  Mitte 
Mai,  bei  Scrophulariae  und  Thapsiphaga  aber  erst  von  der 
Mitte  Juni  bis  gegen  Ende  Juli.  Von  allen,  besonders  letz 
teren  beiden,  liegt  aber  in  der  Regel  eine  grössere  oder 
geringere  Anzahl  Puppen  ein  und  selbst  zwei  Jahre  über 
diese  Zeit  hinaus  bis  zur  Entwickelung.  Dabei  beobachtete 
ich  durch  mehrere  Jahre,  dass  bei  Aufbewahrung  der  Pup- 
pen an  demselben  Orte,  die  einjährigen  der  Scrophulariae 
und  besonders  der  Thapsiphaga  regelmässig  erst  den  Schmet- 
terling um  die  Mitte  Juli,  die  zweijährigen  Puppen  aber 
denselben  schon  um  die  Mitte  Juni  und  die  wenigen  drei- 
jährigen ihn  meist  noch  früher  lieferten.  Ohne  Zweifel  ge- 
schieht dieses  auch  in  der  freien  Natur,  denn  man  triff't 
die  Raupen  hier  auch  vorzugsweise  in  zwei  Perioden,  ein- 
mal um  die  Mitte  August,  das  andere  Mal  una  die  Mitte 
Sept.     In  manchen  Jahren  sind  sie  zur  ersten,   in    anderen 


373 

zur  /Uiitcii  Zfit  l.'äufi^ir,  und  iili  ^^lauhe  auch  Litriu  ein 
Veili;illniss  zur  Aii/nlil  «Irr  zu  llausr  lutwickcltcii  1-  oder 
L'jalirjpiii  rnpjuii  ^^allrL:t  iioimiit'ii  zu  lialnn.  I)ic  unfrlciiLie, 
«•der  ircwisscrniassm  /NMiniali^'c  Krs(lKinuui:>/.t.Mt  dieser 
liaiipi'U  erklärt  sich  hieraiis  sehr  einlach  so.  «la.^s  die  iVll- 
iieren  die  Naehkoninicn  sind  vtiu  k^chnietterlingen  aus  liberjah- 
ri^cn  Puppen,  die  späteien  dapc^eu  von  suleheu  auH  ein 
jäliri^'en  fitamnien,  Jni  letzten  sehr  hcissen  und  trockenen 
Sonnner  fand  ich  auch  diese  Kaupen.  Avie  Niele  andere,  ^^ar 
nicht.  Die  Sclinutterlin^'c  aus  niehrjiihriL'cn  l'iipp«  n  sind 
meisten«  etwas  hiasser  \«in  Farhe,  als  die  ans  einjähri^'en. 
Kürzlich  hekaiu  ich  Ksjjer's  Werk  zur  Ansicht,  und 
hude,  dass  derselhe  Tom.  IV.  Tab.  I'XXXIX.  Xoet.  üU, 
tig.  2.  eine  Raupe  als  zu  Verbasei  j;ehüri^  abbihlet,  wel- 
ches liild  aber  nicht  diese,  sondern  die  Kaupe  vou  Sero 
phulariae  darstellt.  l>er  dazu  irehöri^'e  Sehniclterlin;,'  U'^.  I. 
ist  iinzweift  lliatt  die  richtiije  Verbasei.  leb  will  daher  aui 
diesen  Irrthuni ,  der  manchen  l'alseh  ^'eleitet  haben  ma:r. 
aufmerksam  machen. 

Ripae  (Agrotis  O.  Tr.  —  II.  Seh.) 

Darch  Hole  (Kntomol.  Zeit.  .1.  1652,  S.  384)  auf  diese 
Species  anfmorksam  gemacht,  suchte  und  fand  ich  bald  auch 
die  Haupc  derselben  hier  bei  Wismar.  leb  zog  sie  alsdann 
alliiihrlich  mit  grösserem  oder  geringerem  Erfolg,  kann  da- 
her Alh's,  was  r>oie  dort  Über  sie  sagt,  durehsehnittlich 
bestätiu'cn  und  noch  Einig«'s  hinzufügen. 

Die  Farbe  der  Kaupe  wechselt  in  etwas  je  nach  der 
(irüsse  derselben,  der  Nahrung  und  iler  Zeit.  Am  häuligsten 
fand  ich  bei  der  erwachsenen  die  (Jrundfari)e  schmutzig 
gelb  ins  Grilniiche  spielend  ndt  erd-bräunlieher  Zeichnung. 
Nach  jt'der  Hiiiitung,  die  sehr  raseli  vor  sich  geht,  erscheint 
sie  dunkler  und  schiirfer  gczc  ichnct.  verbleicht  aber  alsbald 
wiedi-r.  F.inen  ähnlichen  Farbenwechscl  zeigt  sie  nach  jeder 
.Mahlzeit,  wo  dann  der  grliiu-  1  ou  mehr  hervortritt.  Xacb- 
deiD  sie  zu  tVcssen  aofgchürt,  bis  zur  Verwandlung,  also  im 
ganzen  Winterlager,  ist  sie  blass  ledergelb.  Ich  fand  sie 
häutiger  nm  .\triple\  maritima  und  Ktimcx  maritima,  als  uro 
^alsula  Kall.  Kakile  maritima  und  amUre  IMlanzen.  einzeln 
sogar  um  l'olygonum  avieulare.  llyosevamuH  ni;rer,  .Sola- 
num ni^Tiim  u.  a.  Ks  kommt  ihr  llberlianpl  weniger 
auf  die  Art  der  .Nabrungsptianze .  als  \ieiniehr  auf  die 
BeschatTenheit  des  liodens  an .  worauf  diese  gewachsen. 
Derselbe  seheint  aus  reinem  Meersande  bestehen  zu  müssen; 
denn  ^Vlles    was   dort    wächst,    frisst  sie  am  liebsten  und  es 


374 

bekommt  ihr  am  besten.  Sobald  aber  dieselben  Pflanzen 
auf  humushaltigem  Boden  stehen,  findet  man  in  ihrer  Nähe 
keine  dieser  Raupen.  Hier  sieht  man  so  recht,  einen  wie 
grossen  Einfluss  der  Boden,  der  die  Futterpflanze  nährt,  auf 
das  Gedeihen  manclier  ßaupenarten  übt.  Ursprünglich  aus 
Unkunde  und  in  Ermangelung  des  richtigen  Futters,  später 
der  Beobachtung  wegen  nährte  ich  diese  Raupen  zum  Theil 
mit  sehr  verschiedenen  Pflanzen:  Sonchus,  Atriplex,  Leon- 
todon,  Alsine  media  n.  a.  Arten  aus  Garten  und  Feld.  Sie 
frassen  diese  mehr  oder  weniger  gerne  alle  und  schienen 
auch  dabei  zu  gedeihen;  aber  dennoch  brachte  ich  auf  diese 
Weise  keine  einzige  zur  Entwickelung,  da  sie  stets,  wenn 
nicht  früher,  doch  während  des  Winters  starben  und  schim- 
melten. Nur  die  ganz  erwachsen  eingesammelten  lieferten 
die  Eule.  Ebenso  erfolglos  waren  die  Versuche  mit  ihren 
natürlichsten  Nahrungspflanzen  Rum.  maritima,  Atripl.  mari- 
tima etc.  von  humushaltigeni,  oder  gar  fettem  Boden,  auf 
welchem  diese  Pflanzen  an  einzelnen  Stellen  des  Meerstran- 
des zuweilen  wachsen.  Dahingegen  erlangte  ich  immer  ein 
gutes  Resultat  der  Zucht  bei  der  Fütterung  mit  Pflanzen, 
die  im  reinen  Ufersaude  gewachsen,  ohne  dass  deren  Spe- 
cies  in  Betracht  zu  kommen  schienen.  Ob  ihnen  auch  etwa 
der  Salzgehalt  dieser  Äleerstrandspflanzen  zum  Gedeihen 
nöthig  ist,  konnte  ich  noch  nicht  ermitteln,  da  Pflanzen  im 
einen  Sande  hier  sonst  nirgends  vorkommen.  Ich  möchte 
dieses  aber  glauben,  da  sonst  kein  Grund  vorhanden  warum 
nicht  diese  Raupenart  auch  in  anderen  Sandgegenden  als 
am  Meeresstrande  gefunden  wurde.  Im  letzten  Jahre  wurde 
mir  nun  auch  noch  der  Umstand  klar,  warum  man  am 
Fundorte  um  manche  auch  im  Sande  stehende  schöne 
Pflanze  keine  oder  doch  nur  einzelne  Raupen  findet,  wäh- 
rend man  um  eine  andere  nahe  dabei  oder  gar  darnoben 
wachsende  von  derselben  Species,  mitunter  deren  10 — 20 
Stück  und  mehr  trift't.  Es  hat  diese  Erscheinung  wieder 
ihren  Grund  in  dem  Mitgetheilten,  dass  nämlich  diese  Rau- 
penart nur  bei  Nahrung  vom  reinsten  Sandboden  gedeiht. 
Denn  jede  der  anscheinend  im  reinen  Sande  stehenden  Pflan- 
zen, um  welche  ich  keine  Raupe  fand,  hatte  bei  näherer 
Untersuchung  in  der  Tiefe  mehr  oder  weniger  in  einer  Hu- 
musschicht, wenn  auch  nur  von  faulendem  Seetang,  Wurzel 
gefasst,  während  die  Raupen  ernährenden  Expl.  derselben 
nur  im  reinen  Sande  wurzelten.  Dazu  fressen  sie  vorzugs- 
weise die  äussersten  Spitzen  und  Zweige  der  Pflanzen,  be- 
.sonders  wenn  diese  ciederhängen,  oder  sich  über  den  Boden 
ausbreiten,  scheinbar,  weil  deren  untere  Thleile  ihnen  zu 
saftreich  sind.     Häufig  nagen  sie  auch  Theile  und  ganze 


375 

Zweiffc  der  Hlan/.cn  al)  und  arl)citcn  die  abp:ebif?scncii  wie 
ln'rabliJtii^^i'iideii  nach  Art  der  Toclteuf^rüher  tlieilweise  oder 
fraii/  imti-r  den  Saud.  Dieses  Manoiver,  das  man  draussen 
mir  an  eiiizclmii  K\|»l.  tler  I- iitterptlanze.  nami-ntlich  an 
Sals.  Kali  findet,  hat  viellrielit  einen  ludieren  Zweek ,  nüin 
lieh  den  meine  ieh.  dass  die  Kanpen  instinktmässi^  hei  zu 
fetten  oder  sat'treiehen  iMlanzen  sieh  hierdureh  dieselben  für 
die  näehsten  Abende,  wo  die  \<'iii  Stamme  ^'etrennten  I'heile 
etwas  jretrneknet.  tau^'lieher  /ubrreiti-n.  Denn  zu  Hause, 
wi»  ieh  ihnen  oft  nieht  ^aii/.  (|ualiti/.irtes  i'utter  geben  konnte, 
ist  dies  Abna^^en  eine  gewohnliehe  Krselieinuiii;  und  werden 
die  getrennten  Theile  am  näehsten  Abende  regelmässig 
zuerst  verzehrt ,  l'alls  sie  nieht  etwa  zu  troeken  geworden, 
oder  ihnen  itcsseres  Futter  vorgelegt  war.  Die  liaupe  ist 
ein  näclitliehes  Thier  ,  das  sieh  am  Tage  in  der  Nähe  der 
Futtei  pllauze  im  Sande  verborgen  hält,  nur  des  Abends  und 
Naehts  auf  Nahrung  ausgeht  und  dann  oft  aueh  ganze 
Strecken  durehwamlert.  In  allen  ihren  Bewegungen  ist  sie 
seboell  und  kräftig,  hat  ein  seharfes  (iebiss  und  wächst 
ziemlieh  rasch.  Sie  hat  im  I5au  und  der  Zeichnung  eine 
grosse  .Veliniiehkeit  mit  der  gemeinen  Kxelamationis,  von 
der  sie  sieh  nur  durch  helleres  Colorit,  und  nicht  immer 
mit  Sicherheit,  unterscheiden  lässt,  wenn  diese  sich,  wie  es 
nieiit  selten  geschieht,  mit  ihr  zusammen  findet.  Auch  in 
der  Lebensweise  hat  sie  mit  dieser  Art  vieles  gemein.  Da 
ich  diese  strenge  Auswahl  der  Nahrung  nur  bei  den  mehr 
oder  weniger  erwachsenen  Kaujien  beobachtet  habe,  so  ist 
CS  mir  /weil'elhaft,  ob  <lie  Mutter  schon  die  grosse  Filrsorge 
beim  .Absetzen  der  Hier  an  nur  so  (pialiticirte  IMlanzen 
übernimmt,  oder  ob  die  Käupchen  sich  diese  früher  oder 
später  erst  aufsuchen  müs.seu.  An  Atri|)lex  und  Kumex  sind 
sie  früher,  meistens  zu  Knde  .\ugust  bis  Mitte  Se|iteniber 
erwachsen,  an  Salsula  Kali  aber  erst  Knde  Se|>temt>er  und 
im  (Ktober,  einfaih  wohl  aus  dem  (Irunde.  weil  erstere 
IMlanzen  einen  früheren  Nerlaul  haben,  so  dass.  wcmi  diese 
bereilH  abgestorben,  die  Salsula  noch  kräftig  dasteht.  Sowie 
diese  IMlanzen  immer  nur  in  dem  vom  Meere  in  den  letzten 
Jahrt-n  ausgeworfenen  L'fersande.  bevor  derselbe  mit  einer 
Humusschicht  bedeckt  und  zu  wirklichem  angeschwemmten 
Lande  geworden  ist,  recht  eigentlich  gedeihen,  so  ist  dieses 
auch  nur  hier  mit  dieser  Raupe  der  Fall.  Jedoch  finden 
beide  sieh  nur,  wie  Hole  auch  schon  bemerkt,  an  den  hoher 
gelegenen  Stellen,  die  nur  ausnahmsweise  ^om  Meere  be- 
spült werden.  Das  Aufgucben  der  Üaupen  selbst  ist  nicht 
schwierig.  .Man  findet  sie,  indem  man  in  der  Nähe  der  au 
gefresaeueu  Ptlauzcu   im  Sande    rührt.     .Auch  ihre  Zucht  ist 


376 

uicht  so  schwierig,  wenn  man  die  nöthige  Kenntniss  ihrer 
Natur  hat  und  die  Mühe  nicht  scheut,  darnach  zu  handeln. 
Zunächst  kommt  alles  darauf  an,  dass  man  ihnen  nur  Futter 
vom  reinen  Sande  giebt;  oh  dieses  auch  nothwendig  vom 
Meeresstrande  sein  muss,  weiss  ich  noch  nicht.  Dann 
müssen  sie  in  einem  geräumigen  Behälter,  der  ein  paar  Fuss 
hoch  Ufersand  enthält,  gut  gepflegt  werden,  bis  sie  sich  alle 
tief  in  den  Sand  für  den  AVinter  eingegraben  haben.  Der 
Sand  muss  während  des  Winters  mitunter  angefeuchtet  wer- 
den und  zwar  so  viel,  dass  derselbe  unten  nie  ganz  trocken 
wird,  doch  darf  er  auch  wieder  nicht  zu  nass  gehalten  wer- 
den. Besonders  nothweudig  ist  dieses  Befeuchten  zur  Zeit 
der  Verwandlung  im  Mai,  ^^o  die  Raupen  höher  kommen 
und  sich  am  liebsten  an  der  Grenze  der  unteren  festen  und 
der  oberen  lockeren  Schichten  des  Sandes  in  einer  kleinen 
Höhle  verpuppen.  Ist  derselbe  dann  überall  trocken,  so 
stehen  die  Wände  der  Höhle  nicht,  der  Sand  überschüttet 
sie  beständig  wieder,  bis  die  Raupe  zu  Grunde  geht  oder 
eine  krüpplige  Puppe  liefert.  Im  Herbste  graben  diese 
Raupen  sich  nämlich ,  wie  ich  gesagt  und  auch  Boie  ange- 
geben, tief  in  den  Sand  und  liegen  hier  ruhig  den  Winter 
über  in  einer  kleinen  Höhle.  Sie  gehen  alsdann  so  tief  in 
den  Saud,  bis  sie  denselben  hinreichend  fest  gelagert  und 
feucht  finden.  Hatte  man  diesen  nur  locker  in  den  Behäl- 
ter geschüttet  so  mögen  sie  zum  Theil  3 — 4  Fuss  tief  ein- 
dringen (S.  Boie  1.  c.) ,  drückt  man  aber  die  unteren  Schich- 
ten fest  und  feuchtet  sie  hinreichend  an,  wie  ich  es  jetzt 
immer  thue,  so  gehen  sie  selten  tiefer  als  1 — 1V>  Fuss. 
Zur  Verwandlung  kommen  sie,  wie  gesagt,  wieder  höher, 
doch  nur  ausnahmsweise  —  wenn  der  Sand  ganz  trocken  — 
gewissermassen  verirrt,  nn  die  Oberfläche,  nehmen  aber  dann 
keine  Nahrung  mehr  vn  sich.  Bei  Beobachtung  dieser 
hauptsächlichsten  A'orsichtsmassregelu  ziehe  ich  sie  jetzt 
stets  im  Zimmer  und  mit  besserem  Erfolg,  als  wenn  ich  die 
Behälter  im  Freien  Hesse ,  wo  die  Raupen  häufig  durch  zu 
viel  Nässe  leiden.  In  den  zur  Zucht  der  Eule  bestimmten 
Kasten  lasse  ich  bis  zum  Erscheinen  derselben  Alles  unan- 
gerührt. Nimmt  man  die  Puppen  aus  dem  Sande  oder  stört 
die  Raupen  früher  noch,  so  kommen  die  meisten  um. 

Der  schiine  Schmetterling  erscheint  im  Juli  und  wird 
noch  dadurch  sehr  interessant,  dass  er  mit  Ripae  Tr.-Plübn. 
und  H.-Scli.,  der  Devillii  Pierr.  und  der  Deserticola  Eversm. 
eine  grosse  Aehnlichkeit  hat  und  doch  wieder  von  allen 
diesen,  wie  auch  diese  unter  einander  so  verschieden  ist,  dass 
es  zur  Zeit  noch  zweifelhaft  bleibt,  ob  alle  einer  Species 
angehören   und   nur   als  Lokalvarietäten  von  ihr  anzusehen, 


Ml 

(Klor  ver8cliic(ltnc  Arten  aiml.  (iewiss  nur  ist,  dass  Ki|iac 
Boic  mit  meiner  oiiis  ist.  Dieser  Schmetterling  variirt  zwar  in 
F'arbf  und  Zcitlinunf?  von  r«in  weis<hcm  CJ runde  mit  undeut 
IjcImmi  Makeln  ))\>i  /um  tlu  ilweise  ^'(dMidiem  mit  mehr  ndcr 
weni^'tr  diiitlu-Jnr  Zeielinun^-.  doch  hleiltt  er  aueh  in  den 
dunkehsten  Kxpl  von  allen  jenen  leieht  unlcrscheidhar.  Im 
Ganzen  hat  er  viel  mehr  Wtiss  als  alle  diese  Verwandten, 
wenn  aueh  die  Zcichnunpsanhi^'e  nnt  ihnen  übereinkommt, 
und  trseh«  iiit  daher  von  dir  ^^elhen  Desertieola  am  meisten 
verschieden.  Aurh  ist  er  an.<ehnlieh  ^'rösser  als  Devillii  und 
Kipae  Hüü  KöniL'>her^'.  Ikrinj:  und  andere  halten  die  hie- 
sige tllr  eine  ent.sehieden  andere  S|»i'cie8.  Der.selbe  taaftc 
sie  uaeh  deni  Namen  des  alten  Mecklenburgischen  Volks- 
stammes „Ohotritica".  Lederer  führt  alle  jene  als  zusammen- 
gehörend und  meine  als  var.  Obotritiea  Hering  auf.  H.-Sch.. 
der  durch  mich  von  ihr  die  verschiedensten  Abweiehnngen 
be^:t/t.  hat  sieh  meines  \\  i.^.sons  hicriil)er  noch  nicht  erklärt. 
Nie!  .Schuld  dieser  Meinungsverschiedeidieiten  trägt  die  noch 
nicht  bekannte  Xaturgeschichte  aller  dieser  Verwandten  und 
die  Seltenheit  derselben  in  den  Samndungcn,  dann  auch  dass 
der  Hau,  der  mit  vielen  andern  Agroti.^-.Vrten  überein  kommt, 
keinen  Anlialt  giebt.  Vielleicht  tragen  diese  Mittheilungen  zur 
weiteren  Krl'orsehung  und  zur  endlichen  Kntsehciduug  bei. 

Augur.     (Xoctua  O.-'ir.  —  11. -Seh.) 

Obgleich  diese  Art  verbreitet  und  hier  wenigstens  häu- 
fig ist  ,  so  seheint  ihre  Naturgeschichte  dennoch  nicht  hin- 
reichend bekannt.  Die  Beschreibung  ihrer  Kauj^e,  welche  Tr. 
nacbOelis.  (V.  1.  111  u.  11l?i  lielert,  lässt  mich  in  Zweifel,  ob 
sie  von  einer  wahren  Augur  entnommen  ist.  Auch  ist  ihre  Le- 
bensweise daselbst  nicht  ^nnz  richtig  angegeben.  Daher 
wird  eine  neue  Besehreibung  (iieser  mir  sehr  bekannten  I<äu- 
penart  und  ihr«'  Lebensweise  hier  nicht  übertlilssig  sein. 

Dieselbe  wird    über  1«  .   1'     Zoll  lang,    hat  einen  hell- 
bräunlichen Kopf  mit  zwei  nach   \orn  couNergirendcn  dunk 
leren  Struhen.     Dt  r  Körper  wird  vom    Iten  (iliede  an  nach 
vorne  beträchtlich  dünner,  nach    hinten   allmählig  ein  wenig 
dicker.    Die  Grundfarbe  des.selben  ist  oi)cn  dunkclziegclstein 
farbig,   unten  etwas  heller    röthlieh.     Beide  Hälften  werden 
«lureh  eine  helle  gisäumte  nnti  abge.«*et/te  Linie,  in  welcher 
die  weisslichen  Lultlöeher  stehen,    deutlieh  getrennt.     Oben 
18t  «las  erste  (ilicd  dunkler  als  «Icr  übrige  (irund    un«l  tlihrt 
ein  kleines  ebenso  gerärbtes  Naekenschil«!.    Auf  dem  vorletz 
ten  Gliede  zeigt  sich  eine  ans   zwei  kurzen,    dicken,  hinten 
zusammeDbiDgenden,  schwärzlichen  Schrägstrichen  hesteheDdc 


378 

Zeichnung,  wie  sie  sich  ähnlich  bei  manchen  anderen  Rau- 
pen: Triangulum,  Rhomboidea,  Typica  u.  a.  lindet  Auf  dem 
10.  Gliede  ist  eine  ebensolche  schwächere  vorhanden,  und 
auf  allen  übrigen  bis  zum  4.  deuten  verloschene  Schräg- 
stücke dieselbe  ebenfalls  an,  lieber  den  Rücken  läuft  eine 
feine  hellere  Längslinie  und  seitwärts  von  dieser  zeichnen 
auf  jedem  Gliede  drei  gelblichweisse,  im  Dreieck  stehende 
Pünktchen  diese  Raupe  noch  besonders  aus.  Jedoch  ist 
von  ihnen  oft  nur  das  vordere  grössere  allein  vorhanden, 
oder  deutlich  sichtbar.  Bei  einer  selteneren  sonst  ebenso 
gezeichneten  Varietät  ist  die  Grundfarbe  verloschen  moos- 
grün. 

Im  April  findet  man  sie  noch  klein  bis  halb  erwach- 
sen, immer  aber  ist  sie,  besonders  durch  die  weissen 
Punkte,  leicht  kenntlich.  Gegen  Ende  des  Mai  tritt  sie 
ihre  Verwandlung  in  der  Erde  an.  Am  Tage  hält  sie  sich 
zwischen  dürrem  Laube,  im  Moose,  hinter  loser  Rinde  der 
Baumstämme ,  in  deren  Furchen  und  Spalten  u.  s.  w.  ver- 
borgen nnd  ersteigt  Abends  mit  Leichtigkeit  verschiedene 
Gesträuche  und  Bäume,  deren  Knospen  und  junge  Blätter 
ihre  liebste  Nahrung  sind.  Am  häufigsten  fand  ich  sie  an 
jungen  Erlen,  Pappeln  und  Weiden.  Niedere  Pflanzen  frisst 
sie  zwar  im  ersten  Frühlinge,  später  nur  im  äussersten 
Nothfalle.  Sie  ist  sehr  kräftig  und  schnell  und  kann  sich 
nach  Art  der  Riudenraupen  in  verhältnissmässig  engem  Räu- 
me, platt  und  zusammengedrückt  erscheinend  verbergen. 

Der  Schmetterling  erscheint  im  Juni,  auch  noch  im  Juli, 
und  hält  sich  gleichfalls  am  Tage  sehr  versteckt. 

Nigricans  (Mamestra  O.-Tr.  —  Abjecta  (Polia  H.-Sch.) 

Die  noch  unbekannte  Raupe  dieser  Art  fand  ich  ein- 
zelne Male  und  zog  aus  ihr  den  Schmetterling.  Ich  habe 
aber  von  ihr  keine  Beschreibung  genommen ,  auch  keine 
ausgeblasen  und  suchte  sie  in  dieser  Zeit  vergebens.  Daher 
kann  ich  nur  so  viel  über  sie  sagen,  dass  sie  eine  dunkle, 
schmutzige  Farbe,  Wärzchen  auf  dem  Körper,  ein  scharfes 
Gebiss,  und  wenn  ich  nicht  irre,  ein  dunkles  Nacken-  und 
Afterschild  besitzt,  und  dass  sie  mehr  oder  weniger  Aehn« 
lichkeit  mit  der  Raupe  von  der  gemeinen  Polyodon  hat. 
Sie  lebt  im  Mai  bis  Mitte  Juni  an  Graswurzeln,  verwandelt 
sich  in  der  Erde  und  liefert  die  Eule  im  Juli,  die  sich  hier 
nicht  eben  selten,  doch  meistens  nur  beschädigt  findet.  Die- 
selbe hält  sich  am  Tage  sehr  versteckt.  In  der  Farbe  va- 
riirt  sie  häufig.  Die  Raupe  fand  ich  durch  Aufziehen  von 
Gras  an  Chausseen  und  Wegen,  auch  unter  Steinen. 


37« 

Ophiof;rainma    lApanica  O.  Tr.  —  Polia  II.  Seh. i 

Die  ehcntalls  noch  iinhfschriibcnc  Ilaupc  dioser  Eule, 
die  ieh  ;:era(l«'  in  oinicri'u  lehendfii  Kxpl.  vor  mir  habe, 
wird  etwa  einen  /oll  lan^'.  ist  nach  vorn  und  hinten  etwas 
verdünnt,  hat  einen  kleinen  trliinzenden ,  hellhraumn  Kopf 
und  ein  dunkelhraunes  Naeken-  und  Aftersehild.  Mit  blossen 
Anpen  betrachtet,  erseheint  di»*  ( »bcrseite  des  Körpers  gleich- 
mässii:  selnnutzij:  Heisehtarlun.  durch  die  I.oupc  aber  sieht 
man  aut  derst  Iben  im  HUckenli-lde  I,  wie  gewühnlieh  ge- 
stellte, sehr  kleine  Wär/ehen  und  .">  4  ebensohlu'  um  die 
Lnftlöeher.  aut  welehen  allen  ein  feines  llärehcn  steht.  Die 
Unterseite  ist  heller  als  die  obere         schmutzig  weiss. 

Sie  hat  l»ei  obertliiehlieher  Hetraehtunf?  in  ihrem  Habi- 
tns.  und  in  der  Lebensweise  eini;:e  .\ehnliehkeit  mit  der  jUn- 
pereu  Kaupe  der  Fieueostipma .  und  ist  daher  Anfanirs  von 
mir  mit  dieser  verwechselt  worden. 

Sie  lebt  im  Mai  in  den  jungi-n  Schosslinpen  des  j;e- 
meinen  Hohrs,  der  Olyeeria  sp«et;ii)ilis.  der  Ins  pseudac. 
besonders  aber  der  Phalaris  arundinaeea  und  wahrschein 
lieh  noch  in  anderen  Pflanzen.  Sie  napt  sieh  nahe  über 
dem  Wur/elstoeke  dieser  Pflanzen  in  die  Halme,  frisst  das 
Mark  derselben  einen  bis  zwei  Zoll  ho<h  aus  und  geht  dann 
seitwärts  aus  demselben  in  einen  andern.  Sie  erscheint 
sehr  bald,  nachdem  die  Pflanzen  aus  der  Krde  hervor  ge- 
kommen, frisst  viel,  wächst  sehr  schnell,  und  hat  daher  einen 
öfteren  Wechsel  der  Futterpflanze  nöthig.  Die  so  auspe- 
fressenen  Pflanzen  werden  an  der  .'Spitze  trocken,  und  da 
die  Kanpe  meistens  alsdann  schon  dieselben  verlassen  hat,  so 
findet  man  'Stellenweise  wrdil  viele  Halme,  worin  sie  gewesen, 
selten  und  mühsam  ai»er  die  Haupe  selbst  Sie  hält  sich  an 
Rolehrn  Stellen  auf,  wo  in  Sümpfen  und  Mooren  die  genannten 
Pflanzen  an  erhabenem  Orten  —  (Jrabenufern  u.  d.  gl.  — 
ausserhalb  des  NN'assers  stehen.  Zu  Knde  Mai  oder  früher 
ist  sie  erwachsen  und  geht  zur  N'crwandlung  in  die  Krde. 
Die  braune  schlanke  Puppe  mit  einer  feinen  Kndspitze  liegt 
hier  in  einer  kleinen  Höhle  und  liefert  den  Schmetterling  zu 
Ende  Juni  und  im  .luli.  Dieser  fliegt  Abends  in  Sumpfge- 
genden und  anderen  Orten  und  findet  sich  am  Tage  hier 
oder  dort  frei  sitzend,  meistens  aber  mehr  oder  weniger  vor- 
steckt nnd  im  (ranzen  nicht  häutig. 

Melanaria  iZercnc  O.-Tr.  —  H.-Sch.'> 

Anch  die  Kaupe  dieses  schönen  Spanners  ist  meines 
Wissens  noch  nicht  beschrieben.   Sic  w  ird  bis  1  • ;  Zoll  lang 


380 

hat  einen  walzenförmigen  nach  hinten  ein  wenig  dicker  wer- 
denden Körper  und  kommt  in  Form  desselben,  sowie  auch 
in  Farbe  und  Zeichnung  der  von   Ulmaria  ziemlich  nahe. 

Der  Kopf  und  die  Füsse  sind  röthlich  gelb,  über  die 
Mitte  des  Rückens  läuft  eine  feine  dunkelblaue  Linie,  zu 
beiden  Seiten  derselben  eine  feine  gelbe;  dann  folgen  3  noch 
feinere  blaue  und  gelbe  abwechselnd,  und  hierauf  in  jeder 
Seite  ein  pomeranzgelbes  Band  von  zwei  sehr  feinen  blauen 
Linien  durchzogen.  Längs  des  Bauches  läuft  ein  schmäleres, 
blasser  gelbes  Band,  und  der  Raum  zwischen  diesem  und 
dem  Seitenbande  ist  durch  ein  breites  blaues  Band,  w^elches 
von  einer  feinen  gelben  Linie  durchschnitten  wird,  ausge- 
füllt. Kacli  der  letzten  Häutung  finden  sich  noch  auf  dem 
Rücken  zur  Seite  der  Mittellinie,  vom  4.  oder  5.  bis  10.  oder 
IL  Gelenke  auf  jedem  Gliede  ein  länglich  viereckiger,  dun- 
kelblauer Fleck,  der  dadurch  gebildet  wird,  dass  au  diesen 
Stellen  die  gelben  Zwischenlinien  verschwinden.  Der  Kopf 
ist  ziemlich  in  das  erste  Gelenk  eingeschoben,  und  auf  die- 
sem beginnen  die  dunklen  Rückenlinien  breiter,  so  dass  sie 
hier  als  ein  dunkler,  gelb  punktirter  Querstrich  über  das 
Nackenschildchen  hervortreten. 

Ich  fand  sie  ausschliesslich  in  Heidemooren  auf  Vac- 
cinium  uliginosum,  und  zwar  zumeist  auf  den  älteren  zum 
Theil  vertrocknet  erscheinenden  Pflanzen  in  der  zweiten 
Hälfte  des  Mai,  frühstens  bis  Mitte  Juni.  Obgleich  sie  sich 
manchmal  in  ganzer  Anzahl  beisammen  auf  einer  Pflanze 
findet,  und  diese  ganz  entblättert,  so  lebt  sie  doch  nicht  ei- 
gentlich gesellig.  Sie  hält  sich  fast  immer  oben  auf  den  Pflan- 
zen, an  den  dürren  Zweigen  sitzend  auf,  frisst  viel  und  wächst 
schnell,  daher  wohl  traf  ich  sie  so  selten  völlig  erwachsen. 
Ihre  Zucht  gelang  nicht  immer,  da  ich  ihnen  nicht  oft  ge- 
nug frisches  Futter  vorlegen  konnte,  und  erhielt  ich  durch 
dieselbe  durchgehends  kleinere  Schmetterlinge,  als  durch 
den  Fang.  Nach  einem  Surrogate  der  Futterpflanze  suchte 
ich  vergebens,  und  dennoch  muss  die  Raupe  einzeln  auch 
von  anderen  Pflanzen  leben,  da  der  Schmetterling,  obgleich 
selten,  sich  an  anderen  Orten  und  selbst  hier  in  der  Stadt 
findet,  wo  erst  in  einer  Entfernung  von  2  Meilen  das  Vac- 
cinium  wächst. 

Zur  Verwandlung  geht  die  Raupe  in  die  Erde  oder 
ins  Moos  und  wird  in  einem  einfachen  Lager  nach  wenig 
Tagen  zu  einer  brauneu ,  hinten  schlank  zulaufenden  und 
mit  einer  starken  Endspitze  versebenen  Puppe. 

Der  Schmetterling  erscheint  von  Ende  Juni  bis  Mitte 
Juli  und  zeichnet  sich  vor  seinen  nächsten  Verwandten  be- 
sonders dadurch  aus,  dass  er  sehr  scheu  und  flüchtig,  über- 


981 

hanpt  am  Tage  einer  der  gewandtesten  Flici,'er  unter  den 
Spannern  ist.  Denn  viilirend  sich  rimaria  und  Grossnlaria 
in  der  F'reiheit  bei  Taee,  meistens  auf  einem  lilatte  «»der 
sonst  Wit  sitzend,  rnhi^'  mit  der  Nadel  durchstechen  las-^^n, 
oder  eich  alsdann  oft  par  todt  stellen,  lässt  Molanaria  am 
Tage  sich  selten  so  nahe  kommen ,  dass  man  sie  mit  dem 
Ketscher  erreichen  kann,  sundern  lliept  vielmehr  schon  in 
einiper  Kntfernnnp  meist  aus  dem  Geblisch  Kchnell  hervor. 
ÜÄ2n  pellt  sie  zuplcieh  hoch  in  die  Lul't  und  so  weit  l'ort, 
dass  eine  Verfolgung  zwecklos  ist.  Vor  einigen  Jahren  war 
dieser  Spanner  in  einem  Moore  so  häufig,  dass  stellenweise 
ans  jedem  Busch  ein  halbes  bis  ganzes  Dutzend  zum  Vor- 
schein kam.  und  dennoch  war  ich  nicht  im  Stande,  in  eini- 
gen Stunden  über  ein  paar  Dutzend  zu  fangen,  und  diese 
waren  dazu  meist  Irisch  ausgekrochene  und  im  Fliegen 
noch  ungewandte  Hxemplare. 


üoborsicht  drr  in  den  Verein.  Staaten   von    Nord- 
Amerika  einheimischen  Chrysomclen. 

Von  F.   W,  noKcr«. 

Mit  Zusation  von  Schnlr.   I)r.  MnfTrlnn. 

(Fort«,  \.  S.  276  und  Schlnw.) 

C. 

Mit  dieser  Abtheilunp  dc^  Vts.  betrinnfii  die  Karnpäiscben 
Chrysomelen  -  Formf'n  der  N«»Tdnnierikanischen  Kafcrfauna,  tiod 
zwar  enthalt  dir  näi'hstfolpcndc  die.  meiner  17-  (Jrtippe  (Chry$o- 
melae  ralcaradie  ;  'romoctena  Redt.)  entsprechenden  Arten.  Axoe- 
rika  bietet  von  denselben  nur  eine  überaus  ^rerinRo  Anzahl  dai", 
und  davon  i>t  viellfiehl  nur  ein*-  «inzi^'c  diesem  Krdlhede  eigen- 
thtimlicb. 

r.'.  Ohr.  rufipes.  Oblongo-ovata  terruginea  «ubtun 
nigra,  capite  nigro  (»re  antennisr|Ue  rufi«.  thorace  profunde 
pnnetatii  basi  bimaculato ,  clvtrii»  macalis  quioqac  nigria. 
Ung.  o'". 


382 

De  Geer  Jns.  5.  295.  tab.  8.  fig.  5.  Suffr.  Linn.  Ent. 
vol.  5,  211. 

Phytodecta  rußpes  Kirby  Fauna  Bor.  Amer.  213. 

Vom  Obersee. 

Halsschild  und  Flügeldecken  ändern  in  der  Zeichnung 
ausserordentlich  ab;  bei  einigen  Stücken  ist  dieselbe  sehr 
schwach,  und  fehlt  bei  anderen  ganz.  Ich  habe  noch  keine 
Gelegenheit  gehabt,  den  hiesigen  Käfer  mit  dem  Europäi- 
schen zu  vergleichen  und  gebe  sie  daher  auch  nur  auf 
Kirby's  Autorität  als  identisch. 

Die  Identität  beider  unterliegt  nach  meinem  ßedünken  einem 
begründeten  Zweifel  nicht, 

20.  Chr.  arctica.  Oblongo - ovata  elongata  ferrugi- 
nea,  capite  nigro,  thorace  profunde  punctato,  basi  maculis 
duabus  nigris  plerumque  confluentibus ,  scutello  maculis  5 
elytrorum  femoribusque  nigris.     Long.  3'". 

Goniocteva  arctica  Mann.  Bull.  Mosc.   1853. 

Gonioctena  affinis  Mann.   Bull.   Mose.   1852.    2,  369. 

Im  Russischen  Amerika. 

Der  Käfer  ändert,  wie  auch  Alannerheims  Beschreibung 
zeigt,  ungemein  in  der  Färbung  ab,-  dieselbe  thut  zugleich 
dar,  dass  derselbe  der  Europäischen  Chr.  nivosa  nahe  ver- 
wandt ist. 

Gr.  Mannerheim  hatte  den,  nach  seiner  Angabe  auf  der 
Halbinsel  Kenai  häufigen  Käfer  zuerst  (Zweiter  Nachtrag  etc.  1852. 
S.  87.  n.  172)  für  Chr.  affinis  erklärt,  hat  diese  Ansicht  aber 
später  im  dritten  Nachtrage  etc.  (1853.  S  165.  n.  250)  zurückge- 
nommen, und  unter  Abänderung  der  früher  gegebenen  Beschrei- 
bung darin  eine  neue,  mehr  der  Chr.  nivosa  ähnliche  Art  zu  er- 
kennen geglaubt.  Die  Beschreibung  weiset  indess  alle  wesentlichen 
Merkmale  der  Chr.  nivosa  nach,  namentlich  die  zugespitzten  Vor- 
derecken und  die  etwas  zugerundeten  Seiten  des  Halsschilds,  und 
auch  der  Autor  selbst  giebt  weiter  keine  Abweichungen  von  der 
genannten  Art,  als  ein  etwas  weniger  breites  Halsschild,  und 
Punktstreifen,  die  sich  hinter  der  Schulterbeule  und  vor  der  Spitze 
hier  und  da  ein  wenig  verwirrren.  Letzteres  findet  sich  indess 
(vergl.  meine  Beschreibung  der  Chr.  nivosa  in  der  Linn.  Ent.  V. 
222.  n.  154)  auch  zuweilen  bei  dieser  Art  vor,  und  die  Verschie- 
denheit der  il/anncrAeim' sehen  Art  von  der  genannten  ist  mir  des- 
halb mehr  als  zweifelhaft.  Uebrigens  habe  ich  bereits  a.  a.  0. 
dai'auf  hingewiesen,  dass  möglicherweise  auch  Chr.  nivosa  nur  eine 
durch  den  Einfluss  des  Kltma's  und  der  Gegend  hervorgebrachte 
Alpenlorm  der  Chr.  affinis  sein   möge,  und  wenn  dies  sich   be- 


S8S 

<^tAtipcn  frnlJt«».  ^0  wiirdo  das  Za«iATnTnrnfallcn  d»".  .^fann^r heim' fachen 
Käfers  mit  bei»lon   ntx  h  wcniper  einem   Hodonken  untorlicacn. 


Noch  eine  dritto  hierher  eehftriffe,  dem  Verf.  aber  unbekannt 
gcbhebono  Art  habe  ich  von  Horm  Riehl  zur  Ansicht  erhalten. 
Dieselbe  gehört  wepen  der  nnpespomten  Vorderschienen  in  die 
3.  Abtheilune  meiner  17.  Rotte,  nnd  ist  durch  die  stärkeren  Spo- 
ren der  Mittelschienen  zunächst  un>-erer  f'hr.  ."ipunctota  Fah.  ver- 
wandt, aber  von  ihr  verschieden  durch  merklich  gerinpere  GrÖJ'se, 
reine  hellknochcnpelbe  Färbung  ohne  alle  Heimischunp  von  Roth 
bei  fast  geschwärzter  oberer  Ftlhlerbftlfte.  dichter  und  derber  pank- 
»irte  Mitte  des  Halsschilds,  und  etwas  feinen-  Punkt.streifen  der 
viel  rtarher  gewölbten  I)eck»>childe.  von  denen  der  H.  und  7.  mit 
ihren  gröberen  und  unregelmässic  verdoppelten  Hinterenden  sich 
etwa.s  in  einander  wirren.  Auch  «ind  die  oberen  Zwischenräume 
etwas  flacher,  und  hier  und  da  mit  einem  vereinzelten  Pünktchen 
besetzt.  Der  hintere  Nahtwinkel  ist  in  eine  schwache  Spitze  aus- 
gezogen, und  (ii\s  letzte  Segment  des  einzigen  vorliegenden  Stük- 
kes  seicht  quer  niedergodrtlckt,  da.sselbe  daher  vermuthlich  ein  ö'. 

Man  kann  diese  .\rt ,  die  ich  einstweilen  <'hr.  sxmpltx  nen- 
nen will ,  bezeichnen  als 

20b.  Chr.  simplex  m.  Klongata  suboon\exa  tcstacca  an- 
fenni«  apice  nigricantibns ,  elytris  profunde  pnnctato-striatis ,  tibiis 
anticis  muticis,  medii<  fortius  calcarati".      lA>ng.   2'". 

\x\^  Sordamfrika  ohne  nähere  Angabe  des  Fundorts. 
Mos.  Rifhl. 

D. 

Eine  atn  Käfern  von  sehr  verschiedenem  HabitU'v  künstlich 
gebildete  CIruppe,  deren  .\rten  nur  in  dem  aufgeworfenen  Rande 
des  }Ials««childs  übereinkommen.  Ks  wird  deshalb  bei  jeder  Art 
die  Gruppe ,  der  sie  angehört ,  besonders  bezeichnet  werden, 

2\.  f'hr.  sabgnlcala  Oblongo  -  ovata  aptera  ob- 
firnrc  nipro-\Hridi« .  thoraclH  niarpine  valde  incrassato  «ubti- 
liter  jiunctato,  elytri««  convexi«  connatis  iatcribus  rotnndati» 
pnnctatu  •  nnlcatis .  antcnnis  pedibns  corpore  subtas  obsctire 
roemlco-vireseentibu.'».     I^on^r.  .1» ,'" 

Mannfrh.   Bllll.    Mose.    1  Hf)."?. 

IiU*$ifl>-         •■•"•riilw. 

IHeser  Nom  «u.  .\fannfrh4nin  m  dem  3.  Nacht r.  (ISSS.  162. 
n.  247)  beschriebene  Käfer  gehört  zu  meiner  6.  Gruppe  (Chry- 
somela*  nnlcicoUet  Linn.  Ent,  V.  118)  and  nrar  m  der  AbtheiJang 


384 

mit  gefurcht  -  punktstreifigen ,  durch  die  stark  erhöhten  Zwischen- 
räume längsrippigen  Deckschilden,  welche  in  Nordasien  durch  eine 
grössere  Artenreihe  (Chr.  subcostata  Man. ,  süvatica  Gebl.  u.  A.) 
vertreten  ist,  und  zu  welcher  unsere  Chr.  ru/o-aenea  Dej.  aus 
Stidfrankreich  und  Spanien  den  üebergang  bildet. 

22.  Chr.  cribraria.  Oblongo  -  ovata  aeneo  -  nigra, 
thoracis  margine  valde  iocrassato  parce  profunde  punctato, 
elytris  obscure  aeneo-nigris  profunde  irregulariter  punctatis, 
pedibus  et  corpore  subtus  nigris.    Long.  4','''. 

Südliche  Staaten. 

Mit  Sicherheit  kenne  ich  die&en  Käfer  aus  eigener  An- 
schauung nicht,  glaube  jedoch  nicht  zu  irren,  wenn  ich  eine  in 
der  Germar'scheu  Sammlung  ohne  Benennung  vorfindliche,  in  meine 
erste  Gruppe  (Chr.  subglobosae  Linn.  Ent.  V.  S.  5)  gehörende 
Art  auf  ihn  deute.  Dieselbe  erreicht  eine  Länge  von  3 3/4'",  und 
gleicht  im  Habitus  ungemein  der  nächstfolgenden,  ist  aber  bei  nur 
wenig  grösserer  Länge  merklich  schmaler,  besonders  nach  vorn 
verschmälert,  und  dadurch  mehr  unserer  Chr.  crassimargo  ent- 
sprechend. Auch  ist  die  Punktirung  auf  der  Scheibe  des  Hals- 
schilds feiner,  mehr  zerstreut,  und  letzteres  liinterwärts  mit  einer 
feinen  eingeschnittenen  Längslinic  bezeichnet.  Die  unordentlichen 
Doppelreihen  aus  den  Decksclülden  sind  deutlicher,  als  bei  der 
folgenden  Art,  die  Zwischenräume  aber  eben  so  mit  feineren  Punk- 
ten von  verschiedener  Grösse  bestreut.  Die  Erzfarbe  der  Ober- 
seite ist  etwas  düsterer,  und  die  Unterseite  mit  den  Beinen  ist 
schwarz. 

23.  ehr  inornata.  Oblongo -ovata  aenea,  thoracis 
lateribus  incrassatis  sparsim  profunde  punctatis,  elytris 
nigro-aeneis,  pedibus  et  corpore  subtus  obscure  coeruleis. 
Long.  25/6'-. 

Westliche  Staaten. 

Die  Art  ist  der  Chr.  cribraria  nahe  verwandt,  aber 
abweichend  durch  die  Färbung  von  Halsschild  und  Deck- 
schilden, die  stärkere  Punktirung  des  ersteren,  und  die  tie- 
feren Eindrücke  an  dessen  Seiten. 

Die  vorstehende  Beschreibung  gedenkt  keiner  Verschieden- 
heit der  Grösse  zwischen  dieser  und  der  vorhergehenden  Art;  ich 
vermuthe  daher  in  der  Grössenaugabe  (Length  25  =  2^6'") 
einen  Schreib-  oder  Druckfehler  für  35  (=  4'")  und  dann  würde 
Beschreibung  cnd  Grösse  sehr  gut  zu  einer  nordamerikanischen 
Art  passen,  die  ich  vor  mehreren  Jahren  ohne  Namen  von  Herrn 
Richter  (Hofgärtner  im  Luisium  bei  Dessau)  erhalten  habe.  Dieselbe 


S86 

L.'ilifirt  nut  dt-r  vorlif-rceheiideii  m  i-iiu-  uinl  dio«.olh)e  (m<'ine  erste) 
drupp»»,  und  hat  mit  dersrlhon  auch  j^ou'^l  rxx'h  manche  Aehnlkh- 
keit ,  iNt  aU-r  an  (iestalt  und  Cinriss  mohr  rini-r  (rro^^en  Chr. 
fiurpuratc^nt  (Län«»'  M-j'")  irlrich.  Auf  dem  Halssrhildo  i^t  der 
breiu?  Seitonrand  darrh  einen  ebcn-o  breiten,  ihn  haJhmondftjrmig 
befrleitenden  Kiiidruik  ah^jeset/t.  weJrher  -«ich  na<h  dem  Mittelfelde 
zü  aUniähliff  verliert,  und  dieser  Kindnick  mit  Tereinzelten  >n"Öbe- 
ren  Tunkten  b<»treut :  auf  dem  .Seitenrande  selbst  mid  der  flarhen 
Seheibe  Inmerkt  man  nur  eine  äusserst  feine  nnd  zerstreute  Punk- 
tiruna  bei  eln-n  «»o  fein  tfennrbtem.  daher  nur  matt  metallisch 
M.hinimemdem  Zwischentfniiide .  der  auf  der  Mitte  eine  schwache 
AndeotunR  eiuer  nicht  pnnktirten  I.&n^linie  erkennen  Iflut.  Di« 
KlüBeldecken  zeieen  Iftncs  dem  Rande  ein  paar  ziemlich  re«^l- 
m;L■.^5i^^•  runktreiheii.  >ind  aber  Ubriuen«.  mit  vereinzelten  ?r/jberea 
und  dichter  eestellten  feineren  l*unkten  bestreut,  deren  erstere 
«ich  stellt  nweiNe  elt  iohfails  zu  einzelnen  und  ee[»aarten  schlecht 
ircordiM  ten  und  deshalb  von  dem  Verf.  nicht  erkannten  Punktrei- 
hen zusanunenNchieben .  während  sie  sich  hinterwärts  immer  mehr 
abschwüchen.  Die  FArbung  der  Oberseite  ist  matt  broncebrtim, 
Ton  l'nterseite  und  Reinen  Mhwärzlich  blau,  die  Schenkt!  mit 
den  unteren  Knblerelie<lfni  mehr  in  ein  s<h«(nes.  lichtes  Stahlbla« 
•berspielend. 

24.  eil  r  SU  ho pa ca.  Oblougo  ovata  nigro  -  aeoea 
subvirepceng .  thorai'is  laterihus  incrasRatis  parce  punctati«, 
elytris  substriati.s  -  punctulatis  antenni»  obscnre  coerulcis 
apicc  pijogjg.     Long"  2^','". 

Slittlerf   Staat tti. 

Hal8<«child  spargauier.  die  DeckHchilde  feiner  punktirt 
und  weniger  schimmernd  als  lifj  Chr  ,f,..rr,.,-.i  die  Punkte 
reihenweise  jfcordnet. 

Von  ilieser  Art  habe  ich  eben  «o  wenig  wie  von  den  betden 
vor'  l«n ,    t'in    mit    voller   Sicherheit    bestimmte«    Fxemplar 

erb  1  neu.      I>if   AiignlM-n  de»   Vt-rf«.    pa»»en  j»>d<M  h  im  (ian- 

zen  aot  einen  Käfer,  welcher  unter  dem  Namen  Chr.  purpurta 
Knoch  im  Mus.  Herd,  al«  ein  nordameri konisches  Thier  Torhan- 
dn,  nnd  ohne  Zweifel  von  Afelßheim^r .  dem  Vater,  an  Knock 
■llfMbeilt    worden    ist.      r>er'>elbo    mu'--  •    7.  (rnippe  CAry- 

temila»  avruUnrar    iJnn.    Knt.    V.  «"l  •    worden.    t«t  im 

llabitm    zunächst    dfTen    Llnplichen ,    « 
Arten  (Chr.   ctrealit,   mrlanaria,  potitu   •■ 
denselben  namentlich  auch  dadurch,    da-sv    der  den  %• 
tcnrand  den  Hakschikh    absetiende   F.indnirk    in    6fT    miü«     otm  h 
eine  flache,    nach    vom    and    hinten  leicht    verlaufende  QuerbiQcke 
untMteocban   ist,  durch  welche  )eo«r  MhmI  ait  4m  MitMfcUt 


386 

zusammenhängt.  Die  Farbe  der  Oberseite  ist  ein  tiefes,  ins  Pur- 
purviolette fallende  Bronce-Schwarz ;  Unterseite  und  Beine  violett, 
wie  bei  unserer  Chr.  cerealis ;  Kopf  und  Halsschild  fein  punktirt, 
letzteres  in  den  Seiteneindrücken,  besonders  in  den  Hinterwinkeln 
und  vor  den  Querbrücken  mit  einigen  gröberen  Punkten  besetzt. 
Die  Punktirung  auf  den  Flügeldecken  ist  zwiefach,  eine  gröbere, 
sehr  weitläuftig  in  ziemlich  regelmässige  Längsreihen  geordnet, 
und  eine  auf  den  breiten,  flachen  Zwischenräumen  zerstreute,  aber 
nicht  über  die  letzte  Seitenreihe  hinausreichende,  welche  eben  so 
weitläuftig  gestellt  ist,  aber  in  der  Grösse  einzelner  Punkte  die 
der  Längsreihenpunkte  erreicht,  imd  von  dieser  bis  zum  kaum 
Sichtbaren  herabsinkt.  Ausserdem  ist  der  ganze  Zwischengrund 
äusserst  fein  genarbt,  und  dadurch  die  Oberfläche  nur  matt  seidig 
schimmernd,  ohne  eigentlichen  Glanz. 

Von  der  Beschreibung  des  Verfs.  weicht  dieser  Käfer  (des- 
sen Länge  22/3'")  sonach  nur  ab  dadurch,  dass  die  Oberseite 
nicht  ins  Grünliche  sondern  ins  Purpurviolette  schimmert,  Unter- 
seite und  Beine  nicht  metallisch  schwarz  sondern  stahlblau  sind, 
und  auf  den  Zwischenräumen  der  Deckschilde  eine  feinere  Punkti- 
rung vorhanden  ist,  deren  der  Verf.  bei  seiner  Chr.  subopaca 
nicht  gedenkt.  Jene  Farbenabweichungen  halte  ich  indess  nur  für 
individuell,  und  die  feinere  Punktirung  der  Zwischenräume  mag 
der  Verf.  eben  so  absichtslos  übergangen  haben,  wie  er  dies  un- 
mittelbar darauf  bei  Chr.  auripennis  gethan  hat.  Ich  glaube  hier- 
nach in  der  Bestimmung  der  Art  nicht  geirrt  zu  haben. 

25.  Chr.  auripennis.  Ovato-oblonga  violacea,  tho- 
race  lateribus  incrassato  parce  punctulato,  elytris  splendide 
aureo  cupreis  substriato-punctatis.    Long.  32/3 — 51/3"'. 

Say  J.  Acad.  3,  452. 

Westliche  Staaten ,  Nebraska ,  Neu-Mexico  und  Texas. 

Die  Art  ändert  ausserordentlich  in  der  Färbung-  ab, 
zwei  Stücke  aus  Neu-Mexico  sind  ganz  blau,  und  bei  einem 
aus  Texas  die  Deckschilde  glänzend  grün. 

Unter  den  Amerikanischen  Alten  dieser  Gattung  ist  die  vor- 
liegende unzweifelhaft  die  schönste,  und  an  die  Farbenvertheilung 
unseres  Carabus  hispanus  erinnernd.  Sie  ist  nämlich  veilchenblau, 
die  Deckschilde  bei  der  Normalform  feuergolden,  und  von  dieser 
Färbung  aus  bei  den  Abänderungen  einerseits  ins  kupfriggoldene, 
andrerseits  in  Messinggelb  (wie  bei  Chr.  bi/rons  Fab.),  goldgrtin, 
spangrün  und  erzgrün  übergehend;  ja  das  Mus.  Berol.  besitzt  so- 
gar (aus  Texas)  ein  trüb  -  bronceschwärzliches,  nur  noch  an  den 
Fühlern  einen  Rest  stahlblauen  Anfluges  zeigendes  Exemplar.  Ein- 
farbig blaue  Stücke,  wie  deren  der  Verf.  erwähnt,  habe  ich  nicht 
gesehen,  zweifle  aber  an  deren  Vorkommen  nicht.    Die  Punkti- 


387 

rvng  der  Deck&childo  i>(  grub  uixi  ftiäl  grübchoniirtig ,  <>€hr  weit- 
lAuflig  gestellt,  und  zu  vlrntLs  anngLlniiLssigon  Doppelreihen  geurd- 
net ;  auf  deu  ZwLscheiiraumen  fiiideu  sirh  eben  so  vereinzelte 
.\usM'r>;l  feine  I'unktclien.  Im  Habitus  lüsst  »«ich  da-s  Thier,  wcl- 
che.s  meiner  zweiten  <inijiiic  (('hry»omtliie  yenuiuae  Linn.  Knt.  V. 
13)  angehurt,  aui  beizten  rail  unserer  Chr.  »laphytata  vergleichen; 
es  ist  jedoch  nuf  dem  Kücken  )-twa!>  Huclicr,  und  daher  auch  seit- 
lich weniger  zu^anlmeuged^Ucku  Die  mir  vorliegenden  Stücke 
schwanken  in  der  (Jrössr  zwischen  S«,','"  und  4'','";  eins  dersel- 
ben (im   Mus.   litehl)  stanuut  aus  M'xtc». 

20.  Chr.  V  i  (1  u  a.  Ohlcm^'u-ovata  nigra  Icviler  aeoe- 
•cen»,  tliorace  latcribus  iDcras.sato  profunde  punctato,  clytri.s 
aeuesceuti-Digris  punctato-striatis.  antcnnit}  pedibuM  corpore 
subtus  nipris.     Long.  3'". 

Orfjirt.  auj  (!ol.   MrCall  gesammelt. 

Ich  kenne  diese  .\rt  nicht .  und  kami  aus  der  vorstchcndeo 
Diagnose  nur  entnehmen ,  dass  dieselbe  der  Chr.  subopaca  nahe 
verwandt  int,  sich  aber  von  ihr  tlurcli  ein  gröber  punktirte?  Ilals- 
schild  und  regelmässigere  Punktreihen  der  Deckschildo  unterschei- 
det Sie  mag  daher  in  meine  /weite,  vielleicht  auch  in  die  erste 
üruppt»  geh/^ren. 

27.  Chr.  fla  V  «»  111 H  rg  i  u  a  t  a.  Ublonga  nigra,  tho- 
race  lateribuH  incrassato  et  pinictato.  elytriä  punctato  Htria- 
tis  sparsim  punctulatis,  limbt»  llavo.     L'>ug.  2',i — 3'',"'. 

Say  J.  Acrtd    3,  \b'2. 

Kan*a*. 

Dicsr  Axt  gehört  ui  meine  5.  Gnijtpe  (Cfir.  ru/o-Umbatae 
Linn.  Knt  V.  S.  (il),  und  hteht  in  der  nächsten  Verwandtschaft 
mit  unserer  ('Ar.  margxnata  Lin. ,  von  der  sie  haupLsarhli<  h  nur 
durch  einen  vom  mehr  vcrschmll«^rten,  hinterwjlrts  starker  bucke- 
lig aufgewulbten  KörjKT ,  schwächeren  MetaJNrhimm»'!  der  Ober- 
seite, etwas  deatlich*'re  l'unktirung  der  II  cheibc,  und 
weniger  deutlichem  llervtirtrcten  dt-r  Doppelr  ion  Deck- 
schilden hei  etwas  nadelrissig  panktirten  Zwi  <  rschie- 
den  ist     Die  von  mir  vcrßüchencu  Jstuckc  ""J  ■;-••! 


E. 

Die  Arten  dieser  Abthiilong  gebArco  timmtikfa  seiner  14. 
Gruppe  (Chry*omtla0  galUrucoidtae  LuiiL  Lnt  a.  a.  0.  S.  190) 
aa,  aod  entsprechen  durchweg  nach  K&rbuog  and  HahitM 


388 

ten  Europäischen  Arten,  deren  eine  (Chr.  lapponiea  L.  s.  unten) 
von  Gr.  Mannerheim  auch  noch  als  Amerikanische  Art  aufgeführt, 
aber  von  unserm  Verf.,  weil  ihm  nicht  zu  Gesichte  gekommen, 
übergangen  wird. 

28.  Chr.  interrupta.  ObloDgo-elougata  nigra,  tho- 
racis  margine  incrassato  flavo,  elytris  pallide  flavis  punctis 
6  magis  minusve  eonfluentibus,  pedibus  coeruleo-nigris  tibiis 
ferrugineis.     Long.  2^/o — 4'". 

Fab.  El.  1,  438.     Oliv.  Ins.   91,  558.   tab.  8.    fig.  119. 

Mittlere  und  südliche  Staaten,  Nebraska,  Oregon,  und  am 
Obersee. 

Die  Art  ändert  sehr  ab  in  der  Farbenvertheilung;  die 
Stücke,  welche  ich  untersucht  habe,  lassen  sich  unter  fol- 
gende, durch  Uebergänge  verbundene  Formen  bringen: 

a.  Die  Flecke  gepaart,  die  hinteren  zu  einer  breiten 
Querbinde  vereinigt;  Beine  blausehv^-arz  mit  rostrothen  Schie- 
nen, Unterseite  blauschv^arz. 

b.  Die  beiden  Vorderflecke  in  Hufeisengestalt  verbun- 
den, die  mittleren  getrennt,  die  hinteren  verbunden,  aber 
diese  Binde  schmaler  als  bei  a. 

c.  Alle  Flecke  getrennt;  Beine  blauschwarz  mit  bleich- 
gelben Schienen,  die  vier  hinteren  Bauchringe  fein  gelb  ge- 
zeichnet. 

d.  Die  Flecke  bis  auf  die  beiden  mittleren  geschwun- 
den, die  Beine  blauschwarz  mit  röthlichen  Schienen,  die 
Unterseite  schwarz. 

e.  Die  Vorderflecke  verbunden,  die  mittleren  getrennt, 
die  hinteren  verbunden;  Beine  und  Unterseite  röthlich,  nur 
die  Seiten  der  Brust  schwarz. 

f.  Alle  Flecke  getrennt,  Beine  röthlich,  Unterseite 
des  Halsschilds  schwarz. 

Die  verschiedeneu  Formen  dieser  überaus  verä}iderhchen  Art 
sind  hier  wenig  übersichtlich  geordnet,  und  es  ist  daher  sowohl 
deren  Anordnung,  als  ihre  Diagnose,  einer  Ergänzung  bedürftig. 
Der  gelbe  Rand  des  Halsschilds  zeigt  in  der  Mitte  einen  dunkeln 
Punkt,  welcher  manchmal  mit  dem  dunkeln  Mittelfelde  zusammen- 
hängt, aber  eben  so  oft,  wie  bei  Chr.  obsoleta  und  unserer  Chr. 
collaris  getrennt  steht,  und  nur  in  sehr  seltenen  Fällen  gänzlich 
mangelt.  Die  Färbung  von  Unterseite  imd  Beinen  steht  mit  der 
Zeichnung  der  Deckschilde  in  keinem  Zusammenhange;  sie  ist  der 
Regel  nach  metallisch  -  schwarzgrün ,  der  mittlere  Theil  der  Schie- 
nen röthhch  gelb ,  meist  noch  mit  metallisch  grünlichen  Kanten : 
bei  dem  entgegengesetzten  Extreme  sind  Unterseiten  (diese  mit 
geschwärzten  Seiten  der  Brust)  und  Beine   gelb,   und  dazwischen 


liegen  Stücke  mit  gelben,  nur  in  «icr  Mitte  der  Schenkel  dunkle- 
ren Beinen,  ganz  sclnvarzKrilnon  Schenkeln,  mit  gelbem  Hinter- 
leibe, oder  doch  solcher  FürbunK  des  letzteren,  dass  die  vorderen 
Ringp  in  der  Mitto  blau,  an  den  Rändern  verwaschen  röthlich 
gesfliunt  <;ind ,  der  letzte  aber  rüthlich  und  mit  zwei  vereinzelten 
oder  zu<amnH'nstossenden  Flecken  gezeichnet  ist.  Auf  den  Flügel- 
decken, deren  Naht  bei  ilcn  gruss  gefleckten  Stocken  —  bis  auf 
den  schmalen  vorderen  Theil ,  hinter  dem  .Schildchcn  —  schwarz- 
blau gesüumt  ist,  stehen  eigentlich  nicht  0,  sondern  7  hlaue  Flecke, 
drei  Paar  nob«n  ( iii.inder,  nnd  hinter  dem  dritten,  aus  den  klein- 
sten Flecken  gebildeten  Paare  noch  ein  vereinzelter  Querfleck, 
welcher  bei  tlein  Zu-ammenfliessen  des  dritten  Paares  sich  aus- 
wärts mit  demselben  zu  einem  nn(h  iler  Naht  zu  offenen  >[ond- 
fleck  \ erbindet ,  bis  bei  dunkler  pcfleckten  Stücken  auch  dessen 
innerer  Raum  sich  vollständig  ausfüllt.  Auch  die  beiden  vorderen 
Fleckenpaare  fliessen  bald  einzeln,  bald  gleichzeitig  zu  Querbinden 
zusammen ;  die  vordere  derselben  bleibt  aber  stets  auf  ihrer  Flü- 
geblerke  vereinzelt ,  während,  da  di  r  innere  Mittelfleck  sich  meist 
an  die  Naht  anlehnt,  die  Mittelbinden  <ladurch  zu  einer,  beiden 
Flügelde<ken  gemeinsamen  Qnerbinde  sich  ausbilden.  In  gleicher 
Weise  ist  auch  die  Ilinterbinde,  wenn  vollständig  ausgebildet,  eine 
gemeinsame,  reicht  aber  eben  so  wenig  wie  die  mittlere  bis  auf 
ilen  schwielig  aufgeworfenen  Seitenrnnd  der  Deckschildc  hinaus. 
Die  Färbung  «Irr  Flecke  ist  gewöhnlich  metalli«;chblangrün,  seltener 
mit  dunkler  kupfrigem  Anfluge,  wie  derselbe  aueh  zuweilen  bei 
t>stsibirischen  Stücken  der  (lir.  lupponica  gefunden  wird.  Die 
Stöcke  mit  fehlenden  Vorder-  uml  llinterflecken,  deren  der  Verf. 
unter  sein»  r  var.  d.  gedenkt ,  machen  auf  den  ersten  Blick  einen 
eigenthQmlichen  Kindruck,  und  waren  deshalb  auch  von  Knoch 
fnr  eine  eigene  Art  (Chr.  iputiclnta  Kn.  im  Mils.  Tierol.)  gehal- 
ten worden :  sie  zeigen  jedoch  ausser  der  Färbung  keinen  weiteren 
Unterschied ,  und  die  Richtigkeit  der  von  dem  Verf.  vorgenomme- 
nen Verbindung  mit  Chr.  interrupta  ist  wohl  um  so  weniger  zu 
bezweifeln,  als  bekanntlich  auch  ('Ar.  lapponica  in  ahnlicher  Weise 
und  sogar  mit  ganz  ungefleckten  Deckschilden  abändert.  Uebri- 
gens  sind  bei  beiden  Arten  die  Sttlcke  mit  wenig  o<ler  gar  nicht 
gefleckten  Deckschililen  durchweg  die  kleineren,  und  mögen  daher 
vorzugsweise   (f  sein. 

l".>.  f'hr  scripta.  Oldonf:«)  elonpnta  nipra.  thoraci« 
margine  inorassato  flavo,  clytrin  Hpar^im  prot\iude  punctatis 
flavis,  lincoÜH  septcm  nigria.     Long.  3 — 4'". 

Fob.  Kl.  1.  lilS.  nlir.'y,  .'rV  "'-.  Kne.  Meth.  5, 
119? 

In  ileu  mitilfrtn  unU  südlichtn  ^taateti,  .\ebratca  and  am 
Obertfe. 

2C 


390 

Bei  zwei  Stücken  ist  das  Halsschild  düsterroth  mit 
gelbem  Rande,  und  die  Unterseite  schwarz  mit  rothen 
Beinen. 

Auch  bei  dieser,  in  der  Zeichnung  im  Ganzen  sehr  bestän- 
digen Art  bleibt  der  Diagnose  des  Verf.,  aus  der  ich  nur  die 
speciellen  Angaben  über  die  Stellung  und  Gestalt  der  Flecke  weg- 
gelassen habe,  noch  Einiges  hinzuzusetzen.  Der  gelbe  Rand  des 
Halsschilds  zeigt  denselben  dunkeln  Punkt,  wie  bei  der  vorherge- 
henden; auf  den  Deckschilden  ist  auch  die  Naht  stets  metallisch 
schwarz  gesäumt,  dagegen  sind  die  Schenkelwurzeln,  die  Schienen 
und  die  Seiten  der  Bauchringe  rostroth,  woraus  sich  bei  den  letz- 
teren manchmal  ein  zusammenhängenden  rother  Saum  des  ganzen 
Hinterleibes  entwickelt.  Von  Varietäten  kenne  ich  nur  eine  ein- 
zige nicht  selten  vorkommende,  bei  welcher  aus  dem  Nahtsaum 
vor  der  Spitze  jederseits  ein  feiner  Querzipfel  hervortritt,  der  sich 
der  gebogenen  äusseren  Hinterlinie  entgegenstreckt  und  zuweilen 
mit  dieser  zusammentrifft,  wie  es  auch  die  von  dem  Verf.  nicht 
citirte,  zu  der  Beschreibung  bei  Oliv.  Ent.  V.  559.  n.  88.  gehö- 
rende Abbildung  tab.  8.  fig.  120  sehr  gut  ausdrückt.  Die  von 
dem  Verf.  angefühlte  Form  mit  trübrothem  Halsschilde  ist  auch 
im  Mus.  Berol.  vorhanden;  die  Scheibe  desselben  zeigt  einen,  nur 
stellenweise  sich  zu  einem  grünhchen  Schimmer  verdichtenden 
schwach  metallischen  Anflug,  die  Flecke  der  Deckschilde  sind 
kleiner ,  schlechter  begrenzt ,  die  mittleren  am  Aussenrande  nur 
kurze,  triibe  Wische,  die  Beine  rothgelb,  und  alle  Theile  der 
Unterseite  an  den  Rändern  mehr  oder  weniger  breit  verwaschen 
geröthet.  Ich  vermag  darin  jedoch  keine  Varietät,  sondern  nur 
eine  nicht  zu  vollständiger  Ausfärbung  gelangte  Entwickelungsstufe 
des  Thiers  zu  erkennen.  Ob  ein  von  Herrn  Mühleri'pfordt  mir 
zur  Ansicht  mitgetheiltei-  Mexicanischer  Käfer  (Chr.  depressa  Müh- 
lenpf.  in  litt.)  mit  grob  gerunzelter  Oberseite  und  schmutzig  ver- 
waschener bräunlich  grüner,  aber  nur  auf  der  Mitte  der  Deck- 
schilde deutlicher,  längs  Rand  und  Spitze  unklar  zusammenfliessender 
Zeichnung,  auch  ziemlich  einfarbigem,  schmutzig  bräunlichgrünem 
Halsschilde  wirklich  eine  eigene  Art,  oder  nur  eine  durch  Störung 
in  Ausbildung  und  Ausfärbnng  monströs  gewordene  Form  der 
Chr.  scripta  sei,  wage  icli  nach  einem  vereinzelten  Stücke  nicht 
zu  entscheiden. 

Uebrigens  scheint  der  Käfer,  welcher  unserer  Chr.  20punc- 
tata  eben  so  entspricht,  wie  die  vorhergehende  Art  der  Chr.  lap- 
ponica  in  Nord-Amerika  eine  sehr  weite  Verbreitung  zu  besitzen, 
denn  das  Mus,  Germar  enthält  ausser  den  zum  Thcil  von  Say  und 
Hentz  mitgetheilten  Exemplaren  aus  dem  ü.  St.  deren  auch  aus 
Mexico,   die   von  den  ersteren    in   keiner  Weise  verschieden  sind. 


391 

30.  Chr.  conflucns.  OMon^o  ovata  ni^ra,  tliorace 
late  Havo- uiargiiiuto,  elytris  sparsiiii  piuictnlatis  bruiiueo- 
uigriH,   niaculis    quatuor  ohluiigis   femiginei!*.     Long.  3'V"- 

Ori-jort ,  ein  Exemplar. 

Selir  nahe  tler  ful^'entk'ii  verwandt,  aber  von  ihr  ab- 
weichend durch  den  vcrhältnissniässi^'  breitcreu  Körper  nud 
die  feinere  rnnktirnn::  der  Dcckschildc 


It  li  ki'iiiu'  diese  Art  nicht ,  halte  es  aber  nicht  ftir  unmög- 
Jicb,  dass  >ie  nur  eine  durch  Zusanunenfliessen  der  dunkeln  Flecke 
auf  den  l>cck->child»'n  entälandcnc  lurin  der  (.'/ir.  niterruj,iu  bil- 
den möge. 


31.  Chr.  iib.soleta.  Obhini^o  ovata.  oapite  thuraee- 
que  virescente,  hoc  margiuc  incra.'ssato  flavo  puncto  uigro, 
clytris  punctatis  brunneo-nigris ,  marjxino  lineisquc  dorsali- 
bus  pallidis.     IA)UJ5^  3' «'", 

Utlodea  obsolela  Say  J.  Acad.  3,  435. 

Wentlichf  Staaten. 

Von  der  vorhergehenden  verschieden  durch  den  hinge- 
reu  und  schmaleren  Körper  und  ilie  ijröbere  und  dichtere 
Puuktirung  der  I)eck8childe. 

Nach  Habitus  und  Grösse  ist  diese  Art  der  Chr.  scripta 
sehr  ähnUch,  gleicht  aber  in  der  F'ürbung  nulir  unserer  Chr.  col- 
lanx  L.  und  zwar  der  von  Fabridus  unt«'r  dem  Namen  Chr.  Sa- 
licis beschriebenen  Form.  Die  Färbung  ist  also  ein  ins  Purjmr- 
rötblichc  fallendes  Schwarzhl.iu .  der  breit  abgeset/te  Seitenrand 
des  Halsschilds  und  der  ebenfalls  abgesetzte  schwielige  I<;ind  der 
Deckschilde  ntb^t  drni  Seitenrande  diT  beiden  letzten  Rauchringe 
rostrofh.  r)ir  trlibrölldichen  Flecken  der  FhJgeldecken  erkennt 
man  in  der  Kecel  nur,  wenn  man  die  letzteren  anfeuchtet;  auch 
finde  it  h  dieselben  keincswegcs  stets  linienförniig ,  Rontlern  mehr 
wisrhartiff.  gewöhnlich  einen  an  der  Wurzel  zunächst  neben  dem 
Schihhhen,  und  weiter  hinterwftrt.s  in  deren  Verl.lngerung  eine  Art 
von  Fortsetzung  diests  Wisches;  einen  zweiten  innerseit-s  der 
Schulter!»eule .  und  hinter  der  Mitte,  neben  der  Naht,  noch  eine 
srhwarhe  Andeutung  eines  in  der  Richtung  des  ersten  liegenden 
dritten  Flecks .  sowie  noch  hinten  der  Aussenrand  di«  lit  vor  der 
Naht  mit  einem  kurzen  Zipfel  in  die  dunkle  Grundfarbe  der  Flü- 
geldecken hineintritt.  Der  Käfer  selbst  gehört  in  unseren  Samra- 
laugcu  zu  den  sehr  seltenen. 

20* 


392 

F. 

32.  Chr.  californica.  Oblongo-ovata  obscure  vi- 
reiis  autennis  pedibusqne  nigvis,  thorace  sparsim  elytris 
profunde  punctatis.     Long.  2'". 

Von  Herrn  Motschulsky  unter  dem  Namen  Plagiodera 
californica  mitgetheilt ,  als  aus  Cali/omien  stammend.  Eine 
Beschreibung  davon  ist  mir  nicht  bekannt  geworden. 

Von  dieser  anscheinend  sehr  seltenen  Art  habe  ich  ein 
Exemjjlar,  aus  dem  nördlichen  Californien  und  wahrscheinlich  von 
Herrn  v.  Motschulsky  selbst  herstammend,  aus  dem  Mus.  v.  Hey- 
den  (von  Hrn.  v.  Manderstjerna  mitgetheilt)  zum  Vergleiche  er- 
halten. Hiernach  hat,  wie  schon  die  Bezeichnung  des  Umrisses 
mit  „oblong  oval"  vermuthen  liess,  der  Käfer  mit  unserer  Chr. 
armoraciae  nichts  zu  thun;  er  gehört  vielmehr,  wie  die  Arten  der 
vorhergehenden  Gr>:ppe  E.,  zu  meiner  14.  Gruppe,  und  zwar  zu 
der  Abtheilung  mit  nichtaufgew^orfeuen  Seitenrändern  des  Hals- 
schilds, welche  bei  uns  nur  durch  Chr.  aenea  L.  vertreten  wird, 
während  in  Nordamerika  bis  dahin  noch  kein  Vertreter  derselben 
aufgefunden  worden  war.  Mit  unserer  Chr.  aenea  steht  daher  die 
vorliegende  Art  auch  in  der  nächsten  Verwandtschaft;  sie  unter- 
scheidet sich  jedoch  von  jener  durch  noch  merklich  geringere 
Grösse,  flachere  Wölbung,  gleichmässig  tief  schwarzgrüne,  kaum 
metallischglänzende  Körperfärbung,  und  einen  kürzeren  Eindruck 
innerseits  der  Schulterbeulen ,  die  deshalb  auch  weniger  eckig 
heraustreten  als  bei  unserer  Europäischen  Art.  Taster  und  Un- 
terrand der  Oberlippe  fallen  ins  Pechbräunliche,  die  kurzen  Fühler 
sind  dagegen  einfarbig  schwarz,  das  dritte  Glied  derselben  fast 
doppelt  länger  aber  merklich  dünner  als  das  zweite.  Auf  dem 
Halsschilde  hinten  eine  deutliche  Längsrinne,  vor  und  seitlich  der- 
selben einige  seichte  uiiregelmässige  Eindrücke ;  dabei  ist  die  Ober- 
fläche fein  runzlig  genarbt,  nach  den  Seiten  hin  zugleich  dicht 
und  fein  punktirt,  die  Seiten  selbst  nicht  verdickt,  breit  zugerun- 
det, mit  stumpfen  Vorder-  und  abgerundeten  Hinterecken.  Die 
gleichfalls  rundlichen  Schulterheukn  durch  einen  vorn  sehr  breiten, 
aber  hinterwärts  bald  erlöschenden  Eindruck  abgesetzt:  die  Deck- 
schilde selbst  sehr  flach  gewölbt,  hinterwärts  verbreitert,  die 
Punktirung  dicht  und  kräftig,  stellenweise  zu  Längsreihen  geord- 
net, zwischen  denen  schwache  erhöhte  Längslinien  sichtbar  wer- 
den ;  der  Zwischengrund  fein  genarbt ,  mit  schwach  metallischem 
Glänze;  auch  die  Seiten  punktirt,  und  daher  ohne  den  glatten  er- 
höhten Rand  der  verwandten  Arten.  Unterseite  und  Beine  sch^\ärz- 
lich,  die  Kniee.  Schienenenden  und  Krallcnhükcben  gelblichbraun 
durchscheinend. 


393 

X\.  Chr.  t  r  i  V  ii  t  .'i  t  a.  OI»l<»npa  mcruk-o -nipra,  thn. 
racr  hparsiin  iMinctato  latfrilms  (lavo  -  marpinatc» ,  olytris 
piiiutato  8triatis  inarpinc  latoraii  \itta(|uc  juxta  »uturam 
flavis,  tibiis  fcrruginci».     Lonj,'.   P«". 

llelodtt  tririttala  Say  J.   Acatl.   5,  289. 

An8  den   miUlrren  Staaten   und    vnni    Obmte. 

Au>  ilii  \<>n  drill  \erf.  pcpi  hcin  ii ,  ^ehr  lang  gcrathciicn 
I)iapiu)>o  habt'  iih  Allrs  ftir  da>  Krkonn«n  des  Käfers  Kntbchrlichc 
entfernt,  und  trace  de>halb  bicr  daraus  naih,  dass  die  Stirn  mit 
einer  vom  ge>i»alteneu  (das  KopfvehiUI  beinilnzendcn )  Linie  durch- 
zogen '\^\,  der  gelbe  Seitenrand  des  llaUsdiüds  sieh  in  der  Mitte 
durch  einen  aus  der  duiikehi  Seheibe  hervortretenden  Quer/ipfel 
verengt,  und  da^  Idztc  Hinterleibsscgineiit  ruthlieh  gesiiuint  ist. 
Die  Angaben  des  Verfs.  t»bcr  die  Färbung  der  Flügeldecken 
..eli/tra  -  -  futural  marijin  yelloir,  vitta  on  th«  middlf  not  reO' 
chinj  the  tij',  and  exterior  edge  hhir  black"'}  sind  mir  unverständ- 
lich und  vermuthlich  durch  S<hreibfehler  entstellt,  auch  wenn,  wie 
wahrscheinlich,  e«t  die  Absicht  des  Verfs.  war,  da.«  (Jelb  der  Flft- 
peldecken  als  (»nin«lf:»rbo.  und  das  Schwarz  als  deren  Zeichnung 
zu  betrachten.  Hichti-rer  aber  verfahrt  man,  wie  au<"h  b«M  unse- 
ren der  vorliegenden  ganz  nahe  verwandten  .\rten  Chr.  margineUa 
und  hannorrrana  zu  gesehehen  pflegt  (mit  beiden  gehört  das  Thier 
in  dieselbe,  meine  22.  (inippe:  Chrysnmclne  ripariae  Linn.  Eni. 
V.  S.  264).  in  umgekehrter  Weise,  und  hiernach  habe  ich  die 
IHagnosc  geändert.  Sonach  theilt  «ich  die  gelbe  r.irbnng  des 
HaK-rhildsrandes  da,  wo  sie  an  der  Sclitiltereeke  auf  die  F'lngel- 
derke  übertritt,  in  zwei  .\nne,  deren  einer  den  Seitenrand  der 
Flügeldecke  bis  znr  Spit/e  umzieht  nml  hier  von  der  Naht  nur 
dun  h  einen  -chmalen  dunkeln  Nahtsauin  getrennt  wird :  der  andere 
durchschneidet  in  schriger  Richtung  gegen  die  Naht  hin  drei  Zwi- 
««chenrtkume  (den  .*>.,  1.  und  3.,  ron  der  Naht  an  gezahlt!  und  zieht 
dann,  den  panzen  zweiten  Zwischenraum  einnehmend .  auf  diesem 
bis  zu  sriner  Vr-'  Sritenrande    nebi-n    dem  Naht- 

winkel  fort.     IM«  •t  sieh  dadurch    ganz    wie    bei 

unserer  ^'Ar.  hannortrana ,  and  von  dieser  unterscheidet  sich  die 
vorliegende  .Vrt  M  gleicher  (Jrösv  (P,  — 2"')  eigentlich  nur 
durch  den  Hocheren  bcs^onders  hinterwArt*  weniger  buckeligen 
Kftrpcr.  die  dunklere  bei  fein  runzliger  Punktining  der  flacheren 
Zwi.schenraunie  zujjleu  h  mattere  FArbunp  der  Oberseite,  und  durch 
die   feineren  au>   \U'\  ■'  <'«-chobenen   Punkten    gebil- 

det« n  Punktsireifen,    \  r  0.  .luf   dem    gelben  Sei- 

ten: .»nde  voll-tAndiff  aostfebildei  ist,  l»ie  \on  dem  Verf.  er\\.ihntc 
Stimlinic  fehlt  eben  so  oft,  ah  sie  vorhanden  i*t ,   und   die  Schic- 


394 

nen  finde  ich  bei  den  vorliegenden  Stücken  nicht  roth,  sondern 
-wie  die  Schenkel  schwarz,  und  nur  die  Unterenden  auf  der  Innen- 
seite gebräunt.  Aeussere  Geschlechtskennzeichen  habe  ich  nicht 
wahrgenommen. 

34.  Chr.  vitellinae.  Oblonga  subovata  cnpreo- 
violacea  antenuis  basi  rufis,  tborace  parce  piinctulato,  ely- 
tris  punctato-striatis,  interstitiis  indistincte  punctulatis,  sub- 
tus  aeneonigra  pedibiis  nigris,  prinio  tarsorum  articiilo  riifo. 
Long.  Vk-2'". 

Phytodecta  vitellinae  Kirby  Fauna  Bor.  Amer.  216. 

Aus  den  mittleren  und  westlichen  Staaten,  und  vom 
Obersee. 

Bei  einem  Stücke  vom  Obersee  sind  die  Flügeldecken 
schwarz. 

Die  in  des  Verf.  Diagnose  enthaltene  Angabe,  dass  nur  die 
beiden  ersten  Fühlerglieder  röthlich  seien,  berührt  nur  eine  indi- 
viduelle Eigenthümlichkeit ,  und  nur  auf  einer  solchen  beruht  auch 
ohne  Zweifel  die  Notiz  von  der  rothen  Färbung  des  ersten  Fuss- 
gliedes,  die  ich  bei  keinem  der  mir  vorliegenden  Stücke  bestätigt 
finde.  Bei  diesen  Allen  sind  vielmehi*  die  Fussglieder  schwärzlich, 
am  Rande  verwaschen  pechbraun ,  das  dritte  manchmal  auf  der 
ganzen  imteren  Hälfte  gebräunt.  Uebrigens  ist  Kirby's  und  des 
Verfs.  Bestimmung  der  Art  unrichtig;  der  Nordamerikanische  Kä- 
fer, der  auch  von  mir  selbst  in  der  Linn.  Ent.  V.  262  eben  so 
unrichtig  zu  Chr.  vitellinae  gezogen  worden  ist,  gehört  zu  Chr. 
vulgatissima  Linn.,  wie  dies  die  vorliegenden  Exemplare  aus  Penn- 
silvanien  im  Mus.  Berol.  (sowohl  blau  mit  purpurröthlichem  An- 
fluge besonders  des  Halsschilds,  als  auch  ein  ganz  kupfrig-purpur- 
farbiges  Stück,  wie  es  mir  unter  den  Europäischen  noch  niemals 
vorgekommen  ist)  darthun:  damit  stimmt  auch  die  Angabe  des 
Verfs.  über  die  Punktirung  der  Zwischenräume,  und  nicht  weniger 
Kirby's  Angabe  über  die  Körperform  („bo'^^y  oblong'^).,  die  Grösse 
C2^W^i  und  über  die  von  diesem  Autor  sogar  als  Gattungsmerk- 
mal benutzte  Gleichheit  des  2.  und  3.  Fühlergliedes.  Ueber  die 
Synonjmie  der  Art,  welche  meiner  21.  Gruppe  (Chrysomelae  sa- 
licivorae  Linn.  Ent.  V.  S.  257)  angehört,  ist  deren  Beschreibung 
(Linn.  Ent.  a.  a.  0.  258.  n.  176)  nachzusehen,  und  daselbst  das 
Kirby'schQ  Synonym  nachzutragen. 


H. 

35.     Chr.   viridis.    Rotundata   obscure   viridis,   an- 
teunis  scutello  pedibus  corporeque  subtus  nigricantibus,  fronte 


395 

Unea  impressA,  thoraic  spargim  poQctulato.  clytriH  suhtiitter 
poDctato  8triatis,  Btriis  rcmotis.     Loop.  l'j — l*j    . 

CioMtropAyta  rtniits   Melfh.    3,    175. 

Mutiert  Staatnt. 

Die  einzicr  Art  nifinrr  20.  (inippo  (Chr.  globulotae.  Linn. 
Knt.  V.  S.  243».  wdrlic  zur  Kunde  «Irv  Ycrfs.  gelangt  ist,  ob- 
wohl deren  nicht  b!o««s  Mexico,  sondern  auch  das  Gebiet  der  Ver- 
einigten Staaten  noch  mehrere  nahe  verwandte,  and  in  Grösse 
und  Kftrhnnp  unseren  Enropäf«chen  Artrn  i)o<h  nähor  kommende 
aufzuwei-ion  hat.  Die  vorlieponde  gehört  znr  dritten  Abtheiinng 
jener  Gruppe:  die  «.chmale  F'rhöhnnp,  uciche  die  Vordrrhüften 
trennt,  i>t  jedoch  nur  »»ehr  «chwach  pf kielt,  die  (»berseite  des 
Körpers  dagegen  wiel  starker  gewölbt  als  bei  irgend  einer  unserer 
hierher  gehörender  Arten,  so  dass  dieselbe  nach  dem  Habito': 
(and  nicht  weniger  nach  der  Grösse)  vielmehr  mit  den  Arten  der 
ersten  Abtheilimp,  namentlich  mit  unsorcr  Chr.  earnioUra  ver- 
plichcn  werden  kann.  I)ie  Punktstreifen  siml  äusserst  fein  and 
sehr  regelmässip,  aus  etwas  in  die  Länge  pezopenen  Punkten  pe- 
hildet,  hinterwärts  nicht  schwächer,  die  Zwischenräume  sehr  breit, 
flach,  äusserst  fein  und  dicht  quer  nadelriäsig ,  daher  die  Ober- 
fläche nar  matt  metallisch  schimmernd.  Der  äosserste  Punki^treifen 
ist  aus  sehr  vereinzelten,  nur  eine  Strecke  hinter  dem  Vorder- 
und  <lann  wieder  am  llinterrande  einanticr  näher  gerückten  Punk- 
ten gebildet,  der  Rand  der  Mittelbru^t  in  einem  sehr  flachen,  in 
der  Mitte  leicht  uinkelipen  Bogen  ausgeschnitten,  die  Querleiste 
zwischen  den  Mittelhiiften  gerade.  Die  Farbe  des  Schildchens  finde 
ich  nicht  eben  dunkler,  als  die  übrige  Oberseite. 


Aosser  der  penannten  enthalt  daN  (iebiet  der  U.  St.  nur 
jedenfalls  noch  mindestens  eine  hierher  gehörende  Art,  dir 
ich  aus  dem  Mu«.  Herol.  unter  dem  Namen  Chr.  afrugmota  Knoch 
zur  Ansicht  erhalten  habe.  Sie  gehört  mit  Chr.  rtndi»  in  die- 
selbe (dritte)  .Vbtheilung  der  (Jruppe.  ist  aber  kleiner  (höchsten«- 
1  • ,'"),  bei  pleichialls  etwas  au<«gezupcner  Spitze  der  Deckscbilde 
flacher,  die  Farbe  ein  tmbes  F.r/bmuu .  wie  bei  unserer  Chr. 
pyriti)»a.    nur    die    I  '.'he     f.illend.       I'i- 

Punktiranp    des    Koj:  dicht    und  kr..' tu. 

des  IIaK«childs  zerstreut,  in  der  Mitte  lenier,  seitwärts  derber 
und  etwas  dichter,  gegen  den  Rand  >'"  «'..1er  fast  ganz  ver- 
schwindend. Die  Punktstreifen  sehr  :  .',  aus  deutlicheD. 
einander  ziemlich  nahe  -  '  etwas  stärkeren 
Punkten  ^vbiM-t:  die  Pu:.  erst  eine  Str- .  kc 
hinter  der  Schulter  bcginocnU  ».  •  i*  der  Spitze  zu  ^f- 
nähtrt.       Die     breiten    flachen    Zv               ume    nicht    qucmiailig. 


396 

Bondern  gleichmässig  äusserst  fein  genarbt;  hierin,  wie  in  der 
zerstreuteren  Punktirung  des  Ilalsschilds  und  der  abweichenden 
Färbung  besteht  eigentlich  der  wesentliche  Unterschied  von  Chr. 
viridis.  Der  Brustrand  ist  in  leichtem  Bogen  gekrümmt,  die  Leiste 
zwischen  den  Mittelhüften  nur    in   ihrem    mittleren  Theile    gerade. 

Ausserdem  findet  sich  im  Mus.  Berol.  noch  ein  von  Herrn 
Zimmermann  eingesandter  Pennsilvanischer  Käfer,  den  ich,  wenn 
die  vorhandenen  Abweichungen  nicht  etwa  sexueller  Natur  sind, 
mit  dem  eben  beschriebenen  nicht  füglich  vereinigen  kann.  Er 
ist  bei  gleicher  Färbung  und  im  Ganzen  gleichem  Habitus  noch 
kleiner  (etwa  V")  und  mit  der  Spitze  der  Flügeldecken  noch  et- 
was mehr  ausgezogen,  die  Sculptur  des  Kopfes  und  der  Zwischen- 
räume wie  bei  jenem,  die  des  Halsschilds  aber  zerstreuter,  etwas 
stärker,  gleichmässiger  verbreitet,  und  in  der  Mitte  kaum  schwä- 
cher als  nach  den  Seiten  hin;  die  Punktstreifen  hinterwärts  kräf- 
tiger, von  der  Mitte  ab  und  die  seitlichen  in  ihrer  ganzen  Aus- 
dehnung in  leichte  Furchen  eingedrückt,  die  Punkte  des  9.  noch 
etwas  mehr  vereinzelt.  Zur  Unterscheidung  dieser  drei  Arten 
muss  auch  die  Diagnose  der  Chr.  viridis    etwas   geändert  werden. 

35.  Chr.  viridis  Melsh.  Subrotunda  convexa  viridis, 
thorace  crebre  punctulato,  elytris  subtihter  punctato-striatis,  inter- 
stitiis  transversim  rugulosis.     Long,  l^a  —  IVö'"- 

35b.  Chr.  aeruginosa  Knoch.  Subrotunda  convexi- 
uscula  obscure  aenea,  thorace  sparsim  disco  subtilius  punctulato, 
elytris  punctato-striatis,  interstitiis  subtilissime  cicatricosis.  Long. 
1V4-IV3'". 

35  c.  Chr.  n.  sp. ?  Subrotunda  convexiuscula  obscure 
aenea,  thorace  sparsim  punctulato,  elytris  punctato-striatis  inter- 
stitiis subtilissime  cicatricosis  lateribus  et  postice  convexiusculis. 
Long.   1'". 

Ich  enthalte  mich  jedoch,  diese  dritte  Art  mit  einem  eigenen 
Namen  zu  belegen,  da  es  immerhin  möglich  ist,  dass  sie  nur  das 
d*  der  vorhergehenden  bildet.  Das  Nähere  darüber  Averden  Beob- 
achtungen an  Ort  und  Stelle  ergeben  müssen. 


L 

Die  folgenden  Arten  gehören,  soweit  dieselben  mir  bekannt 
geworden,  sämmtlich  meiner  18.  Gruppe  (Chr.  subdentatae  Linn. 
Ent.  V.  S.  237)  an  und  sind  zum  Theil  mit  Europäischen  Arten 
identisch,  übrigens  von  einander  sehr  schwer  zu  unterscheiden, 
und  daher  bei  einigen  derselben  die  Selbstständigkeit  nocb  etwas 
zweifelhaft. 


897 

•Vi.     flir.    (liHßiniilis.      Ohlonpo-ovata    acnco-rocru 
loa  ant  virirlis.   antoniiis   podibiis  rr.qioro  subtus  nipris.  ca- 
pitr    intrr  antciinas  impresso,   thoracc  convcxn  latorihn«  ro- 
tuDclato.  aiipiilis  |)08ticis  «iblUKis,  muIcIIm  inipnnctato,  clytris 
(Tchrc  ponctatis.     I.oiig.  2*'«"'. 

Say  J.  Aea.l.  ;{.   1;')!. 

.\tt>ntgcit. 

In  der  FärtuMiK  veränderlich,  uianehiual  dnukelpinpur 
tarbij;  oder  aueh  ^liin/end  prltn,  mehr  oder  weniger  bläu- 
lich sehillernfl,  besonders  zunächst  an  der  Naht. 

Uei  dem  Kafcr,  den  Ilr.  Trof.  Schaum  als  Ckr.  iiis»tmiht 
Saif  aiiN  Nordamerika  mitj;rhraeht  hat ,  und  dessen  Beslimniung 
dalier  wohl  als  znverlilssin  anpenonimen  werden  darf,  ist  da.-^ 
Schildchen  keine^wt  j;ps  ohnr  Punktirun^',  sondern  in  der  Mitte 
bis  znm  Vorden-andc«  hin  mit  allerdinL's  sehr  vcreinzcjicn  Punkten 
bestreut,  tcbriirens  stinunt  dtiselht.  nani<  ntlich  in  der  sehr  cha- 
raclerislist  hen  rcKulmassipen  Zurundunp  der  Halssehildsseiten ,  de- 
ren grössto  Breite  dadurch  in  die  Mute  f/Ult,  und  der  gleichmässig 
dichten  uml  derben  Punktinni!;  der  Decksehilde  so  mit  der  Bc- 
schreibune  dis  Verf'«.  üherein.  dass  ich  auch  nicht  zweifle,  da.s 
von  ihm  gemeinte  Tliier  wirklidi  vor  mir  zu  haben.  Ich  fuge 
deshalb  seinen  An;:ahen  nur  hinzu,  dass  die  Pnnktirung  de^  Ilals- 
vchilds  fa>t  eben  ^o  dicht,  aber  etwas  feiner  i^t  als  die  der  Dcck- 
schUde,  dass  unter  einem  gewissen  Winkel  sich  auf  jenem  eine 
schwache  Spur  einer  kielig  erhöhten  Lftngslinie  zeigt  und  von  die- 
ser ab  die  Ilals'.childstlache  nach  bei<li  n  Seiten  zu  regelmäsMg  in 
sehr  tlachf-r  Krummuim  abfallt,  und  d.iss ,  wie  auch  bei  den  ver- 
wandten .\rten,  die  >eiteiirrtnd' r  der  Deckschihle  sich  unten  etwa- 
einwftrt*  biegen .  so  da»-»  über  du^ser  Umbiegung  sich  eine  An 
stumpfer  IiUig>linie  bemerkbar  macht.  In  Amerika  selbst  scheinen 
mit  dieser  Art  auch  verwan<lte  Arten  vcnnengl  zu  werden;  so  er- 
hielt Hr.  fkif/il  aus  Maryland  die  unten  folgende  ihr.  cyanta 
Mflth.  unter  dem  Namen  (fir.  ditsuntU»  mitgetheilt. 

.■>T.    Chr.  eacsia.    Oblonpoüvata  acncoviridi»  nitida, 
pcdibns  et  corpore  »ubtns   nipro  •  virescentibn»,    eapitc   tho 
raceqiie    crebrc    ])Uue(atis    angulis    posticis    obtnsi».    elytns 
punctniatis      I.ong.  2»'i — ^'/j**'- 

i'nhjorutfn ,    bci    San    I'rnnci'rn. 

Das  HalsHchiid  i»t  nierkli<h  tu  hmalcr  al^  die  Pcck- 
achilde,  und  der  Kr»rpcr  lHn;,'er  und  gewölbter,  als  bei  den 
folgenden      Kiu  Stllck  ist  «lehwarz. 


398 

Ich  kenne  diese  Art  nicht;  nach  der  Diagnose  miisste  die 
Hauptabweichung  von  der  vorhergehenden  und  folgenden  darin  be- 
Bteheu,  dass  die  Punktirung  der  Deckschilde  feiner  wäre,  als  die 
des  Kopfes  und  Halsschilds. 

38.  Chr.  cyanea.  Oblongo-ovata  purpurascens  cre- 
hrc  punctata,  antennis  pedibus  corpore  subtus  purpuraseenti- 
nigris.     Long.  2'/;/". 

Gastrophym  cyanea  Melsh.   Procecd.  Acad.  3,   175. 

Mittlere  und  südliche  Staaten. 

Der  vorhergehenden  Art  nahe  verwandt,  aber  abwei- 
chend durch  breiteres  Halsschid  und  längeren,  verhältniss- 
mässig  schmaleren  Körper. 

Die  vorstehende  Diagnose  und  Beschreibung  reicht  nicht  hin, 
den  Käfer  von  Chr.  dissimilis,  mit  welcher  derselbe  überhaupt 
nicht  verglichen  worden  ist,  zu  unterscheiden.  Beide  gleichen  ein- 
ander ausserordentlich,  aber  bei  der  vorliegenden  Art  ist  die 
Punktirung  etwas  feiner,  auch  nicht  ganz  so  dicht  gedrängt,  da- 
her der  Zwischengrund  glänzender;  der  Hauptunterschied  aber 
zeigt  sich  in  dem  Baue  des  Halsschilds,  dessen  Seiten  bei  Chr. 
cyanea  nicht,  wie  bei  jener,  gleichraässig  zugerundet,  sondern  von 
den  Hinterecken  aus  bis  zum  ersten  Drittel  fast  geradlinig  diver- 
girend ,  und  dann  nach  den  stumpfen ,  aber  mehr  vortretenden 
nicht  so  breit  abgerundeten  Vorderecken  zu  kurz  umgebogen  sind, 
so  dass  die  grösstc  Breite  weit  vor  die  Mitte  fällt.  Die  Sculptur 
des  Schildchens  ist  eben  so  veränderlich  als  bei  jener,  denn  ich 
habe  Stücke  mit  und  ohne  Punktirung  desselben  vor  mir;  ebenso 
wandelbar  ist  die  Färbung,  letztere  im  Allgemeinen  lichter  blau 
als  bei  Chr.  dissimilis,  mit  stellenweise  verbreitetem,  manchmal 
nur  die  Schultcrbeulen  einnehmendem  grünlichem  oder  purpurröth- 
lichem  Anfluge ;  seltener  ist  der  ganze  Käfer  goldgrün ,  unserer 
Chr.  raphani  ähnlich,  aber  von  dieser  leicht  an  der  viel  feineren 
Punktirung  zu  unterscheiden. 

39.  Chr.  polygoni.  Oblongo-ovata  aeneo-coerulea 
nitida,  antennis  nigris  basi  rufescentibus ,  thorace  sparsim 
pnnctulato,  auo  pedibnsque  rufis  tarsis  nigris,  elytris  crebre 
punctatis.     Long.  2"'. 

Linn.  Fn.  Suec.  520;  Syst.  Nat.  2,  589.  24.  Harris 
Insects  118  (2d.  edit.) 

C.   coeruleipennis  Say  J.  Acad.  5,  296. 
Phaedon  polygoni  Kirby  Fn.  Bor.  Am.   216. 
Südliche  und  mittlere  Staaten. 


3J>9 

Die  DonUmcniuuuMrhPu  Kxrm|»larc  stimmen  mit  <ion  iitiHripen 
auf  das  (niiauo'»!»  ubt*r»iii.  I>rin  Vorf.  wliriiicn  deren  nur  hlauc 
2U  (»f">i(hl«'  ßekommiM)  /u  sein ;  mir  liont  ji'do«'h  aus  verschiodtiicti 
Sanimlunp<ii  ein»"  uncleich  grossere  Zahl  von  M'h<>n  prlln<n  als 
blaoen  runi  Vi-rnloicho  vur.  Nach  Unm*  loht  die  Art  in  Ame- 
rika ebtn  so,  wif  bei  un».  auf  l'ohjgonum  avicufare  Linii.  l'ebcr 
die  Synonymie  dersellnMi  vgl.  länn.   KiiL  V.  S.   237.  n.    KU. 

4'».     Chr.   r(»rinosa.     ( »hlongo-ovata   convcxa    viridi 
auroR  sulitiis  \iolacoa  jiro|un<lo    pimotata,    tliorari.H    aiifrulis 
pttsticis   ohuisis,    scutilK»    fivtrnrum^'ur    sntiira  piirpuraKcen- 
tibns,    limbo    cxtcriorc    rocriilcu,    autonnis    palpis    tlljümque 
nijfris.     Lonp.  2  ". 

Say  J.  Acad.  3.  451. 

Kntifat   und   Santa    Fr. 

Na»  li  dieser  Diagnose  s«heini  dii-  .\rt,  welche  ich  nicht  ge- 
f«ehen ,  iin^«  rer  (V,r.  raphatn  Fal-.  silir  nahe  verwandt  vn  sein, 
uiid  ist  vielleithi  von  «ierselben  gar  nicht  einmal  bpccirisch  vcr- 
Mrbiedeo ,  da  auch  Chr.  raphani  von  Ktrhij  aJs  Nordamerikanische 
Art  aufgeführt  wird.  Ohne  den  Vergleich  authcntischtr  Kxmiplare 
lAttt  sich  darüber  freilich  nichts  Sicheres  bestimmen. 

Verzciihniss  d(>r  mir  nicht  zu  (Jcsicht  gekommenen 
Arten: 

Chr.  viniinalis  f.inn.  Mann.  linij.  Mose.  Isö.S.  Kus- 
sJHches   Amerika. 

Chr.  lapponica  M  ii  n.  .Mann.  Mull.  Mose.  1^03.  Ras- 
^isrhe«   Amerika. 

I'hratora  inlcrstitialis    Mann.    Bull.    Mnsr.    \^.\. 

Chr.   h  H  s  i  I  a  r  i  H    Say  .1.   .Vcad.  3.  4ö  1 . 

Chr.  adouidiü  Fabr.  Kl.  1,  431.  IMiardon  adonidis 
Kirby  F.  H.  A.  21«. 

(rftstrophysa  acnca  Mels.  IV.  .\cad    .{.   IT;'). 

(iaRlrophyna  raphani  Fabr.  Kirby   F.  H.  .\.  21rt 

-Mle  vorstiliend  von  mir  besrhricbrnen  Kxem|»lare  bc 
finden  Hi(  h  in  der  Sammlung  von  Dr  J.  L.  I.r  Cotiir,  wel 
rhem  ii  h  ftlr  »«ine  wertlivoUe  rntf^rntllt/unp  nml  Bein  pc 
fallipcH  I)arlcihen  von  iKlrlit  rn  niid  K  »r  rn  m<'in«M)  aufrich 
tigen  Dank  an.<ulrlleke 

Ilimichtlicb  der  letztgenannten  Arten  beiirhrflnke  ich  mich 
anf  ein  paar  iJoim-rkungen    zu  den  drei  erstgouannton   Arten. 

1.  Chr.  \iminalis  I.iun.  i^t  nach  (tr.  Afiinmrrheim*  An- 
gäbe  (3.  Nachtrag  etc.  S.  1H4.  n.  24'.')  an  dem,  in  den  Morton- 
Sund  sich  crgicsscndcn  Flavse  Kicichpalh    gefangen    worden,    ood 


400 

«war    ein   Stück    meiner   var.  y.     Die   zu  dieser  Art    gehörenden 
Citate  s.  Linn.  Ent.  V.  S.  211.  n.   150. 

2.  Chr.  lapponica  Linn.  nach  demselben  Autor  (a.  a. 
0.  S.  163.  n.  248)  auf  der  Halbinsel  Kenai  an  mehreren  Stellen 
auf  Weiden,  und  zwar  nur  Stücke  mit  vorherrschend  bläulichen, 
röthlichgelb  gezeichneten  Deckschilden,  wie  ich  sie  in  der  Linn. 
Ent.  V.  S.  196  n.  138  unter  var.  ;'.  beschrieben  habe.  Exem- 
plare von  diesem  Fundorte  habe  ich  nicht  gesehen;  dagegen  linden 
sich' -im  Mus.  Berol.  drei  nordamerikanische,  unzweifelhaft  hierher 
gehörige  Stücke  ohne  nähere  Angabc  des  Fundorts,  welche  das 
Vorhandensein  der  Art  in  jenen  Gegenden  hinreichend  feststellen. 
Dieselben  gleichen  in  der  metallischgrünlichen  Färbung  des  Kör- 
pers mehr  unserem  Europäischen,  als  dem  vorherrschend  stahl- 
bläulichen üstasiatischen  Käfer;  ausserdem  aber  stimmt  das  erste 
Stück  (mit  einfarbig  gelben,  nur  längs  der  Naht  dunkler  gesäum- 
ten Deckschilden)  auf  das  Genaueste  mit  der  von  mir  a.  a.  0. 
beschriebenen  var.  a  überein.  Das  2.  und  3.  passen  mehr  zu 
der  von  Gebier  (Käf.  Westsibir.  357)  angeführten  var.  e  („elytris 
rtifo-testaceis,  Signatur is  cijaneis  obsoletissmis")  ^  die  Spitze  der 
Deckschilde  ist  bei  beiden  schwach  metallisch  angelaufen ,  und  die 
hintere  Hälfte  derselben  zeigt  bei  dem  einen  einige  ganz  verlo- 
schene Wolkenfleckchen,  aus  denen  nur,  wer  die  Normalform  der 
Art  kennt,  Spuren  der  Mittel-  und  Hinterbinde  herauslesen  wird, 
während  bei  dem  andern  schon  eine  wenn  auch  nur  verwaschene, 
doch  deutlicher  erkennbare  schmutzigbräunliche  Mittelbinde  vor- 
handen ist. 

Eine  überaus  nahe  verwandte,  von  den  in  der  Linnaea  Ent. 
a.  a.  0.  angeführten  violettschwärzlichen  Exemplaren  der  Chr. 
lapponica  kaum  anders  als  durch  stärker  abgeflachten  Körper  und 
fieckenartig  zerrissene,  aber  doch  die  dunkle  Mittelquerbinde  unter- 
brechende gelbe  Zeichnung  der  Plügeldecken  abweichende  Art  er- 
hielt ich  ohne  Namen  als  Mexicanischen  Käfer  aus  dem  Mus. 
Mnhlenp/ordt  zur  Ansicht. 

3.  Phratora  interstitialis  Men.  nach  Mannerh. 
(a.  a.  0.  167.  n.  251)  gleichfalls  am  Flusse  Kwichpakh  und  an- 
scheinend nur  in  einem  einzigen  Stück  gefunden.  Der  Käfer  soll 
der  Chr.  titellinae  (wahrscheinlich  ist  darunter  Chr.  vulgatissima 
L.  verstanden)  nahe  verwandt  sein,  sich  von  ihr  aber  dadurch 
unterscheiden,  dass  die  Dcckschilde  mit  einer  dichten  und  tiefen 
Punktirung  bedeckt  sind,  die  sich  nur  längs  der  Naht  in  Punkt- 
streifen ordnet.  Einen  grossen  Schrägeindruck  jederseits  auf  dem 
Halsschilde  ist  der  Autor  geneigt  für  eine  Zufälligkeit  zu  halten ; 
ich  möchte  daraus  überhaupt  auf  eine  regelwidrige  Ausbildung 
des  gefundenen  Stückes  schliessen,  durch  welche  mir  die  Selbst- 
ständigkeit der  auf  dasselbe  gegründeten  Art  mehr  als  zweifelhaft 
wird. 


401 

Dir  rurnemiiirn   und   Klutrriden   in   ktirlanil   und  M>laiid. 

Mil   lic/.iiL'iialiim'  ruil   riiicii   wcni^'   hc-kanntcii   Artiki-1 
\.»ii  Eachscholtz. 

\'un     II.     lAatiall. 

Aufgefnnlort  von  drni  Prlisidcntcn  unseres  Vereint»«, 
ciuc  kleine  Arbeit  <le.s  i.  .1.  \^'M  verstnrhenon  Dr.  Fr.  K^rh- 
ßcholtz  über  die  Sprinj:kiifer  Livlands  zum  Wiedorabdruek«; 
in  die  Kntomnl.  Zcitnnp  ein/unenden,  da  sie  in  einer  wenig 
verbreiteten,  kaum  Über  die  Cren/.en  der  Ostseeprovinzen 
hinansjjrehenden.  Zeitsebrit't  *)  i.  .1.  l'^SO  zuerst  er.scbitu  und 
sehr  weni^'  bekannt  /n  sein  scheint,  koninie  ieh  dieser  Auf- 
forderung gern  nach.  /u;;lcieb  lasse  ieh  eine  Tebersieht  Über 
die  Kueneniiden  und  Klateridin  in  Kurland  und  Li\lanil 
vorausgehen,  soweit  diesell)en  mir  dureh  eigenes  Sammeln  unil 
durch  sonstige  Mittheilungen  bekannt  geworden  sind,  leber 
das  Vorkommen  der  Ksclischoltzsehen  Speeies  habe  ich 
einige  Amleutungen  benutzen  krmnen,  die  von  dem  Herrn 
Professor  Dr.  H.  Asniuss  in  Dorpat ,  einem  Schüler  des 
Wrstorbenen,  in  einer  Vorlesung  über  Livliindiselie  Kilfer 
i.  J.  I8r)<»  gegeben  waren.  Tvj)en  dieser  Käfer  mögen 
im  Besitz  des  lim.  Dr.  Asmuss  sein.  Die  ganze  Sannnlung 
Eschscholtz's  aber  wurde  nach  Moskau  hin  verkauft  und 
soll  dort  bedeutend  gelitten  haben.  Ausserdem  habe  ich 
nur  hei  den  seltensten  Käfern  des  Verzeichnisses  an^'.' 
geben,  wo  sie  sich  landen;  die  Übrigen  kommen  in  Kurland 
hie  und  da  und  meist  auch  in  I.ivland  vor.  Die  .\nordnung 
ist  nach  v  Kiesenwetter  in  «ler  Xaturgeschiehtc  der  Insee 
ten  Deutjichlands,  begonnen  von  Erichson,  fortgesetzt  von 
Schaum,  Kraatz  und  Kiesenwetter,  Colcoptera  4.  li«!  ,  b. 
arbeitet  von  v.  Kiesenwettcr.  Berlin  l^ö^^.  S.  IT.'I— HH-t.  — 
1»  h  t'Uhrc  demnach  an: 

1.     EucDemidac. 

Lissomus  eijuestris  Fab.     Kurl.     Auch  bei  Riga. 

Melasis  buprestoides  L.     IJ>land,  Kurl.     .'^ehr  sollen. 

<  Uho  sphontiyloidcH  ijerm.  (.Mag.  d.  Kntoni.  III.    S  2.'V).  N'aeh 


•;    Vxf   Qu»l«>mb«r.     ZciUrhrift    für   nftnir*i»<.rii<..  ImAli.  h.>,    i».- 
■rhichtiicho.  phili>io(nsobo,  litornri»«  h«'   n-  '  !.«  et«-, 

uotrr    Mit\«irkin)^    Jor  KurUntlinchi^n  (•■  ,r    und 

Kunüt  h^raiim;' ;;ob«"n  von  I)r.  K.  •  hr.  x.  1  r.>ii:.(  t(< t.  ^,  IM..  3.  Hoft. 
Mitaii  Ib'MK  ^.  von  S.  13—19.  —  Von  di«»«T  Z^nlarhrin  omcbienen 
üborhaapt  nur  zwii  nänil»  Mabr^Ängp). 


402 

Buttner,  der  diesen  Käfer  an  einer  Espe  fand,  von 
Niemand  weiter  in  Kurland  aufgefunden.  BUttner'a 
einziges  Exemplar   ging  in   den  Besitz  Germar's  Über. 

Eucnemis  capueinus  Ahr.     Kurl.   bei  Schleck  und  Kabillen. 

Microrbagus  pygmaeus   Fb.     Füssen   ( in   Kurland ).     Auch 
in  Livland. 
—     Sablbergi  Mannli.  Schleck. 

Nematodes  filum  Fb.     Füssen. 

Hypocaelus  procerulus  Mannli.     Füssen. 

Hyh^chares  cruentatus  Mannh.     Dorpat  (Esehscholtz). 

Hylobius  alni  Fb.     Füssen.     Auch  in  Livl. 

2.    Elateridae. 

Adelocera  fasciata  L. 

lepidoptera  Gyll.     Kurl.  s.  selten. 

varia  Fb.     Livl.  s.  selten. 

conspersa  Gyll.  s.  selten. 
Lacon  murinus  L. 
Adrastus  limbatus  Er. 

pallens  Fb.  Er. 
Synaptus  tiliformis  Fb.  zieml.  selten. 
Melanotus  castanipes  Pk. 

rufipes  Hbst. 
Agriotes  aterrimus  L. 

lineatus  L. 

obscurus  L.  (variabilis  Fb.), 

sputator  L.  (lasiopterus  111. j. 

ustulatus  Schall. 

cribrosus  Esch.     Dorpat. 

corallifer  Escb.     Dorpat.     Wiederholentlich   gelingen. 
Dolopius  marginatus  L. 
Sericosomus  brunneus  L.  ?  (fugax  Fb.  <f). 
Corymbites  haematodes  Fab. 

castaneus  L. 

pectinicornis  L. 

cupreus  Fab. 

tesselatus  L.  (assimilis  Gyll.). 

affinis  Fk. 

quercus  Gyll.     Dorpat  (Esch.). 

impressus  Fab. 

metallicus  Fk. 

melancholicus  Fab. 

aeneus  L. 

cruciatus  L. 

bipustulatus  L.  selten. 

holosericeus  Fb. 


403 

Ctmpylus  rubeiH  PilKr  et  Mittorpaclier. 
linearis   L. 
borealis.     Mitau.    Piissen,  s.  gelten. 

Atliuofl  ui^er  L.  «aterrinais  Fb..  I:i«'8us  Gerui.,    birtus  et   alpi- 
UUH  Kedtb.,   var.   serulMtur  Kciltb.) 
rutUH  I)o^ 
Laemurrboiduli8  I-'Ij. 
vittatuH  Fb.  selten. 
IunKitt»Ili9  Oliv, 
uutlulatiis  I)«j..  I*k. 
subfuscuh  Müll.,  (iyll. 

Liniouius  cylindricus. 
teuuicuruis  (lerni. 

Fiater  8an^Miinciis  L. 

lytbropteru.s  Uirn». 

»auguinulentu.s  Scbrk. 

praenstus  Fb. 

crocatus  (icrni.  selten. 

punioruiii  Hlist.,  Gerui. 

clun^'alulii.s  Ul. 

balteatns  L. 

tristJH   L. 

brunnieorni.s  Gcrui. 

uigrinus  Genn. 

erytbn»gunns  denn. 

cinnaberiuus  Kscb.    niebt    bUnlij:,   bei  Dorpat    und    K<>- 

keubiiscn.     4'  j'"  I. 
erube8ceD.s  Fach.     iJorpat,  ab  nnd  zu. 
ocbroptcrus  Dcj.     Durpat,  sebr  selten.     Piissiii. 

Cn'pbthypnus  riparius  Fab. 

tenuiedniis  Kiesenw.  (clonK&tuH  Kedtb  i. 
quadriitu.stulatds   Fb 
pulcbellus  L. 

C'ardioj)boruft  rnficullis  L 
tnoraeicus  Fb 
ebeninus  (tcmi. 
maHcuInfl  F>. 
aBcIluH  Fr.  t'n 
atranientarinn  Fr. 
rineren^   Hbst. 
cqniseti    libst. 
rubripes  (Jerni.  (advena  .'*«trni  >.     Knriand;  «eltcu 

Fa  folge  nun  die  Arbeit  von  Fxcbschuitz: 


404 

Die  Springkäfer  Livlands 

unter  neuere  Gattungen  vertheilt. 

Es  ist  von  mehreren  Entomologen  für  nothwendig  er- 
achtet worden,  dass  die  Springkäfer,  ebenso  wie  die  Raub- 
käfer und  Rüsselkäfer,  unter  mehrere  genau  zu  bezeichnende 
Untergattungen  vertheilt  werden  möchten  *).  Seit  einigen 
Jahren  habe  ich  vielen  Fleiss  darauf  gewandt,  diese  Auf- 
gabe zu  lösen,  und  im  September  1828  sandte  ich  die  erste 
Uebersicht  an  das  entomologische  Archiv  von  Thon, 
wo  sie  im  ersten  Hefte  des  zweiten  Bandes  abgedruckt  ist. 
Ich  konnte  damals  etwas  über  200  Arten  untersuchen, 
welche  unter  37  Gattungen  vertheilt  wurden;  aber  im  vori- 
gen Sommer  standen  mir  500  Arten  in  der  reichen  Samm- 
lung des  Grafen  Dejeau  zu  Gebote ,  welche  ich ,  dazu  auf 
gefordert  vom  Besitzer,  alle  untersuchte.  Es  fanden  sich 
viele  neue  Formen  besonders  unter  den  so  seltenen  Eucne- 
raiden,  weshalb  nach  beendigter  Untersuchung  die  Zahl  der 
Gattungen  auf  59  stieg. 

Alle  Springkäfer  kann  man  unter  zwei  giosse  sehr 
natürliche  Abtheilungen  bringen:  bei  den  ersten  stehen  die 
Fühler  weit  auseinander,  so  dass  das  Kopfschild  nach  vorne 
zu  schmäler  wird ,  diese  sind  die  eigentlichen  Elaterides. 
In  der  zweiten  Abtheilung  sind  die  Fühler  an  der  Wurzel 
einander  sehr  genähert ,  so  dass  das  Kopfschild  nach  vorn 
breiter  wird;  hierher  gehören  die  Eucnemides.  Da  es  hier 
meine  Absicht  ist,  nur  die  in  Livland  gefundenen  Spring- 
käfer aufzuzählen,  so  haben  wir  es  fast  ganz  allein  mit  der 
ersten  Abtheilung  zu  thun,  denn  aus  der  zweiten  ist  bisher 
nur  ein  einziges  Thierchen  gefunden  worden. 

Erste  Abtheilung.     Eigentliche  Elaterides. 

Bei  der  Untersuchung  der  Springkäfer  dieser  Abthei- 
lung muss  man  zuerst  auf  die  Beschaffenheit  der  Fussglie- 
der  sehen ,  ob  nämlich  einige  derselben  lappenförmige  Ver- 
längerungen haben,  oder  ob  sie  einfach  sind.  Lappenförmige 
Verlängerungen  trifft  man  bei  sehr  vielen  exotischen  Spring- 
käfern und  auch  bei  zwei  Europäischen  Gattungen  an;  da 
die  letztern  aber  hier  noch  nicht  gefunden  sind,  so  kann 
dieses  Merkmal  wegbleiben. 


*)    Dejean   Cat.   <1.  Col.  p.  VI,    Gyllerihal  Ins.   suec.   IV  p.  360, 
Fleming  Philos.  of  Zool.  II.  p.  566. 


405 

Hoi  den  fJattunpcu  mit  linfaolicn  Fuss^'Iiedcrn  imter- 
Buclit  man  mm  den  Kopf,  uiu  zu  silun.  ol)  die  Muiidlbcile 
vorgestreckt  sind,  oder  gegen  die  Brust  hingewandt. 

I.  Mit  vorgestreckten  Mundtlieilen. 

Auf  der   Stirn    bctindet    sieh    hei    Vielen    eine    mehr 
oder   weniger    hohe  Kante ,    welch«;    von    einem  Fühler 
zum  anflern  v«'rl:iult,  hei  andern  if^t  die  Stirn  eben. 
A.  Mit  hoher  Stirnkante. 

Ein  fern-f's  Merkmal  gehi^n  die  Piedeekungcn  der 
Schenkel  der  Hinterbeine;  diese  Sehenkelplatten  sind 
entweder  sehmal  und  werden  naeli  innen  /u  allmJilig 
breiter,  oder  sie  erweitern  sieh  hier  plötzlich. 

a.  Schenkelplattcn  sehmal  und  nach  innen  allmalig  er- 
weitert. 

An  der  untern  Seite  bemerkt  man  hei  einer  (lattung 
zwei    tiele  Furehen .   weleln-    die  Fühler  aufnehmen. 
l)Agrypnu8.     Hiesige  Arten  sind   muriuus    L., 
faseiatus  L.  und  eonspcrsus  Gyll. 
liei  allen   übrigen  flattungcn    finden    sich    solche 
Furchen    nicht    vor.      Das    erste    Fussglied ,    be- 
sonders an  den    hintrr.sten  Füssen,    ist    bei    meh- 
reren so  lang,  als  <lie  zwei  ttdgcndcn  zusammen, 
bei  andern  kaum  langi  r  als  das  f(dgcnile. 
t)  Erstes  Fu.ssglicd  so  lang  als  die   zwei  folgen- 
den zusammen. 

Einige    unter    diesen    haben    einen  gerundeten 
vorspringenden    Fortsatz    am    vorderen    Rande 
der  untern  Seite  des  Halsschilds,  andern  man- 
gelt ein  solcher. 
•)   Halssehild  unten  und  vorn  mit  einem  gerunde- 
ten  Fortsatze. 
2)Athou8;  hirtus  Hb.,   h  ac  mor  rhoid  al  is  F., 
vittatus    F.,    bi  faseiatus    und    subfuscQS 
Gvll. 

•*;  Halsschild    unten     und    vorn     gerade     abge- 
schnitten. 
3)Canipylui*  Fisch.;  livens  L.   (mit  der  Varictiit 
niesomelas  L. )  und  linearis  L. 
ff)  Erstes   Fussglied    wenig    langer   al.s   das    fol- 
gende. 
4)Limonius;    cylindricus    l'ayk.    und    tenui- 
cor nis  (icrmar  Sp.  I. 

b.  Schenkelplattcn  nach  innen  plötzlich  stark  erweitert 

t)  Hei  einer  (Gattung  ist  das  Scbildcben  bestimmt 
herzförmig. 

27 


406 

5)  Cardiophorus.  Equiseti  Hb.  uud  advena 
Panz.  (ebeniiuis  Zenk.). 

ff)  Bei  den  übrigen  ist  das  Schildcben  eiförmig. 
*j  Unter   diesen    hat    eine    Gattung    sägeförmige 
Klauen, 

6)  M  e  1  a  n  0 1  u  s  Megerle ;  f u  l  v  i  p  e  s  Hb. 

**)  Die  Klauen  der  übrigen  sind  einfach. 
")  Die  Selienkelplatte  hat  bei  einer  Gattung  eine 
zahnförmige  Ecke. 

7)  Elater  L.  Die  bekannteste  Art  ist  sanguineus 
L.  mit  einer  Furche  und  schwarzer  Behaarung 
am  Halsschilde ,  welche  aber  bisher  hier  noch 
nicht  gefunden  worden  ist.  Dagegen  sind  hier 
beobachtet: 

1)  cinuaberinus  m.  niger,  flavo  -  pilosus; 
thorace  profunde  punctato,  brevi,  convexo;  ely- 
tris  lucide  rufis,  immaculatis,  ß'/a  Linie.  2) 
ochropterus  Dej.  lat.  niger ,  fusco  pilosus ; 
thorace  subtilissime  punctato,  convexo,  elytris 
rufo-ferrugineis ,  6  Lin.  3)  ephippium  F.  4) 
exsanguis  m.  niger,  thorace  nigro  piloso,  den- 
sissime  punctato,  longiusculo,  lateribus  recto; 
elytris  flavo-ferrugineis,  summo  apice  nigris,  flavo 
pilosis,  4V2  Ein.  5)  erubescens  ra.,  ater,  tho- 
race subtilissime  punctato,  planiusculo,  aequali, 
nigro  -  piloso ;  elytris  ochraceis,  cinereo  -  pilosis 
(apice  coupoloribus  vel  infuscatis),  4V2  Ein.  6) 
elongatulus  F.  7)  praeustus  F.  8)  balte- 
atus.  9)  tristis.  10)  erythrogonus  Müller 
(Germar  Mag.)  11)  nigrinus  Payk. 
"")  Die  Schenkelplatte  nach  innen  abgerundet, 
ohne  Zahn, 
8)Cryptohypnus  (Hypolithus  m.  in  Thon's  Ar- 
chiv) ;  r  i  p  a  r  i  u  s  und  p  u  1  c  h  e  1 1  u  s. 
B.    Ohne  Stirnkante. 

9)  E u d i u s  Eatr. ;  pectiuicornis,  aeneus,  cru- 
ciatus,  impressus,  assimilis,  tessella- 
tus,  quercus,  haematodes,  castaneus, 
holosericeus. 

IE  Die  Mundtheile  gegen  die  Brust  hingewandt;  die  Stirn 
gewölbt,  ohne  Kante;  die  Kanten  der  Fühlerwurzel 
vereinigen  sich  mit  der  Furche  zwischen  Kopfschild 
und  Oberlippe. 

A.    Die  Schenkelplatten  im  Ganzen  gleich  breit. 
a.    Die  Fühler  fadenförmig. 


407 

10)Agriote8;  ohHcuriis,  Hc^'ctis,  cribro- 
ins  m.  nigTO-fusfn.s.  cincrco  pilosus;  clytris  aii- 
tmiiis  1)0(1  iMiisijiK»  ft'rrni:iiu'is:  thorace  brovitisculo, 
profniKlf  punctato,  anticc  tuinido  et  latit»ri:  cly- 
tris ovati»  oliKm^'is.  o  \Än.  rdrall i  1\' r  in.  nif^ro- 
fuscus,  ciiHTco -pilosiis;  olytris  antcnnis  pcdiKus 
tlioracistpu'  inargiiu'  antiio  tt  postico  nifo- forrii- 
pincis;  thorace  sulxiuadrato,  anticc  anguntato, 
(Icnse  pouctulato,  (i(»rs()  jribbo,  elytris  nhlonpis 
2' '2  I.in.  —  und  Sputa tor  I.. 
h.     Die  Kühler  siigclVtrnii;^'. 

11)  Scrii-us;  brunnous  und  lugax. 

B.    Die  Sclicnkclplatte  nach  aussen  schniälor  als  iuucr- 

liall). 
a.    Die  FUlder  sägenirmii;. 

12)  KctioUH;  atcrriinus. 

li.     Die  Flllder  f:lde^^■|r^liL^ 

•|   Die  Sili(Mik(lplalten  \\irdcii  naeli  innen  pl«»tz- 
lirh  breiter. 

13)  Dolojiius  Mefjerl.-;  ni  arg  in  a  t  u  s, 

*•)  Die  Sehenkclplatteii  werden    naeli    innen    all- 
mhlig  breiter. 
14;  Ad  rast  US  Megerle;  linibatns. 


Zweite  Abtheilung.     Eucucaiides. 

Das  vierte  Fnssglied  ungetlieiit,   das  lialsscbild  nuten 
ohne  Furchen  und  die  Schenkelpatten  schmal. 

1.'))  Xyl'iphilus    Mannerbiini;    eruentatus    Gyll. 

1 '  r.  K  H  c  h  8  c  h  0 1 1  z. 


Zur    Bas  tu  rd  frage. 

Viiu   Pr     11     lliis«-n. 

Die  Hesprcrhung  der  Inscrtcn  Bastarde  hat  ein  we- 
sentlieh  reiferes  Interesse  erwirkt,  als  ;;chofft  werden 
duri^e.  Innerhalb  weuipcr  Monate  sin<l  «larliber  in  rcrsehie- 
denen  Zeitschriften  Artikel   Olr   und  wider  erschienen.     Ich 


408 

habe  in  der  Zwischenzeit  mich  sorgsam  bemüht,  neues  Ma- 
terial aus  allen  mir  zugänglichen  Schriften  zu  sammehi,  und 
erlaube  mir,  dasselbe  hier  zusammenzustellen.  Der  vor- 
treffliche Artikel  von  Westwood:  Description  of  a  Hybrid 
Smerinthus,  with  Kemarks  on  Hybridism  in  general  Trans. 
Entom.  Soc.  1842  T.  III.  p.  195  ist  mir  erst  jetzt  zugänglich 
geworden. 

Eine  Schrift  des  berühmten  Physiologen  Spallanzani 
vom  Jahre  1768  fordert  besonders  zur  Erzeugung  von  Ba- 
stardinsecten  auf,  um  auf  diese  "Weise  die  Frage  über  die 
Zeugung  der  Lösung  näher  zu  führen.  „Invito  a  intra- 
prendere  sperienze,  onde  averc  muletti  nel  popolo  degl' 
insetti  per  tentar  di  scogliere  il  gran  problcma  della  gene- 
razione".  Ich  habe  diese  seltene  Schrift,  die  ich  nur  bei 
Westwood  angeführt  finde ,  niclit  vergleichen  können.  In 
Bonnets  Schriften,  besonders  in  seinem  Briefwechsel  mit 
Malpighi,  ist  auf  die  Bastard  frage  mehrfach  eingegangen, 
und  werden  bei  späterer  genauer  Verarbeitung  des  herge- 
hörenden Stoffes  die  betreffenden  Stellen  nicht  übergangen 
werden  dürfen.  Vorzüglich  unbequem  erschien  die  Bastard- 
frage dadurch,  dass  durch  selbe  möglicher  Weise  Artrechte 
wankend  gemacht  werden  dürften,  und  durch  Missbrauch 
ia  der  Anwendung  Unfug  entstehen  könne.  Dass  diese 
Furcht  nicht  überall  getheilt  ist,  bezeugt  der  Ausspruch 
einer  Autorität,  deren  Kompetenz  allgemein  anerkannt  ist. 
„In  unseren  Sammlungen,  sagt  Westwood  1.  c.  p.  201,  befin- 
den sich  zweifellos  viele  Insecten,  die  bis  jetzt  Unica  sind, 
und  von  welchen  es  jetzt  nicht  unwahrscheinlich  ist,  dass 
sie  das  Resultat  einer  Begattung  verwandter  Arten  sind ; 
eine  sorgsame  Untersuchung  würde  uns  dazu  führen,  wie 
in  den  angeführten  roth  und  gelb  geflügelten  Stücken  von 
Zygaena  Ephialtes,  dies  aufzudecken,  so  weit  wenigstens 
als  Conjectur  dies  erlaubt". 

Ein  besonderes  Gewicht  ist  ferner  darauf  gelegt,  dass 
Bastarde  durch  künstliche  Paarung  in  der  Gefangenschaft 
erzeugt,  nicht  beweisend  seien,  und  dass  Bastarde  im 
Freien  weder  beobachtet  noch  gefangen  worden.  Ich  ver- 
mag bis  jetzt  folgende  derartige  Fälle  anzuführen,  zweifle 
aber  keineswegs,  dass  bei  weiterer  Durchsicht  von  Gesell- 
schaftschriften sich   ihre    Zahl   wesentlich  vergrössern  wird. 

1.  Die  Raupe  von  Sphinx  Epilobii  wurde  nach  Boisduval 
(chenilles  d'Europe)  im  Freien  gefunden.  S.  Epilobii 
ist  nach  Rambur  Bastard  von  S.  Vespertilio  und  Eu- 
phorbiae. 

2.  Die  Raupe  von  Sphinx  Vespertilioides  wurde  nach 
Boisduval    (ibid.)    im    Freien    gefunden    (cfr.    Lederer. 


409 

Wim.     MonatshcO      1«')^.    p.   2(*)\.      Hastard    v..n    S. 
Vrspcrtilio    nn<l    HippctphacH.     Beide    Falter    wind    von 
Bnisduval,    Harnt'iir    niid    andern    als    l'astardc    angc- 
spr<»(lien. 
.'>.    f'ojias  Xrrionc.  als   Bastard    von  C.  Ediisa    nnd  Ilyale 

liotrarhtot ,  ist  im  Knien  pfan'^cn. 
•l.    nie  Hatipen  der  Bastarde  \(»n  Satnrnia  Spini  nnd  Car- 
jtini    wurden    naeh    I.ed«  n  r   ( I.    e.  )    in    ("»cBtcrreich    im 
Freien  pefiinden. 
h.    Die    Raupe    des    Ba'-ta'-ds  Spli.  rhileujihnrhiae    wnrde 
hei    Berlin    in    melin  rcn  Stileken    im  Freien  gefunden; 
ef.  (lorstaeeker  Linnaea  XII. 
♦>     Bastarde    von  Zy^^acna  Trifolii    nnd  Filinendnlac  wur 
den  in  P^nprland  im  Freien   pefanpon.     cf.  Entom.  Zeit. 
l^iS«*.  p.  4L'. 
7.    Hin  Bastard    von    Lyeaena    Adonis    und    Alexis    wurde 

von  Klo|)seli  im  Frtien  .uelani:en. 
^.    Ein  Bastard  von  Hippareliia  Areania    und  llcro  wurde 
von  Schummel   im    Freien   gefangen,     ct.  Entom.  Zeit. 
1^08.  p.  2r,'2. 
0.    Ein  Bastard  von  Maniola  I'amj)hilus    und  Iphis  wurde 
von  Stein  im  Freien  frefangcn.    cf.  Entom.  Zeit  18n8, 
p.  3 in. 
K>.    Boisduval    erhielt    von   Andercjrg    in    Bricg   ein    mcrk- 
wtlrdipes  Thicr.    zugleich  Bastard    nnd   Hermaphrodit; 
eine  Seite    ist  Eithosia  anrita   mas,    die   andere  Litho- 
sia  ramosa  Jcm.     Ann.  Soe.  Entom.  Fr.   1*^34.     T.  III. 
Bull.  p.  V. 
11.  Bruand    sah    in    der  Sammlun::    des  Herrn  Bevthieu  in 
Eorle    einen    B.astard   von    Vanessa    Frticae    und    .\ta- 
lanta.      Innerhalb    !.'>    Jahren    waren    um    Locie    drei 
solche  Bastarde   gefangen.     Ann.  Soc,  Entom.  Fr.  ser. 
2    1H44.  T.  II.  Bull.  p.  VI. 
]J.    Ee  Pelletier  de  Saint  Fargeau  spricht  in   -Observation« 
siir     raee..uplrment     d'Insectes    d'espices     diffircntes 
.\nalyse  des  travanx  de  lAcid.  Roy.  des  Seionces  ponr 
l^bl.     I'hysiquc  p.  r»<)  tmd  P'.ncychip.  Meth.  X.  p.  7^4 
(ich  habe  beides  nicht  vergleiehen  kennen i  von  Bcgat 
tnnc  zwischen  Volueclla  bombylans  und  plumata.  und 
einem  Exemplar,    welches   ein  Bastard  jener  .\rten  zu 
sein  scheint,     ef   Westwood  I.  r.   p    llti^. 
Boisduval    beuhachtete    oft    Zygaena   Filinendnlac    mit 
Peneedani.  und   Z.  Tritolii   mit  Hipporrepidis    in  Begattung. 
Die  gelegten  Eier  kamen  zwar  nicht  aus.  doch  tilgt  er  hinzu 
gil    est   possi!)le  cependant,    (|ue  quelqnes  uns  ecloscnt  dans 
la  natnre".    Monogr.  Zygaanid.  p.  n.    Von  mir  nur  nach  West- 


410 

wood  1.  c.  p.  200  angeführt.  Allerdings  gehört  diese  An- 
gabe strenge  genommen  nicht  her.  Doch  schien  mir  bei 
der  Autorität  des  Beobachters  die  Anführung  wichtig. 

Von  den  12  angeführten  Fällen  ist  wenigstens  ein 
Theil  durch  so  anerkannt  tüchtige  Autoritäten  gestützt,  dass 
es  unbillig  scheint,  alle  ohne  Weiteres  für  Irrthümer  zu 
halten.  Natürlich  würde  eine  neue  und  genaue  Prüfung 
jener  Fälle  durch  einen  Sachkenner  von  bedeutendem  Werthe 
sein.  Immerhin  werden  die  Fälle  1.  2.  4.  5,  10.  kaum  einem 
Zweifel  unterliegen.  Da  nun  meines  Erachtens  schon  ein 
einziger  Fall  hinreicht,  um  die  Gegenansicht  „im  Freien 
wurden  Bastarde  nicht  angetroffen"  zu  beseitigen,  so  scheint 
mir  dieser  Zweifel  mehr  als  genügend  widerlegt. 

Den  durch  Paarung  verschiedener  Arten  in  der  Gefan- 
genschaft erzielten  Bastarden  ist  neuerdings  jedes  Interesse 
und  jede  Beweiskraft   abgesprochen.     Mich   dünkt  mit  Un- 
recht.    Abgesehen  von   dem    physiologischen  Interesse    der- 
artiger  Ergebnisse    scheinen    mir    derartige    Beobachtungen 
in  doppelter  Hinsicht  von  Werth.   Einmal  sind  sie  durchaus 
nothwendig,  um  die  im  Freien  gefangenen  Bastarde,  deren 
Entwickelung  doch   nie  verfolgt    sein    kann,    mit  Sicherheit 
zu  konstatiren.    Zweitens  sind  jene  Versuche  insofern  wich- 
tig, als  eine  in  der  Gefangenschaft  gelungene  Bastardzucht, 
uns  aufmerksam  macht,  bei  denselben  Arten  im  Freien  den 
Bastarden  nachzuspüren.     Es    ist    deshalb    schon    frühzeitig 
von  Spallanzani  in  seiner  oben  angeführten  Schrift,  und  von 
Westwood  auf  den  Werth   solcher  Beobachtungen    aufmerk- 
sam gemacht.     Eine   einschlägige  Abhandlung   steht   in  Ro- 
ziers  Journal   de  Physique  1774  T.  IV.  p.  482  von  Nicolas. 
„Indication  sur  la  maniere  d'elever  les  papillons,  les  precau- 
tions  qu'il  faut  prendre  ä  l'egard  des  Chrysalides   et  sur  la 
methode    de    se    procurer    des    Metis    en    ce    genre'^     Ein 
Dr.  D — s  aus  Florenz    (es    wäre    mir    sehr  erwünscht,   den 
Namen  jener  Chiffre  zu  kennen)  berichtet  in  Fuessly  Neues 
Magaz.  Ent.  IL  p.  366  darüber,    dass    er   die  Methode  des 
Herrn  Nicolas  ,,Bastard  Schmetterlinge  von  sehr  verschiede- 
nen   Farben    zu    erhalten ^^    wiederholt    habe,    die  Resultate 
aber  nichts  weniger  als  günstig  ausgefallen  seien.    Ich  habe 
übrigens  Nicolas  Abhandlung  nicht  vergleichen  können. 
1.    Transact.  Entom.  Soc.  III.  p.  193.    Nach  zehnjährigen 
vergeblichen  Versuchen   erhielt  House  von  Smer.  ocel- 
latus   und   populi   fünf  Brüten  Eier  von  S.  ocellatus  cf 
und    populi  $  ;    und    eine   Brut  von  S.  populi   cf    und 
ocellatus  ?.    Nur  von  den  ersten  kamen  etwa  30  Eier 
aus,   von  welchen  19  Raupen   gross   gezogen   wurden, 
und  12  sich  schon   im  selben  Jahre  in  Schmetterlinge 


411 

vorwAndeltcii.  Letzkre  Inciteu  die  Mitte  zwibchcn  den 
Kitern,  sind  aber  unter  sich  80  gleieh,  wie  bei  andern 
Inscetenarlen.  Wäbrend  sonst  bei  Snieriutbns  -  Arten, 
wenn  sie  bcrlibrt  werden,  die  .Männehen  eine  weisse, 
die  \Veib(  Iien  eine  pelbe  Flüssigkeit  von  sich  geben, 
sonderten  dir  Hastardr"  beide  (zuerst  weiss  dann  pelbj 
ab.  I)ie  Kaupen  verblieben  mit  zuirleieh  erzogenen 
Kanpcn  der  .Starnniartcn  äbnelten  bei  der  Geburt  denen 
von  S.  i)onuli,  untersehieden  sich  nach  der  ersten  Häu- 
tnng  went::,  nach  der  zweiten  mehr  von  ihnen,  und 
ähnelten  zuletzt  mehr  denen  von  S.  oecllatus.  Die  Tuppe 
differirte  nnbr  von  denen  der  Kitern,  und  hielt  genauer 
die  Mitte  als  die  Image. 

Der    Berieht    ist    in    Stainton   Weekly    lutelligencer 
1858,  p.  TT   wilder  abgedruckt. 

Westwood  hat  (I.  e.  i  den  liastard  Housc's  beschrie- 
ben und  abgebildet  Kr  sah  nur  zwei  StUekc ,  die  er 
flir  Manuellen  liiell.  I)er  l  inriss  der  Flügel  hält  die 
.Mitte  zwischen  beiden  Arten,  der  Aus.sonraiul  ähnlieh 
S.  ocellatus,  jedoch  gtzäbnt,  wenn  auch  weniger  als 
bei  S.  popnli.  Die  Zeichnung  der  Vorderllügel  oben 
kbolicb  S.  populi,  der  Aussenrand  der  dunkeln  Mittel- 
farbang  mehr  unregelmässig,  mit  zwei  gewellten  Li- 
nien, die  erste  weniger  deutlich.  Die  Zeichnung  der 
Hinterflügcl  oben  mehr  von  S.  oeellatns.  die  Färl»ung 
der  Basis  ähnlicher  S.  populi;  an  Stelle  des  schön 
nnd  scharf  gezeichneten  Auges  ein  verwaschener 
schwarzer  Fleck  mit  einem  nicht  scharf  bcgräuzten 
Aoge  darin.  Die  ganze  l'nterscite  war  S.  ocellatus 
Mhnlicher  gezeichnet,  die  Oberseit«;  des  Th<»rax  gleich- 
falls. .^Iit  .\usnahrae  der  Oberseite  der  Vdrderflügel 
waren  die  Thierc  also  dem  Vater  S.  ocellatUH  ähnli- 
cher. Westwood  bemerkt  dabii,  dass  unter  allen  be- 
kannten ilermaphroditcD  Sm.  populi  am  häufigsten,  näm- 
lich 1»  mal  vertreten  sei ,  was  auf  eine  besondere 
Anlage  oder  Leichtigkeit  zur  Verbildung  schliessen 
lasse. 

I'astardc  von  Sm.  oeellalus  u.  popnli  gezogen  von  Ha- 
gue.     Kntom.  Zeit.   1^.')^.  p.  41. 

Bastarde  von  Fl.  falcnla  und  curvatnia  gezogen  von 
Apetz.  ibid.  p.  231. 

Bastarde  v»»d  Dieranura  \innla  nnd  erminea  erzogen 
von  (inillemot.  Von  etwa  l««»  Kier  entwickelten  sich 
|(>  Kaupen,  die  zwischen  beiden  Arten  die  Mitte  hiel- 
ten; die  Kuppe  glich  mehr  der  von  D.  vinula.  Die 
ikbrnettcrlin^'c    vereinigten     gleiehfall.s    die    Merkmale 


412 


beider  Arten,  9  waren  Männchen,  1  Weibchen,  dessen 
Eierstock  nur  22  atropbirte  Eier  enthielt.  Beschrieben 
und  abg:ebildet  sind  diese  Bastarde  Ann.  Soc.  Ent. 
1856.  IV.  p.  29.  Ich  kenne  den  Fall  bis  jetzt  nur 
aus  den  Mittbeilungen  Gerstaeckers  in  Linnaea  XII. 
und  Bericht  pro  1856. 

Dieser  Fall  wird  von  Menetries  Wiener  Ent.  Monats, 
p.  197  als  sicher  beanstandet,  da  sich  bei  Petersburg 
ähnliche  Varietäten  der  Schmetterlinge  und  Raupen 
vorfinden. 

5.  Bastarde  von  Saturnia  spini  und  carpini,  und 

6.  Bastarde  von  Saturnia  spini  und  pyri  erzog  Anker  in 
Ofen  in  ziemlicher  Anzahl.  Die  Leiber  der  Weibchen 
enthielten  niemals  Eier.  Lederer  Wien.  Ent.  Monats, 
p.  200. 

7.  Treitschke  erhielt  aus  Begattung  von  Saturnia  Carpini 
und  spini  Eier;  die  Raupen  davon  waren  denen  von 
S.  carpini  ähnlich,  grün  und  schwarz  getigert,  ver- 
wandelten sich  aber  nicht,  cf.  Lefebure  Ann.  Soc. 
Ent.  L  p.  231. 

8.  Villers  Ann.  Soc.  Ent.  IL  p.  42K  traf  Zyg.  filipendulae 
cT  mit  Minos  5  in  Begattung.  Die  aus  den  vom  Weib- 
chen gelegten  Eiern  erzogenen  Raupen  setzte  er  in 
einen  isolirten  Winkel  seines  Parkes  aus,  der  keine 
Zygaenen  beherbergte.  Im  nächsten  Jahie  fing  er  an 
jenem  Orte  our  Z.  filipendulae.  Die  Beobachtung  ist 
selbstverständlich  nicht  strenge  beweisend,  überdies 
bemerkt  Boisduval  1.  c.  p.  426,  Villers  habe  wahr- 
scheinlich eine  Z.  filipendulae  fem. ,  mit  verflossenen 
Flecken  für  Z.  Minos  gehalten.  Es  enthält  jene 
Note  noch  einige  Bemerkungen  über  Bastarde  von 
Boisduval,  und  ein  Resume  über  die  geraachten  An- 
gaben von  Brülle  1.  c.  p.  339.  Villers  vermuthet,  dass 
die  zahlreichen  Varietäten  der  Nocturnen  von  Bastard- 
eiern herrühren  mögen. 

In  Betreff  künstlicher  Befruchtung  finde  ich  in  Bon- 
nets Betrachtungen  über  die  organisirten  Körper  T.  IL 
p.  261  die  Bemerkung,  dass  selbe  Malpighi  bei  B.  Mori 
misslungen  sei.  Dagegen  steht  im  Stralsundischen 
Magazin  Stück  III.  p.  241  eine  gelungene  Beobach- 
tung. Einem  sieben  Tage  alten,  in  einer  Schachtel 
allein  gehaltenen  Weibchen  wurde  der  ausgeschnittene 
Eierstock  mit  der  Feuchtigkeit  aus  den  Bläschen 
zweier  befruchteten  weiblichen  Falter  benetzt;  worauf 
die  Eier  sich  entwickelten.  Der  Verfasser  bemerkt, 
und  dies   bewegt  mich  hauptsächlich   die  Stelle   anzu- 


413 

fuhren.  (Ia«s  walirschrinlirh  auf  solclio  Wciso  iJastardc 
am  l(  ulitcsitn  /ti  crzi'Uf^on  {«cicn.  Andere  Norsdilüpc 
zu  einer  nastanl/tielit  s!«  licn  noch  in  Spallan/ani's 
pliysikalisclun  inxl  niatlicjnnti'^elien  AMiandlini;.'en 
Keip/i;:  ITii'.».  p.  IMO;  nanientlirli  macht  er  verseliie- 
«lene  Vorschliipo,  wie  man  die  Miinnehen  zur  lic- 
^'attung  ir.it  den  Weibchen  anderer  Arten  verleiten 
kfinne. 

Fllr  noeh  «eniirer  Itcweisend,  nnd  deshalb  unnütz  an- 
penihrt,  sin«l  die  Ik-ispielo  eraelitct  worden,  in  welelien 
Über  die  be(d)aehtete  I'aarun^  verschiedener  Arten  berichtet 
wird.  Ich  planbe ,  das«  man  zu  weit  peht ,  derartigen 
Fälleu  ohne  weiteres  jedes  Interesse  abzusf)reehen  nnd  selbe 
nur  als  Turiosa  in  die  IJiimpelkammer  zu  werfen.  Ein 
Theil  derselben,  niiiidieh  die  I'.e^'attnnp  sehr  nahe  ver- 
wandtet; Arten,  schliesst  sieh  so  nahe  an  die  frllher  erwähn- 
ten Fälle,  dass  ihre  Mittheilnn;:  sieh  von  selbst  reehtt'ertigt. 
Aber  auch  die  llbripen  dürfen  nicht  sofort  als  sieher  un- 
fruchtbar verworfen  werden.  An  die  sogenannten  Jumars, 
Bastarde  \on  Hindvieh  und  Ksel.  glaubten  Forseher,  die 
Niemand  eines  lächerlichen  Aberglaubens  zeihen  wird  ,  un- 
bedenklich. Ich  meine  Spallanzaiii  und  ]^1nnet.  Letzterer 
berichtet  über  die  geschehene  Zergliederung  eines  Jumars 
zu  Lyt»n,  bei  der  sieh  (wie  Üoiinet  früher  vorausgesetzt 
hatte)  der  Magen  dem  des  Vaters  ähnlieh,  d.  h.  ohne  vier 
Kammern  Vorland.  Capt.  h'ozier  bestätigt  neuerdings  gleich- 
falls die  Kxistenz  solcher  Ha.starde  in  l'ersien.  Der  von 
Taube  beoliaehtete  und  von  Sonniiii  erzählte  p'all,  dass  ein 
Hahn  und  eine  Knte  Junge  /engten,  ist  ähnlicher  Categorie. 
Muss  man  nun  aller»lings  derartige  Pralle  mit  Misstrauen 
aufnehmen,  s<»  seheint  es  doch  zu  weit  ^regangen ,  sie  ohne 
W  eitere«  für  Märchen  zu  halten,  wenn  Namen  wie  Spallan- 
zani  nn«l  Honm  t  bllrg<n  .Mb  rdin^'s  ist  auch  hier  die  I.eicht- 
gläubigkeit  des  l'ublikums  nutunter  L'rob  in  Anspruch  ge- 
oomr.ien,  wie  der  von  Ketif  de  la  t^retonne  in  seinen  kleinen 
Schriften  erzählte  Fall  beweist,  in  welchem  Mitte  vorigen 
Jahrhunderts  auf  I'cfehl  eines  grossen  Monarchen  eine  Sau 
von  ein«'m  Tagen  belegt  ein  weibliches  Junges  warf,  und 
letzteres  nach  1 1  Jahren  aul  ähnliehe  Weise  ein  Junges  zur 
^^'elt  bracht,  das  schon  beinahe  ganz  enfschweint  war! 
Cileicher  Weise  wird  <s  Niemand  einfallen,  an  die  von 
Scale»  Trans.  Knt.  Soe,  I.  Proc  p.  J^.'t  berichtete  Paarung 
von  einer  Libelle  und  Vanc>sa  urticae  zn  glanhen.  ha  die 
Libellen  die  Schmetterlinge  fangen  nnd  fressen,  wird  Seales 
(iurch  einen  derartigen  Vorgang  gefSuscht  worden  sein. 


414 

I.    Begattung  zwischen  nahe  verwandten  Arten. 

1.  Zygaena  Trifolii  und  Filipendulae,  von  Weir  Ent.  Zeit. 
1.  c.  ]).  42. 

2.  Verschiedene  Zygaenen  -  Arten ,    von  Gerstaecker  ibid. 

3.  Zygaena  Ephialtes  und  Filipendulae. 

4.  Zygaena  Filipendulae  und  Lonicerae. 

5.  Zygaena  Minos  und  Peucedani,  alle  drei  von  Stein  ib. 
p.  216. 

6.  Zygaena  Ephialtes  cf  (gelb)  und  Filipendulae,  häufiger 
von  Treitschke  beobachtet  (.5  mal  gefangen  im  Jahre 
1817).  Er  glaubt,  dass  davon  die  rothen  Ephialtes 
stammen,  da  er  niemals  rothe  und  gelbe  Ephialtes  in 
Begattung  traf;  gleichfalls  niemals  rothe  Ephialtes  un- 
tereinander, oder  rotlie  Ephialtes  und  Filipendulae. 
Mitgetheilt  von  Lefebure  Ann.  Soc.  Ent.  1.  1832. 
p.  232. 

7.  Sph.  ligustri  (/  und  Sp  ocellatus  von  Doubleday.  Die 
Begattung  erfolgte  im  Brutzvvinger  und  ist  um  so 
merkwürdiger,  als  eine  Anzahl  Thiere  beiden  Ge- 
schlechtes im  selben  Zwinger  vorhanden  war.  Ento- 
mologist. 1842  August,  p.  357.  und  Westwood  1.  c. 
p.  199. 

8.  Spilosoma  erminea  und  lubricipeda,  von  Yates.  West* 
wood  1.  c. 

9.  Agrion  pulchellum  und  puella,  von  Hansemann. 

10.  Libell.  depressiuscula  und  strioiata,  von  Brauer. 

11.  Libell.  pectoralis  und  caudalis  von  Füldner,  cf.  Ent. 
Zeit.  1858.  p.  42. 

12.  Chrysomela  menthae  und  polita,  von  Müller  und  Gistl. 
ibid.  p.  4.H. 

13.  Chrysomela  polita  d*  und  Chr.  graminis  (menthastri 
Suifrian)  von  Müller,  ibid.  p.  43. 

14.  Cassida  obsoleta  cf  mit  Cass.  lucida  9  Suffrian  Ent. 
Ztg.  1844.  p.  222. 

15.  Melolontha  Hippocastani  und  vulgaris.  Westwood  1.  c. 
p.  199. 

16.  Timarcha  coriaria  und  laevigata  beobachtete  Baran 
bei  Fontainebleau  Ann.  Soc,  Ent.  de  France  1853  Bull, 
p.  41. 

17.  Teras  emargana  cf  und  eflfractana  fand  Lefebure  in 
der  Stellung  der  Begattung ;  die  Copulatiou  wurde 
nicht  beobachtet.    Ann.  Soc.  Ent.  1.  c.  p.  232. 

Zu  erwähnen  sind  hier  noch  die  Begattungen,  bei 
welchen  sich  die  Thiere  als  verschiedene  Geschlechter  der- 
selben Art  später  herausstellen.     Nämlich  Pap.  Jurtina  und 


415 

.lailira,    vi'.   Knt.  Zti:.   I.  r.   ji.    IJ,    nml    naili    LclVImr.'    l'nv. 
<li8ca  i«  ■iniiiiactilaiia  c;'   nn<l  rataiia  Ann.  S<»c.  Kiit.  1  v.  p.  232, 
upIiIh«  niich  Kisrhcr  \uii  Hüsslrrstamin  Ann.  .S<»c.  Knl.  T.  111. 
liiill.  p.  40  nur  Varietäten  von  V    parnictana  sein  Kollen. 

II.     Begattung  xwischen  nicht  nxhe  verwandten  Arten. 

1.  Ilihernaria  iMo^'iMiiinaria  iiixl  Cerastis  vaccinii. 

2.  Bomhyx  diRjiar  nml  I'icris  hrasHirno.  Ann.  Sor.  Knt. 
Her.  111.  1.   V.  (nach  n«rl.  Knt.  Ziitscli.j. 

3.  Arpynnis  papliia  cT  on<l  Satynis  Jnnira,  zweimal  beob- 
a«Iit.t  v(in  Hlonilcl  nn<l  Hacriot  Ann.  Soc.  Knt.  scr. 
I.   \  11.  p.  .'>4.  von  Dtiponrlicl  howalirhcit«-!. 

1.    Safynis  Jnnira  ^  und   N'anrssa  urticac  von  rhjrhcl  in 

«Icn  Vopsrn    hooii.ichtct ;    KitT    wurden    nirlil    j,'olcgt. 

ibid.  «er.  II.  II   Hüll.  p.  •'.. 

('Iirysnni'»la    aon^a    und    Adimonia   alni .    zweimal  von 

LiniH'    und    Mllllcr    beobachtet,     cf.    Kntom.  Z<-it.    I.  c 

p.  42. 
♦V    C'anlharis    melanura    c'    und    Klater    nicer,    von    Rossi 

be<d»aehtet.  ibid.   p.   4.'». 
7.    Donacia   simplex  c/    und    Apoderus   coryli    von  Mlillcr 

be«»baehtet  ibid.  p.  4li. 
^.    Melo|<»ntha    af:ricola    cf    und    Cetonia    hirta    von    Wolf 

heobaeljtet  ibid    )).  44. 
0.    Topris  vaeca.  (»vata,  nuehitoruis  ibid.  p.  44. 
\(l    F.latcr  (^    und    Ttlephorus  Ann.  Soc.    Knt.    1.  c.    'nach 

Merl.  Knt.  Zeitseh.) 

11.  Otiorhynehus  unieolor  und  (»reina  seneeionis.  ibid. 

12.  Chrviiomela  und  (iallernea  na  di  Mac  Keay  cf.  NVest- 
wo(.d  1.  c.  j>.   1!»7. 

].{.    f'orcinclja  und  Chrysomela  naeb   .Marsham    ibid. 

14.  niap«    falidica    und    Aki«     retlexa    nach    Hopc.     ibid. 

p.  r.'^. 

15.  I)f»nacia  und  CrioceriH  nach   Ilope.     ibid. 
1(>.    liupre^t!M    und   Klater  nach   llopo.     ihid. 

17.   Oiimia  und  rhcloHtonia  naeh  Shtickard.     ibid. 

IS.  StrophoHomuH  coryli  und  Sciaphilu.i  mtiricatuü  von  Bo 
bcman  c(.  (Jcrstae«ker   lUrieht  tUr    iNxl.  p.    1>. 

11».  Koste««  Bponsa  cT  und  A^rion  naja«  von  nnr  beobach- 
tet.   Kot.  Zeil.  I.  c.  p    44. 

.Vudonin  in  Ann  Soe,  Kni.  >.•  r.  I  I  p.  2.'{2  berichtet 
Über  Paarung  von  Coecin*  Ha  dinpar  mit  bipunctata;  die  ^e- 
lepten  Kier  blieben  in  »eehs  beobachteten  Fallen  unfrucht- 
bar.    Ich  habe  diesen  Kall   aber    nicht   angcfllhrt,   da   nach 


416 

Schaums  brieflicher  Mittheilung  Mulsanl  die  Beobachtungen 
Audouins  als  unrichtig  nachgewiesen  hat.  Wo  und  ob  sich 
dies  auch  auf  diesen  Fall  bezieht,  weiss  ich  nicht. 

Die  practische  Seite  der  Bastardfrage  ist  ohne  Zweifel 
die  Ermittelung  jener  Bastarde,  die  fälschlich  als  Arten  be- 
schrieben sind.  *)  Dass  Entomologen  ersten  Ranges  an  das 
Dasein  vieler  solcher  Arten  glauben,  beweist  der  im  Ein- 
gange angeführte  Ausspruch  Westwoods.  Auch  ohne  dies, 
dünkt  mich ,  beweisen  die  wohl  keiner  grössern  Sammlung 
fehlenden  Bastarde  Pavonia  hybrida  major  und  minor,  Sph. 
Epilobii  und  Vespertilioides  —  die  nicht  nur  in  Zwingern 
sondern  im  Freien  und  nicht  selten  angetroffen  werden  — 
dass  ein  Zweifel  an  dem  Vorhandensein  und  regelmässig 
wiederholtem  Vorkommen  solcher  Bastarde,  die  ich  deshalb 
Bastardarten  nenne,  sich  füglich  nicht  aufrecht  halten  lässt. 


Der  gütigen  Mittheilung  des  Herrn  von  Heyden  ver- 
danke ich  die  Nachricht,  dass  sich  auch  in  seiner  Biblio- 
thek ein  kolorirtes  Exemplar  von  Hoefnagels  Archetypa  be- 
findet. Es  scheint  mit  dem  von  mir  erwähnten  in  allen 
Stücken  übereinzu?'timmen,  und  ist  ebenso  complet. 


Die    Lepidopteren    in    Thunberg's    „Dieser tationes 
Academicae". 

Vom  Königl.  Forstmeister  "Vl'ernebarg;  in  Erfurt. 

In  einer  entomologischen  Schrift,  wenn  ich  nicht  irre, 
in  der  Stettiner  Entomol.  Zeitung,  doch  ist  mir  augenblick- 
lieh  nicht  erinnerlich  an  welcher  Stelle,  wurde  vor  einiger 
Zeit  darauf  hingewiesen,  dass  in  den  von  Thunberg  heraus- 
gegebenen Dissertationen  ,  welche  unter  dessen  Präsidio  an 
der  Universität  zu  U})sala  gehalten  worden  sind,  ein  schätz- 
bares, noch  nicht  hinlänglich  gewürdigtes  Material,  die 
Entomologie    und    insbesondere    auch    die    Lepidopterologie 


•)  Aach  dürfte  leicht  ein  oder  das  andere  Ueberleitungs-Exem- 
plar  dadurch  in  eine  bedenkliche  Beweisschwäche  verfallen.     Red. 


417 

bctroffcml .  cnlliali«'ii  «oi.  Ks  ist  mir  ^'düngen,  ein  Kxt-m- 
\)\ar  der  ^^tr^'o(ia^■lltL'^  Tljunber;^'ti(lKii  Schrift  /.u  erwcrbcu 
und  irli  pebe  in  Nathstolu'udtui  das  Resultat  luciiior  I  nti;r- 
»uchung  dos  Inlialtts.  so  weit  «r  .niidi  auf  ScIiimttiTlinire 
beziehet. 

Das  Werk  ist  in  .i  liandilien  in  <iro.>s  <  Ktav  erschienen 
und  fuhrt  den  Titel: 

Dissertationes  Acailtniicae  I  psaliae  habitae  sub 
nraesidio  Carol.  IVtr.  Thunber^  Kquit.  Reg.  Ord. 
\Vasaei  cte.  Cum  Tab.  aeneis.  (Jottiugae  apud. 
Jüh.  Christ.  Dieterich. 

Der  1.  Rand  i»t  vom  Jahre  17'J9  und  hat  5  Tafehi 
.\bbildungeu ,  der  L*.  Ran«!  vom  J.  1S<J<)  mit  .?  Tafeln  Ab- 
bildungen, der  .'{.  \ou\  J.   l>ni    mit   VJ  Tafeln  Abbildungen. 

Die  Abbiklungen  Hind  in  allen  '.i  Bünden  von  ziemlich 
gleichem  Wertlie:  rohe  Knnstproducte,  die  virlfach  den  ge- 
meinten (Jcgcnstand  nur  auniilunui  richtig  darstellen,  die 
aber  ungeachtet  dessen  und  obgleieh  nie  auch  nicht  eolorirt 
sind  ,  docii  v<»n  wesentlichem  Nut/AU  bei  Reurtheilung  der 
in  den  Dissertationen  abgehandelten  Naturkorpcr  sind. 

Nur  der  .{.  Band  enthält  Dissertationen,  in  denen 
Schmetterlinge  besprochen  wenlen.  ¥.9  sind  dies  folgende: 
Disiert.  de  insectis  suecicis  Pars.  1.  I>    11.  Dcc.   lTs4,  Resp. 

Job.  Borgstrümer. 

-  1'.    -     10.  Dee.   IT'.tl.  Resp. 

IVtcr  Kric.  J'.ecklin. 

-  .!.    -      ;•.  .Mai    IT'.'L'.    Re.sp. 

.lac.  Ackerman. 
r        ,         .  •  .       4.    .,    2.*).  Mai    ITSI».    Res». 

Car.  Frdr.  Sebaldt. 
:      .    22.   Dee.    IT'.t-i.    Resp. 
•  Just.  Magnus  Wenner. 
Icber  die  Abbildungen    j>l    am  Kingange  des  3.  Ran- 
des eine   reberisicht  gegeben,    die    aber,    wie    ich    bei    den 
einzelnen  KiÜlcn    nacnweisen  werde .    nicht    ganz    in  l'ebcr- 
einstimmung  mit  den  Kupfcrtafeln   steht. 

So  viel  im  Allgemeinen,  wobei  nnr  noch  zu  bemerken 
bleibt,  da.«s  es  ausser  der  von  mir  bei  dieser  Arbeit  be- 
nutzten .\nsgabe  der  Thunberg'schen  ..Disscrtationcs"  noch 
eine  andere,  mir  nicht  nälirr  bekannte,  pebcn  mats,  da  die 
Schritten .  die  ich  zu  Ratlu"  gezogen,  nämlich: 

Ochsenhcimcr  und  Treitschke  ,,Die  Schn)ettcrlinge 
Europas",  Zettcrntedt  „InsccLa  Lapponica"  und 
Herrich  Schaffet  ,.Systcmatii»ehe  Bearbeitung  der 
Schmetterlinge  von  Europa". 


418 

Citate  ans  Tbiinberg  anführen,  deren  Angaben  auf  das  vor 
mir  liegende  Exemplar  dieses  Werkes  nicht  passen. 

Bei  meinen  Erklärungen  habe  ich  für  die  zu  bezeich- 
nenden Schmetterlinge  diejenigen  Namen  gewählt,  die  bis- 
her am  meisten  üblich  waren  und  von  denen  ich  also  er- 
warten konnte,  dass  sie  die  gemeinten  Schmetterlinge  am 
leichtesten  allgemein  erkennen  lassen  würden. 


T. 

Diss6rtatio  de  insectis  suecicis. 

Pars.  I.     11.  De c.  17  84.     Joh.  Borgstroem, 

1.  Bombyxdispar  pag.  14  =  Bomb.  monacha9.  *) 
Da  es  ausdrücklich    heisst:    abdomen    fusco  -  albidum, 

versus  anum  purpureum,  so  muss  die  Beschreibung,  die 
auch  im  Uebrigen  besser  auf  monacha  9,  als  auf  dispar  9 
passt,  auf  erstere  bezogen  Avcrden. 

2.  Bombyx  grisea  pag.  15.  =  Geometra  pomo- 
naria  H. 

Der  Text  lautet  wörtlich:  alis  incumbentibus  cinereo- 
ferrugineis:  fasciis'  duabus  fuscis.  Habitat  in  Uplandia. 
Magnitudine  P.  pinguinalis,  tota  subnuda,  cinereo -ferru- 
ginea.  Antennae  duplici  ordine  pectinatae,  fuscescentes. 
Thorax  antice  et  lateribus  sanguineo-fasciatus.  Alae  incum- 
bentes,  tenuissime  squamosae,  subnudae,  diaphanae,  cine- 
reo -  ferrugineae:  fasciis  duabus  nigris,  undulatis,  una  ante 
et  altera  pone  medium,  alia  fascia  obsoletissima  in  medio, 
vix  ad  interiorem  marginem  exteusa.  Subtus  omnes  alae 
pallidiores  puncto  nigro  in  medio.  Abdomen  et  femora  ci- 
nerea,   pedibus  fusco-annulatis.     Femora    antice    sanguinca. 

Die  Beschreibung  passt  genau  auf  pomonaria,  wenn 
man  annimmt,    dass    deren   orangeroth  gefärbte  Theile  von 


■")  Wo  ich  Zetterstedt  und  Herrich  -  Schäft'er  nicht  citire,  sind 
die  betreffenden  Species  in  deren  Werken  nicht  erwähnt.  Treitschke 
citire  ich  nicht,  weil  in  dessen  Werke  nur  wenig  Species  aus  den 
Thunbergschen  Dissertationen  erwähnt  sind  und  es  mir  nach  diesen 
wenigen  Angaben  scheint,  als  habe  Treitschke  resp.  Ochsenheiiner 
jene  Dissertationen  nicht  studirt,  sondern  andern  Schriftstellern  nach- 
geschrieben. 

Nach  Zetterstedt  pag.  928  kommt  B.  dispar  hin  und  wieder  in 
Schweden  vor. 


419 

Borpstrociu  blutroth  ^'cnannt  worden  siud.  —  Grisca  Ist  dir 
Hlteste  Nauiernir  diesen   Sehuutterlm|j. 

.'J.  Noetua  |t\rauiidea.  pu^'.  1."».  Tal).  III  fif^.  .'!. 
=  \.  pyramidea  I.. 

4.  Nüctiia  evidcns.  p.  li«.  Tal».  III.  tig.  2.  — 
\.  trilinea.  Zett  pa^.  IM.')  Anmerk.  Herr.  Schttff.  Vol.  11. 
Index   p.  .ÖO. 

f).  \<tctna  t  ri  anpnl  ar  i  s.  pa^'.  1»).  Tab.  III.  ti;;'.  1. 
—  N.  cucubali.  Zctt.  pag.  'SM.  Ilerr.-Scbiirt'.  Vol.  II.  Inde\ 
pag.   Ol). 

•).     Xoctua  typliac.  pajr.    IT.  --  N.  cannae  Tr. 

7.  (rconietia  t  b  \  ni  i  :i  r  i  a  jia^'.  17.  =  0.  cytbisa- 
ria.  S.  V.  Herr.  ScbüfV.  V'nl.  IM.  Index  pap.  '-''J-  Zett. 'p. '.'.'.  1 
bintir  vcruaria. 

8.  (leom.  enrylaria.  pa:;.  1>.  =  Ci.  primaria  var. 
Zett.  pag.  'J,'>.'J  fUbrt  diese  eorylaria  als  besondere  ."^peeies 
auf,  aber  gewiss  mit  Inrecbt.  —  Herr.SebäfT.  Vnl.  III.  In- 
dex pag.  >^. 

'.».  (ieoni.  vespertaria.  pa;;.  18.  Tab.  III.  lig.  7. 
=  Gcom.  parallelaria  S.  V.  venpertaria  L.  Herr.-SebiifT.  Vol. 
III.  Index  pag.  .'M. 

10.  Cr  com.  dentaria.  pa;,'.  \X  I'lat.  lacertinaria 
L.    Zett.   p.ig.   '.'.')1.'.    Herr.  Sebiifl'.   V..I.   II.     Index   pa-.    17. 

11.  (J  eoin.  eultraria.  pa^:.  \'.\  l'lal.  unpnicula 
Tr.  Zett.  pag.  i»52.  Anmerk.  cnitraria  ist  der  illteste,  von 
P'abr.  177.0  gegebene  Name. 

12.  (ieom.  deleataria.  pag.  11».  niiaria  H.  ti^. 
202.  Zett.  pap  '.»«>;.     Anni.    Herr.  Schaff.  III    Index  p.  9. 

Der  Text  lautet:  pee t i n icornia  alis  viridi  albis 
fa-Hciia  tribu.««  lincolaque  intra  apicem  nigra,  Hab.  in  Hai 
landia.  P.  Osbcck.  Magniludo  media  seu  (».  Vavariae. 
.\ntcnnae  pertinatae.  fnscae.  Alac  albo  virente«:  fa.^eia  prima 
prope  basin  nigra,  rurva;  scconda  et  tertia  in  medio,  tien 
latouudatae.  in  margine  intern«  roncnrrentes.  Linea  ob 
liqua  nigra  in  ipso  apire.  .'^nbtus  pallidiores  area  pnnrti» 
tjne  nigro. 


420 

Hier  ist  unverkennbar  iniaria  H.  pectiiiataria  Fuessli 
beschrieben.  Anch  Zett.  a.  a.  0.  zieht  deleataria  Borgstr. 
zu  miaria  H.  sagt  aber  auffallendcrweise  zugleich,  dieser 
Spanuer  sei  die  echte  viridata  Linn.     F.  Suec.   12ö6. 

13.     Geoiu.  pictaria.    pag.   10.   Tab.  III.   fig.  6. 

Geoiii.  lieheuaria  Hufu.  gauz  unzweifelhaft. 

Zett.  pag.  955  Anin.  führt  sie  als  besondere  Species 
und  als  identisch  mit  pictaria  Fabr.  auf.  flerr.-Schäff.  p.  69 
Pars.  III.  fuhrt  pictaria  ebenfalls  als  besondere  Species  auf 
und  citirt  dazu,  Index:  pag.  23.,  Thunberg.  Herrich-Scbäf- 
fers  pictaria  Gurt,  ist  allerdings  eigene  Species,  aber  sehr 
verschieden  von  der  Thunberg'schen.  Dies  ergiebt  unzwei- 
felhaft eben  so  deutlieh  die  Vergleichung  der  Abbildungen 
beider,  als  Thunbergs  Beschrei!)ung.  Darin  heisst  es  nament- 
lich: Fühler  gekämmt  (und  zwar,  wie  die  Abbildung  lehrt, 
stark  gefiedert,  während  pictaria  Gurt,  kaum  beim  Manne 
gewimperte  Fühler  hat),  ferner:  Flügel  dunkelbraungrau, 
mit  schwarzen  Atomen  übersäet:  [lictaria  Gurt.,  die  ich  aus 
Herrn  Kefersteins  Sammlung  kenne,  hat  fast  seidengiän- 
zende  Flügel  ohne  schwarze  Atome. 

1'.  Geom.  fagaria.  pag.  20.  -^^  Geora.  sociaria  H. 
Bei  llerr.-Schätf.  als  unbekannt  bezeichnet. 

Der  Text  lautet:  peetinicornis  alis  cinereis  pulverulen- 
tis :  fasciis  duabus  dentatis  punctoqiie  nigris.  Habit,  in 
Hallandia.  P.  Gsbeek.  Magnit.  media,  tota  cinerea  seu 
albida  punctis  minutissimis  nigris  irrorata.  Antennae  pecti- 
natae,  cinereae.  Alae  anticae  supra  fasciis  duabus  nigris, 
altera  prope  basin  dentata ,  altera  infra  marginera ,  valde 
undulata  et  quasi  e  punctis  nigris  concatenata.  Punctum 
in  raedio  oblongum.  In  ipso  margine  puncta  minutissima 
vix  conspicua  nigra.  Posticae  et  omnes  subtus  fascia  postica 
et  puncto  nigro. 

Diese  Beschreibung  wird  meine  obige  Bestimmung 
rechtfertigen,  zumal  sociaria  ein  mehr  dem  nördlichen 
Deutschland  (nach  Treitschke)  angehöriger,  also  wohl  anch 
in  Schw^eden  vorhandener  Spanner  ist.  Er  wird  demnach 
künftig  fagaria  zu  benennen  sein. 

15.  Geom.  scopularia.  pag.  20.  -=i  scabraria  Tr. 
Bei  Herr.-Schäff.  als  unbekannt  bezeichnet. 

Der  Text  lautet:  peetinicornis  alis  albidis:  fasciis 
quatuor  undatis  nigris.  Magnitudine  G.  vavariae,  tota  ci- 
uereo-alba.  Antennae  alterius  sexus  setaceae.  Alae  anticae 
fasciis  quatuor  undulatis  nigris  absque   puncto;    subtus   hae 


4Ü 

fasciae  obsoletioren.  Posticiu:  pancto  faiKiaque  unica  oigriM. 
Sobtii^  onine»  an-ii  pnnctoqoe  nigTW.  Puncta  marginis  ala 
ruru  nulla. 

Auf  keinen  mir  bekannten  Spanner  tcbcint  mir  diesf 
Hesebreibun^'  besser  zu  passen,  als  auf  seabraria  d',  doch 
luöcbte  icb  die  Bestimmung  n<>cb  nicbt  fUr  ganz  unzweifel 
baft  halten. 

IH.     (reoni.  q  u  ad  ri  fa  h(  I  aria.  pa;:.  21.  =  plumba- 
ria  Fabr.     Ft'-i   H<*rr  SrbafT.  al»s  unbekannt  bezeichnet. 

17.     (ieoiii     vittata.     paL'    -1.  (ieoni.    rubri'    '  i 

S.  V.  \'on  Herr.  SebätT«'r  zu  liirnata  cezog-en.  abt-r  ^''  \  - 
mit  l'nreeht.  wie  di-r  Text  bei  Thiinberg  deutlieb  erpicb: 
welcher  so  lautet:  (»enm.  setirornis  alis  pnrpurascentibus 
vitta  pallida  Ma^nitudine  P.  porpuraiis,  tota  fnsco-purpura< 
cens ,  alis  oninilius  in  medio  vitta  pallida  rerta. 

Lignata  »oli  hih  b  nur  in  südlichen  Gegenden  vur 
kommen 

IH.     (leuui.    immaculata.     pag.    21.    :=    purriuaria 
Schlaeg.     Bei  Herr.-Sebätf.  aU  unbekannt  aufgcllibrt. 

Der  Text  heisst:  !»etieoniis  alis  omnibus  viridibus  im 
marnlatis.  Habit,  l'psaliae.  Major  paullo  ().  viridata 
Antrnnae  setaeear ,  siipra  nivcac.  snbtus  cinereae.  Alac 
omnes  rotundatae .  intejrrac,  saturate  virides,  immaculatae 
utrinque,  sed  subtus  pallidiores.  Thorax  et  abdonieo  supra 
viridia.     Abdomen  subtus  et  ped»'«  eiuerei. 

Der  Verpleieb   mit   \iridata   (weicbeg  jedenfalls    die   \i 
ridata  Fahr    ist,    denn    auf  Fabr.    wird    in    der  ganzen  Dis 
scrtation  stets  Bezug  genommen;  zeigt,  da«s  nor  ein  kleiner 
Spanner   gemeint    sein    kann.     Die    Angaben    scheinen    wir 
am  B-  f  <»eom.   porrinaria    zu  pansfu .    wrlehrr  Span 

ner   «ii  -n  (^n«rlini«'n .    die    ihm    «»igen    sind,    znwcileii 

80  wenig  f-rkennen  lasst .  das«  man  seine  Flügel  wohl  nn 
gefleckt  grün  nennen   kann 

l'J.  (tcom.  maculata.    pag    L'l.    lab.  III.    ti»j.   .•    -> 
uiacularia  L.     Bei  Herr.  Sehüflf.  nirht  erwähnt 

2i).     Geom.    pulvirat».    pa-    JJ     Tab.  111.    fi^.  4 
^r-  divcrsata  S.   V.  —   Herr.  SchatT    Vol.   III.    lud»  x   pag.  l'ö. 
Zeit.     pag.   ''"'t     tlilirt     ilicHi-     juih.r.'ita     üIs     lif«.i.n<I«rr     .S|>e 
cies  auf 

'JA 


422 

21.  Geoni.  brunneata.  pag-.  22.  =  Geom  pineta- 
ria  H.  Zett.  pag.  957.  Anmerk.  Herr.-Schäff.  Vol.  III.  Iudex 
pag.  5.  brunneata  ist  der  älteste  Name,  wie  auch  Lederer 
schon  bemerkt  hat. 

22.  Geom.  similata.  pag.  22.  =  Geom.  perochrea- 
ria  F.  R.    Zett.  pag-.  959  bei  ochrearia. 

Aus  dem  Citat  bei  Zett.:  Hüb.  flg.  HO  geht  hervor, 
dass  er  ochrearia  wirklich  gemeint  hat.  Nun  möchte  die 
Beschreibung  der  similata  wohl  auf  ochrearia  (ochreata 
Scop.)  eben  so  gut  anzuwenden  sein,  als  auf  perochrearia. 
Allein  da  die  Grösse  wie  Pyr.  purpuralis  angegeben  ist,  so 
kann  nnr  perochrearia  gemeint  sein. 

Herrich  -  Schäffer  citirt  similata  bei  ochrearia  W.  V. 
jedoch  als  zweifelhaft,  wie  pag.  29  des  Index  zu  Vol.  III. 
ergiebt,  wo  similata  mit  einem  f  aufgeführt  ist, 

23.  Geom.  flavicata.  pag.  23.  =  luteata  Fabr.  Tr. 
Herr.-Schäff.  Vol.  III.  Index  pag.  12. 

24.  Geom.  crenata.  pag.  23.  r^-  rhamnata  W.  V. 
Von  Herr.-Schäff.  mit  ?  zu  rhamnata  gezogen,  die  Beschrei- 
bung passt  aber  sehr  wohl  auf  diesen  Spanner. 

25.  Geom.  cuspidata.  pag.  23.  Tab.  III.  fig.  12. 
=  fulvata  W.  V.     Herr.-Schäff  Vol.  III.    Index  pag.  9. 

26.  Geom.  variata.  pag.  24.  =.  russata  W.  V. 
Von  Zetterstedt  mit  Bestimmtheit,  von  Herr.-Schäff.  mit  f 
dazu  gezogen. 

Die  Beschreibung  passt  auf  gewisse  Varietäten  der 
vielfach  abändernden  russata  ganz  gut. 

27.  Geom.  obliqu ata.  pag.  24.  Tab.  III.  tig.  11. 
=:=  lineolata  W.  \^  Zetterstedt  (pag.  954  in  der  Anmerkung 
zu  sordidaria)  und  Herr.  Schaff,  ziehen  obliquata  Thunb.  zu 
lineolata,  ich  muss  aber  bemerken,  dass  sowohl  die  Be- 
schreibung, als  noch  mehr  die  Abbildung  auch  auf  Geom. 
polygrammata  passen. 

28.  Geom.  reticulata.  pag.  25.  =  reticulata  \V.  V. 
Zetterst.  pag.  961.  Anmerk.  hinter  A.  inciliata  Herr.-Schäff. 
Vol.  III.  Index  pag.  26, 

29.  Geom.  uebulata.  pag.  25.  —  dilutata  W.  V. 
Zetterst.  pag.  961.  Anmerk.  hinter  Acid.  inciliata.  Herr.- 
Schäff.  Vol.  III.  Index  pag.    10. 


426 

.V>.    Geoui.  (rifasciAta.  pag.  25.  -•  iinpluviata  W. 

\.     Z.  i(  ist.    pup.  {'.'»O.    hri    iinpluviata.     Mcrr.    ScIiäfT.  \n\. 
lll.   li.:.  .    pa::.    I.'). 

....  i..iiin.  für.  .4;...  ,..i^  _.,.  iai».  III.  ti;.'.  lO.  -r 
elutata  W.  V.  Wcd.r  von  Zc'tt.  noch  von  Herr.  Schaff,  cr- 
w-älint.  Ittztorer  hat  Vol.  III.  Imlex  pi, j  \:\  fur^ata  Thuub. 
mit  t.'incm  r.  Walirschcinlich  soll  das  fiinata  sein,  <la  anf 
Thiinb.  Di8.sert.  pa^'.  14.  lii/.ui:  ^onoinnp-n  ist  und  dicseif» 
pa;;ii)a  bei  (Itoni.   tritasciata  an;;czo^cn  int. 

Ifbrigens  j)asst  licsi-hrtibunt:  und  die,  alicrdiogi« 
mangelhafte.,  .Xbbildunir  bei  Tbnnher?  iran?.  sicher  auf 
Kxcmplare  der  elutata  mit  dentlichen  (^uerbinden. 

32.  Geom.  violat.i.  pa^.  Ju.  Tal».  III.  tig.  9  = 
decorata  \\  .  \.  Zoltcrst. .  pa;:.  908.  .Vnnjtrk.  hinter  remu 
tata,  .soW(»hl,  als  Herr.  .^häff.  ziehen  violata  Tliuiib.  zu  or 
nata  W.  V.,  aber  pewis«  mit  I  nrecht.  Denn  die  Worte 
der  Beschreibung  bei  Thnnb  :  .Limbnx  marcinis  (alarnm) 
|)Ostice  latf  fasciatUH  liluri«  eontJiientibiis.  valde  unduIati.H. 
ni^«  et  ferrnj:in»  is.  inclndcntibu««  tiisciain  o  maculis  cocru- 
leis'  jjasst  «icluT  mir  anf  de«  «»rata.  Wo  hüttc  ornata  so 
auffallende  blau«'  Fleek«Mi.  das««  danach,  wi»»  von  Thuuberj^ 
geschehen,  di  ■   l'-enennun;:  li"r/nleitPn  würe. 

33.  Geom.  oblonpata  pa^.  2»).  Tab.  HI.  tip.  9. 
«■»  centaureata  Fabr.  Zctterst.  pap.  5Mi3.  Anmcrk.  hinter 
hngpiuta.     Herr.-Schiiff.  \(>l.  III    pa^.  8  des  Index. 

'M.  (Oeom.)  Pyrali«  »aeralis.  pag.  27.  «  Geom. 
sacraria  L. 

3.').  Pyr.  ocellaris.  pag.  27.  Tab.  III.  ti^-.  Itj  und 
17.  ^  Pyr.  sericcalis  11.  Zctt.  pap.  912.  Annierk.  hinter 
arcticalis. 

36.  Pyr.  nemoralis.  pa^  28.  Tab  III  flg.  \^.  — 
griscalis  H.    Zettcrst.  pa;:.  IHU».    Anmerk    hinter  tcntacnlarift. 

37.  Pvr.  «tordialig.  p  ~  Tr 
\y.  V.  Der  Text  lautet:  Pyr  Nf-- 
nitudine  P.  purparalis  tota  frrrnirin«»o  tn«"'«.  mtmacti' 
.Votcnnae  setacea*.  Üas  rothgelbe  liaUiiand  der  Pyr  a*  i.^  a 
lis  hat  Thunberg  allerdiuc«  nieht  erwähnt,  allein  da  di«- 
Färbung  «lesselben  sehr  leieht  verbleicht  nnd  dann  1<  .  !it 
übersehen  wird.  ?o  halte  ich  obige  P..  stimnüiiig  um  so  u.   :,, 


424 

für  richtig,  als  die  Bezeichnung  der  Grundfarbe  gut  passt. 
Denn  in  der  Dissertation  von  Borgstroem  wird  mit  ferrugi- 
neus  eine  rothfarbige,  also  ziemlich  gelbbraune  Färbung 
bezeichnet,  so  dass  fusco  -  ferrugineus  ein  gelbliches  Grau- 
schwarz bedeutet.  In  Frage  könnte  allenfalls  noch  Pyr. 
aerealis  var.  opacalis  kommen,  doch  möchten  ganz  zeich- 
nungslose Exemplare  nicht  vorkommen.  Mir  wenigstens 
sind  dergleichen  nicht  bekannt. 


'ö' 


38.  Pyr.  minialis.  pag.  28.  =  Lith.  rosea  Tr. 
Zetterst.  pag.  932  Anmerk. 

39.  Pyr.  sulphuralis.  pag.  28.  Tab.  III.  fig.  14. 
-=     N.  sulphurea  Tr.     Zetterst,  pag.  951  Anmerk. 

40.  Pyr.  atralis.  pag.  29.  Tab.  III.  fig.  13.  - 
octomaculata  L.     Zett.  pag.  976. 

41.  Pyr.  nivealis.  pag.  29.  =  prunalis  W.  V.  bei 
Zett.  pag.  971,  Anmerk.  hinter  numeralis  mit  Bezug  auf 
Fabr.  und  Thunberg  als  eine  unzweifelhafte  Species  erwähnt. 

Herr.  -  Schaff,  citirt  Thunberg  nicht.  Er  zieht  aber 
die  nivealis  Fabr.,  auf  welche  im  Thunberg  Bezug  genom- 
men wird,  mit  einem  ?  zu  umbralis  H.  Darin  irrt  er  ge- 
wiss. Denn  einmal  hat  umbralis  vor  dem  Hinterrande  keine 
dunkle  Zackenlinie,  wie  sie  nivealis  Fabr.  et  Thunb.  haben 
soll ,  sondern  eine  weisse  und  dann  hat  umbralis  keine 
dunkle  Oberseite  der  Hinterflügel,  wie  sie  gleichfalls  nivea- 
lis haben  soll,  sondern  ganz  deutlich  eine  fast  weisse,  mit 
schwarzgrau  am  Saume. 

Die  Beschreibung  bei  Fabr.  —  Spec.  insect.  II.  pag. 
274  —  passt  genau  auf  prunalis  H.  und  nicht  minder  die 
bei  Thunberg. 

42.  Pyr.  punctalis.  pag.  30.  =  Pyr.  angustalis 
W.  V.  Die  Bestimmung  ist  unzweifelhaft.  Bemerkt  möge 
hier  werden,  dass  Fabr.  in  Species  Insectorum  Tom.  II. 
pag.  275.  No.  193  eine  Pyr.  punctalis  aufführt,  die  =  an- 
gustalis W.  V.  ist  und  von  Borgstroem  auch  citirt  wird. 
In  der  Mantisse  Tom.  II.  pag.  222  führt  Fabr.  unter  No.  312 
wieder  die  punctalis  =  angustalis  W.  V.  —  welche  letztere 
Fabr.  sogar  citirt  —  auf  und  unter  313.  curtalis  -^  angu- 
stalis $  W.  V.  Treitschke  citirt  aber  Band  7.  pag.  46  die 
punctalis  Fabr.  bei  seiner  angustalis  nicht,  während  er  cur- 
talis Fabr.  erwähnt. 

43.  Tortr.  fagaua.  pag.  30.  =  Tortr.  prasinaua  L. 
Zetterst.  pag.  976. 


425 

43a.  Tortr.  rnronana  pap.  3().  Tab.  III.  fip.  22. 
«7-  Tcra.s  bnrin;:trana  M  li^:.  2\(\.  Tortr.  aus  nigris:  fascia 
obiicjua  (Ic-ntata  rubra.  Ma^'iiitiulo  et  fariog  T.  bnraclranae, 
fusca  tcita.  Alae  anticac  biij)ra  nigrae,  nitidao,  marginc  cx- 
Icmo  et  inpriniis  postico  ciliatÄC.  Ante  medium  fascia  oh- 
liqna,  ferruginca,  albo-marginata,  antrorfium  dcntata,  mar- 
ginc«  non  tangcns.  Snbtus  paJlidirtrcs,  nnicolores.  Pnsti 
cae  alac  ciliatac,  ciiurrac  «trinquc. 

Fascia  alanim  cruribns  anteriora  »pertat  et  roronam 
omnino  ritVrt. 

Dass  es  sich  um  eine  Teras  handelt,  geht  aus  der 
Beschreibung  klar  her>'or.  Herr.  •  Schaff,  bezieht  diese  co- 
runana,  Vol.  III.  Index  p.  11.  auf  scabrana  W.  V.  und  reeh- 
net  dazu  auch  Buringerana  H.  21»')^  wie  p.   150  ergiebt. 

44  Tort  r.  pur  pu  rana.  p.  M.  fimbrialis  W.  V. 
Zotterst.  p.  07.').  Zeile  2  erklärt  purpurana  Thunb.  für  iden- 
tisch mit  Pyr.  transmissalis  die  ich  nicht  kenne,  die  auch 
Herr.  -  Schaff,  nicht  erwähnt,  während  er  die  purpurana 
Vol.  IV.   Index  |K  .'>5  zu  fimbrialis  W.  V.  rechnet. 

4.').  Tortr.  niontiniana.  p.  .'^1.  ---  Tin.  faganella 
Tr.  Zctterst.  p.  1(»03.  Anmerk.  hinter  Westermanella  lierr.- 
Schäff.  Vol.  V.   Index   p.  21«. 

46.  Tortr.    Osbeckiana.     p.  31.   Tab.  III.  tip.  21. 
abildgaardana    Tr.      Zctterst.     p.    OTT.     Anmerk.     hinter 

atropunctata.  Herr. -Schaff.  Vol.  IV.  Index  p.  31  mit  ?  zn 
abililpaardana  gezogen,  während  sie  p.  1.  ibid.  bei  abild- 
gaardana als  sicher  zugch«"»rig  erwähnt  wird.  Die  Os- 
bcckiana  lä.Hst  hierüber  auch  keinen  Zweifel,  das  Bild  da- 
gegen ist  ganz  unk'^nntlich. 

47.  Tortr.  Script  an  a.  p.  .32.  \V(»cberianft  W. 
V.  Zetter»«t.  p.  '.♦<).  Anmerk  hinter  arcnana.  fllhrt  scrip- 
tana  Tliunb.  als    besondere  Snecies    oebea  Woeberiana  auf. 

Herr.  Schaff.  Vol.  IV.  Index  p  4>*  bei  Woeberiana. 
r>ie  Hcschreibung  der  scripta  spricht  ganz  dafür,  daas  die- 
ser Wickler  mit  Woeberiana  identisch  sei. 

4t<.  Tortr  scabrana.  p  13.  «ffraetana  H.  Zett. 
p.  9^.  .Vnmerk  liint«r  stramin^ana .  crw;ilint .  dass  ihm 
Pvr.  nivoana  Fabr.  unter  dem  Namen  scabrana  Thunb.  xa- 
gesendet  worden  sei.  F'abricius  nivcana  soll  aber  Tortr. 
trrncriana  Tr.  »ein  (cf.  Stett.  Entomol.  Zcitnng  1^S4.  Kri- 
tjsrhr  Bemerkungen  tlhrr  einige  Wirklcrarten  von  SchligerV 


426 

Herr.  -  Schaff.  Vol.  IV.  Index  p.  39  zieht  scabrana 
Thunb.  zu  effractana,  erwähnt  sie  aber  p.  14  bei  effractana 
nicht,  sondern  nur  scabrana  Fabr.,  welche  von  Borgstroem 
zu  seiner  scabrana  citirt  wird. 

Der  Text  lautet:  „T.  scabrana,  alis  cinereis  fusco- 
subfasciatis  scabrls,  margine  exteriorc  exciso. 

Fabr.  Sp.  ins,  p.  284.  Magnitiuline  T.  loeflingianae 
supra  albido-cinerea,  subtus  fusca  margine  omni  albo.  Alae 
anticae  minus  scabrae,  quam  in  T.  litterana,  fasciis  duabus 
fuscis,  altera  in  medio  arcuata,  eruribus  antrorsum  spec- 
tantibus,  altera  infra  apicem  obliqua  undulata,  abrupta. 
Tntra  ipsnm  marginem  fascia  tenuissima  fusca  obsoleta. 

Da  Borgstroem  Fabricius  Spec.  Ins.  verglichen  hat, 
dort  aber  unter  scabrana  nicht  treueriana  beschrieben  sein 
kann,  einmal  weil  Vorder-  und  Hiuterflügel  aschgrau  ge- 
nannt werden  und  zweitens  weil  der  Vorderrand  quasi  ex- 
cisus  sein  soll,  auch  Fabr.  in  der  Mantisse  gleichzeitig  ni- 
veana  und  scabrana  aufführt,  so  kann  die  scabrana  Thunb. 
nicht  treueriana  sein.  Es  bleibt  daher  nur  scabrana  Fabr. 
=  effractana  H.  übrig;  cf.  torquana  Zett. 

49..  Tortr.  litterana.  p.  32.  Tab.  111.  fig.  20.  ---= 
literana  L.  Zett.  p.  985.  Anmerk.  hinter  strigulosana.  Es 
werden  im  Text  2  Varietäten  aufgeführt  und  dazu  squamana 
Fabr.  und  literana  Fabr.  citirt. 

50.  Tortr.  stroemiaua.  p.  33.  =-  corticaua  W.  V. 
Zetterst.  p.  985.  Anmerk.  hinter  strigulosana  Herr.  -  Schaff. 
Vol.  IV.  Index  p.  43. 

Zetterst.  zieht  stroemiana  Thunb.  zu  isertana  Fabr. 
=  corticana  W.  V. 

Herr.-Schäff.  dagegen  zu  similana  =  stroemiana  Fabr. 
Fabr.  sagt  bei  seiner  Stroemiana,  Spec.  ins.  Tom.  II.  p.  280: 
statura  praecedentium  (solaudriana,  udmanniana).  Borg- 
stroem dagegen  sagt  (obgleich  er  stroemiana  Fabr.  citirt) 
von  seiner  stroemiana:  inter  minores  hujus  generis,  tota 
cinerea,  nigro-irrorata.  Deshalb,  und  weil  die  ganze  Be- 
schreibung vollkommen  auf  corticana  W.  V.  passt,  ist  diese 
ohne  Zweifel  die  stroemiana  Thunb. 

51.  Tortr.  westriniana.  p.  33.  Tab.  111.  fig.  19.  == 
xylosteana  W.  V.  Zett.  p.  978.  Westriniana,  als  besondere 
Species  aufgeführt,  jedoch,  wie  die  Anmerkung  ergiebt, 
mit  Zweifeln. 

Herr.-Schäff.  ist  zweifelhaft,  ob  er  diese  Westriniana 
zu  piceana   oder  zu    xylosteana    ziehen    soll.    Cfr.  Vol.  IV. 


4J't 

Iudex  p.  33  uo<l  p.  4>»  unUr  W.  mid  X.     Borfrslrocro   giebl 
fol^jende  Bcsifirrilitm;;: 

Turtr.  wrstniuHna:  aÜK  flaviv:  Cascia  bifida  punctiBqae 
duubus  ferrngincis.  Habitat  Ipsaliae  et  alibi  (also  nicht 
selttuj.  MHj;mtud.>  cf  facirs  T.  liM-bcanac.  Caput  villosum 
testaceuio.  Talpi  apit-«'  bitidi,  xillosi,  brcvitisimi.  Au 
ttunac  ft  rrugincai' .  ruiporc  friplo  l»r«vior«'tJ.  Thorax  f»rru- 
gineus  villoäUh  Alae  aiitirac  obtiiHi.Hhiinac.  lutoao,  nitidae; 
»upra  pri*|>e  basiii  inuriila  obUtiiga,  in  punctiiiu  manifestum 
terminaLa  et  mar^'ü  ferru^riiicug:  iu  mcdiu  alac  a  margioc 
eiteruo  ad  angulum  ani  fa«cia  obliqua,  lata,  vcthus  mar- 
ginem  cxtcrnum  tt  versus  an^ulam  ani  bifida,  in 
modio  cüujuncta  lineola  ni^'ra:  in  ipeo  alae  apire  litura 
minima  et  faseiae  aliijiiot  t<nuisi<imae,  nudulatao,  ferru^i- 
ncae.  Subtu»  tubcac  mar^-inc  luteae.  l'usticae  fuHcae. 
apicc  luteseente.     Abd<»men  et  pedes  tlavcscente». 

Diese  Beschreibung  pa8e>t  nur  auf  xylnstoana  und 
zwar  aut  oulche  ExeiubLrc.  wu  der  duukle  Wisch  auf  den 
ObcrfiUgcln  zwischen  der  Spitze  und  der  Mituibinde,  gegen 
den  Ilintt  rraiHl ,  \erIogchin  ist  und  als  di<"  vun  Borgstroom 
gcüHüUlen  fasciae  tenuissimae  erseheint.  Meine  Exem- 
plare von  xvlottcana.  vtm  Kielienraupen  gezogen,  sind  alle 
in  der  Grundfarbe  mehr  rotligelb,  als  die  Abbildungen  bei 
Fischer  V.  Koslerstamm,  Tab.  4f) ,  die  mir  gar  nicht  recht 
Kclungcü  scheinen,  namentlich  auch  um  dowillrn,  weil  die 
Makel  am  Vorderrandc  ganz  von  der  Mittclbinde  getrennt 
ibt .  wahrend  sie  an  meinen  Exemplaren  damit  zusammen 
hängt  und  zwischen  beiden  nur  die  kleine  schwarze  Linie 
i«»t,  die  Bnrgstroem  erwühnt.  S»>  pa*i!-en  auch  dann  die 
Worto  in  obi^r  Besehreibung  sehr  gut,  welche  die  Mitt«l 
binde  aU  zweitbeilig  gegen  den  Vorderrand  bezeichnen. 
Zettcrstcdt  hat  sich  wt.fd  durch  die  Fischer'schc  Abbildung, 
durch  deren  graue  Färhmi;: .  btstimmen  lassen,  westriniana 
und  xylosicana  zu  tr- nii'ii .  iknu  gerade  in  der  Färbung 
tindel  er  nur  den  In; 

(iegen   pjceana        i    die  Bcscbrcibun;:    d.-r  Mittel 

binde  und  hauptsüchlicn  die  der  Unterseite. 

r>2.     Tortr.    Gy  He  nhalian«.    p.  34.     Tab.  111.    fig. 
1^         ni       "  Tr.     Zcttcrut    p,  0^1.         cruciana  L. 

11..'.  V«>1.   \\.  p.   \2  bi'i  cruri.in.i  I.  .    im  Text, 

p.  1^2,   l>ci  excoeeana  bcisst  es  aber  laliana  Tbonh. 

aiu  nicht  hierher  gehr.ren,  weil  sie  > -uife  haben  »oll. 

Zelterstedt    be*chreibt    seine    eruciaoa    ganz    Obercin 
'  mit  B'r   -'         ^  <;yl|rnhaliana    and   daa   ist   kein 
ilenii.  ^>:  .hrt,  erhielt  er  den  Bor^troem'schen 


i 


428 

SchraetterÜDg  selbst  von  Thunberg.  Beide  Beschreibungen 
passen  treffend  auf  myrtillana.  Allein  darin  wird  Zetterst. 
wohl  irren,  dass  er  diesen  Schmetterling  für  cruciana  L. 
hält,  ich  hoffe  hierüber  später  den  bestimmten  Nachweis 
liefern  zu  können. 

Herrich  -  Schäffer  irrt,  wenn  er  cruciana  L.  zu  excoe- 
cana  F.  R.  zieht.  Er  scheint  auch  seiner  Sache  nicht  ge- 
wiss gewesen  zu  sein,  denn  er  behält  den  Fischer'- 
schen  Namen  bei;  excoecana  ist  gewiss  verschieden  von 
cruciana  L. ,  wie  ich  auch  bei  anderer  Gelegenheit  hoffe 
därthun  zu  können.  Der  Name  Gyllenhaliana  muss  also 
in  Kraft  treten. 

53.  Tortr.  retusana.  p.  34.  -  Tin.  antennella  W. 
V.  Zetterst.  p.  1000.  Anmerk.  hinter  heracleella.  Herr.- 
Schäff.  Vol.  V.  p.  3. 

54.  Tortr.  ferrugana  p.  35.  ==  ferrugana  W.  V. 
Zetterst.  p.  979.  bei  modeeriana.  Herr.  -  Schaff.  Vol.  IV. 
p.  16.  ganz  irrig  zu  ministrana  gezogen. 

Borgstroem  beschreibt  die  Varietät  mit  rostfarbigen 
Oberflügeln    mit   weissem    Mittelpunkt.    F.   v.   R.    Tab.   24. 

Ob  modeeriana  L.  zu  ferrugana  zu  ziehen  sei,  wie 
Zetterstedt  thut,  scheint  mir  noch  zweifelhaft,  namentlich 
wegen  der  Färbung  der  Unterflügel.  Herr.  -  Schaff,  zieht 
modeeriana  L.  u.  Zett.  zu  rufana  W.  V. ,  was  ich  aber  für 
ganz  unbegründet  erachten  möchte. 

55.  Tortr.  punctana.  p.  35.  Tab.  111.  fig.  25.  = 
Tortr.  revayana  W.  V.  var.  dilutana.  Herr.  Schaff.  Vol.  IV. 
Index  p.  37, 

t  56.     Tortr.  luna na.    p.  35.  = 
Zetterst. 

Bei  Herr.-Schäff.  als  unbekannnt  bezeichnet. 

Der  Text  lautet:  Tortr.  luuana:  alis  cinereis,  fasciis 
duabus  fuscis  lunatis,  antennis  pectinatis.  Parva,  magni- 
tudine  T.  bergmannianae.  Caput,  thorax,  corpus,  pedes  et 
antennae  pectinatae,  fnscae.  Alae  anticae  deflexae,  obtusae, 
cinereae,  fdsco  tenuissime  irroratae,  fasciis  duabus  nigris: 
altera  in  medio  alarum,  utrinque  attenuata,  lunata,  cruribus 
anteriora  spectantibus;  altera  intra  apicem,  margiue  externo 
dilatata.  Posticae  supra  fuscae.  Alae  omnes  subtus  cine- 
reae, nigro-irroratae. 

Fast  vermuthe   ich,    dass    diese  lunaua  die  vinculana 


42^ 

Tr  ist.  da  ich  aber  le^zterr  weder  in  natnra,  noeh  nach 
"iner  Ahbildnng  vprpleichen  kann,  so  mnss  ich  f^n  dabin 
ffpstellt  sein  lass.-u,  ob  meine  Vermothonc  cecrttndet  i«t. 
»Wahrscheinlich  war  das  Exemplar,  wo'  "  be- 

schrieben   hat.    nn^'cspannt.    wa*  bei   1  Mit- 

telbinde von  Bedentong  ist 

57.  Tinea  Bjei  kandrc  IIa.  p.  36.  Tab.  III.  fig.  23. 
24  =  Pvr.  vibralis  Tr.  Zetterst  p.  974.  .\nmerk.  hinter 
albipunculis.     Herr.-Schäff.  Vol    V.  Index  p.  4H. 

Borgstroem  piebl  ansfthrlichc  Beschreiban«  der  Kanpe 
und  des  Falters. 


\  on  den  anfgeführten  y<  Arten  sind  sonach  onbeitimmt 
gebheben:  1  Species.  Xicht  völlig  sicher  bestimmt  blieben: 
2  Species.  erstere  ist  mit  einem  t.  leutere  sind  mit  einem 
'  vor  dem  N'amen  bezeichnet. 

(Fortsetzung  folgt > 


Uebcr  die   Wirkungen  einiger  Pflanzensafte, 

die  durch  Verwundung  in  den  Korper  der  Insekten 

gebracht  wurden. 

Von  .t.  B<>cker. 

Im    Bnlletin   d.'    la  Soci^t^  Imperiale   de«  N'ataraliste« 
de   M.^cou,  ann«^--   1>'.^7.  No.   1,  berichtete  ich  Über  die  Wir- 
kungen  den    Tabaksat>s.  der  Blaasiore,   de»  ChlorwasRers, 
der  .Salz.*aure,   der  ätherischen  Oele  von  Artemisia  procera,* 
Thymus  marschalliann»  und  .Mentha  crispa,  des  kohl, 
und    conrentrirton    dtzind.  n    \atr«'n«.     des    Schwel 
Salmiak -erst  V   F-                  ...      ,^^.^^  ^j^^ 
keit.>n    mit    .-m  -     ^    der  Insek:  ..    . 
bracht  wurden.     1.                         r  die   Versuche  mit  den  Säf- 
ten   vcn..hiedf^n.T    [.        i    pflunzen    f, -_-  .  -t.      Von 

F'tlanzen    nahm    uh   immer  eine  Ohertasae  %  e  Blit- 

icr.  (von  urobancho  curaana  die  car.  iartlber 

kochendes   W'asscr    nnd    lie««    Ha«    i  -    in    Im- 

rtlhren  erkalten.      Hei    a  le  irh  eine  Na- 

del  entweder    in  den  Sa  :,r  m  den  Mith- 

««aft   einer  Pflanze,   oder   in   einen  AnfgOM   nnd  verwundete 


430 

mit  derselben  die  Thierc  immer  in  die  Brust,  was  ich  bei 
den  nun  folgenden  Mittheilungen  nicht  weiter  erwähnen 
werde. 

Mit  den  Früchten  von  Solanum  persicum  und  S.  nigram 
tödtete  ich  viele  Schmetterlinge,  Fliegen  und  Spinnen.  Bei 
den  Schmetterlingen  war  ein  Zucken  der  Beine  noch  nach 
2  Stunden  bemerkbar.  Fliegen  und  Spinnen  wurden  anfangs 
regungslos,  nach  einigen  Sekunden  regten  sie  sich  und  star- 
ben dann.  Doch  starben  auch  Stubenfliegen  von  den  Früch- 
ten beider  Arten  augenblicklich. 

Unreife  Spargelfrüchte  betäubten  Schmetterlinge  und 
Fliegen;  letztere  bewegten  sich  hinterher  und  starben. 

Brombeerenfrüchte  (Rubus  caesius)  tödteten  Tagschmet- 
terlinge, Fliegen  und  Libellen  schnell,  Heuschrecken  und 
Käfer  langsamer. 

Die  Frucht  von  Aristolochia  clematitis  tödtete  langsam 
Lycaena  circe. 

Die  Säfte  der  Aepfel  und  Birnen  wirkten  schwach, 
doch   wurde    durch  erstere  der  Tod  schneller  herbeigeführt. 

Von  Schlehenfrüchten  starben  Schmetterlinge  und  Li- 
bellen nicht  schnell. 

Von  reifer  Rhamnus  cathartica- Frucht  bekamen  Schmet- 
terlinge und  Libellen  Krämpfe  und  starben  bald. 

Die  Früchte   von  Crataegus   ambigua  tödteten  schnell. 

Wolfsmilchsaft  tödtete  ScTimetterlinge,  Fliegen  und  Heu- 
schrecken; schneller  starben  sie  von  Mulgedium  tataricum- 
Milchsaft,  welcher  zäher  ist  als  ersterer.  Der  Schmetterling 
Colias  neriene  zieht  seine  Kahrung  häufig  aus  den  Blüthen 
von  Mulpedium  tataricum.  Der  Milchsaft  dieser  Pflanze  in 
seinen  Körper  gebracht  tödtet  ihn  augenblicklich. 

Der  Milchsaft  von  Lactuca  scariola  tödtete  schneller  als 
der  Saft  von  Solanum  nigrum-Frucht. 

Der  Milchsaft  von  Tragopogon  floccosum  tödtete  fast 
augenblicklich  Hipparchia  eudora. 

Der  Milchsaft  von  Taraxacum  glaucanthum  tödtete  Co- 
lias rhamni  nicht. 

Der  Milchsaft  von  Cynanchum  sibiricum  tödtete  Pontia 
napi  und  Libellen  nicht  schnell. 

Von  einem  Pilze  starb  Pontia  napi  bald. 

Von  Solanum  nigrum  Blättern  starben  Botys  sticticalis 
und  Plusia  circumflexa  nicht.  Dagegen  starlDen  sie  von 
Solanum  persicum -Blättern,  bewegten  aber  noch  lange  die 
Fühler   und    streckten  den  Saugrüssel  öfters  gerade  hinaus. 

Von  Hanfblättern  starben  Schmetterlinge  langsam,  auch 
Libellen  und  Fliegen  zappelten  lange. 

Aristolochia  clematis-Blätter  tödteten  schnell  Lycaena 


481 

a-'^ron,  fMiiMa  ijrrumflcxu  und  A^rion  virgo;  llipparchia 
.SLiiirlo  Hchicii  .•lu^TuhlicklicIi  mit  Kriimjtftn  zu  sterfun.  zap- 
pilttn  aber  nnchlier  wiedi'r;  (laMnelbc  zeigten  Ocdipoda- 
Art.n. 

\  t>ii  X.inthium  t*lrumariuin  gtarl>cn  llipparchia  »crmic, 
l.viaona  ac;;()n,  Tlusia  lircumlk'xa  und  I^ibL-llcn  niiht.  Da 
pc^tn  starlxMi  (Mirysups  rdictus  und  audcri-   Flii'j,'rn. 

Vdii  lA'piiiiuni  latifuliuni  starben  weder  Fliegen  noch 
andi-re  Tliicre. 

Von  Ilynsrynmus  niper  ptarbrn  F.nprepla  pnlchra.  Hip 
pan  liia  s.'nulf',  f.ycaena  ciroo  und  Wickler  schnell  mit  star- 
ken   Kriunplen;    ( »cdipoda- Arten    bekamen    auch    Krumpfe, 
lebten  aber  nachher  noch  lange. 

Von  Silau'j  bcsRcn  «tarbrn  Für^'m  nii'i  >rlinM  ti« Tlin;;e 
nn  ht. 

Von  IJliamnus  cathartna  Hliittem  starben  Hipparchia 
eudora  schnell.  Tolias  ncriene  lanfrsani. 

Von  Crataegus  ambigua  lUättern  Btarben  Hesperia  sidae 
und  Hipparchia  eudora  schnell:  C'olias  neriene  und  l'ontia 
napi  lHn^.'>am 

Von  Ar^'uzia  nic8t*cr»chniidia  [starb  Colias  ncriene  nicht. 

Von  Ornbanebc  cumawa  wurden  Schmetterlinge  ruhig, 
htreckten  ihren  Saugrllsncl  weit  au»  und  starben  nicht  bald; 
Fliegen  dag«  gen  starben   bald. 

Von  \  erbascum  thapsus  starben  Schmetterlincc  und 
Ijhrllen  nicht  schnell. 

Von  Convallaria  n)njnlis  «tarb  kein  "^chractl'  rhng. 

Trifft  der  Stich  der  vergilteien  Nadel  »ehr  cujpfiodliche 
innere  Thcüe  eine»  Insekte«,  ho  stirbt  rs  natürlich  »ehnelUr 
al.H  wenn  mnHier  eninfindliche  Theile  getroffen  weiden.  Da» 
Leben  der  spinnen.  Fliegen  ond  Libijlf n  ist  den  niften  we- 
uit;«r    «ideriitandhfahig    al«    da.n    Leben    «I»  r    S«hiii'  '  ;e 

und   Käfer;    am     meisten    Widi  rstand    zeigt   »las    I  r 

Orthopteren,  denn  voiu  stärkxteu  (lifte  wenbn  Mauli.-»  «»tler 
Oedip».da-.\rten  nie  augenblicklieh  sterben;  auch  wenn  man 
ihnen  den  Kopf  abreisst,  regen  »ie  »ich  noch  nach  vielen 
Stunden.  Daher  l.*i»*t  sich  über  die  Erprobung  d«r  (Jifte 
auf  diese  Thiere  niehl  viel  sagen.  Wenn  man  bedenkt, 
das»  fiie  Insekten  oft  Th;:»'  lang  an  der  Na»lel  leben,  »la*» 
aneh  <»ft  ein  fiedrnt«nder  Druck  auf  ihre  Hru««t  nicht  voll- 
»lautlic  t<'df»t.  .Sil  niUHH  man  sich  llber  di<  Wirkun,: 

mancher  nlanzeujwitle  wundern.  Dem  L..:  .gen  wird 
CS  auf  seinen  Excur«ioiien  lieb  Hein .  inebreK*  Mittel  in 
wissen,  wodurch  er  die  Thiere  tödten  kann,  znnial  wenn  er 


432 

seinen  Tabackssaft  vergessen  hat.  Findet  er  das  eine  Ge- 
wächs nicht,  so  wird  er  leicht  das  andere  finden,  oder  selbst 
schnelltödtende  Gewächse  ausfindig  machen 

Sarepta,  am  5.  März  1858. 


Anm.  d.  Eed.  Es  ist  kürzlich  behauptet  worden,  ein 
Stich  mit  der  Kadel  vorn  in  die  Brust  eines  Insekts  diago- 
nal nach  dem  Abdomen  hinauf  führe  den  fast  augenblick- 
lichen Tod  desselben  herbei.  Wenn  das  auch  nur  bei  ein- 
zelnen Arten  zuträfe,  so  würde  dadurch  offenbar  der  Inhalt 
der  vorstehenden  Beobachtungen  wesentlich  in  Frage  gestellt. 

C.  A.  D. 


Chemisches   Problem, 

ansjeregt  von  JTuI.  I*«tieys, 

General-Secretair  im  Ministerium  der  Justiz  in  Brüssel. 

Aus  einem  Briefe  des  Herrn  Putzeys  vom  11.  Juli  d.  J. 
iheile  ich  folgende  Beobachtung  mit,  um  deren  Aufklärung 
die  mit  Chemiealien  vertrauten  Leser  dieser  Zeitung  hiermit 
ersucht  werden.  C.  A.  Do  hm. 

Au  mois  de  mai  1856,  me  trouvant  dans  les  Pyrenees, 
et  n'omettant  de  recueillir,  ä  raison  de  l'habitat,  aucune 
espece  de  Carabiques  quelque  commune  qu'elle  füt,  je  jetais 
mes  insectes  dans  une  fiole,  contenant  de  la  raousse  hu- 
mectee  d'alcool  auquel  j'avais  ajoute  quelques  gouttes  d'ammo- 
niac  liquide.  J'avais  remarque  que  cette  preparation  tue 
immediatement  les  insectes  sans  leur  laisser  le  temps  de 
s'entre-detruire. 

Mettant  un  jour  dans  ma  fiole  un  Anchomenus  al- 
bipes,  je  fut  sürpris  de  voir  se  degager  subitement  une 
fumee  blanche  qui  remplit  le  flacon:  l'experieuce  repetee, 
produisit  le  meme  resultat;  d'autres  Carabiques  p.  ex.  le 
Platysma  oblongo-punctatum  se  comporterent  de 
meme.  Ce  n'etait  pas  une  vapeur  bleuätre  comrae  celle 
que  degagent  les  Aptinus  et  les  Brach inus,  mais  une 
fumee  d'un  blanc  de  lait,  plus  6paisse  et  disparaissant  beau- 
coup  plus  lentement. 


48S 

Revenu  ä  Firuxcllcs,  je  plongcai  dans  un  liquide  sem- 
Mable  les  melius  espeees,  «t  I"  A  ncli  <•  menus  angusti- 
collis,  et  j'obtins  unc  exlialation  ideDtiqoe  d^s  riDStant  oü 
rinsecte  t^tait  prtsentr  h  loritico  du  flaron. 

Les  va|icur8  uuiinoniaralrs.  hc  conihinaut  avec  la  liqueur 
raustirjue  que  jcttcnt  boauc«»uj)  de  Carahiqueß,  produit-clle 
une  composition  «»u  unc  drcoinjuisitiMU  thiiniquo?  quelle  est 
la  nature  de  laction  pruduit«*?  «^uelles  sunt  les  circoostances 
les  plus  favurahles  pour  lobtcnir?  Teiles  sniit  les  questions 
quf  j'aurais  voulu  tenter  de  r<^8oudre  et  qoe  je  vous  livre, 
Monsieur  le  President,  convaincu  quo  fi  dies  vous  paraissent 
eu  valoir  la  poine,  vous  voudrcz  bieii  les  souuicltre  a  nos 
eullC'gues  plus  eoiupeteus  de  la  societe. 

Ueberset/ung: 

AU  ii  b  oiirh  im  Mmi  1856  in  dou  Pjrcnii«*n  befand  und  aus 
Gründen  d«>r  j<Mjirr»j)hi*(  hcu  V.'rhroitun;:  auch  di*«  gemeinsten  'ara 
bicinen  einsamni>>lt«>.  warf  ich  niein»-  In<iecteu  in  <-in  Glas  mit  Moos, 
da«  irh  mit  Alkohol  benetzt  und  dicx-m  >ini;je  Tropfen  düs>ii;es  Am- 
moniak beifeiufuift  hatte:  nach  raeiuer  hrtahrun^  tüdtet  diese  Nmcbuiig 
augenblickliih  alle  lasekten  und  lÜMt  ihnen  keine  Zeit,  sich  unter- 
einander lu   b<*»rhädiffen. 

Kine«  l'a^es  «arf  ich  einen  Anchomenuji  albipe^  in  mein  Glaa 
und  war  Terwund«*rL,  daaa  ticb  tofurt  ein  weisser  C^ualm  bildete,  der 
dies  Kläschrhen  aust'ülltc.  wi«»derhull«*  \'ersuche  «'r^Mbt^n  dasselbe  Ke- 
sultat;  andre  <  arubiciiieu  z.  H.  Platviima  oblon;;u-punctatuni,  lieferten 
ein  gleich«'»  Kr^<*l>nii»s.  Ks  war  nicht  der  bläuliche  I'anipf,  w  «•leben 
die  Aptinus  utiJ  l'rii<  hinuf^  aushauchen,  sondern  ein  inilchweisiier  Rauch, 
dicker  und         '1        -amer  verschwindend. 

H»M  !•  kk«  hr  nach   Brüssel  tauchte  ich  dieselben  Arten 

und  den   A:. .....^    an^usticuUlK  in  cleichc   Flüssigkeit,    und  so  wie 

ich   dajt   In«<-kt   an   di<'   Mundun;r  des   Fläschcbeos  brachte,    erzielte  ich 
dcoselben   l>un<t. 

Findet  nun  hier,  wo  die  Ammoniardüoste  mit  der  kausliscbeo 
FlÜMi^keit  zusamm<'ntrf(ren,  w«dche  \ielf>  ( 'arabicinen  absondern,  eiije 
chemisch)'  Verbindung  oder  Lösung  sUlt?  Was  ut  das  Wesentliche 
dieses  Frocesses'  Welche  l  nminde  »ind  die  ^ün.<>ti;;sten.  um  ihn 
bert'orsumfen?  iMes  sind  die  Fragen,  die  ich  gerne  gelöst  sähe  und 
die  ich  Ihnen  mittheile,  damit,  falls  Sie  es  der  Mühe  werth  bnden, 
competeotere  Vereiosmitglieder  da^un  Notiz  nehineu  mögen. 


Berichtiguni;. 

Da  irb  ^uOilli^r  Weise  ^cfnnden  habe,  dlM  mein  in 
der  Mon<>;:ra|»bia  Tryplioiiiduin  .^ueciac  l>C8cbneboer  C  h o 
rinat'us  lapp^nieus  »cb<>n  unter  einem  anderen  Namen, 
nämlicb  Traohydcrma  scahra,  in  Oravcnhorsta  Ichneu 


434 

raonologia  Europaea  aufgenommen  ist,  so  beeile  ich  mich 
hiermit  diese  Mittheilung  zu  machen,  damit  der  ältere  Name 
beibehalten  werden  möge.  Die  Ursache  weshalb  ich  diesen 
Umstand  übersehen  konnte,  liegt  darin,  dass  ich  bei  der 
Aufstellung  mit  der  Charakterisirung  der  Gattung  Chori- 
na eus  nur  die  kleineren  Arten  derselben  kannte,  welche  Gra- 
venhorst  unter  die  Gattung  Exochu  s  gestellt  hatte.  Erst  wäh- 
rend des  Druckes  der  Monogr.  wurde  die  ausgezeichnete  und 
stattliche  T.  scabra  in  Süd-Lappland  gefunden,  und  ohne 
zu  ahnen,  dass  Gravenhorst  dieselbe  generisch  getrennt  ha- 
ben könnte,  z.  B.  von  Exochus  funebris,  trug  ich  keinen 
Augenblick  Bedenken,  dieselbe  als  eine  neue  Art  meiner 
Gattung  Chorinaeus  zu  beschreiben.  Der  Name  lappo- 
nicus  niuss  also  gegen  sc  ab  er  vertauscht  werden.  Was 
dagegen  den  Namen  Trachyderma  betrifft,  so  ist  derselbe 
nicht  nur  gleichzeitig  für  eine  Käfer-Gattung,  sondern  auch 
ausserdem  für  eine  Fisch-Gattung  gebraucht  worden;  nach 
der  Regel  also  muss  er  einem  neuen  das  Feld  räumen.  Der 
Name  Chorinaeus  scheint  mir  also  fest  stehen  zu  müssen, 
besonders  deswegen,  weil  die  Gattung  nun  erst  hinreichend 
charakterisirt  wurde. 

Zu  gleicher  Zeit  möge  es  mir  erlaubt  sein  zu  erwäh- 
nen, dass  der  Name  Cteniscus  Curtis  älter  ist  als 
Exenterus  Hartig,  weshalb  ein  Umtausch  zwischen  die- 
sen nöthig  sein  wird. 

Zu  der  Synonymie  vonEuceros  crassicornis  füge 
ich  noch:  Tryphon  pruinosus  Grav.  lehn.  Europ.  II. 
189.  124  $  (nex.  cT).  Gravenhorst  hat  nämlich  dieses  Thier 
für  einen  echten  Tryphon  gehalten,  und  es  wegen  der  ge- 
nitalia  occulta  für  ein  Männchen  angesehen. 

Stockholm,  den  20.  Juni  1858. 

Aug.  Emil  Holmgröu. 


Notiz  über  Athalia  spinarum. 

Von  Cornelius  in  Elberfeld. 

Zn  den  Insekten,  die  bisweilen  massenhaft  auftreten, 
gehört  bekanntlich  auch  die  als  Verwüsterin  der  Stoppel- 
rübenfelder gefürchtete  Larve  der  Athalia  spinarum. 
Vor  vier  Jahren  wurden  in  uusrer  Gegend  nur  einzelne 
Felder  von  ihr  verheert,  während  sie  in  diesem  Herbste  die 


435 

nuMsteu  entblUttert  hat.  Die  gleiche  KrsebeiuuD^  wird  vou 
der  Mosel^'e;;ci»d  her  beriehtet,  nnd  veniiuthli(  li  map  die 
^aii/.c  Hheinpru\  iiiz  oder  di»eh  ein  grosser  Tlieil  derselbeu 
diese  unwillkommene  Ileimsuebiinp  erlitteo  haben. 

Klberfeld.  Knde  Ocfober   1S5S. 


Colcopterologischc  Bemerkungen 

Miii    Itr.    l4rit*rlil»ttiiiiit*r  in    Mnii>'h<Mi. 

Ueber  Toxotus   (richtiger  Toxotes)  humeralis  and  diipar. 

(Witz  hat  im  Nuturf.  XIX.  j».  Ti'— 74  [17S3]  unter  dem 
Namen  Ceranihyx  Quereus  ein  in  Ik'^attuup  gefangenes 
l'aar  KütVr  besehriebeu  und  auf  Tab.  IV.  Kig.  ')  (/)  und  <) 
{\)  abgebildet,  woraus  man  die  beut  zu  Tu;:e  unter  oben 
angefllhrtcn  Namen  in  dtn  Samndungcn  betindlielien  Thit-re 
r.  cht  gut  erktunen  kann  Falirieius  stellte  in  seiner  Ent. 
svi^t.  li.  .'I1.5.  'J\*  [IT'J.ij  das  /  dieser  Art  unter  <lem  Namen 
Leptura  humeralis  als  neue  Art  auf,  und  aueli  in  »«inem 
Syst.  Eleut.  II.  300.  20  (ISOI)  finden  wir  nur  obige  seiue 
Knt.  syst,  eitirt.  —  Den  T.  dispar  stellte  zuerst  Tänzer  in 
seiner  Faun.  (Jerm.  XVII.  1.  |tin-a  ITI»'))  auf;  er  begiug 
jedoch  den  doppidten  Fihbr,  dass  er  denstlb«ii  fllr  ein  <f 
ausgab  fda  doch  die  kurzen  Fllhbr  und  der  dieke  Leib 
deutlieh  ein  .  erkennen  bissen)  und  als  angebliches  j  des- 
selben XVII.  2  ein  Thier  abbildet,  das  bei  seiner  mehr 
lang  gestreckten  Korperform  entweder  eine  ganz  dunkle 
Varietiit  von  T.  meridianus,  oder  ein  T.  Cursor  (noctis i  mit 
unrichtig  gezeichneter  Flilgelsiiit/.e  ist.  Letzteres  ist  aber 
deshalb  kaiMn  anzun«'hnicn,  weil  di«se  .\rt  auf  der  folgenden 
lafcl  in  richtig  gezeichneter  Abbildung  folgt.  Den  T.  hu 
meralis  tlihrt  l'anzor  zuerst  in  seinem  ent«»m(d.  Taschenbuch 
p.  *JTo.  l.'l  [IT'.C)]  an.  eitirt  hier  sogar  obige  Stelle  de»  Xa 
turf.,  und  zwar  gerade  die  pag.  74,  wo  die  Diagnosen  bei- 
der (Jcsehleehter  unmittelbar  untereinander  stehen,  er  eitirt 
beide  Figuren  (')  und  'o  der  Tab.  IV.,  ohn»'  jedoch  die  von 
Falir.  abijesehriebcnc.    nur    auf  das   cT  passende.     '  -e 

zu    vervollständigen    oder    das    .    sonst   irgend   zu   •  n. 

Als  er  später  in  seiner  Faun,  tienn.  XLV.  11  [circa  li'.ilj 
eine  s(dir  kenntliche  Abbdduug  des  T  humeralis  lieferte, 
bestdiriinkte    er    (nach    seiner  .Abbildung  mit  Recht)    obiges 


436 

Citat  aus  dem  Naturf.  auf  das  cT.  Von  spätem  Autoren  hat 
Mulsant  in  seinen  Coleopt.  de  France  I.  p.  231  [1839]  nur 
den  dispar  aufgeführt  und  dabei  die  beiden  Irrthümer  Pan- 
zers in  sein  Buch  aufgenommen,  sicher  nur,  weil  es  ihm 
an  Material  zur  eigenen  Untersuchung  fehlte,  indem  diese 
Art,  wie  er  sagt,  in  Frankreich  sehr  selten  sei.  ßedten- 
bacher  (In.  Austr,  p.  504)  citirt  auch  die  beiden  Panzer'schen 
Figuren  bei  seinem  T.  dispar  und  fügt  in  einer  Note  bei, 
dass  dieser  von  Einigen  für  das  ^  des  humeralis  gehalten 
werde.  Ich  glaubte  in  meiner  Uebersicht  der  Cerambyciden 
Münchens  [1844]  durch  Wiederherstellung  des  Ursprung 
liehen  Namens  und  Verweisung  auf  die  betreffende  Stelle 
im  Naturf  nebst  Anführung  der  Synonymen  von  Fabr.  und 
Pnz.  genug  gethan  zu  haben,  um  der  Legitimität  der  Ehe 
zwischen  T.  humeralis  und  dispar  und  zugleich  ihren  ur- 
sprünglichen Familiennamen  T.  Quercus  die  gebührende  An- 
erkennung zu  verschaffen,  da  mir  aber  selbst  der  neueste 
Stettiner-Katalog  das  Gegentheil  bewies,  so  fand  ich  es 
nothwendig,  die  Ehre  und  das  Recht  meiner  Schutzbefohle- 
nen offen  zu  vertheidigen. 

Wer  mit  der  Gruppe  der  Lepturiden  einigermassen 
vertraut  ist  und  namentlich  die  nächsten  Verwandten  der 
fraglichen  Art  genauer  kennt,  der  wird  den  Werth  der  ver- 
schiedenen Merkmale  zu  unterscheiden  wissen.  Wir  finden 
nun  hier  in  der  kurzen,  gedrungenen  Körperform  (im  Ver- 
gleich zu  Cursor  und  meridianus),  den  schief  abgestutzten 
Flügeldecken  mit  kurz  abgesetzter  Spitze  am  Ende  des  lu- 
nenrandes,  dem  Verhältniss  des  3.  Fühlergliedes  zum  5., 
der  Form  des  Halsschildes,  also  Merkmalen  von  grösster 
Wichtigkeit,  die  vollste  Uebereinstimmuug.  Die  längeren 
Fühler,  der  mehr  cylinderische,  schmale  Hinterleib  und  die 
ebenfalls  schmäleren  Flügeldecken  bilden  einen  bekannten 
geschlechtlichen  Unterschied  des  d.  Es  bleibt  nun  über- 
haupt kein  anderes  Unterscheidungsmerkmal,  als  die  ver- 
schiedene Farbe,  und  auch  diese  weist  sich  hier  als  Ge- 
schlechtsunterschied aus,  indem  humeralis  mit  seinem  rothen 
Hinterleib  und  Schulterfleck  sich  bisher  immer  als  cf,  und 
dispar  mit  seinen  rothgelben  Flügeldecken  und  schwarzem 
Hinterleibe  als  ?  ausgewiesen  hat.  Da  ich  von  T.  cursor 
und  meridianus  auch  d^  mit  ganz  einfarbigen  blass  braun- 
gelben Flügeldecken,  von  letzterem  auch  ein  d  mit  schwar- 
zem Hinterleib  und  schwarzen  Beineu  besitze,  so  würden 
ähnliche  Abweichungen  in  der  Farbe  dieser  Theile  bei  T. 
Quercus  eine  Trennung  ebensowenig  rechtfertigen.  Mir  sind 
solche  Abweichungen   noch   nicht   vorgekommen,    und   selbe 


487 

werden    auch    bei    Uor   Seltenheit    der   Art    im  All^'omeinen 
j;ewis<»  auch  hüchst  »clteu  »ein. 

Dem  von  Cloctz  un;,'ctuhrten  Fall«'  wirklich«  r  raarung 
von  T.  hiuneralis  ic^'  und  ilispar  i,)  kann  ich  noch  einen 
zweiten  heini^'eii.  indem  ich  am  12.  .Funi  IS*))»  in  der  Niihe 
\on  llrllnwald  liei  Mllnehen  auf  diin  <iij)fel  einer  jungen 
l'irke  ein  l'aar  in  copula  fand.  Dagegen  iHt  es  noch  Nie- 
mandem ^elunf^en,  auch  nur  eine  der  beiden  Formen  in 
beiden  Ciesehleehtern   naeh/uweiAen. 


In  dem  letzti-n  llelt  d.  r  Knf.  /tp.  paft.  213  bemerkt 
Hr.  Ffeil  über  die  Lebensweise  des  Apodcms  inter- 
medius:  ,Ks  untcrlie^'t  wi>hl  keinem  Zweifel.  dasH  das  5 
seine  Hier  auf  den  Hliittern  des  C'nmarum  palustre  ablegt, 
da.ss  die  Larve  diese  demniiehst  /u  ihrem  Schutze  zusam 
menrollt  ete.*"  Da  hier  keine  direeten  Heobaehtunpen  vor- 
liegen, so  frlaube  ich  im  Hinblick  auf  «lie  Hiolofjie  der  ver- 
wandten Arten  ann«hmen  zu  milssen,  dass  auch  hier  nicht 
die  Larve,  sundern  deren  .Mutt<r.  der  ausgebildete  KUfer.  die 
lilattrollen  verfertiget.  Interessant  ist  Ubri;:cns  das  \  orkom 
men  die.ses  Thieres  auf  einer  kratitarti;:en  l'Hanze. 


Wenn  Holitobiup  und  Bo  1  i  tochara,  wie  ich  nicht 
zwciric,  vi»n  H(»IctüR  abgeleitet  sind,  so  kann  doch  nur  in  Folge 
eines  Sehreib-  oder  Druckfehler«  statt  de«  e  ein  i  sich  ein- 
pcsehliehen  heben,  und  nmn  wini  «Iah«  r  Muletnbius  und  Boleto- 
chara  (wenn  letztere  Kndurj;r  llberlinnjit  /uliinsj^  isti  schreiben 
mlls^en.  Holl  Miiders  das  Noli  me  tarnen«  »'epebener  N'amen 
nicUt  ans  Lach,  rliche  streifen  und  selbst  (Jymnasiasten  das 
Kecht    geben,   Ober  die  phijologisrlien  Kenntnisse  der  Cnto- 

mril<.i'en    711    ~Ii"tten 

.\nm.  d.  li«  d.  zu  \«».  .'>.     Erstens  wllrde  ct^^  •. 
ler  ^tiymna.siasten*"   oder  andrer  satyriseher  Clymii 
um  so  leichter  zu  ertragen  t>ein .  als  man  von  den  l'roiancn 
am    wenigsten    erwarten  darf,   sie  wlUhtcu  den  Werlh  eine»^ 
stabilen   Nonienelatur   zu   schiiLxeu      Zweitens  aber,    um  i 
den  \<>rli  Fall  auch  i  on  Hrn  Dr.  Kriccli 

baumer    ,  rten  all<  in.S(  .  .  :■  t'anou  der  l'biio 

29 


438 

logie  zu  bleiben,  würden  Boletobins  gleichwie  Boletoehara 
von  den  grimmen  Zionswächtern  der  puristischen  Unbe- 
flecktheit sofort  als  Voces  hybridae  stigmatisirt  und  anabap- 
tizirt  werden.  Und  um  so  richtiger,  als  ßio/Jn^g  eine  Art 
essbarer  Pilze  bezeichnet.  Ich  werde  je  länger  je  fester 
in  der  Ansicht  bestärkt,  dass  man  durch  den  Namen  des 
Autors  bei  Gattungen  und  Arten  diesen,  und  nur  diesen 
per  saecula  saeculorum  für  seine  grössere  oder  gerin- 
gere Graecität  oder  Latinität  verantwortlich  zu  machen 
hat.  Ich  glaube  durchaus  nicht,  weder  dass  Illiger  au  sei- 
nem entomologischen  Ruhme  Scliadeu  leidet,  wenn  Gymna- 
siasten seinen  Boletophagus  als  Vox  hybrida  unter  die  kri- 
tische Kratzbürste  bringen,  noch  dass  Shakespeare  zum 
Frommen  der  geographischen  Schüler  castigirt  werden  muss, 
wenn  er  in  Wiiiters  talf  eine  böhmische  Wüste  ans  Meer 
verlegt.  C.  A.  Dohrn. 


Literatur. 


Die  geographische  Verbreitung  der  Schmetterlinge  Deutsch- 
lands und  der  Schweiz  Nebst  Untersuchungen  über 
die  geographischen  Verhältnisse  der  Lepidopterenfauna 
dieser  Länder  überhaupt.  Von  Dr.  Adolf  Speyer  und 
August  Speyer.  1.  Theil.  Die  Tagfalter,  Schwär- 
mer und  Spinner.     Leipzig.     1858. 

Angezeigt  von  F'r.  Sclilägrci'*  Diakouus  iu  Jena. 

Schon  seit  längerer  Zeit  ist  dieses  ausgezeichnete  Buch 
in  meinen  Händen  und  hat  mich  angelegentlich  beschäftigt. 
Die  Herren  Verfasser  wollen  es  angesehen  wissen  „als  einen 
ersten  Versuch,  die  geographische  Seite  der  Lepidopterolo- 
gie,  wenn  auch  nur  auf  beschränktem  Felde,  wissenschaft- 
lieh zu  begründen"  (p.  XII.)  und  sprechen  es  bescheiden 
aus,  dass  es  deshalb  ..nach  allen  Richtungen  nothwendig 
mangelhaft  und  verbesserungsbedürftig  sei.^  Je  länger  und 
klarer  ich  jedoch  das  Gegebene  überschaute,  desto  reicher 
und  voller  entfaltete  sich  vor  mir  der  aus  der  Tiefe  geho- 
bene Schatz,   und   wenn    ich    anfangs  den  Gedanken  hegte, 


eine  Anzcipc  dieses  wertlivollcn  Bnche«  niUsse  sehr  leicht 
zu  geben  sein,  -  iiatürlirh  eine  Anzeie:e,  welche  sich  kei- 
neswegs auf  der  seichten  oherflÄche  bewege,  sondern  iu 
den  Inhalt  und  Sinn  cinfrehc  nnd  diesen  lebendig  vergcgen- 
wUrtige.  —  so  hat  mich  das  fortgesetzte  Studinni  desselben 
immer  stärker  in  der  rebcrzeiiiriing  b«'fi-^tipt,  dass  es  viel 
leichter  »ei,  ein  schlechtes  als  ein  wirklich  gutes  Buch  zu 
besprechen.  In  diesem  <»ft"cnen  (Jeständnisse  liegt  einmal 
der  «Jrnnd,  weshalb  diese  Anzeige  so  spiit  erscheint,  dann 
zagleieh  das  l'rtheil,  was  ieh  im  Allgemeinen  Über  das  vor- 
liegende Werk  ausspreche.  Ks  ist  ein  erfreuliches  und  dan 
kenswerthes  Zeugnis«  von  echt  wissenschaftlichem,  nnermlid- 
lieh  ausdauerndem,  keine  Keschwenle  noch  Arbeit  scheuen 
dem.  allseitig  nnisiclitigem  und  neue  Hahn  brechendem 
Fleisse.  Viele  Jahre  haben  die  (Jibrllder  Speyer  ihre  ge 
spannte  Aufnnrksamkeit  auf  diesen  Zweig  der  Wisseuschalt 
hingelenkt  und  ihn  mit  besontlerer  Liebe  gepflegt  Die 
ersten  Versuche  darltber  sind  in  unserer  Zeitung  vom  Jahre 
I8f)<>  und  \^:y2  bereits  niedergelegt  worden.  Von  da  al) 
haben  die  Gebrllder  den  IJegenstand  beständig  mit  gleicher 
Hingebung  im  Auge  behalten,  n<'ue  F'rkundigungen  eingezo 
gen,  selbst  verschiedene  Keiscn  antem<»mnien  nnd  den  auf 
diesem  Wege  gesammelten  Stoff  bieten  sie  nun  in  dem 
genannten  Buche  wissenschaftlich  geordnet  dem  Publikum 
dar. 

Wer  ein  wahrhaft  erschöpfendes  l'rtheil  mit  kritischer 
SehHrfe  Über  das  Geleistete  geben  wollte,  der  mUs^to  noth 
wendig  sich  ebenfalls  mit  diesem  (iegenstande  nnii  /.war  in 
gleicher  Weise  beschiiftitrt  haben ;  denn  man  wird  auf  Be- 
trachtungen hingelenkt,  die  bisher  schwerlich  in  soleher 
Ausdehnung  und  mit  solcher  Imsicht  irgen«!  Jemand  ange- 
stellt hat.  Ich  wenigstens  gestehe  es  tllr  meine  Person 
offen  zu.  dass  sie  mir  ganz  neu  sind.  Daher  muss  ich  mich 
leider  begnügen.  eincHtheiK  nur  hinzuweisen  auf  «bn  reichen 
Stoff  und  Inhalt.  anderntheilH  auf  die  Art  und  Weise  der 
Verarbeitung  desselben,  um  wenigstens  in  dieser  Beziehung 
die  Aufmerksamkeit  auf  ein  Werk  hinzulenken,  das  sicher 
N'irmand  ans  der  Hand  legen  wird  ohne  reichen  Gewinn, 
und  da»  alle  I.epidopterolni;on  den  Herren  Verfassern  /.u  in 
nigem   Danke   verpflichtet. 

In    der  Kinleitunc    wird  'et     welchen 

/weck    dieses  Buch    verfolge  »th,    Verbrei- 

tnngsbezirk   nnd  (irÄnzrn  das  Nähere   i  lt.     Die  An» 

drücke  Schmetterlinge«  zone    und  S«^hn!  _srcgion    er 

halten    ihre    KrkiHrung.       Leber    das    Gebiet    der    Fauna, 
beil&nfig  ein  Areal  von   14051  Qoadratmeilen  wirH  dann  ge- 


440 

sprochen  und  dasselbe  nach  der  Plastik  des  Areals  in  drei 
Bezirke  getheilt:  .-Die  grosse  nördliche  Tiefebene,  das 
mittel-  und  süddeutsche  Hügel-  und  Bergland 
und  das  Alp  enge  biet.'^  Es  folgt  dann  die  Erörterung 
der  klimatischen  Verhältnisse.  Mit  Berücksichtigung  der 
Hauptregionen,  welche  die  Pflanzengeographie  angenommen 
hat,  folgen  die  Gebrüder  Speyer  dabei  im  Wesentlichen  der 
Eintheilung  0.  Heer's  und  nehmen  folgende  5  Regionen  an : 
1.  die  untere  Region,  welche  in  die  Tiefebene  und 
Hügelregion  zerfällt;  2.  die  Bergregion;  3.  die  untere 
Alpenregion;  4.  die  obere  Alpenregion  und  5.  die 
untere  Schnee region.  Nachdem  so  der  Weg  zum  Ver- 
ständniss  der  Arbeit  geebnet  worden  ist,  folgt  ein  allge- 
meiner Theil,  dem  eine  Uebersicht  der  Lepidopterenfauna 
Deutschlands  und  der  Schweiz  vorangestellt  wird,  soweit  sie 
in  dem  vorliegenden  ersten  Bande  behandelt  ist.  Sie  schliesst 
sich  im  Allgemeinen  dem  Systeme  Herrich-Schäffers  an, 
ohne  jedoch  sich  streng  an  dasselbe  zu  binden,  worüber  die 
nöthige  Aufklärung  im  Vorworte  p.  XL  gegeben  ist. 

Die  Rhopaloceren  und  Heteroceren  werden  nun  im  All- 
gemeinen besprochen  und  die  Resultate  über  ihr  Vorkom- 
men, über  ihre  Verbreitung  und  Vertheilung  innerhalb  des 
Gebietes  mitgetheilt.  Die  Vertheilung  wird  durch  Zahlen 
festgestellt  und  die  Verhältnisse  der  einzelnen  Regionen,  wie 
sie  oben  dargelegt  wurden,  erhalten  ihre  Würdigung.  Was 
nun  die  Verbreitung  betrifft,  so  wird  diese  erörtert  nach 
einer  zwiefachen  Seite  hin;  die  Herren  Verfasser  geben  Auf- 
schluss  sowohl  über  die  wag  erechte  (Zone),  als  über  die 
senkrechte  Verbreitung  (Region).  Auch  hier  werden 
dann  die  aus  den  speciellen  Untersuchungen  gewonnenen 
Resultate  numerisch  festgestellt.  Auf  die  Wohnplätze  wie 
auf  die  Ursachen  der  Verbreitungsgränzen  wird  allseitige 
Rücksicht  genommen  und  einem  jeden  Factor,  der  hierbei 
wirksam  ist,  Rechnung  gethan.  Diese  allseitige,  klar  ge- 
ordnete Durchdringung  und  Erforschung  gewährt  iiohes  In- 
teresse. Weiterhin  stellen  die  Herren  Verfasser  eine  Ver- 
gleichung  der  Fauna  des  Gebietes  mit  der  von  Europa  an 
und  theilen  mit,  was  sie  von  der  Vertheilung  der  Falter 
über  diesen  Welttheil  erforschten,  eben  so  auch,  was  sie 
über  die  Verbreitung  der  Falter  des  Gebietes  ausserhalb 
Europa  ermitteln  konnten.  Wenn  auch  hier  gerade  die 
grössten  Schwierigkeiten  entgegentreten  mussten  und  bei 
der  noch  immer  mangelhaften  Kenntniss  der  Lepidoptern  in 
den  übrigen  Welttheilen  nur  Andeutungen  gegeben  werden 
konnten,  so  ist  es  doch  sicher  ein  Verdienst,  dieser  müh- 
samen Arbeit   sich    unterzogen   und   wenigstens  eine  Grund- 


441 

In;:«-    711   spattun  I'    'n     "  ,ti;;tii   pc^tiifii    /ii  hal»cii       Kk  lol^t 
•  lann    iiorh    vux'    1  in:;  dts  curopai^claii   Faltorreicbn 

und    /.um   ^  nllfremi  inon  TheiU  Bemerkungen 

über  die   i     -  dir  Arim. 

Der  sich  ans«  idiossende  8|»eciolle  Theil  p.  IM  ff.  ent- 
hält nnn  die  Grondlai^e.  i,dat>  rrkundenhucb"  für  den 
er»ten  Theil.  Wie  sie  »ich  keine  Milbe  haben  verdriessen 
lassen  und  woltho  Arbeit  es  ihnen  pekogtet,  erpiebt  sich  ans 
dem  Verzeiohiiiss  «ier  t^uellcn.  aus  \i\ilchen  die  Verfaaser 
•i'  und    welches    sie    zum  VerKtiindniss  der  Angaben 

N'  -    iiiken.     Ks  werden    nun    die    einzelnen    Falterartcn 

besprochen  und  die  Anpabeo  Über  das  Vorkommen  und  die 
Verbreitung  derselben  genau  dargelegt.  In  der  Vollstiindig 
keit,  wie  hier  das  Vorkommen  der  einzelnen  Lepidoptem- 
arten  angegeben  ist.  wird  man  es  schwerlich  bis  jetzt  in 
einem  antlrcn  NN'erke  änden  und  wer  auch  vielleicht  llir  den 
all;:emciuen  Thiil  weniger  Interesse  haben  sollte,  was  aber 
sicher  geweckt  wird,  wt-nn  umn  in  ihn  sich  hineinzuarbeiten 
die  Mühe  sich  nicht  verdricsscn  lässt.  der  tindet  in  diesem 
specicilen  Tbcile  soviel  des  Wissenswlirdigstcn  und  Neuen. 
dass  er  das  Buch  nicht  nnbcfriedipt  aus  der  Hand  legen  wird. 
Selbst  derjenige,  welcher  nur  aul"  Samujcln  der  Lepidoptern 
bedacht  ist,  kann  es  flir  die  l)esprochenen  Arten  sicher  als 
den  behteu  Führer  betrachten,  der  ihn  an  die  Fuu«l«.>rtc  lei 
tet.  und  CS  wird  so  den»  prakti.«*eheu  Inieresse  gleichfalls 
eio  wesentlicher  Dienst  geleistet  .Soviel  steht  zweifelsohne 
fest,  das»  wir  in  diesem  Buche  die  erste  vollständige  und 
gesicherte  LelKTsicht  der  Lepidoptemfauna  Deutschlands 
erhalten  haben  und  es  ist  nur  zu  wünschen,  dass  dasselbe 
nicht  nur  den  > erdienten  Absatz,  sondern  auch  seine  Fort- 
setzung baidig>t  tiiidcn   ni<>ge. 

Ks  sei  nur  erlaubt,  hier  noch  eine  Bemerkung  aozn 
sseo,  die  keineswegs  einen  Tadel,  soodcm  vielmehr 
(NU  II  freundlichen  ^^  unscb  ausspreeben  soll,  der  vielleicht 
bei  der  Fttrtsctzniii:  tlis  \\  crkes  von  den  Herren  Verfassern 
r.  i  te.  Sieh«  r  würde  «liese  Be- 
ri.  ^  '  in  nnd  i-rwllnsrht  sein.  Da 
Uberüier^  aul  liie   1  Ha  !      '  iiiluug  in 

Zonen    und    Kcgioncn  i......  .  ...    _   .. ^  .;  .      ii«!    ge- 
wiss mit  vollem  Bechte,  po  dttrfie  sieb  m  dieser  i 

ein  Feld  der  H  •         -         '      *^ ■     '•    •  .    m- 

teri  ssaot  and  <^hte. 

h.'i  .1.          -  .        M-. 

Dai.urrh  gew  der  schon  ber»«»rgehobe- 

neu    einen    | .■"-.:.     ..  cb   cioe   zweite,     ich  ver 


442 

kenne  die  grossen  Schwierigkeiten,  die  hier  zu  tiberwinden 
sind,  nicht.  Es  finden  sich  in  den  Schriften  der  Lepidop- 
terologen  leider  so  viele  falsche  Angaben ,  dass  es  oft  ge- 
radezu unmöglich  wird,  das  AVahre  herauszufinden.  Die 
Botanik  wird  ganz  vernachlässigt  von  nicht  wenigen  Ento- 
mologen und  dennoch  bildet  sie  einen  wesentlichen  Bestand- 
theil  der  Entomologie.  Eine  lepidopterologische  Botanik  und 
lepidopterologische  Herbarien,  wenn  ich  mich  dieser  Benen- 
nung bedienen  darf,  sind  noch  Wünsche,  die  ihrer  Erfüllung 
erst  entgegensehen.  Könnten  die  geehrten  Herren  Verf.  bei 
der  Fortsetzung  ihr  Augenmerk  auf  diese  Seite  mit  richten 
und  dieselbe  wenigstens  anbahnen  helfen,  so  würden  sie 
sich  zu  dem  bereits  errungenen  Verdienste  nur  noch  ein 
neues  anrechnen  dürfen,  welches  ihnen  eben  so  wenig  wie 
jenes  Jemand  streitig  machen  könnte. 


Arsilonche  (Led.),  *)   Simyra  (Tr.)   Büttneri  n.  Sp. 

(Hiebei  eine  Tafel.) 

In  der  letzten  Hälfte  des  August  1856  fing  Herr  Lehrer 
Büttner  auf  der  sogenannten  grünen  Wiese  bei  Grabow  eine 
kleine  weibliche  Eule  (gegenwärtig  in  der  Sammlung  meines 
verehrten  Freundes  Lederer  in  Wien),  die  bei  oberflächlicher 
Betrachtung  den  kleineren  Nonagrien  (Tapinostola  Led.), 
namentlich  der  Nonagr.  Fluxa  ähnlich,  doch  wegen  ihres 
auffallenden  FlUgelschnitts  von  mir  und  einigen  anderen 
sachkundigen  Freunden  für  eine  neue  Art  gehalten  ward. 
Als  wir  im  vorigen  Sommer  —  1857  —  der  uns  wegen  sei- 
ner Trockenheit  und  Wärme  gestattete,  solche  Stellen  auf 
den  hiesigen  Möllenwiesen  zu  besuchen,  die  nur  in  manchen 
Jahren  betretbar  sind,  nach  Nonagria  Nexa  und  Fluxa 
suchten,  fing  mein  Sohn  ein  zu  der  oben  erwähnten  Art  ge- 
höriges Männchen.  Wir  gaben  uns  Mühe,  davon  mehr 
Exemplare  zu  erbeuten,  doch  war  es  theils  bei  der  grossen 
Flüchtigkeit,  mit  welcher  dies  Thier  in  der  Dämmerung  flog, 
theils  bei  seiner  offenbaren  Seltenheit,  bis  zur  Mitte  des 
September  nur  möglich ,  im  Ganzen  9  Exemplare  zu  erbeu- 
ten, worunter  2  d .     Zwei  Exemplare  davon  fand  ich  in  den 


*)  Verffl.  die  verdienstvolle  Mono"Taphie:  die  Noctuiueu  Europa's, 
»ystematisch  bearbeitet  von  Julius  Leaerer,  Wien,  bei  Manz     1857. 


443 

NachniiilapBslundon  nn  firaoHtonf^cln  sitzend.  Fine  MK-hcrc 
Spur,  wann  und  an  uoIcIkmi  l'tlan/.cn  «lio  Haupo  (its  Falters 
Ifbc.  »Tuiittoltin  wir  nicht:  am  walirsclirinliclifsten  (lllrftc  «if 
au  Spar^anuiin  rainosuni  und  siniplcx  /u  suchen  sein,  da 
der  Falter  an  hoKhon  Stellen  sieh  zeigte,  wo  die  Pflan/o 
wuchs,  uud  in  einem  Stengel  dersenHü,  wenig  (Iber  der  Wur 
zel,  eine  tllr  die  (irüsse  dt-s  Falters  passende  Puppt-nhlllse 
gefunden  wurde.  Herr  Staatsrath  Kversmann.  der  mich 
diesen  iSoninier  uiit  seinem  Iksuch  crfn-ute.  nn»l  dem  ich 
bei  dieser  rJelegenheit  die  Original  -  Kxemplare  vorzeigte, 
sagte  mir.  dass  er  diesen  Falter  auch  in  llussland  gefun- 
den, sich  zwar  des  ihm  gegebenen  Namens  nicht  erinnere, 
aber  ihn  in  seinen  Xoctuelites  de  la  Hussie,  in  dem  Bulletin 
de  la  Societe  imperiale  etc.  de  Moseou  l'^öö  unter  den  Leu- 
canien  anfgeflihrt  zu  haben  glauix'.  Ich  linde  t?ie  jedoch 
unter  den  dort  besehriebenen  Kuhn  nicht,  und  halte  mich 
daher  berechtigt,  den  «ibigen  Namen  festzuhalten. 

Ich  lasse  eine  nähere  Uc^chreibnug  der  aU  Meilagc 
zu  dieser  Zeitung  durch  die  fiUte  des  Hm  Lineke  auf  Stein 
gezeichneten,  von  Herrn  Schultz  rolorirten  .Vbliildung  «les 
Falters  folgen. 

I^iagn.:  Arsil.  /hittiur,.  alis  anticis  acuminatis  pallide  flaviü. 
atomis  subnigri«  adspersis,  venis  gri.-^escentihun. 
postieis  sul)r(»sco  pallidis.  venis  grisescentibu.«'. 

Der  Kopf,  I'horax  und  Leib  des  Männchens  sind  hell 
strobf^eib,  Thorax  mit  langer,  glatt  gestrichener  Behaarung, 
der  Kopf  ohne  den  verlängerten  behaarten  Stirnfortsatz.  wie 
ihn  die  N<»nagrien  Led.  zeigen.  l'alpen  wenig  llber  die 
Stirn  \»»rrapen<l.  Augen  wenig  behaart.  Ocellen  vorhanden. 
Fühler  \on  der  l'arbc  cle.''  Thorax,  kammzähnig;  Leib  an 
deo  Kinschnitten  matt  grau,  mit  AfterbUscheln  Mrsehen.  Die 
VordertlUgel  lan/.etttVirmig,  doch  minder  spitz  aN  bei  Sim. 
Nervosa,  der  Aosscnrand  etwas  eingciiuehtet,  ähnlich  wie  hei 
Lenc.  straminea.  Innenwinkel  abgerundet,  Farbe  wie  beim 
Thorax,  mehlig  Instäubt.  in  iler  .Mitte  am  dunkelsten,  mit 
vielen  schwärzlichen  Atomen,  «lereu  .'5  auf  den  mittleren 
Adern  der  \  «»nlertlUgel  etwa.n  her>Mrtreten.  Adern  nithlich. 
zwischen  denselben  dunklere  Längshlrcifen.  Franzen  kurz 
sehr  blans  Hintertltlgel  mit  «enig  eingebuchtetem  Aussen 
rande.  grau,  mit  breiten,  röthlich  weinseo,  strahlenförmig 
auslaufenden  Aden).  Fran/en,  wie  bei  den  Vorderflllgein. 
Gai  7  frinchc  Kxemplare  i'r.>*chcinen  rosenrnth  bednftct.  wie 
sic'i  dies  oft  bei  Nonag  .Sparganii  .,  wenn  sie  ganz  frisch 
ist.  zeigt.  —  Die  Interseite  i>t  hell  .•strohgelb,  glän/epd.  mit 
gel'liehem  Vo-''errande.  aber  FiHgcl .  Wurr.elo  und  Adern 
daiikler  bestäubt.   i.:it  zablrcichcu  »chwärzlichcn  Atomen,  die 


444 

jedoch    matter    als   auf   der    Oberseite    hervortreten.       Der 
Mondfleck  ist  auf  den  Ober-  und  Unterflügeln  angedeutet. 

Beim  Weibchen  sind  die  fadenförmigen  Fühler  schwach 
behaart,  die  Oberflügel  etwas  gestreckter,  doch  mit  weniger 
hervortretender  Spitze,  die  schwärzlichen  Atomen  feiner,  das 
Uebrige  wie  beim  c^.  Die  Unterfinge]  haben  einen  etwas 
mehr  aiisgeschwungenen  Anssenrand,  sind  heller,  mit  brei- 
teren, mattröthlichen  Adern  und  breiterem  Anssenrande,  als 
beim  cf*.  Auf  der  Unterseite  fehlt  fast  die  graue  Bestäubung 
der  Adern. 

Hering. 


Atsspriich  auf  Priorität. 

In  No.  7 — 9,  Juli  bis  Sept.  dieser  Zeitschrift  betindet 
sich  p.  300  eine  Receusion  der  II.  Lieferung  des  Catalogs 
der  Lepid.  de  la  Collect,  de  l'Academie  de  St.  Petersb. 

Herr  Dr.  Gerstäcker,  von  anerkennungswerthem  Eifer 
für  die  Wissenschaft  beseelt,  beeilt  sich  die  Fehler  dieses 
Werkes  in  der  erwähnten  Recension  aufzudecken.  Aber  ich 
selbst  habe  bereits  dieselben  Fehler  verbessert  in  einem 
Schreiben  vom  4.  Mai.  im  Bullet,  de  la  Soc.  des  Nat.  de 
Mose.  1858  1  Part,  gegen  Ende  iMai  herausgegeben,  Fehler 
welche  lediglich  daraus  entstanden  sind,  dass  mir  das  Werk 
des  Herrn  Walker  zu  spät  in  die  Hände  kam.  Indem  ich 
also  hiermit  die  Priorität  dieser  Correcturen  in  Anspruch 
nehme,  so  ejscheint  der  Artikel  des  Herrn  Dr.  Gerstäcker 
beinahe  unnütz.*)  Ich  sage  beinahe,  denn  die  einzige  Spe- 
cies,  welche  ich  nicht  erwähnt  habe,  Castnia  Godarti  m., 
müsste  bei  Herrn  Walker  doch  gar  zu  schlecht  beschrieben 
sein  (was  doch  nicht  anzunehmen  ist),  wenn  er  damit  unsere 
Art  gemeint  hat.     Daher  halte  ich  es  tür  besser,    eine  gute 


",)  Anm.  der  Ked.  Abgesehen  von  der  Frage,  ob  und  wie 
lange  einKriliker,  welchem  da.s  zu  recensirende  Buch  vorliegt,  warten 
muss,  um  zu  wissen,  ob  und  wo  der  Autor  begangene  Versehen  selber 
rer-tiliciren  wird,  darf  es  für  den  vorliegenden  Fall  genügen,  zu  wissen, 
dass  das  Heft.der  Bulletins  de  Moscou,  welches  die  Note  des  Herrn 
E.  Menetries  enthält,  von  Moskau  in  der  zweiten  Hälfte  dos  Monats 
Juni  expedirt  worden  ist,  mithin  hier  im  AVege  des  Buchhandels  erst 
Ende  Septembers  eintraf,  als  der  Artikel  des  Plerrn  Dr.  Gerstaecker 
länfxfrt  ppdruckt  war. 


44fi 

Ahhildun;:.  hrpiriirt  von  cin<T  prnanon  lirKrhroihmi^.  rn 
\  t'rJ'fftiitlichcn .  al<»  rwri  Thirre  auf»  I'ubpstimmtr  riihain- 
inrn  TAX  worOn. 

St.   I'.-t-rs'.iir-,  i\ru    1^    SrpU-mbcr    I«f>«. 

E.  M<^n<^tri^8. 


A  11  r  y  I  o  n  y  »  li  a  r  ii  ^'  i  p  c  n  n  i  «  Schau  fu*  n. 

Zu  der  in  floni  voripen  Hefte  pecebenen  Beschreibung 
(liosrr  Art  JRt  noch  zu  ertrÄnzen  :  e  collectionc  Hillci. 


Hl  r.    Orrw^tn:    Krirflirhr    ^lillliriliiiiff 

•  l»'»  HTrti  S.  \it'tn*'r  in  Kjiiiil>f<(l<lv    Covlon 

über     eine     springende     Ameise. 

KanilMMUle,  2»>.  August   1858. 
Wcrthcr  Herrl 

Anliegend  »ende  i<h  Ihnen  3  Speeies  Anieigen.  die  mir 
int»res«*ant  scheinen  und  deren   Namen  ich  gern  erHlhre. 

I>ic  gnisstc  und  kloinst«'  Art  hcwfdincn  die  (iebirge 
.S— r>(Xn>'  Höhe;  beide  sind  ni<dit  ganz  gemein:  Nester  habe 
ich  nie  gefunden,  die  grJJsnere  indess  gel.  gentlich  in  Frd- 
Iftchem.  in  die  sie  f^eCallen  Wfu",  angetrvffcn,  die  kleinere 
an  Baumstiimnien.  Auch  ha!»e  ich  stets  nur  das  vorliegende 
<icschhelit  anL'etr«tfTeii  und  die  geflllgeltrn  Individuen  nie 
gesehen. 

Die  anliegende  inittelgrüiittti:  Art  mit  ubiou^quadrati 
schein  Kopf  und  langen  vurMteheml«  n  Mandiheln  .  ist  die 
iVUher  von  mir  erwähnte  ««pringend»  Ameise  Sie  lebt 
in  kltfiiien  <Ve]*el Im- haften  unter  Steinen,  HlonK-nU>pfeii  lU  dgl. 
und  ist  sehr  g« mein  im  Tietlande  der  Insel;  über  30^  '  im 
frehirge  ist  si«»  «elten.  Pas  Springen,  wenn  es  s«»  prnannt 
werden  kann,  p'srbieht  nicht  \ennitt.lxt  der  Hi- 
wie   bei   andern   Insekten,  mmhUtii   \<  rmitti-Ul  der  ^i  n, 

durch  die  sich  das  Thier  1-1?  Z<dl  \m  it  fortschnellt.  Kin 
heftiges  ZusamtnenschlagiMi  tier  Mandiboln  gegen  ein  Stein- 
ehen oder  dergl.  und  eine  gleichteitige  Bewegung  des  Kör- 
pers hrincni  dir  SehnHInng  (Sprung)  honor      Ich  hahc  <!i« 


446 

Thiere  oft  anf  einem  Teller  genau  beobachtet.  Sie  sprin- 
gen leicht,  sobald  sie  mit  einem  Steinchen,  Holz  oder  dergl. 
alarrairt  werden.  Die  Species  ist  ganz  gemein  und  gewiss 
schon  beschrieben. 

Vor  kurzem  entdeckte  ich  einen  Stylops  in  einer 
Ameise;  ich  habe  die  betreffenden  Thiere  und  meine  Be- 
obachtungen an  Westwood  in  London  gesandt,  und  werden 
Sie  in  dem  Journal  der  London  entomol.  society  das  Weitere 
darüber  finden. 

J.  Nietner. 


Die  beiden  von  Herrn  Xietner  mir  gesandten  Gebirgs- 
Ameisen,  d.  h.  die  grösstc,  welche  in  Erdlöchern  wohnt, 
und  die  kleinste,  welche  auf  Baumstämmen  angetroffen  ist, 
gehören  beide  in  die  Gattung  Ponera  Latr.  Die  mittlere 
Art  mit  oblong-quadratischem  Kopfe  und  langen  vorstehenden 
Mandibeln,  welche  springen  kann,  ist  ein  Od  ou  tomachus 
Latr.  Die  von  Herrn  Nietner  gemachte  Beobachtung  über 
das  Springen  dieser  Species  erscheint  mir  neu  und  halte 
ich  deshalb  die  Publication  des  beiliegenden  Briefes  für 
gerechtfertigt. 

October  1858. 

Chr.  Drewsen. 


Vereins  -  Angelegenheiten 


Aiifgenommen  als  Mitglieder: 

In   der  Sitzung  am  19.  August: 
Herr  Stadtgerichts-Secretair  Scheffler   in  Blankenbnrg. 

In  der  Sitzung  am  9.  September: 
Herr  Missar  Gottfr.  Schreitter  in  Pinkau  (Steiermark). 

In  der  Sitzung  am  7.  October: 

Herr  Apotheker  Boll  in  Bremgaiten. 

Herr  Lehrer  Wullschlegel  in  Oftringen. 

Herr  Dr.  Adolph  Schmidt,  pract.  Arzt  in  Frankfurt  a.  M. 


Fnr  die  Bibliothek  ging  ein. 

Tbe  natarml  historv*  renew.     VoL  V.     \o.  2 — 3.    L«ir, 
doo.     1858. 

The    tr  ■        tv   ol*  Loodoo. 

Vol.  IV.  part.   ...  -   .    .:  ..  „don.     1S56. 

Enthalt : 
OiMenraüoa»  uo  the  Hanit:«  ot  the  CHpleitms  Genas 
Conops.     Bj  S-  S.  Saander« 

Sjnopsis  of  the  Genns  Elachista.     Bv  H.  T.  Stainloo. 

M^moires   d'Entomolofrie    pnbli^e»  par  la  societ^  ent«- 
m"iogi.-ie  des  Pay»-Baß.     Tome  I.     La  Haye.     l-ö-. 

Remarques  critiqae?  «nr  diverses  especes  d'Ichneamoos 
de    la  coHectioD   de  fen  Gravenhorst    saivies   d'un 

court  appendice  ichneam-         .  Pai.  C.  Wesmael. 

Verfaaodian^CD    des   zoolo^ach    botaai8<rbeD  Vereins  in 
Wien.     Band  VII.     Jahrg.   l-^öT.     Mit  II  Tafeln. 
Enthält: 
.Srhiner      Dipierologische    Fragmente     and    Diptera 
aastriaca  III.    Die  örtreichischen  Svrphiden. 

Fnvaldiky:  Drei  neue  Grottenkäfer  aas  Ungarn. 

Braner:  Beitrag  zur  Verwandlan:r  der  Neuropteren. 
Teber  C 
l'eber  k  .  .  einiger  Periiden 

Lo*w ;  Nachricht  öKer  syrische  Diptem. 

Die  bis  jetrt  bekäoolm  Arten  Scenopinu«. 
Ihf  t>an>päisohen  Arten  der  Gattung  Cbeiioaia. 

Kollar:  Geographische  Verbrettaair  MMi  Haaahah  4m 
Callioiim  raMicva. 

Beitrag   zur  Natnrgeachickfce   de«  Bsctritkw 
carrideuK 

f^ograpbische    Verbreitnog   de»   Agnotyp«» 
armatus. 

Personen^,  Orts-  and  Sach-Rerrstrr  der  Sttnoftberiekte 
and  .\hbandlnncen    des  wiener    '  vboC&aiKkei  Vet- 


448 

Vierteljahrsschiift    der   Naturforschenden  Gesellschaft 

in  Zürich.     2.  Jahrg.     1.— 4.  Heft.     3.  Jahrg.  l.— 2.  Heft. 
Zürich.     1857. 

Enthält: 

Mühlig  und  Frey :    Beiträge  zur  Naturgeschichte  der 
Coleophoren. 

Verhandlungen  und  Mittheilungen  des  naturwissen- 
schaftlichen Vereins  von  Siebenbürgen  zu  Hermannstadt. 
8.  Jahrg.     No.  7—12.     18.57. 

Jahrbücher  des  Vereins  für  Naturkunde  im  Herzogthum 
Nassau.     12.  Heft.     Wiesbaden.     1857. 
Enthält: 

Beschreibung  der  in  Nassau  aufgefundenen  Grab- 
wespen von  A.  Schenck,  Prof.  in  Weilburg.  Mit  2 
Tafeln, 

Beiträge  zur  Naturgeschichte  einiger  Lepidopteren 
von  Dr.  Rössler. 

Ueber  Acidalia  straminaria  Tr.  und  oloraria  n.  sp. 
Von  Demselben. 


»D«<3<3 


Intelligenz. 


Für  Lepidopterologen.    fc-_:a 

Die  Schmetterlings-Sammlung  des  im  April  1.  J.  ver 
storbenen  Steuerraths  Vigelius  zu  Wiesbaden  ist  zu  ver- 
kaufen. Dieselbe  enthält  die  europäischen  Arten  in  vielen 
und  guten  Exemplaren  fast  vollständig  und  eine  beträcht- 
liche Anzahl  Exoten  aus  Java  und  dem  Himalaja.  Sie  ist 
besonders  ausgezeichnet  durch  die  zahlreichen  Microlepidop- 
teren  der  hiesigen  Gegend,  wie  dieselben  in  dem  von  ihm 
verfassten  Verzeichnisse  in  dem  6.  Heft  der  Jahrbücher  des 
Vereins  für  Naturkunde  im  Herzogthum  Nassau  aufgezählt 
sind,  zu  welchem  sie  die  Belege  bilden. 

Nähere  Auskunft  auf  Anfragen  ertheilt  Dr.  Rössler  in 
Wiesbaden. 


449 

Fiir  (olroptrrolo^en.   CZ3 

Dil'  sie  1)1' Ute  stark  voriiiehrlc  Antla^'c  des  ( 'ataln^'ua 
('nlet)pteroriiin  Kiirüpae  ist  für  :')  Sgr.  vom  Verein  zu  be- 
/ielieii. 

Die  vom  verst.  Prof.  Keidi  liiiiterlasseue  Käfersamm- 
lim^'  ist  7.11  verkanten.  Näheres  bei  Herrn  SanitUtsratli 
Dr.  Heieh,  .Marki,'rateiistr.  "J'^   l'erliii. 


Errata. 


hl  »lern   .Vnlsatze:    „lieber  Xf>ctQa  (Cueiillia)  lactuca»'   WV." 

von   Dr.  A.  Speyer, 

S.  83  fgg.  des  laufenUeo  Jahri,'ang:8  dieftcr  Zeitung. 

S.  y^4  Z.  lt">  V.  o.  statt:  ausi^estatteten  lies:    auszustattenden 

Liinj^sreifen  I.  Längsreihen 
ir,  1.  Zelle    1    b 
Versalader  1.   Dorsaladcr 
fanden  I.   linden 
!••.  1.  Zelle    I    b 
Lonelius  I.  Sonelius 
blau;,'rau  I.  dunkel  braungrau 
ir,  1.  Zelle    1   b 
spceirlle  1.  sexuelle 
V.  '.  1.  V.  b 
fllr  8«'lileclitc  I.  fllr  eine   schlechte 

in  der  Arbeit  von  (\  Stil,    Hber  sibirisch.'   Hemipt.ra 

181  Z.  10  statt:  brevior  lies:  breviore 
canitc  I.  capiti 
nulla  1.  Quilo 
lobo  I.  lobt» 

rngniot^us  1.  rugulosum 
gi  io  i  pi;it  I.  g  il  V  ipe  H 
secundus   I.    8e<Mindo 
thnrace  I.  thoraci 
Intitudine  I    latitudini 
cnleoptroto  I.  e  nie  opt  rata 


So 

If,  V. 

u. 

87  - 

M 

4  v 

12 

II. 

KK 

K»  - 

i> 

-  ir,  v 

u 

90  ■ 

12  - 

11 
91 

4 

18  v. 

,, 

02 

-  'Jl  - 
12  v. 

11. 

J,      tut  tJ 

•  181  • 

21) 

-  183  - 

12 

-  184  - 

It; 

-  184  - 

21 

-  187  - 

34 

-  188  ■ 

2 

-  188  - 

17 

-  189  - 

4<» 

•  197  - 

25 

450 

In  der  Arbeit  von  Snffrian  über  Rogers  araerikan. 
Chrysomelen. 

S.  239  Z.  12  V.  0.  statt:  Chrysomela  lies:  Chrysomelae 

-  240   -  6   -    -  -  Polygramma  1.  Polygramma, 

-  „     -  18   -     -  -  (rheinländisches  1.  (rheiuländisches) 

-  242    -.  2   -     -  -  aus  1.  auf 
1^  244   -  7    -     -  -  vom  1.  im 

-  j,     -  6  V.  u.  -  Cheor.  1.  Cbevr 

-  245   -  13  v.  0.  -  Cbr.  1.  zu  Gbr 

-  „      -  12  v.  u.  -  gemina  l.  genuina 

-  246    -  12  v.  0.  -  gellowisb  1.  vellowisb 

-  247    -  22    -    -  -  aus  1.  auf 

-  „      -  1  V.  u.  -  braun  1.  kaum 

-  248    -  9    -    -  - ;  aeneo-nigro  1.  aeneo-uigra 

-  249    -  5  V.  0.  -  Nebresca  1.  Nebrasea 

-  „      -  20    -     -  -  in  1.  im 

-  „      -  12  V.  u.  -  vorweggestellten  1.  vorweggestellte 

-  250    -  16  V.  0.  -  allen  1.  alten 

-  „      -  23    -     -  -  Zeben  1.  Zähne 

-  „     -  30   -    -  -  Zeben  1.  Zahne 

-  „     -  32    -     -  -  dinnt  l.  dünnt 

-  251    -  10   -    -  -  einzelnen  1.  einzelne 

-  252   -  7  V.  u.  -  des.  1.  des 

-  253    -  13    -    -  -  gekrümmter  Reibe  1.  gekrümmten 

Reiben 

-  254   -  17  V.  0.  -  am  1.  an 

-  „     -  10  V.  u.  -  gekannt  1.  gefunden 

-  „     -  9    -    -  -  tortussa  1.  tortuosa 

-  255    -  2    -    -  -  Abschweifung  1.  Abschwächung 

-  „     -  23    -    -  -  einnehmen  1.  einnehme 

-  „     -  2  V.  u.  -  fallender  1.  fallenden 

-  „      -  1    -    -  -  gedämpfter  1.  gedämpften 

-  256    -  1  V.  0.  -  es  1.  sie 

-  „      -  11    -     -  -  letzteren  1.  letztere 

-  „     -  12    -    -  -  mexieava  1.  mexicana 

-  „     -  23    -    -  -  Stücke  1.  Stände 

-  257    -  20   -    -  -  denn  1.  dann 

-  260   -  22    -    -  -  üebersetzung  1.  Uebersetzung) 

-  261    -  3   -    -  -  Längslinie  1.  Längslinien 

-  265   -  1  V.  u.  -  Ausfärbung  1.  Aushärtung 

-  267    -  8    -     -  -  beiden  1.  Binden 


451 


AI, 


»liaiirtisrlics  Ki*;;istrr. 


A^a«Kiz  nibli<)f;r]i|iliia :iÖA 

A^otfs  «  ribrosn}».  curnHiter  407 

Ajjrotiü  ripa»'       373 

Aevrt»»5  iiihnijirr.  .    222 

AliBUtii.«  iiij^^rriniii'*  l.ai\"'.       68 

Alydos  ornaticrps .    178 

Ainei»»'».  siiriu^fiid»' 44^» 

Aiiipediis   i'|>liii>|'iiini    .....      (iO 
Aiiapuü  Kirst  liftiunni  .    .    189 

AnrWouvrha  ni;;ipenniji  318,  445 

Apioii  surbi 220 

Apofleru«.  iiit««rnu'diii-.     .ili.  437 

Arsilonche   IMttncri 442 

.Aspilittes  -•.puriiiria 312 

AHtiMUiiia   .Mrils:iiifi 164 

Athalia  spinaniiii    .......    434 

Afopa  r»»rviiin.   «mii^t»':!  .  58 

B. 

lU^ou. 213 

Ba.stardc 41,  230.  316,  407 

Heml.idien 196,  i?97 

Klopharida  rlioiN,  iiietiiiilosa 

Mtnlida,  vin^iiiica 240 

Bryocuris    inu^coriiin. l&l 

Büch<Tverzeirhni8)«'»  •  .  .      .i8.  417 

c. 

l.alliu'rapli:i..     .  .              ib'i 

L'ainpyhiH  hontali.H    65 

Captus  autiriia,  piliconiu...  229 

Carabu*   Aduoi» 73 

piirpuraaceu» 64 

timrginalu. ...   211,  2L5 

»Atnia  (jodärti 444 

-L'atoplatuii  auriculatus 2<Ü0 

(.eratocombiM  luuHi.'oruni.  164 

Chiünnhaü.  3(.6 

Okonoaeai«  lappoiiioua  ....  433 

Ch   -                       '     •  im.   .  179 

Cl.                                 -ri.-«  •.  2S7 

tb:. , ;.4 218 

.<iralariN,    phil«« 

d«»lplürn 2.'"i6 

•er)JVDUna,  iiirxi< 

cana.    2.'»'^ 

dislocat« 25b 

torUio»»,  phil.-»- 
delp:  .   259 

deci;  .260 

:, Hills   "Irty 

■■■"•■ -1 i.«'»»  •    «it^'' 


(  hrvNouipla  verrucosa 2üt) 

exclamationis. .  208 

oasta. 269 

I  uujuncta.    ....  270 

ttulatn,  dUruiiUi  271 
bvbridtt,pulcner- 

rima,  Itiaata. .  .  272 

iocua 27^ 

puUlira 274 

sitniiU.       .        .  275 
praucelüix ,  ele- 

ffaus 276 

lestiva 277 

p  ruäpe« .    ....  381 

arclica,  atTinis  .  382 
p             ■»inipU'x,  subüul- 

rata.    .........  383 

cribraria,    ioor- 

iiata 384 

siihnpaca 385 

auripenuis 386 

,  vidua,  flavoinar- 

■riuaXa 3.S7 

iDtemipta.    ...  388 

,  .scripta 389 

conniu'n.s,  ubso- 

leta  . 391 

,  califomica 392 

trivittata 393 

vitellinae,  \  iridis  394 

H»Tui^inosM..  395 

diMiiiiili.s,  caesia  307 
cyaiifu,  polvi^oui, 

cooruli'ipennis  .  398 
formoiw ,    vimi- 

tialii 399 

lapponica,  inter- 

Mtttiali'       .    .  400 

Cjcadvn..  .  ll^,  316 

Cirind<*U  aiouat.'  210 

CioM'x  cinrta«.  ...  228 

tamatu« 228 

'Crainbu*  trichuslomaa 313 

,,         labrsdonMui« —  314 

'  tcniü«  IM  . 434 

i'ullia  lartiica«.  83 
«erbaaci,    ncrophu- 

lahae,   ibap^ipoai^  370 

l'ynec«>ri<»  »•quf'itn«   .  ..  182 

D. 

I'fipbax    lu  191 

Ü«ho.epb»l  193 

HfraeuCon»    ■ri»:i:iij|HtO«.        .  183 


452 

Deraeocoris  nigronasutus.  . .  184 

„            illotus 184 

„             approximatus. .  185 

„             brachialis 135 

„             mutans 186 

„             simulans    186 

Dermestes  domesticus  Larve  66 

Diplacus  albooruatus 183 

Donacia    fenuica,    Mali- 

nowskyi 214,  217 

Doryphora  juncta 243 

„           10  lineata 244 

„          rubiginosa 245 

„          Haldemani 246 

„  litigiosa,    chlori- 

zans,  libatrix,  tri- 
maculata ,     clivi- 

coUis 248 

E. 

Elater  cinnaberinus,  ochrop- 
terus,  exsanguis,  eru- 

bescens 406 

Elateriden 402 

Euacanthus  nigroüavus 197 

Euceros  crassicornis 434 

Eucoeniiden 401 

Euprepia  matronula  ......  94 

Eurynierocoris  üaveolus   ...  189 

„              obscuriceps. .  190 

Exenterus. 434 

Eysarcoris  Sahlbergi 177 

F. 

cüFilarien 326 

G. 

Galeruca  viburni 67 

Gastropacha  franconica, ....  345 

Gonioctena •  .  381 

H. 

Helophorus  tuberculatu.';.. .  .  211 

Hess,  Nekrolog .• .  •  315 

Hoplia  minuta,  pollinosa ...  212 

Labops  Burmeisteri. 189 

Leptonieroeoris  prolixiis- . . .  187 

„              gilvipes.  .    .  187 

„               sericans.  .    .  188 

„              mundulu.s  . .  188 

•-Eeucania  elyiui 362 

9':      „        fluxa 365 

Lichenobia  fei-ruginea 163 

Lina  lapponica 215 

'Mamestra  nigricans 378 


Menetries  CataL  Lep..   300,  444 
Miris  longicornis,  megatonia  228 

Monanthia  sinnata 229 

Monstrositaet 65 

N. 

Nenropteren  Russlauds 110 

Noctua  augur 377 

„        cerasina 105 

„        lactucae :f,nm;  83 

„       neglecta ^i  109 

Nonagria  ulvae 353 

„        uexa 365 

„        ueurica 367 

Nysius  eximius 180 

0. 

Odonaten,  russische. 96 

Odontomachus. 446 

Orgyia  n.  sp.  Rossii? 310 

„       ericae 349 

Oxycaraenus  viduus  . 181 

P. 

Pachymerus  mitellatus.    ...  229 

Pentatoma  roseipenne- 2Si8 

Pieronierus  fuscoannulatus  .  176 

Pleretes  matronula 94 

Polyomniatus  Franklini 309 

Ponera 440 

Prostemma  carduelis 229 

Pterotmetus  crassicornis  .  .  .  229 

Pyrrhocoris  fuscopunctatus .  182 

Reduvius    pallidus ,    tabidus 

thoracicus,  pallipes  229 

Rhinosimus  ruficeps 96 

Rhyparochromus  con^-ivus .  .  180 

,,                ibericus  .  . .  229 
Rondani,  C,  Werke  ,.':  V/ HS ''278 

_     •      .no'xji'  *•' 

W-  .'ju'üiK/i.^ 

Salda  sericans j;.vjiiioi91 

„       oblonga.  . ....  jua^.. . .  191 

Simyra  dubiosa^v.  .i;  jLrVi. . .  .  350 

,",        Büttueri..  .  .  .' 442 

Speyer,  Verbreitung  der 

Schmetterlinge  ....  438 

Sphinx  nerii 226 

Stenotarsus  coUaris,  pallens  228 

Strachia  picturata 178 

T. 

Tafeln,  Erklärung  der 323 

Thamnotettix  notaticeps.  .  .  .  193 

,,             fascifrons 194 

„            sordidipennis .  194 


ThumrK^fpttix  linrafifron«  19Ä  Tvphlorvh«  rofnmi««iirsiü        ''»^ 

Timarrh«  intri''at»,  inf»»rtextn  'ift\ 


Toxotui^    haniprali»,    dinpHr. 


V 


feueren«    .  .       435  Vereinii)»ibliothpk.    .      ..    .V,  447 

1  rachvf1»'rma   «rMhr« .       ...      43? 


z 

rvp"hlo<  yta   piiri\  .    .  .    19.')  '/.-v-Of   mehiDaria.  .379 


Trvphon  ]>^uino^U(l     434 


iiriifolw.    .    .    .    l'.H^  Zv.'t>;Frniiim»  .      266 


Inhalts  -Verzeichniss. 

Jannar-   niäri.      NiujalnjJiKnt  llc.     -   Mitglieder- VirzcichniH«. 

—  I>'»liiii:  Ivtdi'  zur  .'<fitt  iiiigNÜ-itT.  —  X'rreinsaiipolr- 
pcnhoiteu  '  iJililiotliek  .  Haften:  Hastard  Kr/.cugiinp 
bei  Insi'eteii.  —  W'e  r  u  e  Im  r  ^:  Selmietterlin^c  Älterer 
Autoren.  -  Siiffrian:  Synon.  .Miseellaneen.  — Frey: 
Literatur  (Staintmi  TiniMiia'.  —  ."^ehanni:  Brief.  — 
Kawall:     Kntom.     Nuti/.en.     —     IIeyd»'ii:    N'aehtrag 

.\l»ln(lri)  .  --  Cliaintoir:  liri<tiich«-  .>fittli»ilnn{;.  — 
Sprver:  l  elierwintmidi- S<limettirlin;;e.  --  ."Speyer: 
Voetua  (riieiilliai  Lactiicae  und  damit  viTweehscIte 
.\rten.  Kr/.i/:    Krzielmn;;  \<»n   Knpr>-|>ia  .Matronula. 

—  Hose;  Khinosiiiiiis  rutieeps.  Fiaj:en:  Knssiselic 
Odonuttu  \'ereinsan;:elepenheiten.  —  Rtciinung'*- 
U'fun:;    —    Iiitrlli;:en/ 

April— Jani-      .*^pey.•r:    Xortua  cerasina  Ha;,'rn     liu>s- 

lands    Xeuroptera,  —   Ilagen:    Sinfr-Cieadi-n.  Znsät/e. 

—  .Menetrien     .\ntikritik.     -     \Ve  rne  Im  r  j;:    Lepi 
doptera  in  ."seopoli  Ent<Hn.  Carniol.    —    .\nton   Dohrn: 
Heiniptfndc>::i.'<elic'<    —  *   \eujahr^u'edanken   /.nr^SyiiD- 
nyrnic   und   N'onienelatur      -    *  Kpii«»:;  dar.n       -  St4I: 
Zur   lleniijit-rciiiauna  SiltiriciiH  und   Nord  .Vinerikas.  — 
Dohrn    L'idxr  aiUTalli  iid'-  Na<hlÄssi;:kciteu.  —  Ha;^oo: 
ApaHsir,    Hild.    Zou|.     —    Pfeil:    ORipreti««.  Küfer.    — 
Cornelin««:    HntwirkrUm;:«   (4^■^ehiehten.     -      Kntom 
Voti/en   —  Miller:  \'(  Hp.Ttilio  ^^aHtronomu«.        Klotz: 
Spliinx   uerii.  .Vni"ii   hohrn:  Synon.   Hiiinrkungcn, 
Prosteninia    «'urduili.««  Ila;:<n:    In>«(trn  Hastarde ; 
Imbibition      —    .StÄI:   .Mstemat,    Kintlieilnup    der    Ho- 
mopf-rn.   -      \Vrein«»Änpe|f jjj,-iiiieiten.  Intelligenz 

Joll  September.  Suffrian:  R<«gern  rchen«leht  der  in  den 
vcreini^'Un  Staatm  v*»n  X«»rd  Anierik«  einheimischen 
C  lirvHomeU'n.  —  C  a  m  i  M  o  K  o  n  d  a  n  i  Chronologische* 
Verzeiehnio«  meiner  entomolngivrhrn  Schriften.  —  Wer- 
ne burc:  Teher  ojnitr«"  Abbildungen  in  C.  riork':» 
Jrones    in«prtnrnni    rte.    —     .Sehanm       Ober    einice 


454 

Bembidien.  —  Gerstäcker:  Literatur.  —  Hagen: 
Die  beiden  Hoefaagel,  die  ersten  deutscheu  Entomolo- 
gen und  Insectensammler  im  16.  Jahrhundert.  — 
H.  Christoph:  Bemerliungen  zu  einigen  in  Labrador 
vorkommenden  Schmetterlingen.  — ^  H e  yd e n  :  Nekro- 
log. —  Dr.  H.  Hagen:  Miscellanea.  —  Schaufuss: 
Ancylonycha  rngipenuis.  —  Vereins-Angelegenheiten. 
—  Erklärung  der  Tafeln.  —  Intelligenz. 
October—December.  ('.  Xh.  v.  Siebold:  l'cbcr  die  Faden- 
vvürmer  der  lusecten.  —  Seh  m  id  t :  Zur  Naturgeschichte 
einiger  Lc))idopteren.  —  Rogers:  fTebersicht  der  in 
den  Verein.  Staaten  von  Nord -Amerika  (einheimischen 
Chrysomelen.  (Fortsetzung  und  Schluss.)  —  Kawall: 
Die  Eucnemiden  und  Elateriden  in  Kurland  und  Liv- 
land.  —  Dr.  H.  Hagen:  Zur  BastardtVage,  —  Wer- 
neburg:  Die  Lepi<loptereu  in  Thunberg's  ,,Disser- 
tatioues  Academicae.''  —  A.  Recker:  lieber  die  Wir- 
kungen einiger  Ptlanzensäfte,  die  durch  Verwundung 
in  den  Körper  der  Inseeteu  gebracht  wurden.  — 
Jul.  Putzeys:  Chemisclies  Problem.  —  [lolmgren: 
Berichtigung.  —  Cornelius:  Notiz  über  Athalia  spina- 
rum.  —  Dr.  K  riech  bäum  er  :.Coleopterologische  Be 
merkuni;:en.  —  Schläger:  Literatur.  —  Hering: 
Arsilonche  <(Led.),  Simyra  (Tr.)  ßüttiieri  n.  Sp.  — 
E.  Men<^tries:  Anspruch  auf  Priorität.  --  Ancylo- 
nycha rngipenuis  Schaufuss.  --  D  r  e  w  s  e  n  :  J.  Nietuers 
briefliciie  Mittheiluug  über  eine  springende  Ameise. — 
Vereips-Angelegenheiten.  —  Intelligenz.  —  Errata.  — 
Alphabetisches  Register. 


Inhalt.  C.  Th.  v.  Siebold;  Ueber  die  Fadenwüi-mer  der 
Insecten.  —  Schmidt:  Zur  Naturgescbichte  einiger  Lepidoptereu.  — 
Rogers:  Uebersicht  der  in  den  v'f^rein.  Staaren  %on  Nord- Amerika 
einheimischen  Chrysoineleti.  FortseTzung  und  Sohluss.)  —  KawaH: 
Die  Eucnemiden  und  El.tteriden  in  Kurlnnd   und  Livland.  —  Dr.  H.  Ha- 

fen-Zur  ßastardirage.  • —  Werneburg:  Die  Lepidonteren  in  Thun- 
ergs  ,,Dissertatioües  Aoademicae.""  —  A.  Becker:  Tcber  die  Wir- 
kungen einiger  Pflanzensäfte,  die  durch  Verwundung  in  den  Körper 
der  Insecten  gebracht  wurden.  —  Jnl.  Put  z  e  vs:  l'hemische.s  Problem, 
—  Holnigren:  Berichtigung.  —  ( '  o  r  n  e  1  i  u  s :  Not  iz  über  Athalia  spina- 
rura.  —  Dr.  K  riech  bäum  er :  ( 'oleopterologi.sche  Benierkungeu.  — 
Schläger:  Literatur.  —  Hering:  Arsilonche  (Led.),  Simyra  (Tr.) 
Büttneri  n.  Sp.  —  E.  Menetries:  Anspruch  auf  Priorirät.  —  Ancvlo- 
nycha  rugipennis  Schaufuss.  —  Drewsen:  J.  Nietners  briefliche  Mit- 
tbeilung  über  eine  springende  Ameise.  —  Vereins- Angelegenheiten. 
Intelligenz.  —  Errata.  —  Alphabet.    Register.  —  Inhalts-Verzeichnisä. 

Druck  von  P.  H  c  s  s  e  a  1  a  u  d    in    Stettin. 


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